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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Allustrirtes Sonntaas-latt.

Zweites Blatt

Höflichkeit gearbeitet worden, ohne den ge­ringste» unliebsamen Zwischenfall; dar sei eine gute Vorbedeutung für die schließliche Regelung. Die anderen Delegierten äußerten sich in gleicher Weise tote White. Zweifellos find die Delegierten in dieser Woche in nähere häufigere Beziehungen zueinander getreten al- vorher. Man hat Ver­trauen zu der Möglichkeit einer Lösung ge- Wonnen. Niemand verrät Nervofität. Alle arbeiten mit dem größten Eifer, vollkommenster Loyalität und Achtung aller Rechte.

Die Konferenz in Algeciras.

Die Arbeiten der Marokkokonferenz haben, so wird offiziös gemeldet, bisher einen durch keinen Zwischenfall gestörten Fortgang ge­nommen, und die Schwarzseher dürften auch für die weitere Entwicklung kaum Recht be­

Erschemt wöchentlich sieben mal.

Druck Md Verlag' Ioh. Aug. Koch, UniversttätS-Buchdruckerei 41.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

halten. Zu dem hundert Mal angekündigten Zusammenstoß zwischen deutschen und franzöfi fchen Forderungen braucht e8 garnicht zu kommen, noch weniger zu der ebenso ost prophezeiten Isolierung Deutschlands. In dem Maße, wie die Ansichten sich klären, wird vielmehr die lleberzeugung durchdringen, daß besondere An­sprüche, gegen die andere Möchte mit Frank­reich vereint, Front zu machen hätten, von Deutschland und für Deutschland nicht erhoben werden. Zu destnfiver Abwehr aber von Ver­schlechterungen der bisherigen Aussichten für eine internationale Erschließung Marokko« könnten sich wohl verschiedene Länder auf gleicher Linie zusammenfinden, nicht um dem Deutschen Reich, das zuerst diese Defensive ausgenommen hat, einen Gefallen zu tun, sondern weil ihre eigenen Interessen ihnen die unbedingte Unter­stützung fremder Monvpolbestrebungen nicht rötlich erscheinen lassen. Uns kann es nur willkommen sein. Wir haben von Ar lang an die Zukunft Marokkos nicht als deutsch-fran­zösische Frage, sondern als internationale Ange­legenheit behandelt. Sollte im weiteren Verlaus der Konferenz die Aufgabe dringlicher werden, ein besonderes Interesse mit dem allgemeinen in Uebereinstimmung zu setzen, so dürften vermit­telnde und mahnende Stimmen sich weniger an die deutsche Adresse zu richten haben, als an eine andere. In inspirierten Blättern Frank­reichs kehrt neuerdings der Gedanke wieder, die Konferenz dürfe nichts überstürzen, sie könne nicht ein vollständig neues marokkanisches Ver- waltungSshstem schaffen, wie seinerz-'t Bonaparte das französische, daS Reich des Scherifen laste sich nicht von heute auf morgen moderntsieren. In diesem Bremsen, diesem Nachlassen des Re- formeiserS können wir einen Anschluß an Auf fastungen begrüßen, die gerade von der deutschen Politik nicht erst in neuester Zeit vertreten worden find. Es wäre erfreulich, wenn dieser offiziöse Optimismus Recht behielte, jedoch ohne Einbuße für Deutschland.

Wie dasEcho de Paris" aus Madrid meldet, wollen gewisse Kreise wissen, daß SNamen dos Marokkoabkommen mit Frankreich und England nicht respektiere und für etgene Rechnung arbeite. Andererseits heiße es auch, Spanien werde im Einverständnis mit Deutschland handeln. Ferner soll sich jenem Blatt zufolge der marokkanische Delegierte in Algeciras El Torres zu der Frage der Polizei doch geäußert haben:Wir wollen unsere Polizei selber organisieren und über sie versügen. Wir werden diesen Standpunkt um jeden Preis verteidigen und nicht dulden, daß irgend eine andere Macht mit dieser Organisation beauftragt wird.

