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für den Monat Dezember

<wf HeOberhesstsche Seit«««" nebst ttzren - Beilagen werden von unserer Expedt- Üott (Markt 21), unsere« Ausgabestelle« in Kirchhain, Stenftadt und Wetter, sowie »on allen Postanstallen und Landbrieftritgern entgegengenommen.

Vom Nelken

Berlin, 24. Rov. Der Etat der allge­meinen Pensionsfonds erfordert eine Ausgabe en 107 341 014 (gegen das Vorjahr 2 526 492 mehr). Dis Ausgaben des Reichsinvalidenfonds belaufen sich enif 33 871287 (1554 930 M

weniger), sie werden gedeckt durch eine Zinsen­einnahme von 1 000 000 eK und einen Kapital­zuschuß von 32 671 237 <41. Aus den einge­gangenen Verbindlichkeiten war Ende 1908 noch eine Schuld von 46 606 993 M. verblieben. Zu dieser Summe tritt ein Kapitalzuschuß von 1909 mit 32 575 317 <4c. Es könnten mithin bis Ende des Rechnungsjahres 1909 Schuldverschreibungen in Höhe von 79182 310 dt aus dem Bestände des Reichsinvalidenfonds (Ende März 1909 rund 127 000 000 =40 anderweit abgegeben oder veräußert werden.

Der Etat für das preußische Militärkontin­gent weist im ordentlichen Etat an Einnahmen nach 8 245 463 <41 im außerordentlichen 3 503 656 <K die fortdauernden Ausgaben des ordentlichen Etats betragen 554 501311 M (10716807 M. mehr), die einmaligen Ausgaben 57 585 960 M (32 466 096 M weniger). Im außerordentlichen Etat werden 19 949100 -K (14 311 100 cM. weniger) verlangt. In einer dem Etat beigegebenen Denkschrift betreffend eine anderweite Regelung der Nations- und Pferde­geldergebühr ist ausgesprochen, daß die Regel- ung dieser von der Heeresverwaltung in der Budgetkommission des Reichstages zugesaaten Frage durch den Etat erledigt werden soll, doch sei beabsichtigt, wegen der Höhe der Kosten den Gesamtbetrag nicht für 1910 anzufordern, son­dern mit Maßnahme nach und nach vorzugehen. Die laufenden jährlichen Kosten sind zu veran­schlagen auf 149,141 M Minderkosten und 681,504 -4t Mehrkosten. Aus den Anforderungen an di« einmaligen Ausgaben ist eine der ersten Raten zum Neubau einer Kaserne für eine Offizierreitschule in Soltau mit 8000 -4t her- vorzuheben, da in einer beigegebenen Denk­schrift die Notwendigkeit der Errichtung wei­terer Reitschulen für neuernannte Kavallerie, offiziere begründet wird.

In dieser Denkschrift heißt es, daß die Er­wartungen, welche an die im Jahre 1906 neu eröffnete Offizierreitschule in Paderborn ge­knüpft wurden, sich in vollstem Maße verwirk- l«A haben und von allen Dienststellen daher die batzrig« Errichtung weiterer Reitschulen aufs

27 (Nachdruck verboten.)

Was Galt zrrfammettgefügt.

Roman von H. Lourths-Rahler.

(Fortsetzung.)

Sie sind heute so still. Biel stiller und ernster noch als sonst," sagte er leise und trat ihr vertraulich noch näher. Seine Augen hefteten sich unruhig forschend auf ihr Gesicht. Sie sah in dem weißen, glattanliegenden Tuch­kleid so schön und lieblich au», daß seine Leiden- schäft entflammt wurde.

Bon ihm zurücktretend, ging sie zu den an­dern hinüber.

Das ist wohl ein Irrtum, Herr Doktor," sagte ste mit kühler Freundlichkeit. Er folgt« ihr, ein unmutiges Funkeln in den sonst so kalten Augen. Ihre Abwehr reizte ihn. Es war wirklich viel Geduld nötig, ihre kühle Sprödigkeit zu -befigen. Schade, daß ste nicht war wie ihre Schwester Mary. Sein Bruder hatte es entschieden leichter.

Marys Auge» sprachen deutlich genug da­von, daß ihr Herz Bernhard zuflog.

