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Hz! Sonn- und Feiertage.

tilO jährlich durch dis Poi

Zweites Blatt

gerade sehr erfreulich.

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gemeinsam nach Roden- Wie finden Sie das

uns auf der

aufgeräumt von Jeinen Reiseplänen.

trank auf seine frohe Wiederkehr.

Bernhard Trautmann sah natürlich Tisch neben Mary.

Was werden Sie nun in der langen

22

Mas

kann die Hoffnung des Glaubens trotz Tod Verwesung sich emporranken.

Mer sein Liebstes muh begraben, Pflanze still ein Kreuz darüber, Und sein Herz wird Frieden haben. Gehn ihm auch die Augen über.

Wo am Kreuz die Tränen fliehen Still und sanft und Gott ergeben, Werden aus dem Grabe spriehen Rosen, die das Kreuz umweben.

Wir gedenken der Toten. Wir lassen mahnen an unfern eigenen Tod. Alles

das Mittagessen ein und dann wurde Eva zur Ruhe gebracht, damit sie am Abend frisch wäre.

Paula und Georg bauten in dem Hellen, farbenprächtigen Festsaal der Villa, der mit herrlichen Wandgemälden aus der deutschen Göttersage geschmückt war, den Gabentisch auf und dekorierten den Weihnachtsbaum. Paula sah den jungen Mann einige Male verstohlen ian. Auf seiner Stirn war eine senkrechte Falte zwischen den Augenbrauen eingegraben. Sie merkte, dah ihn der Verlust des Ringes

geschehen."

Als später Eva zwischen den beiden den hell- «rleuchteten Festsaal betrat und in staunendem Entzücken vor dem strahlenden Weihnachts­

oder lang der Tod unfern Planen und Wirken ein Ziel setzt. Entgehen kann ihm niemand. Aber wir können ihn überwinden im Glauben an den. der durch Kreuzesleiden und Aufer- stehungsherrlick>keit dem Tode dir Macht qenorn- men hat. Totenfest, es lehre uns, die wir sterben müssen, bedenken, was zu unserem Frieden dient.

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wenn Sie Silvester mit uns zufammen in Losch« witz feiern wollten. Darf ich Ihrer Zusage ge« wih fein?"

Sie neigte das blonde Köpfchen.

Ja ich komme gern."

Dann wandte sie stch zu Renate.

Haft Du gehört, wir sind für Silvester mit Frau Werner zu Herrn Trautmanns Eltern ge­laden. Du kommst doch mit?*

Um so lieber, als Papa diesmal nicht bei uns ist. Bitte, überbringen Sie Ihren Eltern unseren Dank."

Wissen Sie noch, dah wir schon voriges Silvester zusammen waren, gnädiges Fräu­lein?" fragte Ernst Renate.

Gewih. Wir gaben damals die erste grö­ßere Gesellschaft hier in Dresden."

Bei meinen Eltern werden Sie freilich außer meinem Bruder nur noch mich anwesend finden. Hoffentlich langweilen Sie sich nicht."

Ich brauche nicht viel Menschen, um mich gut zu unterhalten. Im Gegenteil, in großer Gesellschaft fühle ich mich oft am einsamsten* erwiderte Renate in ruhiger Freundlichkeit, wandte sich aber dann sofort an ihren Vater, um das Gespräch mit Ernst abzubrechen.

Run ist Dir ein Stein vom Herzen, nicht wahr, Papa? Du warst ja schon in Sorge, dah wir Silvester ganz allein sein würden."

Allerdings. Es freut mich sehr, daß meine alren Freunde in Loschwitz stch Eurer annehme» wollen," erwiderte Coulmann lebhaft und seine Augen flogen forschend zwischen den beide« Paaren hin und her. Er hätte es so gern ge­sehen, wenn zwei Brautpaare daraus würde«, wen« er auch seine lieben Mädels gern noch recht lange behalten hätte.------

(Fortsetzung folgt.)

bäum stand, vergaß er wirklich über der weihe­vollen Stimmung seinen Verlust.

