Jts. 27
mit dem Kreisdlatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsveilage: Jllustrirtes Sonntaasblatt. *
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M—fcX. jju. aucajoamMgsMaM»—
Marburg
Freitag. 2. Februar 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UmversttatS-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
41. Jahrg,
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(Nachdruck verboten.).
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des tat- ge-
3. Wir verurteilen das Verhalten der Stimm, führer der großstädtischen Lehrerschaft, das darauf hinausläuft, die um die Schule und unseren Stand hochverdienten Männer persönlich anzugreifen.
4. Wir erblicken in diesen Knndgebungc» den Ausdruck einer einseitigen Parteimnchenschast, durch welche die Interessen der Kleinstadt- und Landlehrer auf das schwerste geschädigt werden.
Bezüglich des Gesetzes nahm die Versammlung ebenso einstimmig folgende Sätze an:
1. Wir begrüßen die Einbringung eines Schulunterhaltungsgefetzcs seitens der König, lichen Staatsregierung aufs freudigste, da die in dein Gesetzentwurf enthaltenen Bestimmungen gegenüber den jetzt bestehenden Zuständen einen tvescntlichen Fortschritt bedeuten.
des Referenten erweckten allgemeine Entrüstung, die denn au/; in der folgenden, einstimmig ange- nonimenen Resolution beredten Ausdruck fand:
Zum Schluß gab die Versammlung der Hoff, uung Ausdruck, daß sich ihrem Vorgehen bald
Die Brücke.
Roman von Willy Scharla«.
' (Fortsetzung.)
"M das etwa ein Grund, nicht nach mehr streben?"
. 2. Zur Beseitigung der großen Ungleichheit rn den Schulunterhaltungskosten der einzelnen Genieinden halten wir es dringend für nötig, daß die bestehenden Alterszulagekassen zur Aufbringung der persönlichen Lasten der Schulunterhaltung zu Lehrerbesoldungskaffen ausgebaut wer- den. An diese Kassen hatten die einzelnen Gemeinden ihre Beiträge unter Berücksichtigung ihrer Leistungsfähigkeit zu zahlen.
3. Wir erklären uns mit den in Abschn. 4 des Gesetzentwurfs in Hinsicht auf die Konses- sions. rind Simultanschule gegebenen Vorschriften einverstanden, da sie unter Berücksichtigung geschichtlich.Gewordenen sowohl als auch der sächlichen Verhältnisse beiden Schularten nügende Entwicklungsfreiheit gewähren.
1. Die heute im Blauen Hecht zu Magdeburg tagende Versammlung von Freunden der Gleich- stcllung im Bezirk Magdeburg erklärt, daß die Beschlüsse des 3. preußischen Lehrcrtages durchaus nicht der Ausdruck des Gesamtwillens preußischen Lehrerschaft sind.
nm deren gesamte militärische.Organisation und namentlich das Vertcidigungsshstem an der Nordwestgrenze Indiens zu studieren. Die Japaner werden unter die verschiedenen Distriktskommandos verteilt, ihre Abkommandierung wird ein Jahr dauern. Für die gleiche Zeit werden Ofsi- ziere der englisch-indischen Annee nach Japan kommandiert.
2. Wir bedauern die terroristische Art, mit die Mehrheit des preußischen Lehrertages, vc- stehend größtenteils aus Großstadtlehrern, die anders denkenden Kollegen vergewaltigt hat.
Die Lehrer
und das Schulunterhaltungsgesetz.
Aus Lehrerkreisen wird uns geschrieben:
Die Schulfrage steht augenblicklich im Vordergründe des allgenieinen öffentlichen Interesses. Allo Schichten der Bevölkerung nehmen Anteil an der Ausgestaltung der Volksschule. Vor kurzem sind nun wieder, und auch hier in Marburg, die Gemüter durch die geplante Neuregelung der Volksschule aufgeregt worden. Die „liberale" Volksseele ist wieder einmal „kochend übergelaufen", tveil man jetzt daran geht, die konfessionelle Ausgestaltung der Volksschulen gesetzlich festzulegen. Große Protestversammlungen tour- den veranstaltet, die im Grunde weiter nichts waren als Reklame für die freisinnig-liberalen Parteien und in denen die Schulvorlage in der einseitigsten Weife behandelt worden ist.
