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Bert tu, 20. ©ej. Das neue Milttärlustfchtff! „M. 3* formte gestern des starken Winde- Wegen, die beabfichttgte Probefahrt vom Tegeler Echieh«, platz au- nicht unternehmen. Ebenso konnte «nf
I Ehrenpreis wird während der Zeit des Befitze- I von dem Vorsitzenden des Vereins bei festlichen I Gelegenheiten um den Hals getragen. Ein drei- J maliger Sieg, wenn auch nicht hintereinander fol- I gend, bringt das Kleinod in den dauernden Besitz I des Vereins, andernfalls wird bei Abgabe der I Rame des Vereins mit der Jahreszahl des Sieges I auf dem Kleinod vermerkt. Der Verein, welcher 1 in den dauernden Besitz des Ehrenpreises gelangt I ist, darf an ferneren Wettstreiten um den Wandcr- I preis nicht mehr teilnehmen. Um Mißgriffe in | der Auswahl der Gesänge zu vermeiden, wird den I Vereinen empfohlen, in erster Linie das auf Ver- I lassung des Kaisers herausgegebene Volkslieder- I buch zu berücksichtigen und e- auch für freigewählte I Ehöre als Wegweiser zu betrachten. Zum Wett- I streit werden nur Vereine zugelassen, die sich mit I mindestens hundert Sängern am Wettsingen be- | teiligen: Sänger von Beruf sind ausgeschloffen.
| * Der Wunschzettel der Kinder. Wenn
I manche Eltern ihren Kindern das alles de- I scheren wollten, was diese 'N ihren Wunschzettel aufnehmen, so mutzten sie eine Geldtasche haben, I die etwa Dimensionen hatte wie einer jener I braunen Briefbeutel, die die Postgehilfen unter I die Briefkasten schieben. Denn was mancher I Wunschzettel aufweist, grenzt zuweilen ans Un- I heimliche? Da wünscht sich der Hans ein I blechernes Zeppelin - Luftschiff, einen Rodelan- I Zug, einen Fußball-Sportanzug, ein Buch: Swen I Hedins Reife durch Tibet, die Kinderwoche, den I Knabenfreund, eine Laterne magica, einen I Kasten mit physikalischen Apparaten und ein I richtig zu gebrauchendes Unterseeboot, vielleicht I nebenbei noch ein Fahrrad und eine „wenn auch I silberne" Uhr mit Kette. Dazu kommt die Grete I mit einem Drandmalerei-Avvarat, einer weiß | gestrickten Rodelsacke mit Mütze, einer Riesen- I puppe (natürlich mit Kugelgelenken), einem I Korallenfchmuck, dem Reuen Madchenbuch, einer I Puppenschneiderei, einer Pelzgarnitur, einer Miniatur-Briefpost mit ihrem Monogramm, einem Poesie-Album und — einem Klavier.
I Also alles „billige" Sachen, die das Ehristkind spielend mit sich Herumschleppti Aber nein nicht all« Kinder machen Ansprüche. Rur zu oft wissen sie, daß e« mit zwei oder drei Geschenken und einigen ausschmückenden Kleinigkeiten ge. ton sein wird. Damit aber Pater und Mutter wenigstens eine reichliche Auswahl haben, wird noch etwas und noch etwas binzugeschoben, bis
( der Platz alle ist. Und die Eltern, die sich dann ! der Lektüre der Wunschzettel widmen, lächeln und seufzen zugleich. Sie lächeln über die oft ganz sonderbaren Wünsche und seufzen über die Schwierigkeit oder Unmöglichkeit, dem Wunsch» zettel nur einigermaßen „Rechnung" zu tragen — an, dem einfachen Grunde, weil sonst die »Rechnung" zu groß werden würde!
