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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain ♦ /
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschastlrche Berlage."
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Die „Gderhefstsche Zett««g" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt viertel- jährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unser» Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21 j 2 Mk
Marburg
Mittwoch, 13. Oktober 1909.
Die Jnserti onsgebiihr beträgt für die 7gespaltene Zeile I oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — I Druck und Verlag: Ioh. Ang. Koch, UnioersitätSbuchdruckerei I Inhaber Dr. T. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55 |
44. Jahrg.
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 79.
Sozialdemokratische Verhetzung der Jugend.
In immer steigendem Matze betreibt die Um. sturzpartei das Werk der Jugendorganisation. Mit eindringlichen Worten haben die Hauptred» «er des Leipziger Parteitages, wie Singer und Dr. Frank, auf die große Bedeutung dieser Erziehungsfrage für die weitere Machtentwickelung und Stärkung der Sozialdemokratie hingewie- fen, deren Bestrebungen- nach dieser Richtung bisher noch an den Erfolgen der bestehenden staatlichen Einrichtungen großen Widerstand gefunden haben. Aus diesem Grunde wird daher besonders gegen die Fortbildungsschulen mobil gemacht Das sozialdemokratische Blatt, die „Arbeiterjugend", bezeichnet sie als „ein Instrument zur Ausbeutung der Arbeitskraft und ein Spiegelbild des Klassencharakters der heutigen kapitalistischen Eesellfchaftordnung", als eine Zwangsanstalt „zur Heranbildung frommer und willenloser Untertanen". — Ganz besondere Auf» merksamkeit aber erfordern die Ausführungen des erwähnten „Jugendbildners", wenn er sagt, es möge auffallend erscheinen, daß die sozialdemokratische Partei die Schule an sich unterstütze und mit aller Energie auszubauen suche, die als Klassenschöpfung den Klassenzwecken der herrschenden Gesellschaft diene, indessen sei zu bedenken, daß die Bildung, die heute im Dienste des Kapitals stehe, morgen ein H^bel für den Fortschritt der Arbeiterbewegung werde. — Das kennzeichnet wohl deutlich genug die Motive, aus welchen heraus die Sozialdemokratie die weitherzige Sozialpolitik der staatserhaltenden Parteien unterstützt. Bisher hat die Sozialdemokratie jede Wohlfahrtseinrichtung, von der Arbeiterwohnung bis zur Volksbibliothek, als „Schwindel" bezeichnet. Im Kölner Parteitagsprotokoll vom Jahre 1893 auf Seite 85 heißt es: „Die Wohlfahrtseinrichtungen des Kapitalismus für die Arbeiter sind ein Schwindel, der um so widerlicher wirkt, als er die Geldsucht unter der Maske der Humanität verbirgt." Und auf dem Essener Parteitage 1907 nannte der Delegierte Eemoll die Wohlfahrtseinrichtungen der Großindustrie eine schwere Kette, die den Arbeitern angehängt wird, und forderte unter „lebhaftem Bravo" die sozialdemokratische Reichstagsfraktion auf, „den Schandfleck dieser Wohlfahrtseinrichtungen (besonders der Kruppschen) in das richtige Licht zu stellen, damit endlich einmal die Arbeiter von dieser Kette befreit werden." — Eine größere Heuchelei kann nicht erdacht werden. Bei der andauernden Wühlarbeit der Sozialdemokratie ist es daher Pflicht aller patriotisch Denkenden, den Gefahren beizeiten vorzubeugen, welche eine derartige Vergif» tung der Volksseele bringen kann.
Deutschsoziale Partei.
Die erweiterte Eesamtvorstandssitzung der Deutschsozialen Partei, die am 10. Oktober in Eisenach tagte, war von über 100 Teilnehmern
44 (Nachdruck verboten.)
Stolz «m Stolz.
Roman aus dem Leben von O. Elster.
(Fortsetzung.)
Eine heiße Sehnsucht schlich sich in sein Herz, und als er mit brennenden Augen in den von Sonnengold durchleuchteten Dunst blickte, der wie ein See aus flüssigem Eolde über der Steppe lagerte, da schien es ihm, als entsteige dem Nebelmeer eine liebliche Fata Morgans. Er sah ein einfaches Landhaus, umringt von blühenden Obstbäumen, und in der Gartenpforte stand eine schlanke Frauengestalt, die ihm glücklich lächelnd die Hände entgegenstreckte.
