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mit dem Kursblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Illustrirtes Ssnntags-latt.

Vierteljährlicher Bezugspreis; bet der CpÄ>itioa 2 Mk, Erscheint wöchentlich sieben mal.

>3 AA bei allen ^oftämtern 2 25 ^Itcllgeld). Druck imd «erlag- Joh. Aug. Koch, UniverMS-Bnchdruckrei 41. Jahkg.

e/- « 3nftriion88tb:l10 Donnerstag, 22. Februar 1906. Marburg, Markt 21. - Telephon SS. V

Neueste Telegramme.

, Berlin, 20. Febr. Gouverneur v. LinLeguist telegraphierte aus Windhuk: Cornelius von veihanien mit seinem ganzen Anhang hat sich bei Chamasis nordwestlich von Berseba bestellt. Die einzige Bedingung ist Zusiche­rung des Lebens mit Ausnahme der Mörder.,

Berlin, 21. Febr. Die am 27. Februar in tlussichi genommenen Auszeichnungen Norden sich wie verlautet, in engem Nahmen bewegen und nur solche Personen betreffen, die in dem abgo- laufenen Vicrteljahrhundert dem Kaiserpaar per­sönlich naher getreten sind.

Berlin, 21. Febr. Es steht nunmehr fest, das; Generalleutnant v. Trotha kein Truppen­kommando mehr übernimmt, sondern mit Be­endigung seines Urlaubs in den Ruhestand tritt.

Budapest, 21. Febr. Die Auflösung deS Reichstages wird nun allgemein anerkannt. Der oberste Gerichtshof hat in einem gestern verhan­delten Mandatansech! > n asprozeß ausgesprochen, 'daß der Reichstag al elöst zu betrachten sei. Ebenso erklärte das 0 »..^uv-Komitee der Koali­tion, daß man der Gewalt weiche und heute keine Sitzung im Abgeordnetenhausc abhalte, dafür aber einen Trauer-Gottesdienst veranstaltet. Die Kossuthpartei nahm den Beschluß des Exekutiv- Komitees, das Abgeordnetenhaus als aufgelöst zu betrachten, zur Kenntnis.

Newhork, 20. Febr. DieKölnische Zeitung" meldet von liier: Die Streitfrage zwischen den Bereinigten Staaten und Venezuela wegen der Angelegenheit der Asphaltgesellfchaften wird auf Antrag des Präsidenten Castro dem Haager Schiedsgerichtshof zur Entscheidung zugewiesen.

Peking, 20. Febr. Es kann festgestellt wer­den, daß in Peking keinerlei Bmmruhigung herrscht bezüglich der angeblichen Feindseligkeiten der Chinesen gegen die Fremden, wegen der im Nuslande Besorgnisse gehegt werden. Sämtliche fremden Gesandten sind, obwohl sie politisch ein von einander unabhängiges Verhalten beobachten, übereinstimmend der Meinung, daß die hiesigen Beamten, sowie die Bevölkerung den Fremden persönlich niemals freundlicher gesinnt waren als gegenwärtig. In Nordchina besteht keine fremdenfeindliche Bewegung, die zu Feindseligkei- ten führen könnte. Die Unruhen in Kanton und Schanghai sind hier nid)t gespürt worden. Aus der Provinz Honan verlautet, daß Mttglte- der der großen Messergesellschaft eine Anzahl chinesischer Katholiken infolge örtlicher Streitig- feiten getötet haben.

Die Reichsvost beamten.

Die Denkschrift über die Anstellungs- und Desoldungsverhältnissi der Reichspostbeamten ist dem Reichstage auf sein Verlangen zugegangen. Es sollte der Nachweis geführt werden:

1. Welche Ungleichheiten in den Bezügen in­nerhalb derselben Unterbeamten-Klassen dadurch entstanden sind, daß den seit 1. April 1895 an- gestellten Unterbeamten Militärzeit und Probe­jahr nicht mehr angerechnet werden, und wie lange diese Uebergangszeit voraussichtlich dauert;

64 lNachdruck verboten.)

Die Brücke.

