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41 Zahrg.
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Art
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Am
Sie mich nachsehen, Herr Oberlinkes Äuge ist getroffen," stöhnte .Es brennt wie eine glühende Kohle
leuchtet hat, aber es hat immer ein Gutes, wenn derartige Eiterbeulen, deren Erkenntnis nur allmählich im Publikum wächst, einmal augestochen werden, vor allem auch deshalb, weil sich in diesem Zusammenhänge einmal zeigen läßt, wieviel gedankenlose Neugier des Publikums also an sich Unbeteiligter hier Schaden anrichtet. Daß die schlechten Elemente selbst der verdienten Verachtung und Strafe anheimfallen, ist selbstverständlich.
erschrocken Offiziers.
„Lasten leutnant!" „Mein
Walter. ,
sehen haben, in wessen Hände gerade diese Preste gelangt. —
Es ist kein lustiges Kapitel vom Leben „Preße", in das der Prozeß Dahsel hinein
der ge-
„Drei Patronen Schnellfeuer!" kommandierte Walter. „Die übrigen Patronen aufgesvart!"
Die Karabiner krachten — ein wütendes Geheul ertönte — mehrere der Anstürmenden stürzten getroffen zusammen — die anderen verschwanden in dem hohen Grase.
„Langsam feuern?" kommandierte Walter. „Jäer nehme seinen Mann aufs Korn!"
Die Hottentotten krochen zurück — nach einiger Zeit aber sprangen sie empor und liefen eilig fort. Da krachten die Karabiner abermals und streckten mehrere Feinde nieder.
„Der Sturm wäre glücklich abgeschlagen," sagte Walter aufatmend. „Aber wir müsten auf unserer Hut sein, der Kampf ist noch nichl zu Ende."
Ein noch tolleres Geschrei als vorher schnitt ihm das Wort ab. Jetzt stürmte von einer anderen Seite ein Haufe Feinde heran.
„Schnellfeuer!"
Das wohlgezielte Schnellfeuer der Repetierkarabiner tat auch diesmal wieder feine Schuldigkeit und brach die Gewalt des Ansturmes.
Aber jetzt zogen sich die Hottentoten nicht wieder zurück, sondern blieben etwa fünfzig . Schritt vor der Stellung der Deutschen liegen und überschütteten diese mit Speeren und Pfeilen. Auch einige Schüste fielen. Aber die Reiter lagen in guter Deckung hinter den Steinen, die eine Art Ringmauer bildeten, so daß die Speere und Geschoße der Hottentotten wirkungslos blieben.
Noch einmal versuchten diese es mit einem
Politische Umschau.
Deutscher Schulschiffverein.
Hamburg, 12. Okt. Auf der Werft von Blohm und Boß ist heute Nachmittag das neue Schulschiff „Prinzeß Eitel Friedrich" des deutschen Schr.stchuffvereins glücklich vom Stapel gelaufen. Anwesend waren der Eroßherzog und die Großherzogin von Oldenburg. Prinz und Prinzetz Eitel Friedrich von Preußen, die Bürgermeister Dr. Burchard und Oswald, die, Mitglieder des Senats mit ihren Damen, sowie die Spitzen der Militär- und Zivilbehörden. Die Taufrede hielt Prinz Eitel Friedrich; sie lautet: „Aus hartem Eisen gefertigt, in schlanken Linien eines SchneNseglers geformt, steht vor uns ein zweites Schulschiff des deutschen Schulschiffvereins, bereit, in sein Element hinabzugleiten. Hartem Eisen gleich, hat der deutsche Schulschiffverein fest und unverrückt seinen Platz an der Sonne der deutschen Seeschiffahrt erobert. Wie die schönheitsvollen Linien dieses Baues, steht heute vor unseren Augen die Mannschaft des neuen Schiffes, frohen Muts dem selbstgewählten ernsten Beruf entgegentretend, ein Bild jugendlicher Kraft. Als vor fast zehn Jahren der Schulschiffverein unter der Initiative seines hohen Protektors, des Eroßherzogs von Oldenburg gegründet wurde, um einem unabweisbaren Bedürfnis unserer Schiffahrt abzuhelfen, da mochte den leitenden Männern wohl Sorge den Blick in die Zukunft trüben. Noch waren die Wege zum erwählten Ziel unklar und schwankend; in der inneren Organisation, der Gestaltung der Finanzen galt es erst, den Grund zu legen und den Aufbau zu sichern. Ein glücklicher Stern hat dem Verein geleuchtet. Eine frische Brise des Erfolges hat ihn bald den sicheren Hafen erreichen lasten. So konnte und durfte er erwünschte Fahrten zu neuen Gestaden in Aussicht nehmen. Neben der bisherigen Ausbildung der Mannschaften unserer Segelschiffe, unserer zukünftigen Schiffsoffiziere, gilt der
Die Iniertionsgebübr beträgt für bie 7gespaltene Zeile ober bereit Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck unb Verlag: Iah. Aug. Koch, Universitätsbu chdruckerei Inhaber Dr. C. H itzer otb, Marburg, Markt 81. — Telephon 55
fen bemerkbar.
