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GßeWW Zeilung

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: ZÜustrirtes Sonntaasblatt.

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Jii 26

Vierteljährlicher Bezugspreis: hti der Exprditio« 2 Mk^ brr allen Postämtern 2,25 Mr. i^rxcl. Bestellgeld).

Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Rcclamen: die Zeile 25 Psg

Marburg

Donnerstag, 1. Februar 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UniverMtS-Nuchdruckerei 41. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon o5.

Bestellungen

für die Monate Februar und März auf die

^Vberhtffifche Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanftalten und Landbriefträgern Kntgegengenommen.

Neueste Telegramme.

Berti«, 30. Jan. DerKölnischen Volks' zeitung" zufolge wurden bei der Landtagsersatz­wahl in Sigmaringen einstimmig gewählt Amtsgerichtsrat Dr. Belzer-Sigmaringen und Pfarrer Dr. Rösch aus Jmnau.

Osuadrnck, 30. Jan. Der Bischof von Osnabrück, Dr. Voß, brachte, demB. $/ zufolge, einen offiziellen Kaisertoast aus, in dem 'er u. a. sagte, da der Kaiser Gott gebe, was Gott gebühre, so mache er es seinen Untertanen leicht, auch dem Kaiser zu geben, was des Kaisers sei.

Köl», 30. Jan. DieKölnische Zeitung" weidet aus Berlin: Alle Einzelheiten, die über den Inhalt der zu erwartenden Vorlage über die Reichstagsdiäten in die Oeffentlichkeit dringen können der Zeitlage nach nur auf einet Kom­bination beruhen. Wie wir aus bester Quelle erfahren, ist eine Vorlage an den Bundesrat noch nickt gemacht worden, sondern das StaatS- ministerium ist zur Zeit mit der Ausarbeitung der fraglichen Vorlage beschäftigt.

Oldenburg 30. Jan. Mit 30 gegen 6 Stimmen trat der Landtag einem Anträge auf Einführung der direkten Wahl zum Landtage bei. Dis Regierung erklärte sich bereit, eine entsprechende Vorlage zu machen.

Wien, 31. Jan. Bei den Führern der ungarischen Koalition überwiegt die Friedens- stimmung. Die Verwirklichung der Friedens- oktion kann aber durch den offenen und ge­heimen Widerstand des Barons Banffh und der Radikalen noch gestört werden. Man hält ein Uebergangsministerium Szell mit Andrassh als Minister des Innern und Kofsuth als Handels­minister für möglich.

Paris, 31. Jan. Der Spezialkorrespondent bes Ec'air berichtet, daß der sogenannte Gene­ralstabschef des Prätendenten Bu Hawara, der Franzose Delbret, an dec Marchica-Küste eine Ladung von Munition und Schneüseuergeschützen erhalten und nach dem Lager des Prätendenten

befördert habe, der sich zum Marsch gegen Fe; rüste,

Malaga, 30. Jan. Wie Depeschen aus Melilla besagen, ist aus den Kreuzer »Infantin Isabel' ein neuer Angriff von Seiten der Ma­rokkaner unternommen worden. Der Vorfall trug fich in der Nähe der Faktorei Marchica zu, nm die die Anhänger des Prätendenten Verteidigungsanlagen aufführen, da sie einen neuen Angriff der Truppen des Sultans voraussehen.

Belgrad, 30. Jan. In amtlichen Kreisen werden die Meldungen über eine serbisch-mon­tenegrinische Militärkonvention und über ein angebliches Schutz- und Trutzbündnis Serbiens, Bulgariens und Montenegros in entschiedenster Weise für unrichtig erklärt.

London, 31. Jan. Die Eröffnung des Parlamentes durch den König wird (wie wir bereits mitgeteilt haben) am 19 Februar stattfinden.

Auslandsschulen.

Zu denjenigen Einrichtungen, die für die Pflege der Handelsbeziehungen Deutschlands und für die Erhaltung und Stärkung unseres Volks­tums von großer Bedeutung sind, gehören die deutschen Auslandsschulen. Jbr Wachstum und ihre Förderung ist daher eine Angelegenheit, für die sich m ncrtionälgesinnten Kreisen ein steigen­des Interesse geltend macht.

