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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain "

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschastUche Berlage.

14. Jahrg.

M 250

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Drittes Blatt.

zu denen mit Notwendigkeit Führer und Ge­führte gehören. Die Führer, d. h. die Pfarrer, dürfen sich nicht einbilden, allein die Kirche zu sein. Ader auch die sogen. Laren rnüsien um der Ordnung willen die Trager des Amtes aner­kennen. Andererseits iit die Innere Mission nicht nur die von ihren Verufsarbeitern getriebene organisierte Arbeit, sondern jede Hilfsarbeit, dre der Kirche von freien Kräften geleistet wird. Somit ist die Innere Mission ein notwendiges Stück der Kirche, sofern sie Eemeindekirche ist. Ohne sie würde die Kirche zu einem toten Or­ganismus erstarren. Sie darf auf die Mitarbeit der freien Kräfte d. h. aller Gemeindeglieder, die irgend eine Gäbe dazu empfangen haben, nicht verzichten, zumal unter den schwierigen Ver- hältnisien der Gegenwart. Unter diesen kommt in unseren ländlichen Verhältnissen in erster Linie die Eemeinschaftsbewegung in Betracht, zu der der Nedner einerseits eine wohlwollende Haltung einnahm, indem er das Bedürfnis lebendiger Christen zu persönlicher Gemeinschaft anerkannte, die er aber andererseits scharf be­kämpfte, sofern sie die organisierte Kirche negiere und die ordnende und pädagogische Be­deutung des kirchlichen Amtes verkenne. Die in dem Thema liegende Frage beantwortete der Lortragende schließlich dahin, daß die kirchlichen

Dis Jniertionsgebützr beträgt für die 7gespaltene Zeile ober deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: floh. Auq. Koch, NnwersitätSbu bdruckerei Inhaber Dr. E. Hitzerotls, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Sonntag. 24. Oktober 1909.

Vermischtes.

DerHerr Direktor". Die Verhaftung eines Theaterschulbirektors" erregt in Berlin großes Aufsehen. Der erst 19 Jahre (!) alteDirek­tor" Habermann unterhielt in dem Hinterstuo- chen einer Hofwohnung in der Emdener Straße 42 eineSchule", in der jungen Leuten gegen Entrichtung eines Honorars von 50200 Mark

Auszug ans den Standesbüchern des Königliche» Preußischen Skandesamisbezirks Marburg.

Standesamt werktäalich geöffnet von 1012 Uhr.

Standesamt befindet sich jetzt Zimmer Nr. 5.

Vom 1;. bis 23. Oktober 1909.

Verehelichte.

1. Schlaffer Ferdinand Laubscheer mit Christine Gesiner, beide hier. 2. Schmied Friedrich Cloos von Leidenhofen mit Christine Schmidt von Wittelsberg. 3. Restaurateur Friedrich Winkler hier mit Witwe Elisabeth Löwh geb. Lindemann von Frankfurt a. M. 4. Maurer Heinrich Schmitt von Schröck mit Köchin Elisabeth Rhiel hier. 5. Pflasterer Konrad Schmuck von Dreihausen mit Elisabeth Gerhardt von Cölbe. 6. Malergehilfe Martin Haupt mit Maria Schäfer, beide von Ocker^ausen.

Geborene.

1. Wilhelmine, T. d. Bäckers Konrad Müller hier. 2. Frieda Sophie Luise, T. d. Kgl. Lademeisters Ge­org Schul hier. 3. Johann Ludwig Heinrich, S. d. Landwirts Johannes Arnold, Amönau. 4. Unge­nannt, S. d. Schreiners Heinrich Korn. 5. Lotte Marie Dorothea Elisabeth, T. d. Bankvorstehers Lud­wig Kolb, hier. 6. Ungenannt, Zwillinge des Arber- ters Johannes Becker von Cappel. 7. Ungenannt, S. d. Lokomotivheizers Franz Reust hier. 8. Marm Theresia, T. d. Landwirts Peter Lauer von Schrock.

Verstorbene.