* Bienenzüchter ■ Versammlung. Am letzten Sonnabend fand hier die diesjährige gut besuchte I Generalversammlung der Marburger Bienen,üch- I ter-Berein- statt. Rach Begrüßung durch den Vor- I sitzenden, Herrn Rendanten Schneider - Wetter. I wurden verschiedene BeretnSangelegenheiten er- I lebigt AuS dem Kaffen- und Jahresbericht war I zu ersehen, daß die Zahl der Mitglieder ftetig I wächst. ES wurde» im Laufe deS Jahre- 21 neue I Mitglieder ausgenommen. Der Verein hielt vier I Versammlungen ab, aus denen in interessanten I und fesselnden Vorträgen da- Leben und Weben I und die Wunder des BienenstaateS anschaulich vor- I geführt und da- bienenwirttchastNche Wissen der I Anfänger wie der erfahrenen Imker vermehtt und I bereichert wurde. E» berrscht rege- Leben und I Tättgkeit hn Verein. Bei der Reuwahl deS Vor- I standes wurde der alte Vorstand wiedergewählt. I Anmeldungen werden vom Vorsitzenden entgegen- I genommen. I
maler Professor Ludwig KnauS ht Berlin, der am 6. Oktober seinen 80. Geburtstag feierte, in Würdigung seiner Verdienste um die Malerei deS Bauerntums, zum Ehrendottor. Professor Knaus, dessen Wiege in Wiesbaden stand, ist der eigentliche Begründer der jetzt so beliebten Hessenkunst, der Bilder aus dem Bauernleben speziell der Schwäl- mer Gegend. In dieser Hinsicht gilt er auch als der eigentliche Begründer der Malerfolonie Willingshausen im Echwalmgebiet. Seine ersten Hcffenbilder, z. B. das im Jahre 1850 erschienene Bild „Der Bauerntanz unter der Linde" erregten damals großes Aussehen. In seinen vielen Bildern, die meistens dem Bauernleben entnommen sind, zeigt Knaus eine echt deutsche Kunstanschau ung, die in der Schilderung des Kindeslebens und des Empfindens der Bauern zum Ausdruck gelangt. K. hat auch Potträts gemalt, z. B. Helmholtz und Mommsen, die sich in der Berliner Nationalgalerie befinden. Er ist Inhaber des Ordens ponr le m<5rite und Ehrenmitglied der Akademie der Künste.
)( Universität. Die Vorlesungen haben beretts ihr Ende erreicht. Sie beginnen erst wieder nach Reujahr. Viele Studenten haben die Reise nach der Heimat schon angetr^en, um im Kreise ihrer Angehörigen Weihnachten zu feiern.
* Goldenes Doktorjubiläum. Zu unserer gestrigen Rottz wird uns mitgeteilt, daß der Pro- feffor der Kunstgeschichte an der Bonner Universität, Regierungsrat Dr. Phil. Karl Justi ein Sohn des Pfarrers W. Justi, also ein Enkel des Professors der Theologie und Superintendenten Justi »st.
