mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Zllnstrirtes Sonntaasblatt.
«Nachdruck verboten.).
will ich gar nicht sagen, daß es sofort geschehen solle. Ich will Dir meine Ansicht nur zur Erwägung stellen, und die ist, daß es mir in jeder Hiirsicht am besten erscheint, die Besitzung geht in andere Hände über."
Die junge Frau zuckte zusammen. Sie entzog ihm rasch ihre Hand und wendete sich mit einem scharfen Ruck ganz zu ihm herum.
„Weshalb?" fragte sie. „Vergiß nicht, daß ich hier meine schönsten Jahre verlebt habe, hier so glücklich war."
„Das vergesse ich durchaus nicht, und ebenso wenig, daß es Dir schwer fallen muß, Dich von diesem Eigentum zu trennen. Ich stelle es ja auch nur zur Erwägung, und habe ausdrücklich betont, daß von einer klldigen Ausfiihrung gar nicht gesprochen wurde. Vergiß aber auch nicht, daß dieser Besitz mehr kostet, als wir auf einen Sommeraufenthalt verwenden können, und mehr als ein Sommeraufenthalt kann er uns nicht sein."
„Das wird nicht geschehen," sagte sie kurz und stand auf.
„Weshalb? Ich meine, Du hast eine gewisse Verpflichtung, Gründe für diese schroffe Weigerung anzugeben. Ich belegte meine Absicht, nach Berlin zurückkehren zu wollen, auch mit Gründen."
„Gewiß, — Gründe genug. Sie alle aber könntest Du schließlich entkräften. Nur einen nicht."
„Und der wäre?"
„Ich habe Papa auf dem Sterbebette das Versprechen gegeben, die Villa mindestens zehn Jahre lang in meinem Besitz zu behalten. Ich brauche weiter also nichts anzuführen."
Derlei erhob sich mit einem Ruck und schob seinen Stuhl zurück, so daß seiner Frau der Weg frei wurde. Eine Helle Röte stieg ihm in das Gesicht, aber er beherrschte sich und sagte scheinbar ruhig: •' ........ ..
Zur Lage in Rußland.
Aus Leu OKskk-rovinzeu.
Wenden (Gouvernement Livland), 24. Jan. Die Ankunft der Truppen des Generals Orlow in Walk hat der revolutionären Bewegung in den Kreisen Walk und Werre ein Ende gemacht. Auch das Vorrücken der Truppen nach Pernau und Riga hatte guten Erfolg.
Riga, 24. Jan. Gestern Abend wurde im Zentrum der Stadt eine Patrouille mit Re- volverschüssen angegriffen. Zwei Soldaten wurden verwundet. In der Moskauer Vorstadt wurde eine Polizeiabteilung, welche einen politischen Gefangenen mit sich führte, angegriffen. Der Angriff wurde zurückgeschlagen, die Angreifer entkamen.
Petersburg, 24. Can. (PeterSb. T.-A.) Nachrichten aus Livland zufolge, hat ein Teil der dortigen Bevölkerung, eingeschüchtert durch daS energische Vorgehen der Truppen, die Waffen niedergelegt und die Führer ausgeliefert; letztere werden erschoflen. Ein anderer Teil der Bevölkerung flüchtet in die Wälder. Am 22. Januar wurden in Fellin 45 im kriegsgerichtlichen Verfahren zum Tode verurteilte Personen erschossen.
Mit au, 24. Jan. (PeterSb. Telegr.-Agt.) Aufständische auS Livland überschritten die Düna und gelangten nach Tumsdorf, wo sie die Kasse der Verwaltung beraubten und die amtlichen Schriftstücke verbrannten. Sie zerrissen die Bilder des Kaisers, die sie vorsanden, und nahmen die Verwaltungsstempel mit.
Erscheint wöchentlich sieben nat.