Die in diesen Protestversammlungen zu Tage getretenen Ansichten und gefaßten Beschlüsse entsprechen aber noch lange nicht den wirklichen An- schaumigen des Volkes, namentlich nicht unseres oberhessischen, und auch in keiner Weise geben sie die Ansichten der gesamten Lehrerschaft wieder, sondern nur eines kleinen Bruchteils derselben. Nichtsdestoweniger wird in den gegnerischen Blattern die Sache so dargestellt, als wenn über- all vollste Einigkeit in den Anschauungen herrsche und damit eine fälsche Ueberzeugung in weiten Kreisen wachgerufen, die nicht so leickst eine Nack,- Prüfung vornehmen können. Um dem entgegen, zutreten, wäre es angebracht, wann die oft getäuschte öffentliche Meinung die wahren Anfchau- imgen des größten Teils der deutschen Lehrer- schäft kennen lernte, wie sie in der „Evangelischen Volksschule" (Deutsche Lehrerztg.) in Beschlüssen zum Ausdruck koinmen. Zum 3. preußischen Lehrertag heißt cs da:
Die Freunde der Gleichstellung von Stadt- und Landlehrern im Einkommen erstrecken sich über den ganzen Preußischen Staat, zwei Pro. vtnzen ausgenommen. Allein in der Provinz Sachsen zähü die Vereinigung 1500 Mitglieder. Die im Bezirke Magdeburg ansässigen Mitglieder, alles Kleinstadt- und Landlehrer, hielten am 13. Januar in Magdeburg eine sehr zahlreich besuchte Versammlung ab.
Ein eingehendes Referat über den 3. preußischen Lehrertag klärte die Versamrnlung auf über die dort beliebte Behandlung der Kleinstadt- nnd Landlehrer vo« feiten der Großstadtkollegen, die es von vornherein darauf abgesehen hatten die Meinung der Landlehrer nicht zur Geltung kommen zu lassen, aber dennoch den Schein zu wahren pichen, als seien alle einig. Die Ausführungen
I tenn zu werden. — Trotzdem möchte ich eine I Frage an Dich richten. Willst Du die Novelle I dramatisieren, ganz so wie sie jetzt ist?"
I „Natürlich, was denn sonst?"
I „Dann wirst Du keinen Erfolg mit dem Sftick I haben."
I Er sah sie einen Augenblick belusftgt an, dann
I lachte er leicht auf.
I „Pardon! Aber Du als Kassandra. Heutzu- I läge muß selbst eine Seherin Gründe angeben, I soll inan ihr glauben."
I Oertels Lachen verstummte, als er sah, wie I blaß seine Frau wurde. Rasch suchte er eiuzu- I lenken, aber sie nahm ihm das Wort vom Munde weg.
I „So werde ich Gründe angeben, um als Kassandra modern zu sein. In dec Novelle liegt dramaftscher Stoff, aber in der Tiefe. Er muß gehoben werden. Deine Hertha ist eine kleine Seele: ihre Liebe die einer Nähmamsell, welche glücklich ist durch den Mann der materiellen Sor-
• gen überhoben zu sein, aber nicht die einer denkenden Frau. Für eine solche giebt es nur eine Möglichkeit, den Kampf."
„Aha! Tie unverstandene Frau!"
„Nicht nach der landläufigen Bedeutung dieser Redensart. Sie kämpft nicht um die "Oberherrschaft, nur nm Gleichberechtigung, um den Platz neben dem Manne."
„Und das Ende dieses dramaftschen Stoffes?" | fragte er.
„Entweder sie siegt, will sagen, sie finden sich, weil die Liebe des Mannes stark genug ist, ihre Rechte anznerkennen, nicht bloß seine Frau, sondern auch seine Gefährtin zu sein, und der Konflikt löst sich zur vollkommenen Bcftiedigung — | oder--" I
Bei dem großen Nutzen, den die deutschen I Auslandsschulen für Vaterland und Nation un- venennbar besitzen, kann es nicht fehlen, daß auch I
Bestellungen
für die Monate Februar und März auf die
„O-erhtfsifche Zeit»»-" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirchhain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Landbriefträgern entgegengenommen.
