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DieGberhessrsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der

4A. Jahrg.

TW2 9Q9 Sonn» und Feiertage.

*'1=« avfi jährlich durch die Post be

Die Jnsertionsgebüdr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Uawersitätsbuchdruckerer Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Der Bezugspreis beträgt viertel- !ost bezogen. 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei ünsern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

Marburg

Sonntag 3. Ottober 1909.

tmit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain 1

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Berlage

Erstes Blatt.

Umschau im Auslande.

Mit der vergangenen Woche hat die Reihe der großen Manöver, wie sie zu Ende des Sommers in ganz Europa stattfinden, ein Ende genommen. Das Bestreben, das Kriegsspiel, so­weit, irgend denkbar, dem wirklichen Kriege ihnlich zu machen, tritt überall hervor, und eben deshalb müssen bei diesen Manövern auch alle Errungenschaften der Technik, die der Vertei­digung wie dem Angriff dienen können, mit herangezogen werden. Sie sind gleichsam zu einem Prüfstein der gesamten Leistungsfähigkeit der Nationen im Ernstfälle geworden. Und doch ist wohl die Behauptung berechtigt, daß kein einziger unter den Kontinentalstaaten zum An­greifer werden möchte. Das Vorgehen O e st e r - reich-Ungarns in Bosnien und der Herzegowina war durch die politische Vor­geschichte gerechtfertigt. Die gelegentlich in Frankreich anläßlich der Casablanca- Äffäre aufbrausenden Kundgebungen haben sich mehr und mehr zu einer Frage der inneren Po­litik Frankreichs umgewandelt. Das Jnteresie der Republik wendet sich jetzt nm lebhafter wie bisher dem Ausbau des ungeheuren Kolonial­reiches zu, ohne daß von deutscher Seite dem Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden könnten.

Was Rußland anlangt, so ist unter einem sich seiner Verantwortlichkeit voll bewußten Kaiser wie Nikolaus II. an eine gegen Zentral­europa gerichtete Abenteuerpolitik nicht zu glau­ben. Rußland hat mit sich selbst genug zu tun, um die Wunden, die ihm der japanische Krieg und noch mehr die Revolution schlug, heilen zu las­sen, um die Tilgung einer ungeheuren Staats­schuld zu beschleunigen und seine Administration von Grund auf zu reorganisieren. Eine Revi­sion folgt der anderen, und augenblicklich schwebt wieder ein Prozeß, der ungeheure Unter- schleife von Ingenieuren im Staatsdienst auf­decken soll. All das ist nicht zum wenigsten eine Folge der in den Revolutionsjahren verwilder­ten Jugend beiderlei Geschlechts. Und wenn man auch die russische Politik in Persien mit Argwohn betrachten mag, Persien ist ja doch schließlich das einzige Land an der asiatischen Grenze, in welchem Rußland heute noch seine Macht zur Geltung bringen vermag.

Mit steigender Sorge muß man dagegen auf das Vordringen des chinesischen Elements in das Amurgebiet sehen. In die Städte dringt es als Dienstboten und Handwerker und dort widersteht ihm beider großen Bedürfnislosigkeit der gelben Rasse keine Konkurrenz. Auch die japanische Nachbarschaft in der Mandschurei kann für Rußland gefährlich werden; denn es ist nicht wahrscheinlich, daß Japan sich lange mit seinem dortigen Besitz begnügen wird, und die Frage ist nur noch die, ob es eine weitere Aus­dehnung seiner Machtsphäre auf Kosten Chinas oder Rußlands vornehmen wird.

Diese Schwüle der politischen Atmosphäre, wird noch verstärkt durch die Furcht Eng- l a n ds, von Deutschland aus seiner Stellung als erste Seemacht der Welt verdrängt zu wer­den. Dazu kommen die allerbedenklichsten Schwierigkeiten und Gegensätze, welche allmäh­lich zwischen England und seinen weltumfassen­den überseeischen Besitzungen entstanden sind. In Indien und Aegypten besitzt es offene Feinde seiner Herrschaft, und alle diese Elemente pre­digen nur den Krieg mit demverhaßten Deutschland", um sich dann ihrerseits zu erheben. Außerdem tobt in England noch der Kampf um die Finanzreform. Sollte das Oberhaus das Budget, welches Asquith jetzt im Unterhaus« vertritt, nicht annehmen, so kann die Auflösung als sicher betrachtet werden. Der alte Vor­kämpfer der Unionisten, Joe Chamberlain, wird wahrscheinlich dann wieder auf die politische Bühne treten. Jedenfalls wird der Kampf, gleichgültig ob die Konservativen oder Libera­len den Sieg erringen, von ungeheurer Bedeu­tung für das politische Leben der Nation sein. Trotz der deutschfeindlichen Haltung der eng­lischen Konservativen können wir aber hoffen, daß die Gruppe der Politiker, welche eine ehr­liche Verständigung mit Deutschland erstrebt, ständig im Wachsen ist.