Dnick und Verlag- Joh. Aug. Koch, UmversttätS-Buchdrinkerei 41. JlMg» Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
fieren. Der Artikel enthält außerdem die Meinung des englischen Generalmajors Fredmc Maurice, der sich interviewen ließ und dabei foU gen de Ansicht entwickelte: Maurice erklärte von vornherein, an keinen Krieg zu glauben, ist aber überzeugt, daß für den Fall, daß Frankreich von Deutschland angegriffen werden sollte, Enaland eine Armee nicht in Schleswig-Hokstcin, sondern in Dänemark lande« würde. Von Ziußland und England gedrängt, müßte sich Dänemark diese Invasion ruhig gefallen lassen. Das englische Lan- dnngskorps, von der englischen Flotte auf beiden Flügeln unterstützt, könnte sich auf dänischem Boden in aller Ruhe formieren (??) und dann gegeil Schleswig losmarschieren. Jnzwislhen würde in England die allgemeine Mobi-.^enmg vor sich gehen. Generalmajor Maurice behauptet, daß man der Zustimmung des englische,, Volkes i« einem solchen Kriegsfälle vollständig sicher wäre. Auch Japan würde mit seiner Marine intervenieren, indem es Hand auf die deutschen Bcsitumgen legte. Das „Echo de Paris" erklärt zu diesem Interview, daß die Meinung des Ge- tierals Maurice von verschiedenen hohen englischen Offizieren geteilt werde, und hofft zum Schluffe, daß England binnen 24 Stunden 80 000 Mann gegen Deutschland zu mobilisieren iinstande sein werde.
Eigeusllwft ift immer unschön, bei einem Schrift, stellar ist sie ein Verbrechen. Abgeschlossenheit erzeugt Düftelei und Grübelei, wahre Schaffenskraft entsteht nur im lebendigen Verkehr mit ankeren. Wir aber, Schatz, wir haben beide nicht genug gelernt, um darauf verzichten zu können."
Hanns nahm auf dem Klaviersessle vor dem geschlossenen Flügel Platz und stützte den Kopf in die Hand. Ihr Gatte zog einen Stuhl heran und setzte sich neben sie.
Wir wollen alles in Ruhe besprechen, denn ich fühle gerade wie Du, daß hier eine tiefgebende Ansichtsverschiedeicheit zwischen uns zutage tritt," sagte er und faßte ihre rechte Hand, welche er sanft streichelte. „Wenn man lernt, von außen Herangeführtes im Gehirn verarbeiten will, dann geht man in sein stilles Kämmerlein, in die Einsamkeit. So ist es Dir in den letzten Jahren ergangen. Anders aber, wenn man selbst schaffen, selbst produzieren will, dann — ist es eben anders. Und schließlich — entschuldige, daß ich das erwähne, aber es muß fein — auf mich kommt es bei der Wahl unseres Aufenthaltsortes am meisten an, nicht wahr? Du lieber Gott, wie schnell würden mich die Leute vergessen haben, in Jahresfrist könnte ich Chefredakteur des Wilhelmsburger Käseblattes werden."
„llcbertreib doch nicht, .Hans," sagte sie. „Dein Verleger wird sich den Verlag Deiner Bücher nicht entgehen lassen. Sie bringen Geld."
„Ja, jetzt? Aber es würde weniger werden, viel weniger, wenn nicht immer in den großen Zeitungen Artikel Essays und kleine Geschichten von Hans Oertel ständen. Das ist Reklame, aber wir bedürfen derselben wie kein anderer."
Er rückte nahe an seine Frair heran, welche starr vor sich bin blickte, und redete eifrig auf sie ein.
„Halte mich nicht für pietättoS, wenn ich im Anschluß an das, was soeben gesprochen wurde, auch weiter offen meine Ansicht äußere. Damit
„Dann freilich! So werden wir in den sauren Aepfel beißen müssen, unseren Aufenthalt im Sommer teuer genug bezahlen zu müssen. Es liegt mir selbstverständlich fern, der Besitzerin von Villa Lingen irgendwelche Vorschriften zu machen." „
Hanns trat rasch zu ihm, schlang die Arme um feinen Hals und küßte ihn.
„Du mußt nicht fo sprechen," rief sie. „DaS ist nicht in der Ordnung. Also , wenigsten» Sommeraufenthalt in der schönen Zeit, wo alles grünt und blüht. Und setzt bleiben wir hier, nicht wahr? — Bis zum Herbst, bis das Laub, welches jetzt kommt, wieder von den Bäumen fällt. Wie mich das freut!"
