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und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsoeüage) undLandwirtschaftliche Berlage."

"W1 6)71 Sonn» und Feiertage.

*'!» All jährlich durch die Po!

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DieOberhrlstsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der ~ . Der Bezugspreis beträgt viertel»

, , , Joft bezogen 3,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei

unfern ZeituugSstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

Marburg

Freitag, 19. November 1909.

Die InsertionSgebüur beträgt für di« 7g«spaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Qo-fj, Unioeriitätsbu chdruckerei Jndaber Dr. T. Hitzero tb, Marburg, Markt 21. Telepbon 55.

41. Jahrg.

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Erttes Blatt.

Die innerpolitische Krise in England.

Im englischen Oberhaus« erfolgte am Diens- jag die Kriegserklärung der Lords gegen das Bud* get. Lord Landsdowne teilte mit, daß er in der zweiten Lesung der Finanzbill die folgende Reso­lution einbringen würde: Das Oberhaus ist nicht berechtigt, seine Zustimmung zu diesem Gesetz zu geben, bis es dem Urteil des Landes unterbreitet worden ist. Bei der abgegebenen Erklämng des Lords Landsdowne war das Haus Verhältnis» mäßig schwach besetzt; die Erklärung war lange ertvartet worden. In den letzten Tagen aber hieß es, der Lord würde keinen entscheidenden Schritt tun, was sich nunmehr als falsch herausgestellt hat. Als er die Resolution verlas, wurde vereinzelter Widerspruch, sowie Beifall laut. Die liberalen Peers hörten den Redner mit völligem Stillschwei- gen an. Rach der Abstimmung des Oberhauses über das Budget wird der Premierminister, der begründeten Annahme zufolge im Unterhmrse eine Resolution einbringen, welche das Vorgehen der Lords verurteilt und erflärt, das^Nnterhaus habe allein das Recht, sich mit den Steuerfragen zu be­schäftigen. Der Versuch der Lords, die Auflösung des Parlaments zu erzwingen, widerspreche der Verfassung. Man wird den Gegenstand sodann, wie ferner angenommen wird, eine Woche zurück­stellen und ihn wahrscheinlich in den Konferenzen der Parteiführer weiter verfolgen, um inzwischen die tveniger strittigen Steuern rechtskräftig zu machen. Die unionistischen Blätter äußern sich begeistert über die geschickte Abfassung des An­trages Landsdownes und erklären, es sei keine Rede davon, dem Willen des Volkes ein Veto auf­zuerlegen, sondern der Antrag bekräftige blos den Grundsatz, daß das Volk herrsche. Die liberalen Blätter hingegen bezeichnen den Antrag als »we Kriegserklärung und betonen. Asguith dürfe keiner Anregung folgen. Unterhandlungen anzuknüvfen. die beiwecken würden, ein provisorisches Budget anzunehmen, welches die den Lords unangeneh­men Steuern nicht enthalten würde.

Weiter wird gemeldet: Die von Lord Land?* dotvue hinsichtlich des Budaets im Oberhause an» gekündigte Resolution bildet allgemeines Ge­sprächsthema und ist der Gegenstand zabfloser Artikels und Interviews. Auf eine Einladung, in Versammlungen in Lancashtre und Cheshire zu sprechen, um der dort einsetzenden umiassenden konservativen Campagne entgegenzutreten, er* : widerte der Handelsminister Churchill mtt einer 1 Kundgebung, in der er die Einladung freudig an# nimmt. Er habe schon längst das Gefühl, daß Lancashire einen entscheidenden Einfluß in dem Konfffft habe. Die Schutzzollvolitik sei der Ruin g-,, .........

29 (Nachdruck verboten.)

Mas Gott rulammenaefkgt

Roman von H. Lourths-Mahler. HM (Fortlihnng.) .MM

Sie sah ihn mit leiser Sorg« an.

Sind Sie eifersüchtig?" (pH "

Er schüttelte lächelnd den Kopf.

Nein, wahrhaftig nicht? Es wäre fefit töricht! Was kann ich dem Kinde sein? Sie sind ihm viel mehr."

