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rede Nach Sem hrermif foIgenSen Gesänge ftmrde der Sarg unter ikit Klängen ein^ Cho. rais von acht £;fixieren in die Kapelle getragen Und in dem Sarkophag nicder-efeßt. Die surft- sichen Tarnen und Herren begaben sich sodann mit Gefolge in die Kapelle, nach dem König und der Königin von Dänemark Kaiser Wilhrim. Nm Sarkophag hielt Hofprediger Paulli eine fnrje Trauerrede und vollzog das übliche Begräbnis, ritual, das mit Vaterunser und Segen schloß. Studentengesangvereine trugen einen für die Feier besonders verfaßten und komponierten Chorgesang vor, womit die Trauerfeier beendet war. Tie fürstlichen Herrschaften weilten einige Leit in der Kapelle, während die, in der Nähe des Domes aufgefehrene Batterie einen Tranersalnb und die Infanterie drei Salven abgab. De strstiichen Herrschaften fuhren sodann nach dem Bahnhof, Kaiser Wilhelm in demselben Wagen mit dem König von Dänemark. Um 4 Uhr 20 Min. ging der Sonderzug der fürstlichen Herr, ^haften ab.

Kopenhagen, 18. Febr. Don 2 Uhr ab bis zum Schluß der Beisehungsfeier in Roeskilde gaben die Forts Trauersalut ab. Auch der deutsche KreuzerAriadne" feuerte Trauersalut. Nm 4 Uhr 50 Min. trafen Sie fürstlichen Herr, schäften mit Sonderzug von Roeskilde ein, und sichren alsbald nach Amalienborg, vom Publi- nun ehrfurchtsvoll begrüßt.

Kopenhagen, 18. Febr. Der Sonderzug Mit Kaiser Wilhelm und König Frederik und )en übrigen Fürstlichkeiten traf um 4.50 Uhr hm Roskilde hier ein. Kaiser Wilhelm und König Frederik fuhren vom Bahnhofe zum Freihafen, in einem zweiten Wagen folgten der dänische Kronprinz, Prinz Harald und Prinz Waldemar. Die übrigen Mitglieder der königlichen Familie vnd Gäste begaben sich nach Amalienborg. Am Hafen war eine große Menschenmenge ver­sammelt. Auf dem PanzerschiffPreußen' waren längs des Verdecks Hunderte von elek­trischen Lampen angebracht, am Hintersteven leuchtete ein mächtiges Schild von roten und weißen elektrischen Lampen, welche den Namens­zug Kaiser Wilhelms und König FrederikS in­einander geschlungen bildeten. Der Kaiser und der König gingen an Bord und schritten die Front der ausgestellten Ehrenwache ab. Am Fallreep wollte der König Abschied nehmen, aber der Kaiser ging mit ihm an Land und geleitete ihn zu dem wartenden Wagen. Hier nahm der Kaiser sehr herzlichen Abschied von dem König und den übrigen Anwesenden. An Bord zurückgekehrt, verabschiedete sich der Kaiser von den Offizieren, die bei ihm den Ehrendienst geleistet hatten. Wenige Minuten vor 6 Uhr wurde die Illumination an Bord der .Preußen' gelöscht. Das Schiff begann aus dem Hafen hinauSzufahren. In diesem Augenblick brach die Menge an Land in Hurrarufe aus. Der Kaiser ließ die elektrischen Lampen wieder an­zünden und winkte der Menschenmenge wieder­holt zu.

Zur Lage in Rußland.

Wie un§ der Hilfsausschuß für die not­leidenden Deutschen in Rußland (Berlin SW. 11, Deffauerstraße 30) mitteilt, sind bis zum 10. Februar insgesamt 331399,87 Mk. eingegangen.

Melekes (Gouv. Samara), 18. Februar. Gestern wurde ein Kongreß von Mitgliedern der muselmanischen Geistlichkeit abgehalten; eS wurde beschloffen, für die unverzügliche Ver­wirklichung deS Manifestes vom 30. Oktober einzutreten und den Grafen Witte um Zu­lassung der Muselmanen zu den Wahlen zur Reichduma zu bitten.