* Kreistagssitzung. Zu der am Donnerstag, den 6. Januar stattfindenden Kreistagssitzung liegt I folgende Tagesordnung vor: Prüfung der hn No- I vember 1909 vollzogenen Ergänzungswahlen (Er- I satzwahl) zum Kreistage und Einführung der neu I gewählten Mitglieder; Prüfung des Landwege- I bau Etats für 1910. Uebernahme der Landwege- I daulast auf den Kreis. Borausbelastung der Ge- I meinden; Ordnung für die Erhebung einer Kreis- I stcu.. vom Erwerbe von Grundstücken und von | Rechten, für welche die auf Grundstücke bezüglichen | Vorschriften gelten; Ordnung betreffend die Er I hclutng einer Hundesteuer; Prüfung der Kreis- I fommunalkaffenrechnung sowie der Rechnung des I Marbnr'' Dreihausen für das Rech- I nungSjahr 1908, Feststellung der Rechnungen und I Entlastung des Rendanten; Ergänzung-Wahl zur I Einkommensteuer - Beranlagungskommisflon; Ren- I Wahl zweier KommissionSmitglieder für die Prü- | fung der Kreiskommunalkaffertrechmnrg; Wahl I einer Kommission für die Verwaltung der Wander- I arbeitsstätte; Neuwahl von SchiedSmannS-Stell- I Vertretern in den SchiedSmannSbezirken: a) Eal- I dem, Kembach, Michelbach, Marbach, b) Rordeck, I Binnen. Wermertshausen. I
• Weihnachtsferien. Die dieSjährigev Weih- I nachts fett en beginnen für untere Bürgerschulen I am Donnerstag um 10 Uhr. Der Unterricht nimmt I am Montag den 3. Januar wieder feinen Anfang. I Die höheren Schulen beginnen «st am Frtttag I den 7. Januar wieder. I
• Weihnachtsfeier. Am Sonntag Abend hielt I der Marburger Gemischte Ehor unter großer Be- I tttligung in den Stadtsälen feine Wtthnachtsftter I ab. Der Verein trug unter dem aufgeputzten I Weihnachtsbaum mehrere Lieder reckt wtekungS- I voll vor. Der Ansprache deS Vorsitzenden folgte I die Verlosung. Eine gemütliche UnterhalMng I hielt alsdann die Teilnehm« in ber heitersten I Sttmmtmg recht lange bei lammen. I
• Weihnachtskonzert. Am ersten WtthnachtS- I feiertag Abend findet bi den Stadtsälen wieder ein I Beibnarfi^srnn’«^ d-r Fäaerknvelle statt. I
* Bezahlt die Rechnungen der Handwerker. I Erfreulicherweise ist die Weihnachtszeit die» I Wenige Zeit, in der Kaufleute wie Handwerker I alle Hände voll zu tun haben. Alle? Run, doch I bie meisten i Aber so erfreulich diese Tatsache I fit, so verbindet sich mit ihr doch ein Uebelstand, I ber sich um so härter bemerkbar macht, je mehr I es den Lieferanten an Geld und Kredit fehlt. I Man möchte sich kein Geschäft entgehen lassen I — und doch: woher das Material beziehen, wo» I von leben, womit selbst ein Fest vorbereiten, I wenn kein Geld da ist? Mit anderen Worten, I wenn die Kundschaft alle, schuldig bleibt? | Rechnungen schicken? Mahnen gehen? Das ist I auch fo eine Sache. Geschieht das vor dem Feste, I so wird e, leicht übel genommen. Und wer I möchte sich bei den teuren Zeiten das bischen I Kundschaft verscherzen? Ja, wenn die Leute I selbst das nötige Einsehen hätten? Hier aber I fehlt'- oft! Jedem roiib ein Weihnachten -e- I reitet, aber der Lieferant — vor allem der I Handwerker — mutz matten. Darum: „zahlt I bar, was ihr begehrt? Dann seid ihr doppelt I schätzbare Kunden!" I
Z Pacht» und Mietverträge (Tattsstelle 48). I Schriftliche oder mündliche Berttäge über die I Verpachtung im Jnlande gelegener unbeweg» I kicher Sachen zur land- und forstwirtschaftlichen I Nutzung, find bei einem jährlichen Pachtzins | bis zu 300 -4t stempelftei. Der Steuersatz be» I trägt bei einem jährlichen Pachtzins von mehr I als 300 bis 3000 «M. ein Zehntel v. H. von mehr I als 3000 bis 30 000 «M zwei Zehntel v. H. von I mehr als 30000 Jt drei Zehntel v. H. I