Roman von Willy Scharsii».

tstoriiowmg.l

Er sah zum Haus hin, erkannt« Margo und machte ein halb erstauntes, halb verdrießliches Gesicht. Im nächsten Augenblick aber rief er scheinbar erfreut:

.Ah, Sie hier, Fräulein Oertel? Das ahnte ich garnickst. Darf ich zu 7^..... F mimen gnädige

grau?';

Gleich, darauf saß er bei dm Frauen und plauderte in anregendster Weise. Ueber Margas Rückkehr schien er sehr erfreut zu sein, obgleich er in dem jungen Mädchen einen unerwünschten vielleicht sogar gefährlichen Beobachter sah. E sich deshalb auch von seiner harmlosesten

>Wie gut Sie es hier haben", rief er.Grün wnb VögA. Wenn ich in meinem Redakttons- Sgmmer Grünes schm will, muß ich mir eine Schussel Blattsalat fonrmen lassen. Aber hier Ist es wirklich schön."

*Wenigstens für bescheidene Gemüter", er- widerte ihm Hanns lächelnd.Man kann auch höhere Ansprüche machen. Ich find«, das Ge. täusch der Straßenbahn von der Friedenseiche ver tönt recht wie ein Mißklang in unsere Na- -ttirstille. Und die Menschenmassen."

.- Wie ist eS dagegen hübsch in Wilhelmsburg", Meinte Marga.

te diesem Augenblick trat Oertel in ine Tür. pr horte Steden sprechen. Der Mensch wurde «m von Besuch zu Besuch unangenehmer. konnte er ihn durch seine Gegentvart terscheuchm. So setzte er sich zu den drei, nahm 7^r an der Unterhaltung wenig Anteil.

2. welche Besoldungsverhältnisse für die höheren Beamten sich seit Einsührung der Personalreform von 1900 und im Vergleich zum früheren System der Besoldung nach dem DurchschnittSgehalt er- geben haben; 3. welche Mittel es erfordert, wenn allgemein int Bereich der Post- und Telegraphen­verwaltung die ersten Dienstaltersstufen von drei Jahren auf zwei Jahre abgekürzt werden.

Wie die Denkschrift bezüglich der höherm Laufbahn betont, hat die Zahl der zum Aufrücken in die höheren Dienststellen beredjhgten Beamten eine über dm Bedarf hinausgehende Zunahme erfahren, die Beförderungsaussichten haben sich infolgedessen verschlechtert. Die Beamten, deren Beförderung zum 1. April d. I. bevorsteht, wer­den voraussichtlich seit Ablegung der höheren Ver- tvaltmrgsprüfung ttn Durchschnitt zurückgelegi haben, beim Einrückm in eine Stelle als Bureau- beamte erster Klasse und Obersekreläre W2 Jahre bei der Post, V2 Jahr bei der Telegraphie, als Posttnspektorm und Telegrapheninspektoren 6'/,, bezw. 5n/n Jahre, als Ober - Postinspektoren IO8/!, bezw. 8%, Jahre, als Postdirektoren und TelegraphmdirÄtorm 11"/», bezw. 11'/», Jahre, als Posttäle 14 */»* bezw- 14*/», Jahre. In der mittleren Laufbahn wird zum 1. April 1906 nach der hn Etat pro 1906 in Aussicht ge­nommenen Stellmvennehrung das durchschnitt­liche Anstellungsdienstalter sich auf 5% Jahre stellen. Der dienstjüngste Assistant wird am 1. April 1906 die etotsrnäßige Anstellung fünf Jahre nach der Affistentmprüfung erlangen. Zum zweitm Punkte der Resolution hervorgehoben, daß bis auf weiteres Anwärter für die höhere Laufbahn nicht angenommen werden. Aenderun- gen in dm Besoldungsverhältnissen der höherm Beanttm hat das Reglement von 1900 nicht zur Folge gehabt. Die Vergleichung der Besoldungs- Verhältnisse vor und nach dem 1. April 1895, um die Wirkung des Dimstalterstufensystems in 93er- bindung mit der Verschlechterung der Beförde­rungsverhältnisse zu erkennen, stößt auf Schwio- rigkeiten; zum 1. April 1897 hat eine umfassende Besoldungserhöhung stattgefunden. Dis Fristen, in welchen nach dem Bestehen der höheren Ver- walttmgsprüfung die Durchschnittsgehälter er- reicht wurden oder werdm, haben sich seit 1895/96 zum Teil in sehr beträchtlichem Maße verlängett. Die Ober-Postpraktttantm haben im Dimstalterssttifensystem 17 605 023 Mark bezogen, würden aber, wenn ihr Gehalt nach dem früheren System geregelt wäre, 20 116 700 Mk. bezogen haben. Zum Punkt 3 berechnet sich der jährliche Mehrbedarf, toenn allgemein die ersten Dienstalterssttrfen von drei Jahre auf zwei Jahre abgekürzt würden, auf 11 700 000 Mark. Hierbei sind alserste Dienstaltersstufm" angenommen worden bei Besöldungsklassm mit 3 Stufen die erste Stufe, 4 und 5 Stufen die ersten beiden, 6 und 7 die ersten 3, bei 8 die ersten vier Stufen.

