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Erfolg davon versprechen konnte. Sollte aber das Kalisyndikat trotzdem „auffliegen", so tmirbe man in dieser nnnisteriellen Ablehnung wohl noch nicht das letzte Wort der Regierung zu erblicken haben.
„Nein, ich denk gar nicht daran."
Frau Oertel blieb auch jetzt durchaus ruhig. Sie wurde sogar fast höflich gegen den unverschämten Burschen und sagte in verbindlichem Tone:
„So sind sie von diesem Augenblick ab aus meinem Dienst entlassen. Sie packen Ihre Sachen und kommen nachher in mein Arbeitszimmer, um ihren Lohn bis zuni heutigen Tage zu empfangen. Haben Sie verstanden? Einen Gärtner, der mir nicht gehorcht, kann ich natürlich nicht gebrauchen."
, Das »vollen wir sehen," schrie der Mann nun los und trat mit drohender Gebärde an Frau Oertel heran. „Nee, da irren Sie sich doch sehr. Wegjagen lasse ich mich nicht. Ich habe meinen Kontrakt und ich will mal schen, wer mich tocg- jagen kann. Ich bleibe."
„Nur noch eine Stunde," ertönte eine scharfe, befehlende Stimme hinter den beiden, „dann sind Sie draußen."
-Hanns wendete sich schnell um und sah den Bruder vor sich, dessen Gesicht nichts Gutes für den Gärtner kündete.
Der zog es denn auch vor, nach wenigen Worten das Feld zu räumen. Er würde die gnädige Frau verklagen und schon sein Recht bekomnren..
„Bitte," sagte der. „Machen Sie, daß Sie fortkonunen, wir wollan nicht inehr lange das Vergnügen haben."
„Arnrer Egon," sagte die Schwester bedauenrd, „Du hast Anita wahrscheinlich —"
„Gar nicht habe ich, gar nicht. Ich habe überhaupt gar nichts, weder zu sagen noch zu tun. Du nennst das Unglück, na, ich habe ja auch das Glück nicht bei ihr gesucht. Aber ich dachte, zwei Menschen kömren bei leidlich gutem Willen auch ohne Liebe fertig werden. Unglück ist'S wicht, Duv^nheit-^ x .. „
Zur Lage in Rußland.
Aus den Ostseeprovinzen.
An den Hilfsausschuß für die not» leidenden Deutschen Rußland treten in letzter Zeit, nachdem man in Rußland von seiner Tätigkeit mehr Kenntnis erhalten hat. Anfor- derungen neuer Art heran. Reichsdeutsche, die durch Ueberfälle und bei Revolten in ihrem Eigentum schwer geschädigt worden find, bitten um Vorschüsse zur Wiederaufnahme ihrer gewerblichen Tätigkeit in der Voraussetzung, daß sie durch Vermittelung des deutschen Reiches für ihren Schaden von der russischen Negierung Ersatz erhalten werden. In einem besonders klaren Fall, der dem Hilfsausschuß vorliegt, wird durch die vom deutschen Konsul beglaubigten Aussagen klar erwiesen, daß der betreffende Deutsche trotz seiner Bitte um Polizeischutz in keiner Weise in seinem Eigentum von den Behörden geschützt worden ist und dadurch seiner ganzen Habe verlustig gegangen ist. Die Sachlage gestaltete stch allerdings dadurch schwierig, daß ein Haftpstichtgesetz, das den Staat zum Ersatz' der bei Unruhen erlittenen Schäden verpflichtet, in Rußland nicht existiert. Indes ist unser Auswärtiges Amt anscheinend bemüht, auf dem Wege, von Verhandlungen mit der Regierung Entschädigung für die geschädigten Deutschen Reichsaugehörigen zu erlangen. Hoffentlich haben diese Bemühungen baldigen Erfolg, denn jedes Hinausschieben eines Ersatzes oder wirksamer Hilfe bedeutet häufig den völligen wirtschaftlichen Ruin der betreffenden Persönlichkeiten. Es kommt darauf an, fie baldigst in die Lage zu bringen, daß fie fich Handwerkzeug, Einrichtung usw. wieder beschaffen und ihr Gewerbe dadurch ausüben können; andernfalls müssen fie daS Geld dazu verwenden, erst die Schulden zu decken, die sie machen mußten, um überhaupt das Leben zu fristen.
