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und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Berlage.'

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DieGdevhesstsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch die Bost bezogen 2,25 Sult. (ohne Bestellgeld), Bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

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Marburg

Dienstag 19. Oktober 1909.

Die Fniertionsgeblldr beträgt für bte 7 gespalten- Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Foh. Aug. (koch, Univerntätsbuchdruckerei Inhaber Dr. C. H i tzero th, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

44. Jahrg.

Tas französische Kriegerdenkmal in Weißenburg

iff gestern feierlich enthüllt worden. Am Morgen fand ein stimmungsvoller Trauergottesdienst in bcr evangelischen Kirche statt, wo über dem Ichtvarzbedeckten Altar die deutsche und die fran- - Mische Fahne angebracht waren und davor die ^MWMMmflorte Trikolore der französischen Gra- Schekärnpfer aufgestellt ivar. Mittags fand ein «sanier Aufzug von etwa 50 Vereinen, Vete­ranen-, Krieger-, Turn- und Musikvereinen, darunter eine Reihe französischer, zum Denkmal «ach dem Geisberge bei Weißenburg statt, das mit französischen und deutschen Fahnen geschmückt wurde. Hier hatten sich etwa 2000 Gäste versam­melt, darunter 300 französische Soldaten, 300 An­gehörige des Souvenir francaise, auch der Sohn des bei Weißenburg gefallenen Generals Douay, der französische General Bonnal und andere fran­zösische Offiziere in Zivil, vollständig das Weißen­burger Ofsizierkorps und eine Reihe Offiziere der pfälzischen- Kampfgenosscnschaft, deren Vereine zahlreich vertreten waren. Ehrenpräsident

Spinner Weißenburg hielt die Weiherede.

, Staatsrat Gunzert pries die Vorbildlichkeit der Toten. Kreisdirettor Graf Bissingen-Nippenburg drückte die Anteilnahme der deutschen Regierung aus. Die Stadt Weißenburg nahm das Denkmal in ihre Obhut. Der Delegierte vom Souvenir francaise, Niessen-Paris, war beauftragt, die An­erkennung Frankreichs über dieses Werk auszu­drücken. Prachtvolle Kränze wurden niedergelegt dom Souvenir francaise, der Stadt Weißenburg und vom Offizierkorps des Weißenburger Regi­ments. Am deutschen Armeedenkmal, wohin sich der Zug dann bewegte, wurden ebenfalls mit An­sprachen Kränze uievergelegt.

Nach der Gedächtnisfeier in der Synagoge be­gaben sich die Festteilnehmer nach dem Weißen­burger Friedhof wo am Grabe des Generals Abel Douay <0 Ri Gedenkfeier stattfand. Zuerst ergriff Stad^ut hei,r. Gunzert das Wort und ge­dachte des 5 .. .'Ls des Generals und der ge­fallenen K-fitatsste^em er im Namen des Komi­tees je eMWGranz an den Gräbern der fran- zösischei^Wd der deutschen Krieger nicderlegte. Daraus feierte Reichstagsabgeordneter Wetterlö die Verdienste des Generals Douay, indem er aussührte, daß das stolze und dankbare Elsaß den vortrefflichen General Dottay zu den Seinen zähle, da er für den elsäflischcn Boden als einer der Ersten gefallen sei und sein Blut vergossen habe, und gedachte dabei der 200jährigen Zuge­hörigkeit des Elsaß zu Frankreich. Nach kurzen Ansprachen von zwei Vertretern des Souvenir francaise erfolgte die Fahrt nach Steinfeld und Schaidt. An der dorttgen Feier nahm eine Offi­ziersabordnung des 18. bayrischen Infanterie- Regiments unter der Führung des Regiments­kommandeurs teil. Zunächst sprach der Landes- ausschuß-Abgeordnetc Just. Riff, der den Dank des Komitees an die Regierung aussprach. Er gedachte der Aufgabe des Elfaß das nicht ;u-

49 (Nachdruck verboten.)

Stal; um Stalr.

Roman aus dem Leben von O. E l st e r.

l Fortsetzung.)

Aber ihre Reue, ihre Selbstvorwürfe kamen nun zu spät.

Wer wußte, ob sie noch einmal in sein Auge sehen, noch einmal seine Hand fassen durfte ob nicht der Tod sie für immer von ihm trennte?

