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MchsW Zeilmg

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

unv den Verlagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Verlage."

jn 234

DieGberhesstsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch die Bost bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

Marburg

Mittwoch, 6. Oktober 1909.

Die InsertionSgebiihr beträgt für di« 7gespaltene Zeile oder deren Raum "15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universttätsbuchdruckerei Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

44. Jahrg.

Zeitung". Koerner, jetzt Parteisekretär in Ol­denburg, und den ehemaligen Lehrer Uhl wegen Beleidigung der Tochter des Rechtsanwalts Hetzel und des katholischen Dekans Magg in der Faschingsnummer zu sechs bezw. fünf Monaten Gefängnis verurteilt.

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 77.

Ma« vergesse nicht

so schnell als möglich noch auf die

Obrrhrssische Aritung

zu abonnieren.

Bestelluugeu

für daS vierte Quartal 1909 werden von unserer Expedition (Markt 21), unseren Ausgabe­stellen in Kirchhain, Neustadt und Wetter sowie von allen Postanstalten und Landbries­trägern entgegengenommeu.

Eine politische Rede des Prinzen Ludwig von Bayern.

In Helmstadt bei Würzburg wurde am Sonn­tag ein Denkmal eingeweiht zur Erinnerung an die Verwundung des Prinzen Ludwig von Bayern in dem Helmstadter Gefechte des Krieges" 1866 (25. Juli). Der jetzt 65jährige Prinz war damals Oberleutnant und war durch einen Schuh in den Schenkel verwundet worden. An der jetzigen Einweihungsfeier nahm er selbst teil und hat dort über ein interessantes Thema seine Meinung geäußert.

In seiner Rede bezeichnete er als die Niederlage Bayerns in dem damaligen Gefechte die schlechte Bewaffnung und mangelhafte Aus­bildung der Truppen. Der Grund des Kampfes, so fuhr der Prinz fort, war die großdeutsche Idee, wir wollten einen Bund auf föderativer Grundlage, der Krieg entschied gegen uns. Was war die Folge der Niederlage? Dank der Opferwilligkeit der deutschen Fürsten, die Mr die Gemeinschaft gar manche Vorrechte Hingaben, war dem deutschen Volke eine glänzendere Gegenwart beschieden als je zuvor, aber um so unheilvoller gestaltete sich das Schicksal der Deutschen in Oesterreich, unserer Nachbar­monarchie. Von Deutschland, zu welchem sie von jeher gehörten, seitdem es deutsche Geschichte gibt, mit Gewalt losgerissen, waren die Deut­schen in Oesterreich nicht mehr im Stande, die leitende Stelle, die sie in der ganzen Monarchie inne hatten, aufrecht zu erhalten,' sie ver­loren zunächst in Ungarn in verschiedenen Königreichen des Landes arg bedrängt. Da, wo sie mit einer -großen Anzahl fremdsprachlicher Bevölkerung verbunden waren, wurden sie von einer Stelle in die andere gedrückt; sogar in rein deutschen Ländern gerieten sie in eine nichts weniger als leichte Stellung. Es war das ja ganz natürlich. Denn wenn es in Oesterreich-Ungarn eben so viele Jahrhunderte als jetzt Jahrzehnte her sind seit dem Gefechte bei Helmstadt, über 400 Jahre seit 1437. als Kaiser Albrecht der Zweite den Thron bestiegen, mit kurzen Unterbrechun­gen an der Spitze Deutschlands gestanden hatte, so muhte durch das gewaltsame Hinaustreiben Oesterreich-Ungarns aus Deutschland die Herz-

88 . (Nachdruck verboten.)

Stolz um Stolz.

Roman aus dem Leben von O. Elster.

(Fortsetzung.)

Und auch ein anderer Gedanke quälte Brun- hilde: die Erinnerung an Walter!

Nur spärliche Nachrichten kamen von ihm. Und wenn ein Brief von ihm eintraf, so erzählte dieser von wilden Kämpfen, von Hunger und Durst, von Krankheit und Tod, von Mühselig­keiten und Strapazen aller Art. Umringt von Gefahren und von dem Tod in seiner grausigsten Gestalt wußte Brunhilde den noch immer gelieb­ten Mann, und sie zitterte in tiefem Bangen, wenn sie in den Zeitungen von neuen Gefechten, von neuen Opfern in dem Kampfe mit den wilden Völkern im fernen Südwestafrika las.