Aber für Sie spricht di« Stimme de« Blutes und die ist mächtiger, llebrigens täuschen Sie sich, wenn Sie annehmen, daß Eva Sie jetzt weniger liebt. Nur stehe ich jetzt im Vordergrund ihres Interesses, weil wir beiden, aufeinander angewiesen sind. Wir haben uns beide auf Ihr Kommen sehr gefteul." «

Wirklich auch Sie, gnädige Frau? Ich habe ein wenig Furcht, daß Sie mich nur Evas wegen aufnehmen."

Ein Lächeln flog über ihr Gesicht, welches ihm zeigte, welchen Zauber Paula Hardenberg in glücklichen Tagen ausgeübt haben muhte.

Hab' ich Ihnen zu wenig gezeigt, dah Sie mir willkommen find? Und unser Briefwechsel? Ich meine, Sie müssen empfunden haben, dah ich Ihnen eine aufrichtige Freundin bin."

Er neigte sich über ihre Hand und küßte sie.

Verzeihen Sie mir Sie haben recht, ich habe es empfunden, daß Sie mir gütiges Wohl» wollen entgegenbringen. Es ist mir sehr be- olückend, di« Bestädigung aus Ihrem Munde zu hören. Es macht mich stolz, von einer so edlen, großherzigen Frau so ausgezeichnet zu werden. -Ach jetzt machen Eie mir Elogen, mein lkaver Seemann," erwiderte sie lächelnd.

v »Rein, Ihnen gegenüber würde mir jede Hchmeichelei wie eine Entweihung klingen."

der Baumwollmduftrie. Die Annahme der Reso­lutton Landsdownes durch das Volk würde die Machtstellung der Lords im Staate bedeuten, denn wenn die Lords ihr Recht auf die Kontrolle der Finanzen des Königreichs durchsetzen sollten, so würden sie dadurch in die Lage kommen, alljährlich das Budget, falls chnen dieses nicht patzt, über den Haufen zu werfen und von der Krone die Auf­lösung des Parlaments zu erzwingen. Ein sol­ches Resultat wäre für die englische Demokratie verhängnisvoll. Der Kundgebung Churchills ging eine Sitzung des Kabinetts voraus.

Landsberg-Soldin.

Die Nattonalliberalen des Wahlkreises Lands* berg-Soldin beschlossen, trotz schwerwiegender Be­denken, in der Sttchwahl für den konservattven Kandidaten Amtsgerichtsrat Holtschke einzutreten. Dagegen haben die Freisinnigen keine Parole aus­gegeben, sondern es jedem Wähler überlassen, wie er wählen will. DieLiberale Korresp.' sagt aber: Die politische Situation die im Zeichen der Be­strebungen zur Beseitigung der konservattven Vor­herrschaft steht, dürft« ja auch der Wählerschaft den polittsch einzigen, richttgen Weg zur Evidenz zei­gen." Das ist allerdings deutlich genug. Man­chenRosaroten" genügt aber diese verschämte Aufforderung den Genossen zu wählen noch nicht, sie hätten einekräftige Unterstützung" lieber ge­sehen. Wie gemeldet wird ist nun von Halle aus in den Kampf eingegriffen worden. In Lands- berg ist an den Vorsitzenden des liberalen Vereins folgendes Telegramm eingelaufen:Bei der hie­sigen Rcichstagswahl sind die Konservattven und die Bündler bisher entschieden für den Freisinn eingetreten. Es ist für uns dringend erwünscht, daß sich die dortigen Liberalen offen für den kon­servattven Kandidaten Holffchke erklären, da sonst unser hiesiger Kandidat aesäbrdet ist. Die Wahl findet hier am 26. November statt. Hertzfeld, Vor­sitzender des Vereins der Liberalen." Man wird ja sehen, wie das wirkt.

^eTägl. Rundschau", ein mittelvarteilicheS Blatt, bemerkt zu dem Verhalten deS Freisinns im Wahlkreise sehr richttg:Damit ist dieses ReickS- tagsmandat an die Sozialdemokratte verraten, die es noch nie besessen hat. Warinn aber sagt man bann nicht ganz offen und ehrlich: Alle Mann für die Sozialdemokratte. Wenn diele Taktik deS ver- mtnffTtffen Zornes Erlolg haben und womöglich noch anderwärts Nackabmung sinden sollte, dann kann man eS den Konservativen wirflich nickt ver­denken, wenn sie den Geschmack daran verlieren, mit den Freistnniaen nen.e Blockweae zu suchen.

Deutsches Reich.