Bernhard Trautmann war auch sehr glück­lich und zufrieden. Vorhin hatte er mit Mary drüben im Nebenzimmer ein Album durchge- blättert.

.Sie sind doch wieder ganz wohl, gnädiges Fräulein?" fragte er, mit zärtlicher Sorge in de» Augen.

Ganz gesund, der Stubenarrest ist zu Ende."

Eigentlich schade."

Das ist recht menschenfreundlich. Sollte ich «nger krank sein?"

und den Beilagen:Nach Feierabend" (lvöchentl. Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Beilage".

M 278

DieGberheMche Jett««»" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bez u g 8 preiS beträgt viertel­jährlich durch die Bost bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

Marburg

Somabend 27. November 1909

Die Jnsertion-gebühr beträgt fllr die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, fäe Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Iah. Aug. Hoh, tlnioerntätsbu horückerei Inhaber Dr. T. Hiher»th, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

44. Jahrg.

OReüraari

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 92.

wärmst« befürwortet, und als Standorte für diese Sprottau, Soltau und Beeskow vorgesehen wuü>en. Da sich ferner die seinerzeit ausge­sprochene Ansicht, di« Kavallerie- und Unter­offizierschule Paderborn würde nach Einführung der Offiziersreitschule entbehrlich, sich nicht als zutreffend erwiesen habe so würde die Kaval-, lerie- und Unteroffizierschule zukünftig mit vier Offizierreitschulen in Wechselbeziehung zu treten haben. Die einmaligen Kosten der Er­richtung von drei weiteren Reitschulen werden auf 70 050 -4l berechnet. Die Kosten der Unter­bringung einschließlich des Erunderwerbs wer­den voraussichtlich 1470 000 -4l betragen; für Magazin anlagen werden 36 000-4t und die dau­ernden Ausgaben mit 395 6000 -4t berechnet. Beim Artillerie- und Waffenwesen sind u. a. außer der ersten Rate 1364 874 -4t zur Be­schaffung von Feldartilleriegeräten nebst Mu­nition für Kriegsformationen, für weiter« Zwecke der Feldartillerie 13 360 000 -4t, für Er­gänzungen derselben 5 900 000 -4t eingestellt. Im außerordentlichen EM werden u. a. Ar den Ausbau der Landesbefestigungen 16 949 0ÜV -4t (9 811 100 weniger) angefordert. Der Etat für das sächsische Militärkontingent weist an fort­dauernden Ausgaben 51 292 840 -4t (1577 614 -4t mehr) auf. Für den württembergischen Kontin­gent betragen die fortdauernden Ausgaben 25826 970 -4t. Bei den beiden Staaten find außerordentlich« Etats nicht vorhanden.

Deutsches Reich.

vom Kaiser. Neudeck, 25. Nov. Der Kaiser begab sich heute nachmittag in Beglei­tung des Fürsten Henckel von Donnersmarck von Schloß Neudeck nach dem Bahnhöfe in Radzion- kau. Nach herzlicher Verabschiedung von dem Fürsten fubr der Kaiser gegen 3 Uhr im Sonder­zug nach Pletz.

Prinz Heinrich. Darmstadt, 25. Nov. Prinz Heinrich von Preußen ist heute nach­mittag nach Iglo in Ungarn abgereist; Prin­zessin Heinrich von Preußen wird morgen nach Kiel zurückkehren.

Reichseisenbahnamt. Berlin, 25. Nov. DerReichsanzeiger" meldet: Der großherzog­lich hessische Oberlandesgerichtsrat Jung-Darm­stadt wurde zum richterlichen Mitglied des Reichseisenbahnamts ernannt.

Abdul Hamid und feine deutsche« Gläu­biger. Konstantinopel, 22. Nov. In den Pro­zessen, welche, wie dieF. Z." meldet, gegen den früheren Sultan Abdul Hamid angestrengt wur­den, hat nunmehr die 4. Zivilkammer in Berlin ein Urteil gefällt. Es wurde durch das Aus­wärtige Amt der Deutschen Botschaft Lbermit- telt, welch« ihrerseits das Nötige veranlaßt hat, damit das Urteil dem Gefangenen von Saloniki in rechtmäßiger Form zur Kenntnis gebracht werde. Abdul Hamid wurde zur Zahlung von 61 042 -4t an den Maler Milmer und seine fünf Gehilfen, welche kontraktlich engagiert waren, verurteilt. Desgleichen erhält Professor Back­hausen, der im Auftrage der Zivilliste eine Studienreise nach dem Toten Meer unternom­men hatte, 1817 -4t zugesprochen. Ein Herr Hermann Bunge, der eine Pension von 15 Pfd. vom Sultan bezog die man aber nach dessen Entthronung unterdrückt hatte, erhält als Ent-

Um Himmelswillen, nein! Ich meine nur das mit dem Stubenarrest. Es war so schön, wenn ich Ihnen die Langeweile ein bißchen ver- tteibe« durste."