Sewastopol, 18. Februar. Admiral Tschuchnin hat für politische Prozeße daS Recht, Kassation einzulegen, aufgehoben.

Sewastopol, 18. Febr. DaS Kriegs­gericht beendete gestern den Prozeß gegen die Meuterer von dem PanzerschiffKnjaeS Potem- Kn*. Es wurden verurteilt drei Matrosen Jum Tode durch den Strang mit Begnadigung u 15jähriger Zwangsarbeit, ferner zu Zwangs­arbeit von 7, 12 und 20 Jahren je ein Ma­trose, zu zweijähriger Zwangsarbeit 9 und zu einjähriger 23 Matrosen. Ferner wurden ver­urteilt ein Arzt, ein Unteroffizier und ein Fähnrich zum Dienstausschluß, die beiden ersteren mit, letztere ohne Rangverlust und ein Ingenieur zur Verabschiedung auf dem DiSziplinarwege. ein Unteroffizier und 24 Matrosen wurden freigesprochen.

Deutsches Reich.

B e r l i n, 20. Februar.

Seine Majestät der Kaiser passierte an Bord der .Preußen' aus der Rückkehr von Kopenhagen «stern Montag nachmittag 3 Uhr Korsoer. Dir Schiffe ankerten diese Nacht in der Morstalbucht. Heute erfolgt die Ankunft in Kiel.

Das Kronprinzenpaar wird am 24. d. M. nach Berlin übersiedelir vnd nach Beendigung der Hochzcitsfeierlichkeitcn in Berlin wieder nach Pots, tarn zurückkchren. Der ursprünglich geplante längere Aufenthalt in dem jironprinzlichen Palais in Berlin ist hiernach für diesen Winter aufgegeben.

Prinz und Prinzessin Eitel Friedrich werden nach ihrem Aufenthalt in Hubertusstock, wo ebie Flitterwochen verleben werden, am 20. März Potsdam ihren Einzug halten, um in der Billa Liegnih Wohnung zu nehmen. Seiten» der Stadt Potsdam werden Veranstaltungen für einen feierlichen Empfang getroffen.

Eine Amnestie soll, wie verlautet, au8 Anlaß der silbernen Hochzeit de» Kaiser- paare» in Kraft treten. Ohne Rücksicht auf den Charakter der Straftat soll mit Wirkung vom 27. Februar an ein Straferlaß gegen diejenrgen Berur» tcilten eintreten, gegen welche wegen eine» Vergehens einer Uebertretung auf eine Gefängnisstrafe bis zu 6 Wochen, auf eine Haftstrafe bi» zu 6 Wochen E: ans ein» Geldstrafe bi» in 150 Ml. erkannt ist.

Frage kommen diejenigen verurteilten, gegen die Strafen noch nicht vollstreckt find. Diejenigen, beim Erlaß der Amnestie bereit» in die Ve» niu der eenen sie erkannten Gefängnis- oder

Haststrafe elvgetreten sind, werden. soweit fi, von der Amnestie berührt werben, am Tage des Erlasse» noch aus der Hast entlasten.

Eine interessante Beurteilung de» Bundes der Landwirte, die weil von sozial­demokratischer Seite herrührend besonders wegen ihrer Objektivität auffällt, findet sich in der Wochenschrift Plutus', deren Herausgeber G. Bernhard in An- knüvsung an die kürzlich abaehaltene Generalder- verfammlung des Bunde» sich folgendermaßen äußert:

.Man darf dem Zeitungsleser nicht cinreden wollen, daß diese ZirkuSparade das innerste Wesen de» Bundes bloßlege. Und man darf weiterhin die Landbündler nicht durchaus als eine verkommene Rotte von egoistischen Gewaltmenschen hinstellen wollen. Die Tatsache ist nicht mehr fortzuleugnen, daß der Bund der Landwirte die berufene Or­ganisation einer großen 8rwerb»klasfe sst. Er bedeutet heute für oie Landwirte ge­nau dass elbe, was die Zentralorgani» sativn der Gewerkschaften den Arbeitern ist i . . Der Landwirt kämpft um hohe Getreide- preise genau mit dem gleichen Recht, wie der Arbeiter um hohe Löhne/

