und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche u altungsbeilage) und Landwirtschaftliche Berlage."
JV1. 268
®te „Sberhesstsche Zeitung" ei"'cbewt täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. — Der Bezug -preis beträgt vierteljährlich durch die Dost bezogen 2,C5 Mk. (ohne Bestellgeld), bek unser» Zeitungsstellen und der Spedition (Markt 21,) 2 Mk.
11 —»c»geEmTw—
Marburg
Sonntag. 14. November 1909.
Die InsertionSgebübr beträgt für bte 7gespaltene Zeile ober deren Raum 16 Pfennig, für Reklame» 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Auq. Koch, lluiyersttät-buchdruckerel Jnbaber Dr. E. Hitzero th, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
44. Jahrq.
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Zweites Blatt.
Die Einstellung von vorbestraften Rekruten in die französische Armee, wird demnächst anläßlich einer Interpellation deS Abgeordneten Berry die Deputiertenkammer be- sthäftigen. Das neue Militärgesetz vom 21 März 1905 hat die bis dahin geltenden Bestimmungen derart abgcändert, daß vorbestrafte Elemente in noch größerem Umfange als früher im Heere Auf« nähme finden können. Nach dem neuen können Personen, die bis zu 6 Monaten Gefängnisstrafe (statt früher 3 Monate) erhalten haben, in das Heer eintreten. Ferner braucht nicht mehr jeder im Rückfall Bestrafte den afrikanischen Bataillonen zugcwiesen zu werden; dazu ist jetzt erforderlich, daß alle Verurteilungen zusammen eine Strafdauer von 6 Monaten bedingen. Endlich kann der Kriegsminister auf Grund besonderer Verhältnisse verurteilte Personen von dem Zwang der Verschickung nach Afrika befreien. Unter der Geltung dieser Bestimmungen, die seinerzeit zu heftigen Auseinandersetzungen in der Kammer Anlaß gegeben haben, hat sich ein Zustand entwickelt, der für die Armee nicht gerade angenebm ist. Nach der Statistik des Kriegsministeriums sind int laufenden Jahre 1170 Rekruten zur Einstellung gelaugt, die mit Gefängnisstrafen von mindestens 3 bis höchstens 6 Monate» bestraft sind. Davon sind 47 bestraft wegen Vergehen gegen die Sittlichkeit, 959 wegen Diebstahl, 88 wegen Betrug und Hehlerei, 76 wegen Umhertreibens und Bettelns. Dazu kommen 771 im Rückfall Bestrafte, die weniger als 3 Monate Gefängnisstrafe erhalten haben. Unter ihnen sind 13 wegen Stttlich- keitsvergehen, 719 wegen Diebstahl, 39 wegen Betrug und Hehlerei, 2 wegen Vagabondage wiederholt verurteilt. Alle diese Elemente, 1941 an Zahl hätten nach dem alten Gesetz in die afrikanischen Bataillone eingereiht werden müffen. Endlich sind noch mehrere Hundert Mann auf Grund besonderer Entscheidung des Kriegsministers den europäischen Truppenkontingenten Frankreichs erhalten worden. Die Zahl der vorbestraften Soldaten aus den beiden letzten Jahrgängen, die gegenwärtig in der Armee des Mutterlandes dienen, die auf Grund des alten Militärgesetzes zum Dienst in afrikanischen Regimentern verurteilt gewesen wären, wird aitf 2500 geschätzt. Die Zahl der auch aus Grund der neuen Bestimmungen nach Afrika verschickten Rekruten betrug in den beiden letzten Jahrgängen 1100. Ein vo« dem Abgeordneten Marin, dem Deputterten für Nancy, ein* gebrachter Antrag will die Vorschriften der früheren Gesetzgebung wiederherstellen. Für den Fall, daß Deputier' ikammer und Senat in diesem
17 (Nachdruck verboten.)
Was Gott zulammeugefiigt —
Roman von H. Tourths-Mahler.
(Fortsetzung.)
So gelang es Ernst auch in den nächsten Tagen nicht, Renate ungestört zu sprechen. Er mutzte unverrichteter Dinge wieder abreisen und da ihm seine Praxis einen derartigen Ausflug so bald nicht wieder gestatten würde, mutzte er sich auf den Winter vertrösten, wenn die Damen ihre Stadtwohnung bezogen.
