MM MnnfQQpa 90ML chMVEM wu M cmf MaÄwostok beschrLsken, brauchen wir leine «deren KriegShäfn» im Stillen Ozean z» et» richten; et genügt, unser östliches -Met ent' ftrrechend zu befestig«, «r es vor der aggressiven tätig teil der «ckernchmungslusiigeu Nachbarn zu schütz«. Es strüen fernerhin keine Kberflüffiz« russischen Million« für Häftn «Sgegeb« werden, die für Rußland ganz wertlos sind und nur den Ausländern nutzen, wie seinerzeit für Dalni; ebenso w«ig aber für die mandschurische Bahn. In Bezug auf China, insbesondere die angrenzende Mongolei gedentt Rußland zur Politik der sechziger Jahre zurückzukehren und vor alle« daS beste €tn= vernehm« mit bm angrenzenden astatischen Staaten und Potentaten zu pflegen. Ein besonders scharfes Auge dürfte die russische Regierung für Kamtschatka und daS ganze russische estsibirische Küstengebiet haben. Ferner werden Maßnahmen getroffen werde«, um den Handelsverkehr zwischen den Ruffen und den Ausländern über Wladiwostok und Nikolajewsk zu fördern, damit die befonderS während des Krieges stark geschädigte Primorskaja Oblastj und die russischen Besitzungen am Amur entschädigt werden. Tie ptrtentefynung6luftifltn und fleißigen Chinesen und Japaner jedoch wird man in Schranken 6alten. Zum Schutze der Industrie und des HandÄS im Innern Rußland« dürften die Zollämter vor TranSbaikali« errichtet werden/
Mittel-Amerika. Die starken Worte, die der Präsident der Vereinigten Staaten gebraucht hat, um zu schnellerer Durchführung der Arbeiten am Panmnakanal zu mahnen, lassen darüber keinen Zweifel, daß es mit diesen Arbeiten nicht so steht, wie eS sein sollte. Und feine Borte sind durchaus verständlich und gerechtfertigt, wenn man sich der- aegenwärtigt, was bisher, seitdem das Kanalge- fimbc und die Rechne der Nouvolle Compagnie du Ccnal dc Panama in amerikanische Hände übergegangen, an positiver, pvaktischer Arbeit geleistet ist. Mau kommt dabei zu dem Ergebnis, daß für den Bau des Kanals selbst so gut wie gar nichts geschehen ist. Und das muß um so befremdlicher erscheine», als für das Unternehmen die nicht gerade Keine Summe von 240 Mill. Mark bereits verausgabt ist. Allerdings sind darin einbegriffen 160 Mill. Mark Entschädigung au die genannte französische Gesellschaft. Weitere 40 Mill. Mark wurden an die Republik Panama gezahlt für die Abtretung des die Kanalzone umfassenden Geländes und für die Anerkennung der Hoheitsrechte der Bereinigten Staaten. Der Rest von 40 Mill. Mark ist first ausschließlich verausgabt für die Ausführung der erforderlichen Vorarbeiten, Herstellung von Planen und Kostenanschlägen, für Ankauf des rollenden Materials der Pauama-Eiseirbahn, für sanitäre und hygienische Einrichtungen, für Derwaltun gskostm usw. Nur ein Betrag von rund Z4 Mill. Mark ist bisher für den Kanalbau selbst verwendet. Unter diesen Umständen kann man es begreiflich finden, daß man der weiteren Entwicklung des Unternehmens mit einem gewissen Mißtrauen entgegensicht; zumal nicht geleugnet werden kann, daß die bisher lediglich an amerikanische Beamte »nd Unternehmer gezahlten Gehälter, Löhne, Transportkosten, die Preise für Maschinen, Baumaterial «sw. ungewöhnlich hoch sind. Jedenfalls ist die Zuversicht, daß die Energie der amerikanischen Regie- rung sich auch bei diesem Mwaltigen Verkehrs- unternehmen bewähren würde, einer gewissen bevfis gewichen. Es fragt sich, ob nicht die Ka- nalleitung doch vielleicht bester täte, für die Materiallieferungen und die Jngenieurarbeiten einen freien Wettbewerb unter den Nationen zu eröff- neu, als das Unternehmen ausschließlich amerikanischen Händen anzuvertrauen.