Petersburg, 22. Febr. General Orlow betont in seinem Bericht über die baltischen P' ninzen energisch, daß die Truppen dort mindenstenS bis Mai verbleiben müßten. Ferner bittet Orlow, daS zweite Schützenbataillon wegen Uebermüdung abzulösen sowie weitere Verstärkunaen zu schicken. Im ganzen wurden bis jetzt 259 Personen hingerichtet. Die Kolonne deS Generals Besobrasow hat an 22 Personen die Todesstrafe, an 333 Personen körperliche Züchtigungen vollzogen, ferner vier Bauerngehöfte eingeäschert sowie 600 Waffen vernichtet.
Riga, 22. Febr. (PeterSb. Telegr.-Ab.) Eine Militärabteilnng verhaftete gestern im Jxkul-Vezirk drei bewaffnete Aufständische, die
„Die Pflanzen hier find völlig trocken, soll ich sie etwa allein gießen? Weshalb haben Sie es nicht getan?"
„Ich habe gegossen," erklärte der Mann kurz. „Mehr kann ich nicht tun. Außerdem ist's schon sieben, — Abendbrotzeit."
So!" erwiderte die junge Frau sehr bestimmt, „das nennen Sie gießen, wenn Sie einmal mit dem Schlauch darüber forthuschen? Ich nicht. Jeder Topf bekommt einzeln seine volle Ladung. So will ich es haben."
„Dazu habe ich keine Zeit."
„So, — so, — feilte Zeit. Sie entsinnen sich doch, daß in unserem Kontrakt etwas von zehnstündiger Arbeitszeit steht. Zehn Stunden, — Gärtner."
„Von sieben Uhr morgens bis sieben Uhr abends sind zwölf Stunden."
„Gewiß. Sie haben aber von neun bis halb elf gefrühstückt, von zwölf bis zwei Mittagspause, von vier bis fünf Kaffeepause gemacht. Da bleibet noch stoben und eine halbe Arbeitsstunde."
„Nun will ich Ihnen mal was sagen, Frau Oertel," sagte der Mann in unverschämt grobem Ton und steckte die Hände in die Hosentaschen. „Schinden lasse ich mich von Ihnen noch lange nicht, und wenn Sie —"
Die junge Frau wurde rot, ihre Hände ballten sich zur Faust. Aber sie blieb ruhig, beim in langen Wochen (ernte sie Selbstbeherrschung,. Mit einer scharfen Bewegung schnitt sie dem Manne das Wort ab.
„Ich bin für Sie die gnädige Frau und verbitte mir jede andere Bemerkung. Wollen Sir meinem Befehle, die Pflanzen hier zu begießen, nachkommen, oder nicht?"
„Es hat lange sieben geschlagen."
^Das ist keine Antwort. Ich frage deutliche wollen Sie den Befehl ausführen?"
(Nachdruck Verbote«.), Die Brücke.
Roman von Willy Scharla«.
(Sortierung.)
Oertel saß in seinem Zimmer am Schreibtisch, als der Wagen mit den beiden Frauen davonrollte. Er horchte auf, bis auch das letzte leise Geräusch erstarb. Er preßte beide Hände gegen die Schläfe, und jetzt kam ihm zuerst ganz wie em Schimmer des Tages der Gedanke, ob er nicht we. uigftens auch sein Teil Unrecht hätte.
Es war nur wie ein Aufleuchten.
Er schlug mit der geballten Faust auf den Tisch und sprang auf.
„Nein!" schrie er laut. „Nein und tausend- wal nein! Sie allein hat Unrecht, es ist gut, daß sie fort ist. Jetzt werde ich wieder allein arbeiten können wie früher, Und ich werde arbeiten, ohne befürchten zu müssen, daß sie mir über die Schul- fern sieht, ohne daß sie sich zum Richter aufwirst. Was gibt ihr das Recht dazu? — Nein, es ist gut so!---Jetzt will ich schaffen, jetzt werde ich
schassen."
20. K a p i t e l.
-Hanns Oertel stand mit der Gießkanne in der Hand auf der untersten Stufe der von der Veranda in den Garten führenden Treppe und begoß die Blumen und Pflanzen, welche ringsum den kleinen Holzbau in ein dichtes Grün hüllten.
„Gärtner!" rief sie mit lauter Stinmte in der Nichtung auf das Teehaus, Ivo sie den Mann verkittete.
