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tt. Jahrg.

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Mk.

Die

genben Beisammensitzen gab einer dem anderen den Beweis seines Vertrauens.

und Stenn die Obstruktion verurteilt hatten, er­hielt Lisy um 1 Mr S0 Min. das Schlußwort.

Während der Rede Lisys ertönten gegen 6 Uhr abends von der zweiten Galerie lebhafte Entrüst- ungSrufe gegen die Obstruktion. Die Galerie, die stark besucht war, wurde hieraus geräumt. Auch im Saale kam es aus diesem Anlaß zu erregten Auseinandersetzungen zwischen den deutschen und tschechischen Abgeordneten. Rach der Räumung der Galerie setzte Lisy seine Rede fort.

W i e n, 16. Dez. Eine Volksversammlung der deutsch-freiheitlichen Parteien sprach einhellig ihre Entrüstung über die Obstruktion der flämischen Union aus und erklärte auf das Entschiedenste, ihre ganze Kraft aufzubieten, um dieses, den Staat, die Verfassung und das allgemeine Volkswohl zer­störende Treiben zu bekämpfen. Die Versammlung gab ihrer Ueberzeugung dahin Ausdruck, daß unter den gegebenen Verhältnissen jedes Entgegenkom­men aegeniiber der flawischen Union ausgeschlos­sen sein müsse.

Tschechische Dauer-Obstruktion.

Die tschechische Obstruktion und der Kamps gro­ßen Stils dagegen haben im Wiener Reichsrat be­gonnen. In der gestrigen Sitzung waren zunächst einige Dringlichteilsanträge verhandelt worden, von denen die Ruthenen und tschechischen Agrarier neuerdings eine ganze Anzahl eingebracht hatten. Als um 2 Uhr 30 Min. nachmittags der Prästdent die Sitzung auf eine Stunde unterbrechen wollte, um den Abgeordneten Gelegenheit zur Teilnahme an dem Leichenbegängnis des Grafen Harrach zu geben, erklärte der Abgeordnete Seitz, die gegen­wärtige Geschäftslage dulde eine derarttge Unter­brechung nicht; das Haus lehnte den Antrag deS Präsidenten mtt 179 gegen 98 Stimmen ab. In der Begründung eines Dringlichkeitsantrages sprach der tschechische Agrarier Kotlarz sodann volle 13 Stunden. ES heißt, daß die Sitzung Tag und Rächt ununterbrochen fortgesetzt werden soll, um die Verantwortlichkeit jener Parteien sestzustellen, die die Arbeiten des Parlamen s hindern. Die arbeitswilligen Parteien haben beschlossen, Schicht­wechsel einzuführen, um die Beschlußfähigkeit des HauseS dauernd aufrechtzuerhalten.

Kotlarz schloß seine fast dreizehnstündige Rede um 1% Uhr nachts. Nachdem Seliger die Ob- struftion aufs schärffte verurteilt hatte, schloß die Debatte. Die Generalredner verzichteten auss Wort und der Antragsteller Holly hielt das Schluß­wort. Um 614 Uhr früh beendete Abgeordneter Holly sein vierstündiges Schlußwort. Das Haus lehnte die Dringlichkeit des ersten Antrages von 37 seitens der tschechischen Agrarier eingebrachten Dringlichkeitsanträge ab und verhandelte den zwei­ten Dringlichkeitsantrag.

Spaeek, der um sy2 Uhr früh das Wort zur Be­gründung des zweiten tschechisch agrarischen Dring- lichkeitsanxrageS ergrifsen hatte, sprach morgens 10 Uhr noch fort. Die Rede des Abg. Spaeek zur Begründung des Antrags betreff, die Pferdezuch. dauerte bis 12 Uhr mittags, nachdem dann Resel

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Was

durch nichts veranlaßten Angriff auf einen be­freundeten Staat Einspruch und versichere dem deutschen Volk aufs neue, welche gute Gesinn­ung ein großer Teil des englischen Volkes ihm entgegenbringt der nichts mehr wünsche als btt Aufrechterhaltung beiderseitiger guter Be­ziehungen.

Der heutigen Wummer liegt bei Kreisblatt Nr. 97

(Nachdruck verboten.)

