Die Konferenz in Algeciras.
Berlin. 13. Febr. (W. B.) Die „Nvrdd. Allg. Ztg." schreibt: „Ter „TempS" soll nach Berichten bissiger Blätter einen neuen provokatorischen Artikel gegen Deutschlands Haltung in der marokkanischen Polizeifrage veröffentlicht haben. Schimpfereien sind keine Argumente. Je mehr sich der Leitartikler des „Temps" in ;etne durch nichts gerechtfertigte Aufregung hincin- fchreibt, desto kühler wird man in Deutschland jdiese Anwürfe registrieren und cs höchstens bedauern, wenn dadupch die Verständigung auf der Konferenz erschwert werden sollte. Die Vertreter Deutschlands und Frankreichs in Algeciras haben die Aufgabe, eine solche Verständigung zu suchen, und waren tatsächlich in vertrauliche Erörterungen über die Polizei« und die Bankfrage eingetreten. Wer dazu die erste Initiative ergriffen hat, und wer den einen
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Die Brücke.
Roman von Willy Scharlau.
(Rortfet'itng.)
Sie rang nach Worten und sagst? das einzige, tyas sie nicht sagen durfte; das einzige, !uas seinen Zorn hell auftodern machte:
„Das sagst Du mir? Mr, derjenigen, die einzig und allein Dich warnte, deren Urteil richtig war?"
„Das glaubst Du," brauste er auf. „Und Nun triumphierst Du. Aber es nicht wahr; Du hast nicht recht mit Deinem Urteil, nichts weniger als recht. Wenn ein gänzlich urteilsloses Publikum Gutes ablehnt, vertiert das Gute dadurch nicht an Wert.. Wenn miserable Schau - spieler und elende Regie ein Stück herunterleiern und verderben, bleibt cs deshalb doch gut."
-Aber Mann," rief sie, „was fällt Dir ein?" „Nichts fällt mir ein; ich sage nur, was wahr '-ft- Und Mitleid will ich nicht, von Dir so wenig wie von anderen."
Die junge Frau empfand die harten Worte fast ime ein körperlicher Schmerz. Sic mimte sich stutzen, da ihr schwach tourde.
Oertel bemerfte, er wäre zu weit gegangen und inästigte sich. Er sagte in ruhigem Taue;
• „Pardon, da st ich so (mit sprach. Aber von sem, was ich jagte, nehme ich kein Wort zurück. ~ l,t cS. llut, daff zwischen uns eine kwre Sachlage herbeigeführt wird, damit das ewige Apreren aufhört., Bitte einen Augenblick noch, rch Inn gleich fertig. Du pochst immer darauf, ■WB ll-u mchr gelernt hast, als dis Mehrzahl ferner -Schwestern. Ms jetzt hast Du aber nichts etwt, vxis Dir ein Recht gäbe, über andere
rchrofs und herbe zu urteilen."
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in weiteren Kreisen des Volkes, daß die Organisation des Bundes doch mehr ist, als eine Vereinigung zur Erhaltung und Durchsetzung eigennütziger Interessen. Man beginnt einzusehen, daff die Grundlage für jede vernünftige Weltpolitik in der Heimatpolitik gegeben ist. Da fängt die Vernunft an wieder zu sprechen und die Hoffnung zu blühen und man, erkennt wieder mehr die Bedeutung der Landwirtschaft für das deutsche Vaterland und daß, indem man der Landwirtschaft dient, man dem Vaterlande dient. Die Worte, die der Reichskanzler auf dein Mahle das Laudwirtschaftrates sagte, bestätigen uns aus dem Munde des ersten Beamten des Reiches, lvas immer unsere Parole gewesen ist! Ja, wir stehen lallte anders, als damals, wo wir diese Parole vertcidgen mufften! Die revolutionären Wogen in unserem Nachbarreiche haben auch zu uns ihre Welten herübergeschlagen. Um unser Vaterland zu schützen, bedarf cs aber vor allem eines deutschen Bauernstandes, dem es ermöglicht bleibt, daS deutsch? Volk zu ernähren. Und auch gegenüber der Revolution gäbe der deutsche- Bauernstand den besten Schutz. So. lange noch der deutsche Bauer da ist, so lange wird es noch so vielen Demonstrationsversammlungen und noch so vielen Zügen der Sozialdemokratie vor das Schloß, nicht gelingen, unsere Verfassung umzustürzen, oder unsere Throne wanken zu machen. Der Endkampf zwischen Zerstörung und Erhal- tnng wird einst ausgekämpft werden zwischen der Sozialdemokratie und dem Bunde der Landwirte. Den deutschen Bauern zu schützen ist Hohenzollerntradition. Der'Redner gedenkt der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares und bringt ein Hoch auf den Kaiser und die deutschen Fürsten aus.