Die Auslandsschulen sind überall aus eigenem Antriebe der am Orte lebenden Deutschen ent­senden, die unter großartigen Opfern eine sich an heimatliche Anschauungen anlehnende Bil. dungsstätte für ihre Jugend schassen wollten. Meistens konnte das Ziel nur unter langwierigen und hartnäckigen Kämpfen mit allerlei entgegen- stehenden Schwierigkeiten und Vorurteilen er­reicht werden. Von den fremden Völkern, in deren Gebiet die deutsche Schule errichtet werden sollte, wurde solche Gründung vielfach mit Un­recht als ein Vorstoß gegen die eigene Nationali­tät aufgefaßt,. In Wahrheit handelte es sich bei den betreffenden Schulgründungen immer nur um die Erhaltung deutschen Volkstums, deut- scher Sprache und Sitte und um die Bewahrung des Zusammenhanges mit dom Mutterlands.

Eben deÄntlb ist auch das Mutterland in hohem Maße an dem gesicherten Fortbestehen und weiteren Ausbau der deutschen Auslands, schulen interessiert. Die Jugend, die den Geist dieser Schulen atmet und mit der dort empfange­nen Bildung ins Leben tritt, bleibt in ihrer Ge­sinnung zumeist kerndeutsch und sucht ihren Stolz und ihre Freude in der Pflege ununterbrochener Beziehungen zum Geburts- und Heimatlande der Eltern. Welch ein gewaltiger praktischer Nutzen aus dieser Tatsache für Deutschland, insbesondere seinen .dstindel und seine Industrie, entsvringt, liegt auf der Hand. Unsere industriellen Kreise,

die in ihrer zielbewussten Art für zwecklose Tinge nichts übrig haben, erkennen denn auch den Nutzen der deutschen Auslandsschulen durch reiche Spenden, die sie diesen A istalten zuwenden, gern und bereitwillig an. Sie wissen sehr wohl, daß der Absatz deutscher Erzeugnisse in den deut­schen Auslandsschulen eine treffliche Stütze und ein wertvolles Förderungsmittel besitzt.

Die Leitung der deutschen Auslandsschulein ist bisher eine durchaus praktische und zweckent­sprechende gewesen. Soll es auch in Zukunft so bleiben, so wird man sich vor allen Dingen davor hüten müssen, etwa von der Heimat mis eine Schablonisierung der Schulverhältnisse in den einzelnen Auslandsinstituten anstreben zu wollen. Dazu sind die Dinge in den betreffenden Ländern, in denen deut übe Auslands schulen existieren, gar zu verschiedenartig, und dieser Verschiedenartig­keit muß, wenn anders die Schulen gedeihen wollen, in den Lehrfächern, im Unterrichtsgange und in vielen andern Beziehungen Rechnung ge­tragen werden. Das alte Worteins schickt sich nicht für alle" beansprucht gerade auch auf dem Gebiete der Auslandsschulen mit Recht volle Geltung.

Zum Tode König Christians IX. von Dänemark.

Berlin, 31. Jan. DieNordd. Allg. Ztg." bestätigt die Meldung, daß der Kaiser sich zu den BeiietzungSfeierlichkeiten nach Kopenhagen begeben wird.

Reichskanzler Fürst Bülow stattete nach Em­pfang der Trauernachricht von dem Hinscheiden des Königs Christian dem hiesigen dänischen Gesandten einen Besuch ab, um ihm fein Bei­leid auszudrücken, ebenso der Unterstaatssekretär Dr. v. Mühlberg, um das Beileid des Aus­wärtigen Amtes auszusprechen.

An der Spitze ihres Blattes widmet die Nordd. Allg.Ztg." dem Andenken Christians IX. von Dänemark einen längeren, sympathisch ge­haltenen Artikel.

