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Hs Sonn- und Feiertag,

"O jährlich durch die P>

44. Jahrg.

DieGberhesftsch« Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der ""*ie. Der Bezugspreis beträgt viertrl-

. . . JoFt bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Trvedition (Markt 21,) 2 Mk.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain#

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Beuage."

Marburg

Sonntag 14. November 1909.

Di« Jnsertionsgebüyr beträgt für dl« 7g«spalt«ne Z«tl« oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Ang. 4och, UnwerfttätSbuchdruckeret Inhaber Dr. T. H i tz er o th, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Erstes Blatt.

Die heutige Nummer umfaßt 3 Blätter.

. J** Unserer heutigen Auflage liegt die wöchentliche BeilageNach Feierabend" (Sonn­tagsblatt) bei. Sie ist mit der gleichzeitig bei­liegendenLandwirtschaftlichen Beilage" zu­sammengedruckt.

Umschau im Auslande.

Das englische Unterhaus hat endlich nach leidenschaftlichen Debatten innerhalb und außer­halb des Parlamentes das Budget Lloyd Georges angenommen. Es fragt sich nun, was das Ober­haus tun wird. Es erscheint als sicher, daß cs das Budget ablehnen, und so in nowendiger Konse­quenz die Auflösung des Parlamentes herbeifüh­ren wird, wenn nicht noch im letzten Augenblick im Hause der Lords eine Kombinatton gefunden wird, die in der Annahme der Bill das kleinere Nebel er­blickt, da die Neuwahlen sehr leicht ein omnipoten­tes Unterhaus schaffen könnten. Trotz dieser spannenden inneren Kämpfe geht aber die Hetze gegen Deittschland unentwegt weiter. Die Anlage der neuen Flottenstatton auf den Orknehinseln und die daran geknüpfte Erklärung der Admiralität, daß dadurch die ^llordsee abgefchnürt und Deutsch­lands Seemacht Hanzrahmees^s werden solle, ist ein Glied mehr in dtt Kette der Freundlichkeiten, die England uns seit einem Jahrzehnt zu erweisen beliebt. Solchen Tatsachen gegenüber sind daher auch die anläßlich der Anwesenheit des Kolonial- fiaatssekretärs Dernlmrg in London gegebenen Frcundschaftsbeteucrnnaen tu Werte mir als Worte der internationalen polittschen Höflichkeit anzurechnen.

In Rußland hat die Nachricht, daß russische Truppen wieder in Persien einrücken, großes Aussehen erregt. Im allgemeinen ist die össenttiche Meinung mit dieser Maßnahme Iswolskis einverstanden, da man sich nun einmal in die Neberzeugung hineingeredet hat, daß ejne unge­heure Treulosigkeit Oesterreichs und Deutschlands das nichtsahnende, wie immer mit offenen Karten spielende Rußland überrumpelt habe. Auch wirft zugtlnsten Iswolskis noch immer die Freude über dieAbmachungen" von Racconigi nach, als deren Folge ein Balkanbündnis zwischen den slawischen Staaten und der Türkei und der An­schluß Italiens an die Tripelentente mtt voller Be­stimmtheit erwartet wird. Die politische Nervosität in Rußland nimmt aber immer mehr zu. Die be­sonnenen Elemente kommen gar nicht mehr zu Wort. Und doch sind die inneren Zustände des russischen Reiches eutmuttgend. Der Niedergang der Landwirtschaft läßt sich kaum mehr aufhalten, in den Bauerugemeinden herrscht nach wie vor die Willkür, bettelhafte Armut und Völlerei, die Kla­gen über die Untreue der Beamten ixmern fort, man Nagt über Degeneration des Militärs, Berg­werke und Industrie gehen immer mehr in fremde, d. h. soviel wie englische Hände über, tagtägftch werden neue Verschwörerbanden entdeckt und un­schädlich gemacht und dabei wird als nächster Bedürfnis die Befteiung von den guten Bezieh­ungen zu Deutschland empfunden. Ein Zeichen, wie tief außerdem die Erregung in Rußland Über die mißglückte Balkanpolitik bei der Annexion Bos­niens noch heute geht, zeigte das neueste Inter­mezzo zwischen Graf Aehrenthal und derNowofe Wremja", das in allen Folgen offenbar noch nicht erschöpft ist.