Weitere Ansprachen hielten der 2. Vorsitzende Frhr. v. Wangenheim-Klein Spiegel und Reichsritter Simitsch von Hohenblum, der als Vertreter der österreichischen Agrarier Grüße überbrachte. Denn nach dem Vorbilde des Bundes gebe es jetzt auch in Oesterreich nicht mehr bloß Landwirte sondern „Agrarier". Zur goldenen und zur roten Internationale sei jetzt auch die gr»ße grüne Internationale getreten, und so sei er, sum heutigen Tage nach Berlin gekommen, um im Namen der Bauern Oesterreichs dem deutschen Bunde der Landwirtschaft, die Bruderhand zu reichen.
Gemäß der Begründung des Vorsitzenden, das; die Kriegskasse gefüllt werden müsse, nimmt die Versammlung den Antrag an, die Beiträge um 50 v. H. zu erhöhen.
Der Direktor des Bundes Dr. Diederich Hahn erstattete den Geschäftsbericht über das Jahr 1905. Er polemisiert in seiner temperamentvollen Art gegen die Sozialdemokratie, zu deren Bekämpfung er den Bund der Landwirte mit aufruft. Dabei erkennt er die Opferwilligkeit der Sozialdemokratie an und stellt sie für die Landwirte als mustergültig hin. Aus dem erstatteten Bericht sei erwähnt, daß der Bund 270 000 Mitglieder zählt. Datum sind 180 000, also 55 v. H. Westelbier und 120 000, also 45 v. H. Ostelbier. Als ein erfreuliches Zeichen für die Fortentwicklung des Bundes betrachtet es der Bericht, daß die Zahl der Mtgliedcr aus den Kreisen der Großgrundbesitzer wieder zuzunehmen beginnt.
Es folgtet dann die sachlichen Referate, Be» prechung der sogenannten Fleischnot, unsere Handelsbezichungen zu den Nichtvertragsländern, ferner die Berichte der einzelnen Kommissionen, tz
Einstimmige Annahme Zand zum Schluß Job gende Resolution: • • .
Die Generalversammlung des Bundes der Landwirte dankt dem Herrn Reichskanzler, und dem Herrn preußischen Landwirtschaftsminister dafür, daß sie trotz dar Angriffe, die ihnen zuteil geworden sind, doch die veterinärpolizeiliäM - Schutzbesnmnumgen im Interesse der deutschen Viehzucht aufrecht erhalten haben. Sie haben da«, durch nicht nur der deutschen Landwirtschaft, son- dern auch dem Lande selbst unschätzbare Diensk geleistet. ' ,
Durch die Maßnahmen der Regierung in der letzten Zeit bat sich nach und nach wieder das Ver- trauen zur Regierung in lau drei risäpts freundlichen Kreisen zu entwickeln begonnen. Wir bitten den Herrn Reichskanzler, dafür zu sorgen, daß dieses Vertrauen sich immer mehr stärken kann und daß Maßnahmen vermieden werden, welche diese Entwicklung zu stören geeignet sind. 1
So bitten wir vor allem, daß das Reich und die Regierungen der Einzelstaaten mit Nach« druck darauf bedacht sind, die deutsche Landwirtschaft im Interesse des Vaterlandes weiter zu fördern, den Mittelstand durch geeignete Ein« richtungen vor seiner Auflösung zu bewahren^ ihn im Gegenteil zu stützen und zu stärken, bei der Regelung der weiteren Beziehungen Deutschlands zum Auslände, den Empftndungen der nationalen Kreise des Volkes Rechnung tragend, in keiner Hinsicht nachzugeben, wo das Nachgeben mit den wirtschaftlichen Interessen Deutsch, lands unvereinbar und nicht durch entsprechende Gegenleistungen begründet erscheint.
