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mit dem Meisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: ILuprirteS Sonntaasblatt.

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JnsertronSgebühr: dir gespaltene Zelle oder deren Raum 10 Pfg.

Reelaiuen: die .steile 25 Vfa.

Marburg

Sonntag. 11. Februar 1906.

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Erscheint wöchentlich siebe» mal. >

Druck und Verlag' Ioh. Ang. Koch, UnwerfttLtS-BuchdnttkerÄ 41. Jahrg.k Marburg. Markt 21. Telephon 55.

Erstes Blatt.

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Die Vorliebe der jüngeren und der filteren Semester für einzelne Universitäten.

Der Besuch der einzelnen preußischen Univrr- jfltäien von feiten der jüngsten und ältesten Se­mester der reichsangehörigen Studierenden ist ein mirchaus verschiedener, selbst in den einzelnen jStndienhalbjahren. Von den jüngeren Studenten gilt wohl, daß sie gern solche Hochschulen wählen, welche ihnen unter anderen Annehmlichkeiten den Vorzug bieten, dort gesellschaftlich hervortreten zu können. Der wissenschaftlich ehrgeizige Teil von Vhuen sucht wohl auch solche Universitäten mif, an denen ihr Fach besonders gut vertreten ist, um Wenigstens zu Beginn chrer Studienzeft die hier wirkenden Berühmtheiten selbst zu hören. Uebrigens kommt für das erste und zweite Se­mester häufig zunächst die Universität der Heimat­provinz oder die nächstgelegene in Frage. Bei den älteren Semestern aber, deren Blicke schon auf die Prüfungen und den dahinter liegenden Be­ruf gerichtet sind, geben andere Rücksichten bei der Wahl der Univlnsität den Ausschlag. Hier werden vielleicht Examenfragen, Zusammensetzung der Ptiifnngskommissionen u. a. m. ein Wort mit- reden.

l Die preußische Universitätsstatisfik (Heft 193 derPreußischen Statistik") macht den Versieh, diese Strömungen der Halbjahrsklassen in dem Zu- und Abfluß von Studenten zu den einzelnen Fakultäten für jede preußische Universität darzu­steilen, und zwar für einen Gesamtdurchschnitt so­wie für die Winterhalbjahre und Sommerhalb- -jahre getrennt. Dabei wird nicht der Besuch der einzelnen Fakultäten jeder Universftät für sich, sondern die Gesamtzahl aller in einem Fach studie­renden Reichsinländer auf sämtlichen Umversi- täten als Grundlage des Anteilverhältnisses der Heiden äußersten Halbjahrsklassen gewählt, aus Nm einfachen Grunde, tveil das Bild des Fakul- tätsbesuchs einer Universität für die eigenen Größeuverhälftnsse zwar deutlichere Züge bietet, in dem Gesamtrahmen Nr übrigen Universitäten pbcr erst das richtige Verhältnis anrnmmt. Ein Beispiel wird die Methode der Ermittelung ver­anschaulichen. In Nr evangelisch-tNologischen Fakultät zu Halle f fit Merten im Studienjahre il 902/03 26,19 v. Hundert aller evangelischen Theologen der preußischen Universitäten, aber BO,16 v. H. aller evangelischen Theologen Ns 1. Md 2. Semesters und umgekehrt nur 21,83 v. H. Aller int 5. oder höheren Semester stehenden. Der ^Unterschied beträgt bei Nn jüngsten Semestern Mo + 3,97, Ni den ältesten dagegen 4,36. Die evangelisch-theologische Fakultät zu Halle hatte also eine Anziehungskraft für die jüngeren Studenten, während die älteren chr mehr, als Nm Verhältnisse nach zu erwarten wäre, fern- blieben.

Von einem Gesamtcharakter einzelner Hoch­schulen ist in dieser Hinsicht nicht zu reden, N jede

65 k Nachdruck verboten.)

Die Brücke.

Roman von Willy Scharia».

(Sortfehunfl.)

RoNn blickte stumm vor sich hin und schüttelte jvur den Kopf. Er würN ja Nn Starrkopf doch mickt umstimmen können, Nchte er, selbst wenn er wollte. Er wollte aber gar nicht.

, Im Gegenteil war er schon von Nm ehelichen Kwijl ungemein befriedigt. Wenn der Mensch so Michi lvar, diese Frau vor den Kopf zu stoßen, sonnte es ihm schon recht sein, und er beabsichtigte »her Sei in Ns Feuer zu gießen, als es löschen zu Nlfen. Nach einer kurzen Pause blickte er die Wartende an und meinte bedauernd:

.Ich werde leider Ihre Erwartung kaum recht- fertigen können. Daß ich meine Beihilfe Ihnen -nit Freuden zur Verfügung stelle, ist selbstver- Stündlich, aNr lvas soll ich ausrichten können, wo Ne eigene Gattin nichts beratag."