In ihrem Arbeitszimmer hing das Bild, das Matter gemalt, vor welchem sie beide einst in seiner Wohnung gestanden und dem Brunhilde die BezeichnungEntschwindendes Glück" ge­geben.

Oft und lanoe betrachtete sie das Bild, und sie glaubte in der einsam am Meeresstrand sitzenden Frauengestalt sich selber zu erkennen.

Auch ihr war ja das Glück entschwunden auf Nimmerwi«d»rkehr. Dann fiel ihr ein altes, trauriges Lied ein, das sie irgendwo gehört, und leise flüsterten ihre Lippen:

Versprochen hatte er, zu schreiben, Als einst er Abschied nahm.

Doch wie die Tag? auch vorübertreiben. Kein Brief noch kam.

schlagader des Deutschtums in Oesterreich- Ungarn unterbunden werden. Das fortwährend Oesterreich-Ungarn zufliehende deutsche Blut kam nicht nach Oesterreich-Ungarn. Die Deut­schen wurden dadurch in eine schwere, man kann sagen, trostlose Lage versetzt. Was war da zu tun? Meiner Ansicht nach bleibt den Deutschen in unserer Nachbarmonarchie nichts anderes, als was allen, die nicht im deutschen Reiche sich be­finden: mit den anderen Nationen zusammen zu leben; nämlich, daß sie fest Zusammenhalten, eins bleiben, Streitigkeiten, die ja nicht unver­meidlich sind, zurückhalten, sich vertragen. Ich möchte hier noch etwas anderes dazu sagen: sie müßten trachten, treue Staatsbürger, tüchtige, hervorragende Menschen zu sein, dann wird es ihnen wieder gelingen, die Stellung einzuneh­men, die ihnen zukommt, aber etwas dürften sie nicht tun, sie dürften nicht über die Grenzen schielen; das ist Hochverrat und Schädigung aller staatstreuen Deutschen in Oesterreich-Ungarn. Es ist auch nicht zulässig, daß von Seiten des Deutschen Reiches in die Verhältnisie unserer Nachbarmonarchie eingegriffen wird. So wie wir uns verbitten, daß sich das Ausland in unsere Geschäfte mischt so hat auch Oesterreich- Ungarn das Recht, es sich zu verbitten, daß wir hineinschauen.

Ich möchte das Wort König Ludwig des Ersten wiederholen, das er in der Befreiungs­halle niederlegte, die er fünfzig Jahre nach der Schlacht bei Leipzig eröffnete und das ich vor zwei Monaten zu den bayerischen Turnern sprach:Mögen die Deutschen nie vergeßen, wo­durch die Befreiungskriege notwendig wurden, wodurch sie gesiegt." Diese Worte gelten jetzt ganz besonders für das Verhält­nis des deutschen Reiches zu Oesterreich- Ungarn. Notwendig wurden die Befreiungs­kriege durch die Uneinigkeit der Deutschen und deren Eifersucht, möchte so etwas nie mehr vor­kommen in dem Verhältnisie zwischen zwei so großen Nachbarreichen! Gesiegt hat das deutsche Reich durch seine Einigkeit, und was Einigkeit vermag, das sahen wir gerade im letzten Jahre durch die Einigkeit der Deutschen mit Oester­reich-Ungarn, wodurch für beide ein schwer­drohender Krieg verhindert und der Friede ge­wahrt wurde. Dank der guten Verhältnisie zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn war es auch nur möglich, daß 1870 so schöne und schnelle Siege errungen, dadurch, daß Dank dem Fürsten Bismarck Preußen 1866 Oesterreich nicht einen fußbreit Boden abverlangt< wurde es ermöglicht, daß die süddeutschen Staaten sich anschließen konnten. So sehen wir in Mittel­europa den Dreibund, der seit Jahren besteht und jahrelang fortbestehen möchte zur Ehre der Nationen, die in ihm vertreten, zur Wah­rung des Friedens. Es ist eine eigene Erschei­nung. daß der Dreibund ungefähr das Gebiet umfaßt, welches das heilige römische Reich deut­scher Ration umfaßte. Freude war dem letzteren wenig beschieden, umsomehr dem heutigen Bund. Prinz Ludwig schloß mit einem Hoch auf den Prinzregenten.