• Der Reiseverkehr vor den« Feste. Ebenso wie I in der Beförderung der Postsendungen macht sich I auch im Reiseverkehr bereits der Einfluß deS her- I annahenden Weihnachtsfestes bemerkbar. Rament- I vch die durchgehenden Schnellzüge sind deratt be« I setzt, daß sie meist sehr lange Wagenrtthen mit sich I führen. ।
• Für Gesangvereine. Für den deutschen I Sängerwettstreit um den Kaiser - Wanderpreis I werden die neuen Bestimmungen jetzt vom Kultus- I Minister zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Der I ; Wettstrett finbet bekanntlich ht einer Stadt Mittel- | 1 deutschlands lzurzeit Frankfutt a. M.) statt. Die I ! Vorbereitung hat eine siebengliedrige .musikalische I , Kommission" zu treffe«, welche «ich die vorn I j
ber gesamten Verhandlungen und Beweiserhebungen für erwiesen erachtet datz der am 22. Dezember 1897 geborene Sohn bet Klägerin, da» maligen unverehelichten Zezilie Parcza, Leo Parcza, in den letzten Januattagen 1907 durch Aniela Andruszerrska von Krakau nach Berlin gebracht worden und von dort von der Gräfin Isabella Kwilecki unterschoben und als ihr Sohn ausgegeben worden ist. Der kleine Josef ist bei dem Standesamt 3 in Berlin im Geburtsregister als am 27. Januar 1897 als von der Gräfin Isabella Kwilecki geborenes Kirck eingetragen worden. In hiesigen Juristenkreisen hat das Urteil nicht überrascht.
Ausstand. Plauen sVogtl.), 20. Dez. Hier sind 1000 Sticker in den Ausstand getreten, da die Forderungen von den Fabrikanten nicht bewilligt wurden. Gegen 1500 Arbeiterinnen sind dadurch brotlos.
Brand in einem Bazar. London, 20.
t MbVhavf«, 20. Dez. Heute wurde unter großer Beteiligung von hier und auswärts die sterbliche Hülle untere# allverehrten und geliebten Lehrers Jakob Derfch zur letzten Ruhe gebettet. Am 17. d. M. hatte ihn der Herr von feinen schweren Leiden, da« er mit größter Geduld ertragen, durch den Tod erlöst. Im Anschluß an die Worte: 1. Mose 12, 2 .Ich will dich fernen und du sollst ein Segen fein', wußte Herr Pfarrer Kleist die Verdienste de» Entschlafenen um Familie, Schule, Kirche, Gemeinde und Lehrerstand hervorzuheben, während Herr ArttSschulinfpektor Pörtje-IoSbach dessen AmtStreue, Gründlichkeit und großen Erfolge bezeugte. Unter früherer Ort »geistlicher, Herr Pfarrer Rüger au? Gemünden, rief dem Heimgegangenen, mit dem er Jahre lang zusammengewirkt hatte, zu Herzen gehende AbschiedSwotte zu. Der Vorsitzende de» Bezirkslebrer-Verein», Herr Her- bener-Rauschenberg, legte am Grabe de» treuen Freundes, des lieben Kollegen und weifen Berater» einen Kranz nieder. In unterer Gemeinde aber wird Herr Lehrer Dersch stet» unvergessen bleiben. Ruhe sonst!
* AmSnebnrg, den 20. Dez. Der Verkehr out der hiesigen Eifenbadn stellt sich in den Jahren 1907 gegen 1906 wiefolat: Personenverkehr. Verkaufte Fahrkarten in 1907, 7023 fgegen 7763 in 190 .) Äigefertiote Frachtbriefe. Empfang : 485 (577), Bettand 304 (212.) Güterverkehr. Stückgut: keinfchlägl. Eil» tt. Expreßgut) Empfang 27 (49) Versand 7 (8X Wagenladungen • Empfang 585 (470) Versand 1418 (498). Bi-bverkebr. Großvieh: Sm» Hang 2 (8) verland - 1842 (7332). Kleinvieh. Empfang — (5), versand — ( ).
Biedenkopf, 20. Dez. Herrn Amtsgerichtsrat Hatzfeld hier wurde der Tharaster als Geheimer Justizrat verliehen.