Eine wilde Angst überkam sie bei diesem Ge­danken und immer und immer wieder tauchte der Plan in ihr auf, zu ihm zu eilen, wenn auch nur mit seinem letzten Seufzer seine Verzeihung zu erhalten.

Sie würde jo nie wieder frei werden von dem Gedanken, daß er im Zorn gegen sie von dannen gegangen war?

Der Kommerzienrat fragte telegraphisch bei dem Oberkommando der Schutztruppe an, wie es seinem Sohn ergehe und wie er sich befände. Er erhielt aber nur die kurze Antwort: Oberleut­nant Hildebrand im Lazarett Swakopmund. Zustand noch immer bedenklich, doch nicht hoff­nungslos.

An dieses Wort klammerte sich Bruhilde an. Don Tag zu Tag wartete sie in fieberhafter Spannung auf nähere Nachricht. Wenn sich Walter auf dem Wege der Genesung befand, mußte er ja auf den Brief seines Vaters, den dieser gleich nach Empfang des Telegramms des Oberkommandos geschrieben hatte, antworten.

Aber Wochen vergingen, ohne daß ein Brief

tarn.

rück, sondern vormärts gehen wolle als eines Bindegliedes der beiden großen Nationen zum Zeichen des Fortschrittes und der Freiheit sowie des Friedens. Der Präsident der Pfälzischen Kampfgcnossenschaff legte sodann auf den Grä­bern der französischen und deutschen Soldaten Kränze nieder.

Spfliittu und die Hinkichlnuls Ferrers.

Madrid, 17. Ott. Im Verlaufe der Senats­sitzung griff der Demokrat Diaz Moren die Politik der Regierung an und erklärte, die Kundgebungen des Auslandes seien durch das Verhalten der spa­nischen Regienmg veranlaßt. Diese Erklärung tief Lärmszenen «hervor. Der Minister des Aeu- ßern erwiderte, kein guter Patriot dürfe den Mär­chen Glauben schenken, die im Ausland die Ab­sicht erweckt hätten, daß man in Spanien jemanden wegen seiner Ideen verurteile. Das sei ganz und gar unrichttg. Der Republikaner Odon de Bucn erklärte, die Regierung hätte schon zurücktreten sollen.

Im weiteren Verlaufe der Sitzung sagte Odon de Buen, die Regierung hätte es in ihrer Macht gehabt, die Besudelung der spa­nischen Flagge im AuZlande zu vermeiden. Ter Minister des Aeußern erklärte, die Protest­kundgebungen im Auslände rührten von solchen Leuten her, die sich in Unkenntnis über die spa­nischen Gesetze befänden. Darauf wurde die Sitzung geschlossen. Dem Senat ging ein Antrag der Justizbehörde von Barcelona zu, in dem der Senat ersucht wird, die Ermächtigung zur Straf- vcrsolgung des republikanischen Senators Soly- ortega zu erteilen, da dieser als Anstister zu dem gegen das Jesuitenkollegium unternommenen Brandstiftungsversuch angesehen wird.

Madrid, 17. Ott. In der Kammer antwortete Maura auf Anfragen des republikanischen Depu­tierten, die Regierung widme ihre ganze Aufmerk­samkeit der Lage in Bareelona, wo sie nach wie vor das Gesetz zur Anwendung bringen werde. Ter Ministerpräsident fügte hinzu:Es scheint, daß die ausländischen Protestkundgebungen uns das Recht absprechcn, den Urheber der Wirren von Barcelona zu bestrafen. Die spanische Regierung ist ruhig und wartet. Die Akten Ferrer werden der Kammer unterbreitet. Ein ihm verwandtes Element ist jeder, der solche Kundgebungen schürt, in welchen man mit einer völligen Unkenntnis des Rechtssinncs Spaniens und seiner Gesetze prunkt." Die Regierungspartei spendete dem Ministerpräsidenten lebhaften Beifall. Die Sitzung wurde geschlossen.

Deutsches Reich.

Zusammenkunft des Zaren mit dem König von Italien. Rom, 16. Okt. Wie dieTribuna" mitteilt, schlug die italienische Regierung als für die Zusammenkunft zwischen dem König und dem Kaiser von Rußland geeignete Oertlichkeiten Racconigi, Baja unt> Bari vor. Russischerseits behielt man sich die Entscheidung bis zum Mitt-

Da endlich! Eines Morgens brachte der Briefträger einen Brief mit dem Poststempel Swakopmund!

