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44. Jahrg.
mH dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und »Landwirtschaftliche Beilagen
Marburg
Dienstag. 21. Dezember 1909.
Die 3nfertienige6üi)r beträgt für bie 7gespaltene Zelle obtt beten Raum 15 Pfennig, für Re kamen 39 Pfennig. — Druck und Verlag: JpA. Aug. Koch, UnioeriitätSbu hbruckerei Inhaber Dr. T. Hetzeräth, Marburg, Markt 31. — Telephon 55.
Die „Gbrrhesstsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme be1 Sonn» nnb Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt viertel» jährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.
Zn diesen Tagen
wirb der Briefträger wegen der Abonnementserneuernng bei den Postabouneiiten anfragen' man sorge dafür, baßer die Bestellung auf die „Oberhessische Zeitung* für das I. Quartal 1910 erhält. Nur auf dieseWeise spart man sichMühe und Kosten und kann auf ungestörten Fortbezug der Zeitung nach dem 1. Januar rechnen.
Zum Tode Könill Leopolds.
Brüssel, 18. Dez. Heute abenb wurde die Leiche König Leopolds vom Palmenpavillon des Schlosses Laeken nach dem Stabtschloß in Brüssel überführt. Fackeln tragende Soldaten geleiteten den sechsspännigen Leichenwagen, dem Prinz Albert und die hohen Staatswürdenträger folgten. Eine große Menschenmenge bildete entblößten Hauptes Spalier. Unter dem Donner der Kanonen erreichte der Zug um 9y2 Uhr das Schloß. Unteroffiziere trugen den Sarg in einen schwarz ausgeschlagenen Saal im ersten Stock, wo die sterbliche Hülle des Königs bis zur Beisetzung verbleibt.
Aus Brüssel wird gemeldet: Es war, wie bereits gemeldet, die Baronin Vaughan, die dem toten König die Augen zugedrückt hat. Eie kniete dann in dem Sterbezimmer, wo sich noch zwei Nonnen befanden, nieder und verrichtete an dem Lager des Toten ein inbrünstiges Gebet. Baron Goffinet bat sie, sich zu entfernen, welches Anfinnen fie mit den Worten zurückwies, daß sie dem Könige feierlich versprochen habe, bis zu seiner Beerdigung an seiner Leiche zu verweilen. „Ich werde das Zimmer nur dann ver- lasien, wenn man mich mit Gewalt dazu zwingen solle!" — Als dann die Mitglieder der königlichen Familie das Sterbegemach betraten, da zog sich die Königin allerdings zurück, kam aber sofort wieder, als sich der Besuch entfernt hatte. Und so blieb sie gestern den ganzen Tag fast im Sterbezimmer, aus dem sie sich nur für kürzere Zeit entfernte, wenn Mitglieder der Köniasfamilie erschienen. Aber auf Anraten des Erzbischofs von Wechsln hat sie sich doch ent- fchloffen, beute morgen Brüfiel zu verlasien uitb sich auf ihr Schloß Balincourt zu begeben, das im Departement Oise liegt, und das ihr natürlich gleichfalls vom Könige geschenkt worden ist. Baronin Vaughan entgeht mit ihrer Abreise der Ausweisung, denn der Ministerrat faßte in seiner gestrigen Sitzung den Beschluß, einen Ausweisungsbefehl gegen die morganatische Gemahlin weiland Leopolds II. zu erlaßen.
In dem Testamente des Königs wird der Name Baronin Vaughan nicht genannt. Die» kommt daher, daß der Monarch schon bei Leb. zelten ausreichend für feine morganatische Ee-
45 (Nachdruck verboten.)
Was Gott ;ulammeiraef«-t —.
Roman von H. Courths-Mahler.
(Fortsetzung.)
Coulmann saß in seinem Zimmer und mühte sich, der Aufregung Herr zu werden, die Georgs Namen in ihm wachgerufen hatte. Er glaubte fertig zu sein mit dem Gesr-nst der Vergangenheit. Nun stieg eg plötzlich wieder vor ihm auf durch die Begegnung mit dem Sohne des Der« haßten!
Was wollte dieser hier in Gesellschaft ferner Töchter? Warum hatte er sich ihnen genähert? Er dachte nicht daran, daß diese Bekanntschaft ganz zuiällig und harmlos durch die kleine (Edo vermittelt sein konnte. Es stand sofort fest bei ihm, daß Georg von Rodenfels sich nur fernen Töchtern genähert haben konnte, um Rodenfels durch eine Heirat wieder an sich zu bringen.
