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und Kirchhain.

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J12. tu Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile -der deren Raimi 10 Pfg.

Reclamen: die Zeile 25 Psg.

Marburg

Sonntag. 28, Januar 1906.

Erscheint wöchentlich siebe« mal.

Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UmversttätS-Buchdruckari 41. Jührg«

Marburg, Markt 2L Telephon SS.

Erstes Blatt.

Bestellungen

für die Monate Februar und März auf die

OberhdNNche Zeitnng" nebst ihre.: Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und LarübrieftrLgern entgegengenommen.

Königtum unö Mittelstand.

Ein Vorrrag, den der bekannte Mittelstands- Politiker rmd Heru-usgebec desHammers", Th. Fritsch, auf dein Dresdener Mittelstandstage ge­halten hat, ist nunmehr als Flugschrift im Hammer"-Verlage zu Leipzig erschienen. Wir empfehlen die Schrift aufs wärmste, da sie die Notwendigkeit, die Bedeutung und die Ziele einer kraftvollen Mittelstandspolitik ebenso knapp wie trefflich darlegt. Als Probe zur Darstellung geben wir folgende Sätze überKönigtum und Mittelstand" wieder, die gerade jetzt besonders zeitgemäß sind:

Der breite Mittelstand tu Stadt und Land ist berufen, der treue Schildhalter des K ö n i g t u m s zir sein. Er besitzt zwar im Augenblick weder Macht noch Ansehen, weil er seit Jahrzehnten Planmäßig mißachtet und zurück- gesetzt worden ist. Er selber ist sich seiner Be- dentung kaum noch bewußt, da er seit langem das Stiefkind und Ascbenürödel im Staate spielte und durch Partei-?,erivlitternng in sich selber ver­uneinigt Ivar. Aber er steht im Begriffe, sich sei­ner Neckne und Pflichten bewußt zu werden, er steht im Begriffe, alle kleinlichen Spaltungen und Entzweiungen zu überwinden und sich zu kraftvoller Einheit zusanMenzuschlicßen. Gelingt ihn: das, so wird er bald einen Achtung gebieten­den Faktor im öffentlichen Leben darstellen und in alle» öffenttichen Angelegenheiten seine ge- wichtige Stimme erheben. Der groß? Mittel­stand, zu dem wir nicht nur den Handwerker und Klein-Kaufnrann zählen, sondern alle Stände, die durch redlichen Erwerb ihr Dasein fristen: den Arzt, den Lehrer, den Richter, den Beamten, den Gelehrten, den Künstler, den Techniker, den Fabrikanten, den Bauer, den Gutsbesitzer, den Hausbesitzer, den sittlich, denkenden Arbeiter kurz, alle diejenigen, die mit oder ohne eige- neu Besitz in der Mitte stehen zwischen dem Groß-Kapitalisten und dem Tagelöhner dieser an Zahl so mächtige Mittelstand, der die große

44 l Nachdruck verboten.)

Die Brücke.

Roman von Willy Scharlan.

(Forttrtzung.i

»Nun, das soll mich nicht abhalten. Ihnen erneu Vorschlag zu machen. Vielleicht hören Sie einen. Augenblick zu, gnädige Frau."

Sie nannte .Hanns jetzt immer nur so, denn es verstieß gegen ihre Grundsätze, eine Frau mit bürgerlichem Namen anzureden.

Frau Oertel unterbrach das gleichgülttge Ge­spräch mit Herrn von Schulz rmd wendete sich der Frau vom Hause zu.

Sie entsinnen sich, liebe Frau Doktor, daß Exzellenz von Lingen das Grundsttick von einem Herrn aus Berlin kaufte, welcher mit der Absicht hierher .zu ziehen, es von meinem Bruder ein Jahr zuvor erstand."

Gewiß, ich glaube, Sie selbst erzählten es mir einmal."