Deutsches Reich.

Der Kaiser und der Primanergesangver­ein des Casieler Friedrichsgymnafiums. Der Primanergesangverein des Friedrichsgymna- siums in Cassel hatte bei der unter dem Ehren­vorsitz des Fürsten von Stolberg-Wernigerode im £a fielet Stadtpark abgehaltenen Feier sei­nes 25jährigen Bestehens ein Huldigungstele­gramm an den Kaiser abgesandt. Darauf ging, wie die Blätter melden, folgendes Antwort­schreiben ein:Den sangesfreudigen Primanern »en heute und ehedem meinen besten Dank sür

den Huldigungsgruß, der mich aufrichtig gefreut hat. Wilhelm."

Ein Prinz! Unser Kaiserhaus ist aber­mals durch ein frohes Familienereignis am Kronprinzlichen Hofe in hohe Freude versetzt worden. Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit die Frau Kronprinzessin hat, wie der Telegraph aus Potsdam meldet, am Donnerstag abend 10 Uhr 45 Min. einem Prinzen das Leben ge­geben. Das gesamte deutsche Volk nimmt in­nigen Anteil an dem Glück und Segen, der auf dem Herrscherhaus« ruht und entbietet dem Hohen Kaiserlichen und Kronprinzlichen Paar, sowie dem jüngsten Hohenzollernsproß seine herz­lichsten Glückwünsche. Die Geburt des jüng­sten Kronprinzensohnes ist, wie dieN. E. C." mitteilt, früher eingetreten, als die Eltern sie selbst erwartet hatten. Die Kronprinzessin nahm noch gestern, Donnerstag, mittags um 12 Uhr, gemeinschaftlich mit dem Kronprinzen und beider Umgebung das Frühstück im Berliner Palais ein. Unmittelbar darauf reiste der Kronprinz mit seinem Adjutanten nach Pom­mern, um in der Nähe von Stralsund einer Jagdeinladung zu entsprechen. Der Kronprinz wurde telegraphisch von dem freudigen Ereig­nis benachrichtigt und kehrte sofort nach Pots­dam zurück. Di« Geburt verlief auf das glück­lichste und das Befinden der Kronprinzessin und des Neugeborenen ist, wie das offizielle Bulletin besagt, ein ausgezeichnetes.

Gratulation beim Kronprinzen. Berlin, 1. Okt. Oberbürgermeister Kirschner und Stadt­verordnetenvorsteher Michelet haben heute dem Kronprinzen aus Anlaß der glücklichen Geburt des Prinzen in einem Telegramm die Glück­wünsche der Bürgerschaft von Berlin zum Aus­druck gebracht.

Gordon-Bennettfliegen der Lüfte. Zürich, 1. Okt. Die Internationale Luftschiffer-Ver­einigung beschloß, daß das Wettfliegen für Avia­tiker um den Gordon-Bennett-Preis im Jahre 1910 über eine Strecke von 100 Kilometern mit Zwischenlandungen, und zwar in einer geschloffe­nen Bahn von wenigstens fünf Kilometern Länge statfinden soll.

Verbot des »Simplizissimus«. Wie die Münchener Neuesten Nachrichten" melden, ver­bot der Verk^rsminister v. Frauendorfer den Verkauf der WochenschriftSimplizisstmus" an sämtlichen bayerischen Bahnhöfen.

Easthausangestellte. Köln, 1. Okt. In Berichtigung der gestrigen Meldung über die Sitzung des sozialpolitischen Ausschusses des In­ternationalen Verbandes der Gasthausangestell­ten teilt der Ausschuß mit, daß es sich dabei nicht um den Ausschuß des Köcheverbandes allein, sondern überhaupt um den sozialpolitischen Aus­schuß des nationalen Kartells von 27 000 East- Hausangestellten handelt.

Ausland.

** Tschechisches. Prag, 1. Okt. Der Organ der JungtschechenNadrodoi Listy" ist heute wegen eines Gerüchtes über eine angebliche Ver­sammlung deutscher Studenten und Abgeordne- ten beschlagnahmt worden, in der die Veran­staltung deutschnationaler Demonstrationen in Prag beschlossen sein sollen. Eine derartige Ver­sammlung hat aber niemals stattgefunden und ein derarttger Beschluß ist niemals erfolgt.

