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mit dem Kreisblatt für -ie Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: ,Hach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage." —
gespaltene Zelle 30 Pfennig. —
Die
44. Jahrg:
1358
Oberförsterei Oberförsterei Oberförsterei Oberförsterei Oberförsterei Oberförsterei Oberförsterei
oder www VM.»m «w ,— ----------
Druck und Verlag: Iah. Lug. Koch, llniversttättbuchSruckerel Inhaber Dr. S. Hitzeroth. Marburg, Markt 31. — Telephon 55.
)( Die Stadtverordneten S tichwahlen in der dritten Wählerklaffe finden morgen von 10—1 Uhr in der Aula der höheren Mädchenschule statt. Al» Kandidaten stehen sich die Herren Rentter Joh. Brauer, Gastwirt Aug. Briet, Schuhmachermeister August Krantz und Lohgerbermeister Mlhel» Weintraut gegenüber.
)( Wählcr Bersammlung. Im Rest. Schultz findet heute Abend y29 Uhr eine Versammlung der Wähler der 3. Klasse statt, worauf wir aus Wunsch noch besonders Hinweisen.
Marburg
Dienstag. 7. Dezember 1909.
Marburg und Umgegend.
(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 des Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe .Oberheff. Ztg." gestattet.»
Marburg, 6. Dez.
)( Der kupferne Sonntag. Wir wollens beim alten laffen und nicht das hübsche Wort »erster VerkehrStag" für den gestrigen Tag anwenden. Es geht auch ohnedies, das konnte man gestern sehen. Kurz nach Schluß des Nachmittagsgottes- diensteS begann in den Geschäftszentren unserer Stadt der »Verkehr", der in der Zeit von 5 bis 7 Uhr solche Dimensionen annahm, daß man sich förmlich hindurchzwängen mußte. Das Publikum, unter denen man auch viele Bewohner der umliegenden Orte bemerkte, betrachtete sich den zwar nicht offiziell angesagten, aber auch in Marburg vorhandenen »Schaufensterbewerb", der das Können unserer Geschäftswelt ins beste Licht stellte. Am Wollen liegt eS nun, dies zu unterstützen.
• Nikolaustag. Der heutige 6. Dezember ist in vielen Gegenden besonders für die Kinder ein ereignisvoller. An diesem Abend wandelt der ehemalige Bischof wieder auf Erden, begleitet von seinem treuen Knechte Ruprecht. In jedes Haus treten die beiden ein, wo Kinder sind, und die kleinen Knaben und Mädchen müssen dann ihr Sprüchlein beten und auch sonst auf Fragen, ob sie das ganze Jahr hindurch artig und fleißig waren, Antwort geben. Der ehrwürdige Nikolaus mit dem wallenden weihen Bart beschenkt die guten mit Aepfeln und Nüssen, die sein Begleiter aus einem großen Sacke auf den Boden schüttelt. Dabei fallen aber auch Rutenschläge für die jungen Missetäter ab, und voll derben Humors treibt der Knecht Ruprecht allerhand Späßchen. Warum gerade der heilige Nikolaus als Kinderfreund gewählt wurde? Seine große Volktümlichkeit, die sich schon in seinem Namen, der auf ,Deutsch" Volks- sieger" oder „Wundertäter" heißt, kundgibt, wird wohl in erster Linie die Veranlassung dazu gewesen sein. Während die Kinder mit der Zeit aber doch merken, daß die Besucher am 6. Dezember keine überirdischen Gäste gewesen sind, sondern der Bater oder Onkel sich in diesen Rollen als geschickter Schauspieler bewährt haben, leben die ernsten und heiteren Erinnerungen an den Nikolausabend in ihnen fort. Mit erhöhtem Jnteresie lernen sie später in der Schul«, daß der heilige Nikolaus in Patara in Lykien geboren war und als Bischof von Myra unter Kasier Diokletian eingekerkert wurde, bis ihn Konstantin befreien ließ.