Gott zufammettaefützt

Roman von tz. Eourths-Mahler.

lFortsetzung l

Marburg

Sonnabend, 18. Dezember 1909.

gegeben hätte zu dem Bündnis mit Dir."

,.Du Liebe," sagte er bewegt.

Sie strich verstohlen über seine Hand. Dabei berührte sie feinen Ring.

Ach Georg sieh, noch einer, der unser Bündnis begünstigt. Dein Sankt Georg hat auch das Seine getan, uns zusammenzuführen."

So soll er unser gemeinsamer Schützer sein." '

Zu schnell verging den Liebenden dieser Abend und endlich mutzten sie heim gehen. Unterwegs konnten sie verstohlen noch einige zärtliche Worte tauschen. Dann kam der Ab­schied für diesen Abend, er fiel ihnen sehr schwer.

Schweigend schritten die beiden Herren wie­der zurück nach dem Strandhotel.

Endlich sagte Bernhard aufatmend:

Ich habe noch keine Lust, schlafen zu gehen." Ich auch nicht," antwortete Georg lakonisch. Lassen Sie uns noch ein Stündchen auf dir Landungsbrücke gehen und eine friedliche Zigarre rauchen. Es ist herrlicher Mondschein."

Einverstanden?"

Sie gingen langsam ihrem Ziele zu. Kein Mensch war mehr auf der Brücke. Eie setzten sich am äutzersten Ende auf eine Bank und rauch­ten schweigend ihre Zigarren. Ihre Gedanken flogen hinauf nach demSeestern" da war noch lange ein Lichtschein in einem Zimmer sichtbar. Die beiden Männer merkten gar nicht, wie wortkarg sie waren, aber in diesem schwei-

D,e«beeyrsstschr Jett«««" «scheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bez u^s p r e i 8^beträgt vlerwl-

Deutsches Reich.

Born Kaiser. Potsdam, 16. Dez. Der Kaiser empfing heute Mittag im Reuen Palais die Groß­fürsten Boris Wladimirowitsch und Andreas Wladimirowitsch von Rußland zur Rückgabe der Ordensauszeichnungen ihres verstorbenen Vaters, des Großfürsten Wladimir Alexandrowittch, in Audienz. Beide Großfürsten wurden zur Früh­stückstafel bei dem Kaiserpaar zugezogeu und vom Kaiser durch Verleihung des Schwarzen Adler­ordens ausgezeichnet.

Rachruf für Dr. Holle. Berlin, 16. Dez. DerStaatsanzeiger' veröftenllicht einen Rachruf für den am 12. Dezember verstorbenen Staats­minister Dr. Holle, worin es u. a. heißt: Wie es ihm gelungen war, in seinem vielgestalttgen Amts­leben neu an ihn herantretende Aufgaben baldigst zu beherrschen und sie zu wetterer gedeihlichen Ent­wicklung zu führen, so wurde ein gleiches bei der Uebernahme des Kultusministeriums von ihm ge­hofft. Allein die Körperkräfte erlagen leider nur zu bald den Anforderungen, die das Amt und er selbst in hochgespanntem Pflichtgefühl au sich stellte. Alle Gebiete des weiwerzweigten Ressorts, alle Einzelheiten wollte er in kürzester Frist so beherr­schen, wie er es in früheren Aemtern zu tun ge­wohnt war und es seinem altpreußischen Beamten­pflichtgefühl entsprach. So kam es, daß die Kräfte nicht lange standhielten, so vollzog sich das tragische Geschick, daß der hochgemute, mit bestem Wollen und Können ausgerüstete Mann seine Kräfte i« Dienste immer mehr einsetzte und verzehrte, bis ein heftiger Bronchialkatarrh im Ottober 1908 zu sofortigem ärztlichen Einschreiten Anlaß gab und zur Beurlaubung nach dem Süden fiihrte. von wo er nicht wieder in sein Amt zurückkehren sollte, bis zuletzt nie an sich denkend, nur der Pfticht imd dem König getreu: patriae in eerviendo consump- tua. Der Nachruf schließt: Bedeutendes durfte von Holle erwartet werden. Das tragische Geschick hat ihm vorzeitta die Kraft genommen, ihn zu frühem Tode geführt.