Die schwersten sachlichen und grundsätzlichen Bedenken hegt die Generalversammlung gegen die Einführung einer Reichserbschaftssteuer. In der lleberzengnng. daß die Ausdehnung der Erbschaftssteuer auf Eltern, Känder uitb Gatten der deutschen Auffassung von der Einheitlichkeit und Geschlossenheit der Familie auf schärffte widerspricht, erklärt sie sich unbedingt gegen eine solche geplante Ausdehnung der Steuer.
Die Generalversammlung des Bundes der Landwirte.
Am Montag hielt der" Bund der Landwirte, ivie üblich, im Zirkus Busch in Berlin, seine alljährliche große Generalversammlnng ab, die 13. seit Gründung des Bundes. Der weite Raum war von der Arena bis zu den Galerien von einer dichtgedrängten Menge besetzt, wohl über 5000 Landwirte aus allen Teilen Deutschlands. Der Vorsitzende, Dr. Rösicke Görsdorf, eröffnete die Versammlung mit einer Ansprache, in der er die nationale Bedeutung der Landwirtschaft betonte und u. a. ausführte, man beginne nun einzusehen, nicht nur bei den Landwirten, sondern auch
oder den anderen Wunsch über die Reihenfolge geäußert hat, in der diese Fragen behandelt werden sollen, ist wirklich von untergeordneter Bedeutung. Wir glauben, daß eS auch tn Frankreich nur wenige geben wird, die an den Invektiven eines übereifrigen Publizisten Geschmack finden. Von Friedensliebe uttb versöhnlichem Geiste sind diese Auslassungen jedenfalls nicht eingegeben, und neues steht nicht darin. Getretener Ouark wird breit, nicht stark."
Algeciras, 13. Februar. Die Sitzung dauerte von drei bis fünf Uhr. Das Verlangen des Sultan?, daß auf Grund der neuen Bestimmungen über den Waffenschmuggel die beschlagnahmten Waffen dem Maghzen ausgeliefert werden sollen, wurde gutgeheißen. Sodann trat die Konferenz in die Einzetberatung des von der Nedaktionskommission ausgearbeiteten Zollreglements ein, das bis zur Hälfte durchberaten wurde. Die Sitzung wird morgen Vormittag um 10 Uhr fortgesetzt.
Algeciras, 13. Febr. (Meldung der Agenee Havas 4 Uhr Nachmittags.) Heute Vormittag haben Zusammenkünste zwischen dem deutschen Botschafter v. Radowitz und dem französischen Delegierten Revoil und ferner zwischen dem deutschen Delegierten Grafen v. Tattenbach und dem französischen Delegierten Regnault stattgefunden. Sie gaben Veranlassung zu zahlreichen Vermutungen, aber es ist noch nichts über den Meinungsaustausch der deutschen und französischen Delegierten durchaesichert.
Algeciras, 13. Febr. (W. V.) Die Vorbesprechungen und Kommissionssitzungen zur Vorbereitung der heute Nachmittag stattfin- drnden Sitzung sind in befriedigender Weise fortgesch' <‘eit. Nach der Ansicht mehrerer Delegierter, die befragt wurden, kann von einer Krisis zur Zeit nicht mehr gesprochen werden. Die 6rr8gung, die durch die anscheinend inkorrekt übermittelten deutschen Preßäußerungen hervorgernfen wurde, beginnt sich zu legen, zum Bedauern der in Frankreich und auch in Spanien stark vertretenen Elemente, welche das Scheitern derKonferenz herbeiwünschen.
Ach lvas, sie luar eine Frau. Wollte sie auch schriftstellern, er hatte nichts dagegen; jeder blamiert sich eben, so gut er kamt. Es spielte gar keine Rolle, ob es eine tintenvergießeude Dame mehr oder weniger gab. Seine ernsten Arbeiten aber sollte sie unbehelligt lassen.
Gr setzte sich an den Schreibtisch, aber es wollte nicht gehen mit der Arbeit. Er sah das blasse Gesicht seiner Frau, hörte ihre zitternde und doch harte Stimme, als sie sagte: Keine Gemeinschaft.
Schließlich warf et die Feder zur Seite und fuhr nach Berlin.
Frau Hanns ging langsam, wie mechanisch, des Frühstücks nicht achtend, durch das Speisezimmer in ihren Salon. Sie trat zu dem Fenster und ihre Augen blickten starr in den kleinen Vorgarten.