* Zum Totschlag in Cappel. Erfteulicherweise regt sich die öffenlliche Mildtätigkeit, um der so schwer betroffenen Familie Schwick in Cappel zu helfen. So veröffenllicht auch der Rektor der Universität folgenden Aufruf: Kommilitonen! In dem blusigen Stteit in Cappel am vergangenen Sonntag hat der Schreiner Schwick sein Leben verloren, als er (selbst an allem ganz unbeteiligt) einem schon schwer verletzten Studierenden der Medizin zu Hllfe kam. Den diesem zugedachten tösiichen Hieb mtt der Wagenrunge erhielt er, und als wahrscheinlich wird es bezeichnet, daß nur sein Fall auch die andern Studierenden vor dem Schlimmsten bewahrte. Wir Angehörigen der Universität sind in dieses Mannes Schuld, alle, ohne Ausnahme. Wir wollen gemeinsam versuchen, die Rot der Hinterbliebenen Frau und der sechs Kinder des Aufgeopferten zu lindern. Ich bisie, Beiträge gruppenweise einsammeln und an die Königliche Unwersttätskaff« bis zum 10. Dezember abführen |u wollen. v
Deutsches Reich.
— Pom Kaiser. Potsdam 4. Dez. Der Kaiser ist heute abend 11% Uhr aus Jagdschloß Goehrde hier eingetroffen.
— „Verleihung" des Adels. Die „Neue Politische Korrespondenz" schreibt: Dem ehemaligen Dirigenten der Politischen Polizei in Berlin, nachmaligen vortragenden Rat im Kgl. Staatsministerium, Geh. Ober-Reg.-Rat a. D. Ernst Schütte, ist, wie die Presie berichtete, der erbliche Adel verliehen worden. Es ist ein Novum, daß bei dieser Gelegenheit zum erstenmale von „Verleihung des Adels" die Rede ist, während bisher bei der entsprechenden Bekanntmachung stets der Ausdruck „Erhebung in den Adelstand" zur Anwendung gelangt«. Nach unseren Informationen ist der neue Modus auf eine ausdrückliche Anordnung des Kaisers zurückzuführen. Der Kaiser soll, nachdem neuerding» im Parlament und in den Tagesblättern
der bereits öfter wiederholte Wutach zu ev- kennen gegeben wurde, daß die der verfassungsmäßigen Standesgleichheit mehr entsprechende Form „Verleihung des erblichen Adels" gewählt werden möge, bestimmt haben, daß künftig allgemein bei Standeserhöhungen wie bei Begnadigung mit der Freiherrn-, Grafen- usw- Würde der Ausdruck „Verleihung" gebraucht werden soll. Das ist sehr verständig und richtig.
. — Eine amerikanische golden« Medaille für Kaiser Wilhelm. In der nächsten Woche und) der amerikanische General Woodford dem Kaiser im Namen der Hudson-Fulton-Kommisiion eine goldene Erinnerungsmedaille an die Dreijahrhundertfeier der Entdeckung des Hudson- flusies und der Hundertjahrfeier der ersten erfolgreichen Dampfschiffahrt auf dem Hudson zu überreichen. Die Kommission hat acht goldene Medaillen prägen lasten, die für die Regierungen bestimmt sind, die Kriegsschiffe zu den Hudson-Fulton-Feierlichkeiten nach Newyork entsandt hatten. ,
— Anträge im Reichstage. Berlin. 4. Dez. Dem Reichstage ist ein Antrag Bastermanns und Genossen zugegangen auf Vorlegung eines Gesetzentwurfes über die Einführung der Pen- sions- und Hinterbliebenenversicherung der Vrivatbeamten, sowie ein Antrag Preitz und Eenosten auf Vorlegung eines Gesetzentwurfes, nach welchem Elsaß-Lothrigen zum selbständigen Bundesstaat erhoben wird.
— Einfuhrzoll in Neuseeland. Berlin, 4. Dezember. Wie die „Nordd. Allg. Ztg." mitteilt, wird bei der Einfuhr in Neuseeland seit dem' 23. November für alle zollpflichtigen Waren ein Zuschlagszoll von 2V2 Prozent erhoben. Die hierauf bezügliche Gesetzesvorlage, die den Zuschlagszoll zunächst für zwei Jahre vorschlägt, ist am 22. November dem Parlament vorgelegt worden.
— Ein Sozialdemokrat als Hofgänger. Wie die „Magd. Ztg." mitteitt, erfolgte die Wahl des Sozialdemokraten Wehder zum zweiten Vizepräsidenten des meiningifchen Landtages erst, nachdem Wehder sich schriftlich bereit erklärt hatte, die mit dem Poften verbundenen Repräsentationspflichten zu erfüllen. In Baden sind die Parteien des Eroßblocks (National- liberale, Demokraten ic.) toleranter, sie haben, um das untadeliae Gemüt der beiden Genosten, die mit im Präsidium sitzen, nicht in Konflikt zu stürzen, beschlossen, von einer Vorstellung beim Eroßherzog ganz abzusehen.
