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Erstes Blatt

Siir die

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Zum Thronwechsel in Belgien.

Wir geben im Nachstehenden einige Daten über das Leben des verstorbenen und des neuen Königs Albert von Belgien.

König Leopold II. stammt ans dem Hause Sachsen-Koburq Gotha. Sein Vater, König Leo­pold 1., der in Koburq als der Sohn des Herzogs Franz von Sachsen-Koburg das Licht der Welt er­blickte, wurde am 4. Juni 1831 vom belgischen Nationalkongrek fast einstimmig zum erblichen König der Belgier ernannt. Seit 1832 war er in zweiter Ehe mit der Prinzessin Luise von Orleans, der Tochter des französischen Königs Ludwig Phi­lipp, vermählt, die ihm am 9. April 1835 den ersten Sohn, Leopold II., gebar. Der junge Kronprinz wurde im fünften Lebensjahre zum Herzog von Brabant ernannt. 1853 ward er Mitglied des Se­nats, tvo er sich besonders bei industriellen und kommerziellen Fragen als eifriger Redner be­teiligte. 1865 folgte er seinem Vater auf den Thron, und nun suchte er Belgiens Außenhandel eifrig zu fördern. Zu diesem Zweck berief er 1876 einen internationalen Geogravhenkongreß nach Brüsiel zur Beratung über die Erforschung bezw. Nutzbar machsing Afrikas. Auf sein Betreiben und mit sei­ner Unterstützung unternahm auch Henry Stanley seine Reisen nach Afrika, und aus Grund der Be­richte Stanleys gründete er den Kongostaat, dessen Souveränität ihm 1885 übertragen wurde, und b«t er 1889 dem belgischen Staate testamentarisch als Kronkolonie vermachte. Auch später nahmen die afrikanischen Unternehmungen vielfach die Ar- Eeft und die Geldmittel des Königs in Anspruch. Seiner Ehe mit der Erzherzogin Maria Henriette entstammen vier Kinder. D« einzige Sobn des

Die heutige Nummer umfaßt v Blätter.

Königs Leopold, welcher mit der 1902 verstorbenen östereichischeu Erzherzogin Maria Henriette ver­mählt war, Prinz Leopold, starb bereits 1869 als zehnjähriger Knabe. Von den drei Töchtern ist die älteste, Louise, jetzt wieder Prinzessin von Bel­gien, am 18. Februar 51 Jahre geworden. Ihre Ehe mit dem Prinzen Philipp von Sachsen-Koburg wurde bekanntlich geschieden. Die zweite Tochter, Stephanie, einst die Gemahlin des verstorbenen österreichischen Kronprinzen Rudolf vermählte sich elf Jahre später, am 22. März 1900, mit dem unga rischen Grafen Elemckr Lonyay. Die dritte Tochter des Königs, die Prinzessin Riententine, die am 30. Juli 1872 geboren wurde, blieb unvermählt. Zwischen dem Prinzen Albert aber, der jetzt be­stimmt ist, nach dem König Leopold II. die belgische Krone zu tragen, und dem Throne stand bei seiner Geburt noch sein ältester Bruder, Prinz Balduin, geboren am 3. Juni 1869, dessen Tod unter noch nicht öffentlich vollständig aufgeklärten Umständen am 23. Januar 1891 erfolgte.

Prinz Albert wurde am 8. April in Brüssel als jüngstes Kind des Prinzen Philipp der Belgier, Grafen von Flandern, aus dessen Ehe mit der Prinzessin Maria von Hohenzollern Sigmaringen geboren. Am 2. Oktober 1900 vermählte sich der Prinz zu München mit der Herzogin Elisabeth in Bayern der zweiten Tochter des kürzlich verstorbe­nen Herzogs Karl Theodor und dessen zweiter Ge­mahlin, der Infantin Maria Josepha von Portu­gal Braganza. Die Ehe ist eine überaus glückliche, und das Familienleben des Prinzen und der Prin­zessin Albert bildete einen erfreulichen Kontrast zu der Iunggeselleneristenz, die der König Leopold II. sich nicht erst nach dem Tode der Königin Maria Henriette geschaffen batte. Die Prinzessin Elisabeth hat dem Prinzen Albert bisher drei Kinder ge­schenkt: 1. den Prinzen Leopold, geboren zu Brüssel am 3. November 1901. der durch die Thronbesteig­ung seines Paters Kronprinz zu werden bestimmt ist: 2. den Prinzen Karl, geboren zu Brüssel den 10. Oktober 1903 und 3. die Prinzessin Marie, ge­boren zu Ostende am 4. August 1906.