Kongostaat. Vor kurzem würbe gemeldet, daß die kngläntar den NU für den Verkehr mit dem Kongo- staatc vollständig gesperrt hätten. Auf Grund dieser Sperrung wurde angegeben, daß der Kongostaat nicht e#f eine Vereinbcrrung eingegangen ist, ein Stück Land abzutrctcn, das zwischen dem Nil und Kongo liegt, und das er beseht hält. Kurzer Hand schließen die Engländer daher die Wasserstraße de« Nil. Alder MahdismuS 1898 bestkgt war und die Wasserstraße de« Nil frei wurde bis in den Sudan hinein, begrüßte König Leopold diesen Erfolg, da ihm ein schneller Zugang zu dem Osten des Kongostaates geboten wurde. Unter günstigen Umständen konnte man auf diese Weise in kann, 20 Tagen den Helle erreichen, während Kot auf dem Wege über Westafrika Monate nötig hatte. Auch wurden große Kosten gespart. Die Engländer aber schlugen gegen den Kongostaat ein neues Verfahren ein, da sie seine Hilfe nicht mehr brauchten. Sie besetzten Landstriche, die nach den Verträgen dem Kvngostaate überlassen waren, mußten sich aber wieder von dort zurückziehcn. Sie wollten die Belgier aus der Aequatorialproviuz hinaustreiben. Aber alle Mittel schlugen fehl, da die Belgier fest blieben. Run hat man sich damit geholfen, den Weg
Wiffenschch, Kunst nnd Lebe«.
Die Meininger,
»eiche am nächsten Donnerstag, den 11. Januar zu einem großen Symphonie-Konzert erwartet werden, find auch hier keine Fremden mehr. Der Eingeweihte weih ja längst, welche genußreichen Stunden er zu erwarten hat. Zum letzten Mal hörten wir die Kapelle vor 3 Jahren unter Fritz Steinbachs Mh- rung und durften als Gast einen Joseph Joachim dabei begrüße«. Erst in diesem Jahre ist es wieder gelungen, die Städte Cassel, Göttingen und Marburg zu vereinigen, sodaß die Hoflapelle müh hier unter Bedingungen ein Konzert veranstalte» kann, die wenigstens für Marburg nicht außerhalb ta» Erreichbaren liegen. Freilich ist dabei auch eine Beteiligung aller Musikfreunde erfordervch. Da» Iinanzielle Risiko ist für die veranstaltende Mufika- wnhandlung ein derartiges, daß em -usderkaufte- Haus gerade die Kosten decke» wird. In «»chetrcüht pes Umstandes, daß da, gleiche Publikum hier ffc denusse jeglicher Art in Anspruch genommen wird, find die Preise auf da» äußerste relürziert. Während I- B. anderwärts die Eintrittspreise für Sitzplätze bei dinem dreimal größeren Saal 8 bi» 6 Mark find, V hier der DurchsihnittSpreiS für die besten Plätze B Mark und 3.50 Mark. Wem e» auf gute# .Sehen" pdjt ankommt, kann Akustisch hervorragende Plätze tchon für 2.50 Mark Haden. Wir führen die» nur M. «m gu zeigen, daß e» an» nicht nm eine Spekala- hon ans finanziellen Gewinn 6d veranstalt« der-
Konzerte mekomM.
