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Wertzesslsch Jeilmg

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Beilage."

gespalten« Zeil«

30 Pfennig.

Die

44. Jahrg^

Drittes Blatt

Fürst Bismarck und der Freisinn

W. 8p.

sand reiche« Beifall.

1695

430

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1665

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Mensch regieren."

Reichstag, 15. März 1884:Wo ichfrei" vor einem anderen Adjektiv lese, hat in mich arg­wöhnisch gemacht, auch das Wortfreisinnig" sinnig, das mag wohl sein, aber FreifinnigkeU ist eigentlich gleichbedeutend mit Herrsch­sucht oder Engherzigkeit oder Unduldsam­keit. Kurz und gut, ich traue dem Worte nicht, aus dem Grunde, weil keiner die Freiheit für alle will, jeder will sie für sich, aber nur so frei, daß die anderen ihm zu gehorchen und zu folgen haben. Ich mutz meinerseits gegen die Bezeichnung, die diese Fraktion gewählt hat, mich verwahren und werde sie amtlich nicht benutzen."

Reichstag, 20. März 1884:Die fortschritt­lichen Bestrebungen untergraben das Vertrauen . zur Regierung und sind die wichtigsten Vorar- I heiter zur Verbreitung der Sozialdemokratie, 1 und der fortschrittlichen Presse schreibe ich den numerischen Zuwachs, den die Sozialdemokratie erhalten hat unter der Wirkung des Sozialisten-

Natürliche Personen Nachlässe

Handelsgesellschaften Genossenschaften andere Gemeinschuldner

Drück "und Verlag: Joh. Äur'. Koch, llnioerfitättbuhdruckerel Inhaber Dr. ®. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

ich habe sie immer auf der gegnerischen Seite gefunden. Ich halte die Wege des Zentrums für weniger reichsgefährlich wie die der Fort­schrittspartei, weniger gefährlich für unsere mo­narchische Ordnung."

Reichstag, 14. Juni 1882:Mit einem Par­lament, in welchem der Abg. Richter eine Ma­jorität hat, wütde ich allerdings nicht regieren können, damit kann überhaupt kein

Marburg

Sonntag. 5. Dezember 1909.

Jnsertio«»g«bLhr beträgt für bi» 7 deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen^

letzteren hatte in 1102 Fällen der Gemeinschuldner die Konkurseröffnung beantragt. Beendet wurden im 3. Vierteljahr 1909 : 2047 (3. Vierteljahr 1908: 1907) Konkursverfahren, und zwar durch Schlußverteilung 1372, durch Zwangsvergleich 475, infolge allgemeiner Einwilligung 33 und wegen Massemangels 167. In 938 beendeten Konkursverfahren war ein Gläubiqerausscbntz be- . stellt. Bon den 2313 neuen und den 2047 be­endeten Konkursverfahren betrafen:

Ö'CfctlCS AU

Reichstag, 9. Mai 1884:Die Fortschritts­partei hat sich ganz fürchterlich blamiert in ihren Vorhersagungen und ihrer patriotischen Haltung! Wollen Sie die sozialistische Gefahr los sein, so wählen Sie keinen fortschrittlichen Abgeordneten. Ich mutz es ganz entschieden aussprechen, datz dieser Liberalismus meiner Ueberzeugung nach keine Zukunft hat, und datz ich es als die Aufgabe meines Lebens halte, als meine Pflicht dem Kaiser und dem Lande ge­genüber diesen Liberalismus zu bekämpfen bis zum letzten Atemznlge. Ich halte die Fortschrittspartei für viel ge- führ kicher für die künftige Ruhe und die Fortentwickelung unseres Staates als die Sozialdemokratie, weil erstere ferner operiert. Das Gift der Fortschrittspartei ist mächtiger als das der Sozialisten ... Bei dem Bestreben, die Fortschrittspartei zu gewinnen für eine staatliche Tätigkeit, kommt nichts heraus. An ihr ist Hopfen und Malz verloren. Ich richte die dringende Aufforderung an das Land und an die Wähler, datz sie keinen fort-

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DieSberhesftfche D-ttims" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis betragt mertel- jährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

Wähler, die Sie (d. i. die fortschrittlichen Ab- geordneten) gewählt haben haben wahrhafttg in der Mehrheit auch nicht gewußt, was sie taten."

