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Die „Gbrrhesstsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der
'B'o 9Ä4 Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt viertel-
*'=• jährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei
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unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21^) 2 Mk.
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finden mußten. Wie schließlich das Urteil über die Hinrichtung Ferrer lauten wird, ist also heute in Ermangelung geeigneter Unterlagen schwer zu sagen. Gegenüber den leidenschaftlichen Angrifien aber, die ohne klare und zuverlässige Grundlage gegen die spanische Regierung erhoben werden, scheint es doch angezeigt, vor Voreingenommenheit und leidenschaftlichen Urteilen zu warnen."
In England hat das Eingreifen König Eduards in den Kampf der Parteien zwar dahin geführt, daß der Wortstreit im Parlament aus einige Tage zum Stehen gebracht worden ist, aber die Schärfe der Gegensätze vermochte es nicht zu mildern, und wenn noch vielfach daran geglaubt wird, daß schließlich ein Kompromiß gesunden wird, das die Annahme des Budgets durch die Lords ermöglicht, wahrscheinlich ist das nicht mehr. Dazu liegen die Aussichten für die Liberalen, die einen Vorsprung von 150 Stimmen haben, allzu günstig für den Fall einer Parlamentsauflösung. Nicht nur die Frage der Rolle, die dem Hause der Lords verbleiben soll, sondern auch die irische Frage wird dann wieder in den Vordergrund des Jntereffes treten, wie die letzten Parlamentsverhandlungen bereits erkennen ließen.
Dieses amerikanisch-irische Element hat bei J>en jetzt zu glänzendem Abschluß geführten Hudson- Fulton-Festlichkeiten eine Aufsehen erregende Rolle gespielt. Es bildet schon jetzt in den Vereinigten Staaten einen Machtsaktor, der in politischen Fragen nicht mehr übersehen werden darf. Die Iren gehen mit den Deutsch-Amerikanern vielfach Hand in Hand. So haben sie bei der Abwehr der gegen uns gerichteten Verleumdungskampagne englischer Korrespondenten amerikanischer Blätter tapfer mitgewirkt und dem Bestreben, ein gegen Deutschland gerichtetes amerikanisch - englisches Bündnis zum Abschluß zu bringen, unermüdlich entgegengearbeitet. Lord Norchclifs hat es daher in seiner Rede, die er Ende September in Chicago über die deutsche Gefahr gehalten hat, für ratsam gefunden, von Amerika nicht mehr als Neutralität zu verlangen, wie ja auch England im spanischamerikanischen Krieg getan habe. — Ein Erfolg im Interesse des Weltfriedens.
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Besonders der Verwandtschaft Hatte sie'? angetan, Ünd flog sie durch die Landschaft, Kam gleich ein Vetter an.
„Ach liebes Zeppelinchen!" Sprach so der Parseval, „Da du doch mein Kousinchen, Still meines Herzens Qual."
Sie aber sprach gelaffen: „Du wirst mir unbequem. Du kannst dich einpacken lassen. Du hast nicht das richt'ge System. Auch scheinst du zu vergeffen, — Gott schütze deinen Verstand — Daß mich ein König besessen. Ein Kronprinz wundervoll fand. Ich gehöre zu höheren Sphären, Du bist mir verteufelt egal. Ich schwöre, niemals erhöre Ich solch lumpigen Parsevalk"
Da macht er mit höchster Vollendung Einen spöttisch höfischen Knicks -r-
Umschau im Auslande.