Sie dachte, daß Zeit gewonnen, viel gewonnen hieß, und er stand viel zu sehr unter dem Zauber ihrer fraulichen Reize und dem Bann ihrer herzgewinnenden Persönlichkeit, als daß er hätte nein sagen können.
Er stand ihr zu, was sie wünschte. Den Sommer über wollten sie in Wilhelmsburg bleiben. So war zwar keine Brücke geschlagen, aber ein Notübergang über die Kluft geworfen.
„Und nicht wahr?" fragte sie, „hier wirb Dein Arbeitszimmer eingerichtet? Ich werbe mäuschenfttll sein, damit Du nicht gestört wirst, Ni-mals wird der Vorhang gelüstet werden, wen« Du es nicht wünschst."
„Das Zimmer an und für sich, — nun,fa, das ginge schon, aber — der Vorhang genügte nicht. Die Tür muß eingehängt »erben. — Ja-, wirklich! — Es würde mir stets sein, als ständ« jemand hinter mir und sähe über die Schulter» in meine Arbeit. Ich werde nervös davon werden."
„Da sst nichts zu machen," erwiderte Hann» mst eigentümlich vibrierender (stimme; „es gibt keine Tür. Aber wen« Du willst, werde ich einh beim Tischler bestellen.* ,
(Fortsetzung folgt.)’ j
Marburg
Freitag, 26. Januar 1906.
Die Konferenz in Algeciras.
Algeciras, 24. Jan. (W. B.) Die Konferenz ist heute Vormittag 10 Uhr wieder zusammengetreten, um die Frage des Waffen- schmuggels weiter zu beraten. — Zu Ehren des Namenstages des Königs von Spanien hatten die auf der Reede liegenden Kriegsschiffe gestern Abend eine Illumination veranstaltet und boten einen herrlichen Anblick. — Die Vertreter der französischen Presse hatten am gestrigen Abend zu Ehren ihrer spanischen Kollegen eine Gesellschaft veranstaltet, in der eine Anzahl Redner dem Wunsche Ausdruck gab, daß die Konferenz einen glücklichen Ausgang nehmen möge.
Im Verlauf der gestrigen Sitzung wird die in zwischen übersetzte Rede de8 marokkanischen Gefaudten zur Kenntnis gebracht. Der darin entwickelte Standpunkt gedenkt zunächst de8 Aufstandes, der im Augenblick, als der Sultan die Reform durchzuführen strebte, alle Kcäfte auf feine Niederwerfung konzentrierte. Nachdem Spanien Algeciras den Mächten zur Verfügung stellte, rechnet Marokko auf deren Rat und Beistand, um gute Reformen nach einstimmiger Annahme, konform dem Wunsche des Sultans zu diskutieren. Speziell zu prüfen wäre: 1. die Organisation der Polizeimacht in den Haupt- Plätzen, von wo man schrittweise im ganzen Reich vorzudringen hätte; 2. Verbesserung des Finanzwesens, Unterdrückung deS Schmuggels im allgemeinen und der Einfuhr von Kriegs- und Jagdwaffen ohne scherifischen Befehl; 3. Kurs der marokkanischen Valuta; 4. Eintreibung der Bodensteuer von Marokkanern und Schutzuntertanen; 5. neue Einnahmen und Errichtung einer Bank; 6. Anwendung der Bestimmungen de« Madrider Vertrags; 7. Frage der Leitung öffentlicher Verbesserungen in den Häfen und anderwärts.
Algeciras, 24. Jan. Von Tanger an- kommende Mauren berichten, daß da? gänzliche Ausfuhrverbot des Sultans betreffend den Waffenhandel erneuert wird. Auch wird verlangt, daß die Kabylen ihre Waffen vor dem 'Betreten der Stadt niederlegen.
Algeciras, 24. Jan. Verschiedenen Blättern wird über das Obstrukfions-Svftem be- richtet, welches die marokkanischen Delegierten einschlagen. Dec „Tribuna" zufolge machen die marokkanischen Vertreter gute Geschäfte, indem sie Dokumente und amtliche Berichte an Journalisten bertaufen. Sie seien ohne Geldmittel nach Algeciras gekommen und die svanische Regierung trage alle Kosten ihres Aufenthaltes in Höhe von mehreren Hundert Pesetas pro Tag.
