und den Beilagen: „Nach Leierabend" (wöchentl. Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschaftliche Beilage".
JVi 279
Die „Gbrrhesftsche Bettung“ erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt viertel- sährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. sohne Bestellgeld), bei unser« Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.
Marburg
Sonntaa 28. November 1909. mm—I—IW IBUU ■ ———IBI
Die Jnierti onSgebüvr beträgt für die 7gespaltene Zeile -der deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Fog. Ang. Koch, llnioerittätSbnchdruckerel Inhaber Dr. T. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
44. Jahrg.
cm
Zweites Blatt.
Bestellungen
für den Monat Dezember ans die „Oberhessische Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21), unseren Ausgabestellen in Kirchhain, Reustadt und Wetter, sowie von all«, Postanstalten und Landbriefträgern entgegengenommeu.
An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!
Die Sozialdemokratie hat sich durch ihre Kritik groß agitiert. Sie befand sich dabei in der vorteilhaften Lage, selber der Kritik nicht ausgesetzt zu sein. Denn leider stand doch zu viel auf dem Spiel, als daß man zu ihr hätte sagen können: weiht du es so viel bester, so tritt du an das Steuer und führe das Schiff! Immerhin hat sie nach und nach, wenn sie auch im gesamten Gemeinschaftsleben in reinem Widerspruch verharrte, einzelne Ausschnitte desselben in ihre Gewalt gebracht und hat dort Gelegenheit gehabt, ihre Theorien in die Praxis umzusetzen, gewissermaßen die Probe auf das Exempel zu machen. Das gilt vor allem von den eigentlichen Parteiunternehmungen, so vor allem von den Betrieben der sozialdemokratischen Zeitungen, dann von den von der Partei geschaffenen oder geleiteten Organisationen, wie Konsum- Vereinen und Gewerkschaften, endlich von den unter sozialdemokratischen Einfluß geratenen öffentlich-rechtlichen Körperschaften, wie namentlich zahlreichen Ortskrankenkasten und einzelnen kommunalen Körperschaften. Das ist im Vergleich mit dem großen Ganzen ein recht beschränktes Gebiet, eine wie ungeheuer ausgedehnte Angriffsfläche sich trotzdem schon auf ihm für die Kritik der Sozialdemokratie bietet, Keine in diesen Tagen erschienene Schrift, er zusammengestellt ist, was über die Versündigungen der Sozialdemokratie gegen die Grundsätze und Forderungen ihres eigenen Programms bei der Leitung dieser Unternehmungen in die Oeffentlichkeit gedrungen ist. (Dr. Fritz Stephan Neumann. Die Sozialdemokratie als Arbeitgeberin und Unternehmerin. Berlin. Otto Elsner.)
Es sei leider Tatsache, erklärte einmal auf einer Konferenz der sozialdemokratischen Kon- sumoereinsanaestellten der Provinz Brandenburg der Referent, daß. wenn Arbeiter (soll heißen Sozialdemokraten) als Arbeitgeber auftreten, sie die von ihnen Beschäftigten oft ebenso rücksichtslos, ja noch rücksichtsloser behandeln, wie es Privatunternehmer tun. Für diele Behauptung bietet die Geschichte der sozialdemokratische« Konsumvereine, wie man in der Neu- mannschen Schrift nachlesen kann, unzählige Be-
27 (Nachdruck verboten.)
Was Gott zulamrnertaefirgl —.
? Roman von H. Tourths-Mahler.
(Fortsetzung.)
-v .MwiWchte auch an die Worte, die ihr Georg am ersten Abend seines Hierseins gesagt hatte. Die Frau, die er lieben könnte, müsse zwei seltene Tugenden besitzen — Herzensgüte und SeelengrLße. Soweit sie Renate kannte, glaubte sie diese im Besttz dieser Eigenschaften.
Sie hielt Georg gegenüber nicht mit ihrem Urteil über Renate zurück und an seinen strahlenden Augen merkte sie unschwer, wie angenehm ihm ihre Wertschätzung der jungen Dame war.--
Da sie von Georg und Eva gebart hatte, daß die beiden Schwestern ihr einen Besuch am Neujahrstag zugedacht hatte, wunderte sie sich gar nicht, daß Georg keine Neigung verspürte, auszugehen. Er hielt sich auffallend viel in der Nähe des Fensters auf und blickte den Fahrweg entlang, ob sich der erwartete Wagen noch nicht zeigen wollte.
