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Mit dem Keeisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Allaprirtes Sonntag-dlatt.
— Se. gestern mit Tiergarten.
ben Frauen gestattet wird, Mitglieder politischer Parteien zu sein.
Manila, 7. Febr. Der Oberbefehlshaber der amerikanischen Truppen auf den Philippinen, General Wood, unternimmt nach Eintreffen der dorthin unterwegs befindlichen Regimenter Manöver in größtem Maßstäbe, um die Truppen auf den etwaigen Dienst in China vorzuoereiten.
fassen, wo die Verhairdlungen in Algeciras an- dauerten. Jcmrds erkannte an, daß der Standpunkt der Negierung richtig sei, stellte aber fest, daß die Machenschaften, die ihn zu der Interpellation veranlaßt hätten, eine Gefahr darstellten, und zog hierauf die Interpellation zurück.
Der der Regierung nahestehende „Petit Pari- sien" hat sich in amtlichen Kreisen über die Frage der Polizeiorganisation erkundigt und schreibt darüber: „Nach unfern Erkundigungen handelt es sich nicht dämm, in Marokko eine europäische Polizei einzurichten, d. h. ein Organ, das sich über den Maghzen setzen -würde. Das Streben gebt nicht so hoch. Man möchte, daß der Sultan mit Hilfe der neuen Einnahmen, welche die Diplo. matte ihm geschaffen hat, eine rein marokkanische Polizei mit europäischen Kaders bildet, daß jedoch bei der Zusammensetzung dieser Polizei Frankreich das Uebergewicht haben soll als ein Vorrecht, wodurch seine besondere Lage in Nordafrika anerkannt wird. Man würde auf diese Weise dahin gelangen, eine schon beim Maghzen bestehende Einrichtung zu erweitern, da eine fron- zöfische Mission, die aus mehreren unserer Offiziere besteht, sich beim Sultan befindet. Das ist die neueste Formel, wie sie in unseren diplomatischen Kreisen ausgegeben wird. Man hält dafür, daß sie zu einem Ausgleich dienen kann. Die Ge- neigtheit der französischen Regierung einerseits und der gemilderte Ton gewisser großen deutschen Blätter anderseits gestatten die Voraussicht einer gütlichen Lösung, die in Ettropa günsfig aufgenommen werden würde."
Erscheint wöchentlich siebe« mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UniverfttätS-Buchdruckerei 41.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Deutsches Reich.
Berlin, 9. Febr.
Majestät der Kaiser unternahm der Kaiserin einen Spaziergang hn
Später hatte der Kaiser eine Konferenz mit dem Reichskanzler und hörte dann im
„Ahl — Angenommen? Gratuliere, gnädig» Frau."
Er sah die Wirkung seiner Worte sofort, dem» zwischen den Augen der jungen Frau bildete sich * eine tiefe Falte und sie preßte für einen Augenblick die Lippen scharf auseinander.
"Gratulieren?" ftiefe sie heftig hervor. „Dat Sttick soll nicht aufgeführt werden, und Sie solle« mir helfen, das zu verhindern."
„Aber weshalb denn nicht?" warf Roden eilt der die Situation sofort klar überblickte. „Ja weife ja, Sie halten das Stück nicht für gut, denft der Stoff sagt Ihnen nicht zu. So nicht. Lase« Sie es jetzt?"
„Ja, ich las es. Und ich sehe einen draman. schen Unfall, wenn nicht eine totale Niederlag» vor Augen."
„Nicht doch, gnädige Frau." Er schüttelte ab> wehrend den Kopf. „Das Stück ist nicht beso» ders, aber solche Sachen werden tagtäglich aufga führt. Und es hat seinen Trick. Nicht jede» schreibt Modernes in Versen." !
„Und wird dafür ausgelacht. Aber das fo| nicht geschehen. Sie find meines Mannei Freund, Herr Roden, — Sie müssen mir Helse»« bte Ausführung zu verhindern."
„Ja, Pardon, gnädige Frau! Sie sagten ft soeben, Derlei wäre zmn Theater gefahren, m» abzuschliefeen. Demnach ist es doch zu spät."