„Nie — niemals würde ich dazu meine Einwilligung geben," sagte er halblaut vor sich hin.
Und dann versenkte er sich wieder in düstere Grübeleien. Eins stand fest bei ihm, er wollte sofort mit Renate und Mary abreisen, sie sollten nicht mehr mit Georg zusammentreffen. Er war der Sohn seines Vaters. Wie dieser würde er gewifienlos Frauenb^rzen betören und sich in allerlei Liebesabenteuern verzetteln. Und eine keiner Töchter sollte. dann vielleicht die Stelle der oft betrogenen Frau einnehmen, die er achtlos vernachlässigte, wenn sie ihm Rodenfels zurückgebracht hatte.
hat dieser schlaue Herr von Rodenfels das Nachsehen. Haha — sehr fein ausgedacht — ganz des Vaters würdig! In meiner Abwesenheft schleicht er sich ein und wittett leichte Beute. Aber noch bin ich da, Dir das Handwerk zu legen, Bube. Wehe Dir, wenn Du neues Unglück über mich heraufbeschwören willst!"
Er glitt wieder grübelnd in seinen Sesiel zurück. Die Angst und Unruhe hatten ihn kraftlos gemacht. Sich zur Ruhe zwingend, überlegte er, was zu tun sei. In seine düsteren Gedanken hinein klopfte es an die Tür.
„Papa, lieber Papa, bitt«, laß mich ein!"
Renates Stimme! Er erhobfich schwerfällig. Gewißheit mußte er haben — jetzt gleich.
Er öffnete die Tür und Renate trat ein. Sie sah ihn besorgt an. „Lieber Papa, ich sorge mich um Dich. Was ist Dir?"
„Nichts, Kind, ein leichtes Unwohlsein! Es ist schon besser. Komm, setze Dich zu mir."
Sie tat, wie er geheißen und faßte seine Hand.
„Ist es auch wirklich nichts anderes, Papa? Du erschienst mir so seltsam, als ich Dir Herr» von Rodenfels vorstellte."
„Ach richttg, dieser Herr von Rodenfels. Wie lange ist er hier? Seit wann kennt Ihr ihn?"
„Ungefähr eine Woche ist er hier und kennen gelernt haben wir ihn in Dresden, gleich nach Weihnachten — nach Deiner Abreise."
Er erschrak.
- „So lange schon? Und Ihr habt in Eure« Briefen nicht« von ch» erwähnt?"
Renate errötete. jSt ist damals gleich «ach
Der „Reichsbote sagt: „Alles in allem, ein Sterbelager und ein Tod mit ttaurigen, dunklen Umständen, inmitten allen Glanzes unb Reichtums voller Leiden, Schatten, Zerrissenheit und Unfrieden. Und am Ende hebt jetzt erst als Nachspiel der Streit unter den Erben von neuem an. Es sieht ganz danach aus, wenn nicht der neue König Albert energisch danach eingreist."
Berlin. 18. Dez. Das Armee- und Ber- ordnungsblatt" veröffentlicht eine Kabinetts- odre betreffend die Anlegung von Trauer zu Ehren des verstorbenen Königs der Belgier, in der bestimmt wird, daß die Offiziere des kurmärkischen Dragonerregiments Rr. 14, dessen Chef der Verewigte war, auf vierzehn Tage Trauer anlegen. Außerdem hat eine Abordnung des Regiments, bestehend aus dem Regimentskommandeur, einem Rittmeister und einem Leutnant, an den Beisetzungsfeierlichkeiten teilzunehmen.
Berlin, 18. Dez. Das Marineverordnungsblatt enthält folgenden kaiserlichen Marinebefehl vom 17. Dezember: Um das Andenken des nach Gottes Fügung aus diesem Leben geschiedenen Königs der Belgier Majestät zu ehren, bestimme ich hierdurch: 1. Die Offiziere meiner Marine, die den Verewigten 12 Jahre lang zu den Ihrigen zu zählen die Ehre hatte, legen auf sieben Tage Trauer an. 2. Die in der Heimat im Hafen befindlichen Schiffe haben am Tage nach Bekanntgabe dieser Ordre Halbstock zu flaggen, einschließlich der Toppflaggen, die belgische Flagge im Eroßtopp. 3. Am gleichen Tage ist um 12 Ubr mittags beginnend ein Trauersalut von 21 Schuß zu feiern. Die Flaggen bleiben bis zum Sonnenuntergang Halbstocks wehen. Wegen der Entsendung einer Abordnung zu den Deisetzungsseierlichkeiten behalte ich mir die Bestimmung vor.