Ziegenhain, 19. Dez. Am nächsten Mittwoch finbet auf beut Knüllköpschen bet Schwarzenborn die Sonnenwendftter des Knüllllubs statt. Die hiesige Seftion mattchiett mittag- Uhr vom .Deutschen Haus" an- ab.
Beschädigung bes „3. 2* durch da- Unwetter. Wie aus Köln gemeldet roiib, hat der in der dottigen Luftschiffhalle untergebrachte „Z. 2" Sei. dem herrschenden Sturm eine Beschädigung erlitten. In dem Augenblicke, als man die großen Haupttore, die infolge ihres außergewöhnlichen Gewichtes nur durch Motorkrast bewegt werben können, öffnet.’, stieß der orkanartige Sturm in die Halle und zerschlug die Hauptsteuerung des „Z. 2“. Da sich das Hinter» schiff des Ballons mit der Hauptsteuerung direkt am Haupteingange der großen Hallentore be» ___ fand, so boten die großen Flächen des Haupt» Mar- I steuers dem Sturme eine sehr günstige Aygriffs- Pro- I stoßfläche.
Literarisches.
"Sn» einer vergessenen Ecke. Bei«, träge zur deutschen Volkskunde von Dr. Ludw. § riebt. Werner. Verlag Hermann Beyer & Sohn, Langen» salza. 1909. Preis 2,50 <*. — Die vergessene Eck liegt irgendwo nördlich vom Meißner im Kress« Witzen« hausen, der Verfasser nennt das Walddorf nicht, da» chm den Schauplatz der charakterisierenden Erzählungen abgibt. Da» ist auch gleichgiltia. Statt dessen weiß er uns von seiner Ansamung der Dinge unb Menschen in jenem Erdenwinkcl ein so klares Bild zu geben, daß wir immer aufs neue zu dem Buch« greifen. Mit »Volkskunst", die ja noch immer »Mode* ist, hat da» Ganze wirklich nichts zu tun, also wird auch das Buch nicht zu denen gehören, von denen man in gewissen Kreisen sagt, daß man sie gelesen haben müsse. DaS ist auch nicht nötig. Umsomehr weiß der Verfasser benen zu sagen, bie ein wirkliches tätiges Interesse an unserer hessischen Landbevölkerung haben nicht nur ein solches heucheln, weil es einmal Mod« ist — in Volkskunst zu machen. Wer nun gar unter diesem Menschenschlag ausgewachsen ist, ihre Sorgen und Nöte, ihre Freude und Luft und Leid kennt, dem rühtt es gar eigen an die Seele und längst vergessene Dinge werden wieder wach. Der Verfasser hat seine Gestalten nicht als ein Außenstehender beleuchtet, et hat mit ihnen gelebt und teilt nun feinsinnig auch andern von seiner Tttahrung mit und zwar so köstliches, daß man immer wieder die eine oder andere Erzählung zur Hand nimmt, um einmal herzlich zu lachen oder auch ernste Gedanken aus ihnen zu spinnen; denn wo es not tut, weih er auch kräftig als der Anwalt der Leute seiner „vergessenen Eck" auszu« treten wie z. B. in dem Aufsatz: „An die einsamen Walddörfer wird zuletzt gedacht." Alles in allem ei« feines Buch, wie wir eS selten finden. H.
** Paul Schreckenbach. Der getreue Kleist. Gin Roman aus der Zeit des großen König» (Verlag von L. Staaknian, Leipzig. Preis 4 Wir haben einen andern geschichtlichen Roman Echrecknbach» der die Ereignisse vor hundett Jahre« ht eigenartiger Weise behandelte, bereits voriges Jahr anerkennend genannt. Auch der jetzige, der die LebenSschickfale de» Dichters de» FrühlmgS Ewald v. Kleist poetisch ausgestaltet, kann nur lobend genannt werden. Di« Gestalten leben vor un» auf und der Held, dessen Beben »gang vom Knabenalter bis zu« Lode in den charakteristischen Lebensabschnitten mit graftet Klarheit vor uns entwicklt wird, wird uns ix fttnftnniger Weise menschlich nahe gebracht. Dabtt ist die Milieuschilderung al» äußerst getroffen zu be« zeichnen.