„Gottlob," flüstert« der Unteroffizier, „bte Sonne geht auf."
Mit wunderbarer Schnellrgkert breitete sich der helle Streifen am östlichen Horizont aus; dem fahlen Dämmerlicht folgte rasch eine rosige Helle und in wenigen Minuten erstrahlte die noch von einem leichten Nebel umhüllte Ebene im goldenen Licht.
Aber ehe die Sonne die Nebelwolken ganz zerteilt hatte, ertönte in einer Entfernung von etwa hundert Schritt ein wildes Geheul und eine große Anzahl dunkler Gestalten, Waffen alle Art schwingend, stürzte sich auf die Stellung bet kleinen deutschen Truppe.
Marburg
Donnerslaq 14. Oktober 1909.
(Nachdruck verboten.)
Stal; um Stolz.
— Die Angelegenheit Bruhn ist ja noch nicht abgeschlossen, er wird sich wehren, aber ob er nicht gut daran tun wird, schon jetzt sein Reichstagsmandat niederzulegen, ist eine Ueberlegung, die er anstellen müßte, auch wenn er für derarttge Vorstellungen nicht leicht empfänglich ist. Aus etwas anderes möchten wir noch aufmerksam machen. Wenn ein preußisches Gericht der Reichshauptstadl über die »Wahrheit" ein derartig vernichtendes Urteil fällt — sollte sich dann der Eiscnbahnminister nicht entschließen, den Verkauf des Blattes in den Bahn hofslmchhandlungen einfach zu verbieten? Er wäre des Dankes aller gewiß — die einmal zuge
Deutsches Reich.
— Oberrechnungskammer, Berlin, 12. Okt. Der „Staatsanzeiger" meldet: Die bisherigen vortragenden Räte bei der Oberrechnunqskam- mer v. Francois und Hommelsheim sind zu Direktoren bei der Oberrechnungskammer ernannt. Dem Oberrechnungskammerdirektor Koch ist bei Charakter als Vizepäsident der Ober'rechnungs- kammer verliehen.
— Berechtigung einer deutschen Auslands-
Ausland.
** Fall Wahrmund. Prag, 12. Okt. Prof. Wahrmund kündigt den Beginn seines Kolleges „Das System des Kirchenrechtes" für Montag, den 18. Oktober, an; hiermit ist die Angelegenheit endgiltig erledigt.
** Spanien. Perpignan, 12. Okt. Die spanische Zensur bezüglich des Falles Ferrer wird mit größter Schärfe gehandhabt; indessen bs< stätigen die hier eingegangenen Nachrichten bk Ueberführung Ferrers in die Festung Monk« juich; auch dem Verteidiger Ferrers liegen authentische Meldungen nicht vor. Die Nachricht von seiner Verhaftung bedarf noch der Bestätigung. — Madrid, 12. Okt. Gegenüber den Gerüchten, Spanien habe bei mehreren Signatar-
Sturm, der aber wiederum durch das Schnellfeuer der Repetiergewehre abgeschlagen wurde.
Dann zogen sich die Feinde wieder in die Steppe zurück, noch einige Schüste nach der Stellung der Deutschen sendend.
„Bleiben Sie in Deckung, Herr Oberleutnant," rief der Unteroffizier, als sich Walter erhob, um die Fliehenden zu beobachten. „Die braunen Hallunken schießen ziemlich sicher . . ."
Mehrere Schüste krachten, als Walter sich über die Steinmauer erhob — mit einem Aufschrei taumelte er zurück, ließ den Karabiner fallen und schlug beide Hände vor das Gesicht.
„Himmel-Donnerwetter? Sie sind getroffen, Herr Oberleutnant!" rief der Unteroffizier.
