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44. Jahrg.

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DieGbeehesstsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der ~ - ' ;e. Der Nez uns preis beträgt viertel-

___7____ ... Joft bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

Marburg

Mittwoch 27. Oktober 1909.

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Benage."

Die InsertionSgebüdr beträgt für btt 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Auq. Koch, UnwersttätSbuchdruckerei Inhaber Dr. C. H itzer o th, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 83.

Bestellungen

für die Monate November und Dezember «rs dieOberhessische Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedi­tion (Markt 21), unseren Ausgabestellen in Kirchhain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und LandbrieftrSgern entgcgengenommen.

Sachsen und Baden.

Einen starken Ruck nach links bedeuten die kürz- lich stattgehabten Landtagslvahlen in Sachsen und Baden nur ist dabei zu bemerken, daß dieser Ruck nicht dem Liberalismus, sondern dem Radi­kalismus zugute gekommen ist. In Sachsen haben die Konservativen, die bisher 47 Sitze inne hatten, in der Hauptwahl 14 Sitze erlangt, dabei aber 15 verloren, in 22 Kreisen stehen sie in der Stichwahl. Die Nationalliberalen haben von ihren 15 Sitzen im ersten Wahlgange 4 behauptet und 5 verloren, in 30 Kreisen sieben sie in Stichwahl. Der Frei­sinn hat wieder einmal aus eigner Kraft kein Man­dat erobern können, in 8 Kreisen ist er an Stich­wahlen beteiligt. Die Sozialdemokratie dagegen hat einen wahren Siegeszug angetreten, in keinem Kreise hat sie weniger als 1000 Stimmen erhalten, 15 Mandate auf den ersten Schlag erobert lmd in 53 Kreisen ist sie in die Stichwahl gedrängt.

In Sachsen wählte man diesmal bekanntlich zum ersten Male nach dem neuen Landtagswahl­recht, das in dem ausgesprochenen Sinne geschaffen Nnrrde, der Sozialdemokratie eine größere Ver­tretung im Parlament zu geben. Diesem Wunsch ist nun in überraschender Weise Erfüllung gewor­den. Immerhin steht zu hoffen, daß in der Stich­wahl noch mancher von den gefährdeten 53 Krei­sen für die bürgerlichen Parteien gerettet wird. Für die Stichwahlen haben die Konservativen so­fort die Parole: unter allen Umständen gegen die Sozialdemokratte, ausgegeben, dasselbe taten die Nationalliberalen, während der Freisinn keine Sttchwahlparole ausgeben wird. Keine Antwort ist auch eine Antwort, lieber den Ausfall der Stichwahl läßt sich z. Zt. kaum etwas bestimmtes vermuten. Das Stimmenverhältnis der Parteien bei der Hauptwahl ist etwa folgendes: Für sozial­demokratische Kandidaten sind 490 000 Stimmen abgegeben worden, für rechtsstehende Kandidaten insgesammt über 340 000, für nationalliberale 338 000, und für freisinnige 103 000. Die Kom­mentare der Presse zu der Wahl sind je nach Par­teistellung verschieden.

3 (Nachdruck verboten.)

Was Gott zulammensefNgt.

" Roman von H. Eourths-Mahler.

(Forttetzung.)

Es war Micheal Rodenfels nicht gelungen, diesüße kleine Professorin" aufzutauen. Sie blieb freundlich reserviert. Und da ih^ Gatte über Unwohlsein klagte, verabschiedeten sie sich sehr bald nach dem Aufbruch des Brautpaares.

Michael Rodenfels war etwas verstimmt durch seinen Mißerfolg. Er zog sich hinter ein« Flasche Wein zurück und trank hastig einige Glaser leer. Ziemlich zeitig entschloß auch er sich zum Aufbruch. Er suchte seine Gattin und fand sie in der langweiligen Gesellschaft einer schwerhörigen Stiftsdame.

Wir wollen aufbrechen, Ullrike, ich bin müde," sagte er lässig.

Die hagere Frau mit dem bleichen vergräm­ten Gesicht erhob sich sofort und legte ihre Fingerspitzen auf seinen Arm. So durchschritten sie den Saal, um sich von den Gastgebern zu ver­abschieden. Ein ungleiches Paar in jeder Be­ziehung.

