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mit dem Kreisblait für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschaftliche Beilage."
Die „Gberhesstschr Zeit««-" erscheint täglich mit Ausnahme ber Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt viertel' jährlich durch die-Bost bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk-
Marburg
Sonntag, 12. Dezember 1909,
M 290
Die JnsertionSgebüur betragt für öie 7 gespaltene Zeile oder deren Raum "15 Pfennig, für Reklainen 30 Pfennig. — Druck und Berlag: Iah. Lug. Koch, UnwersttätSbu hbruckerei Inhaber Dr. $. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
U Jahrg.!
Erstes Blatt.
Die heutige Nummer umfaßt 4 Blatter.
, Die Etats!eben dis neuen Kanzlers.
Die erste Rede des im Reichstage ja nicht unbekannten Herrn von Bethmann-Hollweg als Reichskanzler hat denen, die die ruhige Art des früheren Bi-etanzlers kannten keine Ueber- raschung gebracht. Zwar ist er von der Presse der Linken öfters angegangen worden, so eine Arr Programm etwa wie das Vülowsche van der Blockpolitik aufzustellen, aber man hat sich dort wohl kaum verhehlt, daß der neue Reichskanzler unter der jetzigen politischen Konstellation dies nicht tun werde. Das ist zwar e;ne Enttäuschung für die Radikalen, die, wie Herr v. Bethmane richtig sagte, politsch im wesentlichen von Sensation leben, dürfte dem Kanzler aber den Dank aller derer sichern, die die Zukunst unseres Reiches nicht vom Gezänk der Rotteten, sondern von ihrem Zusammenarbeiten zum Besten eines ruhigen organischen Forschrittes erwarten.
Die Aufforderung, zum Wohle des Staates zufammenzuarbsiten, war wohl die wichtigste Mahnung, di« der neue Kanzler an die Volksvertreter richtete. An eine Parteiregierung denkt er nicht; sie ist unmöglich in Deutschland, wie bereits Bismarck wußte. Wer ein« ruhige Fortentwickelung des Reiches wünscht, wird sich mit diesen Richtlinien einverstanden erklären und dabei eine starke Regierung wünschen, die in der Lage ist, ihren Willen gegenüber parteipolitischen Uebergriffen durchzusetzen. Daß dem politischen Radikalismus, der unser Volk in zwei sich tödlich bekämpfende Parteien spalten will, von dem neuen Kanzler dabei so gründlich di« Absage erteilt wird, ist erfreulich.
Die Press« b«schäftigt sich natürlich eingehend mit der Rede und es ist wohl in erster Linie ein Zeichen der unter den Parteien herrschenden Erregung, daß sie im allgemeinen keine Zustimmung ohne Einschränkung findet. Di« Link» Parteien hoffen ja noch immer aus der Finanz, reform parteipolitfch Kapital schlagen zu können und sind deshalb mit der Friedenrede nicht ganz einverstanden, -wenigstens zunächst mißtrauisch. Dem „Vorwctts" gibt sie gar Gelegenheit zu wüsten Angriffen.
Einige Stimmen der Parteipresse mögen angeführt sein.
Di« „Kr«uzzeitung" schreibt:
„Aus der ganzen Rede ersieht man den festen Entschluß des Kanzlers, seine Stellung wirklich und tatsächlich über den Parteien zu nehmen. Dazu kann das Reich sich selber und den Kanzler ‘nur beglückwünschen. In der ganzen Rede war nichts, was einer einzelnen Partei zuliebe oder 'zuleide gesagt war. Es klang durch alles die Auforderung an alle Parteien zu ernster, sachlicher Arbeit hindurch."
Der „Tiigl. Rundschau" war die Rede zu nüchtern. Sie meint:
„Es war ein Evangelium der Rüchternhett, das Bethmann-Hollweg vortrug, bemerkenswert mehr durch das, was es nicht sagte, als durch das, was es brachte. „Richt rühmen kann ich's, nicht verdammen"; denn es ist noch allerwärts so untröstlich, daß kein« ander« Botschaft möglich war."
Die „Germania" sagt:
„Mit leisen Andeutungen verwarf der Reichskanzler die Blockpolitik, weil keine Regierung die Politik einer einzelnen Partei oder Parteikonstellation treiben könne, und ebenso läßt sich auch seine Bemerkung, daß ganz Deutschland sich nicht in zwei politische Lager trennen laffe; wie es der Radikalismus wolle, als ein« Verurteilung der Großblockpolitik ä. la Baden deuten."