** Die Spanier in Marokko. Madrid, 1. Okt. Nach einer amtlichen Meldung aus Melilla hatten die Truppen des Generals Orozco bei einem Erkundungsmarsche von Seluan nach Su- kel Djemis folgende Verluste: General Diaz Vicarro, zwei Hauptleute, ein Leutnant und 14 Mann tot; etwa 180 Mann wurden verwundet. Oran, 1. Okt. Eine aus Reitern der Stämme Tfoul Branes, El Riata und Hiana zusammen­gesetzt« Harka befindet sich im Vormarsch gegen das von den Spaniern besetzte Zeluan.

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 der Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe Oberhess. Zig." gestattet.)

Marburg, 2. Okt.

)( Flaggenschmuck tragen seit gestern anläßlich der Geburt eines Krinzen im Kaiserhaufe die öffentlichen Gebäude.

) ( Vom Jägerbataillon. Gestern traten 40 Einjährig-Freiwillige und 15 gelernte Jäger ein.

* Parolemufik findet am morgigen Sonntag bei günstiger Witterung von 121 Uhr aus dem Wilhelmsplatz statt. Programm: 1. Hessische Märsche a. d. Jahre 1760, a) Regiment de Mans­bach, b) Regiment des Dragons de Prinze Fried­rich; 2. Ouvertüre:Der Kalis von Bagdad', von Boieldieu; Z. a) Dänisches Lied, von Hartmann, b) Mondnacht (Lied), von R. Schumann; 4. Fan­tasie a. d. Op.DonJuan", von Mozatt; 5. Pul­verfaß (Walzer ausDie oberen 10 000'), von Kerker; 6. St. Michels Bataillons-Marsch.

* Auszug aus dem Programm der 34. Haupt­versammlung des Heffischen Volksschullehrer-Ber- eins in Marburg. Montag, den 4. Okt.: a) 2 Uhr nachmittags: Erste Vettreterversammlung im Saale des Restaurants Freidhof; b) 3 Uhr nach­mittags: Erste Haupwersammlung in den Stadt­sälen (Kassengeschäfte und dergleichen); c) 8 Uhr abends: Festvorstellung im Stadttheater:Ju­gendfreunde', von Ludwig Fulda. Dienstag, den 5. Okt.: a) 9 Uhr vormittags: Zweite Haupwer­sammlung in den Stadffälen. 1. Vortrag:Päda­gogik und Psychopathologie' (Herr Geh. Medizi­nalrat Pros. Dr. Tnczek-Marburg); 2. Vortrag: Jugendfürsorge" (Herr Lehrer Wilh. Brandan- Caffel). b) 25 Uhr nachmittags: Besichtigung einiger Sehenswürdigkeiten Marburgs, c) 5y2 Uhr nachmittags: Festessen in den Stadtsälen, d) sy2 Uhr abends: Kommers in den Stadtsälen. Mittwoch, den 6. Okt.: a) 8 Uhr vorm.: Sitzung der Militärkommission in der Aula der Städtischen Schulen an der Universttätsstraße. b) 9 Uhr vor­mittags ebendaselbst: Abteilungsvorttag:Der Rechenunterricht und unsere neue Rechenschule (Herr Lehrer H. Schunck-Cassel). c) 9 Uhr vor­mittags: Zweite Vettreterversammlung im Freid- hosschen Saale (Beratung der AMräge und Er­stattung von Bettchten). d) 11 Uhr vormittags: Frühschoppenkonzett in den Stadffälen. e) Nach­mittags : Ausflüge in die Umgebung Marburgs. Die Ausstellung geographischer Bilder und Katten in der Nordschule ist von Montag morgen 9 Uhr bis Mittwoch abend 7 Uhr geöffnet. Das Empfangsbureau befindet sich am Montag bis 2 Uhr nachmittags in der Nordschule, von da ab in den Stadffälen.

* Steuern. Es wird an die zum 1. Oktober d. I. bei der Rathauskasse sällig gewordenen Zahlungen an Holzgeld, Pachtgeld, Zinsen usw. erinnert. Auch wird darauf hingewiesen, daß die Hundesteuer pro 2. Quartal 1909 (1. Okt. 09 bis 31. März 1910) bis zum 8. d. M. bezahlt werden muß.

* Die Frist für die Anmeldung zur Nachver­steuerung läuft ab: für Branntwein, Essigsäure und Zündwaren am 5. Oktober 1909, für Leucht­mittel am 7. Ottober 1909. Die Unterlassung der Anmeldung ist strafbar.