Der Kommerzienrat zitterte heftig, als er die Adresse las. Eine fahle Bläffe breitete sich über sein Gesicht und er legte die Hand über die Augen.

Da Brunhilde lies Du den Brief ich vermag es nicht die Aufschrift ist nicht von der Hand Walters mein Gott, t**Z)er= den wir erfahren..." )

Bruhilde nahm alle ihre Kraft zusammen. Aber auch sie erbleichte, als sie die von fremdyss ziemlich unbeholfener Hand geschriebene Adre^' erblickte. Mit zitternden Fingern öffnete sie den Brief und erkannte auf den ersten Blick, daß er in derselben unbeholfenen Schrift wie die Adreffe geschrieben war.

Lies! Lies!" drängte ihr Onkel.

Und mit bebender Stimme las Brunhilde:

Hochverehrter Herr! Ich nehme mir die Freiheit, an Stelle Ihres Sohnes, des Herrn Oberleutnant Hildebrandt, an Sie zu schreiben, da der Herr Oberleutnant dazu nicht imstande ist oder, um die Wahrheit zu gestehen, nicht schreiben will. Er meinte, es fei nutzlos, Sie noch mehr zu erschrecken, da Sie ja von seiner schweren Verwundung benachrichtigt worden sind. Der Herr Oberleutnant will feine vollstän­dige Heilung abwarten, um dann nach Deutsch­land zurückzukehren. Aber ich glaube, hochver­ehrter Herr, daß er sich da täuscht oder andere täuschen will, denn er weiß so gut wie ich, daß er nicht geheilt werden kann . . ."

Brunhilde mußte aufhöre» vorzulesen. Tränen erstickten ihre Stimme.

woch vor. Nach Depeschen hiesiger Blätter aus Turin scheint es sich zu bestätigen, daß her Kaiser von Rußland in Begleitung Iswolskis und des italienischen Botschafters St. Petersburg am 23. Oktober verlassen und die italienischen Majestäten auf Schloß Racconigi besuchen wird. Nach derTribuna" hat Racconigi große Aus­sicht, der Schauplatz her Begegnung zu fein, da- gegen sei es nicht völlig ausgeschloffen, daß sie sich an einem anderen Orte verwirkliche. Den Behörden wird her Tag her Begegnung am Mitt­woch, hem Tage, an hem her Kaiser in Odeffa eintreffen wird, bekannt sein.

Besuch bet Großherzogin von Baden. Wildpark b. Potsdam, 16. Okt. Die Großher­zogin Luise von Baden traf heute abend 8 Uhr 26 Min. auf der Station Wildpark ein. Zum Empfange hatten sich eingefunden: der Kaiser, die Kaiserin, Prinz Eitel Friedrich nebst Ge­mahlin, Prinz August Wilhelm und Gemahlin, die Prinzessin Viktoria Luise, die Prinzen Joa­chim und Oskar. Nach herzlicher Begrüßung und Vorstellung des Gefolges begaben sich die allerhöchsten Herrschaften in das Neue Palais.

Denkmal der Schlacht bei Hohsnfriedberg. Striegau, 17. Okt. Zu dem Denkmal, das zur Erinnerung an die in der Schlacht bei Hohen­friedberg am 4. Juni 1745 gefallenen Oesterrei­cher und Sachsen an der Chaussee von Striegau nach Eiinthersdorf errichtet werden soll, wurde heule der Grundstein gelegt. Zu der Feier waren u. a. erschienen her Fürst von Pleß, der komman­dierende General des 6. Armeekorps General der Infanterie v. Woyrsch als Vertreter der preußi­schen Armee, Generalleutnant z. D. v. Zcerne- Liegnitz als Vertreter der sächsischen Armee, der österreichisch-ungarische Generalkonsul Trojan aus Breslau in Begleitung einiger österreichi­scher Offiziere als Vertreter der österreichischen Armee.