Algeciras, 26. Jan. (Agence HavaS.) Das Ausbleiben sensationeller Nachrichten ließ daS Jntereste der öffentlichen Meinung an der Konferenz stark abnehmen. Die Konsernz setzt ihre Tätigkeit beharrlich fort. Die Delegierten erklären einmütig, sie feien gekommen, um die Reformfrage in Marokko zu regeln und tat­sächlich eine dauernde Beruhigung zwischen den einander pegenüberstehenden Mächten herveizu- führen. Der erste amerikanische Delegierte White erklärte, bisher fei mit vollkommener

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JtS. ftö AnsertionSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 1V Pfg.

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Deutsches Reich.

Berlin, 26. Januar

Seine Majestät der Kaiser begab sich gestern morgen nach dem Königs. Opernhaus, um der GeneraU probe ?u der Vorstellung der Oper »Der lange Kerl beizuwohnen und nahm danach das Frühstück bei dem Generalintendanten von Hülsen ein. Später begab sich der Monarch nach dem Anhalter Lahnhof n«

Marburg

Sonntag. 28. Januar 1906.

ständiger befohlen. In mehreren Dörfern bet Waek-Gegend wurde« zahlreiche Personen mch gehängt oder erschaffen. Hunderte von Männe« und Frauen, welche revolutionärer Tendenz« verdächtig waren, wurden erbarmungslos durch» gepeitscht. In Kiew wurden drei Frauen weg« Teilnahme an der revolutionären Bewegung erschaffen. 25 Gouvernements find von bet Hungersnot betroffen unb entbehren des Saat» körn«. In der nächsten Saison will man trieb öffentliche Bauten vornehmen, um die Hunga leidenden, ruinierten Bauern zu beschäftig«. So soll ein Kanal zwischen dem Baltischen nnk Schwarzen Meer und ein anderer von Riga W Cherson gebaut werden.

Wilna, 25. Jan. (Laffans Bureau.) Die Polizei verhaftete hier gestern einen Mann, der beschuldigt wird, zu einer Terroristen-Grupp, zu gehören, welche die Vollstreckung des von bei Revolutionären gegen den Grafen Witte gefällten Todesurteils auf sich genommen hat. Die Po­lizei behauptet, am Montag oder am DrenStag dieser Woche hätte eine Bombe gegen SBitte geworsen werden sollen. Witte, erhielt eutf Warnung, er möge sein HauS nicht verlast« er tat dies jedoch trotzdem an beiden Tagen.

Moskau. 26. Jan. Der hier tagenh Konntest der AdelSmarfchälle erklärte tn einet Resolution, daß eine starke und gesetzliche Re> "ierungsgewalt weise, geeignete Maßregeln zur Niederwersung der aufständischen Bevölkerung und zum Schutze der friedlichen Bevölkerung vor Gewalttaten treffen müffe. Zur Beruhigung deS Landes und zur Stärkung der RegierungS» gemalt sei eS ferner unumgänglich notwendig, daß die Ueberzeugung vorherrsche, daß die Duma einberufen wird, und daß die Freiheit bet Wahlen und der ihnen vorangehenden Ver­sammlungen geschützt werde.

Petersburg, 25. Jan. Der Munster» rat sprach sich über die Zugehörigkeit bo* Regierungsbeamten zu politischen Parier« folgendermaßen aus: Beamten steht eS frei, noch ihrer lleberzeugung jeder beliebigen politi» scheu Partei anzugehören, mit Ausnahme der Umsturzparteien. Da ihre erste Pflicht darin i-esteht, ihr Amt gewiffenhaft zu versehen, darf ihre politi,che Tätigkeit in keiner Weise sie an der Erfüllung dieser Hauptpflicht hindern. Leiter von unabhängigen lokalen oder zentrale» V^rwaltungszweigen, denen die Begutachtung der ßeiRunqen von Subalternbeamten und bil Entscheidung über die auf Grund vorstehende, Prinzips statthafte Anteilnahme deS Der» waltunaspersonals an der Tätigkeit in politi­schen Parteien obliegt, dürfen die Stellung von Führern, Vertretern oder Mitgliedern von Bureaus oder Komitees nicht bekleiden.

«weste Telegramm«.

? Berlin, 26. Jan. Bel der Besetzung der durch die Mädchenschulreform stark vermehrten Lehr, stellen sollen besonders Frauen berücksichtigt wer- den. und die Neubildung dieser Lehrinstitute wird ohne jeden Einfluß auf schon bestehende Schulen vorgenommen werden.

