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Femsp 3220.
Telegramme: Diemar Albracht.
Höchste Auszeichnung königl. Preuss. Sfaatsmedaille
NACH PROFESSOR GRAHAM:
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Fulda am 15. Januar 1906
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Neueste Telegramme.
Berliu, 20. Jan. In hiesigen Regierungs- kreisen wird die Wohl FalliereS zum Präsidenten der französischen Republik durchweg sympathisch besprochen. Sie bedeute zweifellos die Fortsetzung der Aera Loubets. Auch für die äußere Politik Frankreichs, insbesondere aber für die gerade jetzt so eminent bedeutungsvolle Frage des Weltfriedens köre die Eehebung FalliöreS auf den PrSsidentenstuhl als ein überaus freudiges Ereignis bezeichnet werden.
Berlin, 20. Jan. Am nächsten Montag wird die konservative Fraktion deS Abgeordnetenhauses endgültig den Vorsitzenden wählen. Wie die „Deutsche Tages-Ag." mitteilt, ist hierfür der Aba. von Hehdebrand und der Lasa auser- sehen, der sich nunmehr entschlossen haben soll, die Wahl anzunehmen.
Berlin, 19. Jan. Der „Vorwärts" enthält folgenden Aufruf deS ParteivorstandeS: „Parteigenossen, laßt Euch nicht provozieren, von wem, von welcher Seite es auch sei. Vereitelt die Gelüste der Scharfmacher dadurch, daß wir jede Straßendemonstration unterlassen und bei Versammlungsauflösungen oder nach Schluß der Versammlungen den getroffenen Anord- nunaen Folge leisten.
Weimar, 19. Jan. Die Regierung gibt bekannt, daß die Gemeinden für sämtliche bei den sozialdemokratischen Demonstrationen am 22. Januar angerichteten EingentumSschäden aufzukommen haben.
Rom, 19. Jan. Die „Tribuna" erblickt in der Wohl FalliöreS eine FriedenSbürgschast. Die Wahl Fälliges gewinne in dem Augenblick, wo in Algeciras über eine gefährliche und peinliche Frage verhandelt werde, als Ergänzung der FriedenSaktisn RouvierS an Bedeutung. Deshalb werde sie in Italien mit Genugtuung begrüßt.
Brüssel, 19. Jan. Durch den gemeldeten Entschluß der belgischen Regierung, für die neuen Schnellfeuergeschütze das Krupp'sche Modellanzunehmen, hat die deutsche Waffenindustrie einen großen Erfolg davongetraoen, da von fachmännischer Seite nahezu ein Jahr Proben mit dem deutschen Geschütz und dem französischen.
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ufw. Es sei daher ein ErempA zu statuieren gewesen.
Würzburg, 17. Jan. Hier hat sich ein Komitee zur Sammlung von Geldern für die notleidenden Deutschen Rußlands gebildet. Der von demselben erlassene Ausruf ist von dm Spitzen der Zivil- und Militärbehörden, den Rektorm der Hochschule und Mittelschulen, dem Distriktsrabbinat und den: Protestantischen Dekan unterzeichnet,, während Vertreter des katholischen Klerus vollständig fehlen. (Wenn diese Zurück- lfMung trotz geichehmer Einladung beobachtet wird, ist sie allerdings seltsam.)
Rom, 16. Jan. Ein erfolgreicher Herzensdieb wird von der römischen Polizei gesucht, vorläufig vergeblich, da es ihm gelungen ist feine eigene Spur und die der gestohlenen Herzen geschickt zu verwischen. Er war vorgestern Vormittag in das Kirchlein Divino Amore in der gleichnamigen stillen Gasse gegangen, hatte von dem Altar des hl. Blasius nahezu ein Hundert Votiv herzen aus Silber und Gold weggenonuuen und die beiden Glaskasten, in denen sie enthalten waren, von je 1% Meter Länge, ganz ungestört aus der Kirche geschleppt, ohne daß irgend jemand bei seiner Arbeit ihn bemerkt oder aufgc- halten hätte. Eine besondere Ironie des Schicksals: gleich nebenan liegt das Justizministerium.
