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Matturg, Markt 21. Telephon 55.

Deutschland und die marokkanische

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angesehen ist. Hier besteht keine Mißstimmung gegen Deutschland, ausgenommen insoweit, ÄS durch sein Eingreifen in Tanger Zweifel erweckt worden find, eb dieses nicht durch Ueberlegung veranlaßt ist, die sich auf di« in neuerer Zert eingetretenen Aenderungen in dm europäischm Machtverhältnissen stütz«. «8 ist leicht für den Kaiser, zu beweisen, daß diese Besorgnis unbegründet ist. Er braucht nur dem Beisprck der Mäßigung und Selbstbeherrschung zu folgen, das ihm von dem Kabinett in Paris gegeben ist.

Washington, 9. Jan. (Reuter.) Auf Verlangen Frankreichs wird der amerikamfche Gesandte Ruffell energische Vorstellung« bet der venezolanisch« Regierung erheben, da Präsident Castro den französischen GesandtschastS- Sekretär Taignh bei dem Neujahrs-Empfange nicht beachtete. Obgleich diese Vorstellung« nicht unbedingt einem Ultimatum gleichkommen, so lasten sie doch keinen Zweifel bezüglich der ernsten Absichten Frankreichs. Die französische Flotte wartet in Westindien den AuSgang ab.

Schanghai, 9. Jan. (Reuter.) Die von den fremden Kriegsschiffen auSgeschifften Schutz­wachen wurden zurückgezogen. Die Zustände in der Stadt find wieder völlig normal.

glten Juü 1905 db, d. h. mit dem Tage, an dem zwischen dem deuisck^n Botschafter Fürsten Rado- Iht und dem französischen Ministerpräsident« Rouvier der erste Akkord hergestellt war.

Das Weißbuch gibt also neuerdings Zeugnis von dm friedlichen Absicht« der deutschen Re­gierung. Wie man von dem Pariser Korrespon­denten der LondonerDaily News" erfährt, ist erst dieser Tage wieder der Versuch gemacht wor­den, Deutschland kriegerische Pläne unterzuschie- ben. ES wurde das Gerücht verbreitet, der» mg von Spant« habe die französische Regierung vor Deutschland gewarnt. Der Korrespondent des englischen Mattes erklärt dies Gerücht, das von einem Teil der französisch« Presse erregt besprochen besprach« wurde, für eine Lächerlich- kett und meint auch, daß es vom französisch« Auswärtig« Amt mit der gebührmdrn Der« achtung behandelt worden fei. Zeugnis für die deutsche Friedfertigkeit legte in einer Unterhal- tung mit einem Vertreter der Petersburger Tete- graphenagentur auch Graf Witte ab. Auf die Frage, ob er Komplikationen weg« der Marokko- frage befürchte, erklärte der russische Minister­präsident, er sei überzeugt, haft alle Behauptun­gen, daß der deutsche Kaiser die Absicht hege, ge­legentlich der Konferenz von Algeciras eine ag­gressive Politik eirizuschlag«, der Begründung entbehr«, denn unter der in jeder Beziehung hervorragend« Regierung Kaiser Wilhelms II. habe Deutschland eine ausschließlich friedliche Po- litik befolgt und er Gras Witte sei über­zeugt, daß die deutsche Politik immer eine solche bleib« werde und daß die Marokko-Konferenz ohne Zwff^-mloll, besonders zwischen Deutschland und Frankreich zu Ende geh« werde.

Bei dem beschränkten Raum ist es begreiflicher­weise unmöglich, an dieser Stelle auf den Inhalt der Ausführung« des Weißbuches näher einzu- gehen. Es beweist mit aller Klarheit die korrekte Haltung der deutsch« Reichsregierung, die auch auf der am 16. d. M. beginnenden Konferenz zu Algeciras werter nichts Äs die Anerkennung ihrer berechtigt« Interessen in Marokko fordern wird und hoffentlich auch durchzufetz« ver­steht.

Wenn er sie auch emporzog, fie Frau v. Lingen wurde, eine gute Portion Heiematlust umwehte fie doch.

Nach Tisch trennte sich die kleine Gesellschaft. Exzellenz machte ein Scklläfchen, Hanns eilte hin auf zu dm drei Schneiderinnen, welche ob« an der Arbeit waren Anprobe.