4. In dem vielfach angegriffenen § 40 Entwurfes erblicken wir weder eine Gefahr für die Lehrer noch für die Entwickelung der Schule; wir halten es aber im Interesse der Lehrer für notwendig, daß das Recht des Staates auf An- stellung der Lehrer, Hauptlehrer, Rektoren usw. im vollen Umfange, wie der Entwurf es Vorsicht, gesetzlich erhalten bleibt. Wir bedauern, daß die für die Anstellung von Lehrern in Gemeinden mit weniger als 25 Schulstellen geltende Bestimmung nicht auch auf die größeren Gemeinden angewandt werden soll, da für letztere durch den Entwurf Vorrechte geschaffen iDerben.
5. Wir bitten darum, daß der Lokalinspektor nicht durch Vorschrift des Gesetzes Vorsitzender des Schulvorstandes werde, vielmehr die Königliche Regierung in jedem Falle den Vorsitzenden er. nennen möge.
Neueste Telegramme.
. Berlin, 31. Jan. Wie Generaldirektor Ballin mtlteilt, ist ber Dampfer der Hamburg-Amerika- Lnne „Silvia", der mit einem großen Transport russischer Truppen vorgestern von Wladiwostok abgegangen war, auf eine schwimmende Mine ge- stotzen und in sinkendem Zustande nach Wladiwostok zurmckgekehrt, wo das Schiff auf den Strand gesetzt worden ist, um den Untergang k^sieldan zu verhindern. Dec erste Koch Ottomar SÄoarbüld hat bei dem Unfall sein Leben ver- loren. Das Schiff war zu seinem vollen Wert gegen Mmengefahr versichert.
Berlin, 1. Febr. Die diesjährige Hauptver- sammlung des Deutschen Flottenvereins wird in Hamburg wahrend der Zeit vom 19. Mai statt, ftnden. Ter Protektor des Deutschen Flotten- Vvrents, Prinz Heinrich von Preußen, hat sein Eriche men zugefagt. Nähere Mitteilungen Iver- den seinerzeit veröffentlicht werden.
Berlin, 1. Febr. Von konservativer Seite wird, mte tick zu bestätigen scheint, für die zweite Lelnng der Tabaksteuervorlage in dec Kommis- iw» etn Kompromißantrag vorbereitet, nach dem die Steuer auf Rohtabak von 85 auf 100 Mark erhöht werden soll.
Hamburg, 1 Febr. In der gestrigen Sitzung der Burgenchaft wurde die Versa ssungs- “ n dc rung, die im Sinne des Ausfchußberichts den Notabelnwahlkorper erweitert, laut Meldung rer „Frkf. Ztg." mit 131 gegen 25 Stinrmen ” 11 V. "r? 111c lL Ueber den für das Schicksal dec Wahlvorlage entscheidenden Punkt, nämlich die Zweite Lesung dec Verfassungsänderung, die die Klasteneinteilung ermöglicht, wurde auf An. trag von 10 Mitgliedern geheim abgesiimmt Es ergaben sich 120 für und 35 gegen diese Verfassungsänderung: sie ist also angenommen!
r Aien, 31. Jan. Die Antwort der ungarischen Koalition nur die Botschaft des Kaisers enthält nichts darüber, ob die Koalition bereit sei, die Regierung zu libernehmen. Di? Koalitton beant- wortet die Bedingungen der Krone pimküveise nut dem Hinweis auf ihr Programm. Die Füh- I 7'ec der Koalition und sichtlich durch das Auftreten des radrkalen Flügels eingeschüchtert.
Loudon, 1. Febr. Infolge des zwischen dec rngltichen und der japanischen Regierung getrof- feuen Abkommens wird eine Anzahl japanischer Orsiziere der indischen Armee attachierk tverden,
die Reichsregierung wie überhaupt die ofsiziellen Kreise DeutichlandS denselben ihre Aufmerksam- keit und ihr Wohlwollen in steigendem Maße zu- wenden. So dürfte jenen Schulen noch eine be- । Eungsvolle und segensreiche Zukunft gesichert
„Sie geht auf und davon", warf er dazwischen.