London, 30. Jan. Der Tod König Christians hat die englische Königsfamilie aufs schmerzlichste überrascht nnd'gänzlich unerwartet in tiefe Trauer gestürzt. Eine Anzahl bevor­stehender Staatsseierlichkeiten sind durch den Todesfall unmöglich geworden. Die Trauer- kunde erreichte den König und die Königin gestern nachmittag im Schloß Windsor.

Berlin, 31. Jan. An der Beisetzung König Christians werden außer dem Deutschen Kaiser auch die Könige von Schweden, Griechen­land und Norwegen und der Herzog von Cumberland teilnehmen.

Kopenhagen, 30. Jan. Seit morgens 9 Uhr läuteten alle Kirchenglocken, die Forts feuerten Trauersalut und überall ist Halbmast

geflaggt. Um 10 s/4 Uhr hielt der König einen Staatsrat ab, wobei die Minister ihr Rück­trittsgesuch überreichten. Der König ersuchte sie im Amte zu bleiben. Um 11 y, Uhr hielt der König im Palais Christians VIII. Cour ab, an der die Minister, das Präsidium bei Reichstages und die Spitzen der Behörden teil­nahmen. Der Andrang nach dem Amalienplah ist ein sehr großer. Um 12 Uhr trat bet Ministerpräsident aus den Balkon unb ries breimol:König Christian bet Neunte ist tot eS lebe Seine Majestät König Frederik ber Achtel' Die Menge brach in bonnernbe Hurrarufe aus. Auf allen öffentlichen Gebäude« wurden die Flaggen wieder gehißt unb eine Batterie feuerte den KönigSsalut. Der König betrat darauf in Generalsuniform den Balkon unb hielt an baS Volk eine Ansprache folgende« Wortlauts:

Unser alter König, mein hoch geliebter Vater, hat die Augen geschloffen. Sanft uni ruhig schlief er ein, pflichtgetreu bis zuletzt in der Erfüllung der königlichen Pflichten. Wenn ich jetzt das schwere Erbe übernehme, das auf meine Schultern gelegt, ist eS meine vertrauensvolle Hoffnung uni mein aufrichtiges Gebet, daß der All­mächtige mir die Kraft verleihen möge, die Regierung im Geiste des hochgeliebten DaterS zu führen das Glück, mich mit dem Volke unb feinen Auserwählten eins zu wissen, im Ver­ständnis dessen, waS dem Volke zum Besten, dem geliebten Vaterlande zum Glück und Segen dient. Wir wollen uns vereinigen im Rufer Es lebe unser Vaterland!' Die Rede wurde mit großer Begeisterung ausgenommen, unb als der König ins Palais zurückfuhr, wurde er von begeisterten Hurrarufen begrüßt.

Aus Anlaß des Ablebens des Königs legt der Hof auf 30 Wochen Trauer an, ferner ordnete der Justizminister an, daß am Tage vor der Beisetzung und am Beisetzungstage selbst alle Theater, und Vergnügungsetablissements geschlossen bleiben.

Die Konferenz in Algeciras.

Der Korrespondent desPopolo Romano' in Algeciras erklärt sich für autorisiert, die Nachricht von der Uebertragung der Polizei in Marokko an Italien aufs entschiedenste zu dementieren. Auch eine Note derTribuna" besagt zu der Nachricht betreffs der Marokko- Polizei: Ein ähnlicher Vorschlag wurde vor 14 Tagen auch in diplomatischen Kreisen RomS ventiliert, wo Vertreter der Hauptintereffenten on der Konferenz (Deutschlands) verkehren. Italien könnte aber die Ausübung der Polizei

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Oiuijtrui verboten.)

Die Brücke.

Roman von Willy Scharlan.

l Fortsetzung.)

[ Aber war es nicht gerade deswegen vielleicht Mt, daß ein Dritter, den beide hoch schätzten, gewissermaßen einen Schiedsspruch fällte?

Wenige Tage später bat Hanns ihren Gatten um seine NovelleHertha Loßberg". Sie hatte das Packetchen, tn welchem Soöen sie nach Wil­helmsburg zurücksandte, selbst in Empsartg ge­nommen. Auf dem Postabschnitt stand von Ro- dens .Handschrift: 'Schade um den schönen dra. Malischen Stoff!

