mit
und Kirchhain.
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Marburg
Dienstag, 20. Februar 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal,
Druck und Verlag' Ioh. Äug. Koch, NniverfitStt-Buchdruckerei 41. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
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Neueste Telegramme.
Berlin, 17. Febr. Der zum Staatssekretär deS Auswärtigen Amts ernannte bisherige außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister in Hamburg Wirkt. Geh. Rat v. Tschirschh und Bögendorff hat die Leitung deS Auswärtigen Amts übernommen.
Berlin, 19. Febr. Dem Reichstage ging eine Denkschrift über die AnstellungS-, Beför- derungs- und Besoldungsverhältnisse der Beamten und Untrrbean'.ten der Reichspost- und Telegrapbenverwaltttng zu.
Berlin, 17. Febr. Der Bundesrat stimmte in seiner heutigen Sitzung dem Entwurf eines Gesetzes wegen Aenderung einiger Vorschriften des ReichSstewpelgesetzeS zu.
Hamburg, 18. Febr. Der Kaiser charterte für sechs Monate (?) den Paketfahrt-Schnelldampfer .Hamburg" anstelle der im Umbau befindlichen „Hohenzollern".
Rom, 17. Febr. Die päpstliche Enzyklika an die französischen Katholiken verdammt die Theorie der Trennung der Kirche vom Staat, tadelt insbesondere scharf das vom französischen Parlament beschlossene TrennunSgesetz, schließt mit einem warmen Appell an die Bischöfe, die Geistlichkeit und das französische Volk, und ermahnt diese zur Einigkeit bei der Verteidigung der Religion.
Petersburg, 17. Febr. (Petersb. Tel.'Ag.) Nach telegrafischer Meldung auS Loschagoi fand gestern die Uebergabe des Kommandos über die russischen Truppen im Fernen Osten von feiten des Generals Lenewitsch an den General Erodekow statt.
Sottlnm, 17. Febr. Lord Roberts hat als Präsident der national Service league ein Manifest erlassen, worin erklärt wird, daß die Liga die Verpflichtung eines jeden wehrfähigen Mannes im vereinigten Königreich zur Einberufung zum Militärdienst im Falle der Not befürworte, sowie daß alle Wehrfähigen, um hierzu geeignet zu werden, beim Erreichen des entsprechenden Alters zu einer drei bis viermonatigen militärischen Uebungszeit im Jahre gesetzlich verpflichtet würden. Auch befürwortete er die Einrichtung eines militärischen Unterrichts in den Schulen. — Sämtliche liberalen Blätter erklären sich entschieden gegen die Einführung einer solchen Abart der allgemeinen Wehrpflicht.
Loudon, 17. Februar. AuS Caracas wird Iber Willemstad und Cura^ao gemeldet, daß die kriegerischen Vorbereitungen in den Häfen zu Ende gediehen feien. Eine große Menge Munition sei dort eingetroffen, den Konsuln und anderen fremdländischen Beamten sei verboten worden, ohne Einholung behördlicher Erlaubnis an Bord von Dampfern in den venezolanischen Häfen zu gehen.
Die Beisetzungsfeierlichkeiten in Kopenhagen.
Kopenhagen, 17. Februar. Das Linienschiff „Preußen" mit dem Deutschen Kaiser au Bord ist heute Nachmittag 2 Uhr 20 Min. in den Hafen eingelaufen. Zwei deutsche Torpedoboote waren kurz vorher bei dem Zollamts angekommen. Ebenso ist der Kreuzer „Ariadne" hier eingetroffen und im Außenhafen von Anker gegangen.
