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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

Sonntagsbeilage: ZAustrirtes Sonntagsblatt. * .

Marburg

Dienstag, 13. Februar 1906.

Vierteljährlicher Bezugspreis: fcet der Exprdstion 2 M., Tyi q/» bet allen Postämtern 2,25 Mk. ,excl. Bestellgeld).

vi» 0" Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren RaiM 1v Pfg.

Reclaiiien: die Zeile 25 Pfg.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Lnick imd Verlag' Joh. Aug. Koch, UnlversttätS-Buchdruckerei 41. 5^£161(71

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

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Weil's so fidel dal»ei hergeht."

Dann kam der arg zurechtgestutzte dritte Akt.

Man amiisierte sich auf Kosten des Autors* -lachte wie toll, als Hertha Loßberg ihren Schmerz schilderte, und begrüßte sie mit ironischem Sfcifafl* als sie abermals auf die Szene kam.

Sie sollen das nicht länger mit anhören, gnä< dige Frau", sagte Roden plötzlich.Ich bringe Sie hinaus, es ist ja eine Qual für Sie."

Glauben Sie, ich ließe meinen Mann im Stich?" erwiderte fie.Er soll sehen, daß ich ihm aushalte."

Das soll er auch, wird er auch. Ich suche ih« nachher auf. Sie waren ja schon bei Kempinski Potsdamerstraße. Dort treffen wir Sie nächster.*

Hanns wollte nicht. Roden aber zwang fie fast dazu, den Hut aufzusehen und den Mant ck umzuuehmen. Die Haltung des Publikums ließ ihn einen Theaterskandäl befürchten.

Er begleitete sie hinaus, rief eine Droschke heran, gab dem Führer die Adresse und half ihr einsteigen.

Ich bringe ihn," rief er. Dann rollte bet Wagen davon, der Redakteur ging in das Theater zurück.

Als er die Loge betrat, fiel unter dem Bravs des Publikums der Vorhang.

Totenstille herrschte im Zuhörerraum. Vmt oben herab aber ertönte wieder dieselbe tiefe Baß. stimme:

Friede seiner Asche."

Wader Beifall noch Zischen wurden laut.

Ein Armenbegräbnis, Pauken und Tran» peten blieben dem Verfasser erspart.

Frau Oertel wartete in fieberhafter Spannung auf das Kommen ihres Mannes. Sie bestellt« eine Kleinigkeit, rührte aber nichts an. Eine^Zeitung legte sie nach kurzer Zeit wieder zur Seite, weil ihr die Buchstaben vor den Auge» tanzten. Langsam schlichen -ie Minuten, endlich Roden erschien. (Fortsetzung folgt.)

I ten abermals, das Parkett stimmte ein. Einzelne I Zischet' wurden niedergeklascht, der Vorhang ging I abermals in die Höhe, und Hertha Loßberg wies I mit der Hand nach der rechten Hinterkulisse als I deutliches Zeichen, dort stände der Autor, man I wußte ihn hervorholeu.

I , Das Klatschen^fetzte noch einmal ein, Oertel I erschien, von der Schauspielerin an der Hand her- I vorgeholt, auf der Bühne und bcmeigfe sich. I Dann fiel der Vorhang.

IDas Publikum ist heute guter Laune," | meinte Roden, indem er sich nach hinten zu Frau I Hanns setzte.Sie wissen, es läuft besser ab, als I Sie fürchteten."

IIch fürchte noch immer," entgegnete sie. ISie wissen so gut wie ich, daß keine Steigerung I kommt, sondern eine Verflachung. Hörten Sie I die Zischer?"

I sm!> immer da. Pfeffer auf die Melone."

I Die Tür öffnete sich, und Hanns glaubte, ihr

I Mann käme, ihr guten Abend zu wünschen. Sie sah ihn doch den ganzen Tag nicht.

Sie ivar sehr enttäuscht, ein bartloses, fremdes Gesicht zu sehen.

.Herr Direktor Niemeher," stellte Roden vor.

Frau Doktor Hanns Oertel."

--Freut mich sehr, wirklich sehr," rief der | Vielbeschäftigte.Sehr interessant, Bekanntschaft zu machen."

Er wendete sich aber sofort an Roden und sagte:

.--dda, Sie sehen, die Sache wird gemacht. Freut

<> Sie auch der Chose wohlwollend gegen« überstehen, da werden wir sie schon deichseln. Ein Rundreisestück wirds freilich nicht. Was sagen Sie zu der Melling, he? Die holt mehr aus der I Rolle heraus, als überhaupt drin steckt."