* Zu Thomas 70. Geburtstag hat die El- wertsche Universitätsbuchhandlung eine größere Zahl von Bildern des Meisters ausgestellt, da­runter einige von Thoma selbst signierte Original- Lithographien.

* Stadttheater. Die bisherigen Proben in Gießen haben bereits bewiesen, daß die Direttiou bei Auswahl der neuen Mitglieder vorstchttg und glücklich vorgegangen ist. Für das Fach der Heroinen ist in Frau Baumeister-Felsegg, früher am Stadtthectter in Straßburg engagiert, eine renommierte Künstlerin als Saisongast gewonnen ivorden. Der Charatterdarsteller und Regisseur Kurt Gühne ist dem Marburger Publikum bereits vorteilhaft bekannt von dem letztjährigen Gastspiel des Rehhosf-Ensembles, dem Herr Gühne als her­vorragende Kraft damals angehörte. Die jugend­liche Salondame und sentimentale Liebhaberin Frl. Fränzi Koch hat dies Fach im letzten Jahre am Brünner Stadttbeater mit großem Erfolg aus- gesüllt; die erste Naive, Frl. Gustt Reh, kommt vom Danziger Stadttheater; der jugendliche Held und Liebhaber Herr Karl Marx war die letzten zwei Jahre in Zwickau engagiert. Frau Elly Gühne, vom Kgl. Schauspielhaus in Potsdam, wird das Fach der Anstandsdamen und Herr Urban, vom Stadttheater in Metz, das der jugend­lichen Komiker und Naturburschen vertreten. Auch der erste Held, Herr Daubel, und die Liebhaberin, Frl. Güldener, scheinen erfteuliche Acquisitton zu bedeuten. Sodann wäre noch der neue Charatter- komiker Herr Hermann Norden zu erwähnen, der in Görlitz und während des Sommers seit meh­reren Jahren in Lübeck tätig war und dem ein gleich guter Ruf als Darsteller wie als Regisseur vorausgeht.

)( Das Biophon-Theater am Barfüßertor warttt seit gestem wieder mti einem vollständig neuen Programm auf, das gewiß den Beifall des Publikums, welches sich immer mehr an den stän­digen Besuch des Theaters gewöhnt, finden dürfte. Wer sich einmal angenehm unterhalten will, dem empfehlen wir, das Biophontheater zu besuchen.

* Kindergärten. Man teilt uns mit: Am Frei­tag voriger Woche sand im hiesigen Kindergärt- nertnnen-Seminar die Prüfung für Kindergärt­nerinnen, in Gegenwart des Herrn Regierungs- und Schulrat Dr. Quehl, statt. In der nächsten Woche am Montag, Dienstag und Mittwoch, ist in der Nordschule, Zimmer Nr. 41 «. 43, die Aus­stellung der Arbeiten aus dem Seminar, Kinder­

garten und Kinderhort, vormittags von 412 und nachmittags von 36. Der neue Kursus im Se­minar beginnt am Donnerstag den 7. Oktober.

Stadtmission. Die Stadtmission feiert näch­sten Sonntag in der Aula der höheren Mädchen­schule, nachmittags 3% Uhr, das Jahresfest des Jungftauenvereins und abends 8 Uhr das Ernte­dankfest der Stadtmission.

Der Oberhessische Touristenverei« unter­nimmt morgen früh von Erdhaufen aus ein« Wanderung über die Schneebergerlandstraße» Wilsbach-Hohensolms nach Gießen.

)( Stadt-Theater. Unserer heutigen Stadt­auflage liegt ein Spielplan des Stadt-Theater» für das Wintersemester bei.

)( Strafkammer. Ein Mann aus Gilserberg stand unter der Beschuldigung, die Ehefrau des dortigen Wachtmeisters des Diebstahls bezichtigt zu haben. Das schöffengerichtliche Urteil, welches aus 10 Tage Gefängnis gelautet hatte, sand Be­stätigung. Als weiterer Angeklagter erschien der Ortspolizeidiener aus Erdhaufen bei Gladen­bach. Ihm wurde zur Last gelegt, ohne jede Ver­anlassung zu nächtlicher Zeit auf der Dorsstraße einem Man» aufgelauert und diesen geprügelt zu haben. Das Gericht erkannte ebenso wie die Vor­instanz auf kostenlose Freisprechung. Die Kosten der Nebenklage wurden dem Kläger; dem angeb­lich Verprügelten, auferlegt. Weiter beschäftigte sich das Gericht mit einer Schlägerei, die sich in Fellingshausen am Dünsberg ereignet hatte. Der Hauptattentäter war zu 4 Wochen Gefängnis ver­urteilt worden, und das war ihm zu viel. Di« eingelegte Berufung wurde verworfen. Sodann verhandelte das Gericht noch gegen zwei Ange- ttagte wegen Sittlichkeitsvergehen. Der Ange­klagte Meis wurde zu 1V2 Jahren Gefängnis und 2 Jahren Ehrverlust und der Angeklagte Geis zu 2 Jahren Zuchthaus und 1 Jahr Ehrverlust ver­urteilt. In beiden Fällen hatten die Angeklagten mit Kindern unzüchtige Handlungen vor­genommen.