— Bom Kieler Werftprozeß. Kiel. 4. Dez. Der Staatsanwalt legte gegen das freisprechende Urteil im Werftprozeß Revision ein. Wie gemeldet wird, sollen die Herren Frankenthal. Heinrich u. Genossen auf Grund des Freispruchs bereits Klage auf Entschädigung eingereicht haben, das wär« allerdings der Gipfel.
— Herbstbestellung und Saatenstand. Berlin. 4. Dez. Nach dem Bericht der Preisberichts- stelle des Deutschen Landwirtschaftsrates über Herbstbestellung und Saatenstand vom 1. Dez. 1609 ist eg in den meisten Fällen gelungen, den infolge der verzögerten Ernte vielfach hervorgerufenen Rückstand in der Herbstbestellung in der ersten Novemberhälste einzuholen. Die ^starken Schneemassen, die seit dem 18. November niedergingen und die Arbeiten auf den Feldern plötzlich zum Abschluß brachten, haben insofern noch Besorgnisse wegen der Saaten erweckt, als der Boden vorher keinen Frost abbekommen hatte, und daher mehrfach zu fürchten war, daß die künftige Entwicklung des Roggens unter der hohen Schneedecke mangelhaft ausfallen würde. Diese Gefahr erscheint durch den inzwischen einaetretenen Umschwung zum Tauwetter zunächst beseitigt. Ueber den Stand der Saaten lauten die Berichte im Ganzen durchaus befriedigend.
— Di« Rind«rerkrankunq«n in Deutsch-Oft- afrika. Berlin. 4. Dez. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: Die Nachforschungen, welche anläßlich des Ausbruchs der Rinderseuche im Bezirk Muansa am Viktoriasee angestellt worden sind, ergaben, daß in Britisch-Oftaftika in Uganda zurzeit nirgends Rinderpest herrscht. Dagegen ist in Britifch-Ostaftika bei Kifii seit Februar eine Krankheit aufgetreten, die hauptsächlich schwache Rinder und Kälber befällt. Nach den angestellten Untersuchungen gewinnt die Wahrscheinlichkeit Boden, daß es sich nicht um Rinderpest, sondern um eine andere, milder verlaufende Krankheit, vielleicht Katarrhal- fiebee der Rinder, handelt.
Zahlen auf als für 1907.
Der deutsche Außenhandel mit dem britischen Gesamtreich nahm in beiden Jahren in Ein- vnd Ausfuhr wiederum die erste Stelle ein. Die Einfuhr (ohne Edelmetalle) hatte 1907 einen Wert von 1803 Millionen, 1908 von 1252
försterei Giesel, Sartorius in Großentaft, Oberförsterei Burghaun, Schertz in Alsberg, Obcrsör- sterei Salmünster, Strosi in Weichersbach, Oberförsterei Oberzell, der Titel Hegemeister verliehen.
♦ Kurhessischer Verein für Luftschifiahrt. Wir brachten bereits im Inseratenteil unserer Zeitung die Einladung zu der morgen, Dienstag, den 7. Dezember, im Physikalischen Jnstttut am Renthof stattsindenden Sitzung des Vereins. Gäste sind zu derselben herzlich willkommen. Nachdem in der ersten Sitzung des Vereins im November Herr Tr. Wegener einen sehr interessanten Lichtbildervortrag über Ballonfahrten gehalten hat, wird in der morgigen Sitzung Herr Dr. Stuchtey einen Vortrag mit Versuchen und Lichtbildern über die physikalischen und historischen Grundlagen der Lust- schtffahtt halten. Für die Vereinssitzungen ist in der Regel der erste Dienstag des Monats vorläufig in Aussicht genommen, da anscheinend bei dieser Festsetzung keine ständigen Kollisionen mit anderen Veranstalwngen eintreten.
• Güterverkehr der Weihnachtssendungen. Mit Rücksicht auf den gesteigetten Güterverkehr zur Weihnachtszeit und in Anbettacht des Umstandes, daß am 24., 25. und 26. Dezember gleich wie an allen Sonn- und Feiettagen Frachtgüter überhaupt nicht und Eilgüter nur an den dem Hauptgottesdienste vorangehenden 2 Stunden ausgeliesett werden, empfiehlt es sich, zur Sicherstellung der rechtzeitigen Auslieferung der Weihnachtssendungen dieselben tunlichst längere Zeit vorher zur Auslieferung zu bringen.