Um 314 Uhr nachmittags legte das deutsche Linienschiff „Preußen" mit dein Kaiser an Bord am Kai des Freihafens fest. Als das Schiff unter dem Salut der Forts und des norwegischen Kreuzers „Tordenskjold" in dm Freihafen einlief, befand sich der Kaiser, der die Uniform eines dänischen Admirals trug, auf der Schanze. Die „Preußen führte die große Adiniralitätsflagge, die Kaiserstandarte und auf Halbmast deit Dano- brog. Um 3 Uhr 35 Minuten traf das dänische KLnigspaar iw Freihafen ein und gmg an Bord der „Prmßen", wo die Mannschaften Paiade- aufftellung genommen hatten". König Frederik trug die Uniform seines preußischen Husarm- RegimentS. Im Gefolge des Königs warm König Georg von Griechenland und König Haakon von Norwegen, beide in Admiralsuniform; dahinter schritten der dänische Kronprinz, die Prinzen Waldemar, Harald und Hans und Prinz Karl von Schweden, der Großherzog von Meck- lenburg^Schwerin und Prinz Albert von GlückS- burg mit Gefolge. Der Kaiser begrüßte dir Besucher am Fallreep. Nach der Vorstellung deS Gefolges begaben sich alle Anwesenden in den Speisesaal, wo eine Erfrischung genommen wurde. Um 4 Uhr nachmittags verließen die Fürstlichkeiten das Schiff und begaben sich nach Amalienborg zurück.
Kopenhagen, 17. Februar. Der deutsche Kaiser empfing nachmittags an Bord des Linienschiffes „Preußen" den Großfürstm Michael Alexandrowitsch und den Herzog Peter von Ol- denburg.
Kopenhagen, 18. Febr. Der Kaiser stattete gestem AbenL im Schlosse Amalienborg dem König Frederik einen Gegenbesuch ab. Er machte dann den hier weilenden fürstlichen Damm einen Besuch und nahm darauf an der FamilimtafÄ im Residenzpalais teil. Um 9 Uhr 40 Min. kehrte der Kaiser von Schloß Amalienborg nach dem Linienschiff „Prmßm" zurück.
Kopenhagen, 18. Febr. Heute Vormittag fand an Bord des deutschen Linienschiffes „Preußen" GstteSdinst statt, an dem auch die Herren des Ehrendienstes und der deutschen Gesandtschaft teilnahmen. König Frederik wird den Kaiser zur Fahrt nach RoSkilde abholen. Der Kaiser verlieh an die Umgebung deS Königs Christian eine Reihe von Auszeichnungen.
Kopenhagen, 18. Febr. Gegen 1 Uhr trafen Kaiser Wilhelm und König Frederik auf dem Bahnhofs ein und fuhren alsbald mit den übrigen fürstlichen Herrschaften nach Roskilde.
22 «Nachdruck Verbote«.);
Die Brücke.
Roman von Willy Scharlau.
(Fortsetzung.l
. „Aber feinen Weg, den ich nicht wünsche", rief OertÄ hefttg. „Wenn Du schon glaubst, toretben zu können und schreiben zu muffen, bitte, tch habe nichts bogegen. Aber nicht so "
. Keine Konkurrenz den Herren der Schöpfung. Paroon, ich wiederhole nur, was Roden zu mir wgle. Ich halte es übrigens nicht für ange- btW, lauter zu sprechen als es gewöhnlich geschieht."
„Roden! — Roden! Ich bedauere in der Tat, bag der Mensch in Deine Nähe gekommen ist."
„Ich nicht, — ich freue mich, in ihm einen wtüer zu haben, auf dessen Urteil ich etwas geoen kann und auch gebe."
Seit der Niederlage im Theater des OstenS argwöhnte Oertel in jeder harmlosen Redewon- oung eine Anspielung. So auch jetzt
„Krittsierm ist leichter als bessm machen", stchr er auf. „Meme Pflicht aber als Drin Dtann ttt es, Dich vor einem Absturz zu bewahren. — Wmn Du weiter schreiben willst, dann mußt Du aus der schiefen Bahn sehr bald unten anlangm. Ic-nny a line ist auch eine Arbeit, aber man fangt damit an und hört mit ihr auf."
<ytou Hanns schüttelte dm Kopf, während sie ihn groß ansah. Sie verstand ihn nicht.
.. wollt:' sie noch einmal betonen; daß
.ne mit Gewalt niemals zu zwingen sein würde, «nr durch Liebe.
„Lieber Freund", sagte sie. „Arif fchrift- generischem Gebiet trennen sich unsere Wege voll, •ommen. Unsere Ansichten sind verschieden, un
tere Begabung scheint verschieden, wir können eben jeder nur allein gehen,--so meinst Du.