Sie sind ein Mann, ein Mann, vor dessen Wissen und Sennen er alle Hochachtung hat" chUnd auf den er auch nicht hören wird."

Aber versuchen müssen Sie es, bitte, bitte." - RoNn versprach, sein Möglichstes zu tun und jreirte Fran Hanns gut zu. Es sei schon viel Schlechteres aufgeführt,' während Nr ganzen Neigen Saison wären Schlag aus Schlag nur Nieten gezogen worden. Vielleicht würde dieses Knick gerade gegen ihr Erwarten dem Publikum Dur gefallen. Aber, wie gesagt, er würde alles »hn, ihrem Wunsche nachzukommen.

_ Sic möchte ihm erlauNn, ihr gelegenttich Be- zu erstatten, wie weit er seine Mission erfiil-

rönne. Als er sich dann von Frau Hanns leraLschieNte, küßte er ihr mit ritterlicher Ga- M'terre die Hand. , .... _______l____

Fakultät für sich ein festes und eigenartiges Ge­präge besitzt. Deshalb wird nur Ns Bild Nr einzelnen Studienzweige, wie es sich für die ver­schiedenen Universitäten Nrstellt, einer näheren ziffernmäßigen Darstellung nntermorfen, aus Nr hier nur einige Hauptergebnisse textlich und ohne Zahlenbeigabe herausgehoben werden mögen.

Da es, wie schon angedeutet, durchaus verschie- dene Beweggründe sind, welche die jüngsten oder die ältesten Halbjahrsgruppen Nr Studierenden zu einzelnen Universitäten besonders zahlreich hin- führen, so kommt es nicht allzu häufig vor, jüngere und ältere Semester in einem Studien­zweige derselben Universftät gleichzeitig stark oder schwach vertreten sind: Im Durchschnitt von W. 1891/92 bis W. 1895/96 fanden gleich gro- feen Anklang bei beiden HalbjahrsgrupNn in Nr evangelisch-theologischen Fakultät Breslau und Königsberg, in Nr juristischen Bonn und Mar­burg, in Nr medizinischen nur Königsberg, in der Phllologisch-historischen Abteilung keine Universi- tät und in Nr mathematisch-naturwissenschaft­lichen Abteilung nur Göttingen. Einer gleich großen Abneigung von feiten beider Halbjahrs­gruppen unterstanden in der juristischen Fakultät Berlin und in Nr Philologisch-Historischen Abtei­lung Berlin und Königsberg. In den beiden Halbjahren S. 1899 und W. 1899/1900 zeigte sich durchschnittlich eine gewisse Vorliebe für eine der Preußischen Universitäten in Nr evangelisch- theologischen Fakultät und in Nr mathematisch- naturwissenschaftlichen Abteilung der philosophi- scheu Fakultät überNuvt nicht, in der juristischen Ngegen, für Bonn, Königsberg und Marburg, in Nr medizinischen für Halle und in der philologisch- historischen Abteilung für Bonn. Eine gleichzeitige mindere Anziehung übten im vorgenannten Zeit- rarme aus in Greifswald die mathemattsch-natur- wissenschaftliche Abteilung und in Berlin sämtliche Fakultäten. Im Durchschnitt der beiden Halb­jahre S. 1902 und W. 1902/03 zeigten Heide Halbjahrsgruppen in Nr evangelischen Theologie eine gewisse VorlieN für Breslau, dagegen eine Abneigung gegen Berlin, in Nr juristischen Fa- fultät eine Vorliebe für Königsberg, in der medi. zinischen eine Abneigung gegen Königsberg und eine VorlieN für Göttingen und Greifswald, in Nr Phllologisch-historischen Abteilung eine Ab­neigung gegen Berlin und Halle und eine Vor- liebe für Bonn und Göttingen und in Nr mathe- mattsch-naturwissenscbaftlichen Abteilung eine Abneigung gegen Berlin und Königsberg und eine VorlieN für Bonn.

Für die jungen evangelischen Theologen waren Breslau, Greifswald, Halle und Marburg sowie Königsberg, für die älteren Bonn, Göttingen und Kiel, auch Königsberg in gewisser Beziehung An- ziehungspunkte. Starke Abneigung herrschte bei den jungen Theologen gegen Berlin, Bonn, Sät­tigen und Kiel, bei den älteren gegen Greifs- Wald, Halle und Marburg: auch Berlin tourN von letzteren nicht eben gern ausgesucht.