„Willst Du, daß zwei Menschen endlos lügen aus Angst vor dem Urteil der Mitmenschen? — es für möglich, daß eine Frau in sol- otein Falle bleibt? Wenn Du das annimmst, kennst Du sie, nicht!"
Er hatte eine heftige Antwort auf der Zunge, biß aber die Zähne aufeinander und schwieg eine geraume Zeit.
Sie wartete.
Als er aber beharrlich schwieg, sagte sie:
„Du bist versttmmt durch mein offenes, ehr- ltches Wort. Du darfst nicht vergessen, daß die beste Absicht mich leitete."
--Das ist selbswerständlich. Ebenso sehr aber auch, daß ich dem Urtell eines klugen, hochgebil- deten Mannes mehr Gewicht beilege als dem einer Frau."
„Auch Deiner Frau, der Du früher ähnliche Bezeichnungen beilegtest?"
„Ich habe nichts zurückzunehmen, aber Rodens Urteil fällt für mich trotzdem mehr ins Gewicht, namenllich auch, weil es gänzlich unpar- tenfch ist."
„Oh!" rief sie heftig und stand schnell auf. „Das durftest Du nicht sagen. Dadurch machst Du mir einen Vorwurf, den ich nicht verdiene, den dec Voreingenommenheit."
Nun suchte Oertel zu beschwichttgen, da er fühlte, er war zu weit gegangen. Aber Hanns war zu tief gekränkt, um leicht beruhigt zu tverden.
Schließlich aber gelang e$ bet Lieb« doch.
„sicher nicht. Aber der Dialog, die Haupt- sache im Drama, das gesprochene Wort, welches alles enthalt, wird von Dir fast stets vcrnach- lapigt." ' 1
„Zufall! Vielleicht beredt, weil ich bis jetzt zu viel Zeit und Mühe ans den beschreibenden -reis verwendete."
tötete sich etwas und zeigte einige krauw Falten. Er selbst war sich vollkommen klar, der Dialog sei seine schwache Seite, wa.> aber ging das seine Frau an?
-.V.iÜ "iclst Zufall", meinte sie, „sondern ge- ichah mchnkttv."
"Das sprichst Du ciirigen Kritikern nach, da?
$‘5' Eisb las so etwas neulich im >Ta^blatt und mußte lachen."
babe sie nicht gelesen. Was ich sagte, Fein." 3 ? me,ne ^"sicht. Sie kann ja falsch - lind ist es auch", rief er in scharüm s-m«- Ä!aUJ° Dorne Ansillst über mei!w Lrauencharattere. Vielleicht hätte Hertha Loß-
te’^,er einmal ihrem Manne aur- und davongehen sollen?"
seincn Worten klang eine gesvisfe höh- j ouf if.rm die junge Fran reizte,
schärer1 S"0“ sanften Ton zu fallen und !wurrer,ais bisher zu sprechen.
billiiuna""^''? wohl angenehmer als Mß- ®ei'nc 9 C dränge mich nicht in
M'stk sm' ...obgleich mir kein größeres
' £ werden konnre, als Deine MirarbÄ. j
sämtliche Kollegen der Kleinstadt und des Landes in allen Provinzen anschließen möchten. i Eine toeitere tvichtige Frage ist die, wak sollen wir tun im Hinblick auf datz Schuluntcrhaltungsgesetz? " j , Einfach unsere Pflicht, mag es dann kommen wie es will. Es wäre unrecht und Feigheit, wenn wir unsere llcbersengung verleugnen wollten. Eis war nicht zu erwarten, daß allen alles in diesem Entwurf gefallen würde. Auch wir haben manch"? daran auszusetzen: ober das hindert uns nid# daran, auch das Gute willig anzuerkennen, wa? dieser Gesetzentwurf bietet. Worin besieht cs?