Die Dienstboten standen in festlichen Gewän­dern an ihren bestimmten Plätzen und wurden von Paula mit gütigen Worten aufqesordert, ihre Gaben zu betrachten. Eva wußte nicht, wlchin ste zuerst in jubelnder Freude eilen sollte und warf sich dann mit dankbarem, jubelndem Ungestüm in Mamis Arme. Georg betrachtete gerührt die zärtliche Gruppe. Das weißge­kleidete Kind und die schlanke schwarze Frauen- gestalt, sie schienen eins zu sein in der Liebe. Und doch flog ein weltvergessener Blick aus Paulas Augen über den blonden Kinderkopf hinaus in die Unendlichkeit. Ihre Seele suchte in der Vergangenheit, aber sie zwang stch zurück in ihre Umgebung und tr~t an das Harmonium heran. Ihre schlanken, weißen Hände griffen zum ersten Male seit des Gatten Tod in die Tasten.

Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden."

Sie spielte es bis, zu Ende und erhob sich dann mit gefaßten, verklärten Zügen.

Politische Umschau.

Forderungen zur Reicks- und StaatS- Anoehöriokeit.

Die Sorge um die zeitgemäße Neugestaltung des Rechtes der Reichs- und Staatsangehörigkeit veranlaßt die nationalen Körperschaften, diefer Lebensttaae unseres Ausland-Denttchttlms ernsteste Aufmerksamkeit zuzuwenden und dahin zu wirken, daß die gesetzgebenden Stellen im Reiche über die Auffassung und Stimmung der unterrichteten Kreife aufaeklärt werden. So wird stch die Kolo- nialaefellfchaft in aller Kürze wieder mit der Frage befchästioen. Wir freuen uns mitteilen zu können, daß zwischen den Leitungen des Pereins für das Deutschtum im Ausland und des Alldeutschen Ver­bandes eine Verständigung dabin erzielt ist. der

Werner nimmt uns unter ihre Fittiche. An­fang Mai gehen wir nach Rodenfels, bis dahin soll dort alles fertig fein. Wenn Sie ganz arttg sind und recht brav Ihren Doktor natürlich summa cum laude gemacht haben, laden wir Sie dann ein zur Besichtigung des Schlosses."

Muß es unbedingt summa cum laude sein?" fragte er kläglich.

Sie lachte schelmisch.

Unbedingt."

O weh," seufzte er und sah ste wie um Er­barmen flehend an.

Bei sonst guter Führung lasse ich vielleicht noch mit mir reden," sagte ste gnädig. Dann fuhr ste fort, ihr Programm zu entwickeln. Wenn wir in Rodenfels Langeweile haben und nach Abwechslung verlangen, dürfen wir im August mit Frau Werner in ein Seebad gehen. Ende August kehrt Papa zurück und würde uns dann AentueQ in besagtem Seebad

Aie neue Dienstaltersiiste der Direktoren, Professoren, Oberlehrer, anstelluntzssähigen Kandidaten. Probanden und Seminar- mitgtieöer an den höheren LehranAalten

Preußens.