Im belgischen Heere bekleidet der Prinz den Rang eines Generalleutnants. In der preußischen Armee wird er als Chef des 2. hannoverschen Dra­goner-Regiments in Lüneburg geführt, das ihm nach dem Tode seines Vaters verliehen wurde. Er besitzt viele hohe Auszeichnungen, u. a. den preußi­schen Schwarzen Adlerorden, den bayrischen Haus­orden vom beiligen Hubertus und das östereichische Goldene Vließ.

Bezeichnend für das Wesen des Prinzen und für seinen Drang, sich selbständig und unauffällig zu unterrichten ist die wenig bekannte Tatsache, daß er stets eine Reporterkarte einer maritimen Zeit­schrift bei sich trägt: er hat diesen Ausweis haupt­sächlich dazu benutzt, sich die Häfen von Holland und Frankreich mit eigenen Augen und ohne frembe Führung anzusehen.

Erst in den letzten Jahren begann der belgische Thronfolger sich am polittschen Leben zu beteiligen. Offiziellen Anteil an der Politik erhielt Prinz Albert, als er seinen Platz im Senat eingenommen hatte. Rach der Verfassungsänderung vom Jahre 1893 steht allen mündigen belgischen Prinzen ein Sitz im Senate zu, Prinz Albert machte aber von diesem Rechte erst nach dem Tode seines Vaters Gebrauch. Ende Januar 1908 hielt er im Senat einebedeutsame Rede zu dem Gesetzentwürfe über die Errichtung von Hypotheken auf Schiffen. Der Prinz betonte in dieser Rede die Notwendigkeit, eigene belgische Scbiffahrtslinien zu schaffen, um Belgien in handelspolitischer Beziehung vom Aus­lande unabhängiger zu machen, und erklärte auch eine in maßvollen Grenzen gehaltene belgische Kriegsmarine für wünschenswert. Damit begeg­nete er den Wünschen des Könias, der ja wenig­stens zum Schutze der Konaomündung eine Anzahl von belgischen Kriegsschiffen für erforderlich hielt. Den letzten Sommer benutzte der Prinz zu einer Reise nach dem Kongostaate.

Zum Tode König Leopolds erfährt derSoir", daß dieser mit der Baronin Vaughaif in der Tat kirchlich verheiratet war. Wir entnehmen darüber derFrkf. Ztg." fol­gende Aufsehen erregende Mitteilung:

In einer Unterredung, die ein Mitarbeiter desSoir" mit dem Priester Cooremans hatte, der dem König die letzte Oelung gegeben hat, gab der Priester, als er bezüglich des Verhält­nisses des Königs zu der Baronin Vaughan in die Enge getrieben wurde, die Erklärung ab, der König habe die Gebote der Moral erfüllt, die die Kirche stets gelehrt habe, und er habe als Priester mit völlig ruhigem Gewissen dem König die letzte Oelung geben können. Dies heißt mit anderen Worten, daß der König mit der Baronin Vaughan kirchlich verheiratet ist. In der letzten Zeit bekam die Auffassung von der kirchlichen Trauung des Königs mehr Boden, da die Baronin Vaughan stets ungestört am Krankenbett des Königs anwesend war. Der Umstand, daß Prinz Albert nicht mehr am Bett des Königs erschien, ist darauf zurückzuführen, daß er nicht mit der Baronin Vaughan zusam­mentreffen wollte. Während der Spendung der letzten Oelung sind nicht, wie mit frommer Lüg« verbreitet worden ist, die Familienmitglieder des Königs, sondern lediglich die Baronin Vaughan anwesend gewesen. Die $eflätigung der Heirat wirkt, obgleich sie längst vermutet wurde, als große Ueberraschung. Man findet es erstaunlich, daß diese allerdings sehr energische Frau das klare und nüchterne Denken Leopolds und seinen starken Willen derart beeinflussen