Die Konferenz in Algeciras.

Deutschland und Frankreich.

Algeciras, 19. Febr. In der von Deutsch­land erteilten Antwort wird der Vorschlag Frankreichs, nach der die vom Sultan aus.

Ja", meinte Rodm,mit Wilhelmsburg kann natürlich dies Haus nicht verglichen werdm, so schr ich Sie auch daruui beneide"

Sie kommen auch von der Charlottmstraße."

Und ich bin infolgedessen, was Naturschwär­merei anbelangt, ein bescheidener junger Mann. Sie gehen nattirlich dm Sommer über nach Wilhelmsburg?"

Selbstverständlich. Ich freue mich schon un­endlich darauf. Ich werde mein liebes, altes Haus mit derselben Freude begrüßen, wie stets nach langer Abwesenheit. Mir erscheint Villa Angen noch einmal so schön."

Ach ja", antwortet« Roden komisch smszmd. Was ist man doch für ein elender <5taubgebore­ner, daß man so etwas nicht auch kann. Es dauert wohl auch gar nicht mehr lange, bis Sie den Friedencmer Staub von dm Füßen schüt- teln?"

An das toann habe ich noch gar nicht ge­dacht. Aber das steht längst fest: der erste Mai ist der letzte Termin."

In diesem Augenblick bemerkte Frau Hanns, daß ihr Mann mit heftiger Bewegung dm Kopf schüttelte. Sie änderte sofort das Gesprächs, thema, nahm sich aber vor, bei erster Gelegenheit in aller Ruhe mit ihm dm Punkt zu besprechen. In Gegenwart dritter wollte sie nicht zeigen, es bestände eine Meinungsverschiedenheit zwischm ihnen.

An demselben Abend bot sich feine Gelegenheit dazu. Rodm blieb bis spät abends, dann beglei­tete ihn Oertel ein Stück Weges, als er zurück- kehrte, schlief Hanns schon.

Am nächstm Tage aber suchte -Oertel seine Frau auf, als er sie allein in ihrem Salon bei der Arbeit vermutete. Sie faß an ihrem Schreib­tisch und war so in ein Heft vertieft, daß er sich wabertoetenb ihr bemerkbar machen mußte. In

ztüvählendm Offizier« Fvattzosen und Spanier sein sollen, abgelehnt. Deutschland erklärt, daß der Vorschlag Frankreichs dem Prinzip der Jntemattonalisierung und der Gleichberechttgung aller Mächte in Marokko zuwiderlaufe.

Berlin, 20. Febr. DasB. T." erhält, wir eS behauptet, eine auf diplomatischen Informa­tionen beruhende Depesche aus Paris: Das ein­zige Mittel, zu einer Verständigung zu gelangen, lst gegenwärtig ein vermittelndes Eingreifen einer dritten Diacht. Eine solche Jntervmtion scheint nicht ganz ausgeschlossen.

Paris, 21. Febr. Nach einer Depesche arrs Algeciras lautet ein von einer neutralen Macht ausgehender Vermittlung^orMag dahin, daß die Hafenpolizei ans zivei Abteilungen bestehe, nämlich einer vorzugsweise mit Verwaltungsange­legenheiten und dem Verkehr mit dm auswärtt- gen Behörden zu befrauenben internationalen Beamtenschaft, in der auch Frankreich vertretm wäre, zweitms der Körperschaft ter Instruktoren, in der Frankreich und Spanien die gewünschten Vorrechte erhalten würden.

Prkfftpimmt».