Nach einer Volkszählung von 1930 wohnten in Deutschland 750 Chinesen und 48o Japaner. Seither hat die Zahl der Japaner außer- ordentlich zugenommen. Wir einer Berliner Zeitung von glaubwürdiger Seite mitgeteilt wird, sollen gegenwärtig 8000 bis 4000 Japaner in den verschiedensten Gegenden Deutschlands leben. Genauere Angaben darüber wird die letzte Volkszählung ge­liefert haben. Man sieht aus diesen Ziffern, daß der kleine .Yap' sich bei un» sehr, stark etniuniRen be­ginnt, weil es 4ür ibn eben in Deutschland noch manches ,zum Absehen gibt.

Parlamentarisches-

Deutscher Reichst ag.

Berlin, 19. Februar»

Der Reichstag setzte heute bei schwachem Besuch die zweite Lesung des Etats des Reichsamts de» Innern fort. Beim Kapitel .Reichsverficherungsamt' nahm Abg. Frhr. von Richtbofen (kons.) zu der Frage der Beseitigung der klemm Renten Stellung. Namens seiner Freunde erklärte er mit Bestimmt­heit, daß sie gegen diese Beseitigung seien. Abg. Fröhlich (dtsch. Resp.) forderte stärkeren Schutz für die landwirtschafüichen Arbeiter und die Heimarbeiter. Nach weiteren Bemerkungen der Abg. v. G e r l a ch (fr. ®gg.), Hörsten (Soz) und Stadthagen (Soz.) betonte Staatssekretär GrafPosadowrkh, Renten sollen nur für wirkliche Schäden gezahlt werden. DaS Festsetzungsverfahren mfiffe verbessert Werdern Abg. G i e 8 b e r t s (Sent.) bat um Ausstellung einer Lohn­statistik. Abg. Mugdan (frf. Vp.) schlug vor, die Schiedsgerichte von Den Landesversicherungsanstalten zu trennen. Abg. Erzberger (Cent.) tadelte, daß die Sozialdemokratie um feben Prei» Opposition treibe. DaS Zentrum habe schon manchmal mehr für die Arbeiter tun können, wenn es die Unterstützung der Sozialdemokratie gesunden hätte. Beim Kapitel .Kanalamt' verwies Abg. Dr. Arendt (Rp.) auf die jetzigen Jagdverhältnissen an den Ufern bei Kaiser Wilhelm»kanals, an denen ein breiter Streifen der jagdlichen Benutzung entzogen fei. Dies werde von den Anliegern al» Härte empfunden. Staat», sekretär Graf VofadowSkh erwiderte, auf dem fraglichen Streifen Landes feien Telephon und andere wichtige dienstliche Einrichtungen angebracht, diese dürfen durch die Jagd nicht gefährdet werden.

Eine Reihe von Kapiteln wurde ohne wesmtliche Debatte erledigt. Dienstag 1 Uhr Fortsetzung

Preußischer Sanbfag.

DaS Abgeordnetenhaus begann heute die zweite Lesung des Entwurfs zu einem Kreis- und Provinzial- abgabengesetze. In der nach der Beratung von 6 1 verbundenen allgemeinen Besprechung erklärten sich die Abgg. v. Hehking tkons.), Graf Spee (Ztr-) und Dr. Berndt (al.) mit den Kommissionsbeschlüssen im wesentlichen einverstanden, während die Abgg. Hyßling (frf. Dp.) und Wolff - Liffa (frf. Dag) mannig'ache Bedenken vortrugen. Hingegen bat Abg. Frhr. v. Zedlitz (ftf.) zu der früheren Gepflogenheit zurück- zukehren und bei der zweiten Lesung von einer all­gemeinen Besprechung abzusehen. Zu einer längeren Erörterung kam es bei § 6, der die Kreistage befugt, indirekte Steuern zu legen auf den Erwerb von Grundstücken und auf da» Halten von Hunden. Die Kommission hatte diese Befugnis noch auf den Erwerb der Erlaubnis zum ständigen Betriebe von Gastwirt­schaften ausgedehnt und diese Bestimmung wurde lebhaft umstritten, schließlich aber doch angenommen; Weiter gelangte zur Annahme ein Antrag des Abg. v. Ditsurth 'fonf), nach dem bei der Steuer auf Er­werb von Grundstücken durch die Steuerordnungen einzelne Erwerbsarten steuerfrei bleiben können und der Erwerb durch Erbgang, Vermächtnis, Gutsüber' gabebetlrag (Altenteilsvertrag) zwischen Aszendenten und Deszendenten und Enteignung frei zu lasten ist. Der Rest der Vorlage gelangte im wesentlichen in der Faffung der Kommissionsbeschlüsse zur Annahme.