•bet Aegypten zu schließe«. Die Provinz am Ile»* wird dadurch von Europa in eine große Mitfermmg gerückt. Der König der Belgier muß dahin seine Leute «nd Bedürfnisse in einem großen Umwege über die Kongomündung schicken. DaS verursacht ihm große Heften und bringt allerhand Schwierigkeiten mit sich. Diese» außerordentlich rüchichtslose Verfahren der Engländer ist ein neue» Zeichen des feindlichen Borchens gegen den Kongostaat. Man wird nicht eher taten abstchen, bis man seinen Zweck erreicht hat.
Marbsi.q uud Umgegend.
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.Oberbefi. Zig." gestattet.)
Marburz, 6. Januar.
* FrrnfPrechtzerkeZr. DaS hiesige Postamt ist zum Sprechverkehr mit folgenden Orten zull klaffen: Friedland (Seine), Nörten, Northeim (Hannover), Jostein, Ufingen, Benßheim, Heppenheim (Bergstraße), Jugenheim (Bergstraße), Großgeran, Heldenvergen, Rüffelsheim, Sera (R.) Jena, Kleinschmalkalden, Langensalza, Rheydt (Bez. Düffeldorf), M-nchen-Gladbach.
, * Für Eisenbahner. Der Kaiser hat genehmigt, daß daS Erinnerungszeichen für die Eisenbahner, welche« auf bet linken Brustseite getragen wird, auch zur Militäruniform und zwar unterhalb der OrdenSschnaüe angelegt werden darf.
* Lehklinßshei«. Sonntag, am 7. Januar, ist daS LehrlingSheim wieder geöffnet.
* Ans Um Stadtthrate». Als Dolksvor- stellt ng geht am nächsten Montag, den 8. Jan. Gutzkows „KönigSleutnant" in Szene, deffen erste Anfführnngen hier astgemeiren Beifall gefunden hoben. Die Hauptrollen des Thoraue uud des jungen Göthe — be8 späteren großen Dichters — liegen in den Händen von Herrn Wittmenn und Frl. Dvnecker.
• Besuch der laudwirtschaftliche« Winterschulen im Winter 1905/06. Die Zahl der Schüler, welche im laufenden Winter die sechs Winterschulen der Land- wirtschaftslammer besuchen, beträgt 225 gegen 240 tm Vorjahre. Auf die einzelnen Schulen verteilen sich die Schüler folgendermaßen: Fulda 59, ®eteu hausen 18, Hofgeismar 51, Marburg 42, Melsungen 25, Rodenberg 80. Im vorigen Jahr stellte sich tar Besuch bei Fulda auf 60, Gelnhausen 18, Hofgeismar 59, Marburg 85, Melsungen 35 und Rodenberg 33. Vier Schulen haben demnach eine Abnahme zu verzeichnen, welche bei Fulda und Rodenberg allrr- dings nicht erheblich ist. Die Schule in Marburg hat eine weitere Zunahme erfahren, während die Zahl bei Gelnhausen gleich geblieben ist. «ach der Herkunft verteilen sich die Schüler auf folgende Kreise, Bezirke, Provinzen und Länder: Kreis Cassel 14, Kreis Eschwege 4, Kreis Krankenberg 8, Kreis Fritzlar 14, Kreis Fulda 20, Kreis Gelnhansen 15, Kreis Gersfeld 10, Kreis Hanau 5, Kreis HerS- ftld 16, Kreis Hofgeismar 11, Kreis Homberg 12, Kreis Hünfeld 7, Kreis Kirchhain 5, Kreis Marburg 12, Kreis Melsungen 11, Kreis Rinteln 22, Kreis Rotenburg 8, Kreis Schlüchtern 1, Kreis Witzenhausen 3, Kreis Wolfhagen 11, Kreis Ziegenhain 6, Reg.-Bez. Wiesbaden 1, Provinz Hannover 8, Provinz Westfalen 6, Provinz Sachsen 1, Rheinprovinz 1, Waldeck 1, Lippe 8. Aus dem Reg.-Bez. Cassel stammen zufolge dieser Aufstellung 205 Schüler, aus anderen vreiißische« Gebieten 16 und an» anderen Ländern 4 Schüler.