1. Schuhmachermeister Nikolaus Müller hier, _ 64 -rahre. 2. Maria Emma BraunS geb. Fahrenbach hier, 55 Jahre. 3. Hermann, S. d. Arbeiters Bern- bard Holtrup von Marbach, 4 Monate. 4. Philipp, S. d. Gastwirts Friedrich Pfeiffer hier, 2 Jahre. 5 Margarete, T. d. Briefträgers Louis Pfeiffer von Gladenbach, 11 Jahre. 6. Maurerlehrling Hemr-ch Amos von Heffelbach, 15 Jahre. 7. Berta Fett, ledig, von Dannenrod, 22 Jahre.

DieGbrrhesstsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. De: Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch die Bost bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unsern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

die Straße nach dern Aufwühlen doch auch wieder in Stand gesetzt werden müsse. Hierfür hatte man, wie mitgeteilt wurde, noch nichts ausgesetzt. Nachdem noch 'einmal der Stadtv. Zeitz für Pflasterung ein­getreten, erfolgte Annahme der Vorlage.

DaS Kommando der Freiwilligen Feuerwehr hat um Anschaffung eines Rauchhelms nachgesucht. Stadtv. Engel meinte, dah man diesen ja aus den Ablösungsgebühren und Strafgeldern beschaffen könne; im übrigen halte er den Ranchhelm für not­wendig. Da die Gelder in die Stadtkasse fließen, war dieser Vorschlag hinfällig. Die Mittel für den Rauchhelm wurden schließlich bewilligt.

Es kam dann noch einmal die Ordnung über die Anlegung und Veränderung von Straßen und Plätzen zur Besprechung. In der Hauptsache handelt es sich um einige redaktionelle Acnderunaen. Bemerkt sei, daß solche Grundstücke, die bei offener Bebauung an zwei Straßen Fronten haben, etwas vorteilhafter wie seither abschließen, indem die kürzere Front nur zur Hälfte zu. den Straßenbeiträgen herangezogen wird. Der Oberbürgermeister begründete dies damit, daß gerade Eckplätze bei offener Bauweise schwer zu be­bauen seien, bei geschloffener Bebauung fei gerade das Gegenteil festzustellen. Aus einem Paragraphen, welcher die Berechnung der Kosten bei breiten Stra­ßen betraf, konnte man nicht recht klug werden, weil er, wie der'Stadtv. Engel meinte, wohl richtig, aber in so ^gräßlichem Deutsch" abgefaßt sei. Es wurde beschlossen, die Ordnung noch einmal zurückzustellen und dem Paragraphen eine andere Fassung zu geben. '

Ein Antrag, den Aufbau des elektrischen Werks betreffend, würde für dringlich erklärt. Stadtv. Rohde teilte mit, daß es sich um den westlichen Flügel handle. Der Regierrmgspräsident sei hier gewesen und habe sich informiert. Es hätten auch wegen dieser Anoelegenheit Sitzungen der Kommiffion unter Hin­zuziehung des Bezirkskonservators stattgefunden. Er gab dann auch eingehende Erklärungen darüber, wie der Bau dort gedacht fei. Nach dem Projekt des Stadtbaurats würde unter Berücksichtigung der hier unbedingt erforderlichen Verbreiterung der Straße gleichzeitig dem historischen Charakter Rechnung ge­tragen. Es. sei dabei auch eine Direktorwohnung vorgesehen. Der BezirkSkonservator habe die Ansicht, den Bau dem Stil des Baumeisters beS_ alten Ge­bäudes anzuvassen unter tunlichster Berücksichtigung der Wünsche der Stadt bezüglich der Straßenbreite. Bei der Erwägung des Zurücksetzens de? Baues habe er vorgeschlaaen, daß die westliche Stratzenfluchtlinie von 1887 beibehaltcn und das an der Linie des alten Gebäudes Fehlende durch einen Erker nach der Uni­versität zu auszugleichen. Das Gebäude wurde dann eine schräge Front bekommen. Die Kommiffion ist jedoch der Anfickt gewesen, dah bei dem Projekt des Stadtbaurats geblieben werden soll. Nachdem die diesbezüglichen Pläne bei den Stadtverordneten zir­kuliert hatten, brachte Stadtv. Rohde auch das aus­führliche Erläuterungsprojekt des Stadtbaurats zur Verlesung, ebenso auch den oben kurz erwähnten Vor­schlags des Bezirkskonservators, den er damit zurück­wies, daß in späterer Zeit vielleicht an dieser Stelle an die Schaffung eines die Nord- und Südstadt zu verbindenden Platzes zu denken und wohl auch die Nackabmung eines mittelalterlichen Baues nicht empfehlen fei. Bei der Besprechung des Erlänterungs- projekts wies der Oberbürgermeister besonders darauf hin, daß die Verbreiterung der Straße nach dem Pro­jekt des Bezirkskonservators dem Verkehr, der sich hier immer mehr steigere. nicht genüge. ES sei ein trichterförmiges Proiekt. durch belfert Annahme man sich für immer binden würde. Bei dem städtischen Projekt würde auch dem historischen Standpunkte bei dem Ban soweit wie möalich Rechnung getragen, umsomehr als auch die Tafel wieder zur Aufstellung gelange. Die Stadtverordneten erklärten sich rin- ftimmig mit dem städtischen Proiekt einverstanden.