Die Lage in Griechenland erscheint nach wie vor unsicher; die kretische Frage ist trotz der Bemühungen der Türkei, eine Entscheidung herbei­zuführen, in ihrem früheren Stadium gebfteben. Die Militärliga hat insofern vor der Flotte kapi­tuliert, als sie sich definitiv entschloflen hat, den Kapitän Thpaldos und seine Freunde ihrem Schick­sal zu überlassen. Der Finanzminister ist eifrig mit den Vorarbeiten für eine neue griechische Anleihe und eine Art Finanzreform, die 85 Millionen Franken bringen soll, beschäftigt. Vorgeschlagen ist die Schaffung eines Alkoholmonopols, das an ein ausländisches Syndikat verpachtet werden soll. Das ist das einzige mögliche System, auf das das aftehrwürdige Hellas heute nur noch sein Finanz­wesen aufbauen kann. Zwischen Bulgarien und S e r b i e n hat durch den Besuch König Ferdi­nands eine Annäherung stattgefunden, die vor kur­zem noch höchst unwahrscheinlich schien. Ob sie

von langer Dauer sein wird, ist Wohl mit Sicher­heit zu bezweifeln, denn beide Nationen lieben sich wie Katze und Maus. Das sozialistische Mini­sterium Zahle in Dänemark wird ohne viel Sorge als ein politische Kuriosität ohne längeren Bestand zu betrachten sein; es ist schon jetzt in einer Mauserung begriffen, deren Weiterentwicklung ab- gewartet werden muß.

In Belgien erregt das allmähliche Verauk­tionieren des königlichen Hausgeräts berechtigtes Anfiehen. Erst waren es die Gemälde, dann folgte das goldene Tischgerät, und jetzt scheint der Rest an die Reihe zu kommen. Es !» unter keinen Umstän­den ein erfreuliches Bild. Gerüchten zufolge soll sich der König mit der Absicht tragen, sich in Frank­reich anzukaufen.

Der Kaiser Me n e l i k von Abessinien liegt im Sterben oder ist bereits gestorben. Das durch die abessinischen Angelegenheiten stets in Mitleiden­schaft gezogene italienische Stück der Somaliküste ist, wie begreiflich, durch die Möglichkeit von Thronstreitigkeiten beunruhigt. Man hofft jedoch, daß der Wille Meneliks refpektiert wird, durch den die Thronfolge in aller Form geregelt worden ist. Dieses Testament kann nach Inhalt und Form dem alten Herrscher nur zur Ehre gereichen und als ein Zeichen einer durch ernstes Leben erwor­benen politischen Weisheit gelten.

Politische Umschau.

Da» Nachspiel zur Annexion Bosnien».

Rom, 12. Nov. Der Darstellung derNeuen Freien Presie" gegenüber, nach welcher der ita­lienische Minister des Auswärtigen Tittoni, bei der Begegnung in Salzburg im Voraus feine Zustimmung zu der Annexion Bosniens und der Herzegowina erteilt hätte, bemerkt dieTri­buna": Sie habe fett dem 10. Oktober 1908 Ge­legenheit gehabt, den Sachverhalt festzustellen, und habe heute nichts daran zu ändern, wenn sie damals u. a. geschrieben habe, daß von ita­lienischer Seite keinerlei vorgängige Zustim­mung zur Annexion Bosniens und der Herzego. wina erfolgt fei, daß man vielmehr lediglich nach Ankündigung der Annexion zu Ende Sep­tember die Möglichkeit der Zustimmung aner­kannt, bebingt jedoch durch den Verzicht auf die Artikel 25 und 29 des Berliner Vertrags und ohne jedes Präjudiz für die von England auf­geworfene formelle Frage der Notwendigkeit des Einschreitens der Cignaturmächte des Ver­trags. DieTribuna" wendet sich ferner gegen den Versuch, die Erklärungen, die Tittoni am 5. September 1908 in Salzburg einigen Zei­tungskorrespondenten gab, abzuandern oder zu etrfstellen und veröffentlicht hierzu einen Brief des römischen Korrespondenten derNeuen Presie" die die Darstellung derTribuna" im wesentlichen bestätigt.