Eine einfache Famflienttagödie. Die Heldin, eme geifrig hochstehende Frau, unterliegt dem mtt brutalen Waffen kämpfenden Gatten, weil chr Kraft und Mut fehlen, dm einzig möglichen Weg zu betreten. Schlicht und einfach geschrie­ben, machte sie auch auf Hanns einen unverkenn-

Erdrück, wenn sie auch ein Gefühl von »itterfett nicht überwinden konnte, daß alle Frauen nach Ansicto ihres Gatten schwach und feige waren.

War der Stoff dratnatisch? Enffchieden, das unterlag feinem Zweifel, aber nicht so, wie Oertel Hn bearbeitet hatte. Dieser Schluß war nicht ^-!ch nurunangenehm, unb tragisch mußte em solcher Riß m der Ebe werden

Hanns Oertel saß in dem kleinen Salon da- Mamnknpt mg vor ihr auf dem Tisch. Sie saß ibormtbergcbeugf, das Gesicht in die Hände ver- t^ben, bte Fugen geschlossen. Sie dachte über »a yrama dieser Ehe nach, und vor ihrem geisti- jwie die szenischen Bilder ab,

Wiicb na<$ ungezwungen und

S/S1 '"ußteu. - An der brutalen

spJOtomicä erstarkte mehr und mehr die Kt ^ r^rsir UJtb Kampffreudigkeit der Frau. KSninJS lne6.c auf dem Spiel als nur das vufwnmenleben mit dem Gatten; ihr ganzes

Sein und Wesen, chr geisttges Ich, chre Menschen, würde. Sie mußte sich in die Kraft finden, den emsigen Weg zu betreten, der zum Ziele führte, allerdings auch zum Haus hinaus.

Szene reihte sich an Szene, sie sah die Per­sonen! im Geist kommen und gehen, hätte sie sprechen, erst nach Stunden stand sie auf, ihren Mann zu suchen. Er war nicht im Arbeits­zimmer, auch im Erdgeschoß sand sie ihn nicht. Wahrscheinlich wartete er schon hn Techaus ober wartete auf der Brunnenpromenade, mit chr spa­zieren zu gehen. Aber s« fand ihn auch hier nicht.

So ging sie in das Teehaus zurück, welche im Sommer stets chr Lieblingsaufenthall war. Wie ehedem richtete sie sich auch jetzt wieder ganz im Teehaus ein. Platz war vorhanden, denn die Orangette stand im Freien. Ein einfacher, in der Mitte des Raumes stehender Tisch diente chr wie früher in den Fetten als Schreibtisch, seine Schublade enthielt das nötige Schreibge­rät. Sie legte sich Papier zurecht und begann mit einem großen Bleistifte zu fdjreiben. Zuerst langsam, dann schneller und schneller.

Es war die Szenenttnteilung des Stoffes von Hertha Loßberg.

Hanns vergaß alles um sich herum und hätte gar nicht, daß ihr Gatte zwei Stunden Jpäter am Teehaus vottiberging. Ec warf einen Blick hinein und blieb stehen.

Dann trat er in die Tur und hustete leicht. Die junge Frau fuhr auf und errötete, als sie ihren Mann vor sich sah.

Guten Tag", sagte er unb traf an die sich erhebende Frau heran. Er begrüßte sie mit einem .Bändedruck und fragte:

-Hust Du mich nicht vennißt, Schatz?"

Anfangs ja; ich wollte mit Dir ausgehen. Wer aber nicht zu finden war, warst Du. Da mußte ich mich $u tröffen suchen."

»Mich überkam es mit einem Mal", meinte er,ich mußte hinaus, zu grübeln und zu denkm.

Ich komme von Rodens Gedanken nicht los und mußte mit mir ins reine kommen."

Bist Du es?"