| Strafkammer. Eine Schlägereigeschichte, die schon 4 Jahre zurückliegt, beschäftigte heute in der Berufungsinstanz das Gericht. Gelegentlich de» Kreiskriegerverbandsfestes in Röddenau bekam der Sohn der Händlers Roll aus Ernsthausen mit einem fangen Manne namens Josef Kaiser Streit, der jedoch bald geschlichtet wurde. Kurz darauf kam eß vor dem Wirtstisch nochmals zu einer kleinen Schlägerei und bei dieser Gelegenhett schlug der Händler Roll mit dem Bierglas nach dem Kaiser, um wie er glaubhaft angab, einen Angriff abzuwehren. Kaiser behauptet, cs sei ein Messer gegen ihn gezogen worden, wovon jedoch niemand etwas gesehen hatte. Dar Gericht erkannte gestern, wie der erste Richter auf ein freisprechendes Erkenntnis. Die Sache kam tas- hallb so spät zur Verhandlung, weil Roll mit dem Kaiser wegen einer anderen Geschichte in Streitigkeiten gekommen und nunmehr von dem letzteren Anzeige gemacht worden war.
* Literatur. Ter Inhalt der Nummer 1 des .HcffenlanL' ist wie folgt: »Neue Fahrt' — „Lütspruch" — „Mei» Herz'. Gedichte von W. Tacken. „Der Neujahröbettelmann', Gedicht von Hugo Frederking. Eine althessische Familie in Dänemark, von Philipp Losch. AuS dem Feldpostbrief eines hessischen Kriegsfreiwilligen vom 2. Januar 1871, von F. von und zu Gilsa. Allerlei hessische Volksbräuche, von Helene Brehm. „Die weiße Blume', Gedicht von Albert Weiß. Auk Heimat uud Fremde.
* Viehseuche. Im Regierungsbezirk Caffel find zur Zeit folgende Ortschaften verseucht:
Wie man die berühmte Kapelle und ihren Dirigenten feiert und würdigt, sehen wir u. a. wieder in Halle. So schreibt die .Hallesche Zeitung" in Rr. 521 vom 5. November 1906:
Die dichtgedrängte Zuhörerschaft, die gestern Abend ! die „Kaisersäle" füllte, ist em überzeugender Beweis, daß auch in Halle der Ruf der Herzoglichen Hoflapelle ' aus Meiningen fest und unerschütterlich gegründet ' ist. Die Dirigenten haben gewechselt, das Dertranen auf das Können und die Begeisterung über die Leistungen find jedoch sich gleich geblieben. In der Tat verdienen die „SReininger* die allerlebhasteste Zuneigung der weitesten Steife, denn keine andere Kapelle hat feil Jahren so unermüdlich und so sieghaft das Reich des Schönen in Deutschland verbreitet wie sie. Die Fülle der Anregungen, die götberung de» mrrsikalffchen Verständnisses und die Beispiele musterhafter künstlerischer Reproduktion, die daS deutsche Volk thr verdankt von Bülow» Seiten bis in die stingfie» Tage hinein, find einßach unendlich. Daß Ne Kapelle auch unter dem Her,»glichen H»fka- pellmeifier, Herr» Urnfrssvr Wilhelm Berget, seine Kunstretsen nicht «nsgrgeben hat, ist hocherfreulich. ®a» Konzert erfreute sich einer begeisterten Aufnahme. Dirigent tote Orchester wurden nach jedem Vortrag mit jubelndem Applaus überschüttet und in die BeifallSsalven mischte» sich mm Schluß Ne Kufe ^Stederkmumeul' De» Munsch tat auch die KritS, taee Ne EntwtckelunASgesthichte tat Meininger HoflapeSe jp» verfolgen, »oft» stet» **