Vom Kaiser. Baden-Baden, 16. Rov. Der Kaiser hat um 8 Uhr 30 Min. die Weiter-

So wollen wir schnell das Thema wechseln. Morgen ist Weihnachten das Fest der Lieb«. Sie Helsen mir doch den Gabentisch für Eva und mein« Leute aufbauen?"

Gern, wenn Sie mich brauchen können. In Rodenfels half ich meiner Mutter auch stets dabei, wenn ich Weihnachtsurlaub hatte."

Ein Schatten flog bei diesen Worten Über sein Gesicht. Er gttmchte der verlorenen Heimat. Den Tannenbaum hatte er immer selbst im Rodenfelser Forst ausgesucht. Und dann stand die herbe, verbitterte Gestalt der Mutter vor seinem geistigen Auge. Wie freudlos und müde hatte sie immer die Gaben verteilt, ohne Wärme, ohne Herzlichkeit. Schmerzlich hatte er an solchen Tagen die Sehnsucht nach einem warmen, mütterlichen Wott empfunden, nach einem Zeichen ihrer Liebe. Er wußte, fie hatte gelitten unter dem leichtsinnigen Treiben des Vaters. Wie leid hatte ihm das getan, wie gern wäre er ihr in warmer Herzlichkeit näher ge­treten. Aber kalt und verbittett zog sie sich zurück und um ihren herbgeschlossenen Mund grub sich das btttere, verächtliche Lächeln immer tiefer. Wie hätte sein warmherziges Schwesterchen unter diesen Verhältnissen leiden müssen, wenn sie älter geworden wäre? War es nicht ein Glück für sie, daß sie davor bewahrt blieb, daß ihr das Schicksal die Eltern nahm, um ihr dafür diese gütige Frau als Beschützerin zu­zuführen?

Paula Hardenberg sah den schmerzlich grü­belnden Zug in seinem Gesicht. In seinen Briefen hatte er ihr rückhaltslos fein bisheriges Leben enthüllt. Sie ahnte, was ihn drückt«. Leise erhob fie sich und legte die Hand auf seinen Arm.

Trübe Bilder find vor ihrer Erinnerung auf gediegen, ich sehe es Ihnen an.

Er hob die Augen zu ihr empor und ver­suchte zu lächeln.

fahrt nach Donaueschingen angetreten. Donaueschingen, 16. Nov. Der Kaiser traf mit Gefolge in Sonderzug bum 6 Uhr 50 Minuten hier ein. Nach herzlicher Begrüßung durch den Fürsten von Fürstenberg fuhren der Kaiser und der Fürst zum Schloß.

Ein Glückwunschschreiben Kais«, Wil­helms an den Papst, Köln, 16. Nov. Die Köln. Volkszeitung" meldet aus Rom: Der preußische Gesandte beim Vatikan von Mühl­berg überreichte dem Papst zum 25jährig«n Bischofsjubiläum ein Handschreiben Kaiser Wilhelms, das in warmen Worten gehalten ist. Der Papst zeigte sich Über dies« erneute Aufmerksamkeit sehr erfreut.

Ordensauszeichnungen. Berlin, 15. Nov. DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Ver­leihung des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler an den Erbprinzen Heinrich XXVII. Neuß jüngerer Linie.

Die Einberufung des preußischen Land­tages ist für den 11. Januar in Aussicht genom­men. Am gleichen Tage wird durch den Fi­nanzminister der neue Etat vorgelegt werden.

Ausland.

König Manuel von Portugal in London. London, 17. Nov. Der König von Portugal ist in Begleitung des Prinzen von Wales heute nachmittag aus Windsor hier eingetroffen und begab sich durch die festlich geschmückten Straßen, von der Menge begeistert begrüßt, nach der Euildhall, wo ihm eine Adresse der Londoner Stadtbehörden überreicht wurde. Der König nahm sodann das Frühstück beim Lordmavor «in. In Gegenwart sämtlicher Ritter des Hosenbandordens land die feierlich« Investitur des Königs Manuel mit diesem Orden statt. An die Zeremonie schloß ein Staatsbankett an. Am Nachmittag tauschten der Staatssekretär Sir Edward Grey und der portugiesische Mini­ster des Auswärtigen, Alarcao. Noten aus, durch die der englisch-portugiefiscke Schiedsge­richtsvertrag um fünf Jahre verlängert wird. Windsor, 17. Nov. Bei dem Bankett zu Ehren des Königs von Portugal brachte König Eduard einen Toast auf seinen East aus. König Manuel erwiderte, er fei tief ergriffen von des Königs Worten, die eine neue feierlich« Bekräftigung der innigen Freundschaft zwischen Eroßbritan- nten und Portugal bedeuteten, einer Freund­schaft. die beinahe sechs Iahrhundere alt und ein« der beständigsten Allianzen bet Welt ist. Der glänzende Empfang habe ihn tief gerührt.