Bayern und die Kaisermanöver. München, 16. Dez. In der heuttgen Sitzung der Kammer der Abgeordneten führte bei der Beratung deS Mtlitäretats der Krieasminister, Frhr. v. Horn, mit Bezug auf die letzten Kaisermanäver auS: Gestern wurden die diessährigen Kaisermanöver zur Sprache gebracht und dabei die Frage gestellt, ob die Anregung zur Zuziehung bayerischer Trup­penteile von Bayern ausqeqangen fei. Das ist nicht der Fall. Es ist vielmehr vom preußischen Kriegs­ministerium anaefragt worden, ob gegen die Zu­ziehung bayerischer Korps Bedenken beständen. Wir hatten seit 1897 keine größeren Manöver, die unbedingt notwendig sind. Die Teilung der Armee erfolgte, damit die Beurteilung nach rein militäri­schen Gesichtspunkten erfolaen konnte und polittsche Eifersüchteleien ausgeschlossen waren. Die Kosten der Manöver werden nicht wesenttich höbet sein

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen: ,Jach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Beilage

Schwestern sahen sich stumm ins Gesicht und plötzlich lösten sich beide von ihren Kava­lieren und betraten Arm in Arm den Saal.

Die beiden Herren folgten schweigend, nachdem sie sich gegenseitig mit forschendem Blick gestreift hatten. *

Frau Werner hielt schon ein wenig unruhig Ausschau nach den jungen Leuten und atmete .auf, als sie scheinbar harmlos und unbefangen zurückkamen.

Datz die Liebenden an diesem Abend keinen Tanz versäumten, war natürlich. Wen» die Herren auch zuweilen mit de» Damen wechseln mutzten, am meisten tanzte doch jeder mit seiner Erkorenen.

Und wie schön und herrlich erschien ihnen da« Leben, wenn sie die Geliebte im Arm halten durften, ihre zärtliche Worte ins Ohr flüsternd «nd Blick um Blick tauschend irt Mieter Luft.

Einmal fragte Georg leise:Bist Du glück­lich, Renate?"

Uebrr alle Maßen. Willst Du mit einen Wunsch erfüllen?"

Bedingungslos jeden."

Gib mir das Zettelchen mit dem Zauber- Hruch" . , ' '

Politische Umschau.

Deutsch-Englisches.

London, 16. Dez. Zn einer Rede in Boston erklärte Dr. Lunn, datz er wünsche, die Halt­losigkeit der kürzlich veröffentlichten Angaben, darzutun, daß man auf jedem Schiffe der deut­schen Marine allnächtlich den Trinkspruch ausbringe:Aus den Tag, an dem die deutsche Flotte die englische in der Nordsee besiegen wird!" Im vergangenen August, sagte Dr. Lunn, habe er die Ehre gehabt, an Bord der Deutschland" mit dem Prinzen Heinrich zu frühstücken. Bei dieser Gelegenheit habe er die Geschichte von dem Toast, als in England allge- mein verbreitet, erwähnt. Hierauf habe Prinz Heinrich aus das Energischste erklärt, die Ge­schichte sei nicht nur unwahr, sondern solch ein Vorgang sei in der deutschen Marine einfach undenkbar und jeder Offizier, der einen der­artigen Toast Vorschlägen sollte, würde sofort auf das strengste bestraft werden. Dr. Lunn führte sodann aus, es wäre auch unfaßbar, datz eine derartige tägliche Gepflogenheit in der deutschen Flotte bestehen sollte, oder, wenn der angeführte Toast wirklich häufiger gehalten würde, datz et dann dem Prinzen Heinrich nicht bekannt wäre. Eine solche unerhörte Unwahr­heit zur Verhetzung zweier Völker sei ein Ver­brechen gegen die Zivilisatton. Hierauf verlas Dr. Lunn folgendes Telegramm des Prinzen Heinrich:Einverstanden in jeder Beziehung, abgesehen davon, datz dieDaily Mail" die deutsche Marine, bet ich die Ehre habe, anzu­gehören. aufs schwerste beleidigt bat, kann ich nur feststellen, daß der Geist in unterer Marine einen solchen Gedanken oder solche Handlung verbietet, die, wie Sie sagen, eine unsinnige Lüge von Anfang bis zu Ende ist. Wir achten und schätzen unsere Kameraden bet englischen Marine und wir find stolz barauf, mit ihnen in freundschaftlichen Beziehungen zu stehen."