DieKons. Korr." stellt im Hinblick auf die Hetze, die sich gegen die Konservative Partei seitens des Freisinns durch die ungünstige Beur­teilung ^es Fürsten Bülow erhoben hat, einige Urteile des ersten Kanzlers über den Freisinn zusammen, die wert sind, einmal wieder bemerkt ,u werden:

Fürst v. Bismarck: Reichstag, 17. September 1878:Gehen wir die Abstimmungen des Abg. Eugen Richter durch, so werden wir ihn in allen Phgsen des parlamentarischen Lebens, durch die wir gegangen sind, immer auf die Seite der Sozialdemokratie fallen sehen."

Reichstag, 9. Oktober 1878:Die Opera­tionsbasis des Sozialismus, die großen Städte, ind in Deutschland durch die fortschrittliche (die reisinnige) Bearbeitung sehr sorgfältig vorbereitet worden. Der Freisinn , ist, um land­wirtschaftlich zu sprechen, eine sehr gute Vor- frucht für den Sozialismus als Ba bett bereitet, er gedeiht danach vorzüglich . . Der Freisinn ist an und für sich nur eine Partei der Negation, die, solange sie existiert, noch keinen positiven Vorschlag zur Verwirklichung ihrer Theorien gemacht hat, und die dadurch auch eine gewiste Verwandtschaft mit der Sozialdemokratie hat, datz sie bekämpft, was besteht, ohne datz sie sagt, was sie an seine Stelle

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 bei Urheberrechts nur mit der deutlichen Ouellenangabt

Oberheff. gtg." gestattet.)

Marburg, 4. Dez.

* Barbaratag. Der auf heute den 4. Dezember entfallende Barbaratag ist, wie schon der Name sagt, dem Gedächtnis der heiligen Barbara ge­widmet. Nach der Legende war die heilige Bar­bara aus Nikomedia in Kleinasien gebürtig und erlitt als überzeugte Christin ums Jahr 237 oder 317 den Märtyrertod und zwar von der Hand ihres eigenen Vaters. Den Kriegern, besonders den Artilleristen, gilt die heilige Barbara als Schutzgeist, als Patronin; ebenso beten die Berg­leute und alle von einem schnellen Tode Bedrohten zu ihr. Sie wird darum auch mit einem drei­fenstrigen Turm. Kanonenlänfen, Palme, Mon­stranz oder Kelch abgebildet. Berühmt ist ein st« darstellendes Bild am Altar der Kirche Santa Maria Formosa in Venedig, gemalt von Palma Veechio. Der Barbaratag ist in den setzte« Jahrzehnten durch die immer mehr in Aufnahme kommendenBarbarastveige" bekannt geworden. Es sind dies abgeschnittene oder noch besser ab­gebrochene Zweioe von Seidelbast, Cornel- kirsche. Flieder, Apfelbaum, Mandelbaum, japan. Goldstrauch usw., die am 4. Dezember im Zimmer in einer Vase mit frischem Wasser ans Fenster ge­stellt werden und die dann zu Weihnachten blühen.