Roden antwortete nicht. Die beiden Herren I traten nach vorn und waren int nächsten Augen- I bndt tn em lebhaftes Gespräch mit Kritikern und j arideren PrennerentiMrn verwickelt. --4 _ I

lNachdruck verboten.)

Die Brücke.

Roman von Willy Scharlau.

(Fortsetzung.)

Bald nach Frau Oertel betrat auch Roden die Oechesierloge. Nur für einen Augenblick trat sie an die Brüstung heran und ivarf" einen Blick in bm ^uichauerraiim, dann nahm sie ganz hinten m der ~oge Platz, während Roden sich nach vorn setzte.

Alle Welt kannte sein feines, schmales Gesicht wit der scharfen geraden Nase und dm blitzenden, teuchteuocii Augen. Er grüßte hierhin, dorthin, einzelne zerren aus den ersten Reihen traten zu tym heran und sprachen von dem und jenem.

kannte die ganze Reihe der Kritiker, welche von nch selbst glaubten, allein in ihrer Hand läge aao Schicksal dessen, toa§ sich vor Ihnen abspielte.

Roden warf einige Witzworte hinüber, die so- t 'jf,Kolportage genommen wurden: man Kciite nch schon auf die nächste Nummer der Uto- mrrr!t war feine Rede; das große

Mblikum wollte sich nur ein paar Stunden unter- -

2er Vorhang ging in die Höhe. .

-er erste Akt verlies glatt und ohne Erregung Einige Lacher, ivelche bei schlechten Versen und etwas gewagten Reimen ihrer Lachlust die Zügel ichwMl ließen, wurden durch energisches Zisckmn zur Ruhe verwiesen. Den Schauspielern gelang L'^ü^uwen Handlung zwischen dm endlosen Gewrachm cm gew.sies Sieben einzuhauchen, 'nirfit Tnn Qua> "icht stürmischer Erfolg war « dem'B iwu s ^dm beteiligte sich lebhaft fhLiV.* 1 * * V^'Wll, der freilich mehr den Schau-

als dem Stricke galt. *

k d nach oem dritten Hervorruf der Vorhang N senkte bemerkte er, daß mehre« Herren Ä - '*ut' UnmerMch nickte er ihnen zu, sie klatsch.

I des Wafsenschmuggels heute dessen Antwort tfc | halten. Dec Sultan erteilt dem Reglement I feine Zustimmung mit Ausnahme des Punkte». I der die Vernichtung von konfiszierten Kriegs« I Waffen anbetrifft. Der Sultan verlangt, bat | die konfiszierten Kriegs-Waffen, die sich dazll I eignen, zur Bewaffnung der Truppen toertoenbet I biejenigen aber, die sich nicht für diesen Zweck I eignen, nach dem Ausland zurückgefchickt uni I und dort zum Vorteil des Schatzes des Sultans I verkauft werden sollen. Die marokkanische« I Delegierten werden die Antwort des Sultanck I in der morgigen Sitzung vorlegen.

Algeciras, 10. Febr. (W. B.) In bew I heutigen Sitzung der Konferenz wurde die Ein« I richtung einer Spezialkaffe beraten. Eine Re- I daktionSkommission wurde mit der Ausarbeitung I eines eingehenden Projektes beauftragt. Fernes I wurde prinzipiell festgestellt, daß bei der Ver- I fiebung der mit den Erträgnissen der Spezial- I kaffe auszuführenden öffentlichen Arbeiten alle I Nationen gleichmäßig berücksichtigt werden sollen. I Algeciras, 11. Febr. Neber die gestrig« I Konferenzsitzung, welche zwei Stunden dauert^ I wurde ein amtlicher Bericht ausgegeben, in de«

I es heißt: Die Konferenz, die zuerst in offizielle«

Sitzung zusammentrat, hat von der Antwort des Mahgzen auf die Mitteilung der projektierten Regelung der Unterdrückung des Waffenschmuggels Kenntnis genommen. Da die Mitteilung in französischer Sprache abgefaßt war, hat di« Konferenz im Einverständnis mit den marok­kanischen Delegierten ihre Prüfung auf so lange vertagt, bis ihr der arabische Wortlaut bot« oelegt ist. Die marokkanischen Delegierten er­klärten, daß sie das bereits von den anderen Delegierten einstimmig angenommene Prinzip der Vergebung der öffentlichen Arbeiten auf dem Submissionswege, und zwar ohne Unter­schied der Nationalität, ebenfalls annähmen, ferner ebenso das Prinzip des Opium- und Haschisch-Monopols und das des Tabakmonopols, im Falle, daß dieses zur Einführung oelanaen sollte.

