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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain "

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und.Landwirtschaftliche Beuage."

M 231

DieOberhessisch« Zeitung' erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt oiertel- sährlich durch dis Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Erpedition (Markt 21") 2 Mk.

Marburg

Sonnabend, 2. Oktober 1909.

Dis Iniertionsgebübr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 3) Pfennig. Druck und Verlag: Foh. Auq. Koch, UnioersttätSbu chdruckerei Inhaber Dr. T. H itzer o th, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

44. Jahrg.

Erstes Blatt.

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 76.

Veiwaltungsreformen im belgischen Kongogebiet.

Bon Verwaltungsreformen im bel­gischen Kongo gebiet ist in der englischen Presse, die früher dieser Frage eine sehr lebhafte Aufmerksamkeit zu widmen pflegte, in der letzten Zeit kaum die Rede gewesen; man war stillschwei­gend überein gekommen, den Abschluß und die Er­gebnisse der Studienreise des belgischen Kolonial­ministers Renkin abzuwarten, ehe man die Ange­legenheit aufs neue in der Tagespresse erörterte. Mit dieserSchonzeit", wenn man so sagen darf, dürste es nun vorbei sein. Der Minister ist mit seiner Gemahlin, die ihn auf seinen Reisen durch die Kolonie begleitet hat, vor wenigen Tagen zu- rückgekchrt und hat den letzten Teil seiner Reise, die Strecke Paris-Brüssel, in Gesellschaftdes Königs zurückgelegt, der als erster einen er­schöpfenden Bericht aus dem Munde des Ministers entgegennehmen wollte. Diese dem Könige ge­machten Mitteilungen hat Herr Renkin, soweit sie für die Oefsentlichkeit bestimmt waren, in Brüssel auf einem imCercle Afticcm" veranstalteten Fest­abend und vor einer größeren Zahl von Vertretern der Presse wiederholt. Der Minister, der die land­schaftlichen Schönheiten, den Reichtum, die natür­lichen Hilfsquellen und die Entwicklungsmöglich- keiten der Kolonie nicht genug zu loben wußte, er­klärte u. a., daß Grau^gmkeitsdelikte nicht mehr vorgekommen seien und daß sich das belgische Kongogebiet hinsichtlich der allgemeinen Zustände und Einrichtungen, der Sicherheit und Ordnung sehr Wohl mit jeder anderen asrikanischcn Kolonie vergleichen könne. Die nächste und wich­tigste Aufgabe der Rcformtätigkeit wird sein die Errichtung von Lehr- und Unterrichtsanstalten, in denen die Eingeborenen für einen besümmten Be­rus, insbesondere für die landwirtschaftliche Tätig­keit vorgcbildet werden sollen. Der Minister hofft dadurch nicht nur den Wohlstand der Bevölkerung zu heben, sondern auch wertvolle Kultur- und Zi­vilisationsarbeit zu leisten. Der Minister soll wei­ter erklärt haben, daß das System des Freihandels auf alle Teile der Kolonie ausgedehnt werden und diePoliük der offenen Tür" in jeder Weise gefördert werden solle. Endlich sollen die Ver­waltungsbehörden mit größtmöglicher Energie der Schlafkrankheit und anderen Seuchen zu Leibe gehen, die dauernd einen Rückgang der Bevölke- rungszisfer bewirken.

Roch zablreiche andere Neuerungen und Ver­besserungen hat Herr Renkin in digesen seinen privaten Aeußerungen angekündigt. Aber di e englische Presse will sich damit nicht zufrie­den geben. Es ist ihr verdächüg, daß der Mini­ster mit keinem Wort von der finanziellen Seite der geplanten Reformaktion gesprochen hat. Sie fordert hinreichendeGarantien", etwa in der RichkllNg, daß die belgischen Kammern eine An­leihe in genügender Höhe für die Kongo-Reform votieren und daß die Verwendung der zur Verfüg­ung gestellten Mittel für die Zwecke der Reform- aklion sicher gestellt wird. Diese überhebende Hal­tung dürste, in Belgien umsomehr befremden, als gerade jetzt ein Briefwechsel zwischen dem Sekre­tär der Congo--Reform - Association und dem Staatssekretär des Auswärtigen Sir Edward Grey vorliegt, aus dem mit nahezu vollständiger Gewißheit hervorgeht, daß eine Beschwerde über die belgischen Kolonialbehörden, deren Vertretung die genannte Vereinigung übernommen hatte, in­sofern zu Unrecht erhoben war, als die Interessen­ten im Londoner Auswärtigen Amt ausdrücklich vor einer Niederlassung im Katanga-Gebiet ge tvarnt worden waren.