Die Vollstreckung des gegen den Anarchisten Ferrer in Spanien gefällten Todesurteils hat besonders unter den Sozialisten der romanischen Länder große Erregung hervorgerufen. Während die Protestkundgebungen in Italien und Belgien sich aber immerhin noch in den gesetzlichen Grenzen hielten, nahmen sie in Frankreich den Charakter einer offenen Emeute an, die zu bewaffneten Angriffen gegen die Sicherheitsorgane des Staates führte. Nur in Spanien selbst hat sich niemand über seine Hinrichtung aufregen lassen, denn dort kannte man ihn offenbar. Ferrer war, wie aus Spanien gemeldet wird, ein verbitterter Ansimili- tarist, er predigte das Recht des Ungehorsams gegen jedwede Obrigkeit und stiftete Schulen, in denen der Königsmord als höchste sittliche Tat gelehrt wurde. Bei dem Bombenattentat anläßlich der Heirat des Königs Alfons wiesen alle Fäden auf ihn; er war stark verdächtigt, das Attentat verübt zu haben. Damals verlief die Untersuchung resultatlos. Der Gegenstand der jetzigen Klage war die Anstiftung zu revolutionären Umtrieben in Barzelona, wo bekanntlich die Bomben fallen, wie reife Brombeeren. Es ist schwer, über spanische Verhältnisse ein Urteil zu fällen, und unsere Zeit hat eher Mitleid mit dem anarchistischen Mörder als mit dem Opfer seiner Taten, aber wenn Ferrer ht der Tat der war, als der er geschildert wird, so erscheint das Todesurteil gegen Ferrer als eine unbedingt notwendige gesetzgeberische Maßnahme gegen den Anarchismus, dessen Anhänger in ihrer Propaganda den Mord als Mittel zum Zweck recht- sertigen und fordern.
Sozialismus und Demokratie erblicken in dem Urteil auch bei uns in Deutschland ein Verbrechen des Klerikalismus gegen die Freiheit, die „Frkf. Ztg." redet sogar von Idealismus. Aber ein Blatt wie die nationallibcrale „Köln. Ztg.", deflen Kampf gegen Klerikalismus eine bekannte Sache ist, urteilt bedeutend ruhiger und wir möchten uns ihr anschließen, wenn sie schreibt: Die Berechtigung der spanischen Regierung, den Aufstand in Barzelona mit allen Mitteln, die das Gesetz ihr an die Hand gibt, zu unterdrücken, kann nicht in Abrede gestellt werden, und es ist ein nicht aufrechtzuerhaltender Standpunkt, daß die Revolutionäre mit Mord und Brand vorgehen dürften, während der Regierung nicht gestattet sein soll, in den Schranken des Gesetzes Wiedervergclwng auszuüben. Sehr ehrenwerte Mäitner sind sür Ferrer eingetreten und haben ihn persönlich ihrer Sympathien versichert. Das legt die Annahme nahe, daß Ferrer kein gemeiner Räuber und Mörder gewesen ist, aber es schließt nicht aus, daß er sich als Revolutionär mit den Gesetzen seines Landes derartig in Wider- fpruch gefetzt hat, daß diese Gesetze mit Recht An- tuenbv.nß gegen ihn finden konnten und vielleicht
Politische Umschau.
Ein neues Strafgesetzbuch.
Der Vorentwurf zu einem neuen Strafgesetzbuch ist für Ende Oktober zu erwarten. Die zahlreichen und zum Teil umfangreichen strafrechtlichen Nebengesetze sollen nicht in das neue Strafgesetzbuch eingearbeitet werden. Auch der Vorentwurf wird einen Ersten, „Allegemeinen", und Zweiten „Besonderen Teil“ umfassen. Während aber jetzt dieser Zweite Teil ohne weitere Gruppierung in 29 Abschnitte zerfällt, soll der Besondere Teil des Vorentwurfs zunächst in vier Bücher geteilt werden — Delikte gegen den Staat, gegen Einrichtungen des Staates, gegen die Person, gegen das Vermögen —, die insgesamt 28 Abschnitte bgreifen. Ihnen folgt ein fünftes Buch mit den Uebertretungen, die nicht, wie vielfach angeregt ist, aus dem Strafgesetzbuch ausscheiden, sondern in ähnlichem Umfange wie bisher darin verbleiben sollen. Demgemäß wird auch die bisherige Dreiteilung der strafbaren Handlungen in Verbrechen, Vergehen,
Die Insertionsgebirbr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum "15 Pfennig, für Reklamen 33 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Auq. Koch, UnioersitätSbuchdrückerel Jnbaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Die heutige Nummer umfaßt 3 Blätter.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschaftliche Benage
Marburg
Sonntag, 17. Oktober 1909.
■ Ausland.