Marburg

Sonntag, 19. Dezember 1909.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Beilage

konnte, daß der König zu einer Heirat schritt, die er garnicht nötig hatte. Es ist möglich, daß der Prozeß, den seine Töchter gegen die Eülügkeit des Ehekontrakts ihrer Eltern angestrebt, und rn drei Instanzen allerdings ohne Erfolg durch­geführt hatten, dazu beigetragen hat, daß der König diese Heirat, die seine Familie empörte, schloß Baronin Vaughan, ehemals Buffet­dame in Marseille, die dann mit einem gewissen Durieux in Paris zusammenlebte, ist eine große, üppige Dame, Anfang der Dreißiger. Sie hat schwarze Haare, ausdrucksvolle schwarze Augen und ist ziemlich, aber nick>t übermäßig hübsch. Man kann nicht sagen daß ihr Gesicht besonders fein sei. Durieux trat später in Brüssel als Baron Vaughan und Bruder der Baronin auf. Er soll dem König Briefe mit der einfachen UnterschriftEmanuel" gesandt haben. Er be­nahm sich jäenfalls, gestützt auf seine Bezieh­ungen zum König, sehr herausfordernd und wurde, als er mit feinem Automobil allerhand Unfug trieb, von dem damaftgen Justizminister Vandenheuven über die Grenze geschafft.

Brüssel, 17. Dez. Der Senat und die Kammer traten heute Nachmittag zu einer Sitzung zusam­men Der Ministerpräsident machte von dem Tode des Könias Mitteilung. Der Präsident des Senats, Vicomte Simonis, und der Präsident der Kammer. Cooreman, geben dem Schmerze um den Verlust des Königs Ausdruck und beantragten die Vertag­ung bis zu dem Zeitpuntte, wo der Thronfolger vor den beiden Säufern des Parlaments den Eid auf die Verfassung leisten werde.

Brüssel, 17. Dez. Aus allen Teilen des Lan­des laufen Nachrichten über die Anteilnahme der Bevölkerung an dem Tode des Könias ein. Die Leiche des Köngs wird, den Abendblättern zufolge, morgen Abend vom Schloß Lacken nach dem Brüsseler Stadtschloß gebracht. Die Beerdiaung ist auf Mittwoch festgesetzt. Am Donnerstag wird der Thronfolger bei dem heute Nachmittag das Mini­sterium erschien, um zu kondolieren, den Eid auf die Verfassunq ablegen.

Brüssel. 17. Dez. Prinz Albert teilte den ans- wättigen Mächten den Tod des Königs selbst mit. Der König ruht auf dem Sterbebette in der Uni­form eines Generalleutnants, die Hände über der Brust gekreuzt. Um 6 Ubr nachmittags wird die Leiche einaesargt unter Beobachtung des kleinen Ceremoniells. Der Hof legt sechs Monate Trauer an, die Familie ein Jahr.

Brüssel, 17. Dez. Der König ruht auf dem Sterbette mit nthiner Miene. Die Königsfamilie ist im Sterbezimmer versammelt. Rur wenige Morgenblätter beschäftigen sich mit der Persönlich­keit des Verstorbenen.Etoile Belge" nennt ibn einen großen König, der Belgien ein alänzendes Beispiel von Energie aeaeben habe. Belgien ver­danke ihm zum Teil den großen wirtschaftlichen Anfchwnna des Landes durch die Tatfache. daß in Afrika die Besgierftgaae webe.Ebroioue" faat: Wenn man auch manches, was er als Mensch ge­tan habe, nickst aut heißen und mtch oft über die von ihm angewandten Mittel streiten könne, so sei doch seine Tästakeit maß und fruchtbar gewesen. Garette" drückt sich änblich ans und fant. er war ein Mann von außerordentlichen Fädigkeiten.

Deutsches Reich.

Der Kaiser und die Spanier. Madrid, 17. Dez. Wie aus Malaga gemeldet wird, wurde gestern daselbst die über den Euadalmedina füh­rende Brücke, die aus Beiträgen des deutschen Kaisers und der dortigen deutschen Kolonie er­baut wurde, feierlich eingeweiht und dabei be­geisterte Hochrufe auf den Kaiser und das Reich ausgebracht.

Titelverleihung. Berlin, 17. Dez. Der Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung des TitelsWirklicher Geheimer Oberjustizrat" mit dem Rang der Räte erster Klasse an den Oberlandesgerichtspräfidenten Dr Spahn.