Der Arbeitsnachweis im Kohlenrevier. --

Man schreibt uns: Nach einem Bericht des Bochumer Volksblattes" über die am vergan­genen Sonntag im Schützenhofe zu Bochum ab­gehaltene Protestversammlung gegen die Ein­führung des Arbeitsnachweises im Ruhrkohlen- bezirk hat der Referent, Genosie Löffler-Gelsen­kirchen. folgendes ausgefühtt:

Wie man bei der Ausfuche der Letter vorgeht, zeigt folgender Fall: Der Betriebs­führer einer Zeche wurde nach dem Bureau des Zechenvetbandes bestellt. Dort wurde ihm eröffnet, datz er zum Leiter eines Arbeits­nachweises ausersehen sei. Auf die Antwott des Betriebsführers, daß et auf diesen Posten verzichte, wurde ihm gesagt, daß er von seiner Zeche vorgeschlagen und daß er den Posten annehmen müsie, ob er wolle oder nicht, die Annahme werde ihm einfach befohlen. (Pfui!)"

Wie von zuständiger Seite gemeldet wird, ist die Mitteilung des L. von Anfang bis zu Ende frei erfunden; auch nicht in ähnlichem Sinne hat eine Verhandlung mit einem der zur Lei­tung der Arbeitsnachweisstellen ausersehenen Beamten stattgefunden. Die sozialdemokrattschen Agitatoren bemühen sich anscheinend, nicht nur die Arbeiter, sondern auch die Beamten durch Verbreitung unwahrer Nachrichten gegen den Arbeitsnachweis aufzuhetzen.

Deutsches Reich.

Vom Hofe. Station Wildpark, 12. Nov. Der Kaiser begab sich heute morgen mit seinem Jagdgast Erzherzog Franz Ferdinand und mit dem Kronprinzen nach Jävenitz. Jävenitz, 12. Nov. Der Sonderzug mit dem Kaiser und dem Erzherzog-Thronfolger Franz Ferdinand und anderen Jagdgästen traf um 10 Uhr 55 Minuten auf Station Jävenitz ein. Die Herr­schaften begaben sich in Automobilen nach dem Jagdschloß Letzlingen. Das Wetter ist regnerisch. Schloß Letzlingen, 12. Nov. Die Jagdgesell­

schaft brach um 12 Uhr 45 Minuten in Wagen nach dem Jagdgelände in der Dberförfteiet Planken auf. Der Kaiser mit dem Erzherzog Franz Ferdinand und einigen anbeten der vor­nehmsten Jagdgäste folgte um 1 Uhr 30 Min. in Automobilen. Es wurde ein Lappiggen auf Damwild abgehalten. Letzlingen, 12. Nov. Der Kaiser ist mit seinen Jagdgästen bet ein­brechender Dunkelheit nach dem Jagdschlotz zu­rückgekehrt, wo um 7 Uhr Abendtafel stattfand.

Die 6. Generalsynode. Berlin, 12. Nov. Die Generalsynode nahm in ihrer heutigen Sitzung zur Frage der Beteiligung der Geist­lichkeit an der Feuerbestattung mtt großer Mehr­heit folgenden Anttag an: 1. Die Generalsynode sieht sich nicht veranlaßt, zugunsten der Feuer­bestattung die durch frühere Beschlüsse kundge­gebene Stellung zu der durch Gottes Wort und christliche Sitte geheiligten und im preußischen Staat allein zulässigen Erdbeftattung aufzu­geben oder zu ändern. 2. Mit Nückstcht aber auf die im Antrag der 12. sächsischen Provinzial­synode und in einer Petiton des Eemelnde- kirchenrats in Görlitz berührten Notstände, über­weist sie diesen Antrag und diese Petition dem evangelischen Ober-Kirchenrat zur Erwägung.

Eine Eeneralpardon für Steuerhinter­ziehungen ist in Bayern mit der Steuerreform beschlossen worden. Die betreffende Bestimmung lautet:Wer im ersten Veranlagungsverfahren nach dem Einkommensteuergesetz, dem Eewerbe- steuergesetz und dem Kapitalrentensteuergesetz freiwillig Einkünfte oder Erträge angibt, die vor dem 1. Januar 1911 nicht besteuert waren, soll wegen unterbliebener, unrichtiger oder un­vollständiger Angaben Steuernachholungen oder Bestrafungen nicht zu gewättigen haben."

Der Berfasiungseid. Dresden, 11. Nov. Heute haben die sämtlichen in die Zweite Kam­mer gewählten sozialdemokrattschen Abgeord­neten folgenden Eid geschworen:Ich schwöre zu Gott dem Allmächttgen und Allwisienden, die Staatsverfasiung treu zu bewahren und in der Ständeversammlung das unzertrennliche Wohl des Königs und des Vaterlandes nach meinem besten Wissen und Gewisien bei meinen Anträ­gen und Abstimmungen allenthalben zu beob­achten. So wahr mir Gott helfe." Kommen­tar überflüssig.