Sie lachte leise.

Das dürfen Sie auch jetzt noch!"

Ja? Darf ich morgen wiederkommen?"

Rein, morgen machen wir Besuche das heißt am Nachmittag nicht."

Also darf ich Nachmittag kommen?"

Wenn Sie nichts Besseres vorhaben!"

Er griff verstohlen nach ihrer Hand.

Fräulein Mary," sagte er vorwurfsvoll.

Was denn warum sehen Sie mich so strafend an?" fragte sie verlegen.

Strafend? O nein, das kann ich gar nicht. Aber Sie wissen doch, daß ich Besseres nie vor­haben kann, als Ihnen Gesellschaft zu leisten."

Sie zuckt« die Achseln und stellte sich gleich­gültig.

Vielleicht doch jedenfalls etwas Nütz­licheres."

Zum Beispiel?"

Zum Beispiel Ihr Examen machen."

Er seufzte.

Jetzt hab ich Ferien nur noch wenige Tage und die will ich auskosten. Nachher geht eg wieder flott an die Arbeit. Sie wissen doch, wie eilig ich es habe, meinen Doktor zu machen."

Warum denn?"

Er sah sie sonderbar an.

Weil ich erst meinen Dostor machen muß, um eine feste Anstellung zu bekommen, und weil ich mir selbst das Wott gegeben habe mich nicht eher z» verloben, bis ich angestellt bin."

schädigung ein Kapital von 40 000 -4t und der Leibarzt Abdul Hamids, Dr. Bier, dessen Kon­trakt noch einige Jahre weiter lief, eine solch« von 158 472 cAl. Bekanntlich war infolge der Prozesse eine Summe von 200 000 -4t von ,ben bei der Deutschen Bank hinterlegten Depots des Sultans mit Beschlag belegt worden. Das Blatt bemerkt dazu: Di« hiesigen Zeitungen fragen nun, woher es komme, daß sein« Gläu­biger den Prozeß in Deutschland angestrengt hätten, während der Schuldner in der Türkei wohne. Eine Beantwortung dieser etwas naiven Frage kann nicht schwer fallen.

Ausland.

** Aus dem österreichischen Abgeordneten­haus«. Wien, 25. Nov. (Fortsetzung.) In der weiteren Beratung der Dringlichkeitsanträge betreffend die nationalen Fragen erklärt« der Abg. Niklas (christlich-sozial) gegenüber dem Abg. Kramarz, das Bündnis mit Deutschland sei den Oesterreichern, insbesondere den Deut­schen und sicherlich auch dem größten Teileber slawischen Bevölkerung ein Herzensbedürfnis und eine Notwendigkeit zum Schutze der gegen-. fettigen Interessen. Das mächtige Deutsche Reich habe im letzten Winter Oesterreich die not­wendige Rückendeckung geboten, für die dieses noch heute dankbar sei. Abg. Dr. Weidenhoffer (Deutsch-national) erstatte, di« Wiener Vor­gänge seien spontane Kundgebungen der Be­völkerung der deutschen Heimat gegen den von der allslawischen Propaganda ausgehenden Ver­such, den deutschen Kern der Monarchie zu durch­setzen. Mit ber Verteidigung des Deutschtums in Niederösterreich würden di« Grundlagen des Bestandes der Monarchie vetteidigt.