„Brunhilde," flüsterten seine Lippen und unwillkürlich füllten sich seine Augen mit Tränen.
Die Nebelwolken wogten und wallten. Das leuchtende Gold ging in immer dunkler werdendes Violett über, dann in ein düsteres Grau — und im Dunkel der rasch hereinbrechenden Nacht entschwand die liebliche Vision.
Aber aus Walters Herzen war sie nicht entschwunden. Sie erfüllte seine ganze Seele mit heißem Sehnen und seine , Lippen flüsterten: „Wenn ich heimkehre, will ich sie fragen, ob sie mir verzeihen kann — ob sie meine Armut mit mir teilen will ..."
Ein kühler Luftzug, den die so schnell herein- gebrochene Nacht verursachte, strich über die Ebene, die vor kurzem noch im strahlenden Sonnengold dagelegen. Es säuselte und raschelte, flüsterte und raunte in den vertrockneten Grashalmen, als trieben unheimliche Geister der Nacht dort ihr Spiel, unheilvolle Zaubersprüche murmi.nd.
besucht und beschäftigte sich nach einer Be- grützungsansprache des Vorsitzenden Liebermann von Sonnenberg zunächst mit der Angelegenheit des Abgeordneten Schack. Es wurde dazu nach Ausführungen des Reichstagsabgeordneten Raab, einstimmig die nachstehende Entschlietzung angenommen:
„Der erweiterte Eesamtvorstand der Deutsch- sozialen Partei erkennt dankbar den Beschluß der Vertrauensmänner des Wahlkreises Eisenach. Dermbach vom 19. September 1909 an. Der Eesamtvorstand ist mit den Vertrauensmännern der Ueberzeugung, daß auf Wunsch des Herrn Schack und mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand die Niederlegung seines Reichstagsmandates unvermeidlich geworden ist. Sie wird erfolgen, sobald die ärztlichen Beobachtungen ab- geschlosien sind."
Zu der Angelegenheit des Abgeordneten Dr. Böhme wurde nachstehende Entschließung angenommen:
„Der Eesamtvorstand mißbilligt den Ueber- tritt Dr. Böhmes zum neugegründeten Bauernbunde, durch den eine verhängnisvolle Spaltung in die deutsche Landwirtschaft hineingetragen ist. Er empfiehlt den Vertrauensmännern des Wahlkreises Marburg-Frankenberg-Kirchhain, Herrn Dr. Böhme zur NiÄerlegung seines Mandats aufzufordern."
Aus dem durch den Parteisekretär Wulfes erstatteten Geschäftsberichte geht hervor, daß das Jahr 1907 in Einnahme und Ausgabe mit 50 800 M, das Jahr 1908 in Einnahme und Ausgabe mit 52 600 M abschlotz und daß bisher in den ersten neun Monaten dieses Jahres rund 48 000 «K eingegangen sind. Die Mitgliederzahl hat, wie auch aus den Einnahmen hervorgeht, ständig zugenommen.
Nachmittags hielt der Reichslagsabgeordnete Lattmann einen ausführlichen Vortrag über die Frage der erledigten Reichsfinanzreform. In zustimmendem Sinne zu den Ausführungen des Abgeordneten Lattmann wurde folgende, aus der Mitte der Versammlung vorgeschlagene Eni. schlietzung einstimmig angenommen:
„Die erweiterte Eesamtvorstandssitzung erkennt an, daß die Beseitigung der Finanznot eine nicht mehr aufschiebbare Notwendigkeit tm Interesse des Reiches war und daß sich daher die Fraktion der Wirtschaftlichen Vereinigung und ihre Vertreter in der Finanzkommission, durch ihre erfolgreiche Arbeit für das Zustandekommen der Finanzreform ein Verdienst um Volk und Vaterland erworben haben."
Darauf wurde die Tagung durch den Parteivorsitzenden Liebermann von Sonnenberg mit Worten des Dankes und einem begeistert aufgenommenen Heil auf das deutsche Vaterland geschloffen.