Deutsche Kolonien.

SÜdweftasrika. Für den Zweck der Be­ruhigung Südwest-AfrikaS hatte der Gouverneur v. Lindeqaist von vornherein die Mithilfe der Missionen in Anspruch zu nehmen beabsichtigt. Demgemäß hat er schnell mehrere Entscheidungen zur Misfionsfrage getroffen. Da die evangelische Mission alle von ihr getauften Christen für sich in Anspruch nimmt, handelt eS sich bei der zutreffenden Regelung um die Missionierung der noch keiner Kirche angehörenden Heiden, die sich augenblicklich in den Gefangenkraalen befinden. Nach eingehender Besprechung der Missionare beider Konfessionen mit dem Gouverneur einigten sich die Parteien vorläufig dahin, daß die evangelische Mission an dem einen und die katholische am anderen Sonntag im Gefangen­kraal Gottesdienst abhält. Während der Zeit diese? Provisoriums dürfen keine Heidentaufen vorgenommen werden. Ferner handelt eS sich um die Verteilung der Waisenkinder. Als Waise gilt jedes Kind, das weder Eltern noch sonst nahestehende Verwandte hat. Falls der Begriff nahestehende Verwandte seitens der einen Partei zu weit ausgedehnt werden sollte, um daraus den größtmöglichen Vorteil für sich auf Kosten des anderen zu ziehen, behält sich das Gouvernement die Entscheidung vor. Die Kindersrage ist also schon jetzt als endgiltig entschieden anzusehen.

Kamern«. liebet den zur Rechtfertigung nach Berlin citierten Gouverneur von Kamerun, JeSko v. Puttkamer, werden immer mehr kom­promittierende Meldungen gemacht. Wie au» zuverlässiger Quelle verlautet, find Abgeordnete

17000 cbm Bodenmaffe, mittlere Transport-

. 57912 Mk. . 41212 , . 37451 .

30975 Mk.

21240 ,

20045 ,

weite ungefähr 1200 m. Busch-Marburg . .

Schneider . .

weite ungefähr 1000 m. Busch-Marburg . .

Schneider . .

Jahncke-Hamburg

Stelling & Kubatscheck-Spandau 30128 ,

O. Schmidt & Co.-Leipzig . . 35242 , Los II. Neubaustraßen im Nordviertel, rund

Jahncke-Hamburg

Stelling & Kubatscheck-Spandau 12 584

O. Schmidt & Co.-Leipzig . . 14 650

* Eine außerordentliche Feldpost ist naditräg. lich zum 28. Februar in Aussicht genommen toor< den. An diesem Tage gehen voraussichtlich wie­der zwei Sonderdampfer nach Südwestafrika. Die Woermann-Linie hat dafür die Dampfer Professor Woermann" u.Eduard WoermannE bestimmt. Die Dampfer sind Ende März in Swakopmund. Die Besördenmgsgelegenheit wird natürlich auch von der Feldpost für Briefe wie für Pakete benutzt. Feldpostbriefsendmiqen müssen in Berlin spätestens am Tage vorher, von entfernteren Orten 2 Tage vorher anfgeliejert werden. Nach telegraphischer Meldung ist der DampferErna Woermann" in Swakopmund am 9. Februar eingetroffen. Der Dampfer hatte Hamburg am 18. Januar verlassen. Die Feld­post von diesem Tage ist also jetzt im Schutzgebiet und wird, da die Verbindungen jetzt sicherer sind, in den Händen der Empfänger sein.

