Einzelbild herunterladen
 

mitn

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend« (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtjchaftliche Beilage."

44. Jahrg

'M. 301

Marburg

Freitag. 24. Dezember 1909.

Au» dem Reichsanzeiger. Berlin, 22. Dezember. Der Reichsanzeiger veröffentlicht Bestimmungen über den Vertrieb von leie« araphenanlagen auf fremden Fahrzeugen für die Seefahrt und dte Binnenschiffahrt in deut­schen Gewässern. Danach ist auf fremden Kriegs­schiffen allgemein und anderen Fahrzeugen vor- übergehend die Anwendung optischer und aku­stischer Signale, mit Ausnahme von Unter- wasserschall-Signalen, und Funkentelegraphie, nach den geltenden Anweisungen mit einigen Einschränkungen gestattet. Im öffentlichen Zn- teresse kann diese Erlaubnis vorübergehend be­schränkt oder aufgehoben werden.

Deutsches Reich.

Der Kaiser traf gestern abend 8 Uhr vom Neuen Palais aus in Berlin ein, nahm im Königlichen Schlosse einige Besichtigungen vor, empfing u. a. den neuernannten Direktor der Königlichen Nationalgalerie Prof. Iustt und kehrte später im Automobil nach dem Neuen Palais zurück. . ~ ,

21 nette Reserve-Znfanterie-Regtmenter. Bisher wurden jährlich durchschnittlich dreizehn Reserve - Infanterie - Regimenter aufgestellt. Künfttq sollen im Interesie der Schlagfertigkeit des Beurlaubtenstandes bei jedem Armeekorps 2 im ganzen 34, allo 21 Regimenter jährlich mehr, aufgestellt werden, da dte Leistungs­fähigkeit von Reserveformotionen hauptsächlich von der Ausbildung der Fübrer abhänat. Für 1910 werden im Etat zunächst die Mehrkosten für die Aufstellung von 11 Reserve-Infanterie- Reaimentern angefordert, der Rest bleibt für 1911 vorbehalten.

Politische Umschau.

De, Polizeichef von Petersburg ermordet.

In Ergänzung unserer gestr^en Depesche wird »eitet gemldet:

Eine seltsame Bomben-Exploslon ereignete sich in der vergangenen Nacht in-der Wiborg« Vorstadt von St. Petersburg. Nach Mitternacht explodierte in einer kleinen Wohnung in einem Vierstöckigen Hause an der Astrachan-Straste eine Bombe mit w furchtbarer Gewalt, dah alle Scheiben im Hause platzten und zwei Stockwerke des Hauses von Geschostteilen durchschlagen wur­den. Der scheinbare Inhaber und Bewohner der Wohnung, in der die Bombe erplodierte, befand sich im Augenblick der Explosion an der Ein- gangstür, wo er scheinbar das Schlost reparierte. Er ergriff sofort die Flucht und wurde auf der Straste von einem Schutzmann verhaftet, nach­dem er versucht hatte, eine Brownlngptstole zu ziehen In der Wohnung fand man den Diener des Verhafteten, der jede Auskunft verweigerte schwer verwundet und einen angeblichen Onkel des Verhafteten tot. Dieser Tote erwies sich zum allgemeinen Erstaunen als der Chef der Petersburger politischen Polizei, Oberst Kar-

Präsident mit: Das Berliner Polizeipräsidium stellte fest, dah Professor Markowich zu der kri­tischen Zeit am 20. Ottober, 21. Oktober bis Ende Oktober 1908 in Berkin geweilt habe. Daraufhin gab Dr. Friedjung folgende Er­klärung ab: Ich habe alle Bepauptungen meine» Artikels nach, gründlicher Prüfung aufgestellt und bin nur nach gewisienhaftester Erwägung zu meiner in dem Artikel niedergelegten Grund« auffassung gelangt. Ich weist die Beweiskraft des offiziell bestättgten Aufenthalts des Pro- fesiors Markowich in Berlin zu würdigen. Ich erkläre damit loyal, dah die beiden Dokumente vom 20. Oktober und 21. Oktober 1008 alten Stils auszuscheiden sind, und dah ich auch die übrigen Dokumente nicht mehr in Anspruch neh­men möchte. Hierauf zogen die Anwälte der Kläger die Anklage zurück. Sodann verkündete der Gerichtshof den Freispruch der beiden Ange­klagten Friedjung und Ambro».