Der „Börsenkourier" ist voll Mißtrauen:
„Der Liberalismus kann nach dieser Programmrede des Kanzlers nur voll Mißtrauen dem nuen Regiment gegenüberstehen. Eine Regierung, die politisch nicht Farbe bekennen will, muß bis auf weiteres als mindestens ebenso gefährlich wie eine Gegnerin angesehen werden. Das ist die politisch« Lehre aus der politisch scheinbar inhaltslosen Programmrede des neuen Reichskanzlers."
Am traurigsten ist das „Berliner Tageblatt":
„Die Vorlagen sozialpolitischer und juristischer Natur mögen an sich recht wichtig sein, aber eg fehlt das befreiende Wort. Wie es in Preußen einzig und allein auf die Wahlreform ankommt, so konnte im Reiche nur ein entschiedenes Bekenntnis zu einer fortschrittlichen Entwickelung die verworrene Lage klären. Weil es daran völlig gefehlt hat, deshalb mußte die Bethmannfche Rede den Eindruck einer großen Enttäuschung machen."
Der „Vorwärts" läßt sich folgendermaßen aus:
„Wir hatten bisher als Reichskanzler einen öligen Diplomaten, jetzt ist an seine Stelle ein salbungsvoller Oberlehrer getreten. Die Erwartungen, die man an die erste Reichstagsrede des neuen Reichskanzler» von Bethmann-Hollweg knüpfte, waren wohl nirgends sehr hoch gespannt und die Sozialdemokratie war nach dem Genuß der in Inhalt und Form gleich dürftigen Thronrede darauf gefaßt, daß der neue Herr durch möglich nichtssagend« Redensarten sich aus der Affäre ziehen würde. Aber der amtierende Oberbureaukrat hat es verstanden, alle Erwartungen noch zu untertreffen u. f. f."
Die gestrige Rede- des Reichskanzlers über die auswärtige Politik dürfte in der Presse viel ungeteilterem Beifall begegnen, als seine innerpolitische Rede am Donnerstag. Wer freilich Reden nach der Elle mißt, dürst« auch heute nicht befriedigt sein, denn der Kanzler hat sehr kurz gesprochen.
Das bedeutsamste Moment der gestrigen Kanzlerrede war wohl die unterschiedliche Behandlung unseres Verhältnisies zu Oesterreich- Ungarn und zu Italien. Von der uns mit der Habsburgischen MMarchie verknüpfenden Freundschaft meinte der Kanzler, sie sei viel zu gesichert, als daß man erst darüber zu reden brauchte. Von Italien sprach der Reichskanzler — wenigstens int Verhältnisse zu dem knappen Rahmen seiner Rede — ziemlich viel. Herr von Bethmann-Hollweg hält es also mit dem bekannten Worte, daß die besten Frauen diejenigen sind, über die man am wenigsten spricht.
Ist dem deutschen Volke durchweg, den öfter, reichisch-ungarischen Völkerstämmen zum großen Teile das Bündnis mit Deutschland etwas Natürliches, so verhält es sich mit Italien ganz anders. Wohl hat es Zeiten gegeben, wo schon wegen des den Germanen innewohnenden Zuges nach dem Süden auch das Bündnis mit Italien dem deutschen Volk« Herzenssache war. Diese Gesinnungen haben aber schon fett Jahr und Tag durch die Hetzereien italienischer Blätter stark abgenommen. Der Reichskanzler hat ja mit anerkennenswerter Offenheit auf derarttg« Hetzereien hingewiesen und er hat mit berech- netzet Kühle und Sachlichkeit dann nut mit diesen Hetzereien die loyale Haltung der verantwortlichen italienischen Staatsmänner kon- trastiert. Wenn die italienische Regierung und, wie man aus der. Rede des Kanzlers erfuhr, auch die russische ' unsere Regierung über die Verhandlung«» in Racconigi unterrichtet haben, so ist das recht lobenswert, es ist zum mindesten ein Beweis von Höflichkeit und Rücksichtnahme. Ob sie uns alles mit geteilt haben, was in Racconigi Über künftige Eventualitäten erörtert worden fein mag, das steht steilich auf einem anderen Blatte.