Der Dank für Post und Eifenbahn. Stutt­gart, 16. Okt. DerStaatsanzeiger" schreibt: ImAmtsblatt der Verkehrsanstalten" bringt der Staatsminister der auswärtigen Angelegen­heiten, Verkehrsabteilung, nackstehendes Dank­schreiben des Chefs des Eeneralstabes der Armee v. Moltke vom 22. September zur Kenntnis aller Beteiligten: Aus Anlaß der diesjährigen KaiiermanLoer sind an die Ew. Exzellenz unter­stellten König!. Württembergischen Verkehrsan­ftalten umfangreiche Aufforderungen herangetre­ten. Die glückliche Lösung der schwierigen Auf­gabe ist dem bereitwilligen Entgegenkommen der König!. Generaldirektionen, der Staats­eisenbahnen und der Posten und Telegraphen, den eingehenden, sachgemäßen, zielbewußten An­ordnungen der leitenden Beamten und her hin- gebenhen Tätigkeit aller Beteiligten zu verdan­ken. Ew. Exzellenzbeehre ich mich daher den Dank der Manöverleitung für diese Leistungen aller beteiligten Beamten der König!. Württem­bergischen Verkehrsanstalten zum Ausdruck zu bringen. Das Generalkommando des 13. (Kö­niglich Württembergisches) Armeekorps, und ebenso das König!, bayerische Kriegsmini- fterium haben allen Beamten und Bediensteten her König!. Württembergischen Staatsbahnver­waltung und Vostverwaltung, durch deren uner­müdliches Zusammenwirken die außergewöhn­lichen Transportleistungen und Postsendungen während der Kaisermanöver in mustergültiger

Walters Vater saß regungslos ha, hie Ell­bogen auf den Tisch gestützt und die Hände vor das Gesicht gepreßt.

Nach einer Weile fand Brunhilde ihre Fas­sung wieder und las weiter:

Von unserem Patrouillenritt in die Kala­hari-Wüste haben Sie jedenfalls Kenntnis er­halten. Die braunen Schufte hätten uns fast alle maffakriert,' zwei von uns mußten dran glauben, endlich liefen hie braunen Kerls doch vor unserem Schnellfeuer davon. Aber unser armer Herr Oberleutnant war schwer verwun­det! Eine Kugel ober ein Steinsvlitter hatten ihm das linke Auge zerriffen und ihn auch sonst schwer im Gesicht verletzt. Er wurde in meinen Armen vor Schmerzen und Blutverlust ohn­mächtig. Dann aber raffte er sich wieder auf. Ich verband, so gut ich konnte, seine Wunde, sehen konnte der atme Herr Oberleutnant über­haupt nichts mehr, da auch das rechte Auge mit verletzt war. Mit verbundenen Augen fetzten wir ihn in den Sattel und dann ging es, so schnell wie die Pferde laufen konnten, nach dem nächsten Grenzposten, wo wir einen Arzt finden konnten. Aber vierundzwanzig Stunden mußten wir doch reiten, ehe wir einen Arzt fanden, und was der arme Herr Oberleutnant auf diesem langen Ritt gelitten hat, ist nicht zu sagen.

Dann wurde ihm das linke Auge herausge- nommen und er kam in das Lazarett. Er hatte große Sehnsucht nach her Heimat unb bat, man möge ibn nach Swakopmund schaffen, bamit er bie erste Gelegenheit zur Rückkehr benutzen könne.

Ich wurde kommandiert, den Herr» Ober-

Weise bewältigt worden find, gleichfalls wärm« ften Dank ausgesprochen.

Der Zentralserband der pensionierte» deutschen Reichs- unh Staatsbeamten beschloß, beim Reichskanzler in einer Audienz Verücksich. tigung der Pensionäre in einem Besoldungsnach. trag zu erbitten und den gesetzgebenden Körper» schäften eine neue Denkschrift mit erläuternden Anlagen zu unterbreiten. Auch soll bet Kaiser in einer Bittschrift als Mittler für bie Wünsch« her Pensionäre angerufen werden. Die Aus» sührung des Beschlusses wurde einer Kommission übertragen.

Dienstuntauglichkeit. Bei Gelegenheit de, Einstellung der Rekruten hat, derMil.-pol. Korrespondenz" zufolge, das preustffche Kriegs, minifterium die Truppenteile besonders varauj aufmerksam gemacht, daß Mannschaften, deren Dienstuntauglichkeit festgestellt ist, nicht länger als unbedingt erforderlich im Dienst zurückbchal- ten und mittels eines beschleunigten Verfahrens seitens der Generalkommandos entlüften werden sollen. Mit dieser Verordnung hat die Heeresver­waltung Anregungen entsprochen, die ihr bei bei zweiten Lesung des Militäretats während bet Reichstagsverhandlungen des letzten Winters aus dem Hause zugegangen sind.