Draußen gähnte Rodenfels hinter der vor­gehaltenen Hand.

Ein langweiliges Fest," sagte er halblaut.

Ein verächtliches Lächeln umspielte den fest zusammengepreßten Mund seiner Frau.

Bei Tische schienst Du Dich sehr gut zu amü­sieren," erwiderte sie herb.

Er zuckte die Achseln.

5a, solange Professor Hardenberg noch zu­gegen, war das ganz amüsant. Das einzige interessante Paar unter sämtlichen Gästen."

Wieder verzog sich llllrikens Mund ver- kchtlich.

Daß die Steuerhetze wegen der Finanzreform auch hier ihr Teil zu dem sozialdemokratischen Sieg beigetragen hat, dürste nicht zu leugnen sein, daß der unleugbare Verlust der Konservativen aber nicht dem Freisinn zugute gekommen ist, zeigt deutlich, daß überhaupt die Erbitterung über das Steuerzahlen der neuen indirekten Steuern nicht etwa aber die Ablehnung der Erbschaftssteuer am wirksamsten gewesen ist. Ein endgiltiges Urteil wird jedenfalls erst nach Beendigung der Sttch­wahlen zu fällen sein.

In Baden brachten die Landtagshauptwah­len vom 21. d. M. 38 Endergebnisse; 35 Stich­wahlen stehen aus. Im ersten Wahlgang bekamen feste Sitze: das Zentrum 23, die Sozialdemokraten 10, die Nationalliberalen 4, die Demokraten 1. Auch hier ist ein Aufschwung der Sozialdemokratte zu verzeichnen, statt 5 Sitze 10! Die National- liberalen und Demokraten haben von 29 Sitzen nur 5 gerettet (1905 waren es 16 im ersten Wahl­gang!) Das Zentmm hat von 28 Sitzen 22 fest. Die Konservativen haben ihren Sitz in der Stich­wahl zu verteidigen, was voraussichtlich gelingen wird. Im übrigen hat die Partei in Baden bis jetzt keine besondere Bedenttmg gehabt.

Für die Stichwahlen ist nun, wie gemeldet wird, wieder der Großblock ins Leben gerufen, d. h. die Nattonalliberalen und Demokraten haben sich mit den Sozialdemokraten verbündet. Eine offiziöse Mahmmg derKarlsruher Zeitung", sich gegen die Sozialdemokraten zu vereinigen, hat also nichts genutzt. Schuld an diesem, wenigstens für die Nattonalliberalen unnatürlichen und zu verwerfenden Bündnis ist die stark opposittonelle Stellung dieser Partei gegen das Zentmm in Süddentschland. Wie unter diesen Umständen die Resultate der Stichwahl aussehen werden, läßt sich nicht sagen. Rur soviel ist sicher, daß die So­zialdemokratte mit liberaler Hilfe weitere Mandate erobern wird.

Der Besuch des Zaren in Italien.

R a c c o n i g i, 25. Ott. Heute Vormittag begaben sich die Monarchen mit Gefolge nach dem Berge Superga, wo sie längere Zeit die dort gelegene Kirche und die Grabdenkmäler des Hauses Savoyen besichtigten. Im Säulengange genosien sie die schöne Aussicht, die sich von hier aus bot. Hm den Berg sammelte sich eine große Menschenmenge, die ihnen beim Verlasien der Kirche stürmische Ovationen bereitete. Man rief: Es lebe der König! Es lebe der Kaiser! Dann traten die Monarchen die Rückfahrt nach Racconigi an. Als sie den Ort Santens pas­sierten, machte der König den Kaiser darauf aufmerksam, daß hier Cavour beerdigt sei. Der Kaiser verlieh dem Prinzen von Piemont den Andreasorden und ließ dem Bürgermeister von Racconigi für die Armen der Stadt 10 000 Lire überreichen.

Raconigi, 25. Okt. Iswolski wurde heute Vormittag mit Eiolitt und Tittoni im

Für Dich kommt doch nur die Frau in Be­tracht."