Es schloß sich eine vertrauliche Sitzung an. - --

würben aufgefordert, dem Pfarrer bei ber Heran- ziehuna der Laien behilflich zu sein, indem sie nicht alles selbst tun wollen, sondern auch ander« Leute zu bestimmten Arbeiten anleiten. Schließ' lich wies der Konsistorialpräsident Frhr. Schenk zu Schweinsberg darauf hin, daß eine Hauptauf­gabe der Inneren Mission in der Gegenwart die Jugendpflege sei. Den zweiten Dortrag hielt so­dann Metropolitan D. DöttEllendorf a W überRömische und evangelische Wohltätigkeit Er zeiate daß das Motiv der römischen Wohl­tätigkeit, die Aussicht auf ewigen^ Lohn auq weithin in der evangelischen Wohltätigkeit wirk­sam sei, und daß es auch durch manche Wort' Jesu begründet werden könne. Daher sei die,» Auffassung nicht in plumper und gewaltsame, Weise zu bekämpfen, sondern auf ihren berech« tiaten Kern zurückzuführen und sodann in evan, aeliscker Weise weiterzuführen, damit sie so alb mählich von innen heraus überwunden wert« und anderen Motiven Platz mache. Es folgt, noch die Verteilung der zur Verfügung stehende» Gelder, wobei auch für das hier zu erbauend, Gemeindehaus (Philippshaus) 500 -4t bewillig, wurden. An die Versammlung, die um hall 12 Ahr zu Ende war, schloß sich ein gemeinsame» Mittageffen an.

Stadtveiordneten-Sitzung.

) ( Marburg, 22. Okt.

Die heutige Stadtverordnctensitzung stand wieder unter der Leitung des Stadtverordneten-Vorstehers Justizrat Dörftler.

Der erste Punkt der Tagesordnung betraf die Entwässerung des Gaswerks. In dem Kostenanschlag ist diese nicht vorgesehen, nachträglich hat man jedoch in Erwägung gezogen, die Gasanstalt an das Kanal­netz anzuschlietzcn. Das Erläuterungsprojekt schließt mit 6000 dH ab. Es erfolgte Annahme des diesbezüg­lichen Antrags.

Für die Ausdehnung der Pflasterung tm H-fe des Gaswerks waren anfänglich etwa 7500 <M vorgesehen; nach einem neuen Projekt muffen dort weitere Pfla­sterungen vorgenommen werden, und zwar mit einem Kostenaufwande von 8500 dH, zusammen also 16 000 'dH. Stadtv. Engel bemerkt hierzu, daß die Pfla­sterungen, die im alten Etat ständen, wohl noch zetzt gemacht werden können. Die weiteren Pflasterungen sollte man erst im nächsten Frühjahr machen, nachdem die Kanalisation dort fertig fei. Es empfehle sich «icht, bei eintretendem Frostwetter Pflasterungen vorzunehmen, weil ein solches Pflaster doch nicht hal­ten würde. Der Antrag, diejenigen Pflasterarbeiten, welche mit der Kanalisation im Zusammenhang stehen, auszufetzcn, wurde angenommen und im übri­gen der Magistratsantrag genehmigt.

Weiter beschäftigte man sich mit der Genehmigung eines mit einigen Anliegern des Rotenbergs geschlos­senen Vertrags. Es handelt sich um den Teil des Rotenbergs, von dem rechts nach der projektierten Calvinstratze abgehenden Privatweg an bis zu dem Hause des Bauvereins für Arbeiterwohnungen. Man war mit dem Vertrag, der Verpflichtungen für Kanal und Wasser betrifft, einverstanden.

