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Die „Gberhrsstsche Iettmtg" erscheint täglich mit Ausnahme der e. — Der Bezugspreis beträgt viertelest bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.
deres Erficht zeigt wie früher, so geschieht es lediglich aus taktischen Erwägungen, weil man glaubt, auf diese Weise leichter zum Ziele gelangen zu können. Offenbar ist diese neue Methode auch viel eher geeignet, die Partei voran- zubringen als der Radikalismus, und daher ohne Zweifel viel gefährlicher. Man lafie sich deshalb nicht täuschen, nehme vielmehr als die notwendigste Folgerung der veränderten Situation Veranlasiung, den Kampf gegen die Sozialdemokratie noch energischer als bisher zu führen.
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Nach einer Weile erhob es sich und blickte sich mit großen, verstörten Augen um.
Totenstill war es im ganzen Hause, als ob ein Toter sich darin befinde.
Brunhild« erschauerte. Sie hatte hier nichts mehr zu tun, ihr Mitleid, ihre Liebe waren zurückgewiefen worden —
Langsam, mit gesenktem Haupt verließ sie das Zimmer und das Haus.
An der Gartenpforte blieb sie still stehen und sah noch einmal nach dem Hause zurück. Still, mit geschloffenen Türen und Fensterladen lag es da, niemand zeigte sich, niemand winkte ihr einen Abschiedsgrusi zu — nur der Bernhardinerhund, ihr alter Freund von früher, preßte seinen breiten Kopf an ihre Hand und blickte zu ihr auf, als wolle er sie bitten: „Nimm mich mit?"
Sie streichelte den Hund zum Abschied, dann öffnete sie das Gittertor und trat auf die Straße hinaus.
Leise Mrrend schloß sich die Tür hinter ihr — sie kam sich vor wie eine aus der Heimat Verstoßene — und rasch entfernte sie sich.
14.
Kommerzienrat Hildebrandt hatte sich in eine kleine Wohnung im Süden Berlins zurückgezogen.
Aus dem Zusammenbruch seines Geschäfts war mit Hilfe Walters ein kleines Kapital gerettet worden, von dessen Zinsen die Familie notdürftig leben konnte, zumal Walter selbst für seinen Unterhalt sorgte.
Er hatte «ine Buchhalterstelle in einem großen Hamburger Handelshause angenommen, die mit auskömmlichem Gehalt besoldet war. Freilich wurde es ihm anfangs schwer, jetzt wieder in eine untergeordnete Stellung einzutreten, nachdem er bisher das Leben eines reichen jungen Herrn geführt. Aber fein Charakter war viel zu ernst und zu gewissenhaft und durch die Erlebnisse der letzten Zeit noch ernster nnd
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gefestigter geworden, als daß er nicht die Kraft in sich selbst gefunden hätte, sich aus dem Zusammenbruch emporzuarbeiten und sich auf eigene Füße zu stellen.
Anfangs hatte er daran gedacht, sein schönes künstlerisches Talent auszunutzen, aber er hatte einen zu tiefen Blick in das Elend des künstlerischen Proletariats getan, als daß er Lust verspürt hätte, dasselbe durch seine Person noch zu. vermehren. Jedenfalls wollte er erst wieder festen Boden unter den Füßen haben, ehe er sich seinen künstlerischen Neigungen von neuem hingab.
So hatte er die Stellung in Hamburg angenommen, nachdem er die Verhältnisse des Vaters, so gut es ging, geordnet hatte. Das selbst zu tun, dazu war der Kommerzienrat nicht imstande, denn zugleich mit dem Zusammenbruch seines Bankhauses hatte ihn ein Schlaganfall niedergeworfen, ihn halbseitig gelähmt und ihn eine zeitlang der Sprache fast gänzlich beraubt.
So saß er, ein gebrochener, kranker Mann, in dem großen Lehnstuhl am Fenster seiner kleinen Wohnung in der Blücherstraße und starrte gleichgültig auf die Vorübergehenden nieder oder verfolgte mit starren Blicken die Wagen der elektrischen Straßenbahn, di« surrend auf und ab die Straße entlang fuhren.