„Gärtner!"
Keine Antwort. Endlich kam der Gentfene Mid näherte sich langsam, den Hut auf dem Kopf, >uit mürrischem Geuckt. st .....
Zur Kalifrage.
Die Verwendung des Kali in bet Landwirtschaft hat in den letzten beiden Jahrzehnten ungemein zugenommen. Die Deutsche Landwtrt- schaftsgeseltschaft allein hat im Jahre 1903 fast zwei Millionen Doppelzentner Kali zum Verkaufe bezogen, während ihr Bezttg im JahrÄ 1885 nur rund 110 000 Doppelzentner betragen hatte. Bei dieser steigenden Bedeutung, dieses Düngemittels hat nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Industrie ein sehr wesentliches Interesse an stetigen und für eine lange Zeit vorauszu- sehenden Preisen für dieses Produkt.
Tas Kalisyndikat hat bis heute, als Preisregulator in anerkennenswerter Weise gewirkt. Es ist ihm gelungen, dem Auslände erheblich höhere Preise zu stellen als dem Jnlande, und dadurch der heiinischen Landwirtschaft das Kali im allgemeinen ztt mäßigen Preisen zu liefern. Das Fortbestehen dieses Syndikats kann deshalb nur als sehr wümchenswert bezeichnet werden. Bei der zweiten Lesung des Etats der Berg- und Salinenverwalinng erwarb sich Herr von Ärnitn- Züsedom das Verdienst, auf die steigende wirt- schaftliche Bedeutung des Kali und auf die Gefahren, in denen das bewährte Kalisyndikat schwebt, hinzuweisen und die Staatsregienmg zur Aufbietung ihres Einflusses zugunsten des Schutzes und der stetigen Preisbildung des Käst aufzufordern.
Der konservative Redner führte in überzeugender Weise aus, daß in erster Reihe die Erhaltung des Syndikats angestrebt, daß aber auch darauf hingewirkt werden müsse, daß die Aufsuchung von Kalisalzen allenthalben — mit Ausnahme der Provinz Hannover, wo die Dinge rechtlich anders als in den alten Provinzen liegen — dem Staate Vorbehalten bleibe. Dann aber schlug Herr von Arnim nameullich für den Fall, daß' das Syndikat „aufflöge", vor, einen Ausgangszoll auf Kali zu legen. Die amerifam- schen Baumwollproduzenten und Rübenbauer sind aus deutsches Kali angewiesen, es erscheine also, so führte der Redner aus, stnanziall für die Reichskasse und wirtschaftlich für die deutschen Produzenten vorteilhaft, einen solchen Zoll zu erheben, der zehn bis zwanzig Millionen Mark Erträgnis liefern könnte. Abgesehen davon, daß ein Ausfuhrzoll die billige Verschleuderung der wertvollen Kalisalze an das Ausland zu verhindern berufen fein würde.
Minister Delbrück stimmte dem konservativen Wortführer inbezug auf die Notwendigkeit, das Kalisyndikat zu erhalten, lebhaft bei und sprach die Ztwerficht aus, daß es gelingen werde, das Syndikat nochmals über die ihm drohenden Gefahren hinwegzubringen. Ebenfo war der Minister mit Herrn von Arnim darin einer Meinung, daß ein Kalimonopol auf Hannover nicht ausgedehnt werden dürfe, lieber das Monopol selbst ist jedoch ein Beschluß noch nicht gefaßt, doch scheint die Regierung dem Plane günsüg gegenüberzustehen. Mit einem Ausfuhrzoll auf Kali war indessen Herr Delbrück nicht einverstanden, da er sich weder in reichsfinauzlicher Beziehung, noch behufs Verhinderung der Verschleuderung des Kali an das Ausland einen
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhaiu
TomUagsbcilage: Jllustriries S-nntaMla«. _____________________________
Neueste Telegramme.
Berlin, 22. Febr. In der Budgetkolmnifswn 'des Reichstages machte Erbprinz zu Hohenlol^e- Langeirburg Mitteilung von einem Telegramm, nach dem ein Test der Cornelius-Leute Nachtrag- lich außer der Zusicherung des Lebens die Zu- Sicherung des geraubten Viehes verlangt habe, sjp dies abgelehnt wurde, seien 100 Leute abge- ritten. Cornelius sei diesen nachgeritten, um die Leute zur Rückkehr zu bewegen, und, nachdem dies fehlgeschlagen, habe Cornelius erklärt, ferne Leute nicht im Stiche lassen zu können.