** Spanien und die Hinrichtung Ferrers. Madrid, 15. Okt. Die heutige Sitzung der Munizipalrates verlief sehr erregt. Die republikanischen und sozialistischen Mitglieder verließen den Saal. — Die Eröffnung der Kammern, die nachmittags stattfand, ist ohne Zwischenfall verlaufen. — Paris, 15. Okt. Der radikale „Siecle" erhebt scharfen Einspruch gegen die tadelnden Bemerkungen, welche der spanische Minister des Aeußeren, Allen de Sala- zar, einem Interviewer gegenüber über di« Pariser Straßenkundgebungen gemacht hat. Das Blatt erklärt, daß diese Bemerkungen eine unzulässige Einmischung in die inneren Angelegenheiten Frankreichs bilden und gibt der Hoff.
Berliner Brief.
„Die Aufgewärmten" könnte die Ueberschrift über diese Präludien zur Theatersaison lauten. Man suchte alte, halbvergesiene Stücke auf neu aufzuarbeiten, oder Arbeiten irgend eines Dichters, die ein wenig abseits vom Wege liegen, der Menge mundgerecht zu machen. Das König- Hdje Theater ging in diesen Bestrebungen voran. Paul Lindau wollte zeigen, daß man im Schauspielhaus wieder literarische Ambitionen hätte. Ich will es nicht tadeln, daß er für Alfred de Muffet eine Lanze brach, doch ich weiß auch nicht ob man den Versuch loben' soll. Er zeigte doch nur wieder, daß Muffet ein großer Lyriker war — vielleicht Frankreichs echtester und größter —, aber daß Muffet mit dem Drama nicht gute Freundschaft hielt, konnte man auch wieder einmal deutlich sehen. „Man spielt nicht mit der Liebe“ — und nicht mit dem dramatischen Feuer. Ich weiß mich von dem Abend nur tine-l schönen Rokoko-Bildes zu erinnern und zärtlicher Worte und schmerzlicher Träume. (Ts ist kein Funken dramatischen Geistes in diesem Spiel unb trotzdem: ein Dichter hat es geschrieben; und der Abend hatte vielleicht das Gute, daß mancher doch einmal wieder zu Mussrts Versen griff.
.....Leb wohl, Süzen, du b. de Rose, Acht Tage hast du mich geliebt: Oft ift’S das Glück, das dauerlose, Das uns der Freudenbecher gibt!
Deutsches Reich.
— Orville Wright vor der kaiserlichen Familie. Potsdam, 25. Ott. Der Kaiser und die Kaiserin, sowie Prinzessin Vittoria Luise trafen um 5*4 Uhl nachmittags auf dem Bornstedter Felde ein, um einigen Flügen Orville Wrights beizuwohnen. Das Kaiserpaar wurde von dem Hauptmann von Kehler und Orville Wright empfangen. Der Kaisel begrüßte die ebenfalls anwesende Schwester Orville Wright, Miß Catharina Wright. Orville Wright vollführte trotz des widrigen böigen Windes außerordentlich gut gelungene Aufstiege bis zu einer Höhe von 150 Metern; der Abstieg erfolgte glatt; die Vorführung dauerte etwa eine halbe Stunde. Der Kaiser ließ sich alsdann noch eingehend den Apparat erklären, und überreichte Orville Wright sein Bild mit eigenhändiger Unter« schrift.
— Die Zusammensetzung des Meininger Landtages, Sonneberg, 15. Okt. Gestern haben die Wahlen der Privilegierten zum Meininger Landtage stattgefunden. Da bei diesen Wahlen kein Sozialdemokrat gewählt wurde, stehen 13 bürgerliche Abgeordnete 9 Sozialdemokraten gegenüber. Zwei Stichwahlen stehen noch aus, an denen aber die Sozialdemokratie nicht beteiligt ist, so daß die Kammer aus 15 bürgerlichen und 9 sozialistischen Abgeordneten bestehen wird.