** lleberführung d«r Asche Kossuths. Buda­pest, 25. Nov. Heute fand die feierliche lieber» führunq der Asche Kossuths aus der provisori­schen Gruft ins Mausoleum statt. Mitglieder des Kabinetts und des Abgeordnetenhauses, der Bürgermeister, die städtischen Behörden und bie beiden Söhn Kossuths, Franz unb Ludwig Theodor, nahmen an der Feier teil. Minister­präsident Dr. Wekerle legte im Namen der Re- gierung einen Kranz nieder, Handelsminister Kossuth im Namen der Familie. Der evange­lische Bischof Scholtz hielt eine Red«, in bet et ausführte, bie Ehrung Ludwig Kossuths sei keine revoluttonäre Kundgebung. Nur diejenige Na­tion sei patriotisch, welche ihre großen Männer stets in Ehren wisse.

* Die Eistmordanschläge gegen öfter, reichische Stabsoffizier« haben noch immer kein« Aufklärung gefunden. Bei bet Polizei find nicht weniger als 800 Brief« mit Vermutungen ober birekten Anklagen übet bie angeblichen Täter eingelaufen, bie aber keinen wirklichen Anhalt geben. Die Postbeamtin Posselt, bie zuerst behauptet hatte, ben Aufgeber bet Gift­briese gesehen und gesprochen zu haben, gesteht jetzt ein, sich getäuscht zu haben.

* Zar Ferdinand in Belgrad. Belgrad, 25. Nov. Der König von Bulgarien traf nach­mittags hier ein und wurde vom König, dem Kroyptinzen, dem Minister des Auswärttqen und dem Personal bet bulgarischen Gesandt­schaft am Bahnhof begrüßt. Nach bet Vor­stellung ber beibersettigen Gefolge begaben sich

Wollen Sie sich denn verloben?" fragte fie leise.

Et faßte wieder ihre Hand und sah ihr mit heißer Bitte in die Augen.

Wissen Sie das nicht, Fräulein Mary?" Ihr Atem ging schnell.

Ja nein wie soll ichs denn wissen?" stammelte fie.

Fräulein Mary, liebes teure» Fräulein Mary, manchmal ist mit ganz kläglich bang zu­mute. Es dauert noch übet ein halbes Iaht, bis ich mein Ziel erreicht habe. Und da packt mich manchmal die Angst, die junge Dame, die ich von ganzem Herzen liebe, könnte die Ettmld verlieren. Wenn ich nur genau wüßte, ob fie auf mich warten wird. Meinen Sie, daß ich zu spät komme, wenn ich am Ziel bin?"

Sie sah ihn an. Erst wollte sie durch einen Scherz ihre Verwirrung verbergen. Aber als fie in feinen Augen die leidenschaftliche Bitte las, flammte auch ihr Blick auf. Ihr Gesicht wurde ernst. Sie atmete tief auf und sah ihn bann voll ehrlicher Liebe an.

Nein Sie kommen nicht zu spat," sagt« sie leise aber fest.

Er küßte ihr feurig bie Hand.

Dank, heißen Dank, nun wird mit bas Watten nicht gar so schwer."

Dann waten fie wieder hinüber gegangen. Aus ihren jungen Gesichtern lag ein heimlicher Glanz unb Ernst Trautmann hatte alle Ursache, feinen Bruder zu beneiden.

Als bie zwölfte Stunbe schlug, klangen bie frischgefüllten Gläser hell aneinanber. Mary unb Bernhard sahen sich dabei mit ernsten

bie Könige auf Wunsch des Königs Ferdinand nicht auf direktem Wege, wo bie Eenbarmeri« aufgestellt war, sondern auf einem größere« Umwege nach dem Palais. Ein zahlreiche» Publikum begrüßte den König getbinanb leb­haft.

* Serbische Armeekornmisfio«. Belgrad, 14. November. In Landskron in Schweden weilt gegenwärtig eine aus dem Oberleutnant Rajko» witsch, einem Hauptrnanne und zwei Chemiker« bestehende serbische Armeekommission, um da» von einer dortigen Munitionsfabrik für di« serbisch« Armee gelieferte Pulver zu überneh­men. Nun entstand zwischen Rajkewitsch einer» feits und den anderen Kommifsionsmitgliedern andererseits wegen des Pulvers ein derartiger Streit, daß sich Rajkewitsch vor dem Grimme seiner Kameraden in die Fabrik flüchten mußte, wo er sich eingeschlossen hält. Die Fabrikleitung hat über diesen Vorfall telegraphisch nach Belgrad berichttt und um Schutz für den Ober- leutnant gebeten. Darauf lerief bet Kriegs­minister bie ganze Kommission nach Hause. Diese behauptet, daß Oberleutnant Rajkewitsch bezahlter Agent dieser Fabrik sei und verlangt «ine Untersuchung gegen sich.