Als ihn Eva an fein Versprechen erinnerte, mit ihr im Garten einen Schneemann zu bauen, wollte er erst streiken. Sie ließ ihm jedoch keine Ruhe und schließlich mußte er nachgeben.
Paula ahnte den Grund zu seiner anfänglichen Weigerung und sagte zu Eva:
„Wenn ich Euch aber rufen laste, müßt Ihr schnell hereinkommen. Du weißt doch, daß Fräulein Mary und Fräulein Renate kommen."
,,3«, Mami, wir kommen dann gewiß sehr schnell. Nicht wahr, Georg?"
„Gewiß, Maus. Also schnell, damit der Schneemann noch fertig wird."
Sie hüpfte vergnügt an seiner Hand hinaus und Paula sah ihnen lächelnd nach, als sie in schnellem Lauf durch den Gatten jagten. _
lege. Wir beschränken uns auf die Anführung weniger Einzelheiten aus dem noch im Mai dieses Jahres vom „Vorwätts" veröffentlichten Bericht. Danach hatten von 1941 Bettieben nur 47 einen Arbeitstag bis zu 10 Stunden, 1894 dagegen einen 10- bis IKstündigen Arbeitstag, während die Sozialdemokratie bekanntlich in ihrem Programm einen achtstündigen Arbeitstag fordett. Von 1646 Angestellten bezog noch nicht ein Drittel, nämlich 507, ein Gehalt von über 150 M monatlich, 109 ein solches unter 80 cH, 253 zwischen 80 und 100 «M. und der Rest ein solches von 100 bis 150 M. Dabei wurden vielfach Kautionen gefordert, die sogar den „Vorwärts" zu der Bemerkung veranlasten, daß in vielen Fällen das Gehalt in gar keinem Verhältnis zu ihnen stehe. Oft ist der Lagerhalter gezwungen, seine Familie Mitarbeiten zu lasten, in der Mehrzahl der Fälle ohne befände:« Bezahlung. Häufig werden auch schulpflichtige Kinder beschäftigt. Zuiammenfastend muß der „Vorwärts" gestehen: „Die Lohn- und Arbeits- verhältniffe der Lagerhalter in den Konsumvereinen können demnach keineswegs als befriedi-* gend bezeichnet werden, die die Arbeiter von jedem anständigen Geschäft mit Fug und Recht verlangen."
Ferner befinden sich auch bei den Konsumvereinen bereits jene Mißstände, die wir bei den Ortskrankenkasten, wo mit öffentlichen Geldern gewirtschaftet wird, noch häufiger antreffen, daß nämlich aus Vetternschaft oder Parteirücksichten, um verdiente Agitatoren zu belohnen und zu versorgen. Leute in Aemter gesetzt werden, denen sie in keiner Weise gewachsen sind. So wird die Buchfübrung Leuten Lbertraaen, die davon keine Abnung haben. Ein Tischlergeselle muß die Einkäufe für die Schlächtereien besorgen. In der Münchener Ortskrankenkaste war einem Barbier die bakteriologische Untersuchung des • Auswurfs auf Tuberkelbazillen übertragen. Bei einer anderen Ortskrankenkaste wird jemand zum Rendanten ernannt, der wegen Bankerotts mit 9 Monaten Gefänanis bestraft ist. Eine ebenso große Rolle spielen Parteirücksichten bei Vergebung der Lieferungen. So erbielt die Druckerei der sozialdemokratischen ..Münchener Vost" von der dortigen Krankenkaste einen Druckauftrag von über 28 000 M. Auch stand die Kaste in lebhafter Geschäftsverbindung mit ihren Vorstandsmitgliedern. Von 21 Vor- standsmitaliedern machten zehn direkt oder indirekt Geschäfte mit der Kaste. Eine Kaste gewährte ihrem Vorsitzenden gesetzwidrig eine Iabresentschädiauua von 400 -4t. eine andere machte, um eine Bewblung auf Umwegen zu erreichen, ibren Vorsitzenden gleichzeitig zum zweften Redakteur, so daß er nunmehr verpflichtet war. sich selber zu kontrollieren. In Remscheid wurde der Verwandte eines Vorstandsmitgliedes unrechtmäßig im städtischen Krankenhause 7 Wochen auf Kosten der Kaste verpflegt. Daß man darin gelegentlich nickt vor schweren Schädigunaen der Kranken zurückschreckt, zeiat die Tatsache, daß man ebenfalls in Remscheid einem Heilgehilfen Kranke zur
Etwa eine Stunde später trafen die Schwestern ein. Paula empfing sie mit herzlicher Freude und erwidette freundlich die darae- brachten Glückwünsche. Marn sah sich suchend um. während in Renates Gesicht eine leichte Unruhe bemerklich war.
