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SB

Zweites Blatt

die Parteien glaubt

sagen als Einspänner

(Nachdruck verboten.)

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entbehren zu können, so befindet er sich unseres Erachtens in einem großen Irrtum. Die Par­teien, die gefchlosien für Herrn Dr. Böhme einge­treten sind, haben mindestens, ein Recht, Herrn Dr. Böhme ihre Ansicht über seine ver­änderte Stellung zu sagen und ihm die Man­datniederlegung zu empfehlen. Ganz zweifellos dürfte dies aber sein für eine Partei, der Herr Dr. Böhme als Abgeordneter offiziell beigetre­ten ist. Eine andere Frage ist es, ob es politisch klug ist, Herrn Dr. Böhme die Mandatnieder­legung anzuraten. Rein taktisch genommen, würde nach unserer Ansicht eine Mandatnieder­legung Dr. Böhmes garnicht einmal zu wün­schen jein; wir wissen auch, daß Herr Dr. Böhme überhaupt nicht daran denkt, einer solchen Auf­forderung zu folgen.

Da auch in anderen Parteien Neigung vor­handen ist, Herrn Dr. Böhme aufzufordern, sein Mandat niederzulegen, möchten wir nicht versäumen, darauf hinzuweisen.

Baugenossenschaften in Preußen.

Zurzeit werden 114 Baugenossenschaften durch Gewährung von Staatsdarlehen gefördert, und zwar fallen 73 Genossenschaften auf die Eisen­bahnverwaltung und Genossenschaften auf die Verwaltung des Inneren. Im Gebiete der Eisenbahnverwaltung werden unterstützt Spar­und Bauvereine, Wohnungsbaugenossenschaften, Beamtenwohnungsvereine, Arbeiter- und Volks­bauvereine, gemeinnützige Bauvereine, Heim­stättenbaugenossenschaften, Arbeiterwohnungs­genossenschaften. Mit Hilfe der Staatsdarlehen in Höhe von 20,8 Millionen Mark sind herge­stellt einschließlich der 153 im Bau begriffenen Häuser, im ganzen 1367 Häuser mit 8431 Wohn­

beit im Wahlkreise überhaupt, ganz besonders aber im Wahlkampfe nahezu nichts für mich ge­leistet hat. Alles dieses wissen Sie und ebenso die maßgebenden Persönlichkeiten des Parteivor­standes. Es zeigt daher von merkwürdiger Auf­fassung, wenn Sie glauben, daß eine derartige Aufforderung an mich irgend welchen Erfolg haben könnte."

Der Schluß des Briefes wirft Herrn v. Lie­bermann und der deutschsozialen Partei vor, vor dem Bunde der Landwirte eine Verbeugung ge­macht zu haben usw. Uns interessiert int wesent­lichen der erste Teil, in dem Dr. Böhme sich mit der Aufforderung zur Mandatsniederlegung beschäftigt.

Wir können die Ansicht des Herrn Abgeord­neten, daß nur der eine Herr, der zuerst seine Aufstellung als Reichstagskandidat betrieben habe, ein Recht habe, die Mandatsniederlegung zu fordern, nicht billigen. Die Wahl Dr. Böhmes ist nur dadurch möglich gewesen, daß verschie­dene Parteien mit aller Kraft frür ihn einge­treten sind. Die Agitation eines einzelnen mag wohl zu Zeiten Dr. Böckels in unserem Wahlkreise Erfolge gebracht haben, doch diese Zeiten sind vorüber. Heute weiß jeder mehr von dem Getriebe der Parteien und schließt sich ihnen eher an auch im Votum für den Kan­didaten. Wenn also Herr Dr. Böhme sozu-

Deutfches Reich.

