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1/2 61QK Sonn» und Feiertags. — Der Bezugspreis betragt mertu» e/wJ. Aelu jährlich durch di« Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), be>
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Erstes Blatt
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Die „Gberhefstschr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der «------ ...... — Der B e, u g s preis beträgt viertel»
Marburg
Freitag, 17. Dezember 1909.
Deutsches Reich.
— Dir Hoch^tt des Herzog-Regenten in Brann» schweig. Braunschweig, 15. Dez. Heute Mittag sand im herzoglichen Schlosse die Ziviltrauung des Brautpaares statt, an die sich unmittelbar die kirchliche Trauung im Dom anschloß. Um zwei Uhr fand im Ballsaale des herzoglichen Schlosses ein Gala-Frühstück statt. Hierbei brachte der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin ein dreimaliges Hurra auf das Brautpaar aus. Der Kaiser und die Kaiserin nahmen an der Feier teil. Zum Empfange des Kaisers und der Kaiserin hatten stch auf dem Bahnsteige eingefunden: der Herzogregent Johann Albrecht in der Uniform des Leibgardehusarenregiments, die Großherzogin Marie von Mecklenburg-Schwerin, die Mitglieder des braunschweigischen Staaisministeriums, der kommandierende General des 10. Armeekorps, die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden. Im Für- stenzimmer des Bahnhofs fand die Vorstellung des Gefolges statt. Beim Erscheinen des Kaiserpaares brachte das zahlreiche Publikttm herzliche Kundgebungen dar. Begleitet von zwei Halbeskadronen des braunschweigischen Husarenregimets Nr. 17 begaben stch die Fürstlichkeiten nach dem Schloß. Der Kaiser und die Kaiserin reisten um 4 Uhr 23 Min. vom hiesigen Bahnhofe nach Station Wildpark ab. Der Herzogregent geleitete die Majestäten an den Bahnhof und verabschiedete stch aufs herzlichste von ihnen.
— Interpellation de« Zentrum« und der Polen. Berlin, 15. Dez. Das Zentrum brachte im Reichstag» folgend« Interpellation ein: Ist dem Reichskanzler bekannt, daß Reichsbeamte wegen Ausübung ihres kommunalen Wahlrechts von Sotto» witz an einen anderen Ort versetzt worden sind? Was gedenkt der Reichskanzler zu tun, um solchen Beschränkungen in der Ausübung des bürgerlichen Rechtes entgegenzutteten? Auch die Polen brachten in der gleichen Angelegenheit eine Interpellation ein.
— Linksliberale Einigung. Berlin, 15. Dez. der Viererauslchuß der linksliberalen Frakttons- gemeinschast stellte den Entwurf des Einigungs- Programms und des Organisattonsstatuts mit den besonderen Uebergangsbestimmungen ferttg. Der Entwurf, von dem der Frakttonsgemeinschast Kenntnis gegben tvorden ist. geht nunmehr an die einzelnen Patteiinstanzen, wird aber alsbald ver- össentlicht werden. Ms Name der geeinigten Partei schlägt der Viererausschuß „Deutsche freisinnige Volkspartei" vor. Die Parteiverschmelzung dürfte damit in greifbare Nähe gerückt sein. — Wie lange?
— Deutsch-schwedischer Handelsvertrag. Berlin, 15. Dez. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Durch den am 14. Dezember in Berlin erfolgten Notenwechsel wurde die Gülttgkeit des am 31. Dezember 1910 ablaufendcn deutsch schwedischen Handelsvertrags bis zum 1. Dezember 1911 verlängert. Der Notenwechsel wird nach den Weibnachtsferien dem Bundesrat rmd dem Reichstag zur Beschlußfassung vorgelegt.
Ausland.
** König Leopold. Brüssel, 15. Dez. (21/. Uhr nachmittags.) Die Aerzte Königs Leopolds, die mit dem Gesundheitszustand des Patienten nicht zufrieden sind, haben soeben eine 114stün- dige Konferenz, über deren Resultat Schweigen beobachtet wird, beendet. Erst um 6 Uhr abends soll ein neues Bulletin ausaeqeben werden. Man vermutet aber, daß di« Situation neuerdings sehr ernst geworden ifL Der König hat heute Vormittag Niemanden empfangen.