„Wo ist Eva. liebe gnädige Frau? Ich habe sie über eine Woche nicht gesehen und habe Sehnsucht nach ihr," sagte Mary lebhaft.
„Sie ist mit ihrem Bruder im Garten, um einen Schneemann zu bauen. Ich werde sie gleich rufen lasten," erwiderte Paula.
Sie klinaelte und als ein Diener einttat, sagte sie zu ibm:
„Gehen Sie in den Garten und bitten Sie Herrn von Rodenfels und Eva hierher."
Die Schwestern sahen sich betroffen an. Renate stand hastig von ihrem Sitz wieder auf und fragte:
„Herr von Rodenfels? Gnädige Frau, ist Evas Bruder ein Herr von Rodenfels?"
Paula sah erstaunt in ihr erregtes Gesicht.
„Gewiß, liebes Fräulein Renate — wußten Sie das noch nicht?"
„Ich hötte seinen Namen bei der Vorstellung nicht deutlich. Aber bitte, liebe gnädige Frau, sagen Cie mir noch eins! Ist er der Sohn von Michael von Rodenfels auf Rodenfels?"
„Gewiß, liebes Kind. Aber ich sehe. Sie find seltsam erregt. Stehen Sie in itgenb welcher Verbindung mit diesem Namen?"
„Mein Gott — daß mir nicht längst eine Ahnung kam — aber ich dachte doch, die kleine Eva von Rodenfels sei in Straßburg."
„Dahin wollte Herr von Rodenfels anfänglich nach dem Tode seiner Eltern sein Schwesterchen bringen, ehe er sich entschloß, sie mir zu geben. Aber darf ich nun wissen, weshalb Sie so unruhig sind?"
„Ach. liebe gnädige Frau — ich erzählte
selbständigen Behandlung überwies. Er erhielt dabei 3000 M jährlich mit der Verpflichtung, wöchentlich an einem Nachmittage Sprechstunden abzuhalten, also etwa 60 für den Sprechnachmittag! Daß die Kasten bei solcher Wirtschaft schlechte Geschäfte machen, liegt auf der Hand. In München ergab das erste Geschäftsjahr unter sozialdemokratischer Verwaltung ein Defizit von 700 000 M. Als die Krankenkaste der Berliner Tischlerinnung unter sozialdemokratische Herrschaft kam, war alsbald nicht nur der Reservefonds von 125 000 cM, aufgezehrt, sondern es mußte auch der Beitrag von 54 auf 84 Pfg. erhöht werden, ohne daß damit das Gleichgewicht hergestellt werden konnte. Die Angab-n der Schrift, von denen wir ja nur ein paar besonders bezeichnende hier herausheben können, bekräftigen aufs neue die Berechtigung der Forderung, daß dem politischen Mißbrauch der Krankenkassen durch die Sozialdemokratie endlich ein Ende gemacht werde.
Besonders blamabel für die Sozialdemokratie ist die schlechte Behandlung der Arbeiter in den Betrieben ihrer beiden führenden Blätter. im „Vorwärts" und in der „Leipziger Volkszeitung". Wie man im „Vorwärts" die Redakteure behandelt hat, ist bekannt, sie selber haben das Verfahren, das man gegen sie beliebt hat. in 13 Sätzen geschildert, die man ebenfalls in der Neumannschen Schrift nachlesen mag. Zwischen den technischen Angestellten des Blattes und seinen Leitern herrscht auch nicht jene Harmonie, wie man sie in solchen Stellen zwischen „Genosten" erwarten sollte. Ja, man erkennt sich gegenseitig nicht einmal, die ehrende Bezeicknung „Genosse" zu und bezichtigt sich in den sckärfsten Ausdrücken der Wabrheitswidrig- keit. Das Verbandsorgan der Buchdrucker aber, der „Korrespondent", muß folgende Beschwerde führen: „Keine Druckerei in Deutschland hat jemals eine io raffinierte Kontrolle über die Arbeit der Maschinensetzer ausgeübt, als gerade die Druckerei des „Vorwärts". Ihre Stereotypeure haben auch von allen Berliner Druckereien die meiste Arbeit zu leisten. Und äbnliches bericktet der „Korrespondent" von der „Leipziger Volkszeitung", die z. B. im Jahre 1906 60 v. H. Dividende zahlte. In keinem anderen Leipziger Betriebe würden die Rotationsmaschinen so ausgenutzt wie dort. Täglich müßten die Maschinenmeister 6 bis 9 Ueberstunden leisten.
