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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Sonntagsdellage: Mlustrirtes SlonrttaaSblatk ~

" Mertcljährlicher Bezugsprei«: bet Da ErxÄtüa 2 Mk. ' Erscheint wöchentlich sieben.

HZ L| ba aHat Postämtern 2,25 M. <crcl. Bestellgeld). ° Dmck und Berlag- Joh. «ug. Koch, UniversttSt'-Buchbruckerel 41. Jlchkg»

ViS. Jnsertlondgebühn^ ^sPÄteneZeÄ orderenRElvP» DüNNekstag, 18. JllNUak 1906. Marburg, Markt 2L Telephon 55.

RcueAe Telegramme.

Berlin, 17. Jan. Wieder einmal wird lautFrkf. Zig." der Rücktritt deS Chef» des Zivilkabinett», Herrn v. Sueanu», angrkündiat, und die .Bofs. Ztg." erfährt von gut unterrichteter Seite, daß als fein Nachfolger der frühere Polizeipräsident in Berlin, der jetzige Oderpräsident in Kassel, v.Wind- Herm, in Aussicht genommen sei.

Berlin, 16. Jan. I» das Herrenhaus be­rufen wurde der Oberbürgermeister von Altona Dr. Tettenborn durch Allerhöchsten Erlaß vom t. Januar auf Präsentation der Stadt Altona als Nachfolger der am 80. Dezember 1964 ver­storbenen früheren Oberbürgermeisters von Altona Dr. Giese.

Dresdev, 16. In C,. einer Unterredung erklärte der neue Lta.mruimster Graf Hohen- thal einem Redakteur :-crDreSd. N. TL", daß ein neues Landtags - Ku ahlgesetz seine erste Ar­beit fein werde und da' er zuversichtlich hoffe, eine zufriedenstellende Losung herbeizuführen. Auch der König habe ihm gegenüber betont, daß dies die erste und wichtigste Aufgabe sei, deren baldige Erfüllung er dringend wünsche.

Paris, 16. Jan. I« Konvent der Brr- trauens männer der Linken in der Kammer, welcher das Ergebnis der heutigen Vorab­stimmung prüfte ist man ziemlich überzeugt, daß FalliöreS auf sichere 440 Stimmen rechnen kann, also auf die absolute Mehrheit der Nationalversammlung am Mittwoch.

Paris, 16. Jan. Der Akademiker Marquis Costa de Beauregard teilte einem Berichter­statter mit, daß fein Plan, daß jeder erwachsene Franzose jährlih 3 Frcs. 65 Ceut. zur Er­haltung der Geistlichkeit besteuern möge, vom Kardinal Richard gebilligt wurde und auch von der Versammlung der Bischöfe angenommen werden dürfte. Marquis Costa erzählte bei dieser Gelegenheit, daß die Baronin Rothschild dem Bischof von Meaux jährlich 360 000 FrcS. für die Bezahlung der Geistlichkeit seines SprengelS zur Verfügung gestellt habe.

Paris, 17. Januar. Der Erzbischof von Paris, Richard, reichte wie der .Figaro"' meldet, unter Hinweis auf sein hohes Alter und seinen Gesundheitszustand beim Papste ein Entlassungs­gesuch ein. Der Papst lehnte daS Gesuch ab, doch dürfte dem Erzbischof ein Coadjutor bei­gegeben werden.

London, 17. Jan. (W. B.) BiS gestern Abend um 10 Uhr wurden gewählt: 127 Liberale, einschließlich 17 Vertreter der Arbeiterpartei, 34 Unionisten, 39 Nationalisten. Tie Regierungs­partei hat bis jetzt 65 Sitze gewonnen.

Scharrghai, 16. Jan. Von den vier, im Dezember aus der Reede von Schanghai infolge berChinesenrevolten zusammengezogenen deurjchen Kriegsschiffen haben jetzt sämtliche Schiffs bis

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<Nachdruck verboten.)

Die Brücke.

Roman von Will» Scharia».

(Fortsetzung.)

»Dies ist mir lieb, mein Töchterchen/ sagte er und küßte sie auf dis Stirn, als sie sich Pi ihm .herabneigte.Ich hätte nicht gern meinen Sohu für schlecht gebalten."