London, 16. Dez. In einer Versammlung des Erecutiv-Ausschutzes des englisch deutschen Freundschafiskomitees wurde heute eine Resolu­tion angenommen in welcher die Versammlung erklärt, sie sei Über bte von dem Journalisten Blatchfond vor einigen Tooen in London ver­öffentlichten bösartigen Artikel peinlichst be­rührt. Die Versammlung erhebe gegen einen

Gern. Was willst Du damit tun?"

Auf meinem Herzen will ichs tragen, weil es Dich zu mir geführt."

Meinst Du, ich wäre sonst nicht zu Dir ge­kommen?"

Sie lächelte zu ihm auf.Vielleicht, aber heute noch nicht."

Dann einen anderen Tag."

Jede Minute zählt in solchem Falle eine Ewigkeit. Ihr Männer wißt wohl kaum, wie qualvoll uns Frauen das Warten ist."

War es Dir wirklich schwer, Liebling?" fragte er, seinen Blick heiß in den ihren senkend.

Sie errötete, hielt aber seinen Blick aus.

Sehr schwer."

Er drückte sie fester an sich. ..Wie lange wartest Du schon? Seit wann liebst Du mich?"

Ich glaube seit ich Dich zuerst gesehen. Und Du? Seit wann liebst Du mich?"

Schon bevor ich Dich kannte. In meinen Träumen liebte Dich mein Hetz, schon vor- ahnend, ehe ich Dich gesehen."

Als sie pausierend im Saal promenierten, gab er ihr das Zettelchen. Sie zog verstohlen ein kleines goldenes Medaillon hervor, welches sie an einem feinen Kettchen um den Hals trug, und legte den Zettel hinein.

Darinnen ist eine kleine Locke vom Haar meiner verstorbenen'Mutter aufbewahrt. Run soll der Zettel dabei liegen. Das wird sein, als wenn meine liebe Mutter mit ihren Segen

Die 3nfertiQn8flebüBt beträgt für bte 7gespaltene Zecke oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aag. Koh, llnwersttätsbuhbruckerei Inhaber Dr. 6. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

wolle er nicht untersuchen, nut dürfe man die teueren Flseichpreise ba..n nicht den Landwir­ten in die Schuhe schieben. Al- Matznahme gegen die Fleischverteuerung empfehle sich in erster Linie der Weg der Selbsthilfe, und zwar durch den genossenschaftlichen Vieheinkauf. Es sei möglich, datz Deutschland sich vom Auslande un­abhängig mache, nur müsse unsere Landwirt­schaft in die Lage versetzt werden, die nötige Futtermenge selbst zu erzeugen. Der Minister betonte hierauf im Hinblick auf das Verhält­nis zu Amerika, datz wir diesem Lande gegen­über nicht den letzten Trumpf aus der Hand geben sollten. Unsere Fleischerzeugung sei einer starken Ausdehnung fähig, es werde auch in Zukunft möglich fein, dem gesteigerten Be­darf zu entsprechen, nur müsse die Viehzucht in die rechten Bahnen geleitet werden. Die deutsche Landwirtschaft müsse ihre Futtererzeugung stei­gern. Der Minister schloh:,, Nach alledem er­blicke die sächsische Staatsregierung in einer ver- stäichnisvollen und stetigen Förderung bet land­wirtschaftlichen Viehzucht das natürlichste und sicherste Mittel, die Fleischpreise so zu gestalten, datz dem Gewerbe ein angemessener Verdienst wird, ohne datz der Verbrauch Übermäßig be­lastet wird.

Sonn- und Ferertage. Der Bezug »preis Betragt mei jährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), unfern Zeitungsstellen und der Spedition (Markt 21,) 2

Die nächsten Tage vergingen wie im Flug. Den beiden Liebespaare» boten sich tausend Ge­legenheiten. einen Blick, ein Wort, einen Hände­druck zu wechseln.