UnglfiSsfaSe. Ennigerloh (Westfalen), 20 .Dez. Heute Nachmittag ist auf dem Neubau der Zementfabttk Ennigerloh ein Baugerüst eingestürzt und hat die auf demselben befindlichen Arbeiter verschüttet. Drei Tote unb sechs Schwerverletzte wurden unter den Trümmern hervorgeholt. Es sollen sich noch mehrere Arbeiter unter den Trümmern befinben. — Dre sden, 20. Dez. Heute Nachmittag er« plädierte in der Chemischen Fabrik von der Heyden in Radebeul ein Aetherblase, wodurch ein Feuer entstand; ein Arbeiter wurde lebensgefährlich verletzt. Das Feuer wurde durch die Fabrikfcuerwehr bald wieder gelöscht.
Die Entscheidung im Kwilecki-Ptozeß. Posen, 20. Dez. Auf die Berufung der Bahnwärtersfrau Cecilie Meyer hob das hiesige Oberlandesgericht das Urteil des Landgerichts auf. Es muri« fest- gestellt, daß bet als Graf Josef Kwilecki bei dem Berliner Standesamt eingetragen« Knabe nicht bei Sohn bes gräflichen Ehepaares Kwilecki ist. Graf Zbigniew Kwilecki wird zur Herausgabe des Kindes Josef an die Bahnwärterssrau Meyei verurteilt. — Zum Prozeß Kwilecki wird der „Franks. Ztg.-ferner aus Posen geschrieben: In bet Begründung des Urteils führte der Vorsitzende Geheimer Justizrat Eräfe unter anderem noch aus, daß die Klage in rechtlicher Hinsicht begründet fei und daß es der Senat auf Grund
Dezember. In dem großen Bazar Arbings und Hobbs im Stadtteil Clabham brach heute Rach« mittag, während bas Gebäube infolge bes Weih» nochtsv-rk-his dicht gefüllt war, Feuer aus. Der Branb würbe baburch genährt, daß die De*
Unpolitische Tagesnachrichten.
Unfall auf der Eisenbahn. Berlin, 20. Dezember. In einem Coups erster Klasse des Berlin-Hamburger Schnellzuges fuhr letzthin dn elegant gekleideter Herr. In Hamburg wurde der Hut, Mantel und Reisetasche vor gefunden, der Reisende selbst aber war verschwunden. Er wurde in der ^ähe von Pritzier neben dem Gleis in besinnungslosem Zustande aufgefunden. Mit schwacher Stimme konnte er angeben daß et beim Deffnen des Fensiet, ass dem Coups gestützt sd, anscheinend habe er die Tür nicht ttchttg geschloffen. Bald nach bet Ein» Itefetung in da» Krankenhaus starb der Schwer« serletzte, der als der frühere Kaufmann Krumm« dein ass Mannhdm festgestellt ererbt.