Neurasthenie und Hysterie in bet Armee.

. Einem Aufsatz des Oberstabsarzt Dr. Dan- nehl in der neuesten Nummer der militärarzt- lichen Zeitschrift entnehmen wir, dah der Zu­gang an Neurasthenikern in der Armee sich innerhalb der letzten zehn Berichtsjahre um mehr als das Dreieinhalbfache gesteiqett hat. Die Kranken setzen sich in der Hauptsache au- älteren Unteroffizieren und aus Einjährig- Freiwillioen zusammen, die zum grasten Teil bald wieder zur Entlastung kommen. Utzd auch an Hysterikern haben sich die Krankenzugange innnerhalb dieser Spanne nahezu um das Drei­fache gesteigert. Zu diesen im ersten Augenblick erschreckend anmutenden Angaben ist allerdings zu bemerken, dast man vor zehn Jahren bei der Untersuchung auf Nervenleiden wohl kaum so peinlich genau vorging, wie es heute geschieht und wie es der genannte Versaster in noch höherem Grade fordert. Man hat damals die ein wenig Nervenleidenden noch nicht als Kranke festgestellt oder anerkannt. Die obigen, sonst gewist zu gröhter Besorgnis Anlast geben­den Feststellungen verlieren damit etwa» an Schwergewicht.

tz«r weiteren Einschränkung des * Lehrermangels

)n den preußischen Volksschulen wird die llnter- jtchtsverwaltung auch fm nächsten Jahre mit ki Errichtung neuer Seminare für Lehrer und Lehrerinnen vorgehen, und der kommende Etat dürste die hierfür erforderlichen Mittel zur Ver- Igung stellen. Denn es hat sich die on« säuernde Vermehrung der Seminare und Prä- larandenanftalten in den letzten Jahren^ als »äs beste Mittel erwiesen, durch den ständig leigenden Besuch dieser Anstalten ein Herad- tzeh'en des Lehrermangels zu erzielen. Durch die

letzten Etatsjahr geschaffenen neuen 12 keminare hat sich der Bestand an Schülern und Schülerinnen in den vorhandenen 195 Anstalten »ns rund 18 000 erhöht. Bekanntlich hat der Landtag wiederholt die vermehrte Eirichtung )ou Lehrerinnen-Seminaren gewünscht, und tz'e'em Wunsche rouf - auch im vorigen Jahre Durch zwei neue Anstalten Rechnung getragen. Auch im nächsten Jahr werden, obwohl die Ge- Amtzahl der.neuen Anstalten die des Vorjahres picht erreicht, zwei neue Seminare für Lehrer­innen geschaffen werden, und zwar je eins für Evangelische und katholische Schülerinnen. Man Mit auf diese Weise für die Schulen auf dem Lande mehr Lehrkräfte zu gewinnen, indem dran Seminaristinnen aus kleinen Städten und oom Lande aufnimr, t, die auch über die Pfllcht- keit hinaus an den ländlichen Schulen ver­bleiben. Bei der Besetzung von Lehrerstellen jniit Lehrerinnen wird selbstverständlich allen Derechtigten Jnteresten der Lehrer Rechnung ge­tragen. Die Zahl der unbesetzten Lehrerstellen Rif unter Berücksichtigung der durch Lehrerinnen verwalteten- auf 1000 zurvckgegangen, nachdem sic sich noch im Jahre 1908 auf 1345 belaufen

Ausland.

** Ungarn. Budapest, 22. Dez. Das Abge­ordnetenhaus verhandelte heute über den An- . trag Hollos, in dem verlangt wird, es möge an den König eine Adreste gerichtet werden, daß eine selbständige ungarische Bank am 1. Januar 1911 errichtet werden solle. Ministerpräsident Wekerle bekämpfte den Antrag vornehmlich mit dem Hinweis darauf, dah eine formale selbstän. - dige Bank den Kredit und die Valutaverhalt, niste anfangs erschweren nicht aber erleichtern werde Nachdem der Abgeordnete Hollo den Antrag befürwottet batte, wurde derselbe mit 133 gegen 98 Stimmen angenommen.

