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Marburg

DieGberhesstsche Zeit««»" erscheint täglich mit Ausnahme bet

U. Jahrg.

MA *)DQ Sontt- und Feiertage. Der Vezuaspreis beträgt oiertel- t/I» mOw jährlich durch die Post bezirzen 2,95 Mk. (ohne Bestellgeld), bei

unfern Zeitungsstellen und der i^peditio» (Markt 21,) 2 Mk.

Erstes Blatt

Beifalls.

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ordentlich starke, klare und reine Höhe entwickelte. Rauschender Beifall und öfterer Vorruf veranlaß- ten sie nach diesem zweiten Teile zur Wieder­holung des Schmiedeliedes. Muster des Vortrags und inneren Miterlebens waren die Wolffchen Lieder. So gut wie gestern abend hat uns z. B. der .Gesang Weylas' noch nie gefallen, trotzdem wir ihn hier schon einigemale hörten. Das ju­belnde .Er ist's' beschloß das offizielle Programm. .Freudiger Beifall,rief die Künstlerin immer wie­der hervor, bis sie sich noch zu einer Zugabe ver­stand. Sie sang das Mendelssohnsche .Aus Flü­geln des Gesanges"' mit unverminderter Frisch« und Kraft, die sie wohl hauptsächlich ihrer gerader» mustergiltigen Technik der Stimmverwendung verdau». Hoffentlich sehen wir die ausgezeichnet« Künstlerin, die wie wenige uns zu fesseln verstand, in der nächsten Saison wieder. Einen stimmungs­vollen Hintergrund zu den Liedern schuf mit voll­endeter Technik und feinstem Stilgefühl Herr Erich I. Wolff. Auch ihm gebührt ein Teil des starke»

stand zeigte sich auch in der Wahl der Lieder. Schubert, Brahms und Hugo Wolf, die stärksten Vertreter der drei Hauptperioden des deutschen Liedes, standen auf dem Programm. Der reichste Genius von ihnen ist wohl Schubert. ~ Seine blühende Schöpferkraft ist rein musikalischer Na­tur. Die Dichtung gibt seinem Schassen nur den Anstoß, und es bedarf keines poetisch bedeutsamen Textes, ihn zu erregen. Er dringt mit genialem Ahnungsvermögen vom Gedicht, vom Abbild der Idee, zur Idee selbst zurück und gibt ihr ein selb­ständiges musikalisches Gewand. Er hält sich nicht an Einzelheiten des Textes und vertont weniger das Wort als vielmehr die Stimmung. Wie stark das eigene Leben in diesen Liedern ist, zeigen Liszts Bearbeitungen derselben zu kleinen sympho­nischen Dichtungen. Bei Brahms und besonders bei Hugo Wolf wäre derartiges unmöglich. Ihre Produttion ist mehr nachschaffend. Sie künden ein bereits Gegebenes mft andern Mitteln, und ihr Verhältnis zur Dichtung ist viel enger. Dabei hat Wolf den Klavierpart zu größerer Bedeutung er­hoben, und in seine« reifste« Lied«« finden wir «in durchgehendes Motiv. Doch hat er auch hier-

Deutsches Reich.

Abschied des OberprSstdent« Grafen von Zedlitz. Der Oberpräsident von Schlesien Graf von Zedlitz und Trützschler hat einen bis zum 1. Januar, dem Zeitpunkte seines Scheidens aus dem Amte, dauernden Urlaub angetreten. Bei einem von ihm veranstalteten Abschiedsfeste hielt Graf Zedlitz einen Trinkspruch, in dem er u. a. folgendes sagte:Es ist uns ein tief empfun­denes Bedürfnis, den Vertretern der Behörden und Korporationen, mit denen ich länger als

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Beilage."

,B. T." und preußisches Wahlrecht.

Das .Berliner Tageblatt' hat an eine große Anzahl von Männern der Mffenschast, der Kunst »nd des gewerblichen Lebens eine Kundgebung über die Wahlrechtsfrag« in Preuße« versandt. Diese'MMtzebung verlangte eine Abänderung des ' Wahlrechts.