So sieht es in den sozialdemokratischen Musterbetrieben aus! Es würde uns hier zu weit führen, wollten wir auch auf das eingehen, was Dr. Neumann ist feiner Schrift über die Veruntreuungen sozialdemokratiscker Vertrauenspersonen bringt. Kürzlich erfuhr man ja, daß der sozialdemokratücke Metallarbeiterverband sogar gedruckte Schuldscheine für ungetreue Kassierer führt. Auch auf die interestanten Berickte über die Versuche, die sozialdemokratischen Theorien in die Regierungspraxis, z. B. einzelner australischer Staaten, oder dieser und jener Stadtgemeinden, überzuführen, können wir nut kürz Hinweisen. Allen aber, die mit der Sozialdemokratie zu tun haben, namentlich auch ihr im
Ihnen doch, daß mein Vater ein Gut übernom^ men hat. Dies Gut ist Rodenfels."
Paula legte lächelnd den Arm um Renates Taille.
„Und deshalb haben Sie sich so sehr erschreckt?"
Renates Augen wurden feucht.
„Er muß uns doch als Eindringlinge betrachten. weil wir ihn aus der Heimat vettrie- ben haben!"
Paula schüttelte den Kopf.
„Soviel ich weiß, hat Michael Rodenfels sein Gut mit Schulden überlastet. Georg sah schon lange voraus, daß eines Tages fein väterliches Erbe für ihn verloren sein würde. Wie kann et Ihnen entgelten lassen, woran Sie schuldlos sind?"
Renate sah noch immer sehr bekümmett aus.
„Er wird uns hassen," sagte sie leise,
Mary hatte mit atemlosem Interesse die Szene oerfolgt. Aus Renates Benehmen wurde ihre Ahnung, daß ihr Georg von Rodenfels nicht gleichgültig fei, zur Gewißheit. Mit doppelter Spannung sah sie nun seinem Kommen entgegen.
Auch Paula wurde durch Renates Verhalten klar, daß Georgs Interesse nicht einseitig war.
„Liebes Fräulein Renate, Sie kennen Herrn von Rodenfels sehr schlecht, wenn Sie meinen, er könnte so ungerecht sein. Das kann et Ihnen übrigens selbst sagen — ich höre ihn eben kommen!"
Renate war auf ihren Stuhl zurückgesunken, und als Georg eintrat, sah fie ihm mit so ängstlicher Erwartung entgegen, daß et sie voll Unruhe betrachtete.
Während Eva und Mary sich herzlich unb lebhaft begrüßten, reichte Renate Georg zaghaft die Hand. Sie sah an seiner hohen Gestalt empor, und ein seltsames, aus Glück und Bangen gemischtes Empfinden durchstrImtt sie. Also er
Wahlkampfe entgegentteten wollen, empfehlen wir die Schrift als eine Sammlung vorzüglichen Agitationsmaterials. Was sie bringt, ist von durchschlagender Kraft, denn sie redet bi« Sprache der Tatsachen.
Politische Umschau.
Arbeiteranstedlung.