Michael warf einen spöttischen Seitenblick über die reizlose Gestalt seiner Frau und drehte seinen Bart mit einer eleganten Bewegung aufwärts.

Sie ist allerdings eine sehr schöne und in­teressante Frau. Und voller Esprit und Charme."

Ullrike antwortete nicht. Die Linien um den Mund gruben sich noch tiefer, als sie sich in die Wagenecke zurücklehnte und die Augen schloß. Wie festgefroren erschien das bittere, verächtliche Lächeln um ihren Mund, und das unschöne Ge­sicht erhielt dadurch ein noch viel herberes Aus­sehen.

Im Hotel angekommen, suchte sie sofort ihr Zimmer auf, während sich Michael erst noch bei dem Zimmerkellner erkundigte, ob Hardenbergs zur Ruhe gegangen seien. Der Kellner meldete, daß der Herr Professor sehr unwohl nach Hause gekommen sei und daß Frau Profesior durchaus habe zum Arzt schicken wollen. Der Profesior habe dies indessen energisch abgelehnt.

Mißmutig stieg Michael die Treppe zu seinem Zimmer empor. Sein Blut war erhitzt, er war es so gar nicht gewöhnt, sich einen Flirt zu versagen, und seine Leidenschaft flammte immer schnell empor, wenn er einmal Feuer gefangen hatte. In seinem Zimmer angelangt, stürzte er hastig ein Glas Wasier hinunter und lehnte sich zum Fenster hinaus. Sein heißes, tolles Blut hatte noch nicht ausgetobt, trotz seiner Jahre.

Reisen wir morgen früh ab?" fragte seine Gattin, auf di« Schwelle des Nebenzimmers tretend, in ruhig kühlem Tone.

Er richtete sich auf und sah eine Weile wie geistesabwesend tu ihr Gesicht,

Rathaus« vom Bürgermeister r.nb den Ael- teften der Stadt empfangen. Hierbei sagte Is­wolski italienisch:Ich bin glücklich, Ihnen aussprechen zu können, wie sehr die dem Kaiser von der Stadt Raccogini entgegengebrachte herzliche Aufnahme in Rußland gewürdigt wird. Das russische Volk wird darin einen neuen Be­weis der wachsenden Annäherung zwischen bei­den Ländern sehen, die so viele gemeinsame Jnteresien und Ziele haben. Ich bin persönlich sehr glücklich, mit meinem Freunde Tittoni für die guten Beziehungen zwischen Rußland und Italien zusammenwirken zu können." Nach dem Dank des Bürgermeisters für die Ehre des kai­serlichen Besuches empfing Iswolski die ita­lienischen Journalisten, in deren Namen Vet- tori ihn als Freund Italiens begrüßte und ihn bat,, dem Kaiser die Gefühle der Ergebenheit der italienischen Presie auszusprechen. Hierauf wurden auch die ausländischen Vertreter der Presse dem Minister vorgestellt.

Racconigi, 25. Okt. Der Kaiser von Rußland ist heute Nachmittag um 3 Uhr abge­reist.

Racconigi, 25. Okt. Bei der Abfahrt des Kaisers von Rußland bildeten Truppen auf den Straßen Spalier. Nachdem der Kaiser auf der Schloßterrasie sich von der Königin verab- scknedet hatte, fuhren die Majestäten mit den Ministern und dem Gefolge unter Ehreneskorte zum Bahnhofe, unterwegs von einer zahlreich versammelten Menschenmenge mit den Rufen: Es lebe Italien!"Es lebe Rußland!" be­grüßt. Auf dem Bahnhofe schritt der Kaiser zunächst die von Bersaglieri gestellte Ehrenkorn- pagnie ab und begrüßte bann die zur Verab­schiedung erschienenen Spitzen der Militär- und Zivilbehörden. Hierauf bestieg der Kaiser, nachdem die Majestäten sich zum Abschied um­armt hatten, seinen Salonwagen, aus dessen Fenstern er noch einige Minuten bis zur Ab­fahrt des Zuges um 3 Uhr sich lebhaft mit bem Könige unterhielt.

