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Drittes Blatt.

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Als jenes Bonaparte Bruder *sni Mnen Cassel hat gehaust. Und statt zu fitzen an dem Ruder. Gejubelt hat, geliebt, geschmaust.

War treuer Hessen Brust umschnüret Wie mit dem stärksten Eisenband, Der Patriot ward aufgespüret Gleich wie ein Wild vom Denunziant. Doch gab es Männer, die entfachten In tiefer Brust des Zornes Glut Die all den welschen Tand verlachten Und sie bewahrten Hessenmut. Der Emmerich, so kühn im Wagen Trug Lorbeeren schon zu Friedrichs Zeit, Ihm schlug das Herz in alten Tagen, Wie «inst im grünen Iägerkleid Ein junger Aar mit starken Flügeln War Sternberg reich an Phantasie, Der sich nicht ließ von Lassen zügeln. Ins Angesicht ICtrräteiit spie.

Er kam vom Harz am bohen Horste An Marburgs Universität. Sank blutend hin auf Cassels Forste, Ein junger Baum, früh umgeweht. Der Name Sternberg soll neu leben, In dem Geschlecht, das Dich nicht kennt. Lasst mich aus Schutt und Stein erheben, Da-. ..wohlverdiente Monument"! Mit Emmerich plant er zusammen In dem Geheimen abendlich.

Sic schürten im Verborg'nen Flammen. Indes Spion die Tür umschlich. Gar viele waren immer vorne, Doch mit dem Mund und Rede nur, Erklang das Zeichen mit dem Hör ne. Verloren war dann jede Spur.

Durchs Grünertor sind eingedrungen Bewaffnete ins Herz der Stadt, Es wich von kleiner Schar bezwungen Feig von der Wache der Soldat. Doch bald von Schergen unterrichtet, Kehrt er zurück mit falschem Spiel. Die Heldenschar war bald gelichtet. Wer mutig stand, von Kugeln fiel. Der Sternberg wurde auch verraten Für einen schnöden Judaslohn, Er war als ihm die Schergen nahten, Ein siecher Mann fett Wochen schon. Vom Typhus krank find seine Glieder, Vom Lager wird er weggerasst.

Die Gattin sank erschrocken nieder Was hilst's! Sein Los ist strenge Hast.

Prsf. Nied. Job. Heinrich in Marbnrq, eet 15. April 1772 zu Gosslar.

Ist. Juli 1809 auf dem Forst Von L. Müller.

(S<W)

Politische Umschau.

Der neue Etat.

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Marburg und Umgegend.

Marburo 27. Rov.

* Advent. Morgen ist der erste Advent. Da­mit nimmt die eigentliche Weihnachtszeit ihren Anfang. Nun werden die Schaufenster neu- de-

Wenn gleich das Schicksal oft nicht so gewollt, Als es nach Deinen Wünschen wohl gesollt. So darfst Du drob nicht klagen und verzagen; Ein Mann weiß mutig stets sein Los zu tragen. Ob wild auch oft des Lebens Wellen branden Und hoch aufspritzen gist'gen Gischt und Schaum, An starken Fesseln werden sie zuschanden. Und ihre Herrschaft ist gar bald ein Traum. Sei Du der Fels und last die Wellen Am starken Manneswillen matt zerschellen! Komm, hoch den Kopf? tritt frohen Mutes et* In treuer Freude frohgestimmte Reihn! Last fahren alle Sorgen, alle Grillen, Zeig' Dich als mutvoll starken Man« der I*t, Latz nicht dem oben Trübsinn feinen Wille*, Befolge diesen wohlgemeinten Äatt ' '

Nach froh im Freundeskreis verlebten Stunde« Wird auch das trübste Herz rasch gesunden.