Ein Kaligesetz. Berlin, 17. Dez. Wie das Wölfische Bureau erfähtt, brachte die preußische Regierung beim Bundesrat den Entwurf eines Reichsgesetzes über den Absatz von Kalisalzen ein. Rach dem Entwurf dürfen Kalisalze nur durch Vermittlung einer Vertriebsgemeinsck>ast abgesetzt werden, der Besitzer von förderfähigen und im Entstehen begriffenen Kaliwerke, bei­treten können. Die Satzungen der Gemeinschaft und die Fesfietzung der Verkaufspreise für das Inland bedürfen der Genehmigung des Bundes­rates. Für die einzelnen Kaliwerke werden von der Vertriebsgemeinschaft Beteiligungszifiern* festegesetzt. Gegen die Festsetzung ist die Be­rufung an eine Kommission zulässig, die aus vom fBunbesiate und den Interessenten be- stimmten Mitgliedern besteht, deren Vorsitzen­den der Reichskanzler ernennt. Die Besitzer von besonders ausgedehnten Abbaufeldern erhalten Zusatzbeteiligungen, welche mit dem Wert des Durchschnittsabsatzes steigen. Für die nächsten fünf Jahre gelten die im neuen Kalisyndikats- vertrage festgesetzten Beteiligungszifiern. Kali­abbauberechtigte, welche noch nicht mit der An­lage eines Kaliwerkes begonnen Haven, er­halten eine Entschädigung, welche in der Ge­währung einer auf Grund der Bohraufschlüsse festzusetzenden Beteiligung besteht. Diese steigt mit dem Wert des auf das Eemeinschaftswerk entfallenden Durchschnittsabsatzes und kann durch Uebettragung auf Mitglieder der Ver- triebsgemeinfchäft verwertet werden. Anstelle einer solchen Entschädigung kann der Berechtigte den Ankauf der Abbaurecht^ durch die Verttiebs- gemeinschaft gegen die Erstattung der Erwerbs- kost? - oder des im letzten Jahre notierten durchschnittlichen Kurwertes verlangen. Die Vertriebsgemeinschaft kann anstelle der Ge­währung einer Entschädigung dem Berechtigten den Beitritt als Mitglied gestatten. Bestehende Lieferungsverträge sind von der Vertriebsge­meinschaft zu übernehmen, soweit die Liefe­rungsverpflichtungen nicht Über zwei Jahre hinausgehen. Die Geltungsdauer des Gesetzes soll 20 Jahre betragen.

Die Schiffahrtsabgaben. Karlsruhe, 17. Dezember. In der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer beantwortete der Minister des Innern die Interpellation, betreffend die Einführung von Schiffahrtsabgaben. Der Minister sprach eine längere Erklärung, in welcher er de» Standpunkt der Regierung, wie er in der säch­sischen und badischen Regierung niedergelegt ist, wiederholte, und bemerkte, daß die gegenwär­tigen Verhandlungen vertraulicher Art seien, und das Ergebnis daher nicht mitgeieilt werden könne. Der Minister schloß: Die Eroßherzogliche Regierung, obwohl sie unverbrücblich festhält an ihrer bundesfreundlichen Gesinnung, und großen Wert legt auf das Fortbestehen bet bisherigen guten Beziehungen zur Reichsleitung und zur preußischen Regierung, ist zu ihrem Bedauern außer Stande, dem Anträge der preußischen Regierung zuzustimmen." DieseErklärung wurde von der Kammer mit lebhaftem Beifall ausge­nommen.

von der Hand, den preußischen Staat aus einet launenhaften Verstim­mung heraus in die Arme des De- magogentums hineintreiben z» wollen. Di« Einführung des Reichs- tagswahlrechts in Preußen, gleich­sam über Nacht, wäre ein unverzeih­licher Druckfehler der Geschichte."

Diese Sätze druckt dasBerliner Tageblatt", das unter allen Umständen das Reichstags­wahlrecht in Preußen fordert ,ab, ohne anschei­nend zu merken, was es in diesen Sätzen für eine schallende Ohrfeige erhält.

Die Insertconsgebiiyr beträgt für bie 7gespaltene Zelle oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Ko h, UnloersitätSbuhdruckerei Inhaber Dr. T. Hitzero th, Marburg, Marft 21. Telephon 55.

Politische Umschau.