Born Schmuggel an her holländischen Grenze. Berlin. 17. Okt. DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt: In den Tageblättern wird di« Nachricht verbreitet, es hätte infolge der neuen Steuergesetzgebung der Schmuggel an der hol­ländischen Grenze, besonders in Tabak unh Kaffee, derart überhandgenommen, daß sich di« Notwendigkeit ergeben habe, die Zahl der Zoll­beamten erheblich zu verstärken. Diese Verstär­kungen hätten cber so wenig wie besondere In­struktionen die Zunahme des Schmuggels verhin­dern können scdaß die preußische Negierung sich nemnbfji kpl»« 150 neue Zollämter an her hol­ländisch-,. < nze zu erritfitn. Diese Nachricht ist in feini -iehung unzutreffend. Eine erheb­liche Zu-al me des Schmuggels an der holländi­schen Gre> :',e ist nicht bemerkt worden: es ha, sich daher wed-e eine Verstärkung des Gtenzschuypet- souals als notwendig erwiesen, noch ist beabsich­tigt, die Zahl her Zollämter zu vermehren.

Ausland.

** Der österreichische Lenkballon. Wien. 16. Okt. DieZeit" veranstaltete heute nachmittag einen Aufstieg Ks Grazer LenkballonsEsta- rik 1 der Brüder Renner auf dem Wiener Trab- rennplatze in Gern .iwari des Kaisers, mehrerer Erzherzoge und Minister, sowie höherer Militär, und Zivilpersonen. Eine gewaltige Menschen­menge wohnte dem Fluge bei, der ächt Minuten dauerte. Der Ballon umkreiste mehrmals den Platz und vollführte exakte Wendungen: er flog an der Hofloge vorbei, über das Publikum hin­weg und landete glatt. Der Kauer beglück­wünschte die Brüder Renner. Wien. '7 Okt. Bei hon heutigen Aufstiegen des Ballen-, der Gebrüder Renner stürzte, nachdem her Ballon eine Zeitlang glücklich manöveriert hatte, einer der Berben Brüder Renner ab, da her Ballon sich zu bei gelenkt halte und an einen Schupven anstieß. De, berabaestürzte blieb unverletzt. In- folge mangelnde: Steuerung wurde der Ballon

teutnant und andere Kraule nach hier zu es- tortieren, und so blieb ich dann bei ihm.

Sehr geehrter Herr, 'ch muß sagen, daß Ihr Sohn sehr viel gelitten hat unb noch leibet. Di« Aerzte hoffen ja, daß das Licht seines rechten Auges roieberfebren wirb, wenn sein Körper im allgemeinen kräftiger wirb, aber vorläufig ist et vollkommen blinb. Das drückt ihn natürlich sehr darnieder, und er sitzt oft stundenlang ganz me- lancholisch da, ohne ein Wort zu sprechen. Ich glaube, er denkt viel an die Heimat und an sein« Verwandten. Er könnte ja jetzt heimkehren, aber er will noch nicht.Ich will meinen Ver. wandten nicht zur Last fallen" ist feine Redensart.Ich will warten, ob ich wieder sehend werde, dann kehre ich vielleicht heim" so spricht er und macht dabei ein sehr kummer­volles Gesicht.

Sehr geehrter Herr, ich glaube, es wäre sehr gut für den armen Herrn Oberleutnant, wenn jemand von seinen Verwandten zu ihm käme und ihm Mut zuspräche. Sie sind ja ein reicher Mann und es kann Ihnen auf die Kosten nich* ankommen. Verzeihen Sie, daß ich mir erlaube, dieses zu schreiben, aber ich bebaute den atmen Herrn Oberleutnant so seht unb möchte ihm gern helfen.

Wenn Sie mich benachrichtigen wollen, fe schreiben Sie bitte an Ihren ganz gehorsamen

Wilhlem (Sauber,

Unteroffizier in her Kaiser!. Schutztruppe, kommandiert zum Lazarett in Swakopmund, Südwestafrika.*

* # (Fortsetzung folgt.),

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