Bernhard durfte auch nicht so bald auf ein Wiedersehen rechnen. Er mutzte nach Leipzig zurück, wenn die Universitätsferien zu Ende waren, um sein Studium zu vollenden. Da er Ende Februar mit seinem Examen fertig sein wollte, blieb ihm fast nur die Aussicht auf die Weihnachtsferien, in denen er Mary wiedersehen konnte. Der Abschied fiel ihm deshalb sehr schwer und nur der Gedanke an Marys verheißendes Lächeln, an den warmen Druck ihrer kleinen Hand brachte ihm einigen Trost.—
Nachdem die Brüder wieder abgereist waren, machte Coulmann mit seinen Damen Besuche in der Nachbarschaft. Es waren freilich nur wenige Familien, die in Frage kamen, aber es bahnte sich doch dadurch einiger Verkehr an. So verstrich der Sommer schr schnell und angenehm.
Mitte Oktober wurden dann die Renovierungsarbeiten im Schlöffe begonnen und Loulmanns reisten nach Dresden zurück. Auf den innigen Wunsch seiner Kinder verschob er seine geplante grotze Reise, die ihn nach Aegypten, Indien und Japan führen sollte, bis nach Weihnachten. Da er monatelang fortzubleiben gedachte, wollte er wenigstens das Wcihnachtsfeft noch mit ihnen verleben.
Sinne beschließen, hat das Kriegsministerium für die afrikanischen Battaillone eine Neueinrichtung in Aussicht genommen, derart, daß jedes der fünf Bataillone eine Versuchs- bezw. Befferungsabtei- lung erhalten soll, in der die weniger gefährlichen und zur Besserung neigenden Elemente unterzubringen sein würden. Nach Ablauf eines Jahres würden dann geeignete Leute aus dieser Abteilung in die europäischen Regimenter versetzt werden und dort den Rest ihrer Militärzeit abdienen können. Jedoch sollen entscheidende Schritte in dieser Rich- tung erst unternommen werden, nachdem das Parlament gesprochen hat.
Polittsche Umschau.
Alte Parlamentarier.
Die »Freisinnige Zeitung- veröffentlicht folgende Liste der parlamentarischen Veteranen:
Durch die polittsche Tagespresse ging jüngst die Mitteilung, daß die Abgeordneten Frhr. von Gamp-Massaunen (Reichsp.) und Singer (Soz.) ihr 25jähriges Parlamentsjubiläum gefeiert hätten. Dasselbe hätten am 28. Oktober d. I. auch di; Zentrumsabgeordneten Dr. Hitze, v. Strombeck und Dr. Spahn tun können; sie gehören ebenfalls unuMerbrochen 25 Jahre dem Deutschen Reichstage an. Die Zahl der parlamentarischen Veteranen ist nicht mehr groß. Dem konstituierende» Norddeutschen Reichstage (1867) gehört von un- ser.t jetzigen Reichstagsabgeordneten nur noch Bebel (Soz.) an. Im legislattven Norddeutschen Reichstage vertrat 1869-70 Graf v. Kanitz-Po- dangen (kons.) den Wahlkreis Pr. Holland-Moh- nmgen. Seit dem 3. März 1871, also seit über 38 Jahren, zählt Prälat Dr. Lender (Zentt.) als Vertreter ffit Baden-Rastatt zu den Mttgttedern des Reichsparlaments. Seit dem 10. Januar 1874 sitzen im Reichstag« ununterbrochen die Zentrumsabgeordneten Horn und der Vorsitzende der Polenfraktion. Fürst v. Radziwill; dieser für Adelnau-Schildberg. jener für Neiße. In derselben Legislaturperiode gehörten dem Reichstage feiner zum ersten Male die Abgeordneten Albert- Traeger (frs. Vp.), Frhr. Hehl zu Herrnsheim (wild) und Dr. Heinrich Dohrn (frs. Vgg.) an. Diesen Parlamentariern schließen sich an seit 1875 Dr. Frhr. v. Stolberg-Wernigerode, bisheriger Reichstagspräsident, Payer (Deutsche Volksp.), v. Czarlinsky (Pole). Der Fürst v. Hatzfeldt und Herzog zu Trachenberg (Reichsp.) wurde erstmalig 1878 Mitglied der gesetzgebenden Körperschaft des neuen Deutschen Reiches. Die eben genannten Abgeordneten sind also die einzigen, die bereits mehr als ein Menschenalter hindurch dem Parlament angeboren.