Beamtenkonsumverein. Breslau, 13. Ott. Ein Beamtenkonsumverein für Gleiwitz und

Umgegend sollte vor kurzem unter Beteiligung von Postbeamten gegründet werden. Um den dortigen Kleinkaufleuten gegen diese Gründung zu Hilfe zu kommen, hat der Deutsche Zentral« verband für Handel und Gewerbe (mit dem Sitze in Leipzig), sich in einer Eingabe an die Kaiserliche Oberpostdirektion zu Oppeln mit der Bitte gewandt:1. sie wolle den ihr unterstell« ten Beamten von den in der Eingabe mitge­teilten Tatsachen und Erwägungen Kenntnis geben und dabei zum Ausdruck bringen, daß es nicht im Interesse einer Behörde liegen könne, wenn ihre Beamten in Wettbewerb mit der ge­werbetreibenden Bevölkerung treten, und 2. sie möge darauf achten, daß in staatlichen Gebäuden keinerlei Lager von Konsum- und Wirtschafts­vereinen unterhalten und von den Beamten ge­meinschaftlich bezogene Waren dort nicht verteilt werden." Die Oberpostdirektion hat dem Ver« Lande darauf mitgeteilt, daß sie nicht in der Lage sei, auf die Beamten einen Einfluß hin­sichtlich ihrer Beteiligung an einem allgemeinen Beamtenkonfumvereine ausüben, daß aber die Benutzung von Postdiensträumen für den Ge­schäftsbetrieb des Vereins selbstverständlich nicht gestattet werden würde.

Schmuggel nach Holland. Köln, 15. Okt. Um den Schmuggel mit Tabak und Kaffee an der holländischen Grenze zu bekämpfen, der in­folge der neuen Zollerhöhungen stark zugenom­men hat, ist eine Verstärkung des diesseitigen Zolldienstes notwendig geworden.

süße, liebe Frau wohnen? Willst Du mich zum Glücklichsten der Sterblichen machen?"

Ich will es versuchen," entgegnete sie, mit reizendem Lächeln zu ihm aufblickend.

Da küßte er sie auf den Mund und zog sie stürmisch in seine Arme.

. Dank tausend Dank, meine Mary."

Sie erwiderte seinen Kuß sie war glücklich in dem Gedanken, einen Hasen des friedlichen, stillen Glücks gefunden zu haben. Ihr Herz war von Dank erfüllt doch plötzlich flog ein Schat­ten über ihr Gesicht und sie entzog sich seiner Umarmung. Sie dachte an das Unglück ihres Lebens.

Du weißt," sagte sie stammelnd,ich ich war am Theater . . ."

Ja aber nicht wahr, Du sehnst Dich nicht dortbin zurück?"

O nein nein! Wenn Du nur vergessen kannst . . .

Sie brach ab und erglühte heiß.

Da nahm er ihre Hände und blickte ihr ernst und herzlich in die mit Tränen erfüllten Augen.

Es soll mein Bestreben fein, Mary," sprach er mit tiefem Gefühl,Dich, meine Mary, ver­gessen zu machen, was Du gelitten hast."

Da sank sie aufschluchzend an seine Brust und ihre Tränen löschten die Angst ihres Herzens, die Schuld und das Beglück ihres Lebens aus.

Ich habe Dich lieb, Du Lieber, Du Euter," flüsterte sie.

Einen glückstrahlenderen Bräutigam als den Königlichen Hofphotographen Eginhard Dettmer konnte man sich wirklich nicht denken. Und auch in Marys Augen glänzte der Strahl des Glückes, wenn sich dieser auch nicht in so lebhafter Weise kundgab. wie bei Herrn Dettmer.

PsMsche Umschau.

Der Straschverein in Zahlen.

Der Straschverein in Posen, dessen Mit­glieder sich auf ganz Deutschland verteilen, hatte es im Jahre. 1908, also nach dreijährigem Be­stehen, auf etwa 26 000 Mitglieder gebracht, von denen aber kaum die Hälfte Beiträge zahlte. Dies veranlaßte die Leiter des Straschvereins, eine Dezentralisierung vorzunehmen. Die Er­folge sind aber sehr kläglich gewesen, denn es haben sich im Laufe eines Jahres nur 33 Orts­gruppen bezw. Ortsvereine mit 900 Mitgliedern gebildet. Davon entfallen 19 Vereine mit 400 Mitgliedern auf die Provinz Pofen. 9 Vereine mit 300 Mitgliedern auf Westpreußen, 2 Ver­eine mit 100 Mitgliedern auf Schlesien und 3 Vereine mit 100 Mitgliedern auf den Westen Deutschlands. Rechnet man diesen 900 Mit­gliedern die 2000 jetzt noch Beitrag zahlenden Mitglieder des Zentralvereins, der noch nicht aufgelöst, zu, so ergibt sich eine Eefamtmit- gliederzahl von 2900 oder 23 000 weniger, als im Jahre 1908. Das Vermögen des Strasch­vereins einschließlich der Fonds der einzelnen Sektionen beträgt nicht volle 14 000 Mark.