Hochschnlnachrichten.
— Der Historiker Tr. Phil. Gustav Hertzberst, ordentlicher Honorarprosssor in der philosophischen Ra’ultät der Universitär Salle a. S., seierze am 19. Januar feinen 80. Geburtstag. . .
— Der 6. internationale Kongreß für kriminelle Anthropologin findet unter dem Vorsitze Professor Lombrvfos c.m 28; April 1906 zu Turin statt.
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— Die nächst. JahreSverwnunlullg deS Deutschen Vereins für Psychiatrie wird, der.Munch. Mediz. Wochenschrift' zufolge, am 20. und 21. April 190b z« München flattfinden.
— Ter Verband her rm Eoburger L. C. vereinigten Landsmannschaften auf deutschen Hochschulen, zählt im Wintersemester 1905/66 unter entsprechendem Abzug der 9J)e6tbänbetleute b68 Aktive und Inaktive, sowie 2874 Alte Herren in 29 altiven und t> suSpen- hielten Landsmannschaften.
Herr Professor der Chemie Fittica giebt mir nachstehendes anerkennendes Schreiben: Ich bezeuge hiermit Herrn Thielemann, Cötbe, daß das von ihm gebackene Roggenbrot ein reines gut gebackenes Brot und bekömmlich ist, von welchem ich mit meiner Familie 10 Jahre zu meiner fielen Zufriedenheit gekostet habe, kgez.) F. Fittica.
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Berlin, 19. Jan. Die „Voss. Ztg." meldet aus Sarajewo: Der Erzbischof Stadler wurde wegeil eigenmächtig an Mohamedoiwrn vollzoge- uon Taufen zu 500 Kronen verurteilt.
Breslau, 18. Jan. Eymnasialpensionate beabsichtigt die Regierung für die Bewohner kleiner Orte und Gutsbesitzer an Eymnasimor- ten einzurichten. Das erste soll na-st der „Schles. 3tg." ä'i Ostern in Rawitsch eröffnet werden. Tie Aufsicht untersteht einem älteren Oberlehrer, dem ein Kandidat zur Inspektion und eine Hausdame für die Haushaltung beigegeben werde. Die Höchstzahl der Pensionäre beträgt 25. Der Pensionspreis soll nur die Unkosten decken.
Mühlberg a. Elbe, 17. Jan. Ern Mern- bahnidyll hat sich auf der Sekundärbahnftrecke Torgau Wittenberg abgespielt. Der abends 6,45 Uhr fahrplanmäßig festgesetzte Zug fuhr nicht ab, obwohl die Zeit längst verstrichen war und die Insassen fragend ausschauten. _ Schließlich mußte sich dec Zugführer zu dem Geständnis bequemen, daß die Abfahrt überhaupt nicht möglich fer, wen — die Lokomotive kein Wasser habe. Der Wasserwerk swärter aber war dienstfrei und hatte den Schlüssel zum Behälter in der Taschel So blreb denn den Fahrgästen nichts werter übrig, als auszustergen. Einige versuchten Anschluß über Falkenberg und Eilenburg zu erreichen, andere mußten Wohl oder übel in Torgau übernachten. Das Zügele setzte sich am anderen Morgen mit Volldampf in Bewegung. ,
Trier, 17. Jan. In Mersch, einem Orte der deutsch luxemburgischen Grenze hat man fetzt ein zweites gut erhaltenes römisches Landhaus aufgedeckt. Schöne Wandmalereien und ein Mo- saikbodeu machen den Fund besonders wertvoll. Die luremburgische Regierung hat den Staats- archrtekten Arendt mit den weiteren Nachforschungen betraut, und vorläufig 4000 Frcs. zu diesem Zwack bewilligt.