In Nr Jurisprudenz wurden von Nn jüngeren Semestern Nsonders bevorzugt Bonn, Königsberg und Marburg, von den älteren Ngegen mehr Göttingen, Greifswald, Halle, KiÄ und zum Toll auch Marburg. Die frühere Abneigung Nr jün. geren Rechtsbeflissenen gegen Berlin ist allmählich

Sie sah ihn erstaunt an, denn das war im Kreise der Bekannten ihres Gatten im allgemei­nen nicht der Brauch.

Er aNr meinte lächelnd, er müßte doch auf irgend eine Weise zu ihrem Dienst verpflichtet sein.

Roden war mit Nm Ergebnis seiner Fahrt nach Friedenau sehr zufrieden. Zwischen Nn Gat­ten bestand em Zerwürfnis und zwar ein solches, welches tiefgründiger war, als er glaubte. Ein Zerwürfnis nach HertN Loßberg, aber diese Frau Sertel war keine Frau wie die Heldin des Stückes keine traurige Heldin. Dieses Ehedrama konnte nicht mit Unterwerfung endigen, also

Und er wollte den Vorteil haben.

Mehrmals kam RoNn in Nn nächsten Wochen nach Friedenau, stets nur Nun, wenn Hanns allein war. Er erstattete Bericht üNr seine ver­geblichen Bemühungen. Er erzählte von Nr aus. nehmenden Grobheit, mit Nr Sertel ihn abge­wiesen: einer Grobheit, die fast größer war, als sie sonst unter Freunden üblich zu fein pflegt: ver­schwieg aber, er diese Grobheit geradezu herausgefordert.

Schließlich fragte er einmal, ob sie Nmit ein« verstanden wäre, wenn er die Presse und Kritik durch Artikel in seinem Blatt bearbeitete.

Ich haN schon so manches erreicht, und man fürchtet mich," meinte er nicht ohne Stolz.

Frau Sertel wies dies Anerbieten aNr rund­weg ab.

RoNn war üNr diese Anüvort nicht erstaunt, er sah sie voraus. Wenn es ihm gelang, die öffent. liche Meinung zugunsten des Stückes zu beein­flussen, wenn Sertel auch nur einen teilweisen Erfolg Ndurch gewann, so war er obenauf.

Das wollte Roden, imd deshalb sein Aner­bieten. ------------___ .

ganz geschwunden, während sie Ni Nn älteren noch sehr stark hervortritt.

In der medizinftchen Fakultät ragt Kiel N- dnrch hervor, daß es von den jüngsten Semestern auffällig üNrsehen, von den reiferen Studenten aber besonders gesucht wird. Bonn, Göttingen, Marburg und zum Tell Königsberg und Breslau sind in diesem Fache bei Nn jüngeren, Kiel, Halle und Greifswald bei Nn älteren Semestern be­liebt: Berlin, Bonn, Breslau, Marburg und Göt. fingen werden von Nn letzteren nicht gern ge­wählt.

Bei Nr philosophischen Fakultät im ganzen leidet Berlin unter starker Abneigung der jun­gem Studenten, Göttingen und Kiel unter einer nicht unmerklichen, während Halle und Bonn eilte große, Breslau eine nicht unbedeutende, Marburg und Königsberg immerhin noch eine ge­wisse Anziehungskraft besitzen; von den älteren wurden Göttingen und Kiel, auch wohl Berlin und Greifswald mit VorlieN ausgesucht, Ngegen Bonn, Breslau und Halle nur ungern gewählt.

Die jüngsten Semester Nr philologifch-hiftori- schon Abteilung waren Nrhältnismäßig stark ver­treten in Bonn, Breslau und Münster, wen'aer stark in Greifswald, Halle, Königsberg und Kiel, die älteren in Breslau, Halle, Königsberg und Marburg, ganz Nsonders aber in Berlin.

Die Mathematiker tmd Naturwissenschaftler bevorzugen in dem ersten Studienjahre Bonn, Halle, Marburg, Münster und Breslau, in den höhern Studienhalbiabren Göttingen, Kiel, auch Königsberg und Greifswald. Eine starke Ab. Neigung herrscht auch hier Ni den jungen Stuben- ten gegen Berlin, eine geringere bei Nn älteren. Greifswald, Kiel, Königsberg und demnächst Göt- fingen werden von den jüngsten Halbjahrsflassen gemieden, während Ni .Halle und Marburg, auch bei Bonn und Breslau Gründe für eine geringere Anziehung der älteren Semester vorzuliegen scheinen.