Was die deutsche Negierung betrifft, so hat sie s. Zt. in einer Note von dem Uebergang der souveränen Gewalt des Kongostaats an Bel­gien Kenntnis genommen und in dieser Note zum Ausdruck gebracht, daß Deutschland die Zustände im bisherigen Kongostaat nicht in allen Punkten hätte billigen können, jedoch das Vertrauen zu Bel­gien hätte, es werde für eine AbstcMng dn Miß­stände sorgen. Im Reichstage hat der Staats­sekretär des Auswärtigen Amts Frhr. v. echoen Ende März d. I. erklärt, es sei billig, Belgien noch etwas Zeit zu lassen, damit es sich mit den neuen Verhältnissen zunächst einmal vertraut machen könne; man werde also abwarten müssen, ob Bel­gien, das zweifellos den guten Willen habe, mit

Reformen in seinem neuen Besitz einzusetzen, auch dazu gelange, dieselben durchzuführen. Nunmehr wird sich in absehbarer Zeit zeigen müssen, ob und in welcher Weise diese Reformarbeit in Angriff ge­nommen werden soll.

Politische Umschau.

Die Hudson-Fulton-Feier.

N e w y o r k 30. Sept. Zu Ehren der bei der Hudson-Fulton-Feier anwesenden offiziellen Vertreter von 28 Nationen wurde ein Festban­kett veranstaltet. Auf die Ansprache des Vize­präsidenten Sherman dankte Großadmiral von Köster für die glänzende Aufahme der deutschen Offiziere und für die freundlichen Worte über die deutsche Marine, die ein neues Glied in der langen Kette der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Amerika bildeten. Er wies auf den durch die Weltreise der atlanti­schen Flotte geschaffenen glänzenden Rekord hin. Es lönne nur sagen, die deutsche Marine, vom Kaiser beginnend bis zum jüngsten Offizier, sei mit dem gespanntesten Interesse der erfolg­reichen Fahrt gefolgt.Mit Freuden," fuhr Großadmiral von Köster fort,spreche ich unsere aufrichtigsten Glückwünsche zu dem glänzendsten Beweis ihres Könnens aus. Wohin die Flotte kam, war sie ein Friedensherold, so die Tatsache beweisend, daß die mächtige Flotte kein Hinder­nis der Friedensliebe, sondern eine Garantie dafür ist. Wir bedauern nur, daß auf der Heim­fahrt der Flotte Deutschland zu weit ablag, um die Ehre zu genießen, die Flotte als Cast zu be­grüßen und die Gastfreundschaft erwidern zu können, deren wir so oft in ihrem großen Lande uns. erfreuten. Mein Hoch gilt dem Gedeihen der amerikanischen Flotte und ihren tapferen Offizieren."

Newyork, 30. Sept. An dem Festbankett anläßlich der Hudson-Fulton-Feier nahmen über 2000 Personen teil. Bei dem zweiten inter­nationalen Wettrudern in amerikanischen Boo­ten siegten die Amerikaner, die Mannschaft der Dresden" belegte den zweiten Platz. Die sieg­reiche Mannschaft derViktoria Luise" erhielt eine silberne Trophäe, silberne Medaillen und einen Geldpreis. Nachmittigs waren die Dele­gierten Gäste der Militärakademie in West­point. Großadmiral von Köster und Admiral Seymour nahmen die Parade über die Kadet­ten ab.

Deutsches Reich.

Verleihung. Berlin, 30. Sept. Der Staatsanzeiger" meldet: Der König verlieh dem Direktor bei der Oberrechnungskammer, Vizepräsidenten, Wirkt. Geh. Ober-Regierungs- rat Henning anläßlich seines Uebertrittes in den Ruhestand den Charakter Wirkt. Geh. Rat mit dem Prädikat Exzellenz. Dresden, 30. Sept. Der Kaiser verlieh dem sächsischen Kriegsmini­ster Frhrn. v. Hausen den Schwarzen Adler­orden.