* Alters«, Invaliden. «. Kraukenrrute«. Für den Preis Kirch' ain, stellen sich die Eroebniste bac Bewilliaung von Alters-, Invaliden- und Krankenrenten in der Zeit vom 1. Januar 1891 bi? Ende Sept. 1909 wie folgt: Die eingeaangenen Anträge auf Altersrente betrugen 241. Davon sind erledigt durch Renten- bewilliaung 187, durch Ablehnung 45. durch Tod der Anttagsteller rc. 9. Der Kesamt-Fahresbetraq der be­willigten Renten belief ft» auf 23513.4 Mk Bon den Rentenempfängern sind bezw. waren beichastiqt in der Landwirtschaft, in der Industrie 7, tm Handel und Verkehr 1, durch Lohnarbeit wechselnder Art 10, tm Staatsdienst 23 und im Gesindedienst 7. Rach Abgana durch Tod rc. bleiben noch zu zahlen 34 Rosten tm Be­trage von 45 69.00 Mk. Die eingegangenen Anträge auf Invalidenrente betrugen 704. Davon sind erledigt durch Rentenbewilligung 538, durch Ablehnung 114, durch Tod der Anttagsteller rc. 5 Der Gesamtbetrag der bewilligten Renten belief stch auf 74417.00 TOt Von den Rentenempfängern find bezw. waren beschäftigt in der Landwirtschaft 296, in der Industrie 121, tm Handel und Verkehr 6, durch Lohnarbeit wechselnder Art 35, im Staatsdienst Ü, im Gesinde- dienst 47. Nach Abgang durch Tod rc. bleiben noch zu zahlen 278 Posten tm Betrage von 38 53 >.80 Mark. Die ein gegangenen Anträge auf Krankenrente« betrugen 48. Davon find erledigt durch Renten- bewilligunq 48. Der Gefamt-Jahresbetrag ber be- willigten Renten belief fich auf 7073.40 Mk. Voa den Rentenempfängern |inb bezw. waren beschäftigt: in der Landwirtschaft 15 in der Industrie 18, im Handel und Verkehr 1. durch Lohnarbeit wechselnder Art 3, im Staatsdienst 0, im Ge'mde- dienst 11. Rach Abgang durch Tod bleiben noch zu zahlen 6 Posten tm Betrage von 895L0 Mark. Der Gesamt.Jahresbetrag der bewilligten Rente« betrug überhaupt 44098 00 Mk. - Von der Lande«. Versicherungsanstalt Hesten-Rassau, deren Bezirk du Regierungsbezirke Cassel und Wiesbaden, sowie da« Fürstentum Waldeck umlaht, find feit dem 1. Januar 1891 überhaupt bewilligt: 10 292 Altersrenten im Ge- sammt-Jahresbetrage von 14'6 8 7.60Mk., 4! «99 In­validenrenten im Gesamt - Jahresbetrage vo« 6 5454 66.90 Mk., 4121 Krankenrenten tm Gesamt» Jahresbettage von 681002.6 > Mk., im Ganzen 57312 Renten mit einem Gesamt » Äahresbetra^ von 8683277.10 Mk. Hiervon find nach Beruckfichtigum der durch Tod rc. erfolgten Abgänge Ende Sept. 1909 noch zu zahlen 2-352 Altersrenten tm Gesamt- Jahresbetrage von 375747.60 Mk.. 21356 Invaliden» renten im Gesamt-Jahresbetrage von 3390324.80 Mk. 639 Krankenrenten im Gesamt»Jahresbetrage voi 110079.50 Mk., im Ganzen 2434/ Renten mit einem Gesamt - JahreSbetraae vo« 3876151.90 ®M. ®a Vom Reiche zu leistende Zuschutz beträgt 1217 850 Mk. Mithin bleiben Ende Sept 1909 au« Mitteln der Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Nassau an Rente» zu zahlen jährlich 2658801.90 Mk.

Orgelkonzert. Wir machen nochmals auf das am Sonntag stattfindende historische Orgel- Konzert auftnerksam. Dem Künstler geht ein be­deutender Ruf voraus; er ist wiederhott mit gro­ßem Erfolge tm Kurhaus« zu Wiesbaden auf« getreten. Der.Rheinisch« Kurier' schreibtt Ast« iftertsetzu«, i«f MQ

Stadltheater.

Das Schiedsgericht, Lustspiel in 3 Akten von Menandros. Deutsch von Alfred Körte-Gießen. Ergänzt von Oppeln-Bronikowskt, in Szene gesetzt von Direftor Herrn. Steingötter.

Molitzre, Tartüffe, Komödie in 5 Auszügen. Regie: Curt Gühne.

Menander, dessen Lustspiel .Das Schiedsge­richt" gestern Abend zur Aufführung gelangte, ist der Vertreter der neueren attischen Dichterschule, bereit Erzeugnisse neben einer bereits glänzenden Technik die Züge sittlichen Verfalls zeigen und ihre Stoffe mit Vorliebe Sklaven- und Hetärentteisen entnehmen. Leider ist von Menandros, dem große Fruchtbarkeit nachgerühmt wird, fast nur das Bruchstück dieser Komödie erhalten geblieben. Re­ben Artstophanes hat Menander den nachhaltigsten Einfluß auf die Entwicklung der griechischen Cha- rakterkomödie ausgeübt. Die römischen Lustspiel­dichter Plautus und Terenz haben ihn übersetzt und nachgeahmt, aber auch Calderon, Shakespeare und Moliöre sind von seinem Geiste berührt wor­den. Die Zusamnienstellung der beiden Autoren Menander und MoliLre hat gewiß Berechtigung Und Interesse. Sie verleugnen ihre Verwandt schäft nicht, obwohl zwei Jahrtausende ihre Le­benskreise trennen. Aber während Molü-re den Geschmack und das Gewissen seiner Mitwelt durch Beschämung, Rührung und Spott läutem wollte, ßah Menandros den Zweck der Komödie in der