An diesen Ausführungen überrascht die objek­tive Ruhe, mit der der Prinz bei dieser Gele­genheit den Mißerfolg dergroßdeutschen Idee", für die er selbst gefochten, behandelt. Mit Frei­mut spricht er über Vergangenheit und Gegen­wart, und wenn er auch mit Bedauern von einem Hinaustreiben Oesterreichs aus Deutsch-

So starrt das Auge auf die wilde Welle, Die schäumt an sand'ger Bank, Ob nimmer wiederkehrt das Schiff, das schnelle, Das längst versank. . .

So saß sie auch einst in traurige Gedanken versunken in ihrem Zimmer, als Frau Ritter die Tür öffnete.

Eine Dame wünscht Sie zu sprechen, Fräu­lein Walterling," sagte sie.Soll ich sie herein­führen?"

Wer ist die Dame?"

Na, wunderlich genug sieht sie aus. Einen kurzen Rock trägt sie und kurze Haare hat sie und zwei Augen, schwarz wie die Nacht. Sie sieht aus, als wolle sie eine Unterstützung haben."

Lasten Sie sie eintreten."

Nach einigen Augenblicken trat die Fremde ein. Sie bot allerdings einen seltsamen Anblick. Ein blastes, gelbliches, hageres Gesicht, große, melancholisch blickende Augen, kurzgeschnittenes schwarzes Haar, das ein kleiner, schwarzer Stroh­hut bedeckte; ein schwarzes abgetragenes K^leiü umhüllte die hagere Gestalt.

Womit kann ich Ihnen dienen?" fragte Brunhilde, die jetzt auch glaubte, die Fremde wolle eine Unterstützung erbitten.

Ich komme nicht meinetwegen," entgegnete die Fremde in einem Deutsch, dem man die Aus­länderin anmerkte,sondern um Ihre Hilfe für eine unglückliche Freundin zu erbitten.

»Wer sind Sie? Und wer ist Ihre Freun­din?"

Ich weiß nicht, ob Sie meinen Namen ken­nen ich heiße Wer« Komorowska .. .

land redet, so erkennt er doch andererseits so warm die Erfolge der bismärckischen Politik an, daß man steht, er weiß, daß dies eine geschichb- liche Notwendigkeit war, die man allerdings beklagen kann. Die Mahnung an die Deutschen Oesterreichs, nicht über die Grenzen zu schielen, ist ja ebenso nötig, wie die, einig zu sein, aber auch dem Grundsatz für das Deutsche Reich, fich nicht in innere Verhältnisse eines anderen Rei­ches zu mischen, wird man beipflichten. Unsere vollen Sympathien gehören freilich unseren deutschen Brüdern drüben, und wir werden ihnen ihren Kampf für das Deutschtum nach Möglich­keit zu erleichtern suchen, auch ohne offizielle Einmischung in innerpolitische Verhältnisse der Nachbarmonarchie.

Freuen darf man sich aber über den reichs­freudigen Ton, der aus den Worten des Fürsten aus dem Hause Wittelsbach klar und deutlich herausklingt.

Deutsches Reich.

Königsberg i. Pr., 4. Ott. Das durch den Tod des Grafen Eulenburg-Prasten erledigte Amt eines Landhofmeisters des Königreichs Preußen ist dem Kammerherrn, Wirklichen Ge­heimen Rat Grafen August von Doenhoff auf Friedrichstein, das hierdurch erledigte Amt eines Obermarschalls mit dem Prädikate Exzellenz dem Kammerherrn Burggrafen Grafen Friedrich zu Dohna-Lauck auf Lauck und das erledigte Amt des Ober-Burggrafen mit dem Prädikate Exzellenz dem Kammerherrn, Landrat a. D. Grafen Konrad Finck von Finckenstein auf Schon­berg vom Kaiser verliehen worden.