— Wiederbelebung der Tabakkultur in Deutsch-Ostafrika? Die früheren Versuche, in Deutsch-Ostafrika Tabak zu erzeugen, können als gänzlich fehlgeschlagen bezeichnet werden. Damit soll nicht gesagt sein, daß nicht in unserer Kolonie ein gebrauchsfähiger und marktfähiger Tabak gezogen werden kann. Freilich werden, ehe ein endgültiges Urteil abgegeben werden kann, Versuche erforderlich sein, inwieweit Klima, Boden und Niederschlagsverhältniffe, ferner die Arbeiterfrage und die sonstigen Pro« dukttonskosten günstig sind. Die „Dentsch-Ost- afrikanische Zeitung“ schneidet die Frage erneut an und macht eine Reihe von praktischen Ratschlägen zur Wiederaufnahme der Tabakkultur in Deutsch-Ostafrika.
— Automobildienst in Uganda. Zwischen Entebbe, der Verwaltungs-, und Kampala, der Eingeborenenhauptstadt von Uganda ist seit August ein regelrechter Automobildienst eingerichtet worden. Vorläufig geht an jedem zwei, ten Sonnabend ein Automobil um 1 U't 30 Minuten nachmittags von Kampala nach Entebbe und zurück. Falls Bedarf vorhanden, wird der Dienst ausgedehnt werden.
aber lustig ist's doch. Namentlich wenn sich wirkliche Künstler wie etwa Eiampietro in den Dienst der leichten Muse stellen. Ich glaube, so echt wie er es darstellt, laufen die österreichischen Husarenleutnants nicht einmal in Oesterreich herum, jedenfalls fingen ste nicht so angenehme Kouplets. Auch politisch ist man natürlich in der neuen Revue, natürlich, es gibt ja kaum ein Feld, wo der Humor so lustig blüht, wie in der hohen Politik. Giampietro steht als Leidtragender mit schwarzem Flor um den Eylinder vor der Bülow-Büste und spricht — in jeder Miene ein Trauriger — die bezeichnenden Worte:
Er durfte niemals gleich so vielen andern Nach eignem Wunsch die Bülowstratze wandern; Aus seiner Wohnung war es schon zu sehn: Er mußte stets die Wilhelmstrahe gehn!
Genug. Schon wieder Verse. Diesmal haben sie mich auf dem Eewiffen. Ich wollte Ihnen von der neuen Wintermode, von dem Schaufenster und dem Wettbewerb, von Wright und Latham interessante Schilderungen geben unb nun bilden sich Verse, Verse, nichts als Verse. Aber ich will beim Aktuellen bleiben unb dieser Zeit gemäß eine Luftballade schreiben. Also frisch los ohne „G'leitwort":
Zeppelinchen unb Parseval.
Sie war ein Lenkballönche» Reizend und elegant;
So manches Luftdarönche» War zu ihr liebentbrannt. ■
Doch sie ist weiter geflogen würdigt ihn keines Blicks
Uebertretungen aufrechterhalten. Auch dem Strafvollzug ist, wenngleich nicht erschöpfend, eine Reihe von Bestimmungen gewidmet. Der Vorentwurf scheint von der Annahme auszugehen, daß es einer weiteren Regelung des Strafvollzugs durch Reichsgesetzt nicht bedürfen wird. Durch die bedingte Aussetzung des Strafvollzugs für einige Jahre der Erprobung des Verurteilten soll nicht mehr durch die Justizverwaltung nach dem gerichtlichen Urteilsspruch verfügt, sondern darüber durch das Gericht erkannt werden.
Bebels Quellen.