Langsam richtete sich Marga in die Höhe, blaß wie der Kalk an der Wand, und sagte leise, indem sie die Klingel in Bewegung setzte:

Es ist schönes Wetter, Papachen; der Spazier­gang wird Dir gut tun."

* Marga trug ihr Leid wie eine Heldin.

'lftes Kapitel.

Ganz vor-.- s der großen Terrasse des Hotels du Lac, i .wo die Böschungsmauer steil m den see absiiirzt, saß Hanns OertÄ.

Tas spinnwebcndünne eiserne Gitter, welches die Gartenterrasse nach dem See zu abschloß, 1° toCiHri den Blick, legte der Gedanken- ,unü Bewegungsfreiheit so wenig die Zügel an, daß man meinen konnte, direkt von hier oben in die b.aucn Fluten hinabsteigen zu können.

'n l»er von Oleanderbüschen und Immergrün gebildeten Nische fast Hanns an eniem steinen Tisch und schrie.

Von Zeit zu Zeit schweifte ihr Blick über di- <nje Weitere Umgebung. Hier toaren stsigowand ^r?'s5°n intTige Frühlings.

£;*AeltInbet m Sartes helles Grün, Herben Blumen, ein frischer, noch etwas

t änderbar erquickeirder Wind kam "ber die weite Wasierfläche.

RnrgZ _ ,m Halbkreis lag die Stadt, deren -Haiffer und Villen motorisch aus dem dunk-

auf den .Tiger" den Hafen wieder verlaffen. In amtlichen Kreisen gelten die Unruhen als beendigt.

Die marokkanische Frage.

Wie sehr dir marokkanische Frage über ihr nordafrikanisches Ursprungsgebiet hinaus M einer europäischen Machtfrage emporgewachsen ist zeigt am deutlichsten der seltsame Umstand, daß unter allen Interessent« nach der Meinung des Hauptbeteiligten, des Sultans, heute am aller- wenigstens gefragt wird. Nun meldete sich aber, knapp vor der Konferenz, auch der mauretanische Löwe, besten Fell dort verhandelt werden soll, zum Wort. Ein Marokkaner pseud.Mn el Wad", glaubt im Courrier Europäer, die Stel­lung der Vertreter deS Machseu auf der Tagung in einem sehr selbstbewußten Artikel kennzeichnen zu können, der äußerst geschickt de» schwebenden spanisch - französischen Melillastreit zum Aus­gangspunkte nimmt, um divide et impera von vornherein die Zwietracht unter den europäischen Rivalen zu entfesseln. Danach ver­langt Marotta im wesentlichen:

1. Regelung der französstchen und spanischen Grenze im Küstengebiet unter Mitwirkung deS Wachsen. Kommt diese nicht zustande, werden vielmehr Marokkos Grenzen verletzt, dann:

2. Appell an ent Schiedsgericht der Garantie- machte. Im Falle der Einigung:

3. Französisär-spanisch-marokkanisches Vorgehen gegen die Prätendenten und ihre (französi­schen!) Hintermänner.

4. Protest gegen jeden Versuch der Einteilung Marokkos in fremde Polizeiverwaltungs- zonen. Der Sultan müßte es den Mächten überlasten, eine derartige Einleitung zur Teilung Marokkos mit Waffengewalt zu ver­suchen.

6. Dagegen ist der Sultan bereit, zur Reform des HeereS und der Verwaltung europäische Beamte verschiedener Nationalitäten anzu- stellen, die, ohne Untertanen des Sultans zu werden, in keinerlei amtlicher Beziehung zu Europa stehen dürfen.

6. Gegenüber jeder Bedrohung der Gebiets­und Hoheitsrechte würden die Vertreter des Sultans den angeblich in Marotto aller- populärsten Vorschlag machen, daß mit der Durchführung der Reformen belgische, hol. ländische, oder sogar amerikanische (!) Beamte beauftragt werden, und auch diese nur aus Zeit.

7. Das französischenglische und französisch- spanisch Abkomnr n gelten für Marokko als nicht vorhanden. Alle Mächte gelten ihm wirtschaftlich und finanziell gleich; ebenso sollen alle Einwohner. Eingeborene und Ausländer» nut gleiche (!) Steuerlast^ tragen.