Denkmal für deutsche Krieger. Eharle- ville, 4. Ott. Eine deutsche Abordnung aus Eera-Reuß weihte heute auf dem Friedhöfe zu Bnaumonten-Argonne ein Denkmal zu Ehren der 1870 dort gefallenen Deutschen ein. An den übrigen auf dem Friedhof befindlichen Krieger­denkmälern wurden Kränze niedergelegt.

Vom Hansabund. Berlin, 4. Ott. Das Direktorium des Hansabundes vollzog einstim­mig folgende Wahlen: Präsidenten des Hansa­bundes: Geheimer Justizrat Profesior Dr. Rießer, Landrat a. D. Dr. Rötaer und Ehren- oberbürgermeister Richt; Vizepräsidenten: Ru­dolf Crasemann (Hamburg), Dr. Stecke (Leip­zig) und Ingenieur Hirth (Cannstadt).

Jagdscheine für Ausländer. Berlin, 2. Ott. Nach dem neuen preußischen Stempelgesehe, das am 1. Juli d. I. in Kraft getreten ist, beträgt, wie wir Berliner Blättern entnehmen, der Steuersatz für Jahresjagdscheine 7,50 für Tagesjagdscheine 1,50 M. Von Personen, die weder Angehörige eines deutschen Bundes­staates sind, noch in Preußen einen Wohnsitz oder einen Grundbesitz mit einem Erundsteuer- reinertrage von 150 Jt haben, werden 50 M Steuer für den Jahresjagdschein und 10 <M für den Tagesjagdschein erhoben; doch kann der Finanzminister diese Sätze auf die Steuersätze für Inländer ermäßigen. Er hat nun die Er­mäßigung für dieStaatsangehörigen von Oester­reich-Ungarn, Dänemark, Griechenland, Italien, Rußland, Schweden, Serbien und der Türkei ausgesprochen.

Humor" für solche Dinge und ein ver­ständnisloses Gericht! Ulm, 4. Okt. Die Straf­kammer hat den früheren Redakteur derUlmer

Wie? Sie sind die russische Studentin, die in demselben Hause, wie mein Onkel, wohnte?"

Ja, die bin ich."

Die Freundin meiner Kusine?"

Ja, ich bin die Freundin von Mary Hilde­brandt."

Und haben Sie Nachricht von Mary?"

Sie ist bei mir.

Mary ist bei Ihnen?!"

Ja."

Warum kommt sie nicht zu ihrem Vater?"

Sie schämt sich."

Brunhilde sah die Fremde starr und erstaunt an. Eine dunkle Glut überflammte ihre Wan­gen, sie ahnte den Grund der Scham Marys.

Sie schämt sich? O, sagen Sie mir, was ge­schehen ist!"

Nicht viel oder vielmehr nichts Unge­wöhnliches im Leben eines Mädchens, das nicht ernstlich arbeiten will und lieber dem Locken der Lebenslust folgt, als den ernsten Mahnungen der Pflicht.

Ihre Worte sind sehr ernst und streng."

Mary hat Ernst und Strenge verdient."

Aber doch wohl auch Mitleid?

Selbstverständlich. Sonst würde ich "sie nicht bei mir aufgenommen haben."

Erzählen Sie, bitte. Nehmen Sie bitte Platz.

Laßen Sie sich lieber von Mary selbst die Einzelheiten erzählen. Ich weiß sie nicht, will sie auch nicht wißen ich kann mir aber alles denken. Sie war eine zeitlang am Theater, sie hat ein lustiges Leben geführt dann war

Ausland.

** Einweihung des Wettpostdenkmals. Bern, 4. Okt. Das von dem französischen Bildhauer Renee de St. Marceaux geschaffene Weltpost­denkmal wurde heute eingeweiht.

** Der Papst ist, wie die Blätter melden, an einem leichten Anfall von Eicht am rechten Fuß erfrauft und hält auf ärztliche Anordnung vor­läufig keine offiziellen Audienzen ab; er hat jedoch heute einige kirchliche Würdenträger empfangen.