Der Kanzler mußte nicht nur der Hetzereien eines Teiles der italienischen Presie Erwähnung tun, sondern auch der gehässigen Angriffe man» cher russischer Blätter, die uns nichtsnutzige Absichten unterstellen. Es war gut, daß Herr von Bethmann-Hollweg die Gelegenheit benutzte, von weithin sichtbarer Stelle aus diese Angriffe ruhig, aber doch mit aller Besttrntheit zurückzu- weisen, und die Stetigkeit und Friedlichkeit unserer Politik festzustellen. Ein Beweis dieser unser friedlichen Tendenzen find auch die vom Kanzler kurz erwähnten und dann vom Staatssekretär von Schoen näher erörterten Verhandlungen mit England. Auch im Ausland wird man an diesen friedlichen Ausführungen nicht vorübergehen.
Aus dem Reichstage.
Sitzung pom 10. Dezember 1909.
Der Reichskanzler zur auswärtigen Politik.
In Gegenwatt des Reichskanzlers und sämtlicher Staatssettttäre setzte der Reichstag heute die Besprechung des Etats fort
Abg. Winner (steif. Vp.) erklätt die gestrigen väterlichen Ermahnungen des Reichskanzlers für überflüssig. Die Prunkentfaltung bei der Reichstagseröffnung konttastiere zu der Nüchternheit der Thronrede. Auffallend fei dabei gewesen, daß der höchste Staatsbeamte in Uniform erschienen fei. Ms Forderungen feiner Pattei verlangt Redner baldige Vorlegung ttnes Gesetze- betr. die Versicherung der Pttvatbeamten, eine« Arbeitsnachweis auf paritätischer Grundlage, Reform der Militärjustiz, besonders größere Oeffentlichkett derselben, Unterdrückung der Soldatemni ßhandlungen und Sparsamkeit namentlich in der Heeresverwaltung. In der äußeren Politik drohen unS keine Gefahren, im Innern aber' fehle ein fester Kurs. Der Liberalismus müsse mehr Geltung bekomme«.
Hierauf ergreift der Reichskanzler zum zweiten Male das Wort, um eine allgemeine Ueberficht über Fragen der auswärtige« Politik zu gebe».
Was das allgemeine Ziel unserer auswärtigen Politik bildtt, fei bereits in der Thronrede ausge- sprochen. lieber das Marokko-Abkommen mit Frankreich hat feit feinem Abschlüsse ein fottgefetz- ter Meinungsaustausch zwischen unS und der stan- zösischen Regierung über seine Ausführung stattgefunden, und es ist dem beiderseits gezeigten guten Willen gelungen, in wichtigen Puntten liebet* einstimmung herzustellen. Aus Grund der erzielten Ergebnisse darf ich der Zuversicht Ausdruck geben, daß sich auf derselben Basis auch eine der Bedeutung der beteiligten deutschen wirtschaftlichen Interessen entsprechende Lösung der noch bestehenden Fragen vollziehen wird. Den Stand der amtlichen deutsch-englischen Beziehungen glaube ich durch folgende Ettlärung zutreffend bezeichnen zu können: Englische Staatsmänner, namentlich der leitende Premierminister haben in Reden der letzten Zeit auf ttchtige Bestrebungen zur Herftellung eines guten Verhältnisses zwischen England und Deutschland als wichtige Ausgabe der staatsmännischen Kunst bezeichnet. Die Bekundung solcher Ansicht und Gesinnung kann ich auch von dieser Stelle aus nur austichtig und aus voller liebet» zeugung erwidern (Bravo.) Ich bin gewiß, daß wir uns dem beiderseits erftrebten Ziele umso eher nähern und damit zugleich den wahren Interessen beider Länder umso besser dienen werden, je freimütiger und loyaler diese Gesinnung in bet Behandlung und Lösung von Fragen betätigt wird, die betbe Länder berühren. Gegenüber dem Vertrauen, mit dem sich die Thronrede über den Bestand des Dreibundes auSspttcht, ist die Auf- merffamkeit darauf gelehnt worden, daß in Italien im Anschluß an den Besuch Sr. Majestät deS Kaisers von Rußland in Racconigi Stimmen laut geworden sind, die dem Dreibund wenig freundlich waren. Diese Erscheinung, die sich allerdings wohl nur auf eine Minotttät erstreckt und nicht den wahren Ausdruck der Wünsche deS italienischen Volkes darstellt, hat