Soeben erschien zum 16. Male im Verlag von Trewendt und Gramier (Alfred Preutz) Breslau als 2. Teil des sog. Kunze-Kalenders die Dienst­altersliste der akademisch gebildeten Lehrer an den höheren Lehranstalten Preußens und einiger an­derer deutscher Staaten. Wie stets ist auch dieser Band mit großer Sorgfalt und Liebe von Prof. Dr. Töplitz (Breslau) und Prof. Malberg (Schöne­berg bei Berlin) bearbeitet worden. Die zusam- menfasfende Uebersicht über die gemachten An­gaben dürften für weitere Kreise einiges Interesse beanspruchen. Am 1. Mai 1909 gab es in Preu­ßen 711 öffentliche höhere Knabenschulen, 507 Vollanstalten und 204 Nichtvollanstalten, 43 Voll­anstalten und 39 Nichtvollanstalten befanden sich noch in der Entwickelung: (sine Anstalt, Hohen- zollern Reformrealgymnasium hat ihre Selbstän­digkeit aufgegeben und ist dem Hohenzollern-Gym-' nasium dort angegliedert. 676 Direktoren und 20 Leiter stehen an der Spitze dieser Anstalten, 10 Stellen sind unbesetzt und 5 andere anderweitig ge­leitet. Die Zahl der Oberlehrer ist auf 8453 ge­wachsen, 337 Stellen sind unbesetzt. Von den Direktoren, Professoren und Oberlehrern wurden 603 im Berichtsjahre 1. Mai 1908 bis 1. Mai 1909 neu angestellt, während 275 abgingen. An Nach­wuchs waren 235 anstellungssähige Kandidaten, 730 Probanden und 852 Seminarmitglieder vor­handen. Zu den anstellungsfähigen Kandidaten sind noch 22 nicht in einer amtlichen Liste eingetragenen hinzuzurechnen, zu den Probekandidaten 14 Ein­jährig-Freiwillige und 1 sonst Beurlaubter, die die Hälfte des Probejahres, und 28 Einjährig-Frei­willige sowie 13 sonst Beurlaubte, die das Semi­narjahr abgelegt haben, zu den Seminarmitglie­dern endlich 11 Einjährig-Freiwillige und 2 sonst Beurlaubte, die die Hälfte des Seminarjahres ab­gelegt haben. Trotz des offiziellen Trien- niums ist in keinem der 12 Beobachtungs- javre die Durchschnittswartezeit von der Reife­prüfung bis zur I. Lehramtsprüfung unter 6 3 Fahre hinuntergegangen. Es erscheint unverständ­lich, daß die Delegiertenversammlung der Philo­logenvereine noch immer keinen Erfolg mit der Bitte gehabt hat: Von den Kandidaten des höhe­ren Schulamtes ist der Nachweis über ein zurück­gelegtes vierjähriges Studium zu verlangen. Wenn bei den Zahnärzten das Studium auf 7 Se­mester hinaufgesetzt ist. sollte es doch nicht schwer halten auch für die Anwärter des höheren Lehr­amtes eine Aenderung der Studiendauer vorzu­nehmen. Denselben negativen Erfolg hatte ja bis­her die Delegiertenkonferenz in der Titelfrage. Fetzt vor Beginn der länger dauernden Wattezett ist aus Billigkeitsattinden den Anwärtern des höheren Lehramtes eine Amtsbezeichnung zu ge­ben. die ihnen den Beginn ihres Berufes nicht nutzlos ettckwett. Bekannt ist das Urteil Masch's in seinem, Weihnachten in 2. Auflage erscheinen­den. Werke: Das höhere Lehramt in Preußen und Oesterreich über den Titel Probekandidat und wissenschaftlicher Hilfslehrer. Nach dem Vorbilde des Großherzogtum Hessen verlangt die Dele- giettenKonferenz die Amtsbezeichnungen Assessor und Referendar: als Zusatz erscheint das Wort Studium wünschenswert. Die Zeit der billigen Witze in diefer Titelangelegenheit ist vorüber. Was sich in Hessen durchaus bewährt, sollte in Preußens lächerlich sein??

Am zweiten Feiertag wurde bei Eoulmann die Abschiedsdowle getrunken und ste löste eine fröhliche Stimmung aus. Eoulmann erzählte

(Nachdruck verboten.)

Gott zulammengefugt.

Roman von H. Eourths-Mahler, «Fortsetzung.!

Hause angelangt, nahmen sie zusammen

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Benagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und.Landwirtschaftliche Benage.'

Marburg

Sonntag, 21. November 1909

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß 8 18 bei Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe »Oberheff. sttg." gestattet.!