Der LondonerDaily Graphic" äußert sich merkwürdig vernünftig: »Schlimm ist eS für Frankreich,daßdieStellung Deutschlands eine außerordentlich starke ist. Deutsch­land hat das internationale Recht auf seiner Seite, und die deutsche Regicrung die ganze Nation hinter sich. Die französische Regierung hat nichts von beiden. Ein Fehlschlagen der Konferenz würde Deutschland in keiner Weise schaden, sondern im Gegenteil den Einfluß der deutschen Flagge in Marokko sehr h:ben und damit den deutschen Handel stärken, der ge­wöhnlich der Flagge zu folgen pflegt. Auf der anderen Seite würde das französische Prestige sehr leiden und auch der Stellung der Republik in Algier schaden Wir für unseren Teil halten die deutschen Forderungen für unangebracht; ober wir find eher geneigt, den Staatsmännern einen Borwurf zu machen, die sie nicht kommen sahen und nicht bei Zeiten dafür sorgten, daß Deutschland die Möglichkeit genommen wurde, sie zu stellen, als diejenigen, die sie nun wirklich gestellt haben. Für diesen' Fehler der franzö' fischen Staatsmänner muß eine Buße gezahlt werden, und diese Buße wird in einem Kom­promiß zu finden sein, zu dem man sich tat­sächlich wohl schon entschlosien haben wird."

Es fehlt nicht an Bestrebungen, den loyalen Beistand, den Oesterreich dem verbündeten Deutschland leistet, zu kritisieren. Dabei bleibt Oesterreich aber durchaus im Rahmen seiner eigenen Jnteresien, während England sich mit feinem Vertrag mit Frankreich zuweilen damit abfindet, manche seiner Jntereffen aufzugeben. Alles was im übrigen über die Gruppierung der Mächte berichtet wird, ist Kombination. Weder Visconti Venosta, noch der amerikanische Vertreter White nehmen, abgesehen von den Interessen der eigenen Länder, eine prinzipielle Stellung gegen Deutschland ein.

dem eisigen Ton, den seine Stimme jetzt immer annahm, wenn er mit ihr allein war, sagte er:

Ich wollte Dir nur sagen, daß von einem am ersten Mai stattfindenden Umzug nach Wilhelms­burg keine Rede sein kann."

Sie blickte überrascht auf und war sich im ersten Augmblick nicht ganz klar über die Trag, weite dieser toenigen Worte. Als sie aber ein fin- sie res Gasicht sah unb die tiefe Falte zwischen seinen Augenbrauen, erblaßte sie leicht, dmn sie wußte nunmehr, was folgen würde. So sah er aus, wenn er in der Erregung nicht ganz Herr seiner Worte und auch seines Tuns war. Gerade deshalb blieb sie aber völlig ruhig, äußerlich we­nigstens, und erwiderte mit sanfter Stimme:

Wenn nicht zum ersten Mai, dann später. Es kommt mir doch auf ein paar Tage oder Wochm garnicht an."

Ueberhaupt nicht Nein! So ein Nest!"

Immer noch mit derselben sanften Stimme fragte sie:Du hast natürlich Deine Gründe da­für, darf ich sie nicht jetzt erfahren?"

Allerdings! Ich habe keine Lust, mich in dem elenden Nest zu begraben. Mit Graus denke ich an die Monate zurück und will keine Wieder­holung."

Und diese persönliche Abneigung gegen die kleine Stadt ist Dein einziger Grund? Aber das ist ja unmöglich. Unser Besitz liegt wie auf dem Lande."

Unser Besitz? Dein Besitz. Ich habe damit nichts zu tun. Ginge es nach mir, er gehörte Dir längst nicht mehr. Ich bin jetzt mitten in der Arbeit. Meinst Du, ich hätte Lust, mich einfach heransreißen zu (offen und anzusehen, wic sie un­ter Deinem eigentümlichen Verlangen Schaden leidet?"

Ich sagte Die schon, daß ich ruhig Tage und Wochen toarte." ... -----

Zur Sage in Rußland.

Aus den Ostfeeprovinzeu.

Die Lage in den baltischen Provinzen ist immer noch gefahrdrohend und von einer dauernde» Wiederherstellung geordneter Zustände kann noch feine Rede sein. Die Ruhe ist nur überall dort, wo Militär zur Niederwerfung am Platze er­scheint, tatsächlich hergestellt und dauert auch an. solange das Militär am Tatort verweilt. Sobald eS aber den Rücken wendet, beginnt die Rache der Letten und Esten, die sich gegen die Besitzer richtet, wieder aufzuflammen, da unter dem letti­schen und estnischen Volk die Ansicht stark ver« breitet ist, die Gutsbesitzer hätten selbst das Mi« litär gemietet, um die Strafexpeditionen auszu­führen. Wahrhaft verziveifelt gestaltet sich da« durch die Lage der Gutsbesitzer wie der deutschen Intelligenz überhaupt. Nach Abzug des Mill« tärs aus Südlivland wird ein schauerlicher Rache­akt der Revolutionäre gemeldet.