Der galizische Sokolverband, welcher kürzlich in Przemysl seinen diesjährigen Verbandstag abgehalten hat, zählt gegenwärtig
In Dresden fehlte es den Schwestern nicht an Unterhaltung und Zerstreuung, zumal der Winter zeitig Eis und Schnee brachte. Frau Werner begleitete die jungen Damen fast täglich zur Eisbahn. Sonntags kam meist Ernst Trautmann auf ein Stündchen, von Coulmann und Mary freudiger empfangen, als von Renate. Und an einem Sonntage Ende November begleitzete ihn Bernhard, der von Leipzig herüber gekommen war, weil er die Sehnsucht nach Marys Anblick nicht länger bezwingen konnte. Coulmann forderte die Brüder auf, den ganzen Tag mit ihnen zu verleben. Die Einladung wurde mit Freuden angenommen. Bernhard konnte mit Marys Benehmen sehr zufrieden sein. Sie zeigte ihm ihre Freude, ihn so unverhofft wiederzusehen, deutlich genug. Am Nachmittag gingen die vier jungen Leute auf die Eisbahn. Als sie aus dem Haufe traten, wurde Ernst Trautmann abgerufen zu einem Kranken. Er versprach, sobald als möglich nachzukommen.
Renate schützte auf der Eisbahn zuweilen Müdigkeit vor und blieb auf einer der Bänke sitzen, um Mary und Bernhard kurze Minuten des Alleinseins zu gewähren. Die beiden liefen mit strahlenden Augen und festver- schlungenen Händen davon. Sie sprachen nichts, was nicht auch andere Menschen hätten hören können, aber durch den Ausdruck wurde jedes Wort zu einer heimlichen Liebkosung. Die beiden junge» Herzen schlugen sich in jauchzender Lebensfreude entgegen und die heimliche Sehnsucht nach gegenseitigem Besitz verriet mancher Blick. Hauptsächlich in Bernhards Augen brannte das Verlangen, Mary durch festere Bande an sich zu fesseln, aber er bezwang sich, um sich selbst und dem Versprechen, das er sich gegeben, treu zu bleiben.
Renat« sah den beiden lächelnd nach und wünscht« heimlich, datz er zwischen ihnen bald
190 Verein« mit 23 637 Mitgliedern. Di- r' eine verfügen über 75 eigene Säle - eigene Turnplätze. Der Wert der mit 1 7'JbüO Kronen belasteten Immobilien beträgt 4 000 000 Kronen. Es wurde u. a. beschlossen, datz in diesem Jahre jedes Sokolmitglied mindssiens 1 Krone für den Erunwaldfonds und im nächsten Jahr« mind«stens 1. Kron« für ein«n Fonds spendet, der zur Unterstüzung des Sokoltums in Oesterreich-Schlesien und in der Bukowina dienen soll. Autzerdem ist der Anschluß an den Verband der europäischen Turnverbände beschlossen worden. Zum Derbandsvorsitzenden wurde Dr. Xaver Fischer wiedergewählt.
Die netten Sätze der allgemeinen Rachlaßsteuer in England,
wie sie in der vom Unterbaute nunmehr in dritter Lesung verabschiedeten Budgeworlage Aufnahme gefunden haben, sind folgende: bei Rachlaßwetten von 2000 bis 10 000 A 1 V.H., von 10 000 biS 20 000 A 2 V.H., von 20 000 bis 100 000 A 8 V.H., von 100 000 bis 200 000 A 4 v. H., von 200 000 bis 400 000 A 5 V. H., von 400 000 bis 800 000 A 6 to. H., Von 800 000 bis 1400 000 A 7 V. H., von 1400 000 bis 2 000 000 A 8 v. H., von 2—3 Mill. A 9 t>. H., 3-4 Mill. A 10 v. H., von 4—8 Mill. A 11 v. H., von 8—12 Mill. A 12 V. H., von 12—16 Mill. A 13 V.H., von 16 bis 20 Mill. A 14 v. H., und für einen Nachlaß- Wett von über 20 Mill. M 15 v. H. In dieser Staffelung ist mit wohlberechneter Absicht darauf Bedacht genommen, diejenigen großen Vermögen und Hinterlassenschaften, die erfahrungsgemäß häufiger dem Erbgange unterliegen, In engeren Stufen zu erfassen. Deshalb unterbricht die Staffel das von Stufe 4 bis Stufe 6 innegehal- tene System der Doppelung und hält sich in den nächste» vier Stufen in den engeren, durch Wettsteigerungen von 600 000 A und 1 Million A gebildeten Grenzen. Gleichfalls mit wohlberech- neter Absicht sind dann die Grenzen für die ganz großen Vermögen, die seltener sind, sehr viel weiter gezogen. Die Abstände, durch die neue Stufen gebildtt werden, betragen hier durchgehends 4 Mill. A, so daß beispielsweise für eine Hinterlassenschaft im Wette von 8(4 Mill. A ebenso wie für eine solche im Wette von 12 Mill. A der Satz von 12 v. H. Platz greift. Von Interesse ist auch die Bestimmung, datz Schenkungen unter Lebenden im allgemeinen nur bann nicht der Rachlaßsteuer unterliegen, wenn sie mindestens 3 Jahre vor dem Tode des Schenkers erfolgt sind.