§ Für Pserdkhrfitzrr. Die Königlichen Be- schaler werden am 28. Februar aus Station Amönau, Ebsdorf und Marburg ein­treffen. Das Nähere wird im nächsten Kreis- blatt bekannt gegeben.

Literarisches. Der Inhalt der Nummer 4. des .Heff-nlanb' ist folgender: .Das große Ja. Gedicht von M. Herbert. .Ein Menfchenherz bricht nicht fo leicht', Gedicht von Hedwig Hardt. Zoll uno Schmuggel in Hessin im 1& und 19. Jahrbnnderü von A. Woringer. Brief eine» Hellen au» der ZeÜ de» englifch - nordarnerikanifchen Krieg», von Fr« Maurer; Lukrezia, Novellette do« H^-EeH?'2orva« Au» Heimat und Fremde. Hessische Bücherschau.

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Driginalartilel ist gemäß » 18 lei Urheberrecht» nur mit der deutlichen Quellenangabe

.Oberheff. Mg." geftaHetJ

Marburg, 20. Februar.

8 Akademischer Gottesdienst wird am Sonntag, 25. Februar in der reformierten Stadt- und Universitätskirche ab gehalten. Die Predigt hält Konfistorialrat Prof. D. AcheliS.

* Universität. Der Bibliothekar an der hie­sigen Universitäts-Bibliothek Dr. Reinhold ist in gleicher Eigenschaft an die Universitäts-Bibliothek in Bonn versetzt und der Bibliothekar-Assistent Dr. Leder hier zum Hilfsbibliothekar ernannt worden.

8 ArrztlicheS. Die Gesuche um Zulassung rur ärztlichen Vorprüfung find bis zum 26. Februar an den Vorsitzenden der Kommission für die ärztliche Vorprüfung einzureichen.

8 Forttildltntzstztrtln. In der gestern Abend abgehaltenen Generalversammlung deS Fort» bildungSvereinS erstattete zunächst der lang­jährige Vorsitzende, Geh. Reg. Rat Professor Dr. Westerkamp, einen Jahresbericht. Er wies u. A. auf die zahlreichen gut besuchten Vorträge und die fleißige Benutzung der Vereinsbibliothek hin. Der Zeichenunterricht wurde im vorigen Jahre durch Bildhauer L. Schmidt und in diesem Jahre durch Lehrer Chsel gegeben. Neber die Fortschritte und Resultate dieses wichtigen UnterrichtSzweigeS wird die demnächstige Aus­stellung der Zeichnungen im Vereinslokal Zeugnis ablegen. Bezüglich deS Stiftungsfestes war von einigen Mitgliedern angeregt worden, dies in etwas größerem Maßstabe zu feiern. Man nahm davon Abstand, legte jedoch den Mit­gliedern an Herz, durch geeignete Vorträge usw. daS Stiftungsfest verschönern zu helfen. Die nunmehr erstattete Rechnungsablage ergab folgen­der Resultat: Die Einnahmen betrugen 1311,69 Mark, die Ausgaben 1212,11 Mk. Laut Statut hatten die Vorstandsmitglieder Geh. Rat Prof. Dr. Westerkamp, Dr. Maurmann, Lohgerber Weintraut und Korbwarenhändler Barth auS« zuscheiden. Sie wurden sämtlich mit Ausnahme deS Dr. Maurmann, der Verzicht leistete, wieder­gewählt. An dessen Stelle wählte man Prof. Dr. Schückiug in den Vorstand.