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In Frankreich scheinen aewisse stillschweigend getroffene Abrede, etwas zu denken, ober nicht davon . neuerdings lonaweilig und unpraktisch gefunden zu haben. Denn in nickt wenigen französilchen Zeitungen sind ietd Lobgesänge auf die Sym­pathien der eliasi-lofbringiscken Bevölkerung für Frankreich an der Tagesordnung. Welchen Grad dieser in feinen Zwecken und Zielen fo kraß materielle Enthusiasmus bereits erreicht hat zeigt ein Artikel desPetit Journal", der feststellt". dass das Eraebnis der lebten Wahlen in Elfasi-Lothrinaen einen neuen Sieg für die . elsässifche und lotbrinailche Sache bedeute, und der mit den Sätzen schliesst: ..Der Reifende, der aus Elsass und nach Lothringen kommt, kon­statiert, dass die französische Tradition fort- bauert und immer noch an Kraft gewinnt. Man bedient sich in Elsass-Lofhrinaen der französi­schen Sprache mehr und li-ber als vor dem Kriege Die junae Generation, wenn sie sich auf 'sich selbst besinnt, fühlt ebenso französisch

Marburg

SonittM 28 November 1909.

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Berlin, 2. Nov. DieNordd. Allg. Ztg." teilt aus dem neuen Etat weiter mit: Die Ein­nahmen aus Zöllen, Steuern und Gebühren sind auf 1 441 620 000 veranschlagt; darunter entfallen auf Zölle 631,9 Millionen, die Tabak­steuer 14 413 000, die Zigarettensteuer 23 711000, die Zuckersteuer 147178 000, die Salzsteuer 58 048 000, die Branntweinsteuer 180 Millionen, die Schaumweinsteuer 10 210 000, die Leucht- mittelfteuer 15 031 000, die Zündwarensteuer 15 010 000, die Drausteuer und die Uebergangs- abgabe von Bier 111,5 Millionen, die Wechsel­stempelsteuer 20 Millionen, die Reichsstempel­abgaben zusammen 144 150 860, dazu Abfin­dungen 111400. Im Etat des Reichsschatz­amts betragen die Einnahmen 19 228 370 (we­niger 3 196 340), hiervon aus dem Münzwesen 19,1 Millionen. Es soll 1910 mit der Prägung von Silber-, Nickel- und Kupfermünzen fort- gesabren werden. Der wirkliche Ueberfchutz von 18 Millionen soll zur Verstärkung der Betriebs­mittel der Reichskasse dienen. Die fortdauernden ordentlichen Ausgaben betragen 230 437 261. An Beihilfen für hilfsbedürftige Kriegsteilnehmer sind 23 620 770 (mehr 896 770) angesetzt. Aus der Reichserbfchaftssteuer erhalten die Bundes­staaten (künftig wegfallend) 13 750 000 (2 750 000 mehr.) Die einmaligen ordentlichen Ausgaben belaufen sich auf 21 397 212 (weniger 5 261 497). Der Etat der Reichssckuld veran- ...... ' "" Einnahmen auf

schlagt die ordentlichen

29 724 924 (mehr 8 072 784) Mark. China zahlt als 9. Zinsrate 10 716 789, als Tilaungsrate 649167 Mark von den fortdauernden Ausgaben von 215 683 457 Mark (mehr 18 892 408) ent­fallen 182 755 000 Mark auf Verzinsungen. Zur Verminderung der Rcichsichuld ist ein Betrag von 31 908 957 (mehr 6 571708) Mark einge­setzt. Die gesamte Reichsschuld betrug am 1. Oktober, abgesehen von den im Umlauf be­findlichen ' unverzinslichen Schatzanweisungen in Millionen; vierprrnentige Schuldverschrei­bungen 410. breieinhalbprozentige 2020. drei- prozentige 1783,5, vierprozentige Schatzan­weisungen 340, zusammen 4553,5

Die InsertlvnSgebüor beträgt für bte 7gespaltene Zeile

»der deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 3>) Pfennig. 11 CYftfirfl.