(=) Rollshausen, 1. Oft. Morgen wird hier das neurenovierte Kirchlein eingeweiht und zu­gleich auch ein Missionsfeft damit verbunden.

() Großseelheim, 1. Oft. Dieser Tage wur­den 54 Stück Jungvieh, die in Wollersdorf auf der Jungviehweide gewesen waren, wieder hier eingeliefert. Manche Tier hatten sich so ver­ändert, daß sie von ihren Besitzern kaum wieder erkannt wurden.

)( Großseelheim, 1. Okt. Hier wurde im Felde ein dreijähriger Junge aufgegriffen, der nicht wußte, wo er zuhause war. Der Tracht nach mutzte er aus Bauerbach oder Schröck sein, und deshalb wurde in beiden Orten per Tele­phon nachgefragt, ob ein Kind vermißt würde. Es stellte sich heraus, daß der kleine Wanderer aus Schröck war. Er wollte feine Mutter, di« im Feld« beschäftigt gewesen, besuchen und hatte dabei den Weg verfehlt.

0) Wolferode, 2. Oft. Am Sonntag, den 10. Ottober, wird hier die von der Firma Eichelberg und Dauber erbaute neue Kirche eingeweiht. Das schmucke Gotteshaus, welches an Stell« der ums Jahr 1860 erbauten Holzkirche erbaut wurde, ist der heimischen Bauart angepatzt. In der Hauptsache sind auch fast lauter einheimische Handwerker mit den Arbeiten betraut worden. Es ist dies umsomehr zu begrüßen, als ja auch die Gemindemitglieder zum Bau der Kirche, die insgesamt 18 000 kosten dürfte, große Opfer gebracht haben.

L Hessische Junggeflügel-Schau.

)( Marburg, 2. Ott.

Die Junggeflügelschau erfreute sich bereits am Tage ihrer Eröffnung eines zahlreichen Besuchs. Unferm gestrigen Bericht tragen wir noch nach, daß auch auf der Musikbühne im Garten die Ver- kai'.fsabteilung und in der Seitenhalle die Abtei­lung für Gänse eingerichtet ist.

Die Prämiierung ergab folgendes Resultat: Hühner.

Altenberen-Lohra 2. 4. Brakelsberg-Milspe 1 2. Brüggenthies-Westerwieke 1., 2. Böhle-Cassel 4. Bergmann-Gronau. 2. Bär-Delkenheim 2. Berghöfer« Marburg 3., 3. Beil-Cölbe 1., 2., 4., 2., 2., 4. Becker- Mülheim-Styrum 1., 1., 2., 2. Damm-Romrod 4. Engelhardt-Arolsen 3. Fulda-Schmalkalden 3. 3. L. Franck-Marburg 4., 5., 4., 3 4. Fischer-Fechen- heim 3., 5. Gröninger - Forsthaus Tannenwald 5.; Guffchmidt-Marburg 1 2., 4. Gutapfel-Kesselbach 4. Gerhard-Bauerbach 4., 4 5. Greif-Wallbach 1., 3., 4., 5. Heß-Echzell 1. Haferkorn-Ockershausen 4 4. Hühn-Bauerbach 3., 4 4., 4. Huf-Alzei 5. Hördemann - Cassel 1.» 2., 4., 1., 2., 2., 1., 3., 3., 4. Hofmann-Wehrda 1., 2., 3., 5. Höhmann-Cassel 1 3., 3., 1., 1., 2., 4., 3 1., 4., 2., 3., 4., 4. Hilz-Allen- darf o. L., 2., 8., 4., 5. Jäger-Oberhörgen 2., 2.1 Kirchhof-Enger i. W., 2., 2. Käß-Kirchhain 4. Köh- I ler-Allendorf a. Landsb., 2., 4. Kriesel-Laubach 2. > Kemmer-Nieder-Gemünden 2. Kaufmann-Bauerbach 6. Kaiser-Cassel 2., 2., 4 4. Krauß-Goßfelden 1,1