Politische Umschau.
Auskünfte der Konsulate.
Eine Reihe Kaiserlicher Konsulate hat die Antworten aus die Anfragen allgemeiner Art, die bei ihnen aus dem Kreise von Handel und Industrie eingehen, zum Gebrauche für Jnter- effenten drucken lassen. Die Bemerkungen der Konsulate, welche für den Exporthandel wichtige Angaben der verschiedensten Art enthalten, z. B.
über Porto, Beförderungswege für Briefe und Frachtgüter, Anknüpfung von Eeschäftsbezich- ungen, Kreditauskünfte, Vertreter, Zahlungsweise, Einziehung von Forderungen und Pro- zetzführung, Kataloge, Zollwesen usw., werden seit einiger Zeit als Beilagen zu den „Nachrichten für Handel und Industrie" unter dem Titel „Winke für den Verkehr Deutscher Jntereffenten des Handels und der Industrie mit den Kaiserlichen Konsulaten im Ausland" veröffentlicht. Als Beilage zu Nr. 95 der „Nachrichten" vom 28. August d. Js. ist eine weitere (dritte) Fortsetzung dieser Veröffentlichung erschienen: sie enthält Ratschläge der Kaiserlichen Konsulate in folgenden Plätzen: Buenos Aires, Rio de Janeiro, Curitiba, Canton, Tientsin Paris, Algier, Hongkong, Montreal, Mailand,Palermo, Söel, Tanger, Mexiko, Budapest, Lemberg, Prag, Asuncion, Teheran, Ealatz, Moskau, Belgrad, Barcelona, Madrid, Konstantinopel, Jaffa, Jerusalem und Kairo. Die Einsichtnahme der „Winke" wird in vielen Fällen dazu beitragen, zeitraubende und kostspielige Anfragen und Erkundigungen zu vermeiden. Die Zusendung der dritten Fortsetzung, sowie der früher erschienenen Zusammenstellungen erfolgt ebenso wie die Zuweisung der „Nachrichten für Handel und Industrie" auf Antrag an das Reichsamt des Innern, Berlin W 64, Wilhelmstraße 74, kostenlos an jeden im Inland wohnenden Deutschen, der ein dauerndes Interesse an dem Inhalt der Veröffentlichungen dartut.
Deutsches Reich.
— Alldeutscher Verband. Braunschweig, 11. Oft. Auf das vom Cbesredafte-r Langrost in Hannover infolge der bekannte« Beschlüsse des Alldeutschen Verbandes in Schandau an die königliche «Aaatsanwaltschaft gerichtet Ersuchen um Einleitung eines Verfahrens gegen den Rechtsanwalt Glaß in Mainz, den Chefredakteur Pohl in Esten und den Rechtsanwalt Dr. Poetzold in Bremen wegen Vergehens gegen den § 81 Absatz 2, § 85 und § 86 des Strafgesetzbuches (Hochverrat) hat, tote die „Braunschweiger Reuest. Nachrichten" melden, die Staatsauwalffchast in Dresden in ablehnendem Sinne geantwortet, da eine gegen angezogenen Paragraphen verstoßende Handlung aus den Schaudauer Verhandlungen und Beschlüssen nicht hergeleilet werden kann. Weiter heißt es in diesem Beschlüsse: Soweit in diesen Verhandlungen die Frage der Erbfolge im Herzogtum Braunschweig verhandelt worden ist, kommen lediglich politische Aufsastungen und poliüschr Erwägungen, sowie Vorschläge, welche auf diesen Erwägungen beruhen, in Bettacht. Es fehlt aber durchweg den Erfordernissen der „Gewalt" im Sinne der angezogenen Gesetzesstellen. Gegen diesen ablehnenden Bescheid hat der Anttagsteller Berufung bei der Oberstaatsanwalffchast in Dresden eingelegt.
— Das Ergebnis der Nachwahlen für den elsaß-lothringischen Bezirkstag ist folgendes: Das Zentrum siegte in vier, die Unabhängigen in zwei, der lothringische Block in einem, die Liberalen in einem, die Sozialdemokraten in einem Bezitt.