Druck unö Verlag: Juls. Aug. Koh, llnioerfitätSbutzdruckere, Inhaber Dr C. Hitzeroth, Marburg, Markt 2t. Telephon 55.

fange Verwendung gefunden, so daß in diesen Fabriken zur Hälfte Männer und Mr Hälft« Frauen beschäftigt werden. In den Maschinen­webereien. die noch Erwähnung verdienen, fällt es schon lange nicht mehr auf, daß die Zahl der Arbeiterinnen die der Arbeiter überwiegt, und teilweise in den Websälen unter den Arbeiterin­nen nut noch eine kleine Anzahl von Webern angetroffen wird." Auch in zahlreichen anderen Fabriken, Industriebetrieben und Werkstätten ist ein stetiges Vordringen der Frauenarbeit zu beobachten. Sogar bei Arbeitsleistungen, die grössere Körperkraft erfordern, wie bei Tief- bauten und Erdtransporten, ist eine Zunahme der Frauenarbeit festzustellen. Vielfach haben Männer in Fachzeitschriften über diese Erschein­ung Beschwerde geführt. In einzelnen Fällen haben die männlichen Arbeiter der Beschäftig­ung von Arbeiterinnen an Stelle von jugend­lichen Arbeitern offenen Widerstand entgegen­gesetzt. Aus dem Regierungsbezirk Minden wird z. B. berichtet: Viele Zigarrenfabrikanten gehen dazu über, Sortiererinnen an Stelle der männlichen Sortierer einzustellen, und lassen daher auch mit Vorliebe Mädchen zur Sortier­arbeit anlernen, weil Frauen und Mädchen nicht so leicht zu Ausständen und zum Wechseln der Arbeitsstätte neigen wie männliche Arbeiter. An einigen Orten haben diese dem Vorgehen der Fabrikanten mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln heftigen Widerstand ent­gegengesetzt der dann auch nicht überall ohne Erfolg geblieben ist. In einer grösseren Zigarrenfabrik, die bisher ausschliesslich männ­liche Arbeiter beschäftigte, da in der Gegend die Fabrikarbeit weiblicher Personen überhaupt nicht üblich war, wurde im Anfang des Jahres eine Anzahl Mädchen in die Kistenkleberei ein­gestellt. Dies hätte fast Anlass zu einem Aus­stand der männlichen Arbeiter gegeben, wenn nicht die Arbeiterorganisation, der sie ange­hörten, die finanzielle Unterstützung eines et« waioen Streikes abgelehnt hätte."

Wenn die Erscheinung, dass Arbeiterinnen immer mehr in solche Beschäftigungen eindrin­gen, die früher den Männern vorbehalten waren, in den letzten 4 bis 5 Iahten einen grösseren Umfang angenommen hat, so hängt das zweifellos mit dem ausserordentlich lebhaf­ten Geschäftsgang zusammen, der im Zeichen der wirtschaftlichen Hochkonjunktur auf allen Ge­bieten der Industrie herrschte, und zwar in sol- chem Masse, dass das Angebot männlicher Ar­beitskräfte zeitweise erheblich hinter der Nach­frage zurückblieb. Fetner spricht dabei mit die ständig fortschreitende Verkürzung der täglichen Arbeitszeit, bei deren jetziger Dauer c.^ch die für Arbeiterinnen gesetzlichen Vorschriften deren Verwendung keine Schranken mehr setzen. End­lich ist zu beachten, dass nicht selten Ausstands- bewegungen der männlichen Arbeiter die Ar­beitgeber veranlasst haben, auf weibliche Ar­beitskräfte zutiickzugreifen, um so den über­nommenen Lieferungs-Betpflichtungen nachkom­men zu können. ___________