Das Berliner Tageblatt ist in seiner Morgen- Ausgabe vom Dienstag in der Lage gewesen, eine stattliche Anzahl Namen zu veröffentlichen. Bereits tn der Abend-Nummer Don demselben Tage kommt aber eine gewisse Katzenjamersttmmung zum Aus­bruch, denn das Blatt klagt, polittsch« Gegner und scheelsüchttge Besserwisser beiläufig sollte gerade das Berliner Tageblatt diesen Ausdruck nicht brauchen, denn es ist selbst das Urbild scheelsüch­tigen Befferwiffens würden die Kundgebung einepapierne' nennen. O nein, Papier ist doch immerhin etwas wert, diese Kundgebung ist nichts wert/ Daß man in weiten Kreisen eine Reform fordert ist nichts Neues, daß namentlich Kreise der sogenanntenIntelligenz' den immerhin ein­seitig p l u t o kritischen Charatter des jetzigen Landlagswahlrechtes beseittgt wissen wollen, ist bekannt und auch nicht von der Hand zu weisen. Daß aber alle, die die Wahlrechtskundgebung des B. T.' unterschrieben haben, mit der Aufsassung desB. T.' in dieser Sache einverstanden sind, ist einfach nicht wahr, und wenn dasB. T.' durch das ganze Arrangement dieser Art Demonstration einen solchen Eindruck hervorzurufen sucht, so liegt dem ganzen einfach eine Unwahrheit zugrunde. Daß alle Unterzeichner des Aufrufes mtt der Ein- fürhung des Reichstagswahlrechtes, die dasB. T.' fordert, einverstanden sind, glaubt eben nie­mand. Leute wie Karl Lamprecht, Erich Marx «. a treten gewiß nicht für die Einführung des Reichsragswahlrecktes ein. Von den Marburger Professoren haben unterschrieben: Cohen, A. Meyer, Schücking, Schwarz, Rade, Troeltsch, Zincke, Vietor, auch dies« stnd, wie wir besttmmt behaupten können, nicht einstimmig für daS Reichs­tagswahlrecht. Der neueste Trick des berühmten ,B. T.' findet denn auch in der bürgerlichen Presse keineswegs etwa nur der konservattven keine günstige Aufnahme. DerReichsbote' mehrt: DasBerliner Tageblatt' weiß, daß sei« Aufrus wir' ngslos bleiben würde, wen« es eine be­stimmte Wahlreform Vorschlägen würde. De« gleichen Einwand erhebt dieTägliche Rund­schau'. DieBerliner Neueste« Nachrichten' wäh­len die Form:DasB. T.' hat stch seinen Aufruf unterzeichnen lassen, meist von solchen, deren Na­men man erwarten durste.' u. ff.

Derartige Aktionen dürsten eine Bedeutung, wie sie ihre Veranstalter erhoffen, also kaum haben.

gervereinen seinen Dank für die ihn besonders er­stellende Ehrung in herzlichster Weise aus sprech« lassen,.was wir hiermit zur Kenumis der Herr«, Kameraden bringen. Blencke. R. Becker. Wirges.

* Aus dem Amtsblatt. Ernannt: der AmtS- gerichtsrat Dr. Siebert in Hanau zum Landge­richtsdirektor in Erfurt, der Gerichtsassessor Beh­ring zum Amtsrichter in Bnrgteheide, der Recht--» anwalt Hanke in Homberg, Bez. Cassel, zum No­tar, die Referendare Ostus und Stroinsky zu Ge­richtsassessoren, die Rechtskandidaten Klausing und Stem zu Referendaren, der Pfarrer extr. Schaub < zu Cassel zum Pfarrer in Hcsserode, Klasse Fels­berg. Uebertragen: dem Pfarrer Lic. Franken­berg zu Louisendorf die Geschäft« eines evang. An­staltsgeistlichen bet der Strafanstalt in Ziegenhain, vom 1. Dezember d. I. ab. Zurückgezogen: der dem Metropolitan Wiegand in Trendelburg er­teilte Auftrag zur Uebernahme der Geschäfte eines evang. Anstaltsgeistlicken bei der Strafanstalt in Ziegenhain. Verliehen: dem Waldwärter Heinrich Wetzel in Raboldshausen das Allgemeine Ehren­zeichen, dem Amtsrichter Grote in Vöhl der Cha­rakter als Amtsgerichtsrat, dem Kanzleigehilst« Müller in Battenberg und Schmidt In Brotterode die unwiderrufliche Anstellung, <<

* Regimeutsjubiläum. Das Füsilier-Regiment von Gersdorfs (Kurhesstsches) Rr. 80 geben» im Jahre 1913 das Fest seines hundertjährigen Be­stehens zu feiern und hofft bei diefem Feste die ehemaligen Offizier« und Mannschaften in recht großer Zahl in der Garnison des Regiments zu begrüßen. In verschiedenen Städten hab« di« ehemaligen Angehörigen des Regiments zur Tell- nahme an dem Fest schon Reisesparkaff« ge­gründet.