Deutsches Reich.
— Unsere Finanzen. Berlin, 10. Nov. Gegenüber de» Erörterungen, welche sich an die Einbringung des Nachtragsetats im Bundesrate geknüpft haben, wird von zuständiger Seite mit- geteilt, daß dieser Etat keinerlei andere Ansätze enthält als diejenigen, über welche in den
zur Verlobung kommen möchte, damit sie Ernst Trautmann deutlicher zu verstehen geben konnte, datz er nichts zu hoffen hatte. Seine Bewerbung war ihr umso peinlicher, als er ihre leise Abwehr entweder nicht verstand oder nicht verstehen wollte.
In stilles Sinnen verloren, folgte sie mit den Augen dem fröhlichen Treibe» um sich her, als sich neben ihr auf der Bank eine schwarzgekleidete Dame mit einem kleinen Mädchen niederlietz. Es war Frau Professor Hardenberg mit Eva. Sie ließ dem Kinde die Schlittschuhe anlegen und erhob sich dann mit ihr, um sie sorglich zu führen. Renate sah lächelnd den drollig unsicheren Bewegungen des reizenden Kindes zu. Offenbar war sie noch nicht mit dem Eissport vertraut. Trotzdem fiel es ihrer Führerin schwer, mit ihr Schritt zu halten, da sie ohne Schlittschuhe nebenher ging.
Renate sah mit Interesse auf die beiden Menschen. In ihrem Blick lag geheime Teilnahme, wenn sie das blasse, traurige Gesicht der Dame streifte, dem bas weiße Haar einen seltsamen Rahmen verlieh. Eben kamen die beiden wieder nach der Bank zurück, um von der Anstrengung auszuruhen. Kurz bevor sie zum Sitzen kam, verlor Eva das Gleichgewicht und wäre unfehlbar gestürzt, wenn sie Renate nicht schnell aufgehalten hätte. Lachend sah Eva in das Gesicht der jungen Dame und dankte attig und freundlich. Paula Hardenberg warf «inen prüfenden Blick auf Renate und sagte ihr gleichfalls einige Dankensworte. Eva begann »ach Kinderart eine Unterhaltung mit der freundlichen jungen Dame und versicherte ihr, es fei sehr schwer, sich auf den Schlittschuhen zu halten. Paula konnte nicht umhin, auch einige Worte einzuwerfen. Sie sagt« bedauernd, datz sie das Kind nicht gut führen könnte, ohne Schlittschuhe sei es nicht möglich, mit ihm Schritt zu halten. So kam es ganz von selbst, daß
Neichsfinanzgesetzen Bestimmung getroffen worden ist. Sein Einbringen war bereits im Sommer bei Auseinandergehen des Reichstages zugesagt. Die einzelne» Posten, insbesondere bte erhöhten Beamtenbesoldungen, die rückständigen Matrikularbeiträge und die Fehlbeträge der letzten fünf Jahre sind der Oeffentlichkeit feit längerem zahlenmätzig bekannt; namentlich laffe» sich auch die ungedeckten Matrikularbei- hage für das Rechnungsjahr 1909 schon aus dem Hauptetat dieses Jahres errechne». Der Nachtragsetat dient somit ausschließlich dem formellen Zwecke, eine etatsmäßige Gesamtfest- fttzung jener Beträge herbeizuführen, lieber den Zeitpunkt und die Art der Begebung des im Nachtragsetat zufammengefaßten Bedarfes roirb, wie bereits vor einiger Zeit bemerkt, erst später eine Entschließung getroffen werden.