Marga aber zog sich mit ihrer groß« Arbeit in das Teehaus zurück, ihr Geschenk für Hanns war noch nicht ganz fertig.

Ein großer Tischläufer, dessen Muster, eine ringsumlaufende Kette von Heckenros«,, sie fdbft entworfen und ausgezeichnet hatte. Die Nadel malerei nahm mehr Zett in Anspruch, als fie ge­glaubt, und fie mußte noch fleißig sein. Das Teehaus war zu tiefem Zweck der passendste Auf- enthalt.

Hanns kam im Winter nie hierher, denn die feuchtwarme Treibhausluft sagte ihr nicht zu. So konnte Marga gänzlich ungestört arbeiten, noch ungestörter sich ihren Gedank« hingeb«.

Rings an dm Wändm stand« die groß« Orarrgeriegewächse, welche Währmd des Sommers dm großm Rasenplatz schmückten. Lorbeer und Orangen, Palm« und südliche Komferen, die rechts und links anstoßend« Treibhäuser waren mit Blattpflanzen und blühenden Gewächsen ge­füllt. Ätttm in all dem Grün aber war ein Deines Plätzchen zurecht gemacht, welches von einer großen Hängelampe beleuchtet, einen feen­haft« Anblick gewährte.

Der denkbar schönste Platz für ein junges Mädchen, zu arbeiten und zu grübeln. Und wenn Marga gestickt hatte, daß ihre Aug« und Singer Wehtaten, bot ein Deines Rohrsofa dm schönst« Platz zum Ausruhm.

Wie sie so fleißig arbeitete, flog« ihre Ge­danken nach Friedmau zum Bruder. Nun, nur noch eine Woche, und er brauchte nicht mehr allein zu fein, er hatte dann eine Frau, eine wirkliche Frau, nicht nur ein jo dmnmeS, Seines Mädchen

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(974 tenz.

l Rachdruck verboten.)

Die Brückt.

Roman von Willy Scharten.

(Fortsetzung.)

Deutsches Reich.

Berlin, 10. Jan.

Seine Majestät der Kaiser empfing geftern Dienstag Vormittag dm Bildhauer Prof. Haverkamp und hörte dm Vortrag des Chefs des Militärkabinetts Gm.-Adj. Grafen von Hülsen- Häseler

Das Befindm des Prinzen August Wilhelm ist zufriedenstellend; die Nacht ver­lief ruhig, auch blieb die Temperatur normal.

Aus Bundesratskreisen verlautet, daß der ursprünglich nicht unbeträchtliche Widersprrw einiger EinzÄstaatm geg« die Einführung einer Reichserbschaftssteuer einer anderen Stimmung, namentlich aus einem wichtigen Ge­sichtspunkte, inzwischen gewichen ist. Man sagt sich nämlich, die Einführung einer Reich serb

Das Abonnement auf dieOverheffische Zeitung", daS grStzte, Meistgelesenste «nd weit verbreitetste Blatt Rarbnrgö m»d der Unrgegend kostet vierteljährlich nur 2.25 Mk. Inserate habe« beste« Erfolg.

Das bereits vor einiger Zeit angekündigte dcuttche Weißbuch über die marokkanische Ange­legenheit ist jetzt erschimm und enthält auf 42 ©eiten 27 «Ähriststücke. Es gibt in der Haupt­sache Berichte der deutschen Diplomat« in Paris, Tanger und Fez. Besonders eingehmd sind die diplomatisch« Akttonm Frankreichs und Deutsch- lands in Marokko selbst behandelt, sie bild« dm eigentlich« Kem des Weißbuches. Das Mandat Taillandiers, feine Absicht« bezw. diejenigen des damalig« Ministers DelressS find ztemltth schlüssig zusammen gestellt, obwohl auch bei Dar­stellung dieses delikat« Themas verschiedene Do­kumente unter dm Tisch gefall« sind. Diese hritrb« der Oeffmtlichkett nachträglich nur dann übergeben werden, wenn eS sich herausstell« sollte, daß die von deutscher Sette bewiesene Rück­sicht falsch verstand« würde. In, das Weißbuch ist dann übernommen Word« eine Reihe boit Mitteilungen aus dem französischen Gelbbuch, die in diesem Zusammenhänge verständlicher erschei- reen werden. Ein weiterer ziemlich eingehender Passus beschäftigt sich mit dem Konserenzge- bauten und seiner Realisierung. Es wird in Kürze der völkerrechtliche Standpunkt der deut­sch« Regierung dargestellt und es werd« die- jmigen Dokumente veröffentlicht, die zeig«, wie die deutsche Regierung ihren Standpunkt öertrat und tote fie auch später di« französische Regierung bewog, den deutsch« Konsermzgedarckm als dm allein korrekten anzuerkmnen. Das Weißbuch schließt in seinem wesentlich« Inhalt mit dm