Eine Mehrausgabe der Armenkaffe tm Betrage von etwa 71 dH wurde bewilligt. Trotzdem bet ^rschte- denen Posten Ersparnisie gemackt wurden, hat sich doch diese Mehrausgabe herausgebildet. . In der Hauptsache ist diese dadurch entstanden, daß, im letzten Jahre 406 hilfsbedürftige Personen unterstützt wur­den. Ferner sind bei einem verlorenen Prozeß 165 <* Kosten entstanden, und dann waren auch unvorher­gesehene Baukosten zu bezahlen.

Bei den .Jet Kostenanschläge und Bewilligung der Mittel zur Anlegung drS neuen Friedhofs handelt eS sich um vier verschiedene Kostenanschläge, nämlich um die Bewäffcrung von der Ockershäuser Allee aus, die Entwässerung der Habichtstalgafle, die Ergänzung der Einfriedigung und den Abbruch des alten Hauses. <6,ie Bewässerung kostet 1000 M, die Entwässerung 5675 und 3600 dH, die Einfriedigung und der Ab­bruch etwa 520 X zusammen etwa " 000 X Be­merkt sei, daß diese Summe neben den 26000 M läuft, welche Gartenbaudirektor Enke aus Köln für das ganze Friedbofsprojeft ausgerechnet hat. Der Stadtverordnetenvorsteher machte, nachdem er d,e Pläne vorgelegt hatte, Mitteilungen, wte die Arbeiten dort gedacht sind und tn welcher Weise die Ent- und Bewässerung dort vor sich gehen soll. U. a. sind dorr auch Ableitungsgräben, Sandfange und Damruevor- acsehen Der Stadtv. Zeiß halt es für richtiger, wenn die Habicktstalgaffe gevflast-rt stick das Wasser oberirdisch abgeleitet wurde. Unterirdische Rohren würden bei den enormen Waffermassen, d»e aus dem Habichtstag im Frühjahr kamen, bald^versandcw >as hierfür ausgegebene Geld fei weggeworfen. Stadtv. Bang konnte diese Bedenken nicht fetten, es feten ja hnreh Dämme ufto. zweckentsprechende Vorkehrungen getroffen. Der Stadtverordnetenvorsteher wie auch die Stadtv. Hering nnd Estor pflichteten die, er An­sicht bei. Stadtv. Engel fchlug vor, doch etwa- Wettere Rohre zu nehmen. Er fei sehr fürs Sparen, aber tu diesem Falle könne man doch 500 -K mehr bewilligen, dadurch verhindere man vielleicht spatere Mehrkosten. Beigeordneter Schimpft gab sachverständige Aus­führungen dahingehend, daß die engen Rohre völlig genügten und anck praktischer seien. Es sei 1« mog- lick daß an dem unteren Teile dieses Weges auch Häuser aebaut würden. Eine Oberflächenentwaffer- nng würde im Winter nur zu Glatteis fuhren Stadtv. Eichelberg machte darauf aufmerftam, dag

stände des Heeres. Ein Unteroffizier des Regi- _ ments der Gardes du Corps mißt 193 Zenti- mcter, der rechte Flügelmann der Potsdamer Garde zu Fuß 192 Zentimeter. Unter den ' preußischen Offizieren gibt es allerdings noch einigeGoliathe. So ist der Kommandeur der 1. Garde-Jnfanterie-Brigade, Generalmajor e. Pliiskow, 204 Zentimeter, der Adjutant de» Eardo-Küraffier-Regiments, Oberleutnat von! Ploetz, gar 206 Zentimeter groß.