Im Kriegsfälle betitelt sich ein Artikel des „Echo de Paris" übgr die englische Armee, worin hauptsächlich die Frage besprochen wird, welche Hilfe Frankreich eventuell von England zu erwarten hätte. Großbritannien, so heißt es, könne allenfalls eine Million mobili-
Die Hilfstätigkeit für die russischen Deutschen. 1 Zu gunsten der Deuffchen Rußlands soll demnächst ein Werk erscheinen, zu dessen Herausgabe sich eine Anzahl der hervorragendsten Balten, die Deutschland tätig sind, vereinigt haben. DaS prächtig ausgestattete Werk gibt einen vorzüglichen Ueberblick vom Leben der Balten und der Betätigung des Deutschtums in Rußland. Das Heft soll für den Preis von 1 Mark verkauft werden. Der Gesamterlös wird zu gunsten der Ge- schädigten abgeführt.
Die neueste Sammelliste des HilsS- g u s s ch u s s e s für die notleidenden Deutschen Rußlands bestätigt bis zum 20. Januar den Eingang von insgesamt 155 564,46 Mark.
Aus Siidrußland und dem Kaukasus lauten die Nachrichten andauernd ungünstig. In Wladikawkas töteten die Soldaten einen Po- i lizeikommissar, welcher in die Kaserne gekommen war, um eine Untersuchung über die Ermordung zweier Prostituierten einzuleiten. Die Soldaten erließen alsdann einen Ausruf an die Bevölkerung, meuterten gegen ihre Vorgesetzten und griffen die treu gebliebenen Truppen an, woher es zu einem großen Blutbade kam. Darauf wurde in der Stadt geplündert. Die Lage der ganzen Gegend ist äußerst ernst.
Jelissawetpol, 23. Jan. Die Streitig, feiten, die am 30. November zwischen Tataren und Armeniern begonnen haben, dauern noch un* geschwächt fort. Eine Menge Ortschaften sind zerstört worden.
Tiflis, 24. Jan. Der zur Säuberung deS Tunnels bei Suram aboelassene Militärzug fuhr bis zur Bahnstation Nion, etwa 10 Kilometer von Kutais. Bei Kwirily fand ein Zusammenstoß von Truvven und Aufständischen statt, wobei viele getötet wurden. Kwirily steht in Flammen. Die Wiederherstellung des Verkehrs mit Datum ist bald zu erwarten. In Sotschi haben die Auf- ständigen ihre Waffen auSgcIiefert.
Petersburg, 24. Jan. In Noworossysk herrscht ein neuer Aufruhr. Die Stadt wird f bombardiert. Gerüchtweise verlautet, das Ge- j schwader des Schwarzen Meeres bombardiere' auch Datum, nachdem sich als unmöalich herausgestellt, die in den Händen der Aufrührer befind- sichen Befestigungswerke von der Landseite aus zu nehmen.
Odessa, 24. Jan. Die Revolutionäre haben mittels Bomben eine Gendarmerie- Station in die Luft gesprengt.Die Zahl der Opfer ist noch unbekannt, den Tätern gelang es zu entkommen. Bei der eingeleiteten Untersuchung entdeckte die Polizei ein Bombendepot, welches zur Verhaftung von 35 Personen führte. Ferner wurde in Odessa der Vorsitzende der nationalen Vereinigung von Matrosen der russischen Handelsflotte verhaftet.
Während des Wasserweihfestes fanden auch in Kischinew und ganz Bessarabien blutige antise- mifische Tumulte statt. Viele jüdische Häuser wurden geplündert und niedergebrannt.
Die Brücke.
Roman von Willy Schartan.
(Fortsetzung.»
„Ja, Dich, Dich habe ich hier. Aber Dich habe ich überall, in Berlin, wohin wir uns begeben. Das ist fein Vorzrig von Wilhelmsburg, sondern ein Glück, welches ich überall habe. — UebrigenS haft Du die wenigen Lichtseiten von Wilhelms- bürg sämtlich auf geführt, die tiefften Schatten aber verschwiegen."