Französische Zeitungen gegen Tentschlana.

DasEcho be Paris", berPetit Parisien" unb berMatin" greifen toieber Deutschland an, weil dieses angeblich noch immer nicht feine Absichten betreffs ber Polizeifrage in Marokko kundgeben will. So wirb demMatin" auS Algeciras gemeldet, daß am letzten Sonnabend der französische Delegierte Revoil eine lange Unterredung mit Herr von Radowitz hatte, wo­bei er verlangte, dieser solle endlich einmal die Absichten Deutschlands enthüllen. Herr von Radowitz hätte aber keine Aufklärungen gegeben, da er von seiner Regierung noch immer keine Instruktionen erhalten habe. Er hätte ver­sprochen. sich deswegen nach Berlin zu wenden, doch sei bis heute noch nichts eingetroffew

lässige Ergebnisse aber können nur Sonder- erhebuugcn bieten, wie sie verschiedene städtc-stati- stische Aeustec über Arbeitshaushalte veranstaltet haben, ober fortlaufende Beobachtungen!, wie sie die Mwerbeaufsichtsbeamten zu machen in der Sage sind, sachwissenschaftliche Untersuchungen, statistische Erhebungen der Arbeiterorganifa- tionen usw.

DasReichsarbeitsblatt" läßt die Frage offen, ob eine Jahresausgabe von fast btici Milli- arbeit Mark für alkoholische Getränke bei unseren wirtschaftlichen Verhältnissen eine übermäßige fei. Diese Frage möchten wir unbedingt, be­jahen unb zwar nicht nur mit Bezug auf unsere wirtschaftlichen Verhältnisse, sonbern in jeder Be. ziehung. Das geht schon aus dem Hinweise her- vor,, baß eine jährliche Ausgabe von fast drei Milliarden Mark für alkoholische Getränke eben, soviel ausmacht, wie die gesamte Reichsschuld, drei- mal soviel wie ber Aufwand für bk Unterhal­tung von Heer und Flotte, sechsmal soviel wie die Jahresausgabe ber gesamten Arbeiterverfiche- rung unb siebenmal soviel als die Aufwendungen für die öffentlichen Volksschulen. Diese Ziffern sollten namentlich bei ber Beratung ber neuen Reichssteuervorlagen sehr ernstlich in Betracht ge- zogen werden.

Neueste Telegramme.

Berlin, 12. Febr. Dem Deutschen Flotten- derein ist die Erlaubnis erteilt worden, eine Wohttätigkeirslotterie mit einem Reinerträge bon 95 660 Mk. zu veranstalten.

i Berlin, 10. Febr. DerStaatsanz." ver­öffentlicht die Verleihung von OrdensauSzeich- siungen an Angehörige des MarinekxpeditionL» korps, so erhielten den Kronenorden vierter Klaffe mit Schwertern Oberleutnant zur See Paaschs vom Stabe S. M. kl. Kreuzers Suffarb, und Leutnant zur See Dollmann (Curt) vom Stabe S. M. kl. KreuzersThetis". Mehreren Unteroffizieren und Gemeinen von den KreuzernSeeadler",Thalia" und ^Bussard" usw. wurde daS Militärehrenzeichen k Klasse verliehen.

, Berlin, 10. Febr. Professor Peabody, der feine letzte Vorlesung an der hiesigen Universität gehalten hat, verließ heute morgen Berlin, um feine Rückreise nach Amerika anzutreten. Der Kaiser hat dem amerikanischen Gelehrten zum Abschied sein Bildnis mit eigenhändiger Unter­schrift geschenkt.

, Puris, 11. Febr. , Die französische Re­gierung beschloß, sich bei dem Leichenbegängnis beS Königs Christian von Dänemark durch eine besondere Mission vertreten zu lassen.

r Paris, 12. Febr. Mehrere Finanzbeamte Haven ihre Entlassung gegeben, weil die ihnen übertragene Inventaraufnahme in den Kirchen ihrer religiösen Uebsrzeugung widerstreite.