Rom, 25. Okt. DieAgencia Stefani" veröffentlicht folgenbes Kommunigui aus Rac­onigi: Die Zusammenkunft bes Königs von Italien mit bem Kaiser von Rußlanb trug bas Gepräge der großen Herzlichkeit, welches voll­ständig dem Charakter der Beziehungen ent­spricht, welche zwischen Italien und Rußland bestehen. Diese Herzlichkeit tritt in den Trink­sprüchen bei der Ealatafel in Racconigi an den Tag. Diese Trinksprüche betonen nicht nur di« persönlichen Gefühle, welche die beiden Herr­scher verbinden, sondern auch die vollkommene Hebereinstimmung der Jnteresien und Ansichten, welche zwischen den beiden Reichen bestehen. Di« Unterredungen der Minister Tittoni und Is­wolski hatten naturgemäß die verschiedenen politischen Tagesfragen zum Gegenstand, insbe­sondere die Balkanfragen. Man konstatierte, daß auf diesem Gebiete Italien und Rußland denselben Zweck verfolgen, nämlich die Be­festigung des jetzigen politischenstatus quo" in der Türkei und die Unabhängigkeit und die normale friedliche Entwickelung der Balkan­staaten. Demgemäß kann die Annäherung zwi-

Nein das heißt ich weiß es noch nicht bestimmt. Warum fragst Du?"

Weil ich jetzt nicht eine Stunde länger, als nötig, von Rotenfels fortbleiben möchte.. Du weißt, wie ungern ich Dich zu diesem Hochzeits­feste begleitet habe."

Ja, ja. Du tust ja mit Vorliebe allesun­gern". Ich glaube, Du bist schon ungern auf die Welt gekommen."

Ein Seufzer entfuhr ihren Lippen und in ihren Augen lag ein so brennender Vorwurf, daß er sich abwandte.

Also tue mit den Gefallen und fang hier nicht die alte Geschichte wieder an, ich weiß schon alles auswendig. Und ob wir heute, morgen, ober später reisen Rodenfels ist doch nicht mehr zu halten. Es ist alles eins."

Wieder entfloh Ullrikens Lippen nur ein Seufzer. Sie stand da, wie u Stein erstarrt ein Bild bei Sorge, des Kummers.

Herrgott, nun geh' zu Bett und seufze mir nicht die Ohren voll. Mir ist, weiß Gott, auch nicht behaglich zu Mute gewesen all di« Zeit. Aber die paar vergnügten Stunden mußt Du mit mit Deinem Gezeter auch noch verbittern."

Ich denke, es wat so langweilig," sagte sie ironisch.

Das kommt gar nicht in Frage. Sollte ich meinem Jugendfreund eine Absage schicken auf die Einladung zur Hochzeit feinet Tochter? Das kannst Du doch wahrhaftig nicht verlangen."

.Ich verlange nichts von Dir. Das habe ich mir lange abgewöhnt. Aber das Schicksal wird Dich in Zukunft zu manchem zwingen, was ich nicht hätte von Dir verlangen dürfen."

Et sah sie ärgerlich an.

Schön, nun bist Du Deinen Unkenruf los geworden, nun laß mich zufrieden. Ich gehe zu Bett gute Nacht."--------

schen Italien und Rußland keinerlei Mißtraue« Hervorrufen und wird gewiß von allen Mächten als wichtiges Element für die Aufrechterhaltung des Friedens begrüßt werden.

Politische Umschau.

Da, neue Strafgesetzbuch über Rettgion-, »ergehen.

Der Entwurf des neuen Strafgesetzbuches, der von einer 6efonbeten juristischen Sachver­ständigenkommission ausgearbeitet worben ist, soll wesentliche Aenberungen über die Be­strafung von Religionsvergehen enthalten. Gotteslästerungen und Beschimpfungen bet mit Korporationrechten ausgestatteten Kirchen sol­len nicht wie bisher strafbar sein, wenn sie öffentlich, sondern erst bann, wenn sie in bös- willigerAbsicht erfolgt sind. Die Beschimpsungen von kirchlichen Einrichtungen und Gebräuchen sollen künftighin straflos, die Strafen über­haupt gemildert werben. Wie gesagt, handelt es sich nicht um eine Vorlage bet verbündeten Regierungen, und wir können daher keine Kritif üben. Unser Erstaunen übet das Planen «ine, derartigen Gesetzentwurfes seitens der Regie» rung eines auf christlicher Weltanschauung be­ruhenden Staatswesens möchten wir aber trotzdem nicht unterdrücken.