* • Bomben. Lissabon, 15. Dez. Gegen den Wohnsitz des Bischofs von Braganza ist eine Dynamitbombe geschleudert worden, die bei ihrer Erplosion leichten Schaden anrichtete.
* * El Mokri, Paris, 15. Dez. Auf Ersuchen El Mokris wird die marokkanische Gesandtschaft vom Minister des Aeutzern. Pichen, erst morgen empfanaen werden und nicht heute, wie das zuerst bestimmt war.
• * Frankreichs Beileid. Paris, 15. Dez. Anläßlich der Hamburger Explofionskatastrovhe ließ die französische Regierung durch den Botschafter Eambon in Berlin ihre Teilnahme ausdrücken. Der deutsche Botschafter Fürst Radolin dankt« heute namens der deutschen Regierung dem Minister Pichen für diest Beileidsbezeugung.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und.Landwirtschaftliche Beilage.'
schäft trüge ihr eigenes Gepräge; die Reste der ursprünglichen Pflanzen- und Tierwelt gelte ee eienfo zu schützen, wie schöne Waldbestände, eigenartige Bäume, groteske Felspartien und BafalÜuppen usw. Dazu seien auch Mittel nötig die durch die Beiträge und vielleicht auch Zuwendungen beschafft werden müßten Es sei wünschenswert, daß die Idee der Naturdenkmal» pflege in immer weitere Kreise eindringe. Er gebe sich der Hoffnung hin, daß der Marburger Verein seinen Zweck voll und ganz erfülle. Er wurden dann die Satzungen beraten und der Jahresbeitrag für Einzelmitglieder auf 2 Mark und für korporative Mitglieder auf 10 Mk. festgesetzt. Oberrealschuldirektor Dr. Knabe erklärte dann den Beitritt der Oberrealschule, Mazor Geßner denfenigen des Verschönerungsrerems und Hauptlehrer Schneider denfenigen des Touristenvereins. Die beiden letzteren Herren wiesen darauf hin, daß fa ihre Vereine sett Jahren schon ähnliche Ziele verfolgten. Geh. Reg-Rat Prof. Kayser, Prof. Meyer und Prof. Korschelt gaben dann kurze Mitteilum^n darüber, in welcher Weise die Naturdenkmalpflege auch für die wisienschaftlichen Forschungen und die Lehrtätigkeit unserer Universität von großer Wichtigkeit sei und daß dieser Schutz sich auf met Katagorien, auf Landschaft. Pflanzen, Tierwelt und Erdboden verteile. Man schritt dann zur Vorstandswahl. Als 1. Vorsitzender wurde Geh. Rat Prof. Dr. Kayser und als dellen Et^ver- treter Prof. Schenck gewählt. Eine Anzahl Herren übernahmen die übriaen Vorstands- und Arbeitsausschuß-Posten. Wir rvün chen der neuen Ortsgruppe für Raturdcnkmalfchiitz die beste Entwickelung, denn gerade hier es höchste Zeit, daß der letzte Rest unserer schonen Naturdenkmäler Schutz findet.
)( Deutscher Abend. Schon jetzt sei daraus hin- gewiesen, daß der Verein für das Deutschtum im Auslande am Montag den 17. Januar 1910 in den Stadtsölen einen deutschen Abend veransial'ct. —
■ ♦ Beamtenpersonal Nachrichten. Ernannt: der Königliche Oberförster Brause in Frankenberg zum Stellvertreter des Amisanwatts, die Katasterkon- trolleure Müller in Hofgeismar und Wollenhaupt in Fritzlar zu Steuerinspektoren. Angestellt: die Pfleger Schmidt, Fuchs, Peuker, Becker I, Staubitz, Jäger und Schomber bei der Landeshcilanstalt zu Marburg als etatsmäßige Pfleger. Uebcrtragen dem Förster Lipsky zu Wildeck, gl. Oberförster«:,, vom 1. Januar 1910 ab die Försterstelle Ronshausen, Oberförsterei Wildeck, dem Förster o. R. Nolte zu Mendorf, gl. Oberförsterei, vom 1. Jan. 1910 ab die Försterstelle Wildeck II West, Ober förfterei Wildeck.