»atfer zu ernennenden Preisrichter Vorschlägt. Der I Sage, die bei vortrefflichem Wetter einzubringen, wäh- bt einem Kleinod au- edlem Metall bestehende I ten,) <rni*re- und zwar die Mehrzahl der Kresse, recht ~ 1 große Enttäuschungen erleben mußten. In die Tages
ordnung eintretend, genehmigte die Kammer zunächst die Wahl des Landrats v. Ditsurth-Rinteln zum Mitglied der Landwirsschastskammcr anstelle des verstorbenen Rittergutsbesitzers Justizrats Freudenstein-Bo- I deneggern (Kreis Rinteln) und nahm dann den Bericht des Geheimen Baurat?, Landesbaurats Stiehl, über den Stand der Verlegung der Versuchsstation der Landwirtschaftskammer von Marburg nach Harleshausen bei Cassel entgegen. In Marburg ließen er Geländeschwierigkeiten ratsam erscheinen, eine Verlegung der landwirtschaftlichen Versuchsanstalt in die Näh« de» Sitzes der Landwirtschaftskammer. Der Leiter der Versuchsanstalt, Prof. Dr. Hasclhoff-Mar burg,_ und Redner hätten im Sommer 1908 ein £___
jekt über zweckenssprechende Neubauten für die Versuchsanstalt ausgearbeitet, das die Genehmigung der Vollversammlung gefunden habe, worauf im Vorjahre mit den Bauten begonnen wurde, die man auf 200 000 M veranschlagt hätte. Es sei ein Gruppenbau geschaffen worden, der aus einem Hauptgebäude, Wirtschaftrund Pflanzenhäusern bestehe; ganz nach Bedarf seien Erweiterungsbauten jeden Augenblick möglich. Von der verwilligten Bausumme würden sich noch etwa 8000 X ersparen lassen; die Bauten seien sämtlich unter Dach und Fach und würden wahrscheinlich schon am 1. April in Kultur genommen werden können, worauf die Uebernahme am 1. Juli vor sich gehen könnte. Es werde eine Versuchsanstalt geschaffen werden, die nach jeder Richtung eine Musteranstalt werden wurde. (Lebhafter Beifall.) — Heber die Tätigkeit der Ackerbaukommission berichtete Prof. Dr. Haselhoff-Marburg. Im zu End« gehenden Jahre habe diese Kommission wiederum ihr Hauptaugenmerk auf di« sorgfältigste Behandlung der Dungstätten und der rationellsten Ausnützung des Stalldüngers gelegt. Zweckmäßig angelegte Dungstätten wurden prämiiert; zu diesem Zweck habe der Landwirtschaftsminister größere Mittel zur Verfügung gestellt. Auch eine ganze Anzahl Kreise haben dieser wichtigen Anlage und Einrichtung der Dungstätten ihre vollste Aufmerksamkeit zugewendet und aus Kreismitteln zu Prämiierungen Summen zur Verfügung gestellt. In einer Anzahl Kreisen im Süden des Bezirks so in Fulda, Schluck,kern, Hanau, HerSfeld und Hünfeld, habe man in diesem Jahr« Anbauversucke mit Hafer zu Nahrungsmittelzwecken gemacht; eS sei die» wichtig, weil guter Hafer zur Mehlbereitung sehr hock, im Preise stehe und fast sämtlich von auswärts eingeführt werde. Di« zahlreichen Versuche hätten nun leider ergeben, daß sieh die klimatischen Verhältnisie unseres Bezirks nicht zu diesem Anbau eigneten. Die größte Aufmerk, samkeit habe man wieder der Verbesserung der Diesen zugewendet; e» habe sich gezeigt, daß insbesondere der Kalkfticksioff mit größter Vorsicht anzuw-’nden fei. Tie Untersuchungen über die wertvollsten Grassorten für unteren Bezirk würden fortgesetzt werden, auch den Weiden, speziell den Inngviebweiden, werde Ve- achtung geschentt. Aus dem Tätigkeitsbericht der Pkerdeziichttommiision, den Rittmeister a. D. Deichmann-Lembach erstattete, ging hervor, daß di« Zucht kaltblütiger Pferd« in Hessen einen ganz gewaltigen Autschnning genommen unb die Warmblut-msst nnMu ssonz verdrängt hätte. Heber di« Tätigkeit der Mol- kereikonnnission erstattete Mokkereidirektor Backhaus- Fulda einnebenbrn Bericht.