Die Wohnung bestand nur aus drei Zimmern und dem nötigen Zubehör. Doch der kranke Mann empfand diese Enge kaum, denn er war an sein Zimmer und seinen Lehnstuhl gefesselt. Im allgemeinen war die Wohnung mit einem gewissen Komfort und einer Eleganz ausgestattet, die an frühere Zeiten erinnerte, denn Walter hatte die Möbel seiner Junggesellenwohnung herschaffen lassen und Mary hatte die Einrichtung ihrer Mädchenstube mit herüber- gebracht.
So hätte es sich in der kleinen Wohnung ganz behaglich leben lassen, wenn nur der Seift der Zufriedenheit und de« Frieden», der Düte
vernünftige Ansicht haben wir den Eerlachleuten ja schon öfter zu verstehen gegeben. Es wäre doch wenigstens konsequent.
Eefängnisarbeit.
Die „Berl. Corr." schreibt: In der „National- zeitung" vom 1. Dezember d. Js. ist unter der Ueberschrift „Einschränkung der Eefängnisarbeit" mitgeteilt, daß die Strafanstalten und Gefängnisse das Recht hätten, sich an Submis» sionen zu beteiligen; sie seien sogar bei Vergebung öffentlicher LWfiten bevorzugt. Dadurch seien sie in die Lage versetzt, die Waren billiger zu liefern als die Gewerbetreibend-«, was wieder einen Druck auf die Arbeitslöhne zur Folge gehabt hätte. In Zukunft sollten daher die genannten Anstalten nicht nur nicht bevorzugt werden, es müsse ihnen auch untersagt sein, Gebote unter dem wirklichen Preise abzugeben.
Diese Mitteilung bedarf der Richtigstellung. Rach den vom Bundesrat aufgestellten Grundsätzen über den Vollzug gerichtlich erkannter Freiheitsstrafen ist die Verdingung der Arbeitskraft der Gefangenen an Arbeitgeber tunlichst einzuschränken, der Arbeitsbetrieb auf zahlreiche
Marburg
Sonntag, 26. September 1909.
Politische Umschau.
Die Austritte aus dem Bund der Landwirte.
Die „D. Tgsztg." kommt nochmals auf die Anzahl der Austtitte aus dem Bund der Land- witt« zu sprechen gegenüber verschiedenen Mißdeutungen. Das Blatt schreibt:
„Wir hatten festgestellt, daß dem Bunde bislang nur 137 Austrittserklärungen wegen seiner Haltung zugegangen sind, daß er dagegen am 1. September eine absolute Mitgliederzunahme von mehr als 10 000 seit dem 1. Februar dieses Jahres zu verzeichnen hatte. Daß jemand auf den Gedanken verfallen könne, diese Mitgliedcr- zunahme in kurzer Zeit lasse sich mit einem gleichzeitigen Austritte von über 32 000 Mitglieder in Einklang bringen, hätten wir nicht für möglich gehalten. Um aber jeder weiteren Mißdeutung vorzubsugen, stellen wir hiermit ausdrücklich fest, daß der Bund außer den erwähnten 137 Austrittserklärungen wegen der Reichsfinanzreform in dieser Zeit nur die üblichen Abgänge durch Tod, Auswanderung, Aufgabe des landwirtschaftlichen Berufes u. dergl. zu verzeichnen gehabt hat, und zwar nur in einer dem bisherigen Jahresdurchschnitte entsprechenden Zahl." Demgegenüber wird nun wohl die Behauptung von Mm Niedergang des Bundes wieder aus der Presse verschwinden, vorausgesetzt, daß ein Teil es nicht vorzieht, diese Richtig st ellung seiner früheren Nachrichten als für seine Leser ungeeignet einfach zu unterschlagen.