Berlin, 27. Jan. DerReichsanzeiger" der- offentlicht die Ernennung des Gesandten von Tschirschky und Bögendorff zum Staatssekretär des Auswärtigen Amtes unter Verleihung des Charakters als Wirklicher Geheimer Rat mit dem PrädikatExzellenz". v. Tschirschky wurde gleichzeitig mit der Stellvertretung dos Reichs­kanzlers im Bereiche des Auswärtigen Amtes betraut.

Breslau, 26. Jan. Mit 31 gegen 28 Stim­men lehnten es die Stadtverordneten ah, 5000 Mark allen durch die russische Revolution Geschä» irigten zu überweisen. Sie bewilligten aber 5000 Mark für die aus Rußland vertriebenen Deutschen.

Köln, 27. Jan. DieKöln. Ztg." meldet aus London vom 26. Januar: Das schroffe Vorgehen des Präsidenten Castro gegen den französischen Geschäftsträger fand, wie zu erwarten, nicht die Billigung der in Caracas beglaubigten auswärti- gen Vertretungen. Der Doyen des diplomattschM Korps erhob im Namen seiner Kollegen Vor­stellungen bei dem Präsidenten Castro über die Behandlung, die er dem französischen Geschäfts­träger angedeihen ließ. Auch von dem deutsche Vertreter wurde der Schritt des Doyens gebilligt

Schloß Hohenburg, 26. Jan. Ich dem Be­finden des Großherzogs von Luxemburg ist eine leichte Besserung eingetreten.

Wie«, 26. Jan. Aus Anlaß des 150. Ge­burtstages Mozarts fand heute in Anwesenheit des Leiters des Unterrichtsministeriums, der Der- treter der Behörden, des Rektors der Universität, zahlreicher Professoren der Hochschulen, der Stu­dentenschaft und vieler Fesigäsie eine erbebende Feier statt.. Der akademische Orchesterverein und Gesangverein trugen den Werther von Mozart vor. Prof. Dr. Guido Adler hielt die Festrede.

Budapest, 26. Jan. Nach Nachrichten aus hiesigen politischen Kreisen hat die Audienz des Grafen Andrassy bei dem Monarchen bisher kein Ergebnis gehabt: doch ist die Hoffnung auf eine Verständigung noch nicht ganz ausgeschlossen.

Rom, 27. Jan. Nach einer Meldung des Giornale d'Italia" erließ der Papst einen zwei- ten Brief an die Polen, in dem er einige Punkte feines ersten Briefes vom 12. Dezember 1905 erklärt, die Unzufriedenheit in Polen hervorrie- fen,. und versichert, er denke nicht daran, daS Nationalleben in Polen beschränken zu wollen, er wolle im Gegenteil die Polen ermutigen, et noch intensiver zu gestalten.

Zur Laqe in Rußland.

Die Hilfstätigkeit für die Deutsch-Russen.