„Mein Auge!" entgegnete Walter. „Aber kümmert euch nicht um mich — gebt den Burschen noch eine Salve!"
Von rasendem Schmerz gepeinigt, sank et in
Preises im Groß- und Kleinhandel zur Folg« gehabt habe, und daß also nur die Händler dir erhebliche Ermäßigung der Getreidepreise ausschließlich zu ihrem Vorteil ausgenutzt haben, unter Schädigung der Konsumenten. Und In der letzten Nummer der „Sozialistischen Monatshefte" schrieb Cälwer: „Im Bund der Landwirte sind die wirtschaftlichen und politischen Interessen der Bauern ebenso kräftig vertreten wie die der Großgrundbesitzer. Die letzten Jahre haben dank der erfolgreichen Politik des Bundes der Landwirte der Bauernschaft solche Vorteile gebracht, daß es vergebliche Mühe wäre, den Bauern Vorreden zu wollen, ihrs politische Organisation sei nur eine Schutztrupp- für die Interessen der Großgrundbesitzer." — Dieses Eingeständnis ist natürlich den „Genossen", die im Bund der Landwirte ihren stärksten Gegner sehen, höchst unbequem, und Calwcr wäre in Kürze „geflogen", wenn er nicht zeitig genug aus der ihm genügend bekannten sozialdemokratischen „Freiheit der Meinungsäußcr. ung" die notwendigen Konsequenzen gezogen hätte.
„Du hast leichtsinnig. Du hast schlecht gehandelt, Mary," sprach Hildebrandt in ernstem, doch nicht zornigem Tone, „als Du von mir fortgingst in die Welt, einem eitlen Schein nachzujagen. Aber um der Herzensgüte willen, die Brunhilde Dir und uns allen erwiesen hat, will ich Dir vergeben und Dich wieder bei mir auf» nehmen. Du bist ja nicht die allein Schuldige» auch ich trage mit an Deiner Schuld. Du bist ja meine Tochter, und was Dich in Deine Schuld- getrieben hat, ist eine Erbschaft von meinem Blut . . .“
„O, mein Vater!"
„Steh auf, Kind. Setze Dich an meine Seite. Und nun meine nicht mehr. Was geschehen ist, ist geschehen. Wir müßen uns damit abfinden. Du bist vielleicht noch nicht fertig mit der Vergangenheit, Du hast ja aber auch noch nicht ab- geschlosten mit der Zukunft und erhoffst von ihr noch Schönes und Gutes. Sieh, ich habe mit Vergangenheit und Zukunft abgeschloßen, ich begnüge mich mit einet erträglichen Gegenwart, die sich ja auch in Vergangenheit verwandt« wird, die ja auch werdende Zukunft ist. Set D« jetzt auch vernünftig, begnüge Dich; vor allem aber versprich mir, jeden Gedanken an das Theater aufzugeben. Das ist ein zu gefährlicher Boden für Deinen Charakter."
„Ich schwöre Dir, Vater."
„Nicht so heftig, Kind! Schwöre nicht, ver- sprich er mir nut, und ich will es Dir glauben,"
... (Fortsetzung folgt.)
. . . Master . . .“ und bewußtlos brach er in den Armen des Unteroffiziers zusammen.
19.
Mary lag schluchzend ihrem Vater zu Füßen, krampfhaft seine Hände umklammernd.
. „Vergieb mir. Vater!" ,
Ein Kapitel von der Presse
And kein lustiges ist es, in das der gestern beschlossene Prozeß Dahsel-Schuwardt auch weiteren Kreisen Einblick gewährt.
Die Person des Herrn Dahsel und auch seiner Zutreiberin Frau Schuwardt interessiert dabei fast am wenigsten. Es ist an sich gleichgiltig, ob sie mit 1 oder 2 Jahren Hast für ihre Erpressungsgeschäfte .festgesetzt" werden; das milde Urteil des Gerichts : erklärt sich Wohl aus dem Mitleid mit Dahsels prekärer Lage. Aber die Zustände, die den Verhandlungen des Gerichts zu Grunde lagen können nicht anders als „faul" bezeichnet werden. Neben Dahsel «nd Frau Schuwardt waren in der Tat noch andere Schuldige da. Die Raubtiere sammeln sich nur, wo ein Aas ist: Es gab hier Dinge zu ver- tuscheln und zu unterdrücken, die das Licht der Oefsentlichkeit scheuten, in gesunden Verhältnissen Würde die Tätigkeit der Erpresser keinen so festen Grund gefunden haben.