* Kirchenkonzert. Das von Herrn Shififalien- Händler Chr. Lorch am Sonntag Abend in der Reformierten Kirche veranstaltete Konzert hatte trotz der Karnevalszeit einen Verhältnis- mäßig guten Besuch aufzuweisen. Das ist um so erfreulicher, als die Leistungen der Mitwirken- ben, die nur zum kleinsten Teil aus Berufs- musikern bestanden, fast durchgängig sehr ^be­achtenswerte waren. Herr Gies gab zunächst mit Bach's Toccata D-moIl für Orgel dem Abend eine machtvolle Einleitung und versetzte Me Hörer von vornherein in weihevolle Stim­mung. Mr freuten uns, Herrn Gies, den wir bisher nur als Pianisten kannten, auf diesem seinem ureigensten Gebiet hören zu können; es war ein großer Genuß seinem Spiel zu lauschen. In Herrn B r e i d i n g - Cassel lernten wir einen Bariton von äußerst sympathischer Weich­heit und Färbung kennen. Da der Herr, wie «q scheint, vorerst nochNatur"'sänger ist, so mangelt ihm noch öfters das Rein-Technische um seine schönen Mitteln zur, vollen Geltung zu bringen; doch glauben wir ihm. falls er in, die rechten Hände kommt, eine hübsche künstlerische Entwicklung Voraussagen zu können, zumal er äußerlt musikalisch zu sein scheint, was er später als Dirigent des Streichorchesters bewies. Am besten gelang Herrn Breiding entschieden: Höre Krael auSMas". Das Streichorchester, daS Herr Lorch eigens für dieses Konzert aus Musikfreunden zusammengestellt hatte, hielt sich den ganzen Abend recht wacker; kleine Schwan­kungen sollen ihm nicht zu schwer angerechnct werden. Interessant war es uns bei dieser Ge­legenheit zwei Instrumentationen von Chr. Lorch zu hören: Rüssels Paradisi Gloria de Haydn und Adagio aus Haydn's Streichquartett op. 78 für Orgel und Streichorchester. Beide Instrumentationen verrieten den .. feinsinnigen Musiker, dessen voller Celloton übrigens im

Chi erriet? einige Male prächtig herborivcck. Schluß der orchestralen Darbietungen bildete tänbclS Halleluja a. d. Messias (für Orgel und treichorchester), das befonder» durch Herr» Gies an der Orgel zu einer starken und angret« senden Wirkung gebracht wurde. Nicht uner­wähnt soll auch die feinsinnig« und diskrete Be­gleitung der Sologesänge durch -Herrn Gies blei­ben. Statt des auf dem Programm vorgesehenen Brandenburg. Konzertes fjorten wir ein Largel aus Bachs Sonate für zwei Violinen, doch könnt« man mit dem Tausch immerhin zufrieden sein, da die beiden ausführenden Herren ihrer Aufgabe in bester Weise gerecht wurden. Eine sonst noch mitwirkende Sopranistin wird zunächst sehr viel lernen müssen, ehe sie aus eine ernsthafte Kri­tik Anspruch erheben kann. Hoffentlich werden die Erfolge des gestrigen Abends die Mitwirkcn- dön ermutigen, uns auch in Zukunft mit ihren Darbietungen zu erfreuen. Wie wäre es, wenn die Herren des Streichorchesters sich zu einem kleinen Orchesterverein zusammenschlössen? Rrotf allen anderen hiesigen Konzertunternchmen, wär« den sie beste AuSsickst auf Erfolg haben. 8.

* Wirütkgtwählt wurde laut Amtsblatt der König!. Regierung der bisherige Kaffenanwalt für die Bezirks-Witwen- und Waifenkasse für die Hinterbliebenen der Lehrer an öffentlichen Volksschulen deS Regierungsbezirks Cassel, Landrat, Geheime RegierungSrat von Dehn- felser Caffel, für die am 1. April dS. IS. be­ginnende neue 6 jährige AmtSperiode durch Be­schluß deS LandeSausschuffeS vom 15. Jan. d. I.

* Schulfreier Tug. Der Minister der geistlichen rc. Angelegenheiten hat verfügt, daß am 27. Februar zur Feier der silbernen Hoch­zeit deS Kaiserpaare» der Unterricht in allen Schulen Preußens ausfüllt.