Umschau.

Die hohen Beiträge der sozialdemo. kratischen Gewerkschaften.

Die in derGeneralkommission Nr Gewerk­schaften Deutschlands" bereinigten, sogenannten freien", in Wirklichkeit sozialdemokratischen Ge­werkschaften hatten im Jahre 1904 nicht weniger als 20 Millionen Mark Einnahmen aufzuweisen. In bürgerlichen Kreisen, wo es mit der Spfer- Willigkeit für nationale Zwecke noch sehrhapert", konnte und wollte man nicht begreifen, daß diese Reichtümer sich zusammensetzen sollen aus den Groschen der Arbeiter", man nahm vielmehr an, daß zu diesen 20 Millionen besonders reiche und kapitalkräsfige Parteigenossen und Gönner durch grofee Spenden Nittügen.

Allen denjenigen Angehörigen Ns Bürger- tnms, die sich nicht dazu auszttschwingen vermögen, die, Spferwilligkeit der roten Genossen durch gleiche und höhere Beisteuern für vaterländisch- nationale Zwecke wettzumachen und zu überbieten, sei zur aufmerksamen Lektüre ein Aufsatz in Rr. 46, 1905, der sozialdemokratischenHolz­arbeiterzeitung" dringend empfohlen, in Nm sehr

Denn auch Ni halbem Erfolg würde der Frau jede Möglichkeit abgeschnitten werden, ihre Ab­sicht zu erreichen. Sertel würde in feiner Ansicht gestärkt werden, sie ein vollständig falsches Urteil hätte, über sie die Achseln zucken. Schade! dachte er. Sie ist sehr klug.

17. Kapitel.

Zuweilen erschien es Frau Sertel so, als sei ihr Gatte mit seiner ArNit felNr nicht mehr so zufrieden als anfangs.

Die Vorbereitungen zu Nr in den ersten De­zembertagen stattfindenden Erstaufführung waren in vollem Gange. Der Autor kam zuweilen in einer Stimmung nach Haus, welche von dem schwe. reu Aerger zeugte, Nn er gehabt. Er sagte nichts, seine Frau merkte es Wohl.

Die Darstellerin Nr Hertha Loßberg machte Schwierigkeit: sie erflärte, die Rolle nicht spielen zu wollen. Erst ein Machtwort Ns Direktors entschied Nn Zwist.

,, Auch Roden erzählte, die Stimmung unter Nn Künstlern wäre flau. Sie gingen unlustig an die Arbeit, versprachen sich nichts.

Sonst war von Nm Stück nicht die ReN zwi­schen Nn Eheleuten, und Hanns hütete sich, auch wir Ns geringste Interesse für dasselbe an den Tag zu legen. Wenn sie aber allein war, dann ergriff sie eine benennende Unruhe; sie vermochte nicht allein zu arbeiten, war nicht imstande, einen einfachen Gedanken durchzuführen. Sie tourN von Nm, was ihrer Ansicht nach kommen mußte, vollständig beNrrscht.

Aus Nr Zeitung ersah sie, Nr dritte DezemNr sei Nr verhängnisvolle Tag.

, Als sie am Morgen dieses Tages in das Speise­zimmer trat, in welchem sie immer um diese Zett mit ihrem Manne zusammenzutreffen Pflegte, hatte dieser Ns Frühstück bereits emgenornmen.

lehrreich auseinanNrgesetzt wird, welche Erwäguft gen die Gewerkschaftsleiter dazu führten, von Nr Mitgliedern höhere Beiträge zu verlangen. Ej wird Nun des weiteren auseinanNrgesetzt, in Nn Srtsverbänden Nr Gewerkschaften durch MitgfieNrNschlüsse lokale ExtraNittäge fort« laufend eingeführt worNn sind, die weit über Nn obligatorischen VerNndsbeftrag hinausgehen! In sozialdemokratischen HolzarNiterverNnN z. B.i tourN vor 3% Jahren nach langen Kämpfen end­gültig mit Nm System der nichtigen Beiträge gebrochen und ein pflichtmäßiger Verbandsbeitvaa von 35 Pfennigen fi'ir die Woche (also 18,20 Mk, im Jahre) eingeführt.