" Politische Umschau. ■ -
Da« Ende ber Dauersitzung.
Wien, 18. Dez. (Abgeordnetenhaus.) Nachdem die Abgeordneten Krek und Kramarsch die Dringlichkeit ihre, Anttages begründet hatten, wonach u. a. zur Fernhaltung jeder Störung und eines Mißbrauches durch die Geschäftsordnung der Präsident ermächttgt fein soll, die Mitteilung und Verlesung des Einlaufes, sowie die Verhandlung von Dringlichkeitsanttägen nach Ermessen im Verlaufe oder am Schlüsse einer Sitzung vornehmen und über die zur formalen Geschäftsordnung eingebrachten Anträge nur mittels einfacher Abstimmung abstimmen zu lassen, ettlärte der Ministerpräsident, es fei sehr erfreulich, daß die Reform der Geschäftsordnung aus der Jnittative des Hauses selbst hervorgegangen fei. Die Regierung werde ein rasches Zustandekommen der Reform tunlichst fördern und hoffe, daß sie den Ausgangspunkt einer reichen, ftuchtbaren Tätigkeit des Hauses bilden werde. (Beifall.) — Abgeordneter Wolf erklärte die Abänderung der Geschäftsordnung für einen neuen, wohl berechneten Vorstoß der slawischen Majorität gegen das Deutschtum und bekämpfte den Anttag unter heftigen Ausfällen gegen Kramarsch. Im Namen der Italiener sprach sich Conti für die Aenderung aus, weil sie die Herstellung verfassungsmäßiger Zustände wünschten. — Das Abgeordnetenhaus nahm nach
mahlin gesorgt hat. Er schentte ihr urkundlich an dreißig Millionen Franks, die, wie es heißt, in Pariser Banken hinterlegt find, sowie seine sämtlichen Besitzungen in Frankreich.
Wie die „Frankfurter Zeitung" erfähtt, ist es der Baronin Vaughan durch richterlichen Spruch gelungen, die Wegnahme der Siegel von ihrem Schlosse zu erlangen. Das Gericht hat entschieden, es fei nicht erwiesen, daß die Villa der Baronin Vaughan zu dem königlichen Do- mänialbefitz gehöre oder daß die Villa dem König gehörende Gegenstände enthalte. Die Regierung will sie später im Lande dulden, wenn fie sich ruhig verhält, andernfalls sie aber ohne Rücksichtnahme aus ihre kirchliche Trauung mit Leopold II. ausweisen lassen. — Aus der Ehe König Leopolds mit der Baronin sind zwei Kinder entsprossen, die dem König auffallend gleichen. Der König war 70 Jahre alt, als der erste Knabe, Lucien, in Villafranca, und 72 Jahre, als der zweite, Philipp, auf Schloß Balincoutt bei Paris zur Welt kam. Der König hing außerordentlich an diesen beiden Kindern und es war amüsant, die Aufregung in Hofkreisen zu beobachten, als Lucien vor vier Jahren gerade an dem Tage des „Concurs hippique" erkrankte und der König erst in letzter Minute sehr niedergeschlagen zu dem Reiter- fest kam. Die Baronin Vaughan hat selbst die Leiche des Königs gewaschen und ihm die Ee- neralsuniform an gezogen und hat die Pflegerinnen, die diese Handlungen übernehmen sollten, abgewiesen. Die Friedensrichter von Laeken konnten sie nur durch inständiges Zureden veranlassen, das Sterbezimmer des Königs zu verlassen. Sie küßte und umarmte den toten König unter Tränen und ging.