* Bo« der einheimisch« Kunst. Herman« Kätelhön zeigt im Schaufenster der Elwertsche« Kunsthandlung seine neueften Schöpfungen, Ori> ginalradierung« hessischer Landschaften. Die Blätter zeichnet bet künstlerischer Ausführung et«« noble Auffassung und intime Raturbeobachtung aus. Von unfern einheimischen Maler Heinrich Giebel ist das GemäldeGroßvater und Enkel', für das Mus«m der Stadt Essen angekaust wor­den.

* Für Eisenbahnreisende. Die hiesige Eise«, bahndirektion gibt folgende Verfügung bekannt: Unter den Unfällen, die den Reisenden ju* stoßen, nehm« die Fingerverletzungen durch Zuschlägen der Abteiltüren während de» Ein- und Aussleigens der Fahrgäste einen besonder» großen Raum ein. Au» den Angaben der Ver­letzt« und au» eigen« Beobachtungen haben wir di« lleberzeugung gewonnen, daß das Zugbegleitpersonal hierbei häufig nicht ohne Mitschuld ist. Beim Schließen der Türen erfolgt zwar der Achtungsruf, aber im gleichen Augen­blicke wird auch die Tür« zugeschlagen, so daß keine Zeit vorhanden ist, den Ruf zu beacht«. Indem wir dem Zugbegleitpersonale die größte Vorsicht bei dem Schließen der Abtei ltüren zur besonderen Pflicht machen, machen wir darauf aufmerksam, daß wir Fälle der gedachten Art in Zukunft strenger, als dies seither gescheh« ist, verfolgen werden." Auch die übrig« Eisenbahndirektionen sollt«, sofern dies noch nicht geschehen ist, ihr Personal in demselben Sinn« anweisen, denn das rücksichtslose und schnelle Türzuschlagen findet leider in fast allen Bezirken statt.

)( Schöffengericht. ImBoten aus Oberhessen', einer Beilage der Hess. Landeszeimng, befand sich am 18. April einHannes und Henner' betiteltes Gespräch, durch das sich der Gendarm Alten­

Marvurger Konzert-Verein.

Lieder Abend: Julia Culp.

Selten wohl mögen sich alle Vorzüge, die zu vollendeter Künstlerschast gehören, so-harmonisch zusammcnsinden und so glücklich misch« wie bei der Sängerin des gestrigen Abends. Ausgerüstet mit einem hervorragenden, in all« Lag« »ang- vollen und ausgiebigen Stimmmaterial, weiß sie ihr Organ mit einer technischen Meisterschaft zu verivenden, welche durch Rundung des Tons und Ausgeglichenheit der Register zum ästhetischen Ge­nüsse wird. Umfangreich wie ihr prächtiger Äst ist auch die Skala der ihr zu Gebote stehenden Ge- fühlsnüancen. Da ist keine Stimmung, von sinnender Träumerei bis zu jubelndem Frohlocken, von neckischer Lustigkeit bis zu ergreifender Tragik, von weicher, hinschmelzender Lyrik bis zu schlag­kräftig« dramatischen Akzenten, die sie nicht mtt überzeugender, tresssicherer Künstlerschast zur Dar­stellung brächte, ein Beweis, daß sie anS der Fülle eines reichen Gemütes und einer gestaltungsftohen Phantasie schöpft: dennwenn ihrs nicht fühlt, ihr werdet'» nicht erjag«.' Ein seiner Kunfiver-

bei schon in Schubert einen ebenbürtigen Vor­gänger, wie das vierte Lied des AbendsJäger, ruhe von der Jagd!' bewies. Doch seh« wir von den Unterschieden ab, freuen wir uns vielmehr, daß wir solche unvergleichliche Meister des Liedes die unseren nennen dürfen und sie wieder einmal in solcher Vollendung zu hören bekamen. Ms der erste Tett der Vortrags-Folge mit dem wunder­schönen, gesühlsgesättigten und hervorragend me­lodiösen Ave Maria endete, hatte sich die Künst­lerin in die Herz« der Hörer hineingesunge«, und dieser Erfolg blieb ihr auch tr«, ja, er erfuhr viel­leicht noch eine Steigerung. In dem trotz seiner quälenden Gefühlsanalyse formvollendeten BrahmsschenImmer leiser wird mein Schlum­mer' schlug sie ergreifende Töne an, in dem volks­tümlich«Vor dem Fmster' entzückte besonders das überaus zarte Pianissimo, während das fol­gende LiedDer Schmied' die Stärke und Frische der prächtigen Stimme mtt durchschlagendem Er­folge zeigt«. In guter Abwechfelung reihten sich au dies«Schlager' das träumerisch versonnen« Ich ruh« ftiH im hohen grünen Gras' und die Botschaft', iw der di« Künstlerin eine außet-

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Criginalartitel ist gemäß § 18 de» Urheberrechts nur mtt der deutlichen Quellenangabe Oberheff. Zig." gestattet.)