Marburg, 20. Nov.

* Blumenschmuck der Gräber. Morgen ist Totensonntag. An diesem Taoe pflegt ein jeder Friedbof neu aufzublühen. Und wenn es auch nicht Blumen sind, die in der Friedhofserde wurzeln, wenn selbst manche Blumen nur aus Papier entstanden sind, so bietet zum Totenfeste die Stätte der Hügel doch einen sehr freund­lichen und festlichen Anblick. Viel beschäftigt sind jetzt die Blumengeschäfte und Kunstgärtner.. Nickt nut, was die Flora des Jahres übrig ließ, auch weit hergeholte Blumen aus fremden, süd­lichen Ländern müssen dazu dienen, die Stätten der Toten zu schmücken. Neben Palmen werden den lieben Verstorbenen Lorbeerkränze, sowie Kränze aus italienischer Steineiche. Efeu, Reisig oder Moos zum Opfer gebracht. In den letzten Jahren sind auch die f»genanntenWaldkränze" aus Kiefernzweigen, Zapfen, Hagebutten, toten Ilex- und schwarzen Laurustinusbeeren und dergl. seht in Aufnahme gekommen. Als beliebter Ausputz der Kränze und Kreuze dienen neben Papierrosen und gefärbten Strohblumen, die schönen, nut etwas teuren Eapblumen, so­wie Cactus-Dablien in den prächtigsten Farben. Sie haben die Astern etwas in den Hintergrund gedrängt.

* Für Heere-w süchtige. Für das näckstiäbrige Heeresersatzgefchäft wird denieniaen jungen Män­nern. welche in dem Zeitraum vom 1. Fonuat bis 31. Dezember 1890 geboren sind, in Erinnerung

DieOderhesftsche Jett«««" erscheint täglich mit Ausnahme der ~ ~ re. Der Bezugspreis beträgt viertel-

t-.,.., ______ ... Jo ft bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei

unser» Zeittrngsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

schäft mit durchkosten möchte," sagte er, sie fest und bedeutungsvoll anblickend.

Sie wich seinem Blick nicht aus, wurde aber sehr rot und fing an, von etwas anderem zu reden. Im Laufe des Gesprächs kamen sie auf Trautmanns Eltern zu sprechen. Bernhard schlug sich vor die Stirn.

Herrgott da hätte ich wahrhaftig bei­nahe die Hauptsache vergessen. Ich soll Ihnen ja eine feierliche Einladung überbringen.

Mir?" fragte Mary erstaunt.

Ja, das heißt Ihnen und Ihrem Fräulein Schwester, natürlich in «eglemüv von Fra» Werner. Meine Eltern würde«» stch sehr freue«,

schmerzte.

Was liegt an einem toten Gegenstand, lieber Freund? Lassen Sie stch nicht durch Ihren Verlust verstimmen," sagte ste herzlich.

Er richtete sich auf.

Sie haben recht, es soll auch abgetan fein, obwohl mir der Ring mehr war, als ein toter Gegenstand. Er war gleichsam das letzte Band, das mich an Rodenfels fesselte."

Das verstehe ich wohl aber trotzdem sollten Sie sich die Feststimmung nicht trüben lassen. Noch haben Sie ein lebendes "* das Sie an die Vergangenheit viel fester

abholen, um mit uns fels zurückzukehren. Programm?"

So famos, daß ich es in allen Teilen, natürlich in Ihrer liebenswürdigen Gesell-

Ihr Schwesterchen."

Er küßte ihr die Hand und lächelte.

Sie finden immere gütige Worte, zeihen Sie, daß ich mich gehen ließ und, ein trübes Gesicht zeigte. Es soll nicht mehr

Erden ist unsicher. Wir wiffen nicht, was kommende Tag, was die nächste Stunde uns bringen wird. Nut das ist sicher, daß über kurz

Totenfest.