Die Reue Konservative Bereinigung in Pankow erläßt einen Aufruf, in dem sie der Lei­tung der Parttt Abhängigkeit vom Bund bet ßanbroirte vorwirft, ihre Taktik bei der Reichs­finanzreform verurteilt und mehr Fühlung mtt den städttschen Wählern verlangt. Der Auf­ruf schließt:Wir fordern von unseren Füh­rern, daß sie diese Fehler befestigen. Mehr Fühlung mtt dem Volke! Unabhängtteit gegen­über dem Bunde der Landwirte! Ausgleich zwischen Stadt und Land! Los vom Zenttum! Zurück zum alten Blockgedanken gegen die So- zialdemokratte! Dann wird die konservative Partei eine Volkspartei werden."

Der Ausstand im Mansfelder Gebiet ' Hettstedt, 12. Nov. Heute mittag wurde hier ein Flugblatt verbreitet, in welchem die Ar­beiter aufgefordert »erben, vollzählig die Arbeit bei der Mansfelder Gewerkschaft wieder aufzunehmen. Auch der sozialdemokratische Reichstagsabgeodnete Sachse forderte heute früh in einer hier abgehaltenen Versammlung zur Wiederaufnahme der Arbeit auf. Der Ausstand dürfte damit beendet fein. Eisleben. 12. Nov. Das heute mittag in Hettstadt vettellte Flug­blatt der Streikleitung wurde im Laufe des Tages auch in den übrigen Orten des Ausstands­gebietes verteilt, In denen den Ausständigen empfohlen wurde, morgen sich wieder zur Ar­beit zu melden. Als Hauptgrund der Beendig­ung des Ausstandes wird bekannt gegeben daß die Absicht, den größeren Teil der Ausständigen auswätts unter günstigen Lohnbedingungen unterzubringen, gescheitert sei.

Zu den antideutschen Demonstrationen in Mühlhanse«. Straßburg, 12. Nov. Der bereit» bekannte Vorfall Im Zentralhotel in Mühl­hausen, wo das Spielen der Marseilalse mit demonstrativem Beifall begleitet wurde, wäh­rend das Spielen der deutschen Nationalhymne sich tumultarischer Protest erhob, hat der Re­gierung Anlaß gegeben, den Schweizer Wegelin, der das Spielen der Marseillaise verlangt hatte, aus Elsaß-Lothringen auszuweisen. Zugleich wurde die Veranstaltung von öffenttlchen Musik- ausführungen im Zentralhotel verboten und von der Militärbehörde den Offizieren der Besuch dieses Hotels untersagt. Wie dieFranks. Ztg." zu melden weiß, hat der schweizerische Ge­sandte in Berlin an den ausgewiesenen Han­delsvertreter Wegelin als Antwort auf die tele­graphische Mitteilung von der Maßregel ein Telegramm folgenden Inhalts gerichtet:Habe soeben Angelegenheit tm Äuswärttgen Amt be- tanntgegeben. Wollen Sie bei der Behörde, die ;die Auswelsungsodre ausgestellt hat, unter «Mitteilung meines Telegramms Aufschub Ihrer iAusweisung beantragen, bi» eine Erledigung erfolgt ist?

Born Kieler Werstprozeß. Kiel, 12. Nov. In der heutigen Verhandlung des Werstpro- zesses stellte die Staatsanwalffchaft den Antrag, den Angeklagten Kaufmann Brakel aus Ham­burg sofort aus der nunmehr 13 Monate wäh­renden Hast zu entlaßen; der Verdacht irgend welcher Mittäterschaft sei nur noch in geringem Matze vorhanden. Der Gerichtshof beschloß dem Anträge gemäß. Morgen wird nicht verhandelt, um der Verteidigung Gelegenheit zu geben, di« als gefälscht bezeichneten Geschäftsbriefe Fran­kenthals zu prüfen.

Die Schlafkrankheit in Deutsch-Ostafrika. Nach neuerlich eingelaufenen Mitteilungen aus dem Zwischenseengebiet hat die Schlaflrankheit immer wettere Verbreitung genommen. Auch eine ganze Reihe von Europäern sind von der Seuche befallen worden. Hoffentlich enthält der nächste Etat außerordentliche Mittel zur Be­kämpfung der furchtbaren Krankheit, die uns mehr Sahen zufügt, als Hungersnöte und Aus­stände.