„Zu spät? Das gibt es nicht. Alles kam zurückgenommen tverden." , i
„Sprachen Sie schon mit Ihrem Manne übe» den Fall?" fragte er. „Wahrscheinlich doch!" '
„Ich tat es, feine Antwort lautete: davon vea stände ich nichts. — Sie sehen mich erstaunt <ur — es ist aber so. Ich mag inteffen die Hoffnung nicht aufgeben.* 1
- K'y 3 (Fortsetzung folgt)^
gesehe tür Handlunosgebilsen wie schon gemeldet, abgelehnt hat, wollen die Organisationen der Handels, angestellten zur Selsthilse greifen. ES sollen alle»' orten auS den Vertretern der einzelnen Vereinigungen Ueberwachunaskommisstonen gebildet werden mit bei Aufgabe, über die Einhaltung der Sonntagsruhe, des NeunuhrladenschlusteS sowie der anderen gesetzt licken Sckuhbestimmungen im Handelseewerbe eine Kontrolle auszuüben. Die Handlungsgehilfen sind der Ueberzeugunq, daß die Anzeigen wegen Uebev> tretungen der Sckuhgesetze bei einer einigermaßen strengen Ueberwachung der Geschäfte, fo massenhaft einlau'en werden, daß die Regierung schließlich doch die Notwendigkeit der Anstellung von Handelsinspei toren anerkennen wird. In Berlin und Hamburß bestehen bereits Ueberwachungskommissionen mit en# begrenztem Wirkungskreis, dieser soll erheblich ee weitet und in allen größeren Städten der Serina gemacht werden, ähnliche Kommissionen zu Ickaffen.
Königlichen Schlafe die Vorträge des Chefs des Ingenieur- und Pionierkorps und Generalinspek- teurs der Festungen, des Kriegsministers, des Chefs des Generalstabes der Armee und des Chefs des Mttitärkabinetts.
— Das Kronprinzenpaar ist Dienftag Abend vom Marmorpalais nach dem Stadtschloß übergcsiedelt und wohnt jetzt dort.
— Prinz Leopold von Bayern, Ge- neral-Feldmarschall und General-Inspekteur der 4. Armee-Inspektion, begeht heute seinen 60. Geburtstag.
— Aus dem Reichstag wird gemeldet: Die Wahlprüfungskommission hat die Wahl des Abg. v. Kardorsf einstimmig für giftig erklärt. — Das Zigaretten st euergesetz wurde gestern von der Steuerkommission angenommen.
—Deputationen bei der silbernen Hochzeit des KaiserpaareS werden nur in beschränkter Anzahl empfangen werden. Maßgebend «ollen hierfür diejenigen Bestimmungen fein, die für die aoldene Hochzeit des Kaisers Wilhelm 1. und der Kaiserin Augusta am 11. Juni 1879 getroffen wurden, eoiueit die Universitäten in Betracht kommen, werden diese voraussichtlich je ein Mitglied entsenden und aus der Deputation dann einen Sprecher wählen.
— Da der Bundesrat die Einsetzung von Handelst nspektoren zur Kontrolle der Schutz-
Breutzischer Landtag.
Das Abgeordnetenhaus genehmigte heute zunächst den zwischen Preußen und Oldenburg abgeschlossene» Lotterievertrag und setzte dann die zweite Lesung bei Etats fort, wobei eine ganze Reihe kleinerer Etat! ohne erheblicke Erörterung bewilligt wurden. Haupt» punkt der Tagesordnung war die Interpellation bei Zentrums über das Unglück auf der Zeche Borussia bei Dortmund Auf die Begründung der Interpellation durch Abg Brust erwiderte der neue Handel«» Minister Dr. Delbrück, die Untersuchung des Unglücks habe sich länger hingezogen als das Oderberg» amt ursprünglich annahm. Künftig werde die Deffenu lichkeit rechtzeitig und ausreichend unterrichtet roeiben da die Angelegenheit gerichtlich noch nicht geklärt sei, müffe man mit einem Urteil in der Schuidsragi zurrckhalten. Das Unglück gehe zurück auf eine Reihe
„Und das ist die Antwort auf meine Bitte?" „Ja! — Selbstverständlich!"
Noch einmal trat sie zu ihm, sah ihn mit Tränen in den Augen an und schlang die Arme um seinen Hals.
„Liebster, ich bitte Dich!"
„Hanns, — davon verstehst Du nichts."
Er faßte sie unter dem Arm und führte sie zum Zimmer hinaus.
Der Abgrund, die gähnende Kluft zwischen dem Gatten und ihr schien die junge Frau verschlingen zu wollen. Aber nicht ohne Kampf, ohne Widerstand ergab sie sich. Sie wollte einen liebergang finden, sie mußte es.
Da dachte sie an Horst Roden.
Kaum war Oertel aus dem Haus, eilte Hanns
Telephon und liefe sich mit der Redaktion der Utopien verbinden. Roden war anwesend, kam sofort selbst an den Apparat, und erklärte auf ihre Bitte, in dringender Angelegenheit heute vormittag zu ihr kommen zu wollen, es würde ihm ein Vergnügen sein, zu erscheinen.