** Belgien. Brüssel, 22. Dez. Die Depu­tiertenkammer ist heute Nachmittag zusamengö- treten, um die Adreste festzustellen, die morgen dem Prinzen Albert übereicht werden soll. Van- derveld (Sozialist) erklärte, dast die Ange- legenhelt In öffentlicher Sitzung verhandelt wer- den müste, was der Präsident als gegen das Reglement bezeichnet. Die Sozialisten ver­liehen darauf den Saal. Echliehlich wurde bet von der Kommission vorgeschlagene Text der Adresse angenommen. _ , '

* Ein politischer Mord in Korea. Soeul, 22. Dez. Premierminister Pi wurde während einer Ausfahrt in einem kleinen japanischen Wagen von einem zwanzigjährigen Koreaner durch Dolchsttche Im Unterleib und der Lunge verletzt Der Premierminister wurde in» Hospital gebracht. Der Wagenführer wurde gleichfalls durch Dolchstiche verletzt. Er starb bald darauf. Der Täter wurde verhaftet. Man nimmt an, dast et Mitglied einet geheimen politischen Gesellschaft Ist.

* Kaiser Menelik. Addis Abeba, 22. Dez. Die aethiopische Regletung verstchette offiziell, dah Menelik noch lebt, fein Befinden zwat im­merhin noch ernst, aber stationär ist.

-------====== _______Zjb3

Der Kampf um das Erbe.

Prinzessin Luise hat eS eilig. Noch ist ihr Vater nicht beerdigt, so wendet sie schon alle Mittel an, um von dem Erbe für sich herauszuholen, was zu holen ist. Sie hat eS ja nun scheinbar auch nötig, ihre Schulden sollen beiläufig sechs Mil-, lionen betragen, meistens an Agenten, ein Pa­riser Schneider fordert 700 000 Frcs. Vorläufig spielt der Streit um die Versiegelung der Gemächer

Di« JnsrrtioaSgebühr beträgt für di« 7gespalten« Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 33 Pfennig. Druck und Verlag: Aug. Koch, llnioersitätibu chdruckeret

Inhaber Dr. E. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

pew, der erst fett dem Frühjahr diesen Posten bekleidete. Wie Karpow in da» Quartier der Revolutionäre gekommen, ist bisher nicht fest­gestellt. Man spricht von einem Hinterhalt der Revolutionäre, in den der Oberst sich hat locken lasten.

Die Vorgeschichte des Anschlages ist noch dun­kel. Man weih bisher nut, dah vor einigen Tagen ein junger Mann, der sich als Michael Woskrestenskl legitimierte, die Wohnung, in der die Explosion stattfand, gemietet hat. Gestern zog ein Herr, angeblich fein Onkel, mit seinem Diener zu ihm. Im Augenblick der Explosion scheint Woskrestenskl auf der Treppe gewesen zu fein. Er eilte ohne Hut und Mantel auf die Strahe, wo der Polizist ihn dann festnahm, be­vor et seinen Revolver abzufeuern vermochte. Manche meinen, Woskressenski sei, wie Azew, Agent Provokateur und Revolutionär in einer Person.

Petersburg, 22. Dez. Die Kadetten­fraktion hat in der Reichsduma eine Interpel­lation eingebracht betr. den bet der Bomben- Explosion umgekomenen Chef der politischen Polizei Obersten Karpow. :

Die Beisetzung König Leopold».

Brüssel, 22. Dez. Heute Vormittag fand die Beisetzung des Königs unter groher Betei­ligung des Publikums auch aus der Provinz, statt. Kurz nach 9 Uyt versammelten sich im Stadtichloste die Vertretungen der ausländischen Monarchen, Minister, Abgeordnete, Senatoren und hohe Würdenträger. Gleich nach der An­kunft des Prinzen Albert um 10 Uhr sprach der Kardinal-Erzbischof Mercier ein Gebet, worauf der Sarg auf einen von acht Pferden gezogenen Leichenwagen gesetzt wurde. Hierauf setzte sich der Zug nach der Kirche von St. Eudule in Be­wegung, an der Spitze die Deputationen der belgischen Regimenter und der Bürgergarde. Hinter der Leiche schritt Prinz Albert, ihm folgten die ausländischen Fürstlichkeiten, dar­unter Prinz Heinrich von Preusten, Prinz Rupprecht von Bayern, Prinz Johann Georg von Sachsen, Herzog Ernst Günther zu Schles­wig-Holstein, der Kronprinz von Rumänien, Prinz Heinrich der Niederlande und der Herzog von Connaught. Nach dem Trauergottesdienste in der Kirche von St. Eudule bewegte sich der Trauerzug wiederum nach der Schlohkirche von Laeken zurück. Gegen 2 Uhr traf der Trauer­zug bei der Marienkirche ein. Dekan Coore- man, der inzwischen die Prinzessinnen Luise, Stephanie, Clementine und Albett, sowie die Gräfin von Flandern empfangen hatte, geleitete die sterbliche Hülle de» Königs nach dem Kata­falk. Der Kardinal-Erzbischof von Möcheln, umgeben von allen belgischen Bischöfen und ge­folgt von allen Fürstlichkeiten, geleitete den Sarg in die kleine Kapelle, wo die Königsleiche morgen zwischen den Sarkophagen der verstor­benen Gemahlin und de» verstorbenen Sohne» beigesetzt wird.