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Die MstwirkmW N* Fräulein eile »eh hl Vreihoven, *»te**e# M-D* te* Seh
i Eobweineseuche (Schweinepest): MabttreiS I Gaffel: Cassel (Stadt.). Landkreis Cassel: I EanderShansen, DollwarSbausen. Elgershausen, 1 Dörnhagen, Weimar, Crumbach, Oberkausunien. I KreiS Eschwege: Echashof, Wanfried. KreiS I Fritzlar: Gudensberg, Haddamar, Ermetheis, I KeiSmar, Diffen, Beffe, Großenenglis, «reis I Fulda: Opperz. Kreis Hersfeld: Hilperhausen, I Tann, Leimbach, Hers selb, KruSpik, UntergeiS. I Kreis Hofgeismar: Immenhausen, Holzhausen, I Deckerba en, Udenhausen, LippoldSberg, ämgen- I thal, Trendelburg (Stadt), Berguffeln. Kreis I Homberg: Niederbeisheim, Oberhülsa, Homberg. I KreiS Hünfeld: Rudolphshan. KreiS Mel» I fünften: Beiseförth, Deute, Melgershausen, I Melsungen. KreiS Rotenburg: Hübenthal, I Hornel. KreiS Schmalkalden: Steinbach-Hallen- I berg, Barch selb, Aie, Trusen. Kreis Wolf- I honen: Rittergut Hohenborn, Domäne Burg- I hasungen, Dom. Rangen. Tollwut: Kreis I Wolshaqen: Ehlen. Influenza der I Pferde (Brust seuche): Kreis Hertzfeld: HerS- I felb. Pferdestaupe: Landkreis Hanau: I Dörnigheim.
® NiedeiWslgern, 6. Jan. Morgen Sonntag nachmittag 3 Uhr hält der 1877 gegründete Gsflügelzucht-Verein Kreis Marburg | hier in der Heufer'schen Wirtschaft eine Ver- samwlung ab, zu welcher alle Freunde ter @e- fluaelzucht von hier und den umltegenben Orten freundlichst eingeladen find. Ein Besuch bet» stlt-en ist speziell den Landwirten sehr zu emp- skhsen.
V Reustabt» 5. Jan. Bei tarn hiesigen Dtande»- amte kamen im verflossenen Jahre 94 Geburten, im Borjahre 96 zur Bc arkundung. Hiervon entfallen 88 männliche und 30 weibliche auf Neustadt und 18 männliche und 10 weibliche auf Sternberg. Eheschließungen fanden 28 statt, im Vorjahr 16, wovon 84 auf Neustadt und 4 auf Momberg kommen. Die beurkundeten 56 Sterbefälle, im Vorjahre 58, entfallen auf Neustadt mit 42, und zwar 18 männliche und 24 weibliche, auf Momberg mit 14, 6 männliche und 8 weibliche. — Bei der gestern durch den Jagdpächter Oberförster Groß in unserer Gemarkung abgehaltenen. Treibjagd wurden 50 Hasen zur Strecke «bracht. — Um die hiesige Bürgermeisterstelle haben sich 50 Bewerber, die den verschiedenen Verwaltungs- Kveigen angehören, beworben. Die Wahl wird in Kürze erfolgen.
Laasphe, 4. Jan. Gestern Nachmittag verunglückte btt Steinbrecher Peter Utsch V aus Mudersbach m dem Steinbruch zu Nieder- schelderhütte. Durch Steinfall kam der Bedauernswerte zu Tode. Er war unverheiratet und etwa 60 Jahre alt.
Heffes-Naßau uud NachLargebiete.
G. Han««, 5. Januar. Nach tar Volkszählung bvm 1. Dezember 1905 zählt der Landkreis Hanau 54 641 Einwohner (27 772 männliche, 26 769 weibliche) gegen 48 422 hn Jahre 1900. Die Zunahme tar Bevölkerung in den letzten 5 Jahren stellt sich somit auf 6119.