Im Kultusministerium wird zurzeit an der Durchführung des Gesetzes über den Anschluss feit Lehret und Lehrerinnen an den öffentlichen inichtstaatlichen mittleren Schulen an die Ulterszulagekasse der Volksschullehtet $5 August 1909 gearbeitet. Vor einiget Zeit Latte der Kultusminister die Regierungen ans- gesotdert, mit den in Befrackt kommenden Ge- meinden die erforderlichen Verhandlungen ein­zuleiten. Dabei hatte er entschieden, dass zu den Ssfentlichenmittleren Schulen" im Sinne des Gesetzes nicht nut dieienioen für Knaben oder Mädchen oder auch für beide Geschlechter be­stimmten Anstalten gehören, die nach den früheren allgemeinen Bestimmungen als Mittelschulen" gelten, sondern auch die ;Rektotatschulen,'^ höheren' Knabercickulen ulw., welche auf die mittleren Klassen höherer Lehr­anstalten vorbereiten wollen, sowie hieieniaen Schulen, deren Lehrziel das der Volksschule übersteigt obgleich in ihnen entweder aat kein ftemdivtacklichet Unterricht erteilt oder doch nut fakultativ gelehrt wird. Das neue Ge'etz albt bekanntlich den Gemeinden, die solche Sckulen unterhalten, das Reckt, bis zum 1. Avril 1910 der für die Lehret und Lehrerinnen an den öffentlichen Volksschulen ihres Bezirkes be­stehenden Blterszulaaekasse beizutreten. Be­züglich bet erst nach diesem Zeitpunkte errichte­ten mittleren Sckulen läuft die Beittittssrist Lis zum 1. Avril des auf die Eröffnung folgen» den Kalenderjahres. Der Beitritt ist «bet nut «lnbeitlich für alle an einer mittleren Schule angestellten Lehrkräfte zulliisig und davon ab- Ijangig dass zugleich der Beitritt zur Rubege- Haltskalle erfolgt. Durch das neue Gesetz wird die Möglickleit geschofsen, die besonders drückenden springenden Lasten bet Alterszu- fagen durch Zahlung eines gleichhleibenden Pcrsicherunosbeitrags auszugleichen. Dies wird in allen Fällen für die Gemeinden von erheb­lichem Vorteil fein, zumal an den mittleren Schulen vielfach ältere Lehrpetsonsn, die hohe Alterszulaaen bedürfen aber nach der ausdrück­lichen Gefttzesvorsckmft nur bis zur frohe bet für die Volksschullehrkräfte normierten Sätze versichert werden. Wo höhere Alterszulagen zu zahlen sind, müssen diele nach wie vor von den Schulunterhaltungspftichttaen gedeckt werden. Der Anschluss an die Alterszulaaekasse macht selbstverständlich eine Anpossuna des Alterszu- TagefnTtems an das der Volksschullehtet und -lcchtetinnen notwendig und bedingt eine Be­rechnung der Dienstzeit der Lehret und Lehrer­innen nach den Vor.schriften des Lebrerbe- soldungsaesetzes? Inzwischen sind die auf Grund dieser Vorschriften geführten .Verhandlungen der Regierungen mit den Gemeinden zum Ab­schluss gekommen. Die Berichte über die Ergeb­ne liegen dem Kultusministerium vor. Sie werden zusammengestellt, geprüft und weiter 1 bearbeitet^ werden, so dass mit dem 1. April wl»-sich der Beitritt zur Alterszulagekasse bet LoMchüllehrer überall da. wo et gewünscht W^Much wird vollziehen lassen.

..«berhesftsche Heitnng" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertane. Der Bez u g s preis betragt werte - jährlich durch di- 'Soft bezogen 2,25 Mk. (ohne Bes-eUgeld).. be> ansern Zeitungsstellen uns der Erosditlon (Markt 21,) 2 Mk.

wie die früheren Generationen. Diese junge Generation Elsass-Lothringens hat in Deutsch­land ihrer Militärpflicht genügt. Sie hat die Pickelhaube getragen. Aus bet Sttrn dieser jungen Leute ist die Spur davon, eine tiefe Furche gleichsam eine Narbe, zurückgeblieben. Aber diese jungen Leute haben nachgedacht, sie haben Vergleiche angestellt und sie haben ihr Urteil gefällt." Wie dieses Urteil ausgefallen ist braucht der Atiikelschteibet desPetit Journal" nicht zu sagen. Das weiß jeher seiner Leset auch so. Aber soweit unter ihnen und sonst unter den Franzosen ernste und besonnene Elemente sind, werden sie ein Urteil skeptisch aufnehmen, das nicht der Ausdruck ehrlicher Ueberzeugung, sondern von Hass und Rachedurst eingegeben ist.____-