Paris, 10. Febr. DaS Diözesanblatt des ! Erzbischofs von ParisLa Semaine Religieuse" spricht das Bedauern darüber aus, daß die Kirchen-Manifestanten, so sehr auch der Mut und die Selbstlosigkeit dieser Wackeren bewun­dert werden müsse, die Autorität der Geistlichen mißachtet und deren Befehlen zuwidergehandelt haben.

Belgrad, 10. Febr. Die Skupschtina hat I »eute, in erster Lesung den Handelsvertrag mit I Deutschland mit 75 gegen 6 Stimmen ange- I nommen. Die zweite Lesung wird in fünf I Tagen erfolgen. Trotz der Obstruktion war I bie Skupschtina beschlußfähig, da 81 Abgeord- I nele anwesend waren. I

Nervstork, 11. Febr. Bei Trinidad langten I jebn amerikanische Kriegsschiffe an. Präsident I «afiro gab Befehl, keinen Fremden in Venezuela I lanben zu lassen. Angeblich ist eine Revolution I gegen Castro im Entstehen.

Tokio, 10. Februar. Das Repräsentanten- I Haus nahm in, feiner heutigen Sitzung das I Budget an. Die Regierung machte ein Zuge- I ständnis nur in der Verminderung der Aus- I gaben um 5 Millionen Pen im Extraordinarium | für das Heer und die Marine.

Der Alkoholkonsum in Deutschland. I In einer Uebersicht desReichsarbeitsvlattes" I über den Verbrauch der drei hcuiptsächlichsten al- I koholischen Getränke: Wein, Bier und Äraiint- I wein wird festgestellt, daß in den fünf Jahren I 1899 bis 1903 im Deutschen Reiche durchschnitt- I sich auf den Kopf der Bevölkerung der jährliche I Verbrauch von Wein 5,82 Liter, Bier 123,4 Liter I und Branntwein 8,52 Liter gewesen ist. Unter I der herkömmlichen Zugrundelegung eines Preises I von 1 Mk. für 1 Liter Wein, von 0,30 Mk für | 1 Liter Bier und 0,50 Mk. für 1 Liter Trink- I branntwein stellt sich der jährlich pro Kopf der I Bevölkerung gemachte Aufwand wie folgt: I Ausgabe für Wein 5,82 Mk.

Ausgabe für Bier 37,02 Mk.

I Ausgabe für Branntwein 4,26 Mk.

zusammen 47,10 Mk.

Bei einer Gesamtbevölkerung von 60 Millionen ergibt dieser Betrag eine jährliche Ausgabe für alkoholische Getränke von 2826 Millionen Mark.

| Bei dem Kopfanteil von 47,10 Mk. sind aber Säuglinge, Kinder, Mädchen, Frauen, Kranke, Gneise usw. mitgerechnet. Zieht man in Rech­nung, daß jener Gesamtaufwand von 2826 Mill. Mark in der .Hauptsache von den männlichen Ein­wohnern im Alter von mehr als 15 Jahren auf­gebracht und verbraucht wird, so ergibt sich für jeden erwachsenen Mann eine jährliche Ausgabe für alkoholische Getränke von rund 157 Mk.

Will man nun wissen, mit welchem Anteil an diesen 2826 Millionen Mark die arbeitenden Klas­sen beteiligt sind, so läßt sich eine exakte Berech­nung dafür, in Ermangelung der erforderlichen Unterlagen, allerdings nicht geben: denn man wüßte wissen, wie sich der gesamte Konsum von alkoholischen Getränken nach'Mengen und Preis­lagen auf die verschiedenen Bevöfterungsgruppen verteilt. Legt man, um eine annähernde Vor­stellung zu gictoinnen, das oben erwähnte Ver­hältnis der arbeitenden Klassen zur Übrigen Be­völkerung (3 : 2) zugrunde, so würden von den 2826 Millionen Mark auf die arbeitenden Klassen 1695 Millionen Mark entfallen. Diese Ziffer würde sich aber verringern, falls in Wirklichkeit auf die übrigen % der Bevölkerung, welche die besitzenden Klassen einschließen, pro Kopf größere Mengen oder höhere Preislagen oder beides zu­gleich entfallen sollten. *

Aehnliche Schwierigkeiten begegnet die Frage, welchen Prozentsatz vom Lobneinkommen die Al. koholausgaben durchschnittlich erreichen, zumal Teutlchland einer allgmeinen Lohnstatistik noch immer entbehrt. Will man auch hier mit An­näherungswerten, wie sie die reichsgesetzliche Un­fallversicherung bietet, begnügen und danach das Arbeitseinkommen der rund 20 Millionen zwangsversicherten Personen auf rund 16 Milli- I ardeu Mark veranschlagen, so würde sich ein durch­schnittlicher Satz von 10 Prozent ergeben tiu 'eafe, der auch nach sonstigen Wahrnehmungen im großen und ganzen wohl zutreffen mag, aber hüll­st g auch ganz erheblich überfebritten wird: zuver- I

Die Konferenz in Algeciras.