Der Zentrumsabgeordnete Irl aus Bayern sollte in einer Versammlung gesagt haben, ihm für seine Person würde es lieber gewesen sein, wenn Bayern allein geblieben wäre. Nunmehr erklärt er in der „Germania",'er habe gesagt:
„Wir in Bayern sind manchmal der Meinung, wenn wir für uns allein wären, wenn wir mit den Preußen nichts zu tun hätten, dann wären wir eigentlich besser daran. Ich will nicht darauf eingehen, alles hat zwei Seiten, wir haben jetzt einmal ein einiges Deutschland, und kein vernünftiger Deutscher wird jetzt sagen, man solle das Deutsche Reich wieder auflösen. Das ginge auch gar nicht; es kann kein einzelner Bundesstaat tun, was er will, er muß sich dem Ganzen fügen."
Ferner erklärt der Abgeordnete Irl, ett freue sich vielmehr, daß wir ein einiges Deutsch, land hätten. — Diese Freud« kommt aber in bete Ausführungen trotzdem nicht sonderlich stark zu« Ausdruck.
Ansere Demokraten.
Im Blaubuche berichtet ein Herr Witt- Wannsee, ein Mitglied der demokratischen Vereinigung der Partei des Herrn o. Eerlach, vom sozialdemokratischen Parteitag, er habe sein „gut deutsch gesinntes Herz erfreut" und eine nationale Tat geleistet". Warum hat der Herr nicht den kleinen Schritt zur roten Internationale schon getan, so hätte er vielleicht an dieser „nationalen Tat" in Leipzig auch mithelfen können. Der Demokrat Eaedke, der bekannte frühere Oberst und Militär-Schriftsteller vom he—rühmten „Berl. Tagebl." hat in Frankfurt eine Rede gehalten, um für seine Parteigruppe zu wirken. Die sozialdemokratische „Volksstimme" kritisiert die Rede folgendermaßen:
„Er (Eaedke) kennzeichnete die heutigen gesellschaftlichen und politischen Einrichtungen, die Schäden des Polizeistaates so treffend, daß man jeden Augenblick das Gefühl hatte, der Redner würde sagen, und deshalb gibt es für uns nut eine Rettung, um aus diesen Zuständen zu kommen, nämlich den Anschluß an die Sozialdemokratie. . . . Dieses Wort kam nun allerdings nicht und so konnte man das Gefühl des Halb auf dem Wege Stehenblei- hens nicht abstreifen."
In der Versammlung erklärte ein Genosse, die demokratische Vereinigung würde wohl keine großen Geschäfte machen, wenn man einmal so weit links stünde, wie Gaedke, dann solle man auch vor dem letzten Schritte nicht zurückschrecken
Politisch nimmt die „Obrrhefsische Zeitung" zu den Ereignissen, ohne parteipolitische Agitationspolitik zu treiben, nationalem Sinne selbständig Stellung.
Dem lokalen und provinziellen Teil läßt die „Oberhessische Zeitung' ir Berichten über kommunale Angelegenheiten in Stadt und Land sowie über lokale Ereignisse aller Art fortgesetzt aufmerksame Pflege zuteil werden. Em ausgedehnter Nachrichtendienst ermöglicht auch hl:: schnelle und sichere Bekanntmachung. Die Strafkammer- und Schwurgerichtsverhandlungen des hiesigen Landgerichts, dessen Bezirk bekanntlich die Kreise Marburg, Kirchhain, Frankenberg, Ziegenhain und Homberg umfaßt, werden ebenfalls in der „Oberhessischen Zeitung", soweit sie Interesse beanspruchen können, in objektiver Form mitgeteilt.
In ihrer Sonntagsbeilage „Rach Feierabend" wird sie auch im nächsten Quartal spannende Erzählungen bekannter Autoren bringen, wie auch ihr Feuilletonteil chestens ausgestattet sein wird.
Die eigens für unsere Gegend bearbeitete „Landwirtschaftliche Beilage" unterrichtet über alle Fragen des Gartenbaues und der Landwirtschaft.
Mit ihrer in Stadt und Land nachweislich ständig wachsenden Auflageziffer ist die „Oberhessische Zeitung" das verbreitstste Blatt Oberhessens.
Man abonniert auf die „Oberhessische Zeitung" bei allen Postämtern für 2 M. 26 Pfg., bei der Expedition (Marburg, Markt 21) und den Zeitungs- stellen für 2 M. vierteljährlich.