Dl Böhme und die deulschsoziale Partei.

Auf die Resolution des Delegiertentages der teutfchsozialen Partei in Eisenach antwortete ijetjt Dr. Böhme in einemOffenen Brief an Derrn Abgeordneten Liebermann von Sonnen« >frg:

Geehrter Herr von Liebermann!

Wie ich aus Zeitungsberichten ersehe, hat der Mesamtvorstand der deutschsozialen Partei fol­gende Entschließung angenommen:

Der Eesamtvorstand mißbilligt den Ueber- > tritt Dr. Böhmes zu dem neugegründeten1 j Deutschen Bauernbund, durch den eine ver- ; hängnisvolle Spaltung in die Deutsche Land- . wirtschaft hineingebracht worden ist. Er emp- : fiehlt den Vertrauensmännern des Wahlkrei- ' ses Marburg, Frankenberg, Kirchhain, Herrn

Dr. Böhme zur Niederlegung feines Mandats aufzufordern."

Dieser Beschluß veranlaßt mich, an Sie die Frage zu richten, auf Grund welcher Tatsache Sie ein Recht zu besitzen glauben, mit derartigen Forderungen an die Vertrauensmänner des Wahlkreises heranzutreten. Es ist Ihnen be­kannt, daß ich seiner Zeit auf Veranlassung eines im Kreise ansässigen Mitgliedes, der deutschsozialen Partei in den Wahlkreis hinein- ; gegangen bin und daß eine Aufstellung durch Vertrauensmänner der deutschsozialen Partei überhaupt nicht erfolgt ist, nicht erfolgen konnte, weil es solche überhaupt nicht gab. Vertrauens­männer gibt es auch heute nicht. Sie verstehen darunter die 800 Förderer und Mitglieder der deutschsozialen Partei, die erst spater für dieselbe geworben worden sind. Diese Herr.m haben mich aber nicht aufgestellt und kann ich infolge­dessen das Recht der Aufforderung zum Nieder­legen meines Mandats nur solchen Persönlich­keiten zugestehen, die mich aufgestellt haben. Da der betreffende Herr, der meine Agitation veranlaßte, bisher Eruppenvorsteher des Bun­des der Landwirte, heute Mitglied des Deutschen Bauernbundes und gleichzeitig Kreisvorsitzende'' der deutschsozialen Partei ist, und ich im übrigen mir in freien Versammlungen den Wahlkreis er­obert habe, so entfällt jedes Recht, eine derartige Aufforderung an mich zu richten. Es gehört demnach von den drei Kreisvorsitzenden der deutschsozialen Partei der eine bereits dem Bauernbund an. der zweite ist jetzt aus der Partei ausgetreten, weil er glaubte, mir damit einen Gefallen zu erweisen, der dritte hat mir und der Hamburger Geschäftsstelle mitgeteilt, daß neun Zehntel meiner Wähler meinen Standpunkt teilen und auch die Gegner anfan­gen, mir gerecht zu werden.

Sie wissen ferner, daß meine Kandidatur am Anfang nicht einmal von Ihrer Partei unter­stützt worden ist, ich vielmehr zunächst nicht als offizieller deutschsozialer Kandidat auftrat. Es ist Ihnen weiter bekannt, wie unendlich wenig die Partei im Vergleich zu meiner eigenen Ar-