Wolter erschauerte und hüllte sich fest'r in innen Reitermantel.
Da trat der Unteroffizier mit einen Soldaten Heron.
„Reiter Wild wird die erste Wache übernehmen, Herr Oberleutnant," meldete er .Wir haben drunten in dem Steinring ein Feuer angezündet; wollen Herr Oberleutnant sich nicht daran erwärmen? Die Nacht wird sehr kühl werden. Eine Handvoll Tee habe ich noch in meinem Futtersack gefunden; ich denke, eine heiße Taffe Tee wird guttun."
„Ich danke Ihnen, Sander," entgegnete Walter, sich erhebend. „Ich nehme Ihre Taffe Tee mit Dank an. Geben Sie nur ordentlich acht, Wild, daß uns nicht eine umherstreifende Hottentottenbande überfällt. Ich habe allerdings kein verdächtiges Anzeichen auf der Ebene bemerkt, doch darf man den braunen Burschen nicht trauen."
„Zu Befehl, Herr Oberleutnant," sagte Reiter Wild und nahm seinen Poften auf dem Hügel ein.
In der Mitte des Steinrings brannte ein lustiges Feuer, das durch dürres Gras und trockenes Gestrüpp unterhalten wurde. Die Reiter lagen zum Teil in ihre Decken gehüllt schon im Schlafe; zwei von ihnen waten noch wach, rauchten aus ihren kurzen Pfeifen, unterhielten das Feuer und blickten ernst sinnend in die Flammen.
Auch sie mochten wohl an die ferne deutsche Heimat denken, der eine an den frischen, grünen Thüringer Wald, der andere an die blühenden Täler Schwabens.
Walter setzte sich zu ihnen. Der Unteroffizier reichte ihm den Becher mit dem heißen Tee, dann setzte auch er sich neben das Feuer.
Alle schwiegen.
Aber es war kein mürrisches Schweigen; es war nicht das Schweigen der Untergebenen in Gegenwart ihrer Vorgesetzten, es war vielmehr das Schweigen treuer Freunde und Kameraden, die sich auch ohne Wotte verstehen, wohl wiffend, daß sich der eine auf den anderen verlassen kann. Es war das Schweigen des gegenseitigen Vertrauens, das gemeinsame Gefahren, gemeinsame Mühen und Leiden, gemeinsame, blutige Kämpfe hervorgebracht hatten.
Da wat nicht einer, der nicht dem anderen das Leben gerettet hatte in den wilden Schlachten und Gefechten! Da war nicht einer, der nicht sein eigenes Leben für das Leben des anderen eingesetzt hatte und wiederum einzusetzen bereit war! Da war nicht einer, der nicht seinen letzten Zwieback, seinen letzten Trunk Wasser mit dem anderen geteilt hätte.
Das wußten sie — und deshalb schwiegen sie — Worte waren nicht nötig.
Um sie herum die dunkle, kalte, winddurch- faujte Nacht. Ringsum die schwarze, unbegrenzte Wüste! Ueber ihnen aber der Nachthimmel, erglühend von tausend und abertausend Sternen!
Tiefe Stille herrschte. Das Feuer knisterte leise. Zuweilen schüttelte sich ein Pferd im Schlafe — zuweilen drang aus der Ferne das heisere Gebell eines Schakals oder das Gähnen eines Leoparden, der scheu das lodernde Feuer in weitem Umkreise umschlich.