nicht übersehen werden können. Ich habe indessen keinerlei Wahrnehmungen zu machen gehabt, die irgendwie dahin gedeutet werden könnten, daß die verantwottliche Leiwng der italienischen Politik den Wett der Drttbundvetträge für Italien anders oder niedttger ttnschätzte als bis- her. Auch die russische Regierung hat unS in Be- ttästigung der guten Beziehungen, die die beiden Regierungen gegenseitig unterhalten und die in wiederholten Begegnungen Sr. Majestät des Kaisers mit dem ihm durch persönliche Freundschaft eng verbundenen russischen Herrscher nachdrücklich in Erscheinung getreten sind, von dem Inhalt und dem Ergebnis der Unterredung von 5Rac« conigi Kenntn's gegeben. Bei der Betrachtung unseres Verhältnisses ,u Rußland hat die feit Jahren fo auch in letzter Zeit wieder die wenig freund- liche Sprache eine Rolle gespielt, die ein Teil der russischen Presse gegen Deutschland sühtt. Es ist nicht zu bestreiten, daß es dott ebenso wie in anderen Ländern gewisse Streife gibt die es sich zur Aufgabe zu machen scheinen, Deutschland abenteuerliche, den Weltftteden bedrohende Absichten anzudichten. Mit Recht und einmütig leitet unsere Nation daraus die Forderung an die Regierung her, daß die deutsche auswättige Politik, die derartige Ziele nicht kennt, mit um fo größerer Ruhe und Stetigkeit und frei von aller Nervosität geführt werde. Eine gute Hilfe dabei wird unsere Publizistik leisten, wenn sie dieselbe Forderung auch für sich gelten läßt und nicht nur in der Erwiderung auf deutfchfeindliche Treibereien, fondern auch in der Kritik, die an der Polillk anderer Staaten und anderen Staatsmännern geübt wird, dasselbe Maß von kühler Reserve bewahrt, daS dem eigenen Kraftgesühl und der Achtung vor dem Nachbar entspricht (Seht ttchtig!) Durch ein solches Zu- fammentoirten der öffentlichen Volksstimme mit der amtlichen Politik werden die Geschäfte deS Landes am besten gefördert werden. (Lebhafter Beifall.)
Der Slaatsfettttär des Auswärtigen ergänzte die Ausführungen des Reichskanzlers durch wei- tere Einzelheiten über den Stand der Marokkoangelegenheit und der Kongofrage und verteidigte unferen amerikanischen Botschafter v. Bernstorff, dem ein Angttff auf die Alldcuffchen zum Vorwurf gemacht worden war.
Abg. Scheidemann (Soz.) rügte zunächst die späte Einberufung des Reichstages. Von Sparsamkeit werde gesprochen, bei Heer und Marine dagegen Hunderte von Millionen verschwendet. Unbegreiflich erschttne ihm die Maßregelung polnischer Zentrumslehtet, da ste doch zur Siegle» rungsmajotttät gehörten. Bei uns sorge man für Volksverdummung gerade wie in Spanien, wo Fetter beseitigt wurde, den das Zentrum am liebsten «och gebraten hätte. Als Redner bei Gelegen
heit der Besprechung des preußischen Wahlrechte- den preußischen Königen Wottbrüchigkett vorwirft, wird er vom Vizepräsidenten Erbprinzen von Hohenlohe zur Ordnung gerufen. — Auch Reichs-, kanzlet von Bethmann-Hollweg weist seinetfeitS' diese Verunglimpfung von Preußens Königen unter dem lebhaften Beifall der Mehrheit des Hauses energisch zurück.
Abg. Frhr. v. Gamp (Rp.) polemisiert zunächst geegn die Sozialdemokratie. Mit dem Etat ist feine Partei zufrieden. Der Kolonialetat fehe freundlicher aus. Bei der Post müßten die Beamtenvermehrungen endlich aufhören. Redner befürwortet die Vrägung kleiner Silbermünzen und wünscht Beseitigung der Fünftnarkstücke zu Gunsten der bewährten Dreimarfftücke. Bezüglich der Finanzreform bezeichntt es Gamp als einen Akt politischer Unklugheit, die Erbschaftssteuer abgelehnt zu haben, da man kaum eine so günstige Erbschaftssteuer wieder bekommen werde. Die nächste St uer jedoch werde die Vermögenssteuer fein, das möchten sich die Verbündeten Regierungen metten, wie er unter großer Heiterkeit bemerkte.