Ausland.

** Niederland. Haag, 12. Nov. Die erste Kammer nahm einen Gesetzentwurf an, durch welchen die Bestimmung des Code Napoleon, die die Nachforschung nach der Vaterschaft oet= bietet, abgeschafft und dafür die Bestimmung eingesetzt wird, daß es einem unehelichen Kinde erlaubt sei, gegen den Erzeuger Alimentations­klage anzustrengen.

*Italia irredenta." Generalleutnant Bfi­nari dl Bernlcclo, Kommandant des dritten italienischen Armeekorps in Aquila bei Breno, hat anläßlich der Fahnenweihe des neuertichie- ten Ehevauxlegerregiments eine irenditistische Rede gehalten, in bet es u. a. heißt:Unser König wendet seinen Blick der Ostgrenze Ita­lien zu. Dort harten in Sklaverei gehaltene italienische Städte, italienische Brüder lange mit Ungeduld bet Stunde, vom Fremdjoch be­stell zu werden wie Venedig." Inzwischen hat ihn freilich das Geschick ereilt, wie die Agencl Stefani mitteilt, hat er den Abschied erhalten.

** Roosevelt nicht verunglückt! Parts, 12. November. Die Gemahlin des Expräsidente« Roosevelt, die gestern von Neapel aus die Heim- E nach Amerika angetreten hat, erhielt von

t Gatten aus Uganda in Britlsch-Ostastika das nachstehende Telegramm:Befinde mich wohl an Leib und Seele. Setze meine Jagd. Expedition fort. Damit find alle Gerüchte von einem Unfall Roosevelts, beten Glaub- roütbtgteit schon von vornherein bezweifelt wurde, ran der »zuverlässigsten Seite" wider- legt.

Dl Böhme.

Dr. Böhme agitiert zur Zeit lebhaft im hie­sigen Wahlkreis gegen den Bund der Landwirt«. Anderetsetts Ult ^ch /»«tBundVersammlungen ab, so "n Langenstein (Kt. Kirchhain), wo eine Resolut on gegen *zt. Löhme angenommen wurde. Nachd-m wir unsere Meinung Über dl« neue Stellt «g Herrn Dt. Böhmes gesagt haben, haben wir <etne Vennlasiung, In diese agita« torische Kleinarbeit :i Irgend einer Weise du« zugreifen. Uns erschaut es jedenfalls nicht zweifelhaft, datz Dt. Bötote das nächste Mal entroeber direkt al» >a-»«ibat bet hiesigen Nationalerer' l- i , mindestens ober v*'t ih.t Unterstützung auftreten wird, es unterflogt ja Sinern Zweifel, daß bet Bauern­bund als nattonalllbetal« Gründung anzusehen ist, wenn die Parteizugehörigkeit sich «atT.lich nicht st klar belegen läßt. Wir erklären bas ent im Hinblick auf mancherlei Anfragen an uns, ohne uns in diese Kämpfe im Wahlkreise jetzt einmischen zu wollen. Was die grundsätzlich« Stellung Herrn Dt. Böhmes zur Schutzpolitik angeht, so schreibt dieKons. Äon.:

Eine arge Enttäuschung hat sicher Relchs- tagsabgeorbneter Dr, Böhme seinen Gönnern bereitet. Wie gemeldet wird, hält er, der Syn­dikus des Bauernbundes, gegenwärtig in seinem Wahlkreise Marburg Versammlungen ab. In allen betont et, datz der neue Bauernbund unter allen Umständen an der Hochschutzpolitik fest­halten werde und es als seine wichtigste Auf­gabe betrachte, zu verhindern, daß die nächsten Reichstagswahlen etwa eine Reichstagsmehrheit brächten, die die Eaprlvifche Handelspolitik er­neuern würde! Diese Tatsache ist an sich er­freulich. Aber man muß sich habet fragen, ob es deshalb nötig wat, solche Erregung in die eigenen Reihen zu tragen und sich von seinen bisherigen politischen Freunden zu flennen, die doch genau dasselbe wollen. Auf jeden Fall sind damit die Hoffnungen de» Freisinns zu­nichte, der den Bauernbund als Cturmbock gegen den Schutzzoll gebrauchen zu könne« glaubte. Man darf gespannt sei«, ob und *4« sich bet Hansabund zu dieser Frage äußer« sdtb, da je der Bauernbund vielfach als sein Anhängsel, eiT