Wiesba^», S. Januar. Generalleutnant v. Trotha, der bisherige Kommandant der kaiserlichen Schutztruppe in Deutsch - Südwest- asrika, ist zu längerem Kurgebrauch hier ange- kommen und im Hotel Rose abgestiegen.
Mainz, 3. Jan. lieber das rätselhafte 33er- schwin.d^l eines bekannten und angesehenen Einwohners unserer Nachbarstadt Mebrich, des Bei- geordneten Georg Schreiner, wird gemeldet: Em geheimnisvoller Fall beschöfftgt seft Samstag die Polizeibchörden der ganzen Umgebung in ausgedehntem Maße. Es handelt sich hierbei um das plötzliche Derschwinden des Direktors der nassauischen landwirtschaftlichen Genossenschaiten und zwesien Beigeordneten der Stadt Bi-orich, Georg Schreiner. Herr Schreiner besuchte am Freitag die Winzerversammlrmg in Mainz und ist seitdem verschwunden. Zu der mysteriösen Geschichte wird weiter gemeldet: Der verschwundene Direktor Georg Schreiner aus Biebrich wurde am Samstag früh um 4 Uhr in der Bedürfnisanstalt am Münsterplatz von einem Schutzmann getroffen wobei er den Kopf gegen die Wand rannte. Zu gleicher Zeit befand sich in der Anstalt der gerichtsbekannte Taglöhner Oberhahn. Der Beamte, ersuchte Schreiner, er möge seine Taschen revidieren, ob ihm nichts abhanden gekommen fei. Das tat auch Schreiner in Gegenwart des O., wobei er konstatierte, daß ihm nichts fehle. Er erklärte daraus, er habe den letzten Zug nach 1 Biebrich versäumt, er werde jetzt zu Fuß nach Hause gehen. Hieaus verschwand O., während Schreiner weiter ging. Nach dessen Verschwinden wurde bei dein Brückenwärter der Kai''erbrücke nachgeforscht, ob in der Zeit des Samstag Mor.
nod) eine weitere Anziehungskraft verleihen. Ist unS doch Fräulein Elly Ney vom März her als eine Pianistin bekannt, die in die allererste Reihe der ausübenden Künstlerinnen gestellt zu toertan verdient. Frl. Ney erfreut sich des besonderen Wohlwollens Fritz Steinbachs, des jetzigen Leiters der Gürzerrich- Konzerte in Köln. Rach dem Tode von Isidor Seiß ist sie sofort an dessen Stelle als Lehrerin der Mcister- klaffe am Kölner Konservatorium gerückt.
Zum Gedächtnis Mozarts, dessen 150. Geburtstag überall am 27. Januar d. I. gefeiert werden wird, ist die Aufführung der Symphonie D-Dur veranlaßt worden. Heber dies Werk (1786 komp.) schreibt O. Jahn in seiner Mozart-Biographie: »Die Symphonie fand in Prag, wo Mozart sie im Januar 1787 aufführte, den außerordentlichsten Beifall. Hier haben wir den ganz durchaus selbständigen Mozart. Da» feierlich ernste, breitgehaltem Adagio ist eine völlig angemessene Vorbereitung auf dar Allegro, das feinen lSesamtcharakter nach em tatkräftiges Streben lebhaft aber mit Ernst ausdrückt, und ht welchem die Form eines großen Shmphoniesatze» völlig ausgcbilder vor uns liegt. Vom schönste« Liebreiz ist da» frühlingSfrifche, durchsichtig klare An- boxte. Der letzte Satz entfaltet die größte Regsamkeit und Lebhaftigkeit, ohne irgend eine ausgelassene Same zu verraten; ein Kunstwerk, da» darum eine nm so energischere Vertiefung und sichere Krxft de» «fatföer» voranssetzt.' j 5
8t» ri)iu|if)nnii teil fataltlt Schn*
teM *nt»6e*btie .Symphonie H-Moll. l*f ksM RoM jft wi w । »fa ■wiWe U. - * E.- WB
gen 3taWat J mck> 8 Uhr jemanS 8e Drücke M pert habe. Der Wärter konnte sich bestimmt eck mnern, daß dtes nicht der Fall war. JnzwischZ in einer MrtschJ der Lotharstrahe viel Geld zeigte und die Bemev rung machte, wenn er auch nichts arbeite, so hak' er dach viel Geld. £). wurde verhaftet, weil a dringend tm Verdacht steht, Schreiner beraubt und ermorbet »u haben. O. gab zu, daß er Schreinch äer Photographie <tf§ den wiedererkenn« den er m der Nacht in der Bedürfnisanstalt ge» troffen habe, er bestreitet aber, nochmals mil Schreiner zusammengeftosfen zu sein. Der Huß Schreiners wurde durch eine Baggermaschine arck Eingang des Zollhafens im Rhein gefunden. !