8. Bei der Schass»ng »euer Steuern ist das alte religio je Steuersystem, bei der Schaffung der Staatsbank das Gesetz des Korans zu

len Grün Oer Cypresten und hohen Pavveln hervorblinkten, dahinter ragten die hohen Berg, fetten empor, auf ihren Gipfeln größtenteils noch mit blinkendem Schnee bedeckt, und gerade vor dem Hotel der blauen See. Blau leuchtete er tn» der vom Wind leicht gekräuselten Oberfläche, ein Spiegelbild des wolkenlosen liefblauen Himmas.

UeberoC hin huschten kleine und größere Segel- und Ruderboote, einige größere Fahrzeuge streb­ten mit weit aufgespannten braunen Segeln ter Stadt zu, weitab schickten zwei Dampfer schwar­zen Dampf aus ihren Schloten in die helle Lrrü.

Aber nur für kurze Dauer widmete Hann« sich dem wunderbaren Bilde. Sie beugte sich über den kleinen eisernen Tisch, an welchem sie saß, und schrieb eifrig. e

Mehrere Hefte lagen vor ihr, in welche sie abwechselnd Gedanken und Erinnerungen eintrug. Sie bediente sich dazu wie fast immer eines langen Bleistifts, der ihrer Neigung, ununterbrochen weiter zu schreiben, mehr entsprach, als Feder und Tinte. Die Unterbrechung, toeld>e erfolgte, wenn die Feder frisch eingetaucht werden mußte, war ihr unangenehm. Ein Dutzend Bleistifte, am Morgen gespitzt, genügten für mehrere Stunden.

Soft einer Woche befand sich das junge Paar in Lugano, nachdem eS vorher Venedig besucht und sich längere Zeit am Corner See cmfgehalteu hatte.

blickte HannS auf, schloß bie Hefte, legte sie zusammen uni trat dann an das Gitter, noch einmal das ganze Rundgemäde mit einem Blick umfassend, um es sich f«st einzuprägen.

Sie wendete sich ab, ihre Augen schwersten an der Front des Hotel entlang. Dort oben im zweiten Stock lagen ihre beiden Zinuner, und dort oben in dem einen saß ihr Gatte und schrieb. Schrieb mm schon seit langer als drei Sttwden

berücksichtigen, welches jedes Darlehen auf Zins verbietet. (!)

Dir Ksnsrrrrrz ix AlgeelraS.

Algeciras, 16. Jan. Heute Morgen traf der bisher in Tanger stationierte französische Kreuzerßalaabe* * ein, sodaß hier nunmehr zwei französische und zwei spanische Kriegsschiffe ankern. Heute Vormittag statteten die marokkani­schen Detoginte» den fremden Missionen, wobei sie bei Deutschland begannen, ihre Besuche ab. Selbstverständlich ist man in diplomatischen Kreisen bezüglich de» Verlauf« und de« Resultat» sehr zurückhaltend bei allgemeiner Betonung der konzilianten Stott. Bezüglich bet Dauer ist bie vorwiegende Ansicht, daß die Verhandlungen relativ rasch, in etwa vier Wochen, beendigt werden. Ein Viertel vor drei Uhr fuhren die Delegierten in Zivilkleiduna vor da» Kongreß- gebäude, dessen enger Hof von Journalisten überfüllt ist.

Algeciras, 16. Jan. An der heutigen Sitzung haben alle Delegierten teilgenommen. Bei der Eröffnung schlug der Botschafter von Radowitz, der Delegierte Deutschlands, die Wahl des Herzogs von Almodovar zum Präsidenten der Konferenz vor. Der Herzog sprach darauf für das ihm ausgesprochene Vertrauen seinen Dank auS. Zu Sekretären wurden gewählt der französische Botschafter in Madrid, Pierre de Margerie und der spanische LegationSrat Pina.

AleciraS, 16. Jan. Unter den Diplo­maten find die Anfichten über die vorauSficht- liche Dauer der Konferenz geteilt. Vorwiegend ist die Meinung, daß mindestens vier Wochen erforderlich sein werden. Auf der Reede liegen jetzt zwei französische Kreuzer und ein Torp:do- boot. DaS amerikanische Geschwader in Gibraltar rüstet sich zur Abfahrt.

Die revolutionäre Bewegung in Rußland.