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unweit der Chaussee an dem Parkgitter entlang, um von der viel belebt« Straße ein« Einblick m ben Garten unmöglich zu mach«. Jetzt kam es Egon ungemein zu statten, daß man ebenso­wenig vom Haus auS auf die Chausiee seh« konnte. Zwischen dieser und dem Gebüsch aber lief die Brunnenprornenade bin. Der Leutnant fürchtete die Aug« seiner Schwester, es war ihm gleichgttttg, daß Franz ihn öfter nut Marga zu­sammensah.

Eine Woche vor der 'Hochzett kam Egon zu "längerem Besuch.

Exzellenz war schwach, jede Aufregun und An­strengung mußte chm ferngehalten werd«, dem Scchue lag es ob, alle Vorbereitung« für das Fest zum Abschluß zu bring«.

Als er Margas leuchtende Augen sah, ihre Freude, schlug er sich rasch die Besorgnis aus dem Kopf, Fräulein Anita möchte sein längeres Zögern übet vermerken oder mißdeuten und ihm ein« anderen Vorziehern Und andere warm vor­handen.

Uebttgens war er durchaus diplomattsch zu Werke gegangen, hatte Andeutung« von klein« Sckmnerigkeiten gemacht, die in einig« Tag« behob« sein würden, und damit, wie es schien, Fräulein Le Msä zufried« gestellt. Der Wider- stand einer altaMigen Familie ist nicht ganz leicht zu beffegen.

Und außerdem, wie konnte er sich jetzt gerade mit dieser exotischen Dame verlob«? Unmöglich. Dann hätte sie selbstverständlich eine Einladung zu der Honett erhall« muff«, und wäre gekommen.

Egon hüstelte bei diesem Gedank« leidjt auf.

Anita Le Vrs6 in der Wilhelmsburger Gesell­schaft. Das schad«ftohe Lächeln, die Bemerkun- g«. Die Schwester schloß eine Mesalliance, mm der Bruder. Hinter seinem Rück« machte man diese Witze, aber auf feine Koste«. Und nicht em. mol net Unrecht.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und^Kirchhain.»

Somttagsb-Uager Illustrirtes Gonrttaasblatt.

Hanns war die Brunnenpromenade zu ein- tönig, auch wurde mehr und mehr ihre Seit durch .geschäftlich« und Prwaikorrespondmz, sowie die sVorberettungm für die näher kommende Hochzett .in Anspruch genommen, und Marga daraus ange- wies«, häufig d« Weg allein zu gehen.

Gummischuh und Regenschirm war« oft ihre 'einzigen Begleiter, dm Puck sowohl, der braun- gefleckte Terrier, als Flock, der unsagbareWachtel- hund, blieben zuwell« kopfschüttelnd unter der .Veranda. Sie hatten zwar die Seine Dame sehr jtn ihr Hundeherz geschlossen, aber der Reg« war gar zu naß.

Zured« half nur wenig, höchstens erzwang tS iüe Begleitung für einmal hin und zurück.

!, Hier traf Egon verschiedentlich die sich Bewe­gung machende Marga. Er promenierte mtt chr und sie fanb ihn bald gar nicht mchr so steif und dugeknöpft als anfangs. Er gab sich ganz natür­lich, wie andere Menschen auch find, plauderte und lachte vergnügt, und die Zett verging unglaublich schnell. Oft waren sie gcmz erschrocken, wenn Plötz, »ich der Gong ertönte, der fie beide zum Frühstück tief.

Marga hatte den künftig« Schwager gern und stellte sich, wenn er kam. Völlig unbefangen gab Re sich dem Vergnüg« hin, mtt dem jung«, büfc. Hen, eleganten Offizier zusammm zu sein, der so hübsch zu plaudem verstand. Völlig unbe­fangen, so daß fie es gor nicht bemerkte, daß er tei ihr« gemeinschaftlich« Gang« auf der Frunnerrpromenade stets aet einer bestimmten ptelle umkehrte.