ungen. Davon sind, so führt dieVoss. Ztg." aus, 181 mit 6, 770 mit 5, 2722 mit 4, 3868 mit 3, 810 mit 2 und 80 mit einem Raum aus­gestattet. Die durchschnittliche Jahresmiete der Wohnungen mit 6 Räumen bewegt sich zwischen 360 und 800 M, der Wohnungen mit 5 Räu­men zwischen 210 und 681 M, der Wohnungen mit 4 Räumen zwischen 167 und 539 M, der Wohnungen mit 3 Räumen zwischen 122 und 449 M, der Wohnungen mit 2 Räumen zwischen 107 und 294 Jt, der Wohnungen mit 1 Raum zwischen 40 und 178 M. In den von den Ge­nossenschaft erbauten Häusern sind 6907 von im ganzen 7558 fertigen Wohnungen an Staats­bedienstete vermietet. Davon waren 136 Wohn­ungen mit 6. 497 Wohnungen mit 5, 2272 mit 4. 3344 mit 3. 647 mit 2 und 11 mit 1 Raum. In der Verwaltung des Inneren sind mit Hülfe der bewilligten Staatsdarlehen in Höhe von 16,4 Millionen Mark 494 Häuser mit insgesamt 5253 Wohnungen hergestellt. Von diesen Wohnungen haben 276 sechs, 893 fünf. 1855 vier, 1915 drei und 314 zwei Räume. Wohn­ungen mit nur .einem Raum waren nicht vor­handen. Die Jahresmiete der Wohnungen mit 6 Räumen beträgt im Durchschnitt 510 bis 1196 eti, für 5 Räume 43 bis 892 Jl, für 4 Räume 302 Bis 666 M. für 3 Räume 141 bis 451 cf(. für 2 Räume 75 bis 307 -ll. An Staats­bedienstete sind von 4889 Wohnungen 1364 vermietet; davon haben 141 sechs, 317 fünf, 474 vier, 548 drei und 84 zwei Räume. In beiden Verwaltungen sind von den in Höhe von 37,14 Millionen Mark bewilligten Staatsdarlehen 13 648 Wohnungen hergestellt: davon sind 8471 Wohnungen an Staatsbedienstete vermietet.

< Stolz um Stolz.

Roman aus dem Leben von O. Elster.

(Fortsetzung.)

Die kleine, aber sehr hübsche Villa stand leer, war aber vollkommen instand, so daß sie sofort bezogen werden konnte. Ein nicht sehr großer, aber hübsch angelegter Garten umgab das Haus, das zum Hintergründe den schattigen, duftenden Hochwald hatte, während der ©arten, in der Front an das Wasser des Wannsees stieß.

9?art) gefiel alles sehr gut. Sie lehnte sich fester auf den Arm Deitmers, als sie mit ihm durch die Zimmer schritt und auf der Veranda stehen blieb, um die Blicke über den weiten See schweifen zu lassen, auf dem gerade eine Segel­boot-Regatta abgehalten wurde.

Ein herrlicher Anblick war es! Die grünen Ufer, der glänzende Wasserspiegel mit den sanft dahingleitenden Segelbooten, darüber der blaue, wolkenlose Himmel und strahlender Sonnen­schein.

Ein Bild des Friedens und der Freude und unwillkürlich entschlüpfte Marys Lippen ein Seufzer.

Herr Dettmer ergriff ihre Hand.

Wie gefällt es Ihnen hier, Fräulein Mary?" fragte er im Flüsterton.

Es ist herrlich hier wundervoll!"

Er drückte einen Kuß auf ihre Hand.

Also soll ich die Villa kaufen?" fuhr er fort und seine Augen leuchteten.

Sie drückte ihm statt der Antwort, sanft die Hand und lehnte sich zärtlich an. ihn. Da schlang er seinen Arm um ihre Gestalt und flüsterte:

Mary, liebe Mary, willst Du hier als meine

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 de« Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe .Oberheff. Zig." gestattet.)

Marburg, 16. Okt.

)( Ferienende. Mit dem heutigen Tage haben die Herbstferien wieder ihr Ende erreicht. Nächste Woche beginnt wieder der Unterricht und damit die Zeit, welche die Jugend erst recht wahrnehmen muß, um Ostern mitzukommen. Verlorene Stunden kehren niemals wieder und was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer­mehr". So gehts auch hier.

* Das Lehrlingsheim zu Marburg wird Sonntcg, 17. Oktober, zum zehnten Male seine Pfor en wieder öffnen für unsere schulentlassene männliche Jugend. Es will unseren gewerblich tätigen Jünglingen eine Stätte fein, wo sie ihren freien Sonntagabend verbringen. Durch unterhaltende Spiele, durch Vorlesen spannen« der Erzählungen, durch Ausleihen guter Bücher sollen die Besucher des Heims bewahrt bleiben vor Verrohung und Verführung. Es soll in den jungen Leuten das Verständnis und der Sinn geweckt werden für alles Edle, Schöne und Gute, was in unseren Jugendschriften so reichlich dar- geboten wird, um einen Damm gegen die Schmutz- und Schundbücher zu errichten. So hat schon neun Jahre lang das Heim praktische Ju­gendfürsorge getrieben. Jugendfürsorge, ein wichtiger Teil der Aufgabe des Staates, der Gemeinde, der Schule, ist ja heute ein Thema auf Versammlungen und Kongressen. Was dort beraten wird, will das Heini in die Tat um«

DieGberhesftsch* Zeitung" erscheint täglich mit Aufnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel- jährlich durch die Voll bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern ZeitungS'tellen und der Erseditian (Markt 21,) 2 Mk.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Benage

Marburg

Sonntaz. 17. Oktober 1909.