I Ter Berlauf der Kensercuz.

I Algeciras, 10. Febr. Nach zweitägiger I Weiterberatung hat die Kommission sämtliche I Einzelheiten des Steuer- und ZsllrefornuEnt- I Wurfes durchberaten und redigiert, sodaß die I Beschlußfassung morgen erfolgen kann, soweit I nicht englische Vorbehalte wegen der Spezial- | kaffe, vorläufig entgegenstehen. Es wird als | möglich bezeichnet, daß das Plenum schon morgen | die Frage der öffentlichen'Arbeiten anschneidet, I doch bestcht jetzt außerordentliche Schwierigkeit, I denjenigen Punkt zu finden, an dem praktisch I die Ordnung sämtlicher, vielfach ineinander | greifenden Probleme der finanziellen Reorgani- I sation wie der Spezialklasse, die öffentlichen I Arbeiten, die Nationalbank einsetzen kann. Die | Schwierigkeit ist umso großer als Frankreich I auf diese Fragen nicht außer Zusamnunhang I und vor prinzipieller Erledigung der Polizei- I frage eingehen zu können erklärt. Der bisher I wiederholt gepflogene, vertrauliche MeinungS I austausch hat noch nicht genügende Klarheit I geschaffen über das zweckmäßigste, für alle I annehmbare Vorgehen, doch besteht jedenfalls I deutscherseits die beste Absicht, der energischen I Inangriffnahme und Durchführung der Haupt- I fragen nicht aus' dem Wege zu gehen und j I etwaigen Passiven Widerstand durch Zwang der I Tatsachen zn überwinden.

I Algeciras, 10. Febr. Die marokkanischen Teleyierteu Haven auf ihren an den Sultan gerichteten Bericht betreffend die Unterdrückung

Hanns aber hörte einzelne abgerissene Worte I und Sätze, wieurteilsloses Publikum, matt I h>ie Luisens Seele c-r hätte nicht rauskommen I foücn," Worte, Ivelche ihre Befürchtungen noch I verstärkten. I

Dann ertönte die Glocke ves Regisseurs, der I Direktor verließ schnell die Loge, Roden 'aber I nahm in der Nähe von Frau Oertel Platz.

Der zweite Akt verlief weniger glatt als der I erfte Von Zeit zu Zeit ertönte, wenn auch ver- I etnjelt, ironischer Beifall, man lachte an Stellen, I toeldje ernst genommen werden wollten. Als ein I geradezu gewagter Reim laut wurde, ertönte von | der Galerie herab eine tiefe Baßstimme:Wilhelm Busch." I

Schallendes Gelächter antwortete. Die Stirn- I Nlung wurde immer heiterer. I

Als der Vorhang fiel, herrschte für einen I Augenblick Stille. Lebhaftes Zischen ertönte; I oann aber setzte spontaner Beifall ein, welcher den I Vorhang sich einmal erheben ließ. I

Hanns Oertel war sehr blaß. Es.war ihr I nebj daß Roden hinauseilte, um Stimmung zu I machen, wie er sagte. In Wirklichkeit ging er, I llvil ihm die Frau leid tat, welcher die hellen I Dränen in den Augen standen. I

Die Pause war sehr lang. I

Fräulein Melling erklärte, nicht weiter spielen I 5» wollen. _ Die Drohung Herrn Niemeyers, sie I wlftde rücksichtslos in die höchste Konventional- I stwfs genommen werden, brachte die Dame zu- I nächst zu Weinkrämpfen und dann zur Vernunft. I Der Regisseur arbeitete mit dem Blaustift an I dem sehr langen dritten Akt. Er hatte Mitleid | mit dem Verfasser und wollte feine Qualen kürzen.

Draußen aber in den Wandelgängen amüsierte sich ein lachlustiges Publikum, denn es macht den meisten Menschen ein unendliches Vergnügen, die mühevolle Arbeit eines anderen zu vernichten.

Das reine Militärbegriibnis," meinte einer. ^Weshalb denn?" , - .