Das Totenfest fällt mit dem Ende des Kirchenjahres zusammen. Wiederum ein Jahr dahin Die Flüchtigkeit -der Zeit eine Erinner­ung an die Vergänglichkeit. Es mahnt uns daran jeder Blick in die herbstliche Natur. Die Blumen sind verblüht. Die Bäume stehen ent­laubt. Der Vöglein Lied ist verstummt. Feld und Flur sind verödet.Alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit der Menschen ist wie des Großes Blume." Daß das nicht dichterische Phantasie, sondern Wahrheit und Wirklichkeit ist, daran mahnt uns vor allem der Totenfest- fonntan mit feinem stillen Ernst.

Es hat stch immer mehr die Sitte einge- Iürner*. gm Totenfest die Schritte zum Friedhof zu lenken und die Gräber der Entschlafenen in liebendem Gedenken zu schmücken. Für wie viele ein Tag wehmutvollen Schmerzes! Das Bild derer, die uns im Leben nahe gestanden, wird wieder lebendig. Aufs neue wird die Herbiokeft des Verlustes empfunden. Kaum .vernarbte Wunden drecken wieder auf.

Aber Trauer allein soll nicht der Inhalt bet Totenfesifeier sein. Es gibt einen Himmelsirost im Erdenleid. Gottesacker nennen wir die Ruhestätte der Abgeschiedenen. Der Acker nimmt di» Saat auf, um neues, herrlicheres Leben, reichere Frucht hervorgehen zu lassen. Selia sind die Toten, die in dem Herrn sterben. Ehrist: > bat das Grab geweiht. Er ist durch das Dunkel von Tod und Grad zum Licht der Verklär»ng hindurchaedtungen. Sein Kreuz ist zum Zeichen des Sieges geworden. In ibm haben wir die Bürgschaft für eine Lösung aller

Rätsel in den Führungen des Lebens. J!bi ihm und

anfangen, wenn Ihr Herr Vater nicht zu Hause ist, gnädiges Fräulein?"

Sie machte ein wichtiges Gesicht. v .

O wir haben ein großes Programm zu be- wälttgen, das uns Papa aufgesetzt hat. Bis Anfang Mai bleiben wir in Dresden und amüsiere« uns dort nach Kräfte«. Frau

Die JnierNonSgebiior detrSat für bie 7gespaltene Zelle oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Bering: Jod- Äuz. Koh, llnmerülLtrkuhsruckerer Inhaber Dr. E. H, ßerot h, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Reichsregierung und dem Reichstag folgend« Hauptforderungen zu unterbretten: I. Die ReichS- und Staatsangehöttgkeit kann ohne und wider de« Willen des Bettoftenen überhaupt nicht verlöre« werden. Sie geht insbesondere nicht verloren, wenn der Bettoftene fremde Staatsangehöttgkeit erwirbt. Dagegen ruht ste in letzterem Falle dem Staate gegenüber, in dem der Betroffene Staats­angehöriger geworden ist. II. Die erste Genera­tion der Nachkommen eines Ausländsdeutschen, der die Reichs- und Staatsangehörigkeit verlöre« hat, muß das Recht erhalten, sie auf Anttag wie­der zu erwerben. Ehefrauen reichsdeutscher Ab­kunft, die die Reichs- und Staatsangehörigen ver­loren haben, kann auf ihren Anttag, wenn die Ebe durch Tod des Ehemannes oder Scheidung be­endigt ist, die deutsche Reichsangebörigkett wieder verliehen werden. Die Wirfting solcher Verleih­ung erstteckt sich auf die mindettährioen Kinder; im Falle der Scheidung der Ebe gilt dies nur bann, wenn der geschiedenen Ehefrau die Kinder zuaefprocken sind. III. Es muß eine selbständige Reichsangebörigkett geschaffen werden, die unver­mittelt durch die, Zugehörigkeit zu einem Bundes­staate ent- und besteht. IV. Es muß eine besondere Reicksbebörde für den Erwerb und Verlust der Reichs- und Staatsangebörigkeit geschaffen wer­den. Zweckmäßig wird dieser Reichsbehörde auch bie Aufsicht und Bearbeitung der Ein- und Aus- wanderung übertragen werden. Beide Vereins- lettunoen werden gemeinsam dem Reichstag und -. dem Reichs'anzler Einoaben unterbreiten, in de­nen diese Richtlinien für die Neugestaltung des wichtigen Rechtsgebietes empfohlen werden.