Endlich wird folgendes gemeldet: Die Polizei^ Verwaltung veröffentlicht in Sachen des verschwundenen Direktors Schreiner eine Klar< stellung. Nach dieser ist eS vollständig erfunden^ daß der Arbeiter Oberhahn wegen eines Ver4 brechenS an Direktor Schreiner verhaftet, worden fei. O. wurde wegen DerbüßunA einer Strafe in Haft genommen und nmd deshalb vernommen, weil er zufällig an dem fraglichen Tage mit dem Schreiner zusammengekommen war. Offenbar lag ein Ver»; brechen gar nicht vor, sondern e8 ist sehr wahr-, scheinlich, daß Schreiner an dem sehr nebligen, Morgen aus Unvorsichtigkeit in den Rhein ge-' stürzt und ertrunken ist.
Deriiil'schtes.
Beckum i. SB., 3. Jan. Die ganze Bevölkerung, des nahe gelegenen Dorfes Vellern ist rein aus dem. Häuschen ob tar wunderbaren Streiche eines geisterhaften Individuums auf tarn Kleine-Weschofstschen Hofe. Während die Diener des Gesetzes, beten Hilft man Anspruch genommen hatte, bei Westhosfs in, tar Stube sitzen und ihre Betrachtungen über das rätselhafte Wesen anstellen, legt dieses einen Brief, auf den Küchentisch, in dem es schreibt, man solle) sich doch nicht weiter bemühen, alle Rachforschnngew würden doch vergeblich sein. Verschiedene Male ha-., den die Gendarmen und andere die Gestalt gesehen/ aber immer, wenn sie zufaflen Wollten, zerfloß sie, in ein wesenloses Nichts. Rach ihren Beobachtungen handelt eß sich um einen jungen Mann. Am Dou- nerstag erhielt Frau Wcsthoff einen Brief, in wel-, chem das Wesen auS tar vierten Dimension schreibt: während man es wie eine Stecknadel gesucht, habe es droben auf dem Boden gesessen und sich den Baruh gehalten vor Lachen. Gleichzeitig hat es drei Mark an Frau Westhoff gesandt „für gestohlene fieber» Würste". Nach den Erzählungen der Leute, die den sonderbaren Kauz gesehen haben wollen, tritt er in verschiedenen Kleidern auf und benimmt sich wie ein, Gentleman. Wiederholt ist schon das ganze West- Hoffsche HauS abgefudjt worden; man hat, bis an die Zähne bewaffnet, Wache gestanden, die Kornhaufen auf dem Loden find mit langen Säbeln durchstochen worden, aber alles vergebens. Dagegen wird die Angst vor dem .Spuk" immer größer; Knechte und Mägde verriegeln die Türen ihrer Schlafräume, Überhaupt fühlt sich im ganzen Dorfe bei Tag und Nacht kein Mensch mehrganz sicher.