— Und so werde ich denn allein gehen. Ich bedarf keiner Begleitung.
Einige Tage später sagte Hanns zu ihrem Gatten:
„Wir warm neulich beide in gereizter Stimmung, Lieber, und haben uns härter und schär- fer ausgedrückt, als gut war. — Wenn Du cS wünscht, werde ick Dir gern meine Arbeiten vorher zu lesen geben, — freilich —"
„Ob Tu meinen Rat befolgen wirst, ist eine andere Sache. Nein, — ich danke!"
„Aber Hans, wieder solche schroffe Ablehnung."
„Wozu denn immer wieder dieselbe Geschichte aufrührm. Du erkennst einfach mein eifriges Streben, meine Arbeit nicht an, und glaubst dagegen an ein Talent Deinerseits, von dessen Da- sein ich bis jetzt nichts verspüren tonnte. So meinst Du Dich wie Ikarus spornstreichs zur Sonnenhöhe aufschwingen zu können, — ohne die Kraft zu besitzen. Tarin liegt ein grundsätzlicher Unterschied, über den ich nicht fortkomme. Wirk- 'liches Talent hätte sich früher Bahn gebrochen. Wozu benn die Masse der schriftstellernden Fraum noch um eine vermehren?"
Jetzt gab es HannS Oertel auf, ihren Gatten zu einer anderen Ansicht zu bekehren; sie ging ihren eigenen Weg.
19. K a p i t« l.
Tr. Hanna von Lingen schrieb nicht weiter für Utopien.
In fast allen Blättern anderer Färbung tour- den die heftigsten Angriffe gegen fte laut, eine Zeitungsfehde war unvermeidlich, toemi fit auch nur auf einen deck Artikel aus dem feindlichen Lager antwortete. Sie tat es nicht.
Die Konferenz in Algeciras.
Paris, 17. Februar. Nach der „Libertö* überreichte Revoil gestern Abend dem Botschafter Radowitz das französische Memorandum über die Polizei in den marokkanischen Häfen. Man dürfte daraus schließen, daß die Verhandlungen nunmehr auf greifbarer Grundlage beruhen, doch bleibt es nach den hiesigen Eindrücken wahrscheinlich, daß Frankreich bezüglich der Teilnahme andrer Mächte an der Organisation der Polizei seine exklusive Haltung nicht verlassen wird.
London, 17. Febr. AuS Algeciras gehen widersprechende Nachrichten ein. Der Berichterstatter deS „Standard" bleibt indessen bei seiner im ganzen optimistischen Auffassung der Lage und wiederholt, daß der amerikanische Botschafter für alle Fälle in der Polizeisrage einen Vorschlag zur Güte bereit halte, daß aber naturgemäß dafür der beiderseitige Wunsch nach Vermittelung Vorbedingung sei. Bon anderer Seite wird betont, ein solcher Ausweg könne erst nach dem Scheitern der Konferenz denkbar werden, da vorher die Konferenz selbst die Ver- ir.itteluneSftetle sei.
Amsterdam, 16. Febr. Das Haagsche Korretpondentiebureau veröffentlicht folgende amtliche Mitteilung: „In manchen auswärtigen Blättern wird die Annahme geäußert, daß die Niederlande auf der Marokkokonferenz mit Deutschland Hand in Hand gehen würden. Derartige Berichte, deren Wert wir dahingestellt sein lassen wollen, können verkehrten Borstellungen Raum geben. Der Standpunkt der niederländischen Regierung als derjenigen eines Handelsstaates, der übrigens in der nordwestlichen Ecke von Afrika gar keine besonderen Jntercffen hat, wird von selbst durch die Tatsache der Mitunterzeichnung deS Madrider Vertrages bestimmt. Die niederländische Regierung wird jedoch selbstverständlich bereit sein, neben der Geltendmachung der auS diesem Vertrage für die Niederlande sich ergebenden Rechte, soviel in ihren Kräften steht, zur Beförderung deS Einvernehmens auf der Konferenz beizutragen."
Zur Lage in Rußland.