Neu zugehende Abonnenten erhalten die „Oberhessische Zeitung" bis zum 1. Ott. gratis zugestellt.
Geschäftsstelle der „Oberhessischen Zeitung" Markt 21.
Die politische Bedeutung des sozialdemokratischen Parteitages.
Man schreibt uns:
In der Beurteilung der polittschen Bedeutung des diesjährigen fozialdemokrattschen Parteitages macht sich eine zweifache Auffassung geltend. Die einen Stimmen klingen sehr optimistisch, indem sie glauben, nunmehr die Sozialdemokratie als einen positiven Faktor in unserem politischen Leben ansprechen zu können, während die anderen aus deren Verlaufe des Parteitages kaum etwas Besonderes entnehmen zu können meinen.
Die revisionistische Richtung hat in der Partei und namentlich in der Fraktion ihre Stellung ohne Zweifel entschieden verbessert. Die Revisionisten haben mehr und mehr Verstärkung erfahren durch die — Opportunisten, worunter sich manche Unterführer im Lande befinden, die weniger durch theoretisch-wissenschaftliche Erwägungen als durch praktische Bedürfnisse sich leiten lassen. Diesen brennt aber der von den Gegnern der Sozialdemokratie dieser immer wieder und mit Erfolg entgegengehaltene Vorwurf im Ohr: Ihr leistet praktisch nichts für die Arbeiter. Warum lehnt Ihr Sekt- und ähnliche Steuern ab?. Die Führer sagen sich: Die Masse versteht es nicht, wenn wir die Taschen der Reichen gefüllt lassen. Bebel erklärte 1891 auf dem Erfurter Patteitage: „Es handelt sich nicht darum, daß wir dies oder jenes erreichen". Die praktischer Veranlagten sagen heute: Wenns nicht auf unsere Kosten geht, nur zu! Früher hieß es: Diesem System keinen Groschen, heute: Das kommt ganz darauf an!
Der Leipziger Parteitag hat gezeigt, daß diese Anschauungen heute weit mehr Boden in der Partei haben, als man bisher glaubte, und darin liegt ohne Zweifel ein politisch bebeiit« sames Moment. Zwar hat die Sozialdemokratie auch früher schon vereinzelt für Vorlagen gestimmt, aber allem Anschein nach hat man damit zu rechnen, daß die Sozialdemokratie in Zukunft nach dieser Richtung zielbewußter voi;gehen wird.
Auf der anderen Seite aber wäre es verkehrt, in der Sozialdemokratie nun einen wirklich positiven Faktor in unserem Staatsleben anzuschsn. Daß die Sozialdemokratie ihren Erundcharakter geändert hätte, dafür liegen keinerlei Anzeichen vor. Sie ist und bleibt eine Totfeindin unserer monarchischen Staatsordnung, wie unserer auf dem Privateigentum ruhenden Gesellschaftsordnung. Sie steht unserem staatlichen und kulturellen Leben grundsätzlich feindlich gegenüber und kann und darf auch als bündnisfähige Partei von den bürgerlichen Parteien nicht anerkannt werden. Sie ist auch eine Feindin der Religion und insbesondere des Christentums, weshalb sich für jeden Christen eine Unterstützung dieser Partei verbietet. Wenn die deutsche Sozialdemokratie heute ein etwas an-
Stolx «m Slots.
Roman aus dem Leben von O. Elster.
(Fortsetzung.)
„Walter," sagte sie bittend, „ich habe Dir •finit sehr wehe getan — kannst Du mir verzeihen?"
~ ®r blickte düster zu Boden.
„Ja, Du hast mir sehr wehe getan," wiederholte er mit bebender Stimme. „Aber das ist nun vorüber. Ich verstehe Dich jetzt und kann Dich nur bewundern — ja, ja, ich verstehe Dich jetzt vollkommen, Du kannst darüber ganz beruhigt sein."
„Und willst Du mir nicht verzeihen?"