** Dänemark. Kopenhagen, 4. Okt. Der König empfing heute nachmittag zwei Deputa­tionen, welche zusammen 140000 Männer und Frauen repräsentierten und Adreßen überreich­ten, in welchen der Wunsch ausgesprochen wird, daß durch das Reichsgericht eine Untersuchung in der Albertiangelegenheit eingeleitet werden möge und gleichzeitig dem Bedauern Ausdruck gegeben wird über die Aufnahme des Vertei­digungsministers Ehristenfen in die Regierung. Der, König sprach hierauf fein Bedauern über die in den Adreßen gemachten Angaben aus, die et aus konstitutionellen Gründen nicht berüiffich- tigen könne und die unberechtigter Weise Män­ner verdächtigen, die et für geeignet ansehe, an der Regierung teilzunehmen. '

** Jahrestag der Annexion Bosniens und der Herzegowina. Wien, 4. Okt. DieWiener Abendpost" schreibt anläßlich des ersten Jahres­tages der Annexion von Bosnien und bet Her­zegowina: Am ersten Jahrestage des Staats­aktes vom 5. Oktober 1908 wenden sich den bei­den Ländern und deren Bewohnern die herzlich­sten Gefühle der Völker des Reiches zu. Allge­mein herrscht der aufrichtige Wunsch vor, daß Bosnien und die Herzegowina auf der glücklich betretenen Bahn kulturellen Fortschritts erfolg­reich weiterschreiten mögen und daß das bevor­stehende Jnslebentreten verfaßungsmäßiger Einrichtungen eine neue Blüte der beiden Län­der einleite.

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34. Hauptversammlung des Hessischen Volksschullehrer - Vereins in Marburg.

Zu bet Versammlung hatten sich vorher unge­fähr 500 Teilnehmer angemeldei. Da aber die Morgenzüge noch eine ansehnliche Anzahl von Gästen brachten, die noch nicht gemeldet waren, ist mit einem stattlichen Besuch des Lehrertages zu rechnen. Die meisten Teilnehmer statteten gleich der in der Nordschule veranstalteten Ausstellung ihren Antrittsbesuch ab. Dort sind die Wände der 3 Doppelkortidote mit geographischen Karten und Bildern behängt, die teils hiesigen Schulen ent­liehen, teils von Verlagsanstalten zur Verfügung gestellt worden sind. Man muß zugestehen, daß die geographische Darstellungskunst in den letzten Jahren gewalttge Fortschritte gemacht hat und manche ihrer Erzeugnisse kaum noch zu übertreffen sind.

sie ohne Engagement sie geriet immer tiefet in das Elend und strandete schließlich an der Schwelle meines armseligen Zimmers."

Mein Gott, wie schrecklich!"

Ja, das ist leider das Los vieler Frauen, die nicht die Kraft haben, fich selbst zu helfen. Doch ich will nicht moralisieren. Das nützt ja nichts. Ich komme, um Sie zu fragen, ob Sie Helsen wollen ich selbst kann wenig für die Unglückliche tun.

Selbstverständlich will ich helfen, soviel ich kann."

So laßen Sie uns zu ihr gehen."

Aber erzählen Sie mir doch ausführlicher."

Mary wird Ihnen selbst alles erzählen. Kommen Sie mit. Sie hat mich zu Ihnen ge­schickt, da sie sich fürchtet, zu ihrem Vater zu gehen. Einem Manne, selbst einem Vater, kann eine Frau nicht alles sagen. Ich verstehe das sehr wohl. Also kommen Sie, wenn Sie über­haupt helfen wollen."

Das ist keine Frage. Ich werde Sie sofort begleiten."

Rasch nahm Brunhilde Hut und Mantel und folgte der Russin.

Auf der Straße angekommen, nahm Fräulein Walterling eine Autodroschke, obgleich Wer« Komorowska meinte, man könne auch mit der Straßenbahn fahren. Doch Brunhilde wollte [» rasch wie möglich der armen Mary zu Hilfe eile«.

(Fortsetzung folgt.)