Aus jener Zeit stammt auch die Verbiudungs- tür ztvi-chen unseren Gärten. Mein Bruder machte beim Verkauf einen großen Fehler, der mich immer ttef geschmerzt hat. Der Nußbaum am Zaun ist vor langen Jahrzehnten von meinem Vater ge­pflanzt worden, als beide Besitzungen noch in sei­ner .Hand zusammen waren. Das Sttick auf welchem der Baum sicht, gehörte aber stets zu un­serem Garten, bis mein Bruder es jenem Herrn aus Berlin überließ. Sie können sich denken welch hohen Affekttonswert der Baum mit dem Stückchen Erde für mich besitzt. So lange Erzellenz lebte, habe ich selbswerständlich nichts von meinem ähnlichen Wunsch verlauten lasten, jetzt mochte ich Ste bitte», mir das kleine Dreieck neben Ihrer W-.«?enrMise, das auch gänzlich unmotiviert in unseren Garten einsvringt, zurückzugeben."

Die Bucke de^ Ehepaares Oertel kreuzten sich.

r. er Gatte kam seiner Frau zuvor, welche im »u gen blick nicht wußte, wie sie sich dieser Ueber- |df[ic6-9 9e9mi6er verhalten sollte, und sagte

Mehrheit des Volkes umfaßt, ist in der Tat be­rufen, in der inneren Polittk eine ernste Berücksich­tigung zu finden. Nur er kann heute die breite Grundfläche abgeben, auf tvelcher Staat und Monarchie ihre Selbst-Erneuerung vollzichen können. Und der Mittelstand ist bereit, die Mo- narchie zu schützen! Dec rechtschaffene Bürger­und Bauernstand, der zu allen Zeiten den wahren Kern der Nation ausgemacht bat, der zu allen Zeiten treu zu König und Vaterland stand,, er fft jederzeit ein zuverlässigerTräger termonarchischen Idee gewesen. Er er­kennt in seinem König den Schutzherrn des sitt­lichen Rechts und des ehrliche:: Erwerbs, den Hüter der nationale» Wohlfahrt, den Schützer materieller und geistiger Güter. Fürst und Mittelstand müssen zu einander halten, denn sie haben sich gegen gemeinsame Feinde zu tvehren. Großkapital und dcmokrati- fches Proletariat sind ebenso sel)r Feinde der Monarchie, wie sie Feinde des Mittelslandes sind. Monarchie intb Mittelstand sind beide auf ein­ander angewiesen. Das Königtum, das den Mittelstand preisgibt, würde sich selbst preis­geben. Wir dürfen daher gettost behaupten: Die Monorchie hat keinen treueren Freund als den rechtschaffenen Mittelstand."

Nahrungsmittelfälschung nnb Presse.

Der Universitätsprofessor Dr. Hermann Mat­thes in Jena stteift in seinem soeben veröffent­lichten Bericht über die Tätigkeit des Nahrungs- niitteluntersuchungsamtes der Universität Jena im Jahre 1905, wie von dort geschrieben wird, dieses hochinteressante und wichtige Thema in einer Weife, die verdient, den weiteren Kreisen zugänglich gemacht zu werden, umso mehr als sie einem schweren liebet in unserem Handel und Wandel entgegentritt. Professor Matthes eine Autorität auf dem Gebiete der Nahrimgsmittel- fälschung batte eine kurze Uebersicht über die in Jena im Jahre 1903 und 1904 beobachteten Nahrungsmittelfälschungen in die Tagespreise gelangen lassen und lvar dafür von derDeut­schen Nahningsmittel-Rundschau" heftig mige- griffen worden. Gegen diese Angriffe wendet sich jetzt Professor Matthes. Ich halte es gerade für eine Hauptaufgabe der Ncchrimgsmittelunter- sncknngS-Anstalten bemerkt er unter anderem das Publikum über die Manipulationen, svelche gewissenlose Nahrungsmittelfabrikanten angeblich zurVerschönerung",Egalisierung" usw. der Lebensmittel anwenden, aufzuklären. Dio menschenfreundliche Tat.den Fabrikaten ein dem Auge wohlgefälliges Aussehen zu geben", geschieht seitens der Fabrikanten fast in allen Fällen, um der Ware zum Zwecke der Täuschmrg den Sckein einer besseren Beschaffenheit zu ver­leihen, um also dem Publikum die Beurteilung des ivahren Wertes der Ware unmöglich zu machen. Da z. B. in angeblichen Eiernudeln Ei

Solch ein Entschluß läßt sich erst nach reif­licher llebcrlegitng fassen, gnädige Frau. Der alte Nußbaum hat auch für dieFrau Doktor" einen sehr hohen Affektionswert. In ihm nahm sie die ersten Kletterübungen vor, in seinem Schatten hat sie manche schöne Stunde verlebt. Aber da­von abgesehen: gnädige Frau, das Grundstück würde durch ein Abtreten des fraglichen Dreiecks unbedingt viel von seinem Wert verlieren, ein Umstand, der schwer ins Gewicht fällt, Wenn es einmal verkauft werden sollte, wovon Sie ja so­eben noch zu mir sprachen."