* O. H. T. B . Das Verzeichnis der für 1910 vorgeschlagenen Ausflüge des Zweigvereins Mar- knlrg liegt im Vereinslokal iRestaurant Seebode, Reitgasie 5) zur Kenntnisnahme der Mitglieder auf und sind von denselben weitere Vorschläge und Wünsche daselbst vorzubringen.
)( Das Biogravhen Theater im Restaurant Hildemann bringt für die nächsten drei Spieltage am Freitag, Sonnabend und Sonntag folgendes interellante Programm: Julius Cäsar, dram, Der Spiritist, hum., Gewissensbisse, dram.. Rio de Janeiro, interessant, Der M-mn mit dem verschluckten Schwamm, hum., Beatrix Cenci, dram., König für eine Sttmde, hum.
• Ausbau der Frankfurter Akademie. Der schon lange bestehende Plan, die Frankfutter Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften zu einet wirklichen Universität mit vollen Berechtigungen auszugestalten, geht, wie gemeldet wird, auf Grund der von der Stadt und der Regierung gepflogenen Verhandlungen seiner Verwirklichung entgegen. Im wesentlichen sollen die Mittel der Jügel- und Speyer-Stiftung für die Universität Verwendung finden, während die Stadt selbst nut mit einem geringen Betrage herangezogen werden soll. Vorerst sind drei Fakultäten geplant, nämlich eine juristische, eine philosophische und eine medizinische. Es dürfte keinem Zweifel unterliegen, daß der „Moloch" Großstadt aus den umliegende« kleineren Universitäten Heidelberg, Würzburg, Gie- ßen, manche Studenten an sich ziehen wird und daß auch unsere Universität darunter leidet, zumal besonders viel Frankfutter heute hier studiere«. Daß eine Universität in Frankfurt btt dem Uni» versttätenreichtum in Deutschland ein Bedürfnis wäre, wird niemand behaupten wollen. Die bewegte Frankfutter Lust dürste gleichfalls mit der aura academica wenig Verwandtschaft habe«. Die geschäftsklugen „Frankforder" kümmern stch darum aber nicht und tun mit dem Gelde, was ihnen ja nun einmal reichlich von opferwillige» Leuten zur Verfügung steht, eben ttne neue Hochschule aus, von der sie sogar hoffen, daß sie das Sinken der Bedeutung der Frankfutter Börse eu setzen soll. Für unS Marburger ist leider dies« Beschluß nicht ohne Bedeutung.
Di« InsertionSaebühr beträgt für die laespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. «ug. Koch, llnioersttätSbuhdruckere, Inhaber Dr. 6. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Marburg und Umgegend.
(Nachdruck aller Ottginalartikel ist gemäß g 18 der Urheber recht» nur mit der deutlichen Ouellenangabe
„Oberheff. 8t0.‘ gestattet.»
Marburg, 16. Dez.
* Die hiesige Oberralschule mit Reform-Realgymnasium i. E. veranstaltete gestern in den Stadi- säleu eine patriotische Neunzehuhundertjahrfeier der Hermannsschlacht im Teutoburger Walde. Der Besuch war sehr zahlreich, was umso freudiger begrüßt werden kann, als der Reingeivinn zu mildtätigen Zwecken verwandt werden soll. Die Darbietungen wurden eingeleitet durch eine Ouvertüre für Klavier, die der Unterprimaner Schenk und der Obersekundaner Löhr zum Beifall des Publikums vottrugen. Es folgte eine dramatische Aufführung, zusamengestellt aus Szenen von Heinrich v. Kleists Hermannsschlacht, von Klopstocks Hermannsschlacht und einem Gedichte von Chttstjan Kempf, sowie einem Festspiele: Deutschlands Errettung aus der --"mischen Knechtschaft, mit drei eingelegten Chorgesängcn, gedichtet von Fefix Dahn u. 0. Unter diesen „anderen" ist, wie wir ersahren, Herr Direktor Knabe selbst zu verstehen. Die Szenen zeigen in geschickter Aufmachung und edler Sprache das Erwachen des Freiheits- und. Einigkeits- ttiebes unter den deutschen Stämmen und das Ab- schüteln des römischen Joches. Die jungen Darsteller wußten sich ihren Rollen vortrefflich anzupassen und die ganze Ausführung fand lauten, wohlverdienten Beifall, besonders sei hervorgehoben der Hermann (Ottmann OI), der Priester Lides (Spruck OI) u. a. der Chattensürsten, ganz respettable Leistungen. Einzttne lebende Bilder, so die Kampfszene und die Schlußszene, eine Apotheose des Einheitsgedankens, und die gut eingeübten und gelungenen Chorgesänge vettieften In geschickter Weise den Eindruck der Darstellung. MU dem allgemeinen Gesang: Deutschland, Deutschland über alles! schloß die schöne Feier.