Es gab ferner, und das ist das wichtigste, eine Abart von Presse, die sich nicht scheut, zu Sensa- tions- und geschäftlichen Zwecken, allerhand schmutzige Geschichten aus dem Privatleben einzelner Personen, an das Licht der Oefsentlichkeit zu zerren. Es gab aber auch ein Publikum, das derartige Geschichten mit „geschmackvollen lieber» fchriften", die die Straßenverkäuser in Berlin noch mit Wonne ausschrieen, gierig verschlang und Blättern, wie die „Wahrheit" e tutti quanti zu einer Auflage verhalf, die durch ihre sachliche Bedeutung in keiner Weise gerechtfertigt ist. Dieser Erfolg wirkt unbedingt korrumpierend und man kann heute die „geschmackvollen lleberschristen" über allerhand sensationellen und nervenkitzelnden spaltenlangen Erzählungen von Liebestragödien, Verfehlungen aller Art, bereits in Blättern lesen, die die Signatur eines Sensationsblattes nicht so deutlich an der Sttrn tragen. Wenn also das Publikum heute mit Recht mit Abscheu die Er- prestertaten eines Dahsel verurteilt, so möge es sich freundlichst daran erinnern, daß feine Sensations- fucht zum großen Teil mitgeholfen hat, den Nährboden für derartige Erscheinungen zu schassen.
Ein besonderes Wort wird über Herrn Bruhn zu sagen sein. Er will klagen gegen die Verteidiger Dahsels, er ist unschuldig, die „Wahrheit" hat sich nicht an den Prakttken beteiligt. Außerdem soll ja auch gegen ihn andrerseits ein Verfahren eingeleitet werden. Das wird sich also alles noch finden und wir brauchen jetzt nicht darüber zu urteilen. Tas Gericht hatte auch völlig Recht, als es den Versuch der Verteidiger, während der Ver- bandlung die Aufmerksamkeit von den Angeklagten abzuziehen — diesen alten Trick! — zurückwies; es war keine Verhandlung gegen Bruhn sondern gegen Dahsel, aber trotzdem wird man erfreut sein, wenn die Verhandlung gegen Bruhn noch besonders nachkommt. Das schärfste Urteil ist ja bereits über sein Blatt gefällt. Das Gericht hat einfach, sicherlich nicht ohne Gründe, als wahr angenommen, daß Angriffe in der „Wahrheit" unterbleiben wenn — gezahlt wird, und ist der Ansicht, daß die „Wahrheit" eine ständige Bedrohung des Publikums sei. Das nennt man „Revolverblatt"!
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschaftliche Benage.
Roman aus dem Leben von O. Elster. (Fortsetzung.)
„Wie weit haben wir es in der Nacht?"
- „Die Sonne muß bald aufgehen unb dann wird ja auch der Nebel verschwinden."
„Sind die Pferde in Sicherheit?"
„5a — sie stehen unmittelbar hinter uns."
Einige seltsame heulende Töne wurden in der Ferne hörbar.
Es waren die Hottentotten, die sich gegenseitig zuriesen.
Atemlos lauschten die Reiter, die Hand an den schußbereiten Repetierkarabinern.
Ein eiskalter Wind strich über die Ebene
und jagte die Nebelwolken vor sich her.
östlichen Horizont machte sich ein leichter Strei-
die Knie, der Unteroffizier stützte ihn und sah in das blutüberströmte Gesicht des
Die „Gberhesstscke Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- unb Feiertage. — Der Bezugspreis betragt viertel- jährlich durch bis Boit bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei untern Zeitungsstellen unb bet Expedition (Markt 21,) 2 Mk.
neue Plan dsr seemännischen Ausbildung von Deckmannschaften unserer Dampfer. Hierbei eigenes Wollen mit dem Wunsche unserer Reedereien verbindend, wie der bisherigen Entwicklung des Schulschiffvereins die wohlwollende Förderung des Reiches, der Seebundesstaaten, die tatkräftige Sympathie von Deutschlands Schiffahrtskreisen und die Opferwilligkeit unserer Freunde aus Nord und Süd zur Seite gestanden hat, so werden auch dem neuen Schulschiff unsere treuesten Wünsche zu glücklicher Fahrt das Geleite geben, und wenn Du, deutsches Schulschiff, auf fernen Meeren die deutsche Flagge zeigen wirst, dann sei allzeit der Stolz unseres geliebten Vaterlandes, dann trage zu freudvollenErfolgen deine Besatzung den jugendlichen Nachwuchs deutscher Schiffahrt. Gott geleite dich auf allen Fahrten." — Hierauf taufte die Prinzessin Eitel Friedrich das Schiff auf den Namen „Prinzeß Eitel Friedrich". — Nach dem Stapellauf überreichte der Groß.erzog ver- I schiedenen alten Arbeitern der Werft Auszeich- I nungen.