„Sagt nicht ein Sprichwort: Alles verstehen, heißt alles verzeihen? So habe auch ich Dir verziehen, wenn ich auch Dein« Worte nicht vergessen habe. Sie sind mir vielmehr ttef in die Seele eingegraben — Deine Worte von dem Stolz der Armut!"
„Walter!"
„Ich bin jetzt auch arm — ich kenne jenen Stolz — und darum laß uns scheiden, Brunhilde. Laß uns ohne Zorn scheiden, aber auch ohne Vergessen — unsere Wege haben uns nun einmal weit voneinander geführt. Lebe wohl..."
„Du bist hart gegen mich, Walter!"
„Nein, Brunhilde, hart bin ich nicht; ich bin nur gerecht gegen Dich und gegen mich. Stolz um Stolz, Brunhilde! Du wolltest meinen Reichtum nicht mit mir teilen; ich kann Dir meine Armut nicht anbieten. Lebe wohl!"
Er entfernte sich rasch.
Sie wollte auf ihn zueilen, seine Hände ergreifen und ihm zurufen: „Ich liebe Dich —"
Doch er winkle ihr noch einmal mit der Hand von der Türe her, dann war er hinter der Portiere verschwunden.
Aufschluchzend sank da« junge. Mädchen in •inen Sessel. 1
Die JnsertionSgebsibr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Untnersttätsbu chdruckeret Inhaber Dr. T. Hitzeroth, Marburq, Markt 21.— Telephon 55.
und des Mitleids, der gegenseitigen Liebe und Rücksichtnahme in ihr geherrscht hätte. Statt dessen trieben böse Geister ihr Wesen darin.
Der Kommerzenrtt hing seinen schlimmen Erinnerungen nach; er war reizbar und heftig geworden. Er konnte sich in seine beschränkte Lage nicht finden, er zankte mit seiner Tochter und Frau Ritter, die den Haushalt weiterführte, und machte beiden das Leben schwer.
Frau Ritter war nicht so veranlagt, daß sie mildernd und besänftigend auf das Wesen des Kranken hätte einwirken können. Ihr sauer- töpfisches Eesicht, ihre wehleidigen Blicke, ihre steten Ermahnungen, die Prüfungen des Schicksals geduldig, zu ertragen, machten die gereizte Stimmung Hildebrandts nur noch schlimmer und vergrößerten dessen Ungeduld.
„Wenn ich doch die alte, mürrische Person nicht mehr zu sehen brauchte!" seufzte er oft, wenn sie ihn wieder einmal mit sauersüßem Lächeln an die frühere glänzende Zeit, an seine verstorbene Gattin und an das herrliche Leben in der Villa im Grünewald erinnert hatte.
Und doch konnte er die Frau nicht entbehren, denn sie besorgte den Haushalt und pflegte ihn, sie stützte ihn bei seinen kurzen Spaziergängen und war in ihrer Weise tatsächlich besorgt um ihn.
Aber sie war sein lebendiges Gewissen. Sie kannte sein ganzes Leben, sie kannte die Geheimnisse der Familie und die dunklen Puntte in seinem Eheleben, und wenn sie jetzt ihre ernsten Augen mit einem traurigen, wehleidigen Ausdruck auf ihn richtet« und ihn mit allerlei Redensarten zu trösten suchte, dann war et ihm, als stehe sein Gewissen leibhaftig vor ihm« Er wollte sich keine Moral predigen lassen! Und er geriet dann oft in so rasenden Zorn, daß et die Frau ins Gesicht hätte schlagen können. Und \ doch mußte er seinen ohnmächtigen Erimm vere ' Ltißen,
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AechjjW Mullg mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschaftliche Berlage."
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8.
langen Winterabende
Ist eine reichhaltige und aut unterrichtete Zeitung auch für denjenigen, dem im Sommer die Zeit zum Lesen fehlt, unentbehrlich.
Man abonniere daher sofort auf die „Oberhessische Zeitung", die wie bekannt, in der Lage ist, ihre Leser schnellstens von den Geschehnissen im Reich und im Ausland in Kenntnis zu setzen.