Zum Schluß techffertigte Fürst Radziwill die Stellungnahme der Polen bei der Rttchssinanz- refotnt und verlangte für die polnischen Untertanen gle'che staatsbürgerliche Rechte, sowie die Beseitigung aller Gesetze, die gegen die Polen erlassen feien.
Um Uhr vertagte das Haus sodann die Weiterberatung auf morgen Vormittag 11 Uhr.
Deutsches Reich.
— (5r4 Zeppelins Befinden. Stuttgart, 10. Dez. Graf Zeppelin verbrachte im Kaihettnen- hofpital, wohin et sich auf Anraten der Aerzte begab, eine ziemlich unruhige Rächt, doch trat im Laufe des heutigen Tages eine Besserung ftn Allgemeinbefinden ein. Die Wunde am Halse ist leicht entzündet, zu Besorgnissen liegt jedoch kein Anlaß vor.
— Die mecklenburgische BerfafftmgSfrage.' Schwerin, 10. Dez. Die Regierung weigert sich in ihrer Antwort auf die Ablehnung der Verfassungsvorlage durch den Landtag die Antwort der Stände entgegenzunehmen. Sie erklärt fich mit dem Beschluß der Landschaft Im wesentlichen einverstanden, äußert aber ihr Befremden über das Verhalten der Ritterschaft, das umso größer sei, als sich diese unter bestimmten Bedingungen auf den Boden der Regierung hätte stellen wollen. Btt dieser Sachlage verspreche sich die Regierung keinen Erfolg von der vorläufigen Fottfetzung der Verhandlungen. Die Verantwortung für die Lage treffe die Ritterschaft Bel den Verhandlungen im Reichstag würde sie sich dem bisherigen Standpuntt gegenüber dem Eingreifen des Reiches nicht ausrechterhalten können und spätestens auf dem nächsten Landtag werde sie auf die Perfassungsreform zurückkommen, und ste unbeblngt zum Abschluß bringen mit allen ihr geeignet erscheinenden Stifteln. Die Antwort der Regierung von Mecklcn burg-Sttelitz auf die Ablehnung der Verfassungs- Vorlage ist inhaltlich dieselbe, aber etwas schärfer im Ton.
— DkSpofitionen des Reichstags. Berfin, 10. Dez. Der Seniorenkonvent des Reichstages beschloß in seiner heutigen Sitzung, die erste Lesung des Etats am Dienstag zu Ende zu bringen. Am Mittwoch und Donnerstag sollen nur noch die Interpellationen über den Arbeitsnachweis beraten werden. Danach geht her Reichstag in Fetten, die biS zum 10. Januar dauern.
Marburg und Umgegend.
(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 bei Urheberrecht« nur mit bet deutlichen Quellenangabe .Oberheff. Ztg." geftatttt.)
Marburg, 11. Dez.
• Parolemusik findet morgen Sonntag den 12. Dezember, von 12% bis 1% Uhr bei günstiger Witterung auf dem Marktplatze statt. Programm: 1. Hessische Märsche a. d. Jahre 1760: a) Marsch du Regiment des Dragons de Pttnze Friedrich," b) Marsch du Regiment de Mansbach; 2. Ouvertüre z. Op. .Der Kalif don Bagdad' v. Boieldieutt S. Finale des 4. Akts a. d. Op. .Undine' von Lortzlng; 4. a) Der Schiffer fährt zu Land, Lied von Curfchmann, b) Die Post, Lied von Ft. Schubert; 5. Walzer a. d. Optte. .Ein Walzertraum' von O. Straus; 6. Jägermarfch von Gruß.
* Weihnachtssendungen. Die Reichspostvet- waltung richtet auch in diesem Jahre an das Publikum da, Ersuchen, mit den Weihnacht» sendunge« bald zu beginnen, damit die Paket« «assen sich nicht in den letzten Tagen vor de«