Absichtlich, denn der Weg war durch hohe Koni. Keirbüsche der Sicht vom .Haus au» völlig ent- JOfiett. Wte eine Kulisse 30s fid) boS dichte &rün

Rrne-t Telegramme.

Berlin, io. Jan. Der zweite deutsche Delegierte der Marokkokonferenz, Graf Latten- Hach, verläßt heute, 10. Januar, Berlin, um die Reise nach Algeciras anzutreten. Graf lattenbad? reist über München. In Algeciras trifft er mit dem ersten Delegierten Deutsch­lands, Botschafter v. Radowitz, zusammen. Außer den beiden Delegierten wird die deutsche Mission nach Algeciras noch auS einem vor­tragend« Rate des Auswärtigen Amtes, einem Legattonsfekretär und einem Dragoman bestehen.

Berlin, 9. I '. Die Ratifikationsurkunden zum deutsch - bu' rischen Handels-, Zoll- und Echiffahrtsvertra». oo.n 1. August 1905 find heute hier durch den Direktor im Auswärtigen Amt, Wirk!. Geh. Rat Dr. v. Koerner und d« ersten Sekretär der hiesigen fürstlich bulgarischen diplomatischen Agentur, Dr. Schlischmanow, ausgewechfelt worden.

Rom, 9. Jan. Der Papst empfing laut ,Frkf. Ztg." heute den Geheimrat Kaufmann vom Reii^amt des Innern und den Professor Steinman, die im Auftrage des Kaisers wegen des Prachtwerks über die Capella Sistina nach Rom gekomm« waren, in herzlichster Abschieds- audienz, in der er warme Worte für Deutsch­land hatte. Im Gespräch gedachte er auch der Kunstbestrebungen des Prälaten Schneider in Mainz. Den beiben deutschen Herren gab der Papst hohe Dekorationen.

Paris, 10. Jan. Bei der Wahl des Präsi­denten erhielt der bisherige Präsident Doumer 287 Stimmen, Sarrien 269 Stimmen; Doumer ist also wiedergewählt. Der Anhang DoumerS hat sich seit dem vorigen Jahre trotz seiner leb­haften Agitation nicht erhöht. Man darf nach dem gestrigen Ergebnis vorauSsehen, daß bei der Wahl des Präsidenten der Republik in acht Tagen Doumer etwa 400 Stimm« erhalten kann, während für Falliöres etwa 430 Stimmen sicher find.

London, 9. Jan.Standard* führt bei Besprechung de8 deutschen Weißbuches solgmdes tzus: Wir können uuS nicht vorstellen, daß das neu vorgelegte Material bie Handlungsweise der Kaisers in einem gefälligeren oder sachge­mäßeren Lichte erscheinen läßt, als eS bisher

schaftsst«er werde dazu beitrag«, die nnmeS noch hie und da in nicht geringem Maße vocha» dme Neigung abzuschwächen, bei HeranzrehmM großer Vermög« und Einnahmen zur Eückom- inmsteuer Angab« zu mach«, die den tatsäch- lichen Verhältnissen nicht «tsprechm.