London, 22. Febr. Denr Vernehmen nach wird der Uebertritt der Prinzessin Ena von Battenberg im März in Loirdou ftattfinben. Erst nach dem Hebert ritt zur katholischen Kirche wird die ofsizielle Bekanntgabe der Verlobuirg mit König Alfons erfolgen.
Newhork, 21. Febr. Einem Telegramm aus Willemstad zufolge ist dort ein Schreiben eines angesehenen Beamten in Caracas eingegangen, in dem es heißt, Castro toerbe durch die untätige Haltung Frankreichs und der Vereinigten Staaten zum Kriege gegen die Fremden ermuntert. Auch gab Castro die Anweisung, Aktenstücke zum gerichtlichen Vorgehen gegeir zwei Gesellschaften mit bedeutendem Kapital anzulegen, die sich in englischen Händen befinden, nämlich die „La Guayra - Harbour - Corporation" und die „La Guayra-Caracas-Railroad", denen es wahrschein- lich ebenfo ergehen werde, wie den Asphalt-Ge- schasteir und anderen ausländischen Untenreh- inungen.
Ncwhork, 21. Fchr. Ein Telegramm aus Manila vom 21. Februar besagt: Der Militärgouverneur von Mindanao, Generalmajor Wood, tritt am 24. Februar eine Inspektionsreise an. Dies scheint darauf hinzudeuten, daß die Regierung die sofortige Sendung von Tnippen nach China beabsichtigt. Die Chinesen Manilas, ivelche die Mitteituwz^chielten, daß in China eine Erhebung gegen die Fremden für den 24. Febr. geplant fei, glauben, daß Unruhen dort unmittelbar bevorstehen. Infolgedessen ist der Handel zwischen den Chinesen hier und in China sehr eingeschränkt.
Lasivk, 22. Febr. Hier gingen Nachrichten rin über die Niederlage der Engländer bei So- lote, nach denen eine Schaar Fanatiker, die von Norden kam, Sokote gestürmt und die Engländer überwältigt hat. Auch wurde der französische Posten zerstört, fünf französische Offiziere getötet und zwei gefangen genommen.
Tieulfin, 22. Febr. In der französischen Und japanischen Niederlassung Tientsins sind seit gestern fremdeufkindliche Plakate angeschlagen. Hiesige Amerikaner erhielten Telegramme aus Amerika, in denen ihnen zur Rückkehr geraten wird. Tie allgemeine Stimmung ist ruhig und abwartend.
Peking, 22. Febr. General Mah'S und Nuanshikai's Truppen kämpfen^ ohne Erfolg Hörbild) von Chingwangtao gegen Tschungschusen. Der Tatarengeneral Jli bat dringend um Militär, da er eine Revolution befürchtet.
nach dem Urteil des Kriegsgerichtes hinzerichtet wurden. Man hatte sie als Bandenführer erkannt.
Riga, 22. Febr. Heute Nachmittag überfiel ein Haufe bewaffneter Leute die Eisenbahu- station Saffenhof bei Riga, raubte 160 Rubel und entwaffnete einen Gendarmen und einen Unteroffizier. Uon den Tätern fehlt jede Spur.
Htlftlristung für dir deutsche« Balte«.