Darmstadt, 17. Jan. Die Strafkammer verhandelte gegen einen in Frankfurt a. M. stationierten Hilfsschaffner Jost als Berusirngs- instanz. Er war angeklagt, am 28. August v. aus der Fahrt von Darmstadt nach Langen etn junges, kaum 15 Jahre altes Mädchen belästigt und beleidigt zu haben. Ter Angeklagte leugnete beharrlich. Auch bei der in Frankfurt erfolgten Gegenüberstellung des Mädchens wollte er, dieses nie vorher gesehen Haban. Er gab lediglich zu, den betreffenden Zug am 28. August begleitet zu haben, — sonst nichts. Das Schöffengericht, Langen verurteilte den Schaffner toegen Beleidigung zu drei Wochen Gefängnis, wogegen er Berufung einlegte. Die Strafkammer fällte nach langer Verhandlung ein weit schärferes Urteil. Sie sah vollends als erwiesen an, daß der Hilfsschaffner Jost das kaum der Schule entwachsene Kind belästigt und beleidigt habe und verurteilte ihn zu sechs Wochen Gefängnis. In den Urteilsgründen heißt es u. o., daß man Frauen, Mädchen und überhaupt Kinder weiblichen Geschlechts unbedingt dem Fahrpersonal mit Sicherheit anvertrauen müsse. Anstatt dafür zu sorgen, daß das in Red-e stehende junge Mädchen nicht von anderen Passagieren belästigt würde, hätte der Schaffner selbst es belästigt und beleidigt, Zoten gerissen
forfbiitaigsomiii.
Vortraz
des Herrn Pros. Dr. Maass.
Unser Volk und das Latein
im Hörsaal 10 be3 Universitäts- gebäiideS arn nächsten Montag, abends 8 Nhr präzis. (514 Der Borstand.
Firma Homecourt, St Ehaumond, angestellt worden find. Einstimmig fiel das Urteil zn> Gunsten des deutschen Fabrikats ou8.
Paris, 19. Jan. Aus Rom wird gemeldet, daß man in vatikanischen streifen mit großer Spannung! der heutigen Interpellation in der französische« Kammer ü6er die Inventaraufnahme an den Kirche« entgegensehe. Der Papst lei t otz des Trennungsge* setzeS von versöhnlicher Gefinnung erfüllt; aber man befürchtet, daß die in 300(0 Kirchen vorzunehmende! Inventur ernste Zwischensälle verursachen würde, und daß der Papst beim besten Willen nicht in bet', Lage fein werde, die Erregung zu beschwichtigen, die auS solchen Vorkommnissen unter den französischen! Katholiken hervoroerusen werden könnten.
Belgrad, 18. Jan. Der Londoner „Daily Telegraph* bringt Einzelheiten über das bereits gemeldete Komplott gegen König Peiev von Serbien. Die Verschwörung hatte bett Zweck, den König Peter zu entthronen und aus dem Lande zu jagen. Die Verschwörer beabsichtigen angeblich den Prinzen Joachim von Preußen, den jüngsten Sohn des deutschen Kaiser?, zum König von Serbien zu wählen (!), in der Hoffnung, die Unterstützung DeuschlandS, bei ihrem Unternehmen zu finden. (Es ist un» glaublich, welchen Unfinn große englische Blätter Blätter ihren Lesern zu bieten wagen).
Petersburg, 19. Jan. Ein Bahnwärter der ?! colai Bahn fand zwischen den Schienen der Hosizweigbahn nach Zarekoje-Sselo eine in ein wetsseS Tuch gehüllt Kiste, deren Inhalt er; mit einer Kerze in der Handuntersuchte. Dte> Explosion tötete den Wächter und seine drei Söhne, verletzte einen Arbeiter schwer und setzte da8 Wächterhaus in Brand.
London, 19. Jan. In Transvaal hat der nicht mehr zu bezweifelnde liberale Sillfs Hunderte von Buren, die auSwandern wollten,, bewogen, den Plan aufzvgeben. Transvaal er*; wartet in wenigen Monaten eine verantwort*, liche Selbstremeruna.