Daß die Anstedlungskommission sich eifrig bemüht, auch in der Richtung der Ansetzung deutscher Landarbeiter tätig zu fein, zeigt ein von ihr eben veröffentlichtes Verzeichnis von nicht weniger als 148 Arbeiter- und Handwerkerstellen, die sofott gegen Rente verkauft werden können. Diese liegen z. T. in einigen größeren Arbeiterkolonien, u. a. in Junikowo bei Posen, in Pudewitz und Wongro- witz. Ein derartiges Arbeiterrentengehöst besteht aus einem Wohnhaus und einem kleinen Wirtschaftsgebäude mit Umzäunung und kostet etwa 3000 bis 3500 jK. Jeder Arbeiterstelle sind 1 bis 6 Morgen Acker zugeteilt, in der westpreußischen Ansiedlung Kensau sogar bis 12 Morgen. Die Mindestzahlung auf den Kaufpreis beträgt 500 bis 1000J(. Der Restkaufpreis desGebäudewertes ist mit 31/, Prozent zu verzinsen und mit mindestens iy2 Prozent zu tilgen. vom Lande ist ein« Rente von 3 Prozent des Anrechnungswettes zu enttichten. Obwohl die Schwierigkeiten der Ar- beiteranstedlung erheblich größer als die der Bauernanstedlung sind, ist die Zahl der von der Kommission bereits in Posen und Westprentzen ausgelegten Landarbeiter- und Handwetterstellen keineswegs so gering, wie ihr gelegentlich mit Unrecht vorgeworfen wird.
O Wehl
Das Organ der jungen und ziemlich lleinen „Demokratischen 23creiiutiuiig'': „Der Demokrat" schreibt a. a.t »Streitigkeiten und Meinungsdifferenzen zttm Tell persönlicher Att, bedrohen unsere junge Bewegung, Erscheinungen, wie sie zwar in jeder poetischen Partei Vorkommen, die aber gerade auf dem jungen Boden unserer Bewegung nickst Vorkommen dürften. Möge alles versucht werden, dieFlammederZwietrachtnicht auskommen zu lassen und möae alles geschehen, ieglicke Stteitobjekte aus der Sielt zu schaffen. Ein Weg. diese persönlichen Dff^renzen beizulegen, kann tind muß gehtnben werden. „Sollte sich auch hier Herr v. Gerlach schon als Ferment der Dekomposition erwiesen haben.
Marburg und Umgegend. (Nachdruck aller Ortginalartifel ist gemäß § 18 be8 Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe .Oberhess. Ztg." gellattet.)
Marburg, 27. Nov.
* Amtliche Nachrichten. Ernannt: der Kgl. Oberförster Brause in Frankenberg zum Forst« amtsanroalt, der Pfarrer Lio. Frankenberg zu =====~ - .......... 13
war der vertriebene Herrensohn von Rodenfels? Wie ihr das Herz web tat aus Mitleid für ihn.
Paula stellte ihn Mary vor.
„Fräulein Mary Coulmann."
Georg begrüßte sie arttg, sein Gesicht verriet einige Ueberraschung.
„Gnädiges Fräulein, ick höre zum erstenmal Ihren Familiennamen. Ein Herr Coulmann ist der jetzige Besitzer von Rodenfels. Sind Sie mit dem Herrn verwandt?" fragte er Mary.
„Er ist mein Vater, Herr von Rodenfels, llebrigens hörten auch wir vor wenigen Augenblicken Ihren Namen zum ersten Male. Meine Schwester hatte ihn bei der Vorstellung über- hott."
Georg sah zu Renate hinüber, die immer noch mit ihrer Erregung kämpfte. Paula kam ihr zu Hilfe.
„Sie müssen Fräulein Renate beruhigen, lieber Freund. Als fie eben Ihren Namen hörte, ist sie erschrocken. Sie bildet sich schreckliche Sachen ein."
Georg trat auf Renate zu und faßte ihr« Hand.
„Mein gnädiges Fräulein, ich bin untröstlich, Ihnen irgend welche Unruhe bereitet zu haben. Darf ich fie auch wieder verscheuchen? Bitte sagen Sie mir wenigstens, auf welch« Weise mir das möglich ist."
Renat« sah mit schwachem Lächeln zu ihm auf.
„Ich fürchtete, wir würden Ihnen als frembe Eindringlinge in Ihren angestammten Besitz sehr — sehr unsympathisch sein."
Er zog schnell ihre Hand an seine Lippen.
„Wenn mich etwas mit dem Gedanken aus« söhnen kann, daß mir Rodensels verloren ging, so ist eg der Gedanke, daß Sie jetzt das Schloß Rodensels bewohnen werden," sagte er halblaut mit warmem Ausdruck.
(Fortsetzung folgt.)