Zur innerptlitischen Lage.

Die Umbildung des russischen Reichsrats und dessen Umwandlung in ein Oberhaus soll bereits im Lauft dieses Monats beendet sein. Der diesbezügliche Plan ist soeben imbeson­deren Rat" unter dem Vorsitz deS Grafen D. M. SolSkij geprüft worden und geht nun zur endgültige« Erledigung der letzten Instanz zu. Zu diesem Zwecke findet in bet nächsten Woche eine allgemeine Versammlung ber Reichsrats- Mitglieder statt, dis zunächst die Frage zu erledige« haben, wie viel und in welcher Weise Vertreter der SernftwoS, deS Adels, der Geist­lichkeit und bet Universitäten als Mitglieder des Reichsrates gewählt werden sollen. Sw» läufig wird beabsichtigt, von jedem Sewstwo- gouvernement je einen Vertreter, vom Adel je zwei Vertreter auf jedes Gouvernement, von

ununterbrochen, wie der zugezogene Fenstervor­hang bewies, ohne der köstlichen Landschaft auch nur einen Blick zu gönnen.

Er ließ sie wäbrend dieser Zeit allein,- aber das Verargte fie ihm nicht, nur b-trüber war sie ungehalten, daß er ber vnrndervo >«t S^rmftrag 'm Zimmer verbrachte. Später in WilhelmÄ-sy, 6«t, bas war seine Sache. Aber hier in Lugano wtrfte er nicht so gegen sich selbst fünbigen.

Deshalb mußte sie rasch feine Arbeit unter­brechen. Sic schritt bem -H^cel zu, grüßte hier und ba Bekannte ber letzten Tage und stieg rasch die Treppen hinauf.

Aber Liebster," rief sie, als sie in bas Wohn­zimmer trat,Du bist tvirklich ein schlechter Mann Test drei Stunden hockst Du hier bei Deiner Ar- beit und laßt mich allein alles Schöne ger-i"ßen. Das fft nicht in der Ordnung. Wozu sind wir denn in Lugano? Doch nicht dazu, daß Du bei verhängten Fenstern im Zimmer sttzst."

Oertri zuckte gufmamen, als er die Stimme seiner Iran hörte. In seiner Häuslichkeit war es jedermann streng untersagt, ihn bei der Arbeit zu stören. Und niemand wagte es.

Und jetzt störte ihn bie eigene Frau, rücksichts­los, wie junge Frauen sind; und diese Störung war nicht weniger unangenehm als jede andere. Aber er stand rasch auf und trat Frau Hanns mit freundlichem Lächeln entgegen:

Gewiß, lieber Schatz," meinte er?ich bin eht entsetzlich rücksichtsloser Mensch, Dich so allein zu lassen, rücksichtslos wie alle Männer find, aber ich muß."

Muß?- Wer muß?» Du doch nicht. Außerdem, liebster Mann, fft Dir unbedingt Er­holung nötig. Aus eigenster Erfahrung weiß ich ganz bestimmt, daß man nur eine bestimmte Zeft der Arbeit widmen kann, will man nicht die Frucht derselbe« öeriiecen. Jawohl, Du so gut w«

bei Geistlichkeit sechs, und von den Universität« (aus dem Professorenkollegium) je sechs Person« zu wirklichen Mitgliedern deS reorganisierte» Reichsrats zu wählen. WaS die jetzigen Reich»» ratkmttglieder betrifft, so wird man künftiß zwei Kategorien unterscheiden: solche, die jätet Sitzung deS Reichsrats beiwohnen dürfen uwb solche, die nur zu gewissen Sitzungen eingelad« werden. Der reorganisierte russische ReichSrat soll den NamenWerchnjaja Palata" (Ober­haus) trag« und auS etwa 200 Mitglied«« bestehen. Auch die Wahlbewegung zur R ei ch »- buma macht bereits erhebliche Fortschritte und die konstitutionellmonarchischen Parteien find» auch in der Arbeiterschaft starken Anhang.

Kw8 den Oßserprebinzex.