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Wetzlar, 14. Jan. Anläßlich seines 70. Go- buFtages wurden Herrn Dierbrauerechesitzer Georg Älmenro^der, der uwhr cW 50 ^ahre als en c^dbre als 1. Vorsitzender doS hiesigen Turn- verein fungiert, seitens deS genannten Vereins moßc Ehrungen zu teil. Der Genannte tst eine ^ hessischen Tnrnerkreisen bekannte Pcrsonl'.ch- ,eUtt6lar, 18. Jan. Vom zweifahngen Söhnchen niedergeschlagen! Als der Landwtrt Schsmbnrg aus dem nahen Volpriehauien^ ans dem Sofc kitz-'nd mit seinem zweijährigen Solmchen^icherzte, versetzte das Kind dem Vater nut einem spazier- stock einen Schlag auf den Kopf, der jo ungluck- lidj traf, daß der Vater zu -ooden smrzte und einen Tag lang sprachlos blieb.
Darmstadt, 19. Jan. Eme ungewv,nltc.,e Interpellation steht in der hMchen Kammer bevor. Nach ter „Frls. 3V toutbe Anfang November v. I. in Herzer-Hanfen bei Badenbau sen die Leiche eines neugeborenen KuideS oesunden. Aus Anordnung, dec gtaatSanwaH- schäft mußten sich die im Orte anlässtgen Ehefrauen und Mädchen einer polizeilichen unter. suchung unterziehen. Unter anderem mutzte sich eine schon 20 Jahre verheiratete MüllerSfrau dreimal untersuchen lasien, bis man ihre Unschuld als erwiesen ansah. Der bauernbund- lerische Abg. Baehr hat nun diese Angelegenheit zum Gegenstand einer Interpellation in der zweiten Kammer gemacht. Er fragt an, was die Regierung zu tun beabsichtige, um diese Uebergriffe der StaatSanwalschaft auf die Ehre unbescholtener Frauen und Mädchen rn Zukunst zu verhindern und wie sie die Ehre der vom Kreisgerichtsrat als Kindesmörderin bezeichneten Müllersfrau wiederherzustellen gedenke, nachdem sich ihre vollständige Unschuld -ei zwei weiteren Untersuchungen herausgestellt habe. Der Landtag wird sich also mit dem Vorkommnis zu befassen haben.
Mainz, 18. Jan. Die hier bedienstete Leonore Bische! ans Gau-Algesheim, kam mit ihrem Haar, das mit Zclluloidkämmen befestigt war, bem Licht zu nahe. Jiii 9?u stand der ganze Kopf in Flammen. Da daS Mädchen in ihrer Verzweiflung den Versuch machte das Feuer mit den Händen zu ersticken, so zog es sich auch an diesen erhebliche Brandwunden zu. Schwerverletzt wurde das Mädchen in das RochushofPital gebracht.
Altenbekkii, 19. Jan. Bei dem Erdsturz. i«l- Her sich gestern im Altenbekcner Tunnel ereignete, sind wie gemeldet drei Arbeiter verschüttet worden. Die RcttungZarbeiten waren erfolglos. Einem vierten an derselben Stelle beschäftigten Arbeiter war es möglich, sich mit Hilfe andewr Arbeiter zu reiten. Trotz des Plötzlichen heftigen Sturzes der Erdmassen hielt an der Einbruch- sielle das bereits fertiggestellte Gewölbe vollständig Stand.
Münster, 18. Jan. In der 8. .Hauptver- siunmlung der Laiidwirtschaftskammer für Westfalen, an der auch der Oberpräsident von der Kecke und der Landeshauptmann Dr. Hammer- fchuiidt teilnahmen, sprach man sich gegen die Keichserbschaftssteuer aus; für den Fall der Ein- fiUjrung wird gefordert, daß Ehegatten und Deszendenten van derselben befreit bleiben und überhaupt das mobile Kapital mehr herangezogcn werde als der Grundbesitz.
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