ANr neben diesem Wochenbeitrage von 85 Pfennigen zahlen zurzeit 20 000 Mitglieder einen Ertrabeitrag von 45 Pfg., 10 000 Mitglieder von 25 Pfg., 50 000 Mitglieder von 15 Pfg.,, 10000 Mitglieder von 10 Pfg. und etwa 20 000 Mit­glieder einen Ertrabeitrag von 5 Pfg. aus freiet Entschließung! Und unter den Srten, too Mt Mitglieder des sozialdemokratischen Holzarbeiter« verNnNs solche Extrawochenbeitrage bezahlen^ befinden sich nicht nur solche mit einer guten Höhn­ten Arbeiterschaft. Denn den lokalen Extrabet« trag von 45 Pfg. pro Woche zahlen neben Nm ordentlichen Verbands beitrage, also zusammen 80 Pfg.. in Berlin Holzarbeiter, die 2024 Mk. in der Woche verdienen I Also die sozialdernokva. tischen Holzarbeiter Berlins, die 10241248 Mark jährliches Einkommen haben, zahlen nicht weniger als 41,60 Mark jährlich an ihre sozial» Nmokratische Gewerkschaft, also 4 % ihres Ein­kommens!

Diese Fesfitellungen ergeben zweierlei: einmal, daß im Vergleich zu dieser sozialdemokratische« Spferwilligkeit die Beisteuern der bürgerlichen Klassen für vaterländische Zwecke, z. B. an die nationalen Verbände verschwindend gering find, zumal, wenn man in Betracht zieht, daß die sozial­demokratischen Gewerkschaftler auch noch für di« Partei selbst, sowie zu Sammlungen für Streik, die russischen Revolutionäre imb dergleichen ge­schröpft werden. Zum zweiten zeigen jene Zahlen, Nfe die sozialdemokratischen Parteiaroschenbrüder, die solche Spfer für ihre Sraanifationen bringen, absolut keine Berechtigung haben, sich üNr direkt« oder indirekte Steuern zu beklagen, die zur Wehr, hastmachung Ns Vaterlandes, also zur Wahrung Ns Friedens und damit Nr Arbeitsgelegenheit gerade der Arbeiter notwendig sind. Bei den von sozialdemokratischer Seite geraN zurzeit überall veranstalteten Proteswerfammlungen gegen die neuen Steuervläne sollten jene Tatsachen den sozialdemokratischen Hetzrednern und Agitatoren hon den Vertretern des Bürgertums immer tote« Nr aufs Butterbrot geschmiert toerNn.

Deutsche Kolonien.

Südwestasrila. Dem Reichstage ging die Fortsetzung der vom Großen Keneralstabe au§« gearbeiteten Denkschrift übet den Verlauf des Aufstandes in Südwestafrika zu. Nach der Rückkehr deS Generalleutnant? v. Trotba über­nahm Gouvneur v. Lindequift die Gouvernements- geschäfte und Oberst Dame das Kommando der Schutztritvve. Durch den Ausruf deS elfteren

Ein auf Nm Tisch liegender Zettel sagte ihr, eo würde sie erst beute abend nach der Vorstellun­sehen. Neben ihrem GeNck aNr sah sie ein ele­gant gebundenes Erewvlar der am heutigen Tag« in Buchausgabe erschienenen Bertha Loßberg und eine Karte für eine Srchersterkoge Ns Theaters.

Das Mädchen meldete, der Herr Doktor toäte soeben zur Bahn gegangen.

Gegen Mittag erschien ungerufen Herr RoNn.

Selbstverständlich bildete der kommende Abend Ns einzige Gespächsthema. Er erbot sich, sie in# Theater zu begleiten, was sie nach einigem Zögern annabm.

Ihr Mann wird natürlich hinter den Kulisien stecken. Sie werden ganz allein sein, diese Loq« wird an Premierenaben den nicht verkauft. Wen» Sie erlauNn., vertreibe ich Ihnen die Zeit in be» Zwischenakten."

Roden standen die Pforten zum Zuschauev» raum auch für die Hauptproben offen. Von die­ser Erlaubnis Gebrauch machend, war er tagt zuvor in Nr Probe und hatte einen äußerst un­günstigen Eindruck empfangen. Beim heraus- treten traf er zufällig Sertel. Einen Moment überlegte er, ob er ihm nicht raten solle, unter allen ÜmftänNn auch unter Zahlung einer Strafe das Stück vom Repertoire setzen zu lassen. Er wollte ihm sagen: Tue es, der Direftor denkt nicht Nran, denn er hat sein volles Haus, aber Du hast die SBIamage.

Das Nchte RoNn, aber er tat es nicht. Er sah im Geiste Ns schöne Gesicht der jungen Frau, und ging nach kurzer Begrüßung feiner Wege. Er hatte ja von einem Zusammenbruch Nn Vor­teil.

Don alledem sagte er selbstverständlich Fra» Hann-nichts. _____ /

Fortsetzung folgt!