** Ein Nachklang zum Steinheilvrozeh. Varis. 17. Nov. Auf einen durch den Steinheil- Prozeß veranlaßten Antrag des Deputierten Lhopiteau wird der Kammer übermorgen über eine Abänderung de« Strafprozeßverfahrens be­raten, wonach der Schwurgerichtspräsident lediglich das Recht haben sollte, an den Ange­klagten Fragen Mr. seiner Identität zu richten. Auch soll der Präsident nicht mehr die Zeugen verhören dürfen, die nur auf Fragen der Zivil-

Jch gedachte der alten Heimat."

Sie neigte den Kopf. ..Ich wußte es. Das Schicksal hat uns beiden viel genommen. Wir wollen gute Freunde sein und versuchen, einer dem anderen übet traurige Gedanken fortzu­helfen. Wenn morgen bet Weibnachtsbaum er­strahlt, wollen wir uns gemeinsam an Evas Jubel freuen. Nur nicht in bi« Vergangenheit zurückschauen. Ich ich ertrüge es nicht."

In ben letzten Worten lag wilder, leiden­schaftlicher Schmerz, der Georg tief erschüttert« und ihm verriet, daß sie noch lange nicht über­wunden hatte. Wie groß und tief mußte ihre Liebe zu ihrem Mann« gewesen sein? Gab es wirklich solch eine treue Liebe über ben Tod hinaus?

Paula wat an bas Fenster getreten und sah starren Blickes hinaus in ben verschneiten Garten. Die Wucht ihres Schmerzes brohte fie wieder einmal zu erdrücken. Gewaltsam zwang sie sich zur Ruhe und wandte sich wieder in das Zimmer zurück. Ihr Gesicht war bleich, die Augen matt und umflort- Sie zwang ein blasses Lächeln um ihren Mund. Es tat ihm weh. Sie reichte ihm die Hand.

Wir wollen Freunde [ein, nicht wahr?"

Ich hoffe, Ihnen meine schrankenlose Er­gebenheit beweisen zu dürfen," erwidette et herzlich und seine ernsten stillen Augen strahlten mit warmem Glanz in die ihren.Neben Eva find Sie mir der teuerste Mensch auf dieser Welt, liebe gnädige Frau."

Sie bettachtete mit lächelndem Zweifel sein erregtes Gesicht.

Wittlich? Gibt es noch [eine Frau, die Ihnen näher steht, als Eva und ich?"

Ein leichtes Rot stieg in seine Stirn, aber sein Auge blieb klar.

Nein noch bin ich der Einen nicht be­gegnet, di« ich für di« Ergänzung meines eigenen Ich« halte. Vielleicht finde ich sie nie. I

pärtet, des Staatsanwalts, des Angeklagten ei* des Verteidigers zu antworten haben roflrben.

** vom französischen Kulturkampf. Patts^ 17. Nov. Ein« Abordnung von radikalen De­putierten hatte gestern mtt lern Ministerpräsi­denten eine Besprechung über die Verteidigung der weltlichen Schule gegen die Angriffe der Geistlichkeit. Ministerpräsident Vriand er» klätte, seiner Ansicht nach wäre das beste Ver­teidigungsmittel, daß die Abend- und Fort­bildungsschulen, die bisher lediglich von beit Gemeinden unterstützt wurden, künftig auch vom Staate eine wirksame Beihilfe erhielten.