Im Verlage von I. F. Lehmann, München ist von A. Geifer, Geschäftsführer de? Alldeutschen Verbandes, unter Mitwirkung von Prof. Dr. E. von Bergmann, Dr. Arend Buchholtz, Prof. Dr. Adolf Harnack, K. Mettig, Th. H. Pan- teniuS, Prof. Dr. Th. SSiemann, Prof. Dr. Leop. von Schroeder, Dr. Aug. Seraphim, M. von Sivers-Römershof und Ernst von Wilden- bruch, zu Gunsten der russischen Deutschen em reichillustriertes Heft „Die deutschen Balten (zu Hilf und Ehren eines bedrohten Bruder- ftammeS) herauSgegeben. Ein Gedicht von Wildenbruch leitet die hübsch ausgestattete Gabe ein, dann folgen, mit Landschastsbildern au$ dem Baltenland versehen, Aufsätze und Betrachtungen verschiedener Art auS der Feder der vorstehend genannten Persönlichkeiten. Da» Heft soll davon zeugen, wie der deutsche Baltenstamm in seinem 700 jährigen Jnselleben inmitten eines brandenden Meeres fremden Volkstums fich behauptet hat, wie eS sich eine Elgen- kultur und Sonderart fchuf und doch kerndeutsch blieb, ja in deutschem Herrenbewußtsein und deutschem Blutsstolz vorbildlich wurde für unsere reichideutschen Stämme. An uns Reichsdeutschen, so heißt eS in einem Schlußwort, ine wir sicher und warm sitzen, ist es, da« zertretene Deutschtum wieder aufzurichten, damit eS den Mut, die Kraft und die Möglichkeit wieder finde, mit zäher deutscher Treue und Hingabe die Wüste wieder zu verwandeln zu einer Stätte deutscher Kultur. Möge das Heft dazu beitragen, diese Hilfe zu fördern und d" Bande der Treue und Gemeinschaft des HerzenS und Geistes enger und inniger zu schlingen um Deutschbalten und Reichsdeutsche!
Verschiedene Meldungen.
Odessa, 22. Febr. In Otjchakow, wo der Prozeß gegen Leutnant Schmidt verhandelt wird, wurde ein Komplott entdeckt, daS den Zweck hatte, Schmidt zu befreien. Aus Ssewastopol sollte ein Kriegsschiff kommen und die Festung bombardieren. Ein Telegraphenbeamter wurde zwischen Otschakow und Nikolajew verhafte^ über die Festung der Kriegszustand proklamiert. In der Stadt find revolutionäre Banden an« gekommen.
Odessa, 22. Feebr. Admiral Dikow au» Petersburg ist hier nach Ssewastopol durchgereist, da man von dort über eine beginnende neue Bewegung im Geschwader berichtet, lieber die Festung Otschakow ist Kriegszustand verhängt worden. _______________________
Er lief einige Male um den großen Tisch herum. . ,
„Dummheit! — Dummheit!" tief er. ,-Uir das schlimmste ist, ich kann nicht los. Ein -^agi in dem Luxus, — wie soll ich jetzt ohne den leben* Das weiß sie auch und knebelt mich um so festem. Aber es geschieht mir schon ganz recht, was Itxtr ich so ein bodenloser Esel."
Das Mädchen erschien und meldete, das Abendessen wäre bereit. .
Erst als sie gespeist hatten, Egon mit merkwürdig gutem Appetit und das bedienende Mad- chen herausgegangen, sprachen sie von Person- lichen Angelegenheiten.
Dann ließ sich der entlaffene Gärtner melde« und bat, in Gnaden wieder aufgenommen z« werden. Egon riet, ihm diese Gnade zu bewilligen; Hanns erklärte kurz und hart, dies unter feinen Umständen tun zu wollen.
Der Mann ging mit einer halblauten Verwünschung auf den Lippen.
„Willst Du nicht rauchen?" fragte Hanns de» Bruder. „Wir könnten vor dem Teehaus auf- unb abgehen. In dem Schrank in Papas Zimmer sind sicher noch Zigarren. Nimm davon."
„Noch? Raucht denn Dein Mann nicht? SRifl ist doch so." , _
„Selten. Und dann jedenfalls nicht so schwere Sorten, wie Papa und Du sie immer rauchtest.*
Draußen war es dunkel, sehr dunkel. Lang- sam gingen die Geschwister auf und ab. Plötzlich vor dem Teebaus blieb Egon stehen und fragte « scheinbar gleichgiltigem Tone:
„Wo ist denn Marga? , Ich dachte, sie toate^ jetzt wieder bei Euch, — hier." i
„Bis vor einer Woche war sie hier. Jetzt A sie wieder in Friedenau." ’•
,4.. i:. .. _ I "(Fortsetzung folgt).
Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 MH, Erscheint wöchentlich sieben mall <x,-tVA
S “ be, allen Postämtern 2,25 Mr. ^exci. Bestellgeld). Druck imb »erlag* Joh. Aug. Koch, Umversttätr-Buchdruckerei 41. Jllhkg.
Jnsertionsgeöühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Psg. SoilNaheNd 24. ^CbTltOT 1906. Marburg, Markt 21. - Telephon ab.
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