1. Die Schulunterhaltungspflichk wird, von gewissen Ausnahmen abgesehen, einheitlich gesetzlich geregelt und auf leistungsfähigere Schul« t e r n gelegt. Die Schul unterhalb tungslast wird gerechter ver« teilt. Dadurch wird die wesentlichste Vor- aussetzung für eine zeitgemäß« äußere Entwicklung des Volks« schulwescns und eine der Gcrechtig« feit und Billigkeit entsprechende Regelung der Lchrerbe» s o l d u n g geschaffen. Diese Regelung ist aber besonders im Hinblick auf die z. T. völlig unbefriedigenden Befoldungsverhält- nisse auf dem Lande und in den kleineren Städten dringend nottvendig.
2. Die Besttmmungcn über die konfejsionellen Verhältnisse sind geeignet, die Erhaltung der evangelischen Schule zu gewähr« leisten und eine christlich-nationalr Schulerziehung zu ermöglichen.
3. Es ist ohne Frage ein großer Fortschritt, daß auch das Schulamt allgemein gründ« sätzlich an der Sä-ulverwaltung beteiligt sein soll.
4. Für die Kollegen auf dem Lande nnd in den kleinen Städten ist e8 noch besonders wichtig, daß ihnen die Bei. abschiedung des SchulimterhaltungsgesetzeS eilte bessere amtliche Laufbahn erfchließen würde.
Wir bitten darum alle Kollegen (Kolleginnen) die mit der Grundrichtung des Gesetzentwurfs ein« verstanden sind, insonderheit in den Lehrervereinen, in Versammlungen und Tagesblättern ihr« Ueberzeugung zum Ausdruck zu bringen und dadurch zu zeigen, daß sie nicht gewillt sind, blind, lings einer Parole zu folgen, die darauf abzielt, das Gesetz zu Fall zu bringen, und die wesentlich bestimmt ist durch die Bestrebungen des politischen und religiösen Radikalismus.
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Zum Tode König Christians IX. von Dänemark.
Hanau, 31. Jan. Die an der Beisetzung des Königs Christian in Kopenhagen teilnehmende Abordnung des hiesigen Thüringischen Ulanen-Regiments Nr. 6 besteht aus dem Major
noch einmal, die Brücke zu lverfen. Als er neben ihr stm.., sie umfaßte und zärtliche Worte zu ihr sprach, vergaß sie alles in ihrer Liebe.
Lan-Eam gingen sie die Brunnenpromenade entlang und dann über den großen Obstgarten zurück. Als sie an der offenen Tür des Tee« häufe’ vorübergingeit bemerkte sie, ihre Manu- skrivte lägen noch auf dem Tisch. Rasch trat sie ein und verschloß alles in der Schublade.
„Was arbeitest Du denn jetzt?" fragte £>erteL
Nie zuvor geschah das, und zu anderer Zeit würde Hanns eine freudige Erregung verspürt haben. Jetzt wußte sie genau, diese Frage sei eine konventionelle Höflichkeitsphrase.
„Nichts von Belang", erwiderte sie ruhig.
Er lächelte, sein Blick suchte ihr Auge. Si« erwiderte den forschenden Blick ganz gelassen.
„Soll ich Dir sagen, was Du geschrieben hast?" fragte er. „Ich glaube in meiner Vor« aussetzung nicht fchl zu gehen."
„Bitte."
Sie zog den Schlüssel ab und steckte ihn ein.
„Du schreibst ebenfalls an dem Stoff, der in Hertha Loßberg enthalten ist. Da Frauen im allgemeinen nachzuempfinden Pflegen, ist di« Kombination wirklich nicht schwer."
Hanns nickte ruhig, als sie zu ihm trat. L
„Ganz rocht, das Thema ist durchaus anziehend." -J
„Natürlich behandelst Du cs von 2)einen!, Standpunkt aus." i'
„Gewiß, — ich habe wissentlich in meine» ‘ Leben nie gelogen."
„Weshalb so schroff, Hanns?--Darf ich
es lesen?"
„Nein, lieber Mann, ■— vielleicht, wann «H fertig ist. Das heißt, wenn es mich auch wirklich befriedigt." -V
Er macht« kachelnd eine Verbeugung. 9 ^Fortsetzung folgt-T