Marburg, 9. Dez.

)( Städtisches. Am Dienstag, den 14. Dez., Wird eine Stadtverordnetensitzung abgehalten.

Graf Zeppelins Dank. Aus Anlaß der Feier des Sedansestes hart« die hiesigen Kriegervereine den Herrn Grafen Zeppelin zur glücklichen Rück­kehr seines Luftschistes von Berlin nach Friedrichs- Hasen auf das wärmste und ehrerbietigste beglück­wünscht. Durch besondere Umstände bisher ver­hindert, hat Se. Exzellenz jetzt den hiesigen Krie-

sechs Jahre in ernster, herrlicher, gemeinsamer Arbeit für des Königs und des Vaterlandes Wohl stehen durst«, und den Freunden, di« wir ja nut in kleiner Zahl heute herbitten könnt«, «in warmes Abschiedswort zu sagen. Am heu­tig« Tag« schloß tatsächlich, wenn auch nicht formell, die Arbeit eines langen Leb«s. Das ist ein Schnitt durch mein Herz, und da ich mit allen Fasern meins Lebens an Amt und Pflicht hänge, seh« ich die Bande zerreißen, die mit eigentlich das Leben lebenswert machen. Aber mein« Zeit ist gekommen, und 16 sehe meine Kräfte auf der absteigend« Kurve. Da habe ich mich entschlossen, Seine Majestät zu bitten, mich in Gnad« in das Privatleben zurücktreten zu lassen, und et hat es genehmigt. Ich möchte um des Amtes und um meinetwillen nicht gern wie ein abgestorb««r Ast abgefägt werden, son­dern erhoben« Hauptes hinübettreten in den letzten Abschnitt meines Lebens, voll Dankbar­keit Im Herz« für die Güte und Nachsicht, für die Hilfe> das Wohlwollen, die ich hier wie überall in meiner dienstlichen Laufbahn erfah­ren habe, ünd di« sie mir so köstlich gemacht haben. Ich darf in voller. Aufrichtigkeit und ohne jede falsche Bescheidenheit Ihnen sagen, daß ich nie hoch von meiner Begabung, meinen Leistungen und Erfolgen gedacht habe. So lang« ich lebe habe ich unter dem demütigend« Druck der Erkenntnis gestand«, daß meine Kraft un­zulänglich und für die vielgestaltigen groß« Aufgab«, die mit auf die Schulter gelegt wur­den, nicht ausreichend war. Aber eins darf ich von mir behaupten: ich bin allezeit bestrebt ge­wesen, alles herzugeben, was in meinem Wesen war, im Dienste des Königs und des Volkes, in Ernst und Pflicht, in Gerechtigkeit und Hingabe bis zum letzt« Blutstropfen. Und ich bin nie­mals eigene Wege gegangen, ich habe niemals meine Ehre und meinen Vorteil gesucht."

Raturschutz. Der Minister des Innern hat zufolge einer Eingabe des BundesHeimat­schutz" auf den Schutz der Dorflinden, der Pyramidenpappeln und der sonstigen beachtens­wert« Bäume hingewies«. Der Bund führt in feiner Eingabe aus:Es sind in d« letzt« Jahren auffallend zahlreiche Fälle zu unserer Kenntnis gekommen, aus den« geschlossen wer­den muß. daß der Sinn und die Liebe für die Eigenart und Schönheit alter und schmückender Bäum« d« meisten Kreisen abhanden gekommen ist. Außer den Alleen sind es einzeln stehende beachtenswerte Bäume, gegen die neuerdings unter dem Vorwande aller möglichen wichtigen Gründen aus Unverstand oder Geldgier vorge- gang« wird. Da nun die Fälle von schonungs­losem Vorgehen meist erst bann bekannt werden, wenn es zum Eingreifen zu spät ist, so würden belehrende und mahnende amtliche Bekannt­machungen von großem Rutz« für di« Sache des Heimatschutzes fein."