Die Verbesserung der Lage den, deutschen Arbeiter wird nun von tere Genossen" Calwer, dem volkswirtschaftlich« Mitarbeiter an einigen sozialdemokratisch« Par­teiblättern, ganz entgegen der Verelendung^' theorie, an welcher die offizielle Sozialdemokrat» noch immer festhält, als nicht unerheblich geschfl- dert. DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" macht ans der demnächst erscheinend« Broschüre CalwersHandel und Wandel in Deutschland 1905" nachstehende Mitteilungen. In dem Kw- pttelEin Jahr der Preiskämpfe" beantwortet der Verfasser die Frage nach der Gestaltung de», Einkommens der Arbetterbevölkerung ttn Fahre 1905 dahin, daß die BeschäftigungsgÄegenhA gegen 1904 gewachsen und schon allein dadurch mehr verdimt Word« sei. Aber auch die Lohn­sätze, fährt er fort, haben in sehr vielen Gewerbe» eine Aufbesserung erfahren. Zahlreiche Streiks haben erfolgreich geendet, aber es bedurfte nicht immer dieses Mittels, um die Arbeitgeber Mk Bewilligung von Lohnforderungen zu beweg«. Um die Konjunktur ausnutzen zu könn«, be­willigte man sofort und ging so einem drohend« Konflikt mit den Arbeitern aus dem Wege. xn8; Bewegung der Löhne in einig« Zweig« deS Baugewerbes, des Bergbaues und bei den ungs-, lernten Arbeite« zeigt ein deutliches unb kräfti­ges Anziehen der Lohnsätze während des Jahr^ 1905. Allerdings betont Calwer wetterhin auft; daß von den im Jahre 1905 erfolgten Preis«- Höhung« am Warenmarkt keine andere Bevolkv- «nasschicht so scharf getroffen wurde wie tne Arbeiter. Anderseits will er aber doch mcht be­streit«, daß auch eine tatsächliche Konsumsteigs- mng im Jahre 1905 für die Arbeiterben ölkerung möglich war, nur daß er diese von ihm zuge- gcbene Besserung im Gegensatz zu der Rentebm- tät in Handel und Industrie und ttn Verhältnis zu der gesteigert« Arbeitsleistung ungenügend findet. Jedenfalls gibt diese von einem immer- hin bemerkenswerten Streben nach Objektivität geleitete Darstellung ein ganz anderes Bild all die tendenziöse Entstellung desVorwärts", to* nach die Reichen immer reicher werd«, dagegen, die große Masse der Bevölke«ng zu ewigem Da» ben, ewiger unwürdiger Lohnsklaverei verdammt sein soll. Wird Calwer wie Schippetabschwö^ ren" müssm?

lieber die beabsichtigt« sozialdemo« kratischen Massenkundgebungen am 21. Januar und die eventuell zu trefs«- oen Gegenmatzregeln der ^Regierung schreibt man aus Berlin, daß ein Verbot dieser Proteswer- sammlungm nicht stattfind« wird. Doch wird, jede Versammlung, sobald sie einen unruhig«: revolutionär« oder staatsfeindlichen Verlauf nimmt oder falls d« Anordnungen der Polizei nicht Folge geleistet wird, sofort aufgelöst we»

Aber sie selbst, was würde dann aus iW werd«? , ,, . i

Zunächst blieb fie hier, das stand fest, toenig». itens so lange, als sich das Brautpaar auf bet, Hochzeitsreise befand. Der alte Herr konnte nicht ohne Gesellschaft und Pflege bleib« und bannt

Sie würde am liebsten wieder nach Potsdam ^urückkehren, an welches sie tausend Bande ber Liebe und Verehrung knüpft«, aber Villa Singen aufgeben, das war nicht leicht. ,

Wie em Kind vom Haus fühlte sie sich. Ex-, »ellenz nannte fie schon fett Woch«Du", seine» klein« Schutzengel, und sie sagte Onkel und Papa zu ihm. Das hörte er am liebsten. , Und das aufgeben müssen, war hart. I Da hörte sie Geräusch im ünken Treibhaus- Schritte ertönten. Es war jedenfalls der Gärt­ner, der ausnahmsweise einmal an der Arbeit^ war. Der faule Mensch ärgerte fie immer. Jetzt! suchte er wohl schon den Blumenschmuck für b» Hochzeitstafel aus. Da sagte jemand in der Tür:

Na, aber find Sie fleißig, Marga; Sie tun ja gerade, als müßt« Sie um Tagelohn arbeiten.; Was ist denn los?" !

Marga errötete lebhaft. Zum ersten Mate suchte Egon sie hier auf. Suchte sie auf, betret zufällig führte ihn sein Weg sicher nicht in bass. Treibhaus, namentlich mcht durch bas Treibhauss hindurch. ;

Sie blickte nicht auf, denn sie wollte nicht 8*1 gen, wie rot sie war, und erwiderte so ruhig alss möglich: !

Ich muß bis zum Polterabmd fertig fecLN, Ist ja gar keiner. Schade! Ich hötteM gern einmal mtt Unen getanzt. Wer so gehe» kann wie Sie, Marga, der muß «rch taazM können. Es ist schade.» I

Sie ging nicht daraus ein, sondern sagte nwtt Also bis zum Tage vor der Hochzeit.* t > (Fortsetzung foigU

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