Berlin, 15. Okt. Die dritte Strafkammer des Landgerichts I verhandelte gegen den Kaufmann Max Müller-Hamburg, der an den Reichstagsabgeordneten Bebel einen Brief gerichtet hat, auf dessen Inhalt hin Bebel in den kolonialen Reichstagsdebatten vom Dezember 1906 feine Angriffe gegen Offiziere der Schutztruppe, darunter Hauptmann Scheunemann, stützte. Der Angeklagte ließ vor Eintritt in die Verhandlung erklären, daß er aus dem Ermittelungsverfahren gegen Scheunemann, das mit der Einstellung des Verfahrens geendet hat undScheune- mann glänzend rechtfertigte, die Ueberzeugung gewonnen habe, daß die in dem Brief erhobenen Beschuldigungen völlig grundlos seien. Nachdem der Angeklagte die von Scheunemann und dem Kommando der Schutztruppen geforderten Erklärungen abgegeben und um Entschuldigung gebeten hatte, wurde der Strafantrag zurückgezogen. Sämtliche Kosten des Verfahrens übernahm der Angeklagte, der daraushin aus der Hast entlassen wurde. — In der Erwiderung heißt es: „Ich bekenne, den an den Reichstagsabgeordneten Bebel gerichteten Brief aus Vliäron vom 14. Mai 1904 geschrieben zu haben, in welchem ich die seinerzeit im Reichstag erörterten schweren Beschuldigungen gegen die Herren Hauptmann Scheunemann, Dominik und den Oberstleutnant v. Kamptz erhoben habe. Ich erkläre, daß ich selbst keinerlei Wahrnehmungen gemacht habe, welche den Inhalt des Briefes in irgend einem Puntte rechtfertigen könnten, daß ich vielmehr ohne jede Prüfung einen Küstenklatsch von unzuverlässiger Seite aufgenommen und möglicherweise selbst erst in Beziehung zu den in den Briefen genannten Personen gebracht habe. Nachdem in dem gegen die Offiziere eingeleiteten Verfahren sich die vollständige Unrichtigkeit meiner Behauptungen ergeben und nachdem in der heutigen Verhandlung Herr Hauptmann Scheunemann unter seinem Eide die erhobenen Beschuldigungen in Abrede gestellt hat, stehe ich nicht an, zu erklären, daß ich vollständig davon überzeugt bin, daß meine Beschuldigungen jeder Grundlage entbehren, daß ich diese Behauptungen ausgestellt habe, um mich an den Beamten der Kolonie zu rächen und daß ich es aufs tiefste bereue, die genannten Herren so schwer angegriffen zu haben. Ich bitte mit Rücksicht auf diese reumütige Erklärung und meinen leidenden Zustand, die gegen mich gestellten Strafanträge zurückzunehmen und verpflichte mich, für den Fall der Zurücknahme die Kosten des Verfahrens zu übernehmen und diese Erklärung in den vom Kommando der Schutztruppen zu bestimmenden Zeitungen zu veröffentlichen.“ — Ein „Hunnenbrief“ wäre also mal wieder schadlos gemacht.
Fort muß ich über Berg unb Heiden, Noch weiß ich nicht mit welchem Wind — Und dennoch, Liebchen, muß ich scheiden, Mutz rasch dich meiden, Ade, mein Kind!.....
Nein, man soll Lindau dieses Abends wegen nicht tadeln, aber man muß es, wenn Herr Schmieden im Neuen Theater das Lustspiel „Das Urbild des Tartüffe" von Karl Gutzkow zu neuem Leben erwecken will. „Laß doch die Toten ruhn“, möchte man da rufen. Es ist nichts in dem Stück, was lebendig auf mich gewirkt hat. Ein wenig theatralische Geschicklichkeit, ein wenig Humor auf fünf Akte verteilt zeugt noch nicht von dichterischen Qualitäten. Es ist bei den Dichtern da wie bei Weinen, nur wirklich gute Sorten können langes Lager vertragen. Gutzkow ist etwas andere als ein kleiner Landwein gewesen, (recht hübsch „aufgemacht“ einmal), das hätte Herr Schmieden bedenken sollen. Will man noch mehr von den „Aufgewärmten“ hören? „Das Lebensfest“ im Berliner Theater und ... unb . . . aber ich glaube, die Proben genügen. Es gibt viel lustigere Dinge, als darüber nachzudenken ob die kommende Theatersaison nach diesen Auftakten wohl wieder so erntelos enden könnte, rote die vergangene. Es gibt wirklich lustigeres. Zum Beispiel, das Metropoltheater hatte auch Premiere. Das bekannte Bild: Ganz Berlin war da und auch noch mehr Halb-Berlin. Gewiß, es hat mit Theater eigentlich nichts zu schaffen, gerotfr es ist manches recht wenig moralisch in diesem Institut,
Er starb, well die Ziele getrogen ... Und wegen der höfischen Knicks.
„Finden Sie da was bei?“ würde Tielsche tm Metropoltheater fragen.
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