Deutsche Diamanten. Wie dieKöln. Ztg." mitteilt, ist mit der letzten Post aus Süd­westafrika bei der Deutschen Diamantregie eine Sendung Diamanten im Betrage von 60 000 Karat eingetroffen. Darunter befinden sich für rund 25 000 M Prospektivsteine, die von den Schürfern gefunden und bei der Verwaltung hinterlegt werden, da ihr Eigentumsrecht zwei­felhaft ist. Es handelt sich vorwiegend um große Steine, so daß der Durchschnittswert der dies­maligen Sendung sich auf annähernd 40 M für das Karat belaufen dürfte.

Stapellauf. Wilhelmshaven, 30. Sept. Heute Nachmittag um 1 Uhr ist auf der Kaiser­lichen Werft in Gegenwart einer großen Fest­versammlung der Stapellauf des Linienschiffes Ersatz Oldenburg" vor sich gegangen. Erschie­nen waren die hier anwesenden Admirale, der Oberpräfident von Hannover Wentzel, die Für­stin zu Inn- und Knyphausen, Offiziere und Beamte derEarnison, Abordnungen der Marine­ieile, Arbeiter-, Bürgervereine und Schulen. Vor dex Taufkanzel stand eine Ehrenwache vom zweiten Seebataillon mit Fahne und Musik. Nach der Begrüßung der Festgäste durch den stellvertretenden Stationschef Kontreadmiral Schröder geleitete der Oberwerftdirektor die Ehrengäste zur Taufkanzel. Sodann hielt der Oberpräsident von Hannover, Wentzel, die Tauf­rede. Anschließend ergriff die Fürstin zu Jnn- und Knyphausen eine bereitstehende Flasche Rheingold und taufte das Schiff auf den Namen Ostfriesland". Bald danach glitt das bekränzte Schiff unter tausendstimmigem Hurra und den Klängen der Nationalhymne ins Wasser.

Gustav Adolf-Verein. Bielefeld, 30. Sept. In der hier tagenden Generalversammlung des Gustav Adolf-Vereins wurde die große Liebes­gabe im Betrage von 22 853 M durch Ab­stimmung der Gemeinde Polpen in Pommern zugewiesen. Di« anderen noch vorgeschlagenen

Gemeinden Freder in Oesterreichisch-Schlesien und Schwanheim (Hessen-Nassau) erhielten je 6935 'M. Ferner überbrachte P. Olsner die in Bielefeld gesammelte Festgabe von 16 000 M, Generalsuperintendent Zöllner-Münster, eine solche von 65 000 M von der Kreissynode in der Provinz gesammelt. Kaufmann Schlunx-Bremen überreichte als diesjährigen Ertrag der ins Leben gerufenen Kindergabe rund 22 000 M, die der Gemeinde Weiher in Kärnthen für ein Kin­derheim zugewendet werden sollen. Die Haupt­versammlung des Gustav Adolf-Vereins hat be­schlossen, im nächsten Jahre einer Einladung der Stadt Stralsund zu folgen, nachdem Hofprediger Rogge erklärt hatte, daß Potsdam bereit sein würde, zugunsten Stralsunds zurückzutreten, das bereits dreimal eingeladen hatte, und seine Ein­ladung für 1912 zu wiederholen.

Ausland.

Frankreich und Marokko. Paris, 30. Sept. Aus Tanger wird berichtet, daß seit einiger Zeit europäische und besonders französische Schütz­linge int inneren Marokkos seitens des Machsen Schädigung und Mißhandlungen erfahren, und daß der Machsen sich weigere, diesen Schützlingen eine Entschädigung zu gewähren. Der franzö­sische Gesandte hat besljttlb seiner Regierung vorgeschlagen, die gesamten Einnahmen der Hafenzölle sofort mit Beschlag zu belegen, um aus diesen Geldern den von den Beamten des Machsen ausgeplünderten Schützlingen eine Entschädigung zu gewähren. Paris, 30. Sept. Die Blättermeldung, daß der sranzösische Ge­sandte in Tanger seiner Regierung den Vor­schlag gemacht habe, die Zolleinnahmen mit Be­schlag zu belegen, um die Opfer der Beamten des Machsen aus diesen Geldern zu entschädigen, wird amtlich dementiert.