Beim Eintreffen des Militärs in Sissegal wa­ren alle Revolutionäre in die umliegenden dich­ten Wälder geflüchtet. Sobald das Militär ab­gezogen war, kamen jene wieder hervor. Das Gut Essenhof wurde von einer revolutionären Bande umzingelt. De-r Bewohner Schagar hatte zufällig noch zwei Herren zum Besuche: sie eröff­neten ein Feuer gegen die Revolutionäre, da? sechs Stunden anbauerte. Dann wollten die An­greifer das Haus anzünden, was nicht gelang. Nun krochen die Revolutionäre auf das Dach, öffneten es und warfen brennende Heubündel in die Wohnung. Die Frau Schagars sichte sie an, sie nebst den Kinde-rn lebendig aus dem Haus« herauszulassen. Die Bitte wurde abgeschlagen. Dann warf sie in ihrer Todesangst ihr jüngst«! Kind aus dem brennenden Hanse. Unter den Re. bolutionären befand sich auch der Lehrer deS Orts; ihm rollte gerade das Kind zu Füßen, doch meinte w gelassen, es könne als Sprosse Scha­gars ruhig umkommen. Indessen ließen sich einige der Revolutionäre durch den Anblick deS unglücklichen kleinen Wesens erweichen und ge­statteten der Frau Schagar nebst ihren Kindern freien Abzug, doch sollte ihr Mann unbedingt in den Flammen umkommen. Frau Schagar bat, wenigstens die notigsten Sachen, die sich im Schranke befanden, mitnehmen zu dürfen: nach langen Unterhandlungen wurde die Bitte ge- währt. Die Frau hatte im Schrank ihren Mann eingeschlossen, der von den ahnungslosen Revo­lutionären herausgetragen wurde. Auf dies« Weise gelang es ihm, dem sicheren Tode zu ent­gegen.

Verschiedene Meldungen.

Aschabad, 20. Febr. In der vergangenen Woche wurde während des BeiramsesteS General Dschurawek samt seiner Dienerschaft ermordet. Eingeborene sagen, daß es sich rur um einen persönlichen Racheakt handle.

Baku, 20. Febr. Der Jahrestag der ar­menisch-tatarischen Metzeleien vom Jahre 1905 ist entgegen den gehegten Befürchtungen ruhig verlausen.

Cherson, 20. Febr. Hier wurde in der Griechischen Straße eine Bombenfabrik entdeckt.

Ich aber sagte schon, daß ich überhaupt nicht will. Ich will nicht bei Dir zu Gast fein, wo"

Hans!" rief die Frau und fuhr von ihrem Sessel in die Hohe. In ihren Augen flammte es auf, sie preßte krampfhaft die Lehne des Schreibstuhltisches mit der rechten Hand.

Es ist überhaupt gut," fuhr er mit Hatter Stimme fort, daß wir einmal ins Reine kom- men. Du bist enttäuscht, und dem gibst Du seit langer Zeit nur zu deutlichen Ausdruck. Immer stellst Du Dich mir in den Weg, stets stößt Du mich zurück."

Sie sah ihn an, ihre Augen erweiterten sich. Sie verstand ihn nicht.

Wenn ich etwas geschrieben habe, findest Du es schlecht: habe ich einen Mißerfolg, kann ich Mr die Freude darüber wohl ansehen."

Hansl" schtte sie auf,das ist ja Wahnsinn1«

Nein, aber Wahrheit. Ohne mich zu fragen, schreibst Du für ein haarsträubendes Blatt und kchrst Dich gar nicht an meinen Wunsch, das nicht

zu tun."

Es ist kein zweiter Artikel erschienen."

So steht er in Aussicht. Meinst Du denn, dte häufigen Besuche von Roden, seine Heimlichtuerei, sein hin und her gäbe mir nicht ju benrenl Das geschieht doch wegen Miner Schriftstellere^ hoffentlich! Denn an einen anderen Grund zu denken, habe ich bis jetzt nicht gewagt."

Hanns wurde blaß, dann stieg ihr eine helle Röte in das feine Gesicht bis zu dem braune» Haar und sie fagte nun hart:

Schon das ist ehre Beleidigung, die"

Rege Dich doch nicht auf! Und jetzt etk klärst Du kaltblütig. Du wolltest von hier fort wo ich allein arbeiten kann. Daneben aber müs­sen Deine kleinen Rücksichten schweigen. WÜl

Wortfetzung folgt.}

bleiben hier."