Die Lehrermaßregelung« in Kattowitz. Die 5 Kattowitzer Lehrer, die wegen ihrer pol­nisch« Abstimmung bei den Stadtverordneten- wahlen zwangsweise in kleinere Gemeinden ver­setzt worden sind, hatten heute eine Audienz beim Regierungspräsidenten in Oppeln. Wie di«- Blätter melden, verweigerte aber der Re­gierungspräsident die Zurücknahme der Ver­setzungen. Uebrig«s verlautet zu dieser Ange­legenheit, daß von einer Seite die Intervention des Kardinals Kopp angeruf« worden ist, um die Versetzungen aus dem Gnadenwege rück­gängig zu machen. Fürstbischof Kopp hat aber «in« Vermittlung abgelehnt.

Ein sozialdemokralisckier Bürgermeister be- ttätigt München, 7. Dez. Di« pfälzische Kreis- regierung bestätigte di« Wahl des Genossen Neu zum Bürgermeister der Stadt Lambrecht.

Ausland.

** Befind« König Leopolds. Brüssel, 8. Dezember. König Leopold leidet seit einigen Tagen infolge des feuchten Wetters an Muskel­rheumatismus, wodurch ihm das Gehen fast un­möglich gemacht wird. Da» Allgemeinbefinden ist jedoch so gut, daß er mit sein« Ministern stundenlang konferieren kann. Es besteht trotz des hohen Alters keine ernste Gefahr für den Augenblick. Der beste Beweis hierfür ist der Umstand, daß keine Bulletins ausgegeben wer, den und der Thronfolger sich in München be­findet.

** Falsche Gerüchte über das Befind« der- Zarin. Darmstadt. 8. Dez. Entgegen anders lautenden Meldungen teilt die amtlicheDarm- städter Ztg." mit, daß die Kaiserin von Ruß­land sich nach einer aus Lioidia hier eingetrof­fenen Nachricht zur Zeit einer so vorzüglichen Gesundheit erfreut, wie schon seit langer Zeit nicht mehr.

** Amerikas Fehlbetrag. Washington, 8. Dezember. Zur Deckung Ht stch auf 73 Millionen . belaufenden Fehlbeträge des laufend« Finanz­jahres schlägt der Schatzsekretär Veagh in dem Sem Repräsentantenhaus heute zugestellten Jah­resbericht die Verausgabung von Panamabond» zu einem höheren Zinsfuß al» den der jetzigen zweiprozentigen Bonds vor, die eigentlich nur den Banken als Unterlage für ihren Notenum­lauf bienten. Gleichzeitig sollen bei bet Be­steuerung de» burch Hinterlegung von Bonbs in den Vereinigten Staaten gesicherten Banknoten­umlaufs gewisse Einrichtungen getroffen wer­ben. um einer Entwertung bet jetzig« zwei­prozentigen Bonds vorzubeugen, welche durch die Verausgabung von dreiprozentigen Panamabonds herbeigeführt werd« könnte. Auch sei für Anlagezwecke nach Meinung des Schatzsekretärs eine Verausgabung dieser Bonds wünschenswert' die Herbeiführung einer erfor­derlichen Elastizität im Geldumlauf würde da­durch wesentlich gefördert.

** Chinesischer Ueberfall. Hongkong, 8. Dez. Wie aus Macao gemeldet wird, wurde von chi­nesisch« Soldat« bi« Insel Sao Jao, bi« an bet Grenze von Macao liegt, überfallen, angeb­lich um Steuern «inzutreib«, die in Wirklich­keit an Portugal zu zahlen sind. Sie nahmen Dschunken weg, verwundet« und töteten Land­leute, welche nach eigener Angabe der portugie­sischen Gerichtsbarkeit untersteh«.

'* Türkei und Persien. Konstantinopel, 8. Dezember. In der hiesigen persischen Botschaft sind Telegramme eingelaufen, nach den« stch die Türk« bei bet Anlegung einer Telegraphen Linie nach Bassorah hätt« Grenzverletzungen zu Schulden kommen lassen. Der Botschafter schlug der Pforte eine schiÄsgerichtlich« Entschei­dung bes Streitfalles durch eine neutrale euro­päische Macht vor. Demgegenüber verhält stch die Pforte ablehnend.

Di« Jniectiousgebiitzr beträgt für bie ?gespaltene Zell« oder beten Raum "15 Pfennig, fut Rellameu 80 Pfenmg. .. A innn I Druck und Verlag: Joh. «uq. Koh, Uaioersitätsbu hbrucke^l

Freitag. 10. Dezemoer 1000. l JuSlSer Dr. «.Sitzer»th, Marburg, Mar» 21. Telephon S5.

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