Aber Herr Doktor," warf Herr von Schulz ein,Nüsse haben hier bei uns doch gar keinen Marktwert."

Daran dachte ich auch gar nicht," erwiderte Oertel lächelnd,ich meine, das Stückchen Gar­ten, welches Ihre Frau Gemahlin zu besitzen wünscht, repräfentiert einen hohen Wert durch den darauf befindlichen Tiefbrunnen."

Das verstehe ich nicht, entgegnete Herr von Schulz, der aber doch sichtlich verlegen wurde, während seine Frau die Unterlippe vorschob, und ihn am Weitersprechen hinderte, indem sie sagte:

Sie haben ja die Wasserleitung in Haus und Garten."

Allerdings, aber das Brunnenwasser ist viel besser, wie ich mir habe sagen lasten, ist es von dec einzigen, stets fließenden Tiefquelle der Ge- geicd gespeist und dann kann die Wasserleftung auch einmal versagen. Sehr schön ist sie so wie so nicht."

Papa ließ de» Brunnen erst bohren," er­gänzte Hanns.

Fmu von Schulz setzte sich straff in Positur und runzelte die Stirn. Mit dem Manne war überhaupt nicht zu verhandeln. So wendete sie sich an die junge Frau und sagte:

Nun, was meinen Sie, Frau Doktor? Ihr Mann lut gerade, als wollte ich mir den reellen Wert durch das kleine Stückchen Garten aneig­nen. Meine Gründe sind idealer Natur, dat muß ihnen doch einleuchten."

nicht oder ht nicht in Betracht kommenden Men­gen enthalten ist, so wird die Ware eben gelb ge­färbt (1), um das Publikum in den Glauben zu versetzen (!), zur Herstellung der Ware sei recht viel Ei verwendet worden. So lange es noch Sachverständige gibt, welche alle Handelsmiß- bräuche als .Handelsbräuche entschuldigen und für ganz minderwertige Waren Reklamegutachten ausstellen, so lange halte ich es als Gegengewicht für eine der vornehmsten Aufgaben der Nah- rungsmitteluntersuchrtngsanstalten, , das Publi­kum soweit aufzuklären, daß es weiß, auf welche Punkte es beim Einkauf der wichtigsten Lebens­mittel zu achten hat, um sich bis zu einem gewissen Grade selbst schützen zu können. Das Publikum soll aber ferner wissen, daß durch die Gründung der Nahrimgsmitteluniersuchungsanstalten , em Schutz gegen die lieber griffe der Nahrungsmittri- fälscher geschaffen ist. Es ist nicht Sache dieser Anstalten, nur in der Stille zu wirken. Nein, der unehrliche Handel soll öffentlich angegriffen werden. Nur so wird es möglich fein, tatsächlich bestehende Mißstände zu befeitigen. Der Hinweis, der deutsche Handel könnte im Auslande an An- sehen leiden , wenn die vielen Beanstandungen bekannt würden, ist gänzlich unrichtig. Im Gegen­teil gewinnt der reelle deutsche Handel mit Lebens­mitteln, wenn bekannt wird, in tvelcher Weise ht Deutschland die Nahrungsmittelkontrolle ausge­übt wird. Wenn die unlautere Industrie an den Pranger gestellt wird, so gewinnt stets, der reelle Fabrikant. Die größte Strafe für einen Nah­rungsmittelfälscher ist stets die Publikation des Urteils. Es ist im höchsten Grade bedauerlich, daß nicht viel mehr diese wirksamste Sttafbestim- mung des Nahrungsmittelgesetzes vom 14. Mai 1879 angewendet wird. Wie schnell würden zum Beispiel manche Milchhändler das Panschen lasten, wenn ihr Naim als Fälscher bekannt ge­geben würde! Aus diesen gründen wird Pro­fessor Matthes nach wie vor kurze Berichte über die Untersuchuitgsermchnisse veröffentlichen. Auch eine Besprechung wichtiger Urteile, sowohl frei- sprechender wie verurteilender, hjjlt Matthes für sehr angebracht und zweckmäßig, um das Publi­kum aufzuklären, manche Händler zu warnen und durch Belehrung auch vor Gesetzesverletzungen zu behüten und vor Strafe zu schützen. Daß die Matthesschen Anschauungen durchaus richtig und stichhaltig sind, dürfte jedem verständigen Men­schen einleuchten und nur dem Fälscher selbst un­angenehm sein. Aufgabe der Presse aber, an die Matthes mit Recht avvekliert, wird es fein, die Bestrebungen des Jenenser Gelahrten zum Besten des Publikums zu unterstützen.