** Eine anarchistische Untat. Aus der Haupt- stadt von Peru, Lima, wird nach Berlin gemel­det, daß bet Bischof von Cuzco und dessen Sekretär das Opfer eines anarchistischen An­schlages wurden. Der Bischof war sofort tot, der Sekretär erlitt so schwere Verwundungen, daß ihm ein Bein amputiert werden müße. Der Täter, der bei seiner Verhaftung Selbstmo* begehen wollte, ist ein junger Bursche, der sich als Anarchist zu erkennen gab. Die Erregung der Bevölkerung ist eine so große, daß bi« Po­lizei nur mit Mühe ben Mörder vor der Lynch­justiz bewahren konnte.

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Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Ottginalartikel ist gemäß 8 18 des Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe Oberheff. Ztg." gestattet.)

Marburg, 18. Rov.

)( Winters Einzug. Dem Herbst mtt seinen manchmal abnorm schönen Wetter, das bis in die letzten Tage hinein noch die Rosen blühen ließ, ist nun gar schnell der Winter gefolat. Wobl vffff der Novembersturm in den letzten Tago»»gar eisig um die Aften : er riß die in alleß bunten Farben schillernde Blätterpracht, die sich diesmal so lange hielt,,von den Bäumen und wirbelte sie zu Boden. Es sollte noch besser kommen. Vorhestern Mittag setzte zunächst ganz sachte, aber schließlich immer stätter und stärker, ein Schneetreiben, wie es sich d'e Fuaend nickt lustiger w'""^cken kann. ein. Zu­nächst schmolz die dünne Weiße Decke, die sich bald auf die Straßen und Blätze der Stadt lagerte, schnell dabin, wie Butter an der Sonne, aber gestern früh, als der große Bnß- und Bettaa an* brach, sah es just mt§, als ob das nabende Weih­nachtsfest bereits angebrochen sei. So wünscht mmt sich bekanntlich gern wie eS

ge't-nt früh anskckaute.. Die leitber braunen und grünen Fluren waren, so weit das Auge seben konnte, mit einem Weißen Tucke ftberioaen und di« Bäume und Sträucker in Feld und Wald bra­chen fast unter der Last der Schneemassen. Ein Winterbild, wie man es sick präckttaer faitm denken kann.Frau Holle wird ja gar nicht müde", sag­ten die Kinder. Sie schüttelte auch in den Moraen- stunden noch fottwährend ihre Betten ans iodaß fit» t-en Funaen als Modell iür

In diesem einen Punkte bin ich, glaube ich, sehr anspruchsvoll."

Welche Vorzüge müßteSie" denn besitzen? Ich darf doch neugierig fein?" Er verneigte sich lächelnd.

Vor Ihnen will ich gewiß kein G-Heimnis daraus machen. Di« Frau, die ich lieben konnte, so, wie ich mir die Liebe denke, müßt« zwei seltene Tugenden besitzen, Herzensgute und Seelengröße."

Paula stützte ben Arm auf ben Kaminsims und betrachtete ihn sinnenb.

Sie finb so antets, als andere Männer Ihres Alters. Ich wünsche Ihnen, daß Sie finden, was Sie suchen ick glaube, es ist nicht so leicht. Wir Frauen sind kleinlich."

Sie doch nicht? Und ich hoffe. Sie sind nicht die einzige Ausnahme Ihres Geschlechtes."

Da find wir ja nun glücklich wieder bet meiner Vottrefflichkett. Ich entziehe mich allem weiteree durch schleunige Flucht, zumal ich müde bin unb mich daran gewöhnt habe, zeitig zur Ruhe zu gehen. Ich überlasse Sie Ihrem Schicksal. Wenn Sie noch ausgehen wollen der Wagen steht Ihnen zur Verfügung. Sie brauchen nur zu befehlen. Ziehen Sic aber vor, zu Hause zu bleiben und eine einsame Flasch« Wein zu hinten, so rufen Sie meinem Diener. Er weiß besser in meinem Weinkeller Bescheid, als ich. Jedenfalls sollen Sie in allem Ihr« eigenen Wünsch« berücksichtigen. Viel Unter­haltung kann ich Ihnen in meinem still ge­wordenen Hause nicht bieten, Sie müssen Jefbft dafür sorgen. Und nun gute Nacht. Morgen früh habe ich Eva eine Schlittenpartie ver­sprochen nach Moritzburg. Wir rechnen auf Ihre Begleitung!" Sie reichte ihm zum Ab­schied die Hand, die er an die Lippen zog. Dan» nickt« fi« »pch einmal freundlich zu und ging hinaus. , |

(Fortsetzung folgt), r