Die Kochkunst. Die edle Kochkunst stammt- aus Asien, wo sie schon in den ältesten Zeiten jedoch nur von Männern betrieben wurde. Bei den Griechen und Römern wurde sie von Skla­ven ausgeübt. Sie stieg aber bald bei de' Römern im Ansehen, als die Schätze und ver derbten Sitten der Asiaten nach Rom tarnet. Der Tafelluxus wurde damit so ausschweifend, daß er durch Gesetze eingeschränkt werden mußte. Lukullus ließ immer mehrere Speisesäle in den Wohnungen einrichten. Jeder führte den Na­men einer Gottheit, der dem Haushofmeister' zur Bestimmung der Kosten des Mahles diente. So kostete eine Mahlzeft im Saale des Apollo 50 000 Drachmen (zirka 18750 JQ. Zur Zeit des Pompejus erwarb sich ein gewisier Afridius durch eine gute Methode, die Pfauen zu mästen, in kurzem ein großes Vermögen. Zu derselben Zeit ließ ein Schauspieler eine Schüs­sel auftragen, die nach unserem Gelde 7500 kostete, und die mit den teuersten Sing- und Sprechvögeln gefüllt war. Ja, man ging in der Verschwendung so wett, daß man die kostbar­sten Perlen für die Gäste in Essig auflöste. Un­ter der Regierung des Kaisers Tiberius kamen bereits Schulen auf, in denen die Kochkunst ge­lehrt wurde und in der sich die Familie der Apicier, durch Erfindung vieler neuer Gerichte und durch Mästung der Schweine vermittelst trockener Feigen große Verdienste um die Koch­kunst erwarb. Ein Apicius schrieb sogar ein« Theorie der Kochkunst, die wir heute noch be­sitzen.

&möevoerem für Innere Mission.

Der Landesverein für Innere Mission im Konsistorialbezirk Cassel feierte sein diesjähriges Jahresfest am 17. und 18. Oktober in Franken- berq. Am Sonntag wurde das Fest eingeleitet durch rwei Gottesdienste in der lutherischen Kirche in denen die Pfarrer D. Cartemann- Tassel'und Landau-Fronhausen predigten, und durch eine allgemeine Abendversammlung mit Ansprachen sowie musikalischen Darbietungen des Kirchenchores und des Seminarchores. Die Hauptversammlung fand am Montag vormt tag im Eaftbof Schmidtmann statt. Es hatten sich zu ihr zahlreiche hessische Pfarrer, aber auch Mstige Gemeindeglieder, auch Tarnen, erngmindern Nach einer längeren Eröffnungsansprache des Vorsitzenden, Leneralsuperintendent D. Werner, hielt Pfarrer- HsermannMarburg «men aus­führlichen Vortrag über das S^rna., bei uns die Innere Mission als freie ^bllnn der Kirche dieser unter den schwierigen re.alt- nissen der Gegenwart zu dienen- Der Dortrag war mit BerSußkftiN attf Misere best-Mn länd­lichen und kleinstädtischen Verhältnisse zug- tonitten, Er ging ans von einer Definition der ordnungsmäßig verfaßt.u Kirche als eines «anisnuis mii fehl verjchiedenartigen Gliedern,

Unterricht in der Schauspielkunstbis zur höch­sten Vollendung" erteilt werten sollte. Es fanden sich auch zahlreiche Eleven, die tn der üblichen Welffremdheit angehender Kunstjünger das im voraus zu entrichtende Honorar erleg­ten Gleichzeitig engagierte der Herr Direktor Buchhalter Kassierer und sonstiges Burauper- sonal und ließ sich natürlich Kautionen aus­zahlen. Als es aber am 15. Oktober zum Dienst­antritt kam und auch der Kursus seinen Anfang nehmen sollte, stellte es sich heraus, daß der Herr Direktor ein Schwindelgenie war und alles Geld vergeudet hatte. Der vielversprechende junge Mann war früher Schreiber bei bet Meierei Bolle und dann Verkäufer in einem Tapetengeschäft. Woher er die Berechtigung fierletfete Direktor einer Theaterschule zu sem, ist also schleierhaft. Auf Grund mehrfacher An­zeigen nahm ihn die Kriminalpolizei fest und führte ihn der Staatsanwaltschaft zu.

Chinesische Taxameter vor 2500 Jahren. Der Taxameter, der erst vor wenigen Jahren seinen Einzug in der modernen Zivilisation gehalten hat ist eine uralte chinesische Ersindung. Aus Urkunden, die aus dem 7. Jahrhundert vor un­serer Zeitrechnung stammen, geht hervor, daß zu dieser Zeit im Reiche der Mitte bereits Mietswagen im Gebrauch waren, auf denen die Länge des zurückgelegten Weges gemeßen wurde. Nach soundsoviel Umdrehungen ei*er großen Trommel gab der Wagenlenker einen Schlag auf die Trommel ab, wodurch angezeigt wurde, daß eine chinesische Meile zurückaelegt sei. Für jede Meile war ein bestimmter Satz -u zahlen, der ungefähr 30 Pfennigen in unserer heutigen Währung entspricht.