Umschau.

Ministerielle Heimatpflege.

Vom Ministerium für öffentliche Arbeiten und dem des Innern ist für sämtliche Regierungs­präsidenten Ende Dezember ein Erlaß zugegan­gen, der folgenden Wortlaut hat:

Frau Hanns war in Verlegenheit. Sie wußte wußte genau, daß es der Brunnen war, welcher die Begehrlichkeit der alten Dame reizte, denn mit demselben gewann der Schulzsche Garten ganz bedeutend an Wert. Um ihn benutzen zu können, ivar die Tür im Gartenzaun erst von ihrem Vater angebracht, sie bestand früher nicht, wie Frau von Schulz erzählte. Ohne diese Tür aber mußte jode Gießkanne Wasser einige hundert Schritt weit getragen werden.

_ Als Aequivalent dafür gestattete Frau von Schulz den Singenfeben Dienstboten gern den Durchgang durch Garten und Haus, wodurch der Weg zur Stadt um mehr als die Hälfte verkürzt tvurde.

Der alte Nußbaum bot nur einen angenehmen Vorwand.

Ich habe nicht die Absicht zu verkaufen," er­widerte sie nach kurzem Uebeclegen.Wir wer­den freilidi dauernd nicht hier wohnen, aber trotz, dem. Jedenfalls kann ich für den Augenblick keine Antwort auf Ihren Wunsch geben, ich muß erst Fachleute hören. Und wenn diese die Ansicht meines Mannes bestätigen sollten"

O, bitte," fiel ihr Frau von Schulz in gerade­zu eisigem Ton in das Wort,sprechen wir nicht mehr davon. Unsere Anschauungen über den Wert irgend einer Sache, ich meine für die Fa­milie, gehen wohl sehr auseinander, Frau Doktor. Die Sache fft für mich vollständig erledigt."

Als das junge Paar gewohnheitsmäßig durch den Garten seinem Besitz zuschritt, sah ihm Frau von Schulz mit bitterbösem Gesicht nach. Ihr Enffchülß stand aus ihrem Gesichte geschrieben.

Trotz ihvor Abneigung gegen solche Eindring­linge war sie vorher entschlossen, das Protektorat über die Leute weiter zu übernehmen und die ge­botene von Lingen nicht ganz fallen zu lassen. Jetzt aber war dieser Doktor nebst Frau voll- ständig erledigt. Wer so wenig weiß, was sich schickt, wie man seine Dankbarkeft beweffeu auch, -Hkhört nicht in die Gesellschaft.

Die in den letzten Jahren fast überall 8* machte Wahrnehmung, daß das malerische Auf­sehen der Dörfer und Stätte im Schwinden be­griffen ist, hat den Regierungspräsidenten in Trier und letzthin auch den Regierungspräsiden­ten in Minden veranlaßt, einen Wettbewerb zur Erlangung von mustergiltigen Entwürfen für Bauern- und einfache Bürgerhäuser auszu- schreiben.

In beiden Fällen hat das Vorgehen zu einem nach jeder Richtung hin befriedigenden Erfolg« geführt. Als Ergebnis des vom RegierungS- Präsidenten in Trier ausgeschriebenen öffentliche» Wettbewerbes bietet sich die Vorbildersammluns für Entwürfe einfacher Bauern- und Bürge» Häuser im Regierungsbezirk Trier dar, die 1904 im Verlage von Soemann u. Co in Leipzig er­schienen ist. In gleicher Weise beabsichtigt, be» Regierungspräsident in Minden, die preisge­krönten und auch die sonst als besonders gut va> verwertbar anerkannten Entwürfe durch Ver­öffentlichung allgemein nutzbar zu machen.