Einigermaßen. Ich verfief mich im Park vollständig. Dott hinten, wo Weg und Steg aushott, in Wiesen und Busch sand ich mich gar nicht zurecht. Da sind ja die Menschen noch spär- lick>er gesät als überall in Wilhelmsburg und es dauerte lange, ehe ich eine fühlende Seele um Rat fragen konnte.

Hanns nahm den Arm ihres Gatten und schritt mit ihm dem Hause zu. Er schien mitteil- samer Stimmung, die sie nicht ungenutzt vorüber- gehen lassen wollte.

Sie rief dem Mädchen zu, draußen auf der Veranda zu ferüieren und schritt mit ihrem- mahl inzwischen vor dem Hause aus und nieder.

Ich habe Dir die Hettha Loßberg auf den Schreibtisch gelegt."

Hm! Natürlich gefiel sie Dir nicht."

Weshalb? Weshalb natürlich? Die Novelle gefällt mir als solche ausgezeichnet."

Eben, als solche. Da ist ja das natürlich."

Du irrst, lieber Mann, ich finde sie einfach gut. Und ich gebe Dir unter allen Umständen zu, daß es solche Frauen und solche schwache Frauen gibt, wenn sie auch meiner Anschauung und. Den- kungsweise widersprechen. Ich bin auch durchaus Rodens Ansicht, daß die Novelle einen dramati­schen Stoss enthält, einen Kern, den herauszu­schälen der Mühe lohnen dürste."

Er sah sie an, es zuckte leicht um seine Augen. Und Hanns bemerkte nur zu gut, daß dies Be­rühren seines Schassens, feiner eigensten Domäne, ihm sehr unsympathisch war. Aber, was er sonst leicht tot, erfolgte heute nicht. Er sprach nicht Plötzlich von ganz anderen Dinge«, sondern sagte gleichgültig:

Ich habe mich entschlossen. Hertha Loßberg kommt nicht in den Druck, sondern wird umge. arbeitet."

Hanns schwieg. Ihre Wahrhettsliebe kämpfte einen Augenblick mit dem Wunsch, ihrem Gatten

nicht wehe zu tun. So war ihr das Mädchen will- kommen, welches meldete, der Tee fei auf der Veranda bereit.

Erst als sie ihre Hausfrauenpflichten erfüllt hatte, eine behagliche Stimmung sich bemerkbar machte, sagte sie:

Ich wttß nicht, ob ich es an Deiner stelle täte, die Hertha Loßberg uinzuändern. So fft sie gut und macht Dir Ehre."

Dochl Sie soll und wird besser werden."

Darf ich einmal offen mit Dir sprechen. Liebster?" fragte sie. _Du weißt, ich will Dich gewiß nicht kränken, ein ehrliches Wort kann das überhaupt nicht."

Bttte, ich bin in der Tat gespannt, dies ehrliche Wott zu hören."

Siehst Du, da bist Dir schon gekränkt", meinte sie zögernd.

Aber durchaus nicht," erwiderte er, etwas ge­zwungen au flachend.Aber das muß ich voraus- schicken, Rodens Urteil steht mir hoher."

Ich sagte Dir ja, daß ich seiner Ansicht bin. In der Novelle steckt ein starker dramatischer Stoss, und ttotzdem ließe ich sie so, toeil" ;

Nun, weil? Ich bin wirklich neugierig auf Deine Gründe."

Jetzt kam der Augenblick, vor dem Hanns sich fürchtete, der Monrent, in welchem sie hatt an-' einander geraten müßten. Und doch konnte sie ihn nicht verschieben. Ohne Kampf "fein Sieg,- unb sie wollte siegen. Nicht ihren Gatten be-, siegen, sondern Freundin und Gefährtin auf dem Wege werden, den sie gemeinsam gehen müßten.

Sie suchte nach Worten, denn sie wollte ohne jede Schärfe und Hätte reden, und sagte nach einigem Besinnen:

Deine Stärke, mein Liebster, ist die Novelle, der Roman. In der Schilderung von Menschen und Eharakteren, in der seinen Ausarbeitung Üeüf Deine Kraft."

(Fottstve - \\