Prozeh Friedjung.

Wien, 22. Dez. Zu Beginn der heutigen Verhandlung de» Prozestes Friedjung teilte der

$ie tz.sftsch» Zeit«»»" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage- Der. Bez u a S preis betragt mertel» ja hrlich durch diePost bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitung»stellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

4S (Nachdruck verboten.)

Was Gott zusammengefügt

Roman von H. Courths-Mahler.

(Forschung.)

Als Georg zu ihm ins Zimmer trat, rnah er ihn mit kaltem, harten Blick.

Der junge Mann stand hochaufgerichtet vor ihm und ertrug diesen Blick fest und ruhig.

Meine Tochter hat mir gesagt, dah Cie sich um ihre Hand bewerben," begann Coulmann sofort und ohne Umstände.

Georg verneigte sich.So ist es, Herr Coul­mann. Zwar wollte ich Ihnen nicht gleich am ersten Tage Ihres Hierseins mit meiner Bitte kommen, die. Umstände schliehen jedoch ein Zögern aus und ich bitte Sie hiermit herzlichst um die Hand Ihrer Tochter Renate," sagte er schlicht und mit Wärme.

Coulmann hatte ihm keinen Stuhl ange­boren. Die beiden Männer standen sich beweg­ungslos gegenüber.

So klar und bündig Ihre Werbung ist, so klar und bündig soll meine Antwort fein. Ich verweigere Ihnen die Hand meiner Tochter!"

Georg erblaßte.Ich hoffe, dies ist nicht Ihr letztes Wort, Herr Coulmann. Sie werden dem Glück Ihres Kindes nicht entgegen sein. Renate und ich, wir lieben uns."

* Coulmann hob leicht abwehrend die Hand. Ich sehe in dieser Verbindung kein Glück für meine Tochter, sondern das Gegenteil. Sie wird diese törichte Neigung bald überwunden habend

Georgs Augen leuchteten auf.

Renate ist keine von den Frauen, die ihre Neigungen wechseln wie ihre Kleider. Ich kenne ihren treuen, festen Sinn und bitte Sie noch­

mals mit aller Dringlichkeit: Ersparen Sie uns schwere Kämpfe! Wir lassen doch nicht von­einander!"

Da, wollen wir sehen! Lasten wir vor­läufig meine Tochter aus dem Spiele. Wie ich sie von dieser aussichtslosen Neigung heilen werde, ist meine Sache. Jetzt habe ich es nur mit Ihnen zu tun. Sie bewerben sich um meine Tochter natürlich unter bet Voraussetzung, dah durch sie eines Tages Rodenfels wieder in Ihren Besitz übergeht."

Georg zuckte zusammen, blieb aber beherrscht. Diese Voraussetzung hege ich durchaus nicht."

Coulmann lah ihn scharf an.

Können Sie mir Ihr Ehrenwort geben, dah Sie niemals daran gedacht haben, dah Sie durch die Verbindung mit meiner Tochter 35jre verlorene Heimat zurückgewinnen?"

Georgs Stirn rötete sich. Dieses Ehrenwort konnte er nicht geben, denn er erinnerte sich ge­nau, dah er neulich, als ihm die Zigeunerin den Zettel gegeben, daran gedacht hatte, mit dem verlorenen Kleinod" könne Rodenfels gemeint fein.

Dieses Ehrenwort kann ich Ihnen nicht geben wenn ich Ihnen auch versichere, dah die­ser Gedanke mir nur flüchtig gekommen ist und ohne Zusammenhang mit meinem Wunsche steht, Renate zu besitzen."