Keine Blume, kein grünes Laub. Schnee bedeckte den gefrorenen Boden. Es war Winter.
Sic fröstelte und schauderte zusammen. So sah es in ihr auch aus. Schnee und Eis bedeckten die SMüten ihrer Liebe. Oede sah es aus, öde und leer.
Und weshalb? Weil sie das Beste gewollt, ihn betvahren von dem, was gestern geschah.
Nun hafte sie den Dank, sie, die ein Recht hatte, zu fordern, nicht die Pflicht zu betteln und zu bitten.
Fhr «stolz bäumte sich steil auf gegen eine solche Behandlung. Sie war nicht Marga, nicht Wachs, das man nach Belieben formen und kneten kann.
Er tvar hart, sie wollte ihm zeigen, sie toure aus dem demselben Stoff, hart wie Stahl. Sie wollte ihm bctceifcn, daß sie ein Recht hafte, ihm zu raten, daß sie neben ihm stand. Sie wollte, sie mußte ihm zeigen, daß sie nicht nur zu kritisieren verstände, -aß sie es auch besser machen könnte. ' - - -*
„Das tat ich nie!" rief sie, während sie mit Tränen kämpfte.
„Nie, nie!" lachte er kurz und schroff auf.
„Nie besonders nicht gegen mich. Vielleicht hat diese kleine Auseinandersetzung die Folge, Dir deutlich zu machen, daß ich meine Arbeiten allein verrichten möchte. Mir würde das sehr lieb sein. Ich konnte dies, bevor ich Dich kennen lernte, und ich denke, es wird auch in Zukunft gehen. Rat kann ich übrigens doch auch nur von jemand annehmen, den ich als neben mir, wenn nicht über mir stehend anerkennen muß. , Wenn Tu Dir es richktg überlegst, wirst Du einsehen müssen, daß meine Worte durchaus keine barten sind."
Hanns schwieg, sie tvar leichenblaß.
Eine derartige unerhörte Abweisung liafte sie für gänzlich ausgeschlossen gehalten, und nun war sie erfolgt.
Langsam wich sie zur Tür zurück, rückwärts, mit vorgestreckten Händen, als wollte sie jeden Versuch einer Wiederannäherung abwehren. Erst als sie die Tür erreichte, die Klinke in der Hand hatte, sagte sie tonlos:
„Also die Gemeinsamkeit des Tims und Handelns. Weißt Tu auch, tvas Du damit sagst?"
„Ich habe mich vorhin schon wegen meiner Heftigkeit entschuldigt, ich wiederhole es. Von dem aber, was ich sagte, streiche ich keine Sllbe. Ich tvill arbeiten und wünsche dabei nicht gestört zu tverden."
■ „Es ist gut," sagte Hanns hart. „Du sollst unter meiner Aufdringlichkeit nie mehr zu leiden haben, so wahr ich eine Lingen bin."
Im nächsten. Augenblick fiel die Tür hinter ihr in das Schloß.
. Oertel starrte vor sich hin. Ging er zu west? War er zu schroff gegenüber den vielleicht gut gemeinten Ideen seiner Franf ■ A
Rasch packte sie Bries und Manuskript ein ttnl besorgte das Packet selbst zur Post. ,
Als sie das getan, atmete sie erleichtert auf Der Stein tvar ins Rollen gekommen.
(Fortsetzung folgt)
Neueste Telegramme.
Berlin, 14. Febr. Dem Herrenhause ist stn Gesetzentwurf betr. die Erhöhung der Kirchen- fieuet in den Shnodalbezirkrn Cassel, Wiesbaden, Frankfurt a. M. u. f. w. zugegangen.
Kopenhagen, 13. Febr. Heute früh um 8 Uhr wurde der Sarg mit der Lerche des 'Königs Christian vom Refidenzschloß zur feier= jlichen Aufbahrung in die Schlosskirche über« geführt.
Kopenhagen, 14. Febr. Gestern wurde die ChristianSborg - Schloßkirche, in welcher der Sarg mit der Leiche König Christians IX. auf- gebahrt ist, dem Publikum geöffnet. — Der deutsche Kaiser hat durch den Legationsrat Prinzen Reuß einen Kranz an der Bahre König Christians IX. niederlegen lasten, der auf weißem Band die Inschrift trägt: „Wilhelm II., Deutscher Kaiser, in Dankbarkeit und Verehrung dem väterlichen Freunde."