Deutsches Reich.

Prinz Heinrich. Mannheim, 25. Ott. Prinz Heinrich von Preußen sowie bet Großherzog von Hessen statteten heute Nachmittag der Stadt Mann­heim einen kurzen Besuch ab. Die hohen Herr­schaften begaben sich im Automobil zu dem Fabrik- ctablifferneut von Heinrich Lanz und von dott in Begleitung des Herrn Dr. Karl Lanz zu der Rheinauer Luftschifswerst, der sie einen l^ftün- digen Besuch abstatteten.

Der Reichskanzler in Dresden. Dresden, 25. Ott. Der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg ist heute Vormittag um 11 Uhr 6 Min. hier einge­troffen und wird um 6 Uhr im Schloß Pillnitz vom König empfangen werden. Um %7 Uhr Hü­bet dott Tafel statt. Heute Nachmittag 6 Uhr empfing König Friedrich August im Schloß Pill­nitz den Reichskanzler v. Bethmann Hollweg ir Audienz. Unmittelbar daran schloß sich eine Tafel, zu der außer dem Reichskanzler auch desien Be­gleiter, Hauptmann v. Schwartzkoppcn,. und sämt­liche Staatsminister geladen waren. Abends fand eine musikalische Soiree statt, zu bet außer ben Er­wähnten sämtliche Prinzen und Prinzessinnen des königlichen Hauses, ferner Fürst und Fürstin zu Hohenlohe Battenstein erschienen.

Der Wechsel im Reichsjustizamt. Berlin, 25. Ott. Wie derReichsanzeiger" mi'tcilt, er-, teilte der Kaiser dem Staatssekretär des Reichs­justizamtes Dr. Nieberding die nachgesuchte Dienst« entlaffung zum 1. November 1909 und verlieh demselben in besonderer Anerkennung der von ibm geleisteten Dienste seine Büste in Marmor. Der

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Am nächsten morgen verbreitete sich ein« Schreckenskunbe im Hotel. Profesior Harden­berg war am Typhus erkrankt. Der Hotelbrun­nen erwies sich nach polizeilicher Feststellung als vergiftet. Auch einige Bedienstete bes Hotels waren erkrankt. Der Brunnen würbe natürlich sofort unschäblich gemacht, aber bie Hotelgäste ergriffen boch in blinber Hast die Flucht.

Michael Robenfels wat unter den ersten, bi« zur Abreise fertig waten. Die Furcht vor bet Krankheit ließ ihn bie schöne Frau mit all ihren Reizen vergessen. i

Hllrike Robenfels blieb viel ruhiger. Sie nahm sich auch bie Zeit, trotz bes Drängens ihres Gatten, Frau Profesior Harbenberg auf einer Karte ihr tiefstes Bebauern übet bie Er­krankung ihres Gatten auszubrücken.

In aller Eile machte Robenfels mit feiner Frau noch einen Abschiedsbesuch bei Masien- bachs. Diese hatten voll Bestürzung schon bie Kunde von Hardenbergs Erkrankung vernom­men. Sie waren in großer Sorge, auch um ihre übrigen Freunde und Bekannten, bie mit in demselben Hotel gewohnt hatten. Es wat ja nicht ausgeschlosien, daß noch anbete ben Keim zu dieser tückischen Krankheit in sich ausgenom­men, ba boch bie meisten von demselben verseuch- ten Wasier getrunken hatten. Von dieser Sorge verrieten sie natürlich ihren Besuchern nichts aber es lag doch wie eine heimliche Angst auf allen Gemütern.

Michael Rodenfels wat froh, als et im Kupee saß Zwei Stunden später hatte er Schloß Rodenfels erreicht. Vor lauter Furcht war ihm ganz übel zumute, während seine Gat­tin sofort ihren Pflichten nachging, als fei' nichts geschehen.

(Fortsetzung folgt.)