Die FnsertionSgebüllr beträgt für die 7gespaltene, Zeile 1 oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. I 1* Druck und Verlag: Job. Auq. Koch, UninersttätSbuchdruckerei I vwll*8' Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55. |

die Kalahari-Wüste schwer verwundet: Kopf­schuß."

Nach einer Weile erhob sich Brunhilde. Ihre Tränen waren versiegt; mit großen, brennenden Augen starrte sie vor sich hin, ihre Hände schlan­gen sich krarnpstrnft ineinander und mit zucken­den Lippen flüsterte sie:

Wäre ich doch fetzt bei ihm . . ."

20.

Es waren schmerzliche, traurige Tage, di« NUN folgten.

Auch auf das Glück des Brautpaares warfen sie ihre Schatten, so sehr sich auch Dettmer be­mühte, feiner Braut Trost und Hoffnung zuzu- sprechen.

Der Kommerzienrat war ganz gebrochen, denn in der schweren Zeit feine« geschäftlichen Zusammenbruchs hatte er so recht den edlen Charakter Walters kennen gelernt, der sein Hei­nes Vermögen geopfert hätte, um seinem Datei eine wenigstens von den drückendsten Sorgen be. freite Existenz zu schaffen.

Am gefaßtesten von allen erschien Brunhilde. Aber in ihrem Herzen nagten Kummer und Sorge und der nie schweigende Vorwurf, daß es eigentlich im Grunde ihr Stolz, ihr Trotz ge­wesen waren, die Walter in die Gefahren jenes blutigen Krieges geführt hatten. Ihrem törich­ten Stolz hatte et feinen Mannesstolz entgegen­gesetzt und hatte lieber entsagt, als daß et sich vor ihr erniedrigt hätte.

Wo war jetzt ihr Stolz geblieben?

Wie sehnte sich sich danach, sich vor dem ge­liebten Manne zu beugen, zu seinen Füßen zu sinken und ihn um Vergebung zu bitten! Wie gern würde sie jetzt bekennen:Ich habe töricht gehandelt Ich habe Dich schon längst ge­liebt.- , (Fortsetzung folgt.)

Herr Hildebrandt war schon vorher von dem Stand der Dinge unterrichtet worden,,und wenn sich auch fein Stolz anfangs gegen die Verbin­dung mit dem einfachen Photographen ljatte sträuben wollen, so war er doch klug genug, um einzusehen, daß diese Verbindung für Mary -in großes Glück war; wurde sie dadurch doch aller Sergen überhoben, und auch er konnte der Zu­kunft getrost und sorgenfrei entgegensehen.

In fröhlicher, glücklicher Stimmung lehrte man in das Restaurant zurück, um dort die Ver­lobung zu feiern.

Während ie kleine Gesellschaft in heiterster Laune den Tag verbrachte, verlebte Brunhilde schmerzliche Stunden.

Sie hatte eine zeitlang fleißig gearbeitet. Als die Dämmerung eintrat, legte sie Pinsel und Palette beiseite und begab sich in das Wohn­zimmer. Die Zeitung lag noch ungelesen auf dem Tisch. Sie entfaltete dieselbe und ihre Augen suchten rasch die Stelle, wo die Verlust­listen aus dem südwestafrikanischen Kriege ver­öffentlicht wurden.

Es waren nur wenige Namen, die dort ver­zeichnet standen, denn die Hauptkämpfe waren ja vorüber. Doch plötzlich erbleichte Brunhilde jäh, aus ihren Augen stürzten die Tränen und mit einem leisen Schmerzensschrei sank sie auf einen Stuhl.

Ihre Augen starrten auf die Zeitung, sie las das Schreckliche immer und immer wieder das Blatt entfiel ihrer Hand, ihr Haupt sank auf ihre auf dem Tisch liegenden Arme und sie weinte bitterlich.

An der Spitze der nur kurzen Verlustliste standen die inhaltsschweren Worte:Oberleut-- xant Hildebrandt auf einem Patrouillenritt in