20. Dez. Dem „Gieß. Anz." wird geschrieben. Die Hochkonjunktur fsti schlacht» reife Schweine ist vorüber. Der Preis ist dafür auf 70—72 Mark für des Zentner zurückgegangen und wird allen Anzeichen zufolge nach dem Feste weiter zurückgeben. Richt nur in unserer Gegend, sondern fast überall bat man infolge der bohen Preise Schweinemast mit Hochdruck bettteben, was man um so mehr konnte als die
I Nationen sofort Feuer fingen. Der ganz« an J r rleberangebok f)5uferI,Io(f bet über 40 Ar bedeckt, wurde zer.
öst2 ^siot-?SnL RnLin^en f(f)on stört. Bisber wurden drei Tote geborgen. Viele
Personen, di« aus den oberen Stockwerken auf pingen bi, Straß- sprangen, wurden verletzt. Sn de« SS* Rettunosorbeiten beteiligt- sich auch der iw
da^n^V^ibngcht-» b der Nähe wohnende Arbeitsminister Burns,
slÄsch ^b^ch nÄ.^^ der mit einem Postsack auf dem Kopf- in das
c^eJReblk1eo,n£ bes I Gebäude dnzudrinoen versuchte. Er wurde je»
" doch durch di« «instürzcnde Fassade daran ge, bindert und konnte sich nur mit genauer Rot in <W dem Lande und in den kleinen Städten, die I c;
idren Einfluß auch in den größeren Städten ' S'-berheit dringen, geltend machen. In ihnen werden zahlreiche Familien vom Lande her durch Hausfchlachtun- gen für längere Zdk mit Wurst ic. versorgt. Mit dem Zurückhalten schlachtteifer Schwein« erreicht man, daß die Qualität der Schwein« minderwertig wird, da für allzu fette Ware niemand Verwendung hat. Wenn solche Schweine an den Marft gebracht werden, tritt erst recht dn Preissturz dn. Angebot und Nachfrage regeln di- Preise und gegen d«n Strom kann auf die Läng« der Zett niemand mit Erfolg ankämpfen.
Darmstadt, 20. Dez. Prinzeffin Dorothea zu Solms-Lich, die jüngste Schwester der Großherzogin. hat sich mit dem Prinzen Hermann zu Stol- bera-Werniaerode verlobt.
Dortmund, 20. Dez. Ein folgenschwerer Zusammenstoß mit Wilderern ereignete sich in der Rächt zum Sonntag in dem großen Bladen- Horster Wald, in der Rähe von Castrop, welcher dem Frdherrn v. Weiche gehört. Zwei Förster des Gutes befanden sich auf dnem nächtlichen Konttollgang, als sie dn verdächttges Geräusch wahrnahmen. Gleich darauf krackte -in Schutz und der Förster Bußmann, der feinen gefahrvollen Posten schon 20 Jahre bekleidet, sank schwer getroffen zu Boden. Unterdessen entkamen die Wilddiebe ungefehen. Den schwer verletzten Förster schleppt« sein Begleiter in ein nahe gelegenes Forsthans, von wo er nach Castrop ins Krankenhaus gebracht worden ist. Bis gestern abend ist es noch nicht gelungen, den Förster zu vernehmen. Die fofoti eingeleitete Verfolgung der Wilddiebe mit Polizisten und Polizeihunden war erfolglos.
Hessen-Nassau und Nachbargebiete.
§8 Gaffel, 20. Dez. Heute vormittag wurde die 16. Vollversammlung der Landwirtscha ft Skam mer für den Regierungsbezirk Cassel durch den Vorsitzenden, Landtagsabgeordneten Rittergutsbesitzer H. 6. v. Stock« hausen auf Abgunst bei Trendelburg mit einem Hebet» blick über die Lage der Landwirtschaft im Regierungsbezirk Cassel eröffnet. Die Gesamtlage der Landwirt» schäft im Kammerbezirk fei nicht einheitlich; einylne Kresse hatten eine gute Mittelernte und waren ix bet