+ Lund deutscher Rilitärnnwärtrr. Der Marburyer Zweigverein des Bunde» deutscher Militäranwärter beging am Sonntag, 18. Februar im Saale des Restaurant Stiel bei außerordentlich starker Beteiligung etwa 150 Personen seine diesjährige Kaisers- geburtLtimSfeier, verbunden mit Familienabend. Der 2. Vorsitzende, Inspektor BauersachS, be­grüßte die Anwesenden mit warmen Worten und dankte ihnen für ihr zahlreiches Erscheinen. Fräulein Kätelhön sprach einen der Feier ent­sprechend gehaltenen Prolog, der vielen Beifall fand. Die Festrede hielt der 1. Vorsitzende, Ober-Postafsistent Diebel. Er hob die hohen Herrschertugenden unseres Kaiser? hervor und feierte ihn als Friedensfürsten. Insbesondere forderte er die Vereinsmitglieder auf, als alte Soldaten treue Kameradschaft zu üben und zu pflegen und unseren Kaiser irn Kampfe gegen die Feinde der staatlichen Ordnung treu zur Seite zu stehen. Zum Schluß brachte er da» Kaiferhoch au», in da» die Versammelten be­geistert einstimmten und daraus die National­hymne sangen. Da? reichhaltige Programm bot mit verschiedenen Vorträgen und Theater­stücken angenehme Abwechslung. Namentlich ernteten ein Violinsolo,Schwäbisches Volks» lieb', vorgetragen von Ober-Postafsistent Brunst und Sohn, ein Pistonfolo,. vorgetragen von Ober-Poftasfistent Sauerwein,unb ein einaktiger militärischer Schwank,Tingel - Tangei im Manöver' rauschenden Beifall. Der übrige Teil des Abends verlief in ter gemütlichsten Weife und fand in einem Tänzchen einen fröh­lichen Abschluß.

8 Submisfi-uedlüteu gab es bei den Angeboten für die Auffüllungsarbeiten der neuen Straßen. ES gingen, wie man uns mitteilt, folgende Angebote ein:

Los I. Neubaustraßen im Südviertel, rund 39 000 cbm Bodenmaffe, mittlere Transports

be» Reichstag» und Mitglieder der Budget- kommisiou im Besitze weiteren Material» über den Gouverneur, da» ebenfalls der Prüfung unterzogen werden und für die Beurteilung der Puttkamerschen Regierungspolitik in Kamerun ins Gewicht fallen dürste. Eine dieser Be­schwerden geht der Frankfurter Leitung zufolge dahin, daß der Gouverneur einer bekannten deutschen Handelsgesellschaft in Kamerum ein Handelsmonopol auf Kosten der eingeborenen Bevölkerung erteilt habe. Ferner wird eine Paßangelegenheit vorgebracht, bei der es sich um daS ewig Weibliche handelt. Herr d. Putt­kamer erfreute sich der Gesellschaft einer ,®ame' und beauftragte einen seiner Beamten, einen Paß für diese auszustellen auf den Namem Freiin v. Eckstein. Der Beamte weigerte sich, dies zu tun, worauf der Gouverneur selbst den Paß auSstellte. Endlich soll Herr v. Puttkamer am letzten Tage feiner Regierungtztätiakeit in Kamerum einen Haftbefehl gegen den Prinzen Akwa angeblich als Verfasser der Kameruner Beschwerdeschrist erlassen haben. Der schwarze Prinz sollte sofort in Altona verhaftet und mit dem am 10. d. M. nach Kamerun abgegangenen Wörmann-Dampfer nach Tuala transportiert werden. Der Plan scheiterte aber. DaS Aus­wärtige Amt erhielt Kenntnis von dem Haft­befehl und versagte ihm seine Bestätigung.

Karolinen. Nach einer imNeichsanzei-ger" publizierten Verordnung vom 18. Januar d. I. wird das Schutzgebiet der Marschall-, Brown- und Providence,Jn'eln am 1. April 1906 mit dem Jnfelgebiet« der Karolinen, Palau und Marianen vereinigt. Zu demselben Zeitpunkte tritt an Stelle des Obergerichts in Jaluit das Obergericht in Herbertshöhe.