Zu ihr, nicht zu ihm. Tas gab dem feinen Menschenkenner zu denken. Die Verlegenheit, in lvel<ber sich Frau Oertel befand, konnte keine geringe sein, wenn sie ihn persönlich um eine Unterredung bat.
Aber er war gar nicht sentimental und mit weniger zufrieden. So oder so, näher treten aber mußte er ihr. — Rücksichten gegen andere aber kannte Roden nicht, leichten Herzens opferte er seinem Vorteil manches.
Er war nicht sentimental. Damals in Wilhelmsburg lag ihm daran, ein Bild der jungen Srau zu besitzen. Er hatte die Auswahl unter Dutzenden, aber er liefe sie stehen und lächelte. Wozu? Was hatte solch ein Bild für einen Wert? Später, wenn sie selbst ihm eins gab.
Als er an der Tür des Friedenauer Hauses klingelte, in welchem Oertels wohnten, wurde er sofort zu der seiner Harrenden geführt.
„Wie lieb von Ihnen," sagte sie herzlich und bot ihm die Hand, „dafe Sie einen Teil Ihrer kostbaren Zeit mir widmen. Ich danke Ihnen herzlich und werde Sie auch gewiß nicht länger aushalteu, als unumgänglich nötig ist."
Roden empfand ein eigentümlich heißes, bren- nendes Gefühl bei dem Händedruck der ihn Bewillkommnenden, aber er unterdrückte jede Be. wegnng und entgegnete liebenswürdig, höflich:
„Ich hieß die Gelegenheit willkommen, gnädige Frau, Ihnen meine Ergebenheit beweisen zu können. Ich stehe ganz zu Ihrer Verfügung."
$arlaincptariifhe§.
Deutscher Reichstag.
Berlin, 8. Februar.
Der Reickstag fetzte heute bei sckwacken Besuch» die zweite Lesung des Etats bei der allgemeine» Besprechung über das Reicksamt des Innern fort. -4 Abg Lehmann (nU tadelte, daß r er StaatSsekretLi anerkenende Worte immer nur für die Arbeiter, nie» mals aber für die Unternehmer finde. Abg. Schock lwirtsch. Vga ) bedauerte, daß die Handwerker füi ihre Wünsche ans den Reden des Staatssekretärs immer nur ein Nein berausbören. Die Bemerkungen des Grafen PosadowSkh über die Sonntagsruhe fein» von den Handlungsgehilfen tief bedauert Handel«» Inspektoren seien trog der Handelskammern nm erläßlick. Ein schwerer Mißstand sei zur Zeit dck Lehrt ingkrüchterei. Hingegen sei zu begrüßen, daß die Sozialdemokratie jetzt ihre revolutionäre Gefinnunä offen bekenne. Abg. Pauli- Potsdam (tonfj sührtt aus, genossenschaftlicher Zusammenschluß allein könnt dem Handwerk nicht hellen. Die Sonntagsruhe ick Handelsgewerbe sei selbst von den Prin-ipalen all durchlührbar bezeichnet. Arbeitgeber und Brbeitnchmck muffen ihrer Jntereffensoliderität bewußt werden Abg. Eickhosl (fr. Vp.l hielt der Sozialdemolrat'g eine kleine Vorlesung über den guten Ton - « forderte Erziehung der Arbeiter zu praktischer fr? « politischer Arbeit. Nach unwesentlichen Bemerlunae» des Abg. von Gerlach (nat. soz.l beschuldigte Abw Sachse (Soz.) die christlichen Gewerkschaften bei Terrorismus und forderte schließlich die Anstellun« von Arbeiterkontrolleuren in allen Bergwerksbetrieben. Nachdem noch Abg. Barkmann (frs. Bp> die Fords rung ausgestellt hotte: .Neben dem Schutz der Mensche», auch Schutz der Vögel', vertagt sich das Haus a« Freitag 1 Uhr.
(Nachdruck verboten.)
Die Brücke.
Roman von Willy Scharla«. (Fortsetzung, l
' bauerte geraume Zeit, bis Frau Oertel ihre Selbstbeherrschung soweit toiebergeroann, daß sie überhaupt weitersprechen konnte. Nur ihre Angst un: ihn und ihre Liebe vermochte es, sie seine Rücksichtslosigkeit noch einmal vergessen zu lassen.