Sehr bald dürfte nun unter den Familienmitgliedern der Zwist um di« Erbschaft entbrennen, über deren Höhe fabelhafte Gerüchte verbreitet sind. Die geschäftlichen Trans- aftionen König Leopolds dürsten gleichfalls bald zur Sprache kommen. Der König hatte bekanntlich eine besondere Aktiengesellschaft gegründet, deren Aktien er fast ausschließlich besaß, da er in ihr sein Riesenvermögen verbarg. Das Akstenkapftal, das nut 12 000 000 Franks betragen soll, sei, so behauptet man, nur eine Decksumme. Es soll nun die Frage aufgeworfen werden, ob die Aktiengesellschaft vor dem Gesetz zu recht besteht, da sie doch kein Handels- und Industrieunternehmen fei.
Das Urteil über den König schwanft sehr. Englische Blätter machen ihm besonders, wohl nicht ohne polftische Hintergedanken fein Aus- saugesystem im Kongostaat zum Vorwurf, während man in Frankreich gerade rühmt, daß er dem englischen Treiben in Sachen des Kongo» ftaates widerstanden habe. Zwei deutsche Blät. ter, die das Richtige zu treffen scheinen in bet Beurteilung Leopolds TT., führen wir an.
Die „Berliner Neuesten Nachrichten" schreiben: „Wir verstehen es, wenn in mehreren belgischen Blättern die Regierung des Königs als eine „große" bezeichnet wird. Der Person aber wird inan dies Beiwort versagen müffen. Ihr fehlte dazu neben anderem jeder Sinn für das Dekorum. Es wäre unmöglich, den geistigen Gaben des Verstorbenen Anerkennung zu vet- sagen: und es ist unmöglich, über die Flecken der Gestalt einen Schleier zu ziehen, auf den der König selbst bis an den Rand des Grabes hin mit ausgesprochenem Willen verzichtet hat."
„Nein, mein Herr von Rodenfels — Sie haben sich verrechnet — ich kam zur rechten Zeit zurück," dachte er in höhnischem Grimme.
Und bann stierte et doch wieder erschreckt vor bin. „ ,
Wat es denn nicht vielleicht schon zu spat? War et schon- zu lange fortgeblieben, um Unheil zu verhindern? Drohte ihm neues, unsägliches Leid? Wie lange mochte dieser Mensch schon Zeit gehabt haben sein Gift auszustreuen, und auf welche der beiden Mädchen hatte er es abgesehen?
Plötzlich sprang er auf und sah entsetzt vor sich hin. Mit zitternden Händen zog et fein Taschentuch und fuhr sich übet die schweißbedeckte Stirn. Ein lähmender, furchtbarer Gedanke wat ihm gekommen. Eine seiner beiden Mädels wat doch unstreitig die Schwester dieses Georg von Rodenfels! —
„Barmherziger (Sott, schütze meine Kinder vor unsäglichem Leid! Gib es nicht zu, daß mit der Sobn ein noch größeres Unglück bereitet, als der Vater!" betete er in feiner Herzensangst.
Und dann faßte er sich gewaltsam. Fort mit diesem furchtbaren Gedanken. Et wat ja von Sinnen vor Aufregung, bildete sich allerlei schreckhafte Sachen ein! Wie töricht von ihm! So leicht waren seine Mädels nicht zu betören und sicher kannten fie Georg nur kurze Zeit, sonst hätten sie in ihren Briesen wohl schon von ihm gesprochen.
„Ruhe, Klarheit, Fritz Coulmann! Du wirst mit Deinen Mädels gleich morgen ab- teisen, irgend ein Vorwand findet sich. Dan«
längerer Debatte das Gesetz betreffend bie Abänderung bet Geschäftsordnung gemäß von den großen Parteien vereinbarten Antrag Ktamarsch in allen Lesungen an. Der Zusatzantrag Weidenhoffet betreffend die Festlegung der deutschem Sprache als Verhandlungssprache des Hause, wurde in namentlicher Abstimmung gegen btt Stimmen bet Deutschfreiheitlichen und Christ lichsozialen abgelehnt unb bie Sitzung und nach 36stündiger Dauer gegen 1 Uhr nachts untei lebhaftem Beifall geschlossen.
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Deutsches Reich.
— Zur Talonsteuer. Berlin, 18. Dez. Eine Bereinigung Berliner Banken unb Bankiers, die sogenannte Stempelvereinigung nahm bezüglich zu der Frage Stellung, wer nach den bestehenden gesetzlichen Vorschriften rechtlich verpflichtet fei, bie Talonsteuer zu tragen. Die Mitglieder sind hierbei auf Grund von übereinstimmenden Gutachten des Geheimen Iustizrats Friedrich Ernst und -des Iustizrats Dr. Veit Simon zu der Ueberzeugung gelangt, daß bie von einigen Seiten befürwortete Abwälzung bet Talonsteuet auf bie Aktionäre sich rechtlich nicht begründen lasse. Es wurde beschlossen, demgemäß die Talonsteuer zu Lasten ber Gesellschaften zu erlegen.