I Die Reichstagsersatzwahl in Koburg
I zeigt einen starken Rückgang der liberalen I Stimmen. Quark (ntl.) erhielt 3460 (1907: 4437), Arnold (stets.) 3041 (4128), Zietzsch
I (soz.) 6185 (4306). Der Verlust der liberalen I Stimmen ist also den Sozialisten zugute ge- I kommen. Dies betrübende Ergebnis ist insofern I lehrreich, als die beiden liberalen Parteien I ja gleichfalls gegen d i e Reichs- I finanzreform gestimmt haben und noch I heute protestieren. Die Parteien werden in glei- I cher Weise von den Massen für die Konsum- I steuern mitverantwortlich gemacht, die weitere , ar„
I Hetze gegen die jetzige Gestalt der Reichsfinanz- I ^ule. Berlin, 12 Okt Die .JRorbbeutfibe All-
I reform hat also keine agitatorische Zugkraft be- L gemeine Zeitung meldet: Der Reichskanzlei
I wiesen. Der Auskunft der Wahl ist übrigens I 6at der deutschenSchule in Madrid für btt
| sehr zweifelhaft, da unter den Freisinnigen I Dauer der Amtstätigkeit des Direktors Dr.
I gewiß mancher ist, der fein rosa Herz entdecken fromme die Berechtigung zur Ausstellung von | tuixt) I Zeugnissen über die Beiahlgung für den eitv
Sorialdemokratiicke Nrekkreibelt jährig-freiwilligen Dienst im deutschen Heere —
Soziatoemorrariiiye PreMetyerr. unb ^max mit rückwirkender Geltung für den
Die sozialdemokratische Partei ist bekanntlich Prüfungstermin im Juni 1909 — verliehen, die schärfste und eifrigste Verteidigerin der Preß- _ Maßenkündigung in der Tabakindustrie.
£°tanU5Äu toLC5 K “Jl* Mannheim, 12. Okt. Eine Maßenkündigung ihre eigene Preße handelt. Der Eenoge und Don Tabakarbeitern hat gestern laut „Volks- I Aemsl.omst Richard Calwer hat nämlich s.lnen stimme" in der Mannheimer Tabakindustrie
Austritt aus der sozialdemokratischen Partei er- jtattgefunden. Es sind von einer Anzahl der I Elart, weil er in den neuen Bestimmungen des I höheren Firmen insgesamt über 1800 Arbeiter I ret?^er Parteistatuts eine „allgemeine Be- I vorübergehend entlaßen worden, die oot«
drohung des persönlichen Rechtes der Treten mehrere Wochen ohne Beschäftigung
Meinungsäußerung" erblickt. Nach dem alten 9 »ejcgafiigung
I Statut konnte aus der Partei nur ausgeschlossen • I werden, wer sich einer ehrlosen Handlung oder I eines groben Verstoßes gegen die Grundsätze des I Parteiprogramms schuldig machte. Im neuen I Statut wird noch Parteischadigung als Aus- I schlußpunkt hinzugefügt, ferner wird allen Parteiinstanzen das Recht der Rügenerteilung I zugesprochen. Diese „Parteischädigung" war I natürlich ausschließlich dazu bestimmt, Calwer I aus der Partei zu drängen; dem ist er nun zu- I vorgekommen. Calwer hatte sich bei den Ge- I nossen durch einige Aeußerungen mißliebig qe- I macht, deren Berechtigung die volkswirtschaft- I liche Gelehrsamkeit eines Zehn-Eebote-Hoff- I manns und anderer nicht anerkennen will; näm- I lich, daß die Caprivische Zeit mit ihrer Herab- I setzung der landwirtschaftlichen Zölle zwar einen I starken Rückgang des Eetreidepreises, aber kei- I nen, wenn nicht gar eine Steigerung des Mehl-