„Und die wären? Wer wie ich so das pro betont, muß natürlich auch berat fein, das contra zu hören."
„Auch Du wirst keinerlei Verkehr haben. Liebste, und einige Menschen gebrauchst auch Du. Die Damen Ser hiesigen Gesellschaft werden Dich aus zwei Gründen zurückweisen. Du bist ihnen geistig überlegen, das verzeiht überhaupt niemand, und Du hast mich genommen, das verzeihen sie Dir als Mitglieder der Gesellschaft nicht."
„Ich habe diesen Verkehr nie gesucht, ich werde mich auch in Zukunft zu trösten wissen."
. ..Gewiß, ich schätze Dich viel zu hoch, um das nicht von vornherein anzunehmen, aber einen Er- zu finden, halte ich für unmöglich. Erlaube, iw werde Deine Einwendung entkräften, ehe sie ausgesprochen ist. Natürlich gibt es hier auch -benschen, sehr nette Menschen, mit denen es sich '.valirscheinlich sehr angenehm verkehren läßt, — verkehren ließe, denn — als Lückenbüßer werden sie fich nicht benutzen lassen wollen/
„Du magst recht haben, — im Anfang sicher, ~ aber das wird sich mit der Zeit finden, sicher, »lud haben wir uns nicht? Können wir uns nicht selbst genug sein?"
»Vielleicht hn Anfang, Sann würde uns dec Trieb geistiger Selbsterhaltung einfach von hier lottzwrngen. Sollen wir einfeitg werden? Diese
Bestellungen
für die Monate Februar und Marz auf die
„OberhrlMche Sei tritt g" nebst ihren ^Beilagen werden von unserer Expedition Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch. Hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Landbriefträgern entgegengenommen.
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Neueste Telegramme.
Berit«, 24. Jan. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Der Kaiser sandte heute seinem Flügeladjutanten v. CheliuS zu dem brasilianischen Gesandten mit dem Auftrage, dem Gesandten die Teilnahme des Kaisers an der Katastrophe der „Äquidaban" auszudrücken und ihn zu bitten, biefe Kundgebung auch dem Präsidenten der Republik Brasilien zu übermitteln.
Serltn, 25. Jan. Graf Finkenstein hat im Herrenhause folgende Interpellation eingebracht : „Erscheint es der Staatsregierung möglich, die vaterländsfeindlichen Unternehmungen der Sozialvemokratie mit den Mitteln der bestehenden Gesetzgebung erfolgreich zu bekämpfen?"
Berlin, 24. Jan. Graf Götzen telegraphiert aus Dar-esSalaam folgendes: <auptmann Nigmann meldet den Ueberfall einer Abteilung des Likrninda-PostenS auS dem Hinterhalt. Ein Effendi (farbiger Leutnant) und elf AskariS fielen tapfer kämpfend Nach dem Eintreffen von Hilfe unter Oberleutnant von Krieg floh der Feind nach der Ulanga-Ebene zurück. Die Kolonne Wangenheim und Grawert marschiert, da Manga und Luwegu unpassierbar ssiw, auf einem passierbaren Uebergange über den Ruaha zwischen Kiloffa und Jringa. Die Unterwerfung des Kilwa - Bezirkes schrecket gut fort.
Berlin, 25. Jan. Wie von uns bereits gemeldet wurde, geht am 5. n. M. ein größerer Truppentransport von Hamburg nach Deutsch» Südwestafrika ab. Diesem folgt am 27. n. M. ein weiterer Transport. Beide zusammen werden eine Stärke von etwa 100 Offizieren und 1900 Untermilitärs haben, die sämtlich zum Ersatz der durch Tod und Krankheiten Ausgefallenen bestimmt find, so daß die Etatsstärke unserer in Sudweftafrika im Felde stehenden Truppen durch diese Nachschübe nicht erhöht wird.
München, 24. Jan. Nach den neuesten Mitteltungen über das Befinden deS Groß- Herzogs von Luxemburg ist die Sprache völlig gelähmt.
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