„Hans", bat sie und faßte seine beiden Hände >Hans, liebster Mann, tue mir, tue Dir und mir die Liebe an, das Stück zurückzuziehen, — dieses llnglücksstück."
In diesem Augenblick ertönte die Klingel des Telephons.
Oertel entzog seiner Frau rasch beide Hände, stand ohne Entgegnung auf und trat zu dem Apparat.
„Hier Doktor Hans Oertel, wer dort?"
Fran Hanns hörte, was ihr Gatte sprach.
' -Sebr liebenswürdig, Herr Direktor."---
„Jawohl, ich schrieb Ihnen vorhin einen Rohr- Poftbrief: der ist nun unnütz."--„Jawohl,
Ja» werde pünktlich um drei Uhr auf Ihrem Jönreau fern."---„Natürlich können wir ab-
Idwnen.“--- „Empfehle mich."
Er sprach mit dem Direktor vom Theater des O'rens, das unterlag keinem Zweifel, denn der »^-wpostbrief lag ja noch da.
Jetzt wandte sich Settel zu seiner Frau und eigte in sarkastischem Tone: .
„Ich iverde um drei Uhr mit dem Theater *Wii Aufführung des Stückes abschließen, angenommen ist es."
.. Frau Hanns stand langsam auf, als würde ihr Anstrengung schwer. Und sagte langsam mit "l1! veränderter, fast klangloser Stimme;
Vierteljährlicher Bezugspreis: btt ort ExpLitiou 2 SDIL,
-><. bet allen Postämtern 2,25 M. xc$cU Bestellgeld).
•“ 04 w^wwy***^^*-“** Sonnabend, 10. Februar 1906.
Die Konferenz in Algeciras.
Der französische Kolonialpolitiker Robert de Cair hat im „Journal des Däbats" am Schluß eines Briefes aus Algeciras angedeutet, Frank- reich'sei bisher auf der Marokkokonferenz gerade deshalb so leise aufgetreten, um im gegebenen Zeitpunkt mit desto größerer Wucht ein „non possumus!" aussprechen zu können. Wir glauben, daß es nicht dazu kommen wird. Die französische Vertretung in Algeciras dürfte sich gern einer so kategorischen Erklärung überhoben sehen, durch die doch vor aller Welt festgestellt werden würde, daß der Stein des Anstoßes bei Frankreich liegt. Ueberhaupt gibt es ein falsches Bild, wenn man, wie ein großer Teil der ausländischen Presse tut, die Vorgänge auf der Konferenz bloß im Lichte eines deutsch-französischer Gegensatzes darstellt. Es kämpfen nicht deutsche Ansprüche mit französischen, sondern auf der einen Seite sieht das Verlangen Frankreichs, Marokko als ein Land seiner afrikanischen Zukunft zu be. handeln, auf der anderen das Interesse der nicht- französischen Mächte, den letzten, noch unbeschlagnahmten Rest Nordwestafrikas, der dem internationalen Wettbewerbe wertvolle wirtschaftspolitische Aussichten bietet, nicht in die Botmäßigkeit eines einzelnen Landes übergehen zu sehen. Die Aufgabe bleibt nach wie vor, das Sonderinteresse Frankreichs mit dem allgemeinen in Einklang zu sehen. Was in französischen Blättern über eine bereits vollzogene itio in partes der Konferenzmächte erzählt worden ist, waren freie Phantasie, gebilde. Es liegt auch wohl kaum im Interesse Frankreichs, eine solche itio in partes herbeizuführen. Andererseits heißt es der Wahrheit Ge- walt antun, wenn die „Times" den Eindruck zu erwecken suchen, als wichen die Vertreter Deutsch- lands in Algeciras jeder näheren Erörterung der noch streitigen Fragen mit ihren französischen Kollegen geflissentlich aus.
Paris, 8. Febr. In der Deputiertenkammer verlangten die sozialistischen Deputierten Sembat, Jaurds und Vaillant von der Regierung darüber Auskunft, ob sie für die in der Angelegenheit der Konferenz von Algeciras und der Marokkofrage eröffnete Prefekampagne die Verantwortung übernehme. Ministerpräsident Rouvter erwiderte hieraus, die Fragsteller legten es darauf an, ihn noch einmal die Tatsache wiederholen zu lassen, daß die französische Presse eine unbeschränkte Freiheit genieße, und daß die Regierung die Prefekampagne weder gebilligt, noch inspiriert noch einer Zensur unterworfen habe. Der Ministerpräsident fügte hinzu, daß es nicht angebracht fein würde, eine neue Erörterung über die äußere Politik in dem Augenblick ins Auge zu
Neueste Telegramme.