** Englands Flotte. Portsmouth, 30. Sept. Das SchlachtschiffNeptune", das der verbesser­ten Dreadnought,Klasse angehört, ist heute hier 1 vom Stapel gelaufen. Es hat eine Wasserver­drängung von 20 250 Tonnen, die Geschwindig­keit beträgt 21 Knoten; die Bestückung wird aus zehn zwölfzölligen Geschützen und einer Anti­torpedoausrüstung bestehen, deren Eeschützdurch- messer 4.7 Zoll beträgt.

** England. London, 30. Sept. Eeneral- postmeister Buxton teilte im Unterhause mit, daß mit der Marconi-Eesellschaft ein Ueberein- kommen abgeschlossen worden fei, nach welchem alle Küstenstationen der Gesellschaft in den Besitz des englischen Reichspostamtes übergehen. Alle Stationen werden, der internationalen radia- telegraphischen Konvention entsprechend, für alle Schiffe geöffnet sein, gleichviel mit welchem System dieselben ausgerüstet sind. Die Marconi- Eesellschaft behält die Konzession allein für ihre auf weite Entfernungen berechneten Sta­tionen Poldhu in Cornwallis und Clisden in Irland, die ursprünglich für den Nachrichten­verkehr mit Amerika bestimmt waren. Ein glei" ches Abkommen sei auch mit der Lloyds Ship­ping Agency für deren drahtlose Stationen zu­stande gekommen. Es liege vom handelspoliti­schen und vom strategischen Gesichtspunkte im öffentlichen Interesse, daß die Küstenstationen für die Verbindung mit Schiffen in Händen der Regierung seien und als ein Teil des allgemein englischenTelegraphensystcms behandelt werden.

Unruhen in Paraguay. Buenos Aires, 30. Sept. Die Revolution, die schon seit einem Monat in Paraguay latent vorhanden ist, nahm in den letzteren Tagen einen ernsteren Charak­ter an. Zahlreiche Banden bemächtigten sich ver­schiedener Punkte an der Grenze, so namentlich des Ortes Villa Franca, Villa Oliva, Pcdro Gonzalez, Jtacora, Jtapiru. Die Bewegung geht von der Coloradopartei aus, deren Haupt General Caballeri ist. Die liberale Partei dürfte sich anschließen. Die Regierung von Paraguay stellte den telegraphischen Verkehr unter Zensur, ihre Lage soll sehr bedenklich sein.

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 der Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe .Oberhess. Ztg.' gestattet.)

Marburg, 1. Ott.

* Fahrplan. Wir legen unserer heutigen Num­mer den Winter-Fahrplan für 1909/10 bei, wo­rauf wir hiermit aufmerksam machen.

* Wohnungswechsel. Beim bevorstehenden Quattalswechsel werden Mieter und Vermieter auf die Bestimmungen der Polizei-Verordnung betreffend das Meldewesen hingewiesen.

* Z. III und Marburg. Der Magistrat hat auf feine Bitte an die Luftschifsbaugesellschaft Zeppelin denZ. III" möglichst einmal über Marburg zu führen, folgende Antrwort erhalten: Ew Hoch­wohlgeboren teilet wir ergebens! mit, daß es bei der außerordentüHen Anzahl der an uns gelang­

ten Gesuche anläßlich unserer Fahrt in daS rheb nisch-westsälische Revier uns ganz mnnöglich «rat sofort eine Antwort zu geben, ebenss waren h* zu unserem Bedauern nicht in der Lage, * Wünsche, die bezüglich der Route des Luftschiffes an uns gerichtet wurden, zu besttedigen, zumal die Wind- und Wetterverhältnifle derartig ungün­stig waren, daß wir nicht einmal das vorgesehene Programm durchführen konnten. Wenn Ihr Ort sich unter denen befindet, denen der Anblick des Z. 3" nicht zuteil werden konnte, so bitten wir dies mit den angegebenen Gründen zu erklären und zu entschuldigen. Wir hoffen, daß in nicht zu ferner Zeit Ihnen durch den Besuch eines Luft­schiffes eine Genugtuung bereitet werden möge.

* Ballonaufstiege. Nach Miteilung der Inter­nationalen Kommissioen für wissenschaftliche Stift» schiffahrt finden in den Morgenstunden des Mitt­woch, Donnerstag und Freitag, den 6., 7. und 8. Oktober, internationale Ballonaufstiege statt. Es steigen Drachen, bemannte ober unbemannte Ballons in den meisten Hauptstädten Europas auf. Der Finder eines jeden unbamnnten Ballons er­hält eine Belohnung wenn er der jedem Ballon beigegebenen Instruktion gemäß den Ballon und die Instrumente sorgfälttg birgt und an die ange­gebene Adresse sofort telegraphisch Nachricht sendet.