fetzen will." M

Reichstag, 9. Juli 1879:Wir haben die Re- gatton von einem hervorragenden Mitglied der Fortschrittspartei (Abg. Dr. Virchow) offen als Programm proklamieren hören, und nach meiner Erfahrung hat die Fortschrittspartei es noch nie möglich gemacht, zu einer posi- tiven Meinung zu kommen, bis die Regierung eine ausgesprochen hatte, der sie widersprechen konnte. Positive Pläne über das, was zu geschehen hätte, sind nie von ihr ge­kommen. Alle Unruhe im Reich und alle Schwie­rigkeiten, zu gedeihlichen, ruhigen Zus'" >en zu kommen kommen m. E. von der Fsrochritts- partei und denen, die mit ihr sympathisteren in anderen Fraktionen."

Reichstag, 29. November 1881:Die Fort­schrittspartei trägt ihren Namen mit Unrecht. Die Fortschrittspartei würde eher den Namen

«td)t5, weil Lte "W1RRP: gnenn ich freisinnig" das kann ich wirklich nicht über

Ee""?ch°aus^ das P°^ei"w7der A deutsch. noch lür

SS SBss«; sthrittspartei niemals wählen können. In allen wenn die F o r t s ch r r t t s p a 11

meinen Bestrebungen im Reichstag und Landtag uns am Ruder ware. fnrtMmtt-

S unb unwandelbar die I Reichstag, 14. Marz 1885.Die pntiajrtn-

1hßHtYsDart et Äu Gegnern ge- lichen Wähler sind gerade diejenigen die vor-

, »erstickt bet8 xii zugsweise getäuscht sind von den Rednern und

V I V-.- & u °>°- st-

geisstprühenden und die Sinne anregenden Unter- halMng verweichlichter Machthaber. Ungeachtet dieser Einsicht vermögen wir uns wohl an der Feinheit seines Dialogs zu entzücken. Wir bswun- bertt die scharfe Charakteristik seiner Gestatten und die Einheittichkeit und Lebendigkeit der folgertchttg sich entwickelnden Handlung wie die Reise seiner Anschauungen.

Die Ausführung verlies im allgemeinen glück­lich, abgesehen von den Chorgesängen, die gänzlich mißlangen. Das Stück wurde ttotz des anstößigen Vorwurfes mit freundlichem Beifall ausgenom­men. Die Szenerie war schlicht und wirkungsvoll. Das Zusammenspiel in beiden Stücken gut. Frl. Koch spielte mit naiver Anmut die Rolle der leicht­fertigen, lebensfrohen Harfenspielerin. Herr Nor­den gab dem Sllaven den rechten Ausdruck witzi­ger Findigkeit. Frl. Scholz, die Herren Gühne, Pauly, Urban, Marx und Daubal wurden ihren Rollen vollauf gerecht. -

Die Aufführung desTartüffe" ging flott von statten. Die Szenierung soll lobend hervorgehoben werden. Als Tartüfte bot Herr Gühne eine feine Leistung, Frl. Scholz erntete für ihr graziöses Spiel reichen Beifall. Hinter ihrer Leistung blieb Frl. Reh zurück. Von feinem Verständnis zeugte die Auffassung, mit der Herr Pauly seine Rolle als Orgon spielte. Gute Leistungen boten auch Frl. Güldner als Elmire und Fr. Pauly als föhne. Pernille. Die Vorstellung war gut besucht und

Politische Umschau.

Schuldenttlgung in Hesse«.