Berlin, 9. Febr. Gouverneur v. Lindeqnist meldet: Isaak Witboi, der älteste Sohn und Nachfolger Hendrik Witbois, hat sich am 3. Februar mit 21 Männern in Nunub, 16 Kilw Meter nördlich von Stamprietfontein, gestellt find 13 Gewehre abgeliefert. Dies ist anscheinend der Rest der diesseits der Grenze befindlichen Witbois. AuS den Zeitungen ersah !ch, daß Isaak Witboi vielfach mit dem Unter« japitän Samuel Isaak, der sich zuerst ergab, verwechselt wurde.
Sprotts«, 8. Febr. Der Landrat des hie» figen Kreises von Klitzing ricktet an die Kreis- hevölkerung einen Erlaß, der die Gewissen gegenüber der jetzt auch in Niederschlefien immer Mehr wachsenden Polengefahr schärfen soll. Wer seinen Besitz an Polen veräußere, übe schnöden Verrat an Kaiser und Vaterland. Der Banbrat fordert sämtliche Gemeindevorsteher auf, ihm schleunigst telephonisch oder telegraphisch mitzuteilen, wenn in den Ortschaften deS KreifcS polnische Kaufagenten auftreten.
Wik«, 9. Febr. Die „Neue Freie Presse" meldet, die Auflösung deS ungarischen Reichstags werde noch im Februar erfolgen, aber ein Zeitpunkt für die Neuwahlen werde jetzt nicht be* tanntgegeben werden, deshalb werde heute Baron v. Fejervarh hier eintreffen.
Paris, 8. Febr. In Versailles wurde der Inventaraufnahme in der St. Shmphorion- Kirche erbitterter Widerstand entgegengesetzt. Als der P'.äsekt Poirson und der Finanzbeamte die Kirche betraten, wurden sie von dem auf dem Chor postierten Manifestanten mit Stühlen und Steinen bombardiert. Der Präsekt wurde erheblich am Kopfe verletzt. Gendarmerie und Truppen drangen in die Kirche ein und verhafteten eine Anzahl junger Leute, darunter einen Herrn de Vezin, der den Präfekten verwundet hatte.
Paris, 8. Febr. Anläßlich der Inventaraufnahme werden Ruhestörungen aus der Provinz gemeldet, insbesondere auS Ameelie les Bains, Annonoh und Grenoble.
Kopenhagen, 8. Febr. Der Zeitung „Da- nebrag" zufolge wird die Leiche deS Königs in der Schloßkirche vom 13. big 15. Februar feierlich ausgebahrt. Es besteht, wie daS Blatt ferner berichtet, die Absicht, den Sarg am 16. Februar vormittags nach der Roskilder Tom- kirche zu bringen, wo die Beisetzung am 18. Februar statt findet. Die Uebersührung nach dem Bahnhofe werde unter großen Feierlich- ' teilen vor sich gehen. Die kgl. Familie werde den Sarg dis nach Roskilde in die Domkirche begleiten.
Lltldou, 9. Febr. Wie der „Daily Tele- graph" aus Tokio meldet, soll in Verbindung mit der Bewegung für daS Frauenstimmrecht ein Gesetzentwurf eingebracht werden, nach dem
Diese Verlegenheit aber, mochte sie nun be- | Hanns Oertel saß fo, daß Roden ihre Züge Neben, worin sie wollte, würde er als gewandter I genau erkennen konnte, diese ernsten und doch so Diplomat auszunützen wissen. I beweglichen ausdrucksvollen Züge. An ihren et*
Er versuchte durch Kombination herauszube- I was roten Augen glaubte er zu bemerken, die bekommen, was sie in Verlegenheit brachte, aber I Frau hätte geweint. Mso ein Zerwürfnis mit gab bre-3 Bemühen sofort auf. Wozu denn? In I dem Gatten.
zwei Stunden sagte sie es ihm selbst. | Sie ließ den Besucher über den Zweck ihrer
Er ivar ein Mann des Realen, durchaus nicht I Bitte nicht lange im Zweifel. Mit hastigen Wor- sentimental, aber er fühlte so etwas wie Liebe I ben erzählte sie, Oertel fei in der Stadt, um mit für die kluge, schöne Frau. So sehr, daß er es I dem Theater des Ostens über die Ausführung gern gesehen, wenn an Stelle Oertels er diese I von Hertha Loßberg zu verhandeln; angenommen tfrau feine Gattin hätte nennen können. .. _ I wäre das Stück. _ ,