Petersburg, 17. Febr. Die Petersburger Telegraphenagentur verbreitet folgende Meldungen:
Kiew. Hier ist eine Bande, von acht Personen festgenommen worden, die von hiesigen Einwohnern mittels Drohbriefen, die „Anarchisten und Kommunisten" unterzeichnet, Geldbeträge für revolutionäre Zwecke erpreßten.
Warschau. Der Kassierer der staatlichen Branutwrinniederlage wurde am hellen Tage von bewaffneten Leuten angefallen und einer Summe von 4000 Rubeln beraubt.
Roden kam mit freudestrahlendem Gesicht und brachte Zeitungsausschnitte.
„Ganz das, was wir wallen", sagte er. „Mitten hinein getroffen haben Sie in das Wespen, nest, gnädige Frau. Sehen Sie, tote sie wütend umherschwirren. Das wird rin frischer, ftöhlicher Federkrieg, auf den das gebildete Deutschland sehen wird. Eine Freude und Herzstärkung."
Er schmeichelte ihrem Ehrgeiz, dom Drang nach vorwärts, dem Wunsch, bekannt zu toerden.
„Mit einem Schlage haben Sie erreicht, wozu andere ein Jahrzehnt gebrauchen. Nun können Sie kommen, Verlegern und Zeitungen Ihre Bedingungen stellen, — man wird Ihnen alles, waS Sie schreiben, nach naß ans der Hand reißen."
Hanna von Lingen wollt« darauf eingehen, Frau Oertel dachte anders. Diese schreckte zurück von den in jedem Kriege unvermeidlichen Brnta- litäteu und — dachte an ihren Gatten.
Gerade weil sie glaubte, diesem alle Schuld an dem zwischen ihnen bestehenden Riß beimessen zu dürfen, wollte sie selbst alles vermeiden, was die Gegensätze noch mehr verschärfen, die Kluft tiefer, eine Annäherung unmöglich machen könnte.
Standhaft wies sie alle Lockungen Rodens zurück und schwieg auf alle gegen sie gerichteten Angriffe.
Unerklärlich, dachte Roden. — Weshalb nicht?
War etwa gar eine Aussprache und Aussöhnung zwfichen den Gatten erfolgt? Der Gedanke war ihm äußerst zuwider; alle schölten Zukunftspläne fielen damit zusammen, und — er liebte Frau Hanns jetzt so leidenschaftlich, daß er um ihrert Besitz alles wagte.
Er spielt doppeltes Spiel, ein yä banque. War eine Aussöhnung erfolgt, nun —■ dann hatte
M 0 s k a u. Heute Abend wurde rin Hoch« schüler verhaftet, bei dem Bomben und Explosiv« ftoffe entdeckt worden waren.
Ussman (Gouvernement Tambow). Gestern Abend verschafften sich Räuber unter dem Vov- geben, Revisionsbeamte zu sein, Eingang in daL Staalskafsengebäude, töteten drei Beamte unä raubten 200 000 Rubel. Hierauf suchten sie das Weite.
Riga. Am hellen Tage wurde gestern «t der Aleranderstraße der Laufbursche einer hiesigen Fabrik von sieben bewaffneten Räubern angegriffen und ihm eins Summe von 11000. Rubel geraubt, die der Fabrik gehörten.
Kiew. Gestern Abend drangen im Zen- frunt der Stadt acht bewaffnete Manner in die Wohnung einer Rentnerin rin, erbrachen ihren Geldschrank und raubten 800 Rubel und Schmucksachen. Es gelang ihnen, sich und ihren Raub in Sicherheit zu bringen.
Biel 0 st 0 k. In dem Laden einesBarbiers der Liptowajastraße platzte heute eine Bcmtbe, ohne jemanden zu verwundett. Der Barbier wurde verhaftet.
Petersburg, 17. Febr. Im Ministemt soll trotz des Protestes des Justizministers, ber für eine umfassendere Entschädigung eintrat, beschlossen tvarben sein, in erster Reihe bloß die Wirtschaftsgebäude und das Inventar den geschädigten Gutsbesitzern durch die Krone zu vergüten. Der Hauptgrund zu diesem. Beschluß wurzelt in der Ansicht, daß die Krone jetzt kaum in der Lage ist, ihren allerdringendsten Verpflichtungen nachzukommen.