Abdrucke der denmächst erscheinenden Saum»- lung sollen außerdem bei den Landräten unö Kreisbau beamten zu jedermanns Einsicht offen- gelegt werden.

Wir können diese Bestrebungen nur als sehr dankenswert bezeichnen und stellen den Herren Reaierunasvräsidenten ein ähnliches Vorgehen anheim, sofern es in ihren Bezirken nach den ört­lichen Verhältnissen erwünscht erscheinen und Er. foh verheißen sollte. Die Regierungspräsidenten in Trier und Minden sind von uns ersucht wor­den, die dort gemachten Erfahrungen auf An­fragen hin mitzuteilen."

Es ist erfreulich und gibt eine gewisse Sicher­heit die 9i,r .ft, daß die Bestrebungen des Heimatschutzes, die bisher nur in Privatkreisen und von einer iür*eren Architektenschule gepflegt werden, nun am* reaieningsseitig so warm an- cekannt und durch die Tat unterstützt werden.

Die Bevölkerungsbewegung de- Deutschen Reiches 1900-190 5.

Die bedeutsamste und allgemein bekannte Tat­sache auf dem Gebiet der Bevölkerungsstatistik ist tie jährliche Vermehrung der Reichsbevölkerung um etwa 800 000 Menschen. Es wird jedoch in­teressant sein, diese Tatsache e!m.is näher zu br teuften, um aus ihrer historischen Entwicklung und ihrem Zusammenhana mit anderen Erschei­nungen, insbesondere der Wcmderunasbewegung, die Schlußfolgerungen in Bezug auf künftige Not­wendigkeiten nach Möglichkeiten zu erleichtern. Die Zunahme betrug im Jahresdurchschnitt 1881-91 0,433 Millionen oder 0,9 vom Hundert 1891-1901 dagegen 0,71 Millionen ober 1,3 von Hundert und stieg 1901=1905 trotz der Nachweher d: Wirtschaftskrise auf 0,82 Millionen oder 1,4 v. H., zeigt also eine ununterbrochen steigende Tendenz. Wo 1816 25 Millionen lebten auf dem heutigen Reichsgebiet waren es 1875, nach zwei Menschenaltern, 43 Millionen, sind es

Ich habe vielleicht gegen Deine Absicht der Dame eine abweisende Antwort erteilt?" sagte Oertel.Du hast mich nur nicht bloßstellen wolle« und schwiegst."

Sie standen am Brunnen, von dem die Pro­menade ihren Namen führte.

Nein," erklärte seine Frau.Ich glaube Frau von Schulz legte unseren Besuch so aus, als bäten wir, uns in Schutz zu nehmen. Eine Lieb fft der anderen wert, dachte sie, und"

Das ist sehr wahrscheinlich, aber sie mußt» Dich doch kennen."

Scheint nicht so. Mein Besuch galt ja cmck mehr ihm als ihr, denn er ist ein guter Mensch, der stets anhänglich und nett zu Papa war. Er hat nur eine schleckte Seite seine Frau. Sie hat die ihr günstig ersckrinende Gelegenhett be­nutzt, einen längst abgekarteten Plan zur Aus­führung zu bringen. Er darf aber nichts dagegen sagen."

"So war es vielleicht gut, daß ich mit von der Partie war."

Sie nickte, nahm seinen Arm und ging einige Male mit ihm die Brunnenpromenade auf und ab.

Gegen Aben-d kam das Zimmermädchen, wel­ches eine Besorgung in der Stadt machen folltq, imb meldete:

Gnädige Frau, die Tür zu Rittmeisters Gar­ten ist verschlossen, das war noch nie. 9hm muß ich außen herum."

Aber das geht ja gar nicht," erwiderte Hanns,es ist ja kein Schloß an der Tür."

Doch! Drüben ist eine Kramme eingeschlagen, em Vorhängeschloß fft angemacht. Ich kann nicht durch."

Hanns wurde etwas rot, bann sagte fie in; ruhigem Tone:

So müssen Sie anders hemmgeheii, Agnes."

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