In Coulmanns Augen zuckte e» triump­hierend auf. Da hatte et ja schon dentreff­lichen" Ehrenmann in seiner Hand. Sein Ehrenwort konnte et nicht verpfänden et hatte es vorausgesehen.

Und wie haben Sie sich gedacht, auf welche Weise Sie Ihre Frau ernähren wollen?"

Ich besitze eine Rente von dreitausend Mark. Das ist allerdings ein sehr bescheidenes Einkommen, wenn e» auch meine Bedürfnisse

reichlich deckt. Wenn ich jemals daran gedacht habe, dah Renates Vater ein reicher Mann ist, so geschah es nur Renates wegen."

Coulmann zuckte ungläubig die Achseln. Für si«b haben Sie mit diesem Reichtum nicht gerechnet?"

Nein, ich kann ibn entbehren."

Ein ironisches Lachen umlvielte Coulmann» Mund.Das ist ja lehr günstig für Sie. denn Sie werden ihn auf alle Fälle entbehren müsten, selbst dann, wenn Sie Renate gegen meinen Willen heiraten. Ich würde sie in diesem Falle enterben." _

Das würde mich nicht abhalten, Renate zu bitten mein bescheidenes Los mit mir zu teilen. Aber 'ich möckie sie nicht in einen Zwiespalt zwischen ihrer Liebe zu ihrem Vater und zu mit brlnaen. Deshalb würde ich nicht verlangen, dah sie ohne Ihre Einwilligung meine Frau wird. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, Sie milder zu stimmen."

Coulmanns Blick wurde siechend.Vergeb liche Hoffnung, ich bleibe bei meiner Weiaerung."

Wir werden trotzdem nicht voneinander lasten."

Coulmann lächelte höhnisch.Sie rechnen damit dah ich eines Taaes sterben kann. Damit wäre jedoch für Sie nicht viel gewonnen. Ich werde mein Testament so einrichten, dah Renate ihres Erbteils verlustig geht, wenn sie sich mit Ihnen verbindet."

Das würde mich nicht abhalten, Renate zu heiraten."

Coulmann kniff die Augen zusammen. Jede Muskel straffte sich in feinem Gesicht.

Sie rechnen damit, dah ihr immerhin ein beträchtlicher Pflichtteil zufallen muh. Da haben Sie sich abermals verrechnet. Renate

würde ganz leer ausgehen, denn sie ist nicht meine Tochter!"

Georg sah ihn bettoffen an.Nicht Ihre Tochter? Wie foll ich das verstehen?"

Wie ich es Ihnen sage. Auhet mit weih kein Menfch davon auch Renate nicht. Und nur die Perhältniste zwingen mich. Ihnen dies Geheimnis preiszuqeben. Renate ist die Tockiet meiner verstorbenen Schwellet und völlig vermögenslos. Ich hafte. Sie sehen nun ein, dah es bester für Sie ist. sich meinem Willen zu fügen und freiwillig zurückzutreten."

Georg hob den Kopf und iah ibn fest an. Rein das fehe ich nickt ein. Was Sie mit er­öffnet haben, tränt nur dazu bei, meine Liebe zu Renate zu vertiefen." ,

Coulmann trat einen Schritt zurück. Diele Wirkung hatte er nicht erwartet. Et glaubte trotzdem nickt an Georgs Liebe zu Renate, hielt ihn nut für einen schlauen Komödianten, der sein Spiel noch nickt verloren aab. Der Grimm drohte ibn zu ersticken. Er stützte die Hand aus den Tisch und hotte tief Atem. Dann sagte et heiser:

So bleibt mir nut noch das Letzte, Sie zu überzeugen, dast aus dielet Heirat nichts werden kann junoer Mann. Hören Sie denn Renate ist Fhre Schwester!"

Georg schrak zusammen und starrte fasiungs-. los in Coulmanns bleickes Gefickt. Auch aus seinen Wanoen war die Färb« gewichen.

Unmöglich unmöglich!" stammelte er mit bebenden Lippen, aber zugleich stieg eine furcht­bare Abnung in timt empot, dah Coulmanns Worte Wahrheit sein könnten.

Dielet hate inzwischen den vergilbten Bnef aus seiner Tasche genommen. Et hielt ihn Ge­org vor die Auge». , , ,.

; . (Fortsetzung folgt.)