Renate und Mary hatten am Abend nach bet Reunion kein Wort darüber verloren, daß sie sich verlobt hatten, aber stillschweigend wäre»» sie sich um den Hals gefallen, als sie allein waren, und hatten sich geküßt. Beide hatten Glücksträume in den Augen und jede wußte von der anderen, daß nur das entscheidende Wort des Vaters noch fehlte, um ihrem Bunde bte rechte Weihe zu geben.

Verständnisinnig ebneten sie sich gegenseitig die Wege in den nächsten Tagen, wenn es galt, ein kurzes Alleinsein mit dem Geliebten dem Schicksal abzuzwingen.

Paula Hardenberg merkte mit dem feine« Instinkt bet Frau, daß etwas geschehen seftl mutzte, als sie am anderen Morgen mit den Schwestern zusammentraf. Sie waren entschie- den befangen, als sie fragte, wie sie sich am Abend vorher amüsiert hätten. Und dann bte erste Begrüßung am Strande mit bett Heren Paula lächelte wehmütig unb half ihnen mtt feinem loft über die erste Verlegenheit hinweg.: U;» ..... (Fortsetzung folgt.)

Eine Meischtenerunsss-Jnterpell«tion.

Die Zweite sächsische Kammer verhanbelte am Mittwoch über eine freisinnige Interpellation betreffend die Fleischteuerung. Die Verhand­lungen beanspruchen auch außerhalb Sachsens Interesse In bet Begründung bet Interpella­tion betonte bei Abg. Koch (Freis.), datz zu bet Fleischteuerung auch eine Brotteuetung hinzu­komme. Die Folge sei eine Unterernährung der Bevölkerung. Die Landwirtschaft sei trotz allen Schutzes, den sie auf Kosten bet übrigen Bevöl­kerung genieße, nicht in bet Gage, so viel Vieh auf den Markt zu bringen, al» zur Ernährung des Volkes notwendig sei. Das wichtigste Mittel zur Abwendung bet Fleischteuerung sei die Oeff- nung bet Grenzen, vor allem gegenüber Däne­mark und Amerika, natürlich nur unter Beob­achtung aller gebotenen veterinärpolizeilichen Maßregeln. Daneben bedürfte es einer Er­mäßigung bet Getreibezölle und Herabsetzung der Futtermittelzölle. Staatsminister Graf von Bitzthum-Eckstaedt wies in seiner Erwiderung en bet fjanb von statistischem Material nach, daß eine Viehvctieuetung, soweit Rindet und Schafe in Frage kämen, nicht bestehe. Nur die Schweinepreise hätten sich auf bet Höhe von 1906 erhalten, dagegen seien die Fleischpreise bet Bewegung bet Diehpreise nicht überall gefolgt. Das liege zum Teil an bem zähen Festhalten der Fleischer an ben einmal errungenen hohen Fleischpreisen und an der Ausbildung des Zwi­schenhandels. Die Erzeugungskosten des Tel­sches feien in stetem Wachsen begriffen, bei den Landwirten infolge des Umstandes, datz sie teuere Kraftfuttermittel verwenden müssen, um der Nachfrage nach besserem Fleisch zu genügen, bei den Fleischern infolge höherer Aufwendun- gen für die Ausstattung bet Läben usw.; vor allem aber werde das Fleisch verteuert durch den Zwischenhandel. Diesen zu beseitigen, wäre allerdings verfehlt, nur müsse der Zwischen­handel auf ein vernünftiges Matz zurückgeführt werden. Das Fleisch werde ferner verteuert in den Städten durch die Schlachthofgebühr: ob die Städte zu diesen Abgaben ein Recht hätten.

In diesen Tagen

wird der Briefträger wegen bet Abonnementserneuerung bei den Postabonnenten anfragen; man sorge dafür daher die Bestellung auf dieOberhessifche Zeitung" für das I. Quartal 1910 erhält. Nur auf diefeWelse spart man sichMühe und Kosten und kann auf un­gestörten Fortbezug der Zeitung nach dem 1. Januar rechnen.