■■ =
Deutsches Reich.
Berlin, 19. Februar.
— keine Majestät der Kaiser ist, wie a« anderer Stelle schort ausführlich berichtet ist, a« SamStag Nachmittag 2 Uhr in Kopenhagen an* gekommen
— Prinz Adalbert, der Jett Dezember vorigen Jahres dem Frontdienst bei der aktive« Schlach'flotte durch einen längeren Erholungsurlaub und Verwendung im Reichsmarineamt entzöge« wurde, hat nach der Beendigung der Hochzeitsieier- lichkeiten am Kaiserhofe wieder den Dienst als Wach» osfizier auf dem Panzer .Preuß-rtt zu übernehme«.
— Die Eeneiung des GroßherzogS voa Baden hat in letzter Zeit fo erfieulicke Fortschritts gemacht, daß er in 'Begleitung der Großberzogin dis erste Ausfahrt in diesem Jahre unternehmen konnte.
— Man glaubt in Berlin nach der .Dtsch. Tztg.j, daß der Bundesrat sich in übernächster Woche mit den ReichStagSdiäten beschäftigen und daß dann die Vorlage in der zweiten Hälfte des Mär» oder doch vor der Osterpause dem Reichswae zugehe« würde.
— lieber die voraussichtliche Tattll der Reichs- fiuanzverwaltung schreibt die .Nationalltb. Korr., sie wurde genötigt, jetzt alle möglichen im Zusammen- hang mit der Beratung der Vorschläge der verbündeten Regierungen zutage getretenen Anträge aus den Grad von Zustimmung zu prüfen, den fte eöent bei der Mehrheit des Reichstages erwarten dürfen- Sobald sich das zurzeit noch keineswegs vollständige Bild übersehen läßt, werden der Bundesrat resp. die einzelstaatlichen Finanzminister daS Wort im Reich», tage ergreisen, um eine solche Grundlage für dte unbedingt notwendige Finanzreform zu gewinne«, von der mit einiger Wahrscheinlichkeit sich vorauS- faaen läßt, daß sie auf Annahme leitens der Mehrheit des Reichstages zu rechnen haben.
hafte er so wie so keine Chancen mehr: wen« nicht, — die beiden würden nichts davon erfahren.
Er teilte feine Besuche, ivelche häufiger würben, zwischen Oertel und seiner Frau. Er bot deut Manne seine Unterstützung auf literarischem Gebiet und konnte mit Recht daraus Hinweisen, Utopien habe sich als das Blatt eines Freundes erwiesen, da es keine vernichtende Kritik über Hertha Loßberg brachte. Der unheilvolle Theater, übend fand überhaupt feine Erwähnung.
Die Annäherung an den Gatten der begehrte» Fran w aber nur ein Mittel zum Zweck, und et erfuhr sehr bald, was er wissen wollte.
Besonders angenehm war es dem Freund de» Hauses, daß äußerlich das Glück dieser Ehe s« ungetrübt schien. Man war höflich und zuvov- konmiend gegen einander, sprach über die nichtig, sten Dinge mit Eifer, als gälte es, fremde Menschen zu unterhalten, und suchte mit Gewalt de» Schein aufrecht zu erhalten.
Anders, wenn kein Dritter zugegen war. Mm» blieb höflich, sprach aber so gut wie gar nicht. Die Gatten gingen nebeneinander her, weil es v<m Gesetz und Herkommen geboten war. __
Roben war der Ueberzeugnng, beide wurde» sich am liebsten trennen. _
Um so mehr erstaunte er über einen Ausbruch rasender Heftigkeit seitens Oertels, als er einmal in seiner Minierarbeit vorschreitend, Mangel und Fehler der Frau hervorhob, die jener kurz zuvor cm beutete.
Von dem Augenblicke an war er für Rode» nicht mehr zu sprechen. Er zog sich, völlig m«. schenscheu, mehr und mehr in sich selbst zurinl und arbeitete Tag und Nacht an ement neuen großen Roman. _ J
(Fortsetzung folgt.)