Darmstadt, 3. Dez. Die Regierung hat bet Darmstädter Zeitung" zufolge der Zweiten Kam­mer einen Gesetzentwurf betreffend di« Tilgung der Staatsschuld zugehen lassen, indem ausge­führt wird, daß die Regelung einer angemessenen Schuldentilgung nicht länger mehr aufzuschieben fei. Die Staatsschuld des Großherzogtums fei von 57 Millionen Mark im Jahre 1896/97 inzwischen auf etwa 418 Millionen Mark gestiegen, wovon rund 351 Millionen Mark auf die Eisenbahnschuld und rund 67 Millionen Mark auf di« fonsttg« Schuld entfallen. Mit dem Gesamtbeträge feinet Staatsschuld aus den Kopf der Bevölkerung ge­rechnet, stehe das Großherzogtum Hessen bereits feit einer Reihe von Jahren an der Spitze sämt­licher deutscher Bundesstaaten, ausgenommen die Hansastädte. Das Großherzogtum bleibt, wie in der Begründung dargelegt wird, mit feiner Schul­dentilgung weit hinter dem zurück, was in den anderen Bundesstaaten und neuerdings im Reiche für diesen Zweck geschieht. Das vom Standpuntt einer geregelten Finaniverwaltnng Richtigste, der Pflicht einer stärkerenAbtragung derStaatsschuld durch Einführung einet festen, von bet Höhe ber laufenben Einnahmen unabhängigen Schulden­tilgung zu entsprechen, verbietet sich burch die Rück­sicht auf die allgemeine Finanzlage des Staates. Tie in dem vorliegenden Gesetzentwurf mit Wirk­ung vom 1. April 1910 vorgeschlagene Neuregel­ung schließt sich daher nur hinsichtlich der vom 1. Aprll 1910 ab ueuaufzunehmenden Schuld für andere als Eisenbahnpvecke an den Vorgang des Reichs an. Für die Tilgung dieser Schnld ist dem- gemäß eine aus den laufenden Mitteln des Etats zu bestreitende feste Tilgung in Höhe von jährlich 1,9 Proz. der für werbende Zwecke bestimmten Kapitalaufwendungen nnd von jährlich 3 Proz. der sonstigen Kapitalauswendungen unter Hinzu- rechnung der Zinsen vorgesehen. Dagegen soll die Tilgung der gesamten Eisenbahnschuld, sowohl der vorhandenen, als auch der künftigen neu hinzu kommenden und der bis zum 1. April 1910 be­gebenen sonstigen Staatsschuld nur aus dem An­teil des Großherzogtums am Ueberschutz der Eisenbahngemeinschast stattfinden und zwar bis zu dem Bettage von jährlich */6 Proz. der Eisen­bahnschuld und von i Proz. der sonstigen Schuld nach dem Stand zu Beginn des EtatSjahres. Da dem Gesetz über den Ausgleichsfonds eine prak- ttsche Bedeutung nicht mehr zukommen dürste, so soll es aufgehoben werden und der mutmaßlich« Restbestand des Fonds von etwa einer Million Mark zur Schuldenttlgung mit verwendet werden.

Konkursstatistik. Nach der vorläufigen Mit­teilung des Kaiserlichen Statistischen Amts ge­langten im 3. Vierteljahr 1909 im Deutschen Reich 2313 neue Konkurse zur Zählung, gegen 2515 im 3. Vierteljahr 1908. Es wurden 505 Anträge auf Konkurseröffnung wegen Massemanaels abge- wiesen und 1808 Konkursverfahren eröffnet; von

Parseval HI über Marburg.

Einige kleine Freundinnen unsere« Blattes senden uns mit der Bitte um Aufnahme folgende» Gedicht:

Sonntag nachmittag um zwei Kam der Parseval herbei. Kam in einem großen Bogen Durch das Lahntal hingeflogen. Sn dem hohen blauen Aether Sic ein großer Vogel schwebt er. In den Lüsten hört man brausen Der Propeller schnurrend Sausen. In der Gondel saßen vier Und beschauten das Revier. Sogar das Sstefiind von der Stadt, Wcidenhansen, begrüßt er hat. Alles Ivar nun höchst gespannt. Ob der große Vogel land't. Und zu Fuße und per Wagen Strömten hinterher die Scharen, Zu begrüßen im Affölling Parseval und Leutnant Stelling. Doch wie groß war das Erstaunen, Als er über Marburgs Auen Weiterstrebte, ohne Landung, Und verschwand in KnutzbachS Waldung Rach dem schönen Gotha fort. Um zu sein in sichrem Port.

Parseval, nun fragen wir: Warum landest du nicht hier In der Perl' vom Hessenlandf Dieses war sehr ungalaut. Diesmal sei'S verziehen dir, Nächstens landet Zeppelin hier.

St. Mck. «. H«. H. ft».

II. Mädchenklasse «ordschule. ------