)( Der zweite Bolksunterhaltungs - Abend, der gestern im Saale des Turnergatten stattfand, zeigte in vollstem Maße, daß das Bestreben, weiten Kreisen gute und vor allm Dingen angenehme und billige Unterhaltung zu bieten, immer mehr Anklang findet. Das zahlreich erschienen« Publittim war, wie es ja auch sein soll, aus allen Bevölkerungskreisen unserer Stadt zusammengesetzt. Gesterst Abend hatten sich Studenten, wohl meistens Angehörige des S. G. V. „Fttdettciana", sowie eine gleiche Anzahl Damen, in den Dienst bet guten Sache gestellt. Leider konnte Frau Dr. Frohwein aus Ebsdorf, die mit einigen Rezitattonen auf dem Programm vettreten war, diesmal nicht erscheinen. Hoffenttich schenkt sie einem späteren Unterhaltttngsabend ihre Mitarbeit. Die Darbietungen, welche in Klaviervotträgen, einem Flötensolo, Liedern des gemischten Chors und Rezitationen luftiger Geschichten bestanden, ernteten nicht minder großen Beifall, wie der musikalische Scherz des das Ganze leitenden Herrn Sind. Richter, der zum Schluß dem dankbaren Publikum auf seinem Spazierstock »etwas pfiff". Jedenfalls sind die Volksunterhaltungsabende, bet denen sich die Mitwirkenden nur von dem einen Gefühl leiden lassen, sich und andere Leute zu erfreuen, sehr geeignet, die einzelnen Bevölkerungsklassen einander näher zu bringen. Schon deshalb kann man ihren Besuch nur empfehlen.
* Fleischpreise. In der ersten Hälfte des Monats November stellten sich die Einheitspreise für Fleisch an den Normal-Markttagen des Regierungsbezirks Cassel wie folgt. Im Großhandel kosteten 100 Kilo Rindfleisch in Cassel 133,50, Fritzlar 150, "ulda 140, Hanau 113, Hersfeld 143, Hofgeismar s, Marburg 137 und Rotenburg 160 vH. Im Kleinhandel stellte sich der Durchschnitts-Einheitspreis pro Kilo für Rind-, Kalb-, Schweine- und Hammelfleisch, Schinken und Speck inMarburgaus 1,47, 1,62, 1,60, 1,65, 2,40 und 2,00 JK in Hersfeld auf 1,50, 1,50, 1,30, 1,71, 2,40 enb 2 JK, in Rotenburg auf 1,60, 1,40, 1,30, 1,53,, K40 und 1,80 JK, in Cassel auf 1,57, 1,11, 1,42, -
* Forstliches. Im Regierungsbezirk Cassel würbe ben Förstern: Bode in Bischhausen, Oberförsterei Bischhausen, Buchmann in Obergeis, Neuenstein, Burkharbt in Mernes,
Burgjoß, Feldmann in Hilders, Hilders, Fuhrmann in Wansried, Wanfiied, Hartmann in Oberzell, Oberzell, Hause in Oberkalbach, Niedettalbach, Hoff in Brünings, Sterbfritz, Löffett in Häuserdick, Oberförsterei Salmünster, Otto in Unterstopprl, Oberförsterei Burghaun. Rimy in Harmerz, Ober-
Die „Gbonhosftscho erscheint täglich mit Ausnahme bet
Sonn« und Feiertag«. — Der Bez u o 8 pret» beträgt vierteljährlich durch die Bost bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21.) 2 Mk.
Millionen, die Ausfuhr einen solchen von 1326 bezw. 1242 Millionen.
Die Handelsbilanz war, wie auch in früheren Jahren, fü: Deutschland passiv: die Minderausfuhr belief sich im Jahre 1907 auf 479,8, im Jahre 1908 auf 116 Millionen Mark. Der große Unterschied erklärt sich in erster Linie aus dem verminderten Bedarf« der deutschen Industrie an Rohmaterialien und Halbfabrikaten und der veränderten Preislage.
Bis zum Jahre 1907 stand Großbritannien an der Spitze aller Länder, mit denen Deutschland Handel treibt. Im Jahre 1908 ist es hinter den Vereinigten Staaten von Amerika zurückgeblieben. In der Einfuhr steht es mit 9,1 Prozent der deutschen Gesamteinfuhr hinter den Vereinigten Staaten, dem europäischen Rußland und Oesterreich-Ungarn an vierter Stell«, in der Ausfuhr nimmt «s mit 15,6 Prozent der Gesamtausfuhr wie bisher die erst« Stelle ein. Hierbei ist aber zu beachten, daß aus und über Großbritannien weit mehr Waren bezogen werden als die deutsche Etnfuhrstatistik nachweist, weil eilt großer Teil der in London, Liverpool usw. gekauften Waren in überseeischen Ländern erzeugt oder hergestellt und daher nach den bestehenden Vorschriften für diese angeschrieben wird. Namentlich ist dies der Fall bei Wolle.