Bielefeld, 4. Jan. Einen Theaterskandal gab es gestern Abend im hiesigen Stadttheater. Bei tar Wiederholung der Brüder von St. Bernhard von Ohorn wurde nach dem ersten Akt auf der Gallerte gepfiffen, gezischt und getrampelt. Der Theaterdirektor forderte von der Bühne aus die Demonstranten auf, das Theater zu verlassen und sich das Eintrittsgeld an der Kasse zurückzahlen zu lasten. Die Polizei mutzte einschreiten und die Skandalmacher entfernen, worauf die Ausführung glatt von statten ging. Die Demonstranten hatten sich vor dem Theater postiert und wollten dort weiter skandalieren, wurden aber von tar Polizei daran gehindert. Schon nach tar ersten Ausführung, die am 18. v. M. stalffand, nahm die „Bielefelder Volkszeitung" scharf Stellung gegen das Stück und kündigte für den Fall einer Wiederholung Zwischenfälle an. (Mit demselben Recht dürfte dann auch von militärischer Seite gegen Stücke wie „Zapfenstreich" u. ähnl. demonstriert toertan!)
Düsseldorf, 4. Jan. Gegen den Beschluß des hiesigen Stadtverordneten Kollegium?, laut welchem die demnächst zur Eröffnung gelangenden städtischen Krankenanstalten mit interkonfessionellemPslege- perfonal zu besetzen sind, hat die hiesige Zentrumspartei, die barmherzige Schwestern als Pflegerinnen wünscht,^ eine mächtige Bewegung innerhalb der hiesigen Bürgeffchaft ins fieben gerufen.
Dresden, 4. Jan. Dieser Tage versuchte ein Russe in der Deutschen Bank 400 000 Mark zu erlangen. Die Direktion hegte bei Durchsicht der Papiere Zweifel und frug telegraphisch in Rustand an. Es stellte sich heraus, daß man es mit einem russischen R e volutionär zu tun hatte, der seinen Raub hier zu Geld machen wollte. Nun verfügte man die Festnahme des Mannes, doch war er schon nach England entkommen, als die Polizei ihn verhaften toottte.
Nürnberg, 4. Jan. Die Strafkammer verurteilte den 23jährigen Stenographen Anton Wagner, der auf seinem nächtlichen Heimweg dem die dortige Fleischbrücke zierentan steinernen Lchsen die Hörner abschlug, wegen gualifizierter Sachbeschädigung zu einem Monat Gefängnis.
Strauß' fop. 7) mit ausgenommen worden, feine Serenade für 13 BlaK-Jnstrumente, die uns Gelegenheit siebt, das ausgezeichnete Bläserkorps der Hoflapelle für sich allein zu hören. Mit Wagner» Meistersinger - Vorfpiel — ein Wunsch zahlreicher hiesiger Wagnerfreunde — schließt der Abend. Das Programm bringt also nichts Sensationelles Neues, wohl aber Meister - Kompositionen der Verschiedenstert Richtungen. Auch Brahms wurde zwar vielfach gewünscht, wie ja auch zuerst die 4. Brahms'sche Symphonie geplant war. Da wir aber dieses Werk erst im Cftotar und kürzlich eine andere hervorragende Komposition hier hörten, glaubten wir, diesmal vo« BrahmS absehen zu dürfen. Mr hoffen ja, daß e» nicht bei diesem einzigen Meininger Konzert bleibt und tar Besuch tar diesjährigen Konzertes uns ermutigt, jedes Jahr wieder ein solches Konzert riskieren gu Wunen. Freilich mancher Platz ist heute »och frei, sodaß die taffächlichen Unkosten noch lange nicht getackt sind. Hoffenllich beteiligt sich auch ifie Studentenschaft einmal an einem guten Konzert Bt auffallender Stärke. Die seitherigen Konzerte, so-, wohl die akademischen tote die Abonnements-Konzerte lassen beinahe auf sehr geringes Interesse für gute Musik unter unserer Studentenschaft schließen. Trage jeder, der sich an guter Musik erfreuen kann, daz» tat, daß uns solche Sanierte hier erhalten bleibe«.
G. Brau». >