AuS Riga wird gemeldet: Durch amtliche Bekanntmachung werden alle Einwohner ausge- fordert, die Waffen abzuliefern. Die Häuser, wo Waffen gefunden werden, würden zerstört werden. Da in der Eäulenstraße, sowie i« der Sprenkstraße ein Offizier und drei Polizei» leute von Revolutionären überfallen und ge­tötet wurden, so herrscht in diesem Teile der Stadt größte Erregung, da man Repressalie» seitens der Polizei und des Militärs befürchtet. Infolgedessen wurden alle Läden und Magazine geschlossen.

Die Unruhen auf der Insel Oese! nehmen einen immer drohenderen Charakter an. Eine Abteilung Matrosen, die vom Eisbrecher »Jermak" auf Oesel landete, wurde von stark bewaffnete« Estländern umzingelt, die ihnen alle Nahrungs­mittel verweigern. Da die Matrosen keinen Vorrat an Proviant mitführen, ist ihre Lage verzweifelt: schleunige Entsendung von Hand­truppen wird erwartet.

Der DampferWolga" ist gestern morgen gegen 8 Uhr in Pillan eingetroffen. Er hatte 41 Passagiere an Bord, die fich aus 28 Reichs­deutschen, 12 baltischen Ruffen und eiret Schweizerin zusammensetzten. Ungefähr 15 der Angekommenen wurden auf Kosten des Komitee- nach Königsberg beordert. DieWolga" k hrt nunmehr voraussichtlich nach Stettin zurück.

Deutsch:- Reich.

Berlin, 17. Januar.

Seine Majestät ber Kaiser wird, nach der Ansage des Zeremonstnmelsters de? hohen Ordens vom Schwarzen Adler ©roten von Kanih, am Donners­tag, 18. d. M. die ke.pitetsähigen Ritter des Ordens zur Aufnahme einiger Mitglieder und zur Abballung eines Kapitels im hiesigen Königlichen Schlosse um sich versammeln. Eine Reise nach dem Mittel» meer dürste, wie eine Korr. erfährt, fckon beute seit beW offene Sache fein. Man nimmt in gut unter- richtete« Kreisen an, daß sie Mitte März annetrete« und etwa 56 Wochen dauern werde. Gestern Dienstag hörte der Kaiser den Vortrag deS Generals v. Bock und Polach (14. Armeekorps), des Chris des Militärkabmtts und des Chefs des Admiralsiabes und ^pfing in Avschiedsaudienz den großbrüanni-

Sicher, nur baß beim Mann die Ausdauer langer vorhält. Damit will ich Dir natürlich keinen Vorwurf mackjen, denn ich weiß sehr ge­nau, wie groß Deine Ausdauer ist. Ich war irr ohrriww Zuge und hätte noch stundenlang kw^ie» ßx^ben können."

Frau Dexitf beachtete den in den letzten Wor­ten liegenden Vorwurf nicht, sie erklärte vielmehr fröhlich, die letzte» schönen Tage in Lugans müßten aüsgenutzt werden, er möge sich also zunl Au^gehen fertig machen, eine Fahrt auf dem See sei ins Programm von ihr aurgenommta worden.

Während er sich nn Neb nzimmer feilt« machte, trat sie zu dem auer vor das Fenster ge­rückten Tisch und begann in dem Manuskript z« lesen. Sie setzte sich nicht, sondern beugte s-ck vornheriiber, rasch über die Seiten fliegend uni blätternd. .

Oeriel hörte das leichte Geräusch und trat c. bie Verbindungstür zwischen beiden Zimmern. Er scch, daß seine Frau in der angefangenen Ar» beit las und eine Röte des Unwillens zeigte sich auf seinem Gesicht. Schon wollte, er ihr zurufen, dies sei ungehörig und schickte sich an, aber ei bezwang sich, ging vielmehr rasch zu der junge» Frau und hielt ihr die Augen zu.

Nicht Iefen," sagte er kurz, wenn auch nichs unfreundlich.

Weshalb denn nicht?" erwiderte sie lachen« und wendete sich zu ihm, als er sie freigab. find doch keine Geheimnisse."

Sie nahm bie Blätter auf und wollte weite» lesen.

Wirklich nicht!" sagte er, aber sehr kurz, uni nahm ihr bie Arbeit aus ber Hand.ES fft doq ein Geheimnis, und zwar meins. Ist es nach her gedruckt, ober wenigstens druckfertig, dann if bec Schleier gelüftet.

(Forllstzung folgt.)