».Großbritannien lieferte 1908 nach Deutschland hauptsächlich Spinnstoffe und Waren daraus, Deutschland umgekehtt hauptsächlich Erzeugnisse der Landwirtschaft usw. im Werte von 251,1 Millionen, darunter Zucker im Werte von 143,7 Millionen Mark.
Der Handelsverkehr mit dem Mutterlands und der mit den britischen Kolonien zeigen im allgemeinen dieselbe Entwicklung.
Die Zahl der in deutschen Häfen angekommenen und abgegangenen britischen Schiffe und der in Häfen des britischen Mutterlandes ein- und ausgelaufenen deutschen betrug 1907 rund 6000 mit weit mehr als 6 Millionen Registertons.
Deutschlands Handelsbeziehungen zu England.
Der Reichstag hat am Freitag das Gesetz betreffend die „Handelsbeziehungen zum bri- ttschen Reiche" in erster und zweiter Lesung ahne Debatte angenommen. Das Gesetz, das . mit dem ersten J^uae 1910 in Kraft treten soll räumt den Ä--gehörigen und den Erzeug- • nissen des britischen Reiches bis zum 11. Dezember 1911 diejenigen Vorteile ein, die seitens des Reiches den Angehörigen oder den Erzeugnissen des meistbegünstigten Landes gewährt werden, also eineVerlängerung des Handelsprovisoriums auf zwei Jahre.
Daß es im Interesse Deutschlands wie Englands liegt, für den ungestörten Fortgang ihrer bedeutsamen Handels- und Verkehrsbeziehungen , Sorge zu tragen, ergibt sich aus den nachstehenden Daten aus den beiden letzten abgeschlossenen > Wirtschaftsjahren 1907 und 1908, die der Vorlage des Bundesrates enrr.cmmen sind.
Der Handelsverk hr folgte in diesen zwei Jahren im wesentlich-u den Bahnen, welche die gesamte Weltwirtschaft durchlaufen bat. Während das Jahr 1907 unter dem Einfluß der angespannten Tätigkeit aller wirtschaftlichen Kräfte stand, machte sich das folgende Jahr der fast auf allen Gebi-ten «insetzende Rückgang geltend. Demgemäß weist auch der deutsch- britische Verkehr fast ii'erall für 1908 geringere
das Vorgehen der Lords als Bruch der Per« fassung und als eine ernste Bedrohung der Freiheiten des Volkes verurteilt wird, welche nur durch die vollständige Abschaffung des Beto- rechtes des Oberhauses gewahrt werden können.
** Protest gegen England. Brüssel, 5. Dez. Eine größere Anzahl politischer und akademischer Persönlichkeiten, unter ihnen verschiedene frühere Minister, veröffentlichen einen Protest gegen England, da, trotz der vorgejchlagenen Reformen immer noch gegen die belgische Kongopolitik Anklagen erhebe.
* * Zum Bergarbeiterstreik in Australien. Sydney, 5. Dez. Der Vorsitzende und der Sekretär des Bergarbeiterverbandes, sowie ein anderer Führer der ausständigen Arbeiter wurden unter der Anschuldigung, eine Verschwörung angezettelt zu haben, verhaftet.
* * Persien. Tiflis, 4. Dez. Gestern Abend gaben drei Terroristen auf offener Straße aus Mausergewehren mehrere Schüsse auf Personen ab. Von Schutzleuten in ein« Gasse getrieben, wurden sie schließlich nach zweistündiger Verteidigung tödlich verwundet. Sterbend gestanden sie ein, in Eelissawetpol verschiedene Morde an Amtspersonen vollzogen zu haben.
Ausland.
** Die Krise in England. London, 4. Dez. Auf Veranlassung der Nationalen Demokratischen Liga hatte sich heute Nachmittag eine sehr groß« Menge auf dem Trafalgar Square eingesunden, um gegen das Vorgehen der Lord» in der Budgetfrage zu protestieren. Bon sechs Tribünen wurden Reden gehalten und schließlich wurde eine Resolution angenommen, in welcher