— Di« Wahle« in Sachsen-Weimar. Weimar, 18. Dez. Nach dem Ergebnis ber gestrigen Stichwahlen setzen sich die 23 aus allgemeinen Wahlen hetvotgegangenen Abgeordneten wie folgt zusammen: sieben Rechtsstehende, Konservative, Bund ber Landwirte und Antisemiten, neun Liberale, zwei Vertreter ber Kompromißpar- teien ein Zentrum und vier Sozialdemokraten.
— Demokratische Vereinigung. Berlin, 17. Dezember. Die Auseinandersetzungen in bet demokratischen Vereinigung erfahren, wie wir der linksliberalen „Frankfurter Zeitung" entnehmen, im „Demokrat" eine weitere Fortsetzung. Dieser erklärt b;i Mitteilung Gerlachs, sein Herausgeber, habe sich an den Zentralvorstand zwecks Unterstützung gewandt. mit dem Bemerken, et könne das Blatt nicht mehr halten, für falsch.
— Die deutsche,. Eisenbahner. Im verflossenen Jahre waren auf sämtlichen deutschen Bahnen beschäs.'zt. im Verwaltungsdienst 20 358 Beamte. 6278 Diätare, 4129 Arbeiter, zusammen 30 765 Personen. Im Bahnunter, haltungs- und Bewachungsdienst 34131 Beamte, 2149 Diätare, 138 609 Arbeitet. zusammen 174 988 Personen. Im Bahnhofs-, Abfertig- ungs- und Zuabegleitungsdienst: 140 196 Beamte, 13582 Diätare, 153 409 Arbeiter, zusammen 307 0*7 Personen. Im Befördetungs- unb Werkstättendienst: 48 456 Beamte, 1639 Diätare 132 699 Arbeiter, zusammen 182 803 Personen. In bet gesamten Betriebsverwaltung wurden 695 557 Beamte rc. und Arbeiter beschäftigt unb an diese insaesamt 1 022 457 748 <K Gehälter und Löhne gezahlt. ---
Ausland.
•* Der Friedjunaprozetz. Wien, 18. Dez. Im Ftiedjungprozeß erklärte ber freiwillig al« Zeuge erschienene serbische Sektionschef SpaGjko- wttschdaß bie vorgelegten Dokumente gefälscht seien. Die serbische Regierung werbe, fall« bie.
Neujahr abgeteist unb wir haben ihn erst hier wieder gesehen."
„Was will et hier?"
„Bot allem seine kleine Schwester und Fra« Professor Hardenberg besuchen."
„Ach richtig Du sagtest ja, die kleine Eva sei seine Schwester. Wie kam diese zu Frau Professor Hardenberg?"
Renate erzählte ihm den Hergang. Er hotte scheinbar ruhig zu. Als fie geenbet hatte, sagte et: ,, , , „
„So so. — Ihr watet wohl hier viel mit ihm zusammen, nicht wahr?"
„3a, Papa, täglich." v
Coulmann fuhr sich übet bie Stirn unb stieß einen Seufzer aus. Renate sprang auf und um- faßte ihn zärtlich. ..
„Papa, sag mit doch, was Dich bedruckt, ich sehe doch, daß Du leidest."
Er winkte abwehrend und sah fie forschend an.
„Er ist wohl sehr — sehr liebenswürdig z» Euch zu Dir unb Mary, nicht wahr?"
Ja Papa, et ist ein lieber, trefflicher Mensch." _ v ,
Coulmann lachte schneidend auf.
„Er müßte nicht bet Sohn seines Vaters ftini — Also ein lieber, trefflicher Mensch? Ihr habt ihn wohl schon sehr ins Herz geschlossen, diese« trefflichen Menschen?" Unruhige Angst sprach aus seinem Blick. Renate stockte fast ber Atem vor Schrecken. Aber sie richtete sich tapfer aef und sah ernst unb entschlossen in feine Auge«. ’ U- - ..... (Fortsetzung folgt.) !