Nach und nach Miefen aPje ein. Nur Walter
Danach stellt sich das Gesamtergebnis für die Neuwahlen zu dem Bezirkstage wie folgt: Von 36 Mandaten
Zentrum
hakt?» inne brsttzen
11 13
verlor.«
2
gewänne» 4
Lothringer Block
12
10
2
0
Vgg. d. Lib. u. Demokr. 4
6
1
3
Sozialdemokraten
0
1
0
1
Unabhängige
9
6
6
3
— „Grober Unfug" durch die Preffe. Meißen, 11. Okt. In der sozialdemokratischen Meißener „Volkszeitung" wurde vor einiger Zeit ein Verzeichnis derjenigen Schanklokale veröffentlicht, die für sozialdemokratische Versammlungen frei sind. Dabei stand die Bemerkung: „Sämtliche in der Liste nicht angegebenen Säte gelten als gesperrt." Der verantwortliche Redakteur erhielt deshalb einen Strafbefehl wegen Aufforderung zum Boykott. Da er Widerspruch erhob, kam es zu einer Entscheidung durch das Schöffen, gericht. Von dem Redakteur wurde geltend ge. macht, daß er keinen Namen derjenigen Lokal« genannt habe, die nicht zu besuchen feien, er hab« nur diejenigen mit Namen bezeichnet, die besucht werden könnten. Das Gericht erkannte ohne auf die Voykottfrage Rücksicht zu nehmen, wegen groben Unfugs auf eine Geldstrafe von 30 J*.. Zwar komme die Liste einem Boykott völlig gleich und sei geeignet, Beunruhigung ins Publikum zu tragen. Sie sei aber auch zugleich eine Belästigung des Publikums, und so sei bei Tatbestand des groben Unfugs gegeben. '
Ausland.
** Kundgebungen für Ferrer. Amsterdam, 11. Oft. Vor dem spanischen Konsulat veranstaltet« gestern Abend eine wahrscheinlich aus Anarchisten bestehende Menge lärmende Kundgebungen gegen die Strafverfolgung Ferrers. Die Manifestanten sangen sozialistische Lieder und versuchten, aller- dings vergeblich, das Wappenschild herunterzureißen. Die Polizei zerstreute schließlich die Ruhestörer.
** Internationale Antomobilkonferenz. Paris, 11. Oft. In den Abmachungen der Konferenz zur Regelung des internationalen Automobilverkehrs wird zunächst die Ausstellung eines, in allen Ländern gleichlantendem, für ein Jahr gültigen Fahrtberechtigungsscheines für die Automobilfahrer vorgesehen. Die Automobile sollen so gebaut fein, daß Feuersgesahr, sowie Geräusche und Rauchentwicklung auf ein Mindestmaß befchränlt werden. Ferner enthält die AbmacGma Bestimmungen über eine gleichmäßige Ausrüstung bei Automobile mit Sicherheit?- und Erkennungszeichen und verpflichtet die beteiligten Staaten zur Anwendung eines einheitlichen Signalsystems ou| den Fahrstraßen.
** Bomben. Stockholm, 11. Okt. Gleichzeitig mit dem Bomben-Attentat gegen den Direktor des schwedischen Exportvereins Jon Hammer in Stockholm erhielt Fabrikdirektor Sjoeholm in Goteborg ein ähnliches Postpaket, das aber von deffen Sohn entgegengenommen wurde; dieser schöpfte Verdacht und wollte das Paket zur Polizei bringen. Es kam ihm aber auf dem
blieb noch einige Zeit wach, dann sank auch et zurück und ein tiefer Schlummer umfing seine Sinne ---
Plötzlich erwachte er und fuhr erschrocken empor.
Es war ihm, als habe et im Schlaf einen lauten Schrei gehört — er wollte sich aufrichten, doch die Hand des Unteroffiziers zog ihn nieder.
„Vorsicht, Herr Oberleutnant," flüsterte er, die Hottentotten find in der Nähe."
Das Feuer war fast ganz niedergebrannt, nur ein Häuflein glühender Asche war zurückgeblieben.
Ein undurchdringlicher, nachtkalter Nebel machte jede Aussicht auf zehn Schritte in bei Runde unmöglich.
Die Reiter lagen mit schußbereiten Karabinern hinter den Steinen.
„Was ist geschehen?" fragte Walter flüsternd, nach seinen Waffen greifend.
„Der letzte Posten bemerkte einige streifende Gestalten," berichtete der Unteroffizier. „Er rief sie an — ein wildes Geheul antwortete ihm, da schoß er unter sie und muß einen von ihnen getroffen haben. Die anderen verschwanden il dem hohen Grase."
„Das Schießen war unnötig —"
„Er machte aber die Kerle darauf aufmerksam, daß hier ein bewaffneter Posten steht. Sie werben sich jetzt in acht nehmen. Sie haben Furcht vor unseren Karabinern. Wenn nut dieser »erbammte Nebel nicht wäre!"
- (Fortsetzung folgt.),
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