Stadt. Sparlasse. Der Umsatz im Monat September betrug 711325,10 M, darunter Spar­einlagen und Rückzahlungen 354 994,16 JL Der Zinsfuß beträgt 31/> % bei halbmonatlicher Ver­zinsung. Einlagen, welche an den 3 ersten Werk­tagen des Monats, also bis einschließlich 4. Okto­ber erfolgen, werden für den vollen Monat ver­zinst.

* Dr. Böhme und das Zentrum. DieFuldaer Zeitung" setzt sich in ihrer gestrigen Nummer mit dem Flugblatt des Abgeordneten Dr, Böhme aus­einander und sucht ihm verschiedene Unwahrheiten nachzuweisen. Das Blatt erteilt Herrn Dr. Böhme eine glatte Absage, die bei den Verhältnissen des hiesigen Wahlkreises nicht ohne Bedeutung ist; zum Schluffe schreibt es nämlich: Wie sich Herr Dr. Böhme bei der Wiedereinführung des Börsen- Getteideterminhandels verhalten hat, wie er bei dem Ausnahmegesetz gegen die polnischen Katho­liken mitgewirtt hat, ist noch unvergessen; sei, jetziges Flugblatt, welches feine Wahrheitsliebc sv schön beleuchtet, setzt jedoch allem die Krone auf Die Zentrumswähler des Kreises Marburg Kirch Hain-Frankenberg werden diesem Herrn bei der nächsten Reichstagswahlen wohl die Antwott nich schuldig bleiben. Daran wird auch die Tatsache daß er sich in seiner Hochburg Erksdorf ein Ver ttauensvotum hat ausstellen lassen, nichts ändern

* Von der Post. Die Pläne über Errichtung oberirdischer Telegraphenlinien an den Land« wegen von Amönau über Oberndorf nach Warzen­bach, von Elnhausen über Dilschhausen, Weiters» hausen nach Resselbrunn, sowie von dem von bei Landstraße Marburg-Gießen nach Roth abzwei» genbe Landwege liegen bei den Postämtern i« Fronhcmsen (Bez. Cassel), Marburg (Bez. Cassel) und Wetter (Hessen-Nassau), bei jedem für seine« Bezirk, vom 1. Oktober ab 4 Wochen aus.

* Frauenbildung Frauenstudium. Ma» schreibt uns: Vom 30. Oktober an wirb Frl. Dr jur. Westerkamp, die als Leiterin der Recht» schutzstelle zu Frankfurt a. M. praktische Ersah rung mit gründlicher theoretischer Durchbildung vereint, 6 Vorträge überDie Stellung do Frau im Bürgerlichen Gesetzbuch" halten. D^ erste Vortrag gibt einen geschichtlichen '"cbeii blick über die Entwickelung des Rechts unter be sonderer Berücksichtigung der Stellung, die da. Recht in seinen verschiedenen Phasen der Frai angewiesen hat. Der zweite wird sich mit den persönlichen Eherecht, d. h. Verlöbnis, Ehe schließung. Ehescheidung, Nichtigkeit und Air fechtbarkeit der Ehe beschäftigen. Die Wirku« gen der Ehe im allgemeinen, d. h. die Ab grenzung der den Ehegatten in ihrem Verhäld nis zu einander zustehenden Rechte und Pflich ten wird der dritte Vortrag erörtern, währeiü der vierte die elterliche Gewalt, insbesondev die Stellung der Mutter ihren Kindern gegen über, der fünfte und sechste das eheliche Güter recht zum Gegenstand haben werden. Für b» Zeit nach Weihnachten hat Herr Prof. Dr Diehls sich bereit erklärt, einen Zyklus von f Vorlesungen überOrganismus und Außenwel. bei den Pflanzen" zu halten. Außerdem hofß die Abteilung, in diesem Winter eine Jugend gruppe bilden zu können, die unter Leitung von Frl. Oberlehrerin Jahnow sich allwöchend lich einmal mit Besprechungen und praktischer Hebungen überDas Zeitalter Bismarcks" be fchäftigen soll. Näheres wird durch Inserat, bekannt gegeben.

# FLr Handwerker. Die staatliche Fürsora- für dar Handwerk im Reich und in Preußen ifl ~