Da» Einigungsprogramm de» deutsche« Linken, ist fertig. Was will man mehr. Alles wird ver­sprochen, was man nur versprechen kann in verschwommenen Programmsätzen versteht sich. Als ob es darauf ankäme, bie Praxis wird zeigen, wie der Hase läuft. Vorsichtig wird je­doch alles vermieden, was die einzelnen Einig­ungsparteien etwa vor den Kopf stoßen könnte. Natürlich kehren die alten Kampfobjekte wie­der, Beseitigung des Schutzzolles und des preu­ßischen Wahlrechtes (NB. an dem Klassen­wahlrecht für die Kommunalwahlen will man nicht rühren (!), um bie Herrschaft bes Frei­sinns in ben Eroßstäbten nicht zu gefährden!) Die grundsätzliche Stellung zum Militarismus und Weltpolitik wirb reoibiert, bas alles ist jetzt nicht mehrLuxus", man wird aber kaum glauben machen, daß bet Freisinn etwa monar­chischer geworden wäre und auf seine demokra­tischen Allüren nun verzichtete! Alles in allem ein völlig moluskenbaftes Gebilde diese Einigung", dessen prattische Bedeutung sich erst zeigen muß.

»Spotte« ihrer selbst!"

Das sattsam bekannteBerliner Tageblatt" hat bekanntlich eine große Aktion zur Aende- tung des preußischen Wahlrechts in Szene ge­setzt. Namen aus vielen deutschenEinzelstaaten und sogar fremden Ländern wurde von ihm ver­öffentlicht. Einer, dessen Name veröffentlicht wurde, Professor Biermer aus Gießen, hat nun Veranlassung genommen, in einem besonderen Artikel zu begründen, warum und wozu er seine Unterschrift gegeben habe. In diesem Ar­tikel schreibt er wöttlich:

Das zukünftige Wahlryht. befielt von sei­nen plutokratischen Grundsätzen, die ein uner­trägliches llebergewicht des ländlichen Grund­besitzes herbeigeführt haben, soll dem deutschen Geistesleben, den liberalen Berufen und der städtischen Intelligenz einen größeren Raum gewähren. Aber pit rveisen e# strikt

------------- =

Marburg und Umgegend.

sRachd. Criginalartitel ist gemäß J 18 des

Urheberr.gu. nur mit der deutlichen Quellenangabe

<* .Oberhess. Zig.' gestattet.)

Marburg, 18. Dez.

Weihnachtsfeier. Morgen, Sonntag, nach* mittags 5 Uhr, findet in der Reformierten (Univ«. * sitäts-) Kirche die Weihnachtsfeier des Kinder« gottesdienstes statt, Auch Erwachsene sind herzlich

langen Winterabende tri eine reichhaltige und aut unterrichtete Zeitung auch für denjenigen, dem im Sommer die Zeit zum Lesen fehlt, unentbehrlich,

man abonniere daher sofort auf die Oberhessische Zeitung", die wie bekannt, in der Lage ist, ihre Leser schnellstens von den Geschehnissen im Reich und im Busland In Kenntnis zu setzen,

eeltttt* nimmt dieOberheffifche Zeitung" zu den Ereignissen, ebne parteipolitische SgitattonSpolittk

1 zu treiben. In nationalem Sinne selbständig Stellung.

Dem lokale» und provinzielle« Teil läßt die »Lberhessische Zeitung" in Berichten über kommunale Angelegenheiten in Stadt und Land sowie über lokale Ereignisse aller Art fortgesetzt aufmerfiame Pflege zuteil werden. Ein anSgedebnter Nachrichtendienst ermöglicht auch hier schnelle und sichere Bekannt­machung. Die Strafkammer- und Schwurgericht»- Berhandlungen de» hiesigen Landgericht», dessen Bezirk bekanntlich die Kreise Marburg, Kirchhain, Frankenberg, Ziegenhain und Homberg umfaßt, wer­den ebenfalls in der »Oberhessischen Zeitung", soweit sie Interesse beanspruchen können, in objettiver Form mitge teilt.

Die UnterhaltungsbeilageRach Feierabend" wird vom 1. Januar ab zweimal w8- chentlich beigelegt werden und wie bisher spannende Romane und Erzählungen bringen, da- mit i« noch grösserem Matze für NnterhattungS- Lesessott gesorgt ist.

Die eigen» für unsere Gegend bearbeiteteLand- Wirtschaftliche Beilage" unterrichtet über alle Fragen de» Gartenbaues und der Landwirtschaft.

Ma« abonniert auf dieOberbessische Zeitung" Bei allen Postämtern für 2 M. 25 Pfg., bei der Expedition (Marburg, Marft 21) und den ZeitnngS- ftellen für 2 M. vierteljährlich.

Am 1. Januar erhalten alle unsere Abonnenten wiederum einen schön auSgeftatteten Wandkalender, ferner die Stadt-Abonnenten und die Bezieher durch unsere Zeittingsstellen eine Schreibmappe gratis zugestellt.

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