)( Die Erhaltung der Naturdenkmäler. Die in unserer Zeitung schon seit Jahren gewürdigten Bestrebungen zur Erhaltung der schönen Naturdenkmäler haben nunn.ehr auch hier eine gute Förderung gefunden. Gestern Abend hat sich izämlich ein Zweigverein des vor einiger Zeit in Gaffel gebildeten „Hauptvereins für Naturdenkmalschutz für Kurhessen und Waldeck" gegründet. Die zu diesem Zwecke im Saale des Restaurants Seebode abgehaltene Versammlung war von etwa 50 Herren, darunter auch eine Anzahl Studenten, besucht. Von Cassel waren erschienen der Vorsitzende der staatlichen Stelle für Naturdenkmalschutz in Kurhessen Prof. Schäfer, sowie Oberlehrer Dr. Schultz als Vertreter des Kurheistschen H uptvereins für Naturdenkmalschutz. Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Kayser, welcher den Vorsitz führte, wies in seinen Begrüßungsworten auf die durch ganz Deutschland gehende Beweaung, die Naturden^ mäler zu erhalten und zu schützen, hin. Auch in unserem landschaftlich schönen Hessen, mit seinen interessanten Fels- u;ti) Bergkuppen, sowie den für die verschiedenen Wissenschaften wichtigen Natureigentümlichkeiten, hätte diese Bewegung vieleFreunde gewonnen. Was den hiesigenZweig- verein, der jetzt gegründet würde, anbelangte, so könnten neben den Einzelmitgliedrn auch An- r statten, Korporationen und Verein« beitreten. Es sei dies sogar wünschenswert. So hätte der Senat der Universität den Beitritt bereits beschlossen und hoffentlich würde auch die Stadt usw. folgen. Oberlehrer Dr. Schultz aus Cassel überbracht« die Grüße des Hauptvereins in Cassel, der gerade in Marburg, als dem geistigen Mittelpunkt Hessens, die Gründung eines Zweigvereins erhoffe, während Prof. Schäfer sich über die Aufgaben des staatlichen Bezirkskomitees zum Schutz der Naturdenkmäler verbreitete. Er verbaust» damit di« Hoffnung, daß diese Bestrebungen auch bald durch gesetzliche Bestimmungen geschützt würden. Das Gesetz gegen Verunstaltung der Landschaften reiche nicht ganz aus. In erster Linie gelte es, für Aufklärung darüber zu sorgen, was eigentlich unter Naturdenkmälern zu verstehen sei. Jede Land-
In der Angelegenheit der Gebrüder Mannesmann
hat Prof. Zorn aus Bonn, der deutsche völkerrechtliche Berater auf der Haager Friedenskonferenz, ein Gutachten erstattet, in dem er die Einwände der „Union des Mines Marocaines" widerlegt. Es heißt dort:
Durch die Rechtsgutachten von ersten Rechts- gelehrten der ganzen Welt ist zu absoluter Evidenz festgestellt, daß noch dem klaren Wortlaut der Algeciras-Akte ein marokkanisches Minengesetz der Zustimmung des diplomatischen Korps nicht bedarf. Darin stimmen alle Gutachten überein, und es fällt schwer, nicht aus dem parlamentarischen Sprachgebrauch zu fallen gegenüber der verblüffenden Leichtferttgkeit, mit der In den „objections de l’Union des Mines Marocaines" gesagt wird: das diplomatische Korps könne das Minengesetz nicht „annehmen". Das diplomatische Korps als solches hat vielmehr rechtlich mit dem Minengesetz gar nichts zu tun, und hier handelt es sich ganz ausschließlich um eine Rechtsfrage.