Vom Berliner Hilfsausschuß für die notleiden- den Deutschen Rußlands wird uns mitgeteilt, daß in der letzten Woche neuerlich 25 000 Mark für die notleidenden Deutschen Rußlands in den Ost­seeprovinzen selbst bewilligt und dieser Betrag dem Zentral-Hilssausschuß für die baltischen Pro- vinzen, der sich in Riga gebildet hat und für das ganze Gebiet tätig ist, überwiesen worden ist. Ferner irnrrbe ein Betrag von 4000 Mark nach Moskau gesandt und 8000 Mark dem bestehen­den Hilfsausschuß für die deutschen Rüchvanderer ans Rußland in Ostrowo bellnlligt, der ~bieie Summe für notleidende Rücktoanderer ftn Sinne der BesirÄnmoen de? Hilssaussckusies verwenden soll. Die Zahl derartiger Ausschüsse, die sich bisher gebildet haben, beträgt bereits 222, sogar im Auslande, z. B. von der deutschen Kolonie Roms sind Sammelstellen eröffnet worden. Ans Riga wird dem Hilfsausschuß geschrieben: Die Lage der zahlreichen Familien, die, durch die Revolution veranlaßt, hierher gezogen sind, kann dahin charakterisiert werden, daß dieselben hier dank dem Nollwndskomftee und dem nrit diesem Komitee Hand in Hand arbeitenden Dori­schen Frauenbund^ billige oder kostenfreie Woh­nungen erholten: vielfach ist auch freie Aufnahme einzelner Personen und ganzer Familien bemerk- stelligt worden. Denjenigen, die alle ihre Habe verloren haben, ist mit Wäsche und Kleidungs­stücken aebolfen worden. Denjenigen, die alle ihre Habe verloren halben, ist mit Wäsche und Kleidungsstücken geholfen worden. Die hier in Riga eingerichtete billige Sveiftkücbe wird stark in Anspruch genommen. Die meisten Familien haben noch so viel Geld retten können, daß sie die bringen äffen Bedürfnisse Mi reiten können: sie treten meisi erst an uns heran, wenn alle baren Mittel verausgabt sind, sodaß die direkten Eeld- unterstützunaen eben noch aus unfein Mitteln bewerkstelligt werden. Bald dürfte sich aber in dieser Beziehung das Bild verändern, da die sich steigernde Not immer größere Opfer ver- iangt.

Verschiedene Meldungen.

Petersburg, 26. Jan. General Linje- witsch fürchtet einen schweren Aufstand in Si­birien und hat deshalb die schleunige Entsendung von 140 000 statt 80 000 Mann verlangt, die auf dem Seewege in das voraussichtliche Auf- standSgebiet geschafft werden sollen. Die russische Regierung hat diesem Verlangen entsprochen. Sie beschäftigt sich außerdem mit Maßnahmen gegen die russische Agrarbewegung, deren Aus­bruch man im Frühjahr erwartet. General Orlow hat die sofortige Hinrichtung vieler Auf­

Zum Geburtstage Seiner Majestät Kaiser Wilhelms ll. am 27. Januar 1806.

3n beni alten Kaiserschlosse, bei der Lampe trautem , Schein,

die Hand das Haupt gestützet, sitzt der Kaiser ganz allein.

.Sinnend schaut er in die Ferne, aufwärts hebt er . seinen Blich

Schauet chrn zum Heer der Sterne, schauet aus sein Volk zurück.

c»$ater!" tönt's von seinen Lippen, .zeige mir den -. , , rechten Weg,

Such mein Volk an, wie es weichet immer mehr vom . rechten Steg.

Arr mein Streben, all' mein Lieben ist dem deutschen _ . Volk geweiht,

»ater, offne ihm d-e Augen, ach, vielleicht ist eS noch

Zeit!

Siehe wie so viel verblendet leben in dem eitlen Wahn,

Freiheit wollen sie erringen, wo es keine geben kann. Nur in Dingen dieser Erden suchen sie ihr einzig Glück »ater lenke du die Herzen wiederum zu dir zurück r Unb ein Engel trägt die Worte hin zu Gottes - ,,,, . Gnadenthron,

Deutschland, willst du glücklich werden, schar dich um v ... den Kaiserthron,

der edelste der Fürsten, betet für sein Volk und

_ Land,

»eulfdje Männer reicht zum Bunde heute alle Euch bi» Hand,

Freiheit kann nur da erblühen, wo die echte Treue wohnt.

Wo in Lieb' die Herzen glühen, wo man edle Taten lohnt

Wo in jedem Auge glärnrt jener helle, milde Schein, Wie ihn tren erfüllte Pflichten zaubern in daS Ang' hinein.

Lasset alle fest uns stehen um den Kaiser wie ein Mann,

Mögen rauhe Stürme wehen, Gott in mit «nS auf dem Plan.

Schaut im Geist aus jene Helden, die zur Größe uns geführt,

Gottesfurcht und wahre Treue hat sie allesamt geziert

Soll an diesem Festestage unser Kaiser glücklich fein' Dann muß Deutschland auch geschloffen treten für den Kaiser ein.

Deutsche Treue soll erblühen wiederum von neuem aus, Deutsche Liebe soll erglühen dis zum Himmel hoch hinauf.

Als die schönste Festesgabe bringen wir aus's neue heut Unsre Herzen. Für dich schlagen sie in Liebe allezeit. Wie die Sterne in der Höhe folgen stets des Mondes Bahn.