** Im englischen Oberhause würbe gestern bi« Debatte über bie Ablehnung bes Budgets fortgesetzt. Der unionistische Lord Balfour of Burleigh bekämpft« wie der Lord Rosebery den Antrag Landsdowne, also seiner eigenen Partei, als gefährlich und nicht konstitutionell. Man ist gespannt, ob di« Unionisten angesichts des Wiberstandes in bet eigenen Partei ben Kampf zu Ende führen.

* Persien. Teheran, 25. Nov. Der liebet» fall auf bie Karawane bet russischen Konsuln Passe! unb Kablulowsky würbe von 50 Reitern unb 200 Mann zu Fuß bes Kaschkaistammes aus» geführt. Die Begleitung der Konsuln, bene« sich sechs persische Handelskarawanen mit einigen persischen Soldaten angeschlossen hatten, war zu schwach, um dem heftigen Feuer der aus dem Hinterhalt schießenden Räuber zu widerstehen. Die Karawane mußte preisgegeben und bet Rückzug angetreten werben. Außer ben bereits gemeldeten Verlusten bei bet russischen Kara­wane wurden bei ben Hanbelskarawanen mehr als zehn Perser getötet. Die Karawanen wür­ben gänzlich ausgeraubt. Mit Mühe gelang cs den Konsuln, die beide unverlesst geblieben sind, bas Archiv und die Kasse des Konsulats in Sicherheit zu bringen. Der russische Gesandte machte bet persischen Regi-'ung bie ernstesten Vorstellungen und forderte sie auf, unverzüglich Massnahmen zur Bestrafung der Räuber zu treffen; auch machte er bie Regierung für alle Verluste verantwortlich unb verlangte volle Entschäbigung.

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Origtnalarfifel ist gemäß § 18 bei Urheberrecht» nur mit der deutlichen Quellenangabe - .Oberheff. Zig.' gestattet.)

Marburg, 26. Nov.

)( KreiStagSwahl. Gestern fanden im Fürsten­haus die Kreistagswablen statt. Wiedergewählt wurden im Wahlverbande der größeren Grund­besitzer die Herren Geh. Ober-Reg.-Rat Dr. Sckoll- mever hier, Generalleutnant v. Hevdwolss Ger-

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Micken tief in die Augen. Wie ein feierliche» Versprechen lag es in diesen Blicken.

Renate ftanb am offenen Fenster und lauschte dem Elockenklang, der bas alte Jahr zu Grab« trug und das neue erweckt«. In ihren großen, goldig schimmernben Augen lag eine stumme Fraae an bas Schicksal.

Ernst Irautmann war wieder nicht zu­frieden mit dem Verlauf dieses Abends. Renat« wich ihm so geschickt aus, daß er nicht ungestört mit iht sprechen könnt«. Er tröstete sich schließ­lich mit dem Gedanken, daß jetzt in Coulmann» Abwesenheit doch nicht an eine Verlobung zu denken wat. Bis er wiederkam, würde er ja endlich Renates Sprödigkeit besiegt haben.

Paula Hardenberg hatte wirklich, rot« Renate erraten, ben Iahtesschluß mit ihrem Gaste in ernstem Gespräch verlebt. Es wurde natürlich auch von Renate gesprochen. Die fein­fühlige Frau merkte, daß Georg sich seht für di« junge Dam« interessierte. Sie sagte sich, daß es vielleicht ein großes Glück für Georg sein würde, diesem lieben Mädchen nähet zu treten. MU Absicht hatte sie vermieden, Georg und Eva auf die Eisbahn zu begleiten. Schade, daß sein Ur­laub schon zu Ende ging. Die Zeit war doch wohl zu kurz, um die jungen Leute einander näher zu bringen.

Jedenfalls erwog ste aber die gegenteiligen Verhältnisse. Renates Batet war ein reicher Mann, und wenn st« Geotg auch gut genug kannte, um nicht zu wissen daß er nie um Geld freien würde, so wußte fie doch auch, daß et nicht data« danken konnte, «ine arme Fra« heimzn* führen. Gottsetzung folgt).