Ganz ebenso leichtfertig und wertlos find die weiteren Behauptungen von dem Mannes- mannschen „Monopol" und der dadurch bewirkten Verletzung der durch die Algettras-Atte garantierten „wirtschaftlichen Gleichheit". Es muß auch für diesen Punkt geradezu als frivole Willkür bezeichnet werden, solche Behauptungen aufzustellen. Don einem „Monopol" könnte doch nur die Rede fein, wenn die Mannesmannfchen Konzessionen sich auf das ganze große Reich Marokko bezögen. Dies ist aber in keiner Weise der Fall. Die Mannesmannnschen Konzessionen schaffen kein „Monopol", sondern lassen den weitaus größten Teil des marokkanischen Bodens durchaus frei für andere Unternehmer, die sich gleichfalls Konzessionen vorn Sultan von Marokko erwirken können.
Die Algeciras-Akte garantiert die „wirtschaftliche Gleichheit" nach dem Prinzip der sogenannten „offenen Tür". Die Gebrüder Mannesman haben von dieser „wirtschaftlichen Gleichheit" den Gebrauch gemacht, daß sie mit vieler Arbeit und mit vielen Gefahren, mit viel Kavi- talaufwand und mit energischer Initiative sich ein gewisses Bergwerksgebiet beim Sultan gesichert haben. Lediglich von der durch die Algeciras-Akte gesicherten wirtschaftlichen Freiheit haben die Brüder Mannesmann Gebrauch gemacht. Der gegen sie erhobene Einwand, sie hätten das Prinzip der Algeciras-Akte verletzt, entbehrt jeder Begründung.
Es ergibt sich demnach mit zweifelloser Klarheit die Rechtspflicht des Deutschen Reiches, die rechtlich daraus gesicherten Unternehmungen deutscher Staatsangehöriger in Marokko gemäß der Vorschrift der Reichsverfassung (..Dem Auslande gegenüber haben alle Deutschen gleichmäßig Anspruch auf den Schutz des Reiches") eintretendenfalls mit allen Machtmitteln des Reiches zu schützen. Mit den polittschen Fragen, die zurzeit in Marokko umstritten sind, haben die Mannesmannfchen Konzessionen gar nichts zu tun und dürfen mit diesen unter keinen Umständen verquickt werden. Es handelt sich um Rechtsfragen rein wirtschaftlicher Art, die deutsche Staatsangehörige betreffen: die schwerwiegenden deutschen Interessen, die in Frage sind, stehen ganz zweifellos unter dem Machtschutze des Deutschen Reiches. „Die Legende" — so erklärte der Staatssekretär des Auswärtigen Amts am 10. Dezember im Reichstage —, „daß die deutsche Regierung für gute, deutschcReckte nicht eintrete, muß rasch und gründlich zerstört werden." Die Gebrüder Mannesmann „erstreben" in keiner Weise „eine
* * Nicaragua. Newyork, 15. Dez. Ganz Nicaragua ist in Aufregung und überall wird Zelaya angeflagt. Es heißt, der mexikanische Gesandte wolle seine Pässe fordern, wenn er keine befriedigende Erklärung erhalte. Das Volk verlangt offen eine Intervention der Vereinigten Staaten. Der amerikanische Konzessionär droht, die elettrisch« Beleuchtung von Managua abzuschneiden, wenn seine Rechnung über 109 000 Pesos bis Mittwoch Mittag nicht bezahlt wird. Es ist unwahrscheinlich, daß feine Forderung erfüllt wird.
“ Abgelehnt. Peking, 15. Dez. Die chinesisch« Regierung hat die schiedsgerichtliche Er- lebigung des chinesisch-portugiesischen Erenz- ftreites bei Macao abgelehnt.
bevorzugte Ausnahmestellung", sie verlangen nur gemäß der in der Reichsverfassung .Men Deutschen" zustehenden Garantie den Schutz ihres juristisch zweiselosen Rechtes in Marokko.
Durch dies Gutachten des berühmten Völkerrechtslehrers dürste die Lage wesentlich geklärt werden.
In diesen Tagen
wird der Briefträger wegen der Abonnementserneuecung bei den Postabonnenten anfragen; man sorge dafür, daß er die Bestellung auf die „Oberhessische Zeitung" für das I. Quartal 1910 erkält. Nur auf diescWeise spart man stchMühe und Kosten und kann auf ungestörten Fortbezug der Zeitung nach dem 1. Januar rechnen.