Soldatenmaß«. Aus England kommt die Klaae, daß die Durchschnittsgröße des britischen Soldaten seit Jahren stetig in der Abnahme be­griffen ist. Vor einem halben Jahrhundert war das Mindestmaß der geworbenen Leute 5 Fuß 6 Zoll. Fünfundzwanzig Jahre später wurden bereits Rekruten mit nur 5 Fuß 3 Zoll einge­stellt, und während des Burenkrieges mußte man um volle weitere drei Zoll in den Ansprü­chen an die militärische Statut herabqeben, um den Bedarf decken zu können. Durchschnittlich war derSoldat der Königin", der 18991902 in Südafrika focht, zwei Zoll kleiner, hatte um einen Zoll geringeren Brustumfang und wog fünfzehn Pfund weniger als sein Vorgänger aus dem Krimkrieg. Den Rückaang in der Taug­lichkeit sowohl wie in den körperlichen Eigen­schaften des Rekrutenmaterials führen die eng­lischen Dienststellen darauf zurück, daß sich im­mer weniger Leute vom Lande zum freiwilligen Diensteintritt melden, derStädter in den ranks sdem aktiven Heere) überwiegt. Auch in Deutschland sind ähnliche Beobachtungen zu machen Selbst die preußische Garde vermag nur knapp mehr den Anforderungen des 8 5 der Heeresordnung nachzukommen, wonach eiaentlich die Hälfte der einzustellenden Mann­schaften (die leichte Garde-Kavallerie und die Telegraphentruppen ausgenommen) über 175 Zentimeter groß fein soll. Im allgemeinen be­trägt fetzt die Durchschnittsgröße des Ersatzes d»s Ersten Garde-Regments z. F. 180 bis 181 Zentimeter, beim Garde-Füsilier-Regiment 171 Zentimeter bei den übrigen Regimentern des Garbekorps 173 bis 174 Zentimeter. Die Menge der wirklich kleinen Rekruten der Linie, von 154 bis 157 Zentimeter, ist im starken Zu­nehmen begriffen. Abnorm große Leute wie vom Herbst' 19061908 der bekanntelange Josef" bei der Leibkompagnie des Ersten Garde- Reaiments z. F.. der 196 Zentimeter maß die­nen zur Zeit überhaupt nicht im Mannschafts-

Gemeinden von den Eemeinschaftsleuten tatkräf­tiges Jntereffe an den Gemeindeangelegenheiten, Hilfsbereitschaft und Opfersinn zu lernen hätten. Eine derartige Heranziehung aller Gemeinde­olieder zur kirchlichen Arbeit, zu der der Redner eine Fülle von praktischen Ratschlägen gab, sei die erste Aufgabe der Inneren Mission in un­seren kleinen Verhältnissen. Erst in zweiter Linie wenn die Gemeinden schon größer seien, fei die Anstellung berufsmäßiger Diakoniffen ins Auge zu fasien. Aber die Hauptarbeit dürfe den Gemeindealiedern nicht abgenommen werden, da­mit sie nicht aufhörten, sich als lebendige, tätige, zusammengehörige Gemeinde Christi zu fühlen. In der Diskussion sprachen u. a. die Pfarrer Ärmbröster und D. Sardemann-Casiel, Sie. Brauer-Grüsen, Superintendent Wissernann- Hofgeisrnar. Es wurde auf die Notwendigkeit hingewiesen, daß die Innere Mission auf dem Lande Bolkspsychologie treiben müsse, d. h. eine gründliche Durcharbeit der das Volksleben be­wegenden Fragen, z. B. der Alkoholfrage. Diese Aufgabe sei auch auf dem diesjährigen Kongreß für Innere Mission betont worden. Sodann wurde eine größere Beteiligung der 8(aaen, insbesondere der Pfarrfrauen, verlangt, z. B. bet der Beaufsichtigung bet in de« (Semeinben unter­gebrachten Fürsorgezöglinge. Die Diakonisse»