Folgen dir, geliebter Kaiser, Deutschlands Söhne Monn für Mann!

Breite mutig aus die Schwingen, stolzer Hohen- zollern Aar;

Mit Gott muß das Werk gelingen, wenn auch tobt der Feinde Schar.

Millionen deutsche Herzen rufen laut im Jubelton: »Heil dem vielgeliebten Kaiser! Heil dem Hohen» zollernsohn!

A. Joche«, Hngsührer bet Marburger Kreisbahn.

Aus Schule und Kirche.

+ Die Neugestaltung der höheren Mädchenschule. In diesem Monat wird im Krlltusministerium eine Konferenz stattsinden, die über die Reform der höh. Mädchenschule und der Frauenbildung beraten soll. Scwiel über die dort seitens des Ministeriums zu erwartenden Vorschläge befanni geworden ist, scheinen sie uns zu sehr diejenigen jungen Mädchen im Auge zu haben, die studieren oder Lehrerin werden wollen. Don der Gesamtzahl bilden diese beiden Gruppen nur einen kleinen Prozentsatz. Die Kardinalfrage in dieser Angelegenheit ist u. E. folgende:Wie erziehen wir körverlich und geistig gesunde Mut. ter für die gebildeten Kreile unseres Volkes?" Dieie Hauptfrage klar gesi-llt und im wesentlichen richtig beantwortet zu haben, das ist das Ver­dienst einer Denkschrift von C. Willms, die bei Goedel in Hannover erschienen ist und folgende Forderungen stellt:

Die zehnjährige höhere Mädchenschule ist die normale Bildungsstätte für die deutschen Frauen, damit sie ihren eigentlichen Lebensberuf in Haus und Familie in vollem Umfange auszufüllen im. stunde sind. Es ist wünschenswert, bewährte Lehrkräfte an höheren Mädchenschulen zur Be­ratung eines neuen Lehrplanes heranzuziehen. Derselbe soll nur die großen Gesichtspunkte ent­halten: die Ausführung im einzelnen bleibt den Lehrerkollegien überlassen. Dabei ist auf die Gesundheit und körperliche Kräftigung des weib­lichen Geschlechts ganz besonders Rücksicht zu nchmen. An die höhere Mädchensthule schließen

sich wahlfreie und allgemein bildende Kurse zur Ausbildung für den Hausfrauen- und Erzreherm- nenberuf. ©in über das 16. Lebensjahr hinaus- gehender Aufbau der Schule ist nicht zu emp- fehlen, da sie mit ihren Fortbildungskursen ihr Ziel in sich selbst zu suchen hat und damit ihre Aufgabe, ber Eigenart des weiblichen Geschlechts entsprechend, als erfüllt ansehen darf. Die Gym­nasialkurse, welche zum Umversitätsstudium vor- bereiten sollen, und die L eh re ri nne n -S erni na re mit ihren Uebungsschulen sind demgemäß künftig als Fachschulen und als selbständige Einrich- hingen von der höheren Mädchenschule zu tren­nen. Nicht zustimmen können wir dagegen dem Verfasser, wenn er meint, die Bestimmungen von 1894 bedürften einer umfassenden Umarbeitung. Dieselben haben sich in ihren Grundzügen be­währt, nur an einzelnen Stellen ist eine seit« gemäße Umgestaltung erforderlich; z. B. bezüg­lich des mathematischen unb naturkundlichen Unterrichts, vielleicht auch im Deutschen.

Sehen wir noch von wenigen untergeordnete» Punkten ab, so können wir nur wünschen, daß das Schriftchen bei dem bevorstehenden Reform­werk Beachtung findet. Allen, die sich eingehen­der mit dieser Frage beschäftigen wollen, sei el bestens empfohlen.

+ Der Landesverein preußisches V o I1 § f d) ul f e t> r e r i n n e n hat den Kultus­minister in einer Eingabe ersucht, die allgemein« Einführung eines biblischen Lesebuches in beit preußischen Volksschulen zu veranlassen. In t« Begründung wird u. a. gesagt, der Verein hab»' die Frage erwogen, was die Volksschule im fiamtj