Paris, 13. Febr. Auch heute wird aus verschiedenen Provinzen berichtet, daß die Inventaraufnahme infolge des Widerstandes der Katholiken, die sich in den Kirchen verbarrikadierten, nicht stattfinden konnte. Auf Korsika kam eS in mehreren Städten zu recht beträchtlichen Ruhestörungen. Eine Anzahl Geistlicher des Departements Ardeche beschloß, wegen der Abschaffung deS Kultusbudgets nicht Mehr feie Messe zu lesen. Der Bischof von Viviers erließ deshalb einen Hirtenbrief, in dem er die Pfarrer auffordert, ihren seelsorgerischen Pflichten nachzukommen und jedenfalls die Weisungen deS Papstes abzuwarten.
Loudon, 14. Febr. In Peking find keine ernstlichen Befürchtungen hinsichtlich der allgemeinen fremdenfeindlichen Bewegung in China zu hegen. Von den in Peking befindlichen diplomatischen Vertretern wird zur Zeit die 'Zurückziehung der fremden Truppen erörtert.
Deutsches Reich.
Berlin, 14. Februar.
— Beine Majestät der Kaiser unternahm gestern Dienstag vormittag den gewohnten Spazier- gang, sprach beim Reichskanzler vor und hielt im Königlichen Schloß eine Sitzung des Kronrats ab. Später nahm er militärische Meldungen entgegen und empfing dabei den österreichisch-ungarischen Militärattachö.
— Der gestern angekündigte Kron rat, d. h. eine Sitzung des Staatsministeriums unter dem Bor» sitz des Königs, hat vormittags stattgesunden. Der häufig osfiüös inspirierte .8 -A." weiß darüber fol» gende Einzelheiten zu berichten: Veranlassung zu dieser Sitzung hat das Interesse des Karser» für die unbefriedigenden Lohn» und Arbeitsverhältnisse in der Heimindustrie gegeben. Zn den letzten Jahren ist zwar eine Reche von Bestimmungen zugunsten der Heimarbeiter getroffen worden, die aber in der Hauptsache nur der Wäsche, und Kleider • Konfektionsbranche zugute --------— ......----
Er wollte den Kampf, gut, er sollte ihn haben?
Von Schmerz und Enttäuschung ließ sich Hanns von Lingen niemals unterkriegen, Hanns Oertel richtete sich straff in die Höhe. Ihr Stolz, ihr Eigenwille, ihre verletzte Frauenwurde rief sie zu Hilfe gegen die Liebe zu dem Manne, der sie in so ungerechter und maßloser Weste ver. letzte.
Und es gelang.
Nur still und leise noch, kaum bemerkbar, nid)i wärmend, brannte noch in ihrem Herzen die Flamme der großen Liebe ihres Lebens. Aber sie brannte noch. . , T
Wenige 'stunden später schrieb Hanns Oertel.
Lieber Herr Rodenk l
Sie sind mein Freund. So habe ich wohl die Berechtigung, einen Freundesdienst von Ihnen zu verlangen. Ich sende Ihnen das Manuskript, von dem wir in Wilhelmsburg einmal sprachen, meine Verarbeitung des in Hertha Los;berg liegenden Stoffes. \
Lesen Sie es, aber nur als fcharter, rnck< sichtsloser Kritiker mit dem Rotstift in der Hand. Schonen Sie mein Werk nur, wenn e3 Schonung verdient. „
Sollte es Ihre Zeit erlauben, nach B« endigung dieses Freundschaftsdienstes mM mündlich Ihre Kritik zu übermitteln, würde mich zu doppeltem Dank verpflichten
Mit Gruß Frau Hanns De riet, |
Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Edition 2 Mk„ Erscheint wöchentlich sieben mal. ' quA** '
l>« allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld). „ ****** “ , Druök und Verlag- Joh. Aug. Koch, Universitätr-Buchdruckeret 41.
Jl2. öo JnserttonSgebühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum ft>Psg. 15 1906. Marburg, Markt 21. — Telephon 55. >
Manien: die Zeile Ä5 Psg. o