— Warum sie nicht zur Rechenschaft gezogen werden! Die auffällige Erscheinung, daß sozialdemokratische Blätter für den rüde» Ton, welche» sie gegen bürgerliche Personen anschlagen, so selten gerichtlich zur Verantwortung gezogen werden, findet, so schreibt die „Sozialund wirtschaftspolitische Korrespondenz", ihr« Erklärung darin, daß für gewöhnlich die obsiegenden Kläger die oft recht beträchtlichen Gerichtskosten selbst tragen müssen. Daß „Stiftern" in der Unpfändbarkeit der Verantwortlichen liegt, geht daraus hervor, daß bei einer Reihe von Eenossenblättern alle verheiratete» Redakteur« vor ihrer Anstellung einen sogen. Ehe- vertrag der Aufsichtskommission vorlegen müsse». Dieser Ehevertrag mutz derart abgesatzt fein, daß sämtliches Mobiliar, alle Wertgegenstände und etwaiges Vermögen als Besitz der Frau im Sinne des Gesetzes charakterisiert wird. — Sollt« nicht auch oft der Satz „wer Schmutz anfatzt, besudelt sich dabei" maßgebend sein, von dem man eben nur abgeht, wenn bet Schmutz wirklich einmal aufgeräumt werden muß!!
— »All« Lokale gesperrt". Die dem „Vor- märte" beiliegend« Liste der in der Provinz Brandenburg für Sozialdemokraten „gesperrten Lokale" zählt — 45 Ortschaften auf, in denen die Genossen kein Lokal besuchen dürfen. Di« „D. Tgsztg." meint dazu: Es gibt also in der Provinz Brandenburg noch 45 ziemlich gesund« Ortschaften.
Marburg und Umgegend.
(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 bei Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe »Oberhess. Zig." g-ll-ittet >
Marburg. 1 Nov.
K. Die Witterung im Monat Oktober 1909. Ein seht unfreundlicher Herbstmonat, der unter dem beständigen Vorherrschen einer westsüdlichen Windströmung zu warm und darum trüb« und feucht war, liegt hinter uns. Bei dem fortwährenden Andringen von meist tiefen, im Nordwesten ziehenden Depressionen befand sich das Lustmeer, wie dies allerdings stets um diese Jahreszeit der Fall ist, in stetigem
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Renate sich erbot, ein Stück mit Eva zu laufen. So freundlich und artig das angeboten wurde, nahm es Paula an: Und es ging unter Renates Führung außerordentlich gut. Eva bekam Mut und bat Renate, noch länger mit ihr zu laufen. Paula wollte abwehren, weil sie fürchtete, Eva könnte lästig werden, aber bi« junge Dame lief schon wieder lächelnd mit dem Kinde davon.
Eva jubelte und roinfte ihrer „Mami" von weitem fröhlich zu. Als sie nach einer Weile zu- rückkehrten, kamen gerade von der entgegengesetzten Seite Bernhard und Mary zurück, um Renate abzuholen. Bernhard Trautman» kannte Frau Professor Hardenberg durch feinen Bruder, der kürzlich die kleine Eva während einer leichten MandeldrüsenentzündMg behandelt hate und auch sonst nach Villa Waldfrieden gerufen wurde, wenn von der Dienerschaft jemand erkrankte. Er begrüßte sie artig und stellte die Damen vor. Mary beugte sich in ihrer impulsiven Art zu dem reizende» Kinde herab und schloß schnell Bekanntschaft mit ihm. Während Paula mit Bernhard Trautmann einige Worte wechselte. liefen die beiden jungen Damen, Eva in die Mitte nehmend, im schnellen Laufe davon und kehrten dann lachend zurück. Eva jubelte vor Vergnügen.
„Es geht wundervoll, Mami, ich fliege," rief sie entzückt.
Paula dankte den Damen.
„Nun mußt Du aber nicht länger stören, Eva," ermahnte sie die Kleine.
Die Damen protestierten. Es sei ihnen ein Vergnügen, das Kind zu führen. Noch eine ganze Weile tummelten sich die beiden Damen mit benj Kinde und schließlich wurde für den nächsten Vormittag ein erneutes Zusammentreffen verabredet.
(Fortsetzung folgt)