Unter de» nichtpreußischen Dieichalters- listen erscheint zum ersten Male die von Mecklen- bura-Sttelitz. Aus der Liste der Auslandsichulen dürsten das meiste Interesse erregen die Nachweise über die Anstalten. Im Ausland hatten wir bis­her zwei Vollanstalten: Antwerpen (Dberreat- Öunb Brüssel (Realgymnasium); im Ausbau

Jen sind: Bukarest (Handelsoberrealschule) und Konstantinopel (Oberrealschule). Berechtigt zur Ausstellung des Zeugnisses für die wissenschast- iche Befähigung zum einjährig freiwilligen Mili­tärdienst sind in Europa: die Sckulen in Antwer­pen. Brüssel, Bukarest, Genua, Konstantinopel und Mailand; in Südamettka: Buenos Aires; in Ost- asien: Tsingtau. Die Milttärberechttgung erstreben die Schulen in Lüttich, Madttd, Barcelona, Bel- grano, Jerusalem. Kairo, Meriko. Rio de Janeiro, Ran und Windhuk. Die Dienstaltersllste der aka­demisch gebildeten Direktoren, Professoren. Ober­lehrer und wissenfck Hilfslehrer an den öffent- licken höheren Mädchenschulen ist bearbeitet von Oberlehrer Dr. Wülker (Hannover). Von 159 An­stalten ist die Zahl auf 188 gestiegen, davon stehen 130 (60) unter dem Provinzialschulkollegium, 58 (99) unter der Regierung, doch ist bei wetteren 16 Anstalten die Unterstellung unter das Provinzial­schulkollegium bevorstehend oder beantragt. Bei 162 (119.) ist der Normaletat für die höheren Kna­benschulen eingesührt, bei 26 (4lll fehlt der Normal­etat. Da in den Gehaltsnachweisungen der Dienst­altersliste dos Gebalt nur da angegeben ist. wo es hinter den Sätzen des Normaletats mit allen Nach­trägen zurückbleibt, ist hier eine Art U.-V-Tafel eingerichtet, von der sich bis zum nächsten Fahre hoffentlich bie Mehrzahl der Anstottm herausoe- pankt haben wird. In 24 höheren Mödchenschzilen waren mit einem Realgymnasium be$to. einer Frauenschule verbunden 70 mit einem Lehrerinnen­seminar An Stelle des Realgymnasium trat in einem Fall ein Gdmuasium. in zwei Fällen eine Oberrealschule Von den Direktoren und Leitern waren 170 (152 t akademisch gebildet, von den Lehrern 577 (44R1. Eine besondere Rubrik bilden die 5 Oberlehrerinnen welche r-melrecht das Zeug­nis pro fncnltate erwarben. Alle 5 haben miher­bem promoviert. Die beiden Oberlebrerinnen in Königsberg i. Br und in Lieanitz sind in der glück­lichen Laoe nach dem Normaletat ihrer männlichen Berufsaenossen besoldet zu werden Roch immer zählen bie Bhilolcmen an ben Preußischen höheren Knabenschulen 28 Ritter bes Eisernen Kren-es (7 Erektoren und 22 Professoren) zu ben Ihren. Wann werden bie betteslendon Instanzen ihre Bflickt in ben Anaen des Bublikums htn und bie Krieasbeteranen »itr Dekorierung mit bem roten Adlerorden einreichen? Der jetzige Zustand ist nicht

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