Frauenarbeit

Man schreibt uns: , ,

In verschiedenen Gegenden, deren industrielle Betriebe früher ausschliesslich männliche Arbeits­kräfte beschäftigten, ist eine fortschreitende Ver­drängung der Männer- durch Frauenarbeit zu beobachten. Geh. Eewerberat Steinbrück be­richtet darüber aus dem Bezirk Osnabrück und Aurich:Verschiedene Fabriken sind in den­jenigen Abteilungen ihrer Betriebe zur Beschäf­tigung von Arbeiterinnen anstatt der früheren Männerarbeit übergegangen, in denen die Ge­schicklichkeit und nicht die Körperkraft in den Vordergrund tritt. Zu einer solchen Verdräng­ung der Männer- durch Frauenarbeit führte in einer Easmesserfabrik, die ausschliesslich Trocken­messer herstellt, ein Streik, an dem besonders die Lederbinder beteiligt waren. Die Fabrik gab diese Arbeiten an Heimarbeiterinnen ab und beschäftigt nur . noch einen Lederbinder, der hauptsächlich für Reparaturen unentbehrlich ist. In den Marmorschleifereien wird das Polieren von Wärmsteinen und kleineren Gegenständen, die nicht mit Maschinen poliert werden können, von Arbeiterinnen ausgeführt. Weitere Bei­spiele. an denen die Verdrängung der Männer­arbeit schon lange zu beobachten ist, finden sich in den Zigarrenfabriken; hier erhält die billigere Frauenarbeit bei der Herstellung minderwer­tiger Zigarrensorten die Fabrikanten wettbe­werbsfähig. Derselbe Grund ist für die Fabriken, welche Massagewaren fertigen, massgebend. Sie gestalteten die innere Einrichtung der Be­triebe von vornherein für die Frauenbeschäftig­ung aus und benutzten die leichte, geschickte Hand der Arbeiterinnen zur Bedienung von Handpressen und Stanzen, zum Teil auch von leichten, durch Maschinenkraft bewegten Dreh­bänken und Pressen. In den grösseren Kcn- fektionswerkstätten sind fast auschließlich Frauen und Mädchen beschäftigt. Die Zuickneide- maschinen wurden früher von kräftiger Männer­hand bedient; in letzter Zeit hat sich aber die einer Bandsäge ähnliche Zuschneidemaschine ein- geführt. und nun kann auch noch diese Tttigkett durch Frauen ausgeführt werden. Verhältrns- rnässig stark ist die Frauenarbeit in den Flettch- warenfabriken vorgedrungen. Neben der Rein­haltung der Arbeitsräume, her Tllcke und Ge­räte hat die Arbeiterin beim Reinigen der Därme bei dem Zerschneiden und Verteilen bet Fleischärten für die verschiedenen Wurstsorten, bei der weiteren Verarbeitung des Fleisches zur Wurst und beim Verpacken in größerem Um-

Ietzt, als im Haufe Du gerastet Des Wolffs, her Dich hielt in Hut, Kam Deine Gattin grambelastet, Ein treues Weib von hohem Mut.

Von ihm gerissen ohn Erbarmen, Die mütterlich ein Pfand versprach, Fuhr man nach Cassel Dich den Armen, Ein Wunder, dass ihr Herz nicht brach. Am Fuldastrand in dem Kastelle Zu Cassel kamst Du vot Gericht, Schreibst Briefe dort in Deiner Zell« Der Gattin, sie erhielt sie nicht.

Von einem strengen Kriegsgerichte, Von Marionetten nur besetzt. Standst Du mit bleichem Angesichte, Doch im Gewissen unverletzt.

Hin rannen viele bange Stunden, Da fiel füt Dich der strenge Spruch: Als schuldig des Verrats befunden, Strich man Dich aus dem Lebensbuch. Jetzt aus Kommando fallen Schüsse, Man schießt. Du windest Dich im Schmerz. Leb wohl, mein Weib, den Himmel grüßef Ein neuer Schuß durchbohrt sein Herz. Die Gattin, wenn die Pforte knarrte. Erhoffte seine Wiederkehr,

Doch ob sie Monde, Jahre harrte.

Ihr treues Äug' sah Dich nicht mehr. Dein Leib ruht nicht in ftotjem Baue, Ein grauer Stein zeigt nur den Ort, Das Monument in Cassels Aue, Rennt Helden Euch mit keinem Wort.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wächentl. Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Berlage

Folgendes Gedicht bezieht sich fchossenen Professor Johann Heinrich Sternberg, Direktor am Marburger Klinikum: