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Dis Insertionsgebühr beträgt für die 7 gespaltene Zeile

oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. 4* >

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Unwersttätsbuchdruckerei

Inhaber Dr. C. Hiheroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

mit dem Kreisblatt sür die Kreise Marburg und Kirchhain

und Uti Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Berlage

Marburg

Sonntag, 19. September 1909.

DieGberhesfrsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der

' 990 Sonn» und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt oiertel-

'»= fährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei

unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

Zweites Blatt.

Deutsches Reich.

Moltke in der Walhalla. Wie die Münche- »erKorrespondenz Hoffmann" mitteilt, hat der Prinzregent Luitpold an den Kaiser folgendes Handschreiben gerichtet:

Ew. Majestät bitte ich, geneigtest Kenntnis da­von nehmen zu wollen, daß ich heute die folgende Berfügung getroffen habe. Ich bestimme, daß in der Walhalla, dem von meinem höchstseligen Vater errichteten Ehrentempel, an der Seite des Marmor­bildes weiland Sr. Majestät Kaiser Wilhelm I. die Büste des Feldmarschalls Grafen von Moltke, des großen Lehrmeisters der deutschen Armee, aufge­stellt werde. Möge das Bild des verewigten Feld­marschalls der Armee voranleuchteu als Vorbild höchsten kriegerischen Könnens, selbstloser Pflicht- erfiillung und unwandelbarer Treue. Ich benutze auch dieser. ' zur Versicherung der vorzüg­lichen Hoche... nng und Freundschaft, womit ich verbleibe, Ew. Kaiserlichen und Königlichen Ma­jestät freundwilliger Vetter und Bruder

Luitpold, Prinz von Bayern.

Vorderriß, den 15. September 1909.

Der Sieg der Revisionisten tritt auf dem Leipziger Parteitage deutlich hervor, besonders nm dritten und vierten Tage. Tat man schon di« Hofgängerei der württembergischen Genossen kurz tn Form einer kollegialen Unterhaltung ab, so zeigte noch deutlicher die äußerst milde Debatte über die Maifeier das Vordringen des Revisionis­mus. Am stärksten aber trat dies in die Erschei­nung, als der Antrag 41 am vierten Tage noch­mals auf die Tagesordnung gesetzt wurde, trotz­dem er am Tage vorher schon angenommen war. (Einige Parteigenossen hatten sich bei der ersten Abstimmung geirrt, sie meinten schon bei Antrag r42 zu sein, und so kam er nochmals Mk Abstim­mung.) Bei dieser Abstimmung wurde der Antrag abgelehnt. Dieser Antrag 41 verwirft jedes Zu­sammengehen mit den Liberalen und verurteilt die Freisinnigen aufs schärffte. Nach dem schnellen Durchpeitschen am dritten Tage wurde er ange­nommen, und derVorwärts" jubelte. Am 4. Tage brachte aber die nochmalige Abstimmung die Ablehnung. Welche Konsequenzen aus diesen Abstimmungen sich ergeben werden, bleibt abzu­warten. Festgestellt sei, daß das linksliberale und leicht entzündliche Berliner Tageblatt eineneue Aera" in Deutschland erwartet!

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 des Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe Oberheff. Zig." gestattet.)

' Marburg, 18. Sept.

* Es geht auf den Herbst. Obwohl wir vor­aussichtlich noch manchen schönen sommerlichen Tag erleben werden, lassen doch verschiedene

26 (Nachdruck verboten.)

Ktalz »m Stolz.

Roman aus dem Leben von O. Elster.

(Fortsetzung.) .

Laß mich bei Dir bleiben, Onkel Christoph! Ich will arbeiten ich will Dir gewiß nicht zur Last fallen!"

Bon letzterem kann gar keine Rede sein, mein Kind. Du fällst mir nicht zur Last, und sollte ich auch mein letztes Stück Brot mit Dir teilen. Aber mit dem Arbeiten, hm, das ist so 'ne Sache. Ich habe jetzt kaum Arbeit genug für mich das heißt Arbeit, die sich lohnt. Und wenn der Wirt vomFeuchten Pinsel" nicht wäre, dann könnte ich schließlich Hungers sterben!" ""

Onkel!" rief Brunhilds erschrocken.

Na, das'wird ja auch wieder besser werden," meinte der kleine Maler gutmütig lachend.Ich habe schon wiÄer einen Auftrag erhalten; ich soll Scheffels feuchtfröhliche Lieder illustrieren. Sieh, da liegt schon der verliebte Hering und Mucius Scävola, der Rechtskandidat Du kennst doch das schöne Lied von den Römern, als sie frech geworden, in dem man den römi­schen Rechtskandidaten hinterwärts auf fein Corpus juris nagelt? Na, und den schwar­zen Walfisch zu Askalon habe ich auch schon halb fertig. Da werde ich dem Herrn Verleger mal einen ordentlichen Vorschuß abzwacken, der uns bis zum Herbst über Wasser halten soll. Und für das weitere wird der liebe Gott und der heilige Lukas schon sorgen. Also, sei ver­gnügt, liebe Vrunhilde; wappne Dich mit dem ganzen Stolz Deines Namens und vertraue dem alten Christoph Wackernagel. Er hat schon in

Anzeichen der uns umgebenden Natur darauf schließen, daß eszu herbsten" beginnt. Gehen wir durch Feld und Wald, so bemerken wir, daß es bereits recht still geworden ist. Der Sang und Klang, der im Juni das Gelände erfüllte,' ist nicht mehr zu finden; mehrere Vögel, wie Kuckuck, Star usw. haben sich längst aufgemacht, um ihre südliche Heimat zu erreichen. Aber auch die Flora ist stark zurückgegangen. Der herrliche Blumenteppich des Spätfrühlings schwand unter der Sichel dahin und wurde nur dürftig ersetzt. Die Rosen und Nelken im Gar­ten, die Linden und Akazien, sowie die nied­rigen Sträucher der Anlagen haben abgeblüht. Hier und da tritt im dunklen Erün der Bäume ein gelber Schimmer auf. Schmetterlinge und Käser find weniger zahlreich als in den Vor­monaten vorhanden. Und ein kühles Lüftchen, das dahinstreicht, läßt uns schon frösteln. Auch an den kühleren Nächten merken's wir: Der Spätsommer geht seinem Ende zu! Und doch haben wir noch manche schöne Gäbe zu erwarten. Wie verlockend leuchtet das Obst aus dem dunk­len Laube hervor! Wie fangen schon die Laub- bäume an, sich auf die große Farbensinfonie herbstlicher Schönheit vorzubereiten! Und üb­rigens: bietet der September und der Okto­ber nicht die schönste Zeit zum Wandern? Klar und mild wie ein abgeklärtes Ereisenan.litz liegt die Landschaft vor unserem Auge. Da stört uns kein jugendlich- unbeständiges und übermütiges Aprilwetter, noch haben wir unter quälender Hitze, dem Staube und dem Durst des Hochsommers zu leiden. Die Gewitter find sel­ten. Und überall gibts ein Tischlein-deck-dich von aromatischen Früchten. Gestehen wir's nur: auch der Herbst hat seine Schönheit und Poesie!

* Wer vermag am besten eine Zeitung zu leiten? Diese oft diskutierte Frage wird von einer Schriftstellerin wie folgt satirisch beant­wortet:

Sag mir, du Weiser:

Wer versteht wohl' am besten die Viere zu brauen?

Das tut der Brauer."

Wer am besten den Acker zu bauen?

Das tut der Bauer."

Wer am besten die Soldaten zu führen?

Der Herr Offizier." -

Wer am besten den Bart zu rassieren?

Gewiß der Barbier."

Wer am besten eine Zeitung zu leiten?

Darüber läßt sich streiten:

Jeder Grünschnabel, jeder Backfisch, Jeder Schreihals am Biertisch, Jeder eingebildete Wicht, Nur der Redakteur nicht!"

* Für Hausbesitzer. Eine wichtige Entschei­dung für Hausbesitzer ist, wie dieHansbe- sitzer-Zeitung" meldet, vor" kurzem ergangen. Die Eigentümerin eines Hauses, in dem meh­rere Mietsparteien wohnen, hatte wiederholt mit Rücksicht auf die Sicherheit des Hauses die Haustüre Sonntags geschlossen, weil sich in der betreffenden Gegend häufig Bettler und son­stiges verdächtiges Volk zeigte und die Vermie­terin eine alleinstehende ältere Frau ist. Die Mieter ließen die frühzeitige Abschließung des

manch einer Klemme gesessen und lebt doch noch!"

Unter Tränen lachend umarmte Vrunhilde den kleinen Mann.

Ich werde Dir nicht lange zur Last fallen, lieber Onkel," sprach sie bewegt.Eid mir nut für einige Tage Unterschlupf. Gleich morgen will ich mich nach einer Stellung umsehen. Und dann, ich besitze ja einige kleine Ersparnisse es sind fast dreihundert Mark ich stelle sie Dir zur Verfügung . . ."

Dreihundert Mark! Alle Wetter. Mädel, dann bfft Du ja reich sehr reich! Dreihundert Mark! Und der Mann, der Onkel, der Kommer­zienrat gebietet über Millionen! Man sollt's nicht glauben dreihundert Mark eine so enorme Summe?"

In größter Erregung lief Christoph Wacker­nagel in dem Atelier auf und ab, lachte höhnisch, stieß hie und da einen Stuhl beiseite, schlug mit der Faust auf den Tisch und machte seiner Er­regung in den wunderlichsten Kapriolen Luft, so daß ein Unbeteiligter sich gewiß des Lachens nicht hätte erwehren können.

Aber Brunhilde lachte nicht, sondern schwere Tränen perlten ihr langsam über di« glühenden Wangen. Sie verstand den braven Chrfftoph Wackernagel und fühlte sich beschämt, daß sie als Bittende vor diesem grundehrlichen, herzens­guten Menschen stehen mußte, der selbst mit der Not des Lebens zu kämpfen hatte.

Sie hotte aus ihrem Handtäschchen ihr Por­temonnaie hervor.

Hier, Onkel," sagte sie in bittendem, sanften Tone,nimm das Geld."

Behalte Dein Geld!" schnauzte er fie an. Wenn ich auch kein Millionär bin, so hab« ich doch noch genug, um die Tochter meines besten,

Hauses nicht zu und verlangten wiederholt, daß in der ortsüblichen Zeit das Haus dem Ver­kehr geöffnet sein müsse. Es kam zum Prozeß. Die Hausbesitzerin wurde verurteilt, bei Mei- dung einer Geldstrafe bis zu 300 M. dafür zu sorgen, daß die Türe des Hauses im Sommer bis 10 Uhr und im Winter bis 9 Uhr abends, auch an Sonntagen, unverschlossen bleibe, sowie die Kosten des Rechtsstreites zu tragen.

Bauerbach, 13. Sept. Gestern wurde das Obst-der hiesigen Gemeinde öffentlich meistbietend versteigert, wobei für die Gemeindekasse eine Ein­nahme von 1509.20 M erzielt wurde. Für Früh­obst waren in diesem Jahre schon 40 M und für Kirschen 3.25 M erlöst, das Fallobst hatte 41.20 M gebracht, sodaß die Gemeinde die stattliche Summe von 1593.65 Jt für Obst in diesem Jahre zn ver­zeichnen hat, welche Summe etwa einer 100 %iflcn Umlage der hiesigen Steuerzahler entspricht. Fm Vorjahr war die Summe von 1540.75 M für Obst eingekommen. Obwohl gegen das Vorjahr hener weniger Obst vorhanden war, besonders an Aepfel, so war der diesjährige Gefamterlös ca. 50 .M, höher, weil die Aepfel, Tafel- sowohl wie Wirt- schaftsobst, alle sehr teuer bezahlt wurden. Birnen waren reichlicher vorhanden, die besseren Sotten wurden auch hoch bezahlt, für Kelter- und Wirt­schaftsobst wurden mittlere Preise erzielt. Die vorangeführten Zahlen beweisen, daß der Obstbau rentabel und für die Gemeinden zu empfehlen ist.

Hessen-Nassau und Nachbargebiete.

G. Hanau, 16. Sept. Die Stadtverordneten­versammlung beschloß in ihrer heuttgen Sitzung, für das laufende Rechnungsjahr die Einkommen­steuer um 3 % (von 145 auf 148 %). die Real steuern um 6 % (von 160 auf 166 %) zu erhöhen. Ferner beschloß man die Erwerbung des forst­fiskalischen Grundstücks Neuhof bei Hanau für 60 000 M zwecks Errichtung einer Wanderarbeits­stätte für die Kreise Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern. Die Kosten ttagen die genannten Kreise und der Bezirksverband.

G. Hanau, 17. Sept. Das Kornhaus Hanau, landwirtschaftliche Ein- und Verkaufsgenossen- schast, erzielte un abgelaufenen Geschäftsjahre einen Reingewinn von 10 325 M. Der Umsatz stellte sich auf nahezu 5 Mill. M.

Mitteilungen aus dem Leserkreise.

Unter dieser Rubrik veröffentlicht die Redaktion Stimmen aus ihrem Leserkreis. Für die hierin aus­gesprochenen Ansichten und Tendenzen übernimmt die Redaktion (außer der preßgesetzlichen) keine Ver­antwortung, diefe bleibt vielmehr dem Ein­sender überlassen.

Eine Anfrage.

Ein Gang durch die Straßen Marburgs ist heuteinteressant", wenn man die Auslagen mancher Postkartengeschäfte betrachtet. Man glaubt sich auf die Kaiserstraße in Frankfurt oder nach anderen Großstädten versetzt. Dort hängen kaum schlimmere Karten mit gleichfalls sagen wir mindestens verhüllt unzüchtigen Zeichnungen. Alles zur freundlichen Besich­tigung für die Schuljugend und halbwüchsige junge Leute. Die Eltern machen dann kein schlechtes Gesicht, wenn ihnen ihre Kinder der­artige Karten als etwas ganz Modernes mit ins Haus bringen, durch die öffentliche Auslage zum Kaufen angereizt.

liebsten Freundes nicht Not leiden zu lassen. Was willst Du mich etwa bezahlen? Ich ver­miete meine Salons nicht! Und wenn jemand zu mir als Gast kommt, so nehme ich keine Be­zahlung an! Merke Dir das! Ich bin kein peiferöiit und kein Zimmervermieter!"

Aber, Onkel Christoph!"

Schweig! Ich will nichts weiter hören von Deinem Mammon. Du bist da Du hast Dich mir anvertraut gut! Für das übrige werde ich schon sorgen. Glaubst Du mich mit Deinen lumpigen dreihundert Mark bestechen zu können? Oho, da kennst Du Christoph Wackernagel aber schlecht! Uebrigens ist Dein kleines Zimmerchen noch in der alten Ordnung und Du kannst es sofort wieder beziehen. Wo ist Dein Gepäck? Hoffentlich hast Du nicht drei oder vier riesige Koffer und ein halbes Dutzend Hutschachteln mit­gebracht?"

Ich habe nur die kleine Handtasche hier."

Gut die findet schon noch Platz in dem Dachstübchen. Ich will sie Dir in Dein Zimmer tragen. Etwas Staub mußt Du allerdings wischen, den seit Du ausgezogen bfft, hat keines Menschen Fuß das Zimmer betreten. Es liegt und steht alles noch so, wie Du es verlassen hast Pietät nennt man das, nicht wahr? Woher kommst Du denn eigentlich?"

.^Direkt von der Bahn, Onkel."

$on Norderney?"

. Ja."

Da haben wir's. Hat fünfzehn Stunden in der Bahn gesessen? Hat nichts gegessen und ge­trunken bei der Augusthitze! Ist natürlich tod­müde todhungrig toddurstig! Und wir stehen hier und schwatzen und schwatzen? Marsch, hinein in Dein Boudoir? Ruhe Dich aus, er­frische Dich durch eine Douche kalten Wassers

Wir haben seit kurzem doch hier in Mar­burg einen Verein gegen die Verbreitung un- züchtiger Schriften, dessen Aufforderung zum Eintritt in den Verein sogar einträchtig neben den genannten Zeichnungen hängt (!), fühlt sich dieser nicht zum Einschreiten verpflichtet, oder erstreckt sich seine Tätigkeit nur auf Schriften? In letzterem Fall« bitten wir ihn, sein Pro­gramm schleunigst zu erweitern, es tut wirklich not im Interesse unserer Jugend.

Ein Vater.

haus Scbelknberg,

> alle Nachahmungen!

Erholungs- u. Fremdenheim. =

Volle Pension 4 bis 5 Mk

Gegen das Altern

Dr. Hommels Haematogen

WARNUNG! Man verlange ausdrücklich den Namen Dr. Bommel.

Geschäftliche Mitteilung.

Borsicht bei Telephonbenutzung! liebet die An* steckungsgcfahr bei Benutzung von Telephonappa­raten gibt der bekannte Hygieniker Prof. Dr. Allan in London interessante Ausschlüsse. Der namhafte Batteriologe entnahm der Schallmem­brane eines Telephons den auf ihr hastenden Schmutz und impfte diesen zwei Meerschweinchen ein, von denen das eine 23, das andere 26 Tage nach der Impfung an Tuberkulose zugrunde ging. Einige Wochen nach dieser Meldung kam in der NationalzeiMng ein Bettcht über eine Dame, welche sich durch die Benutzung eines öffentlichen Telephonapparates mit Syphilis infiziett hatte. Es ist außer allem Zweifel, daß bei genauem Nachsehen noch manche in ihren Anfängen dunlle Infektton als eine Ansteckung durch das Telephon nachgewiesen werden könnte. Jetzt endlich, nach mühevollen Versuchen, ist es nun gelungen, ein wirksames Mittel gegen diese Ansteckungsgefahr herzustellen, welches unter dem NamenNerotol" außerordentlich schnell bekannt und beliebt gewor den ist und bereits für mehrere Tausend Apparat« benutzt wird. Es empfiehlt sich, zur Vermeidung von Ansteckungsgefahr dadurch beizutragen, daß man nur solche Apparate benutzt, die mit .Nero- tol" desiufiziett sind. Nähere Auskunft erteilt bereitwilliast der Generalvertreter für Hessen, W. Sttiepe, Marburg, Bahnhofftraße 15.

Verantwortlich für die Redaktion: Dr. phil. Carl Hitzeroth in Marburg.

da steht der Wasserkrug schmücke Dich ordne Dein Haar oder laß es lieber, wie es ift denn diese Unordnung ist sehr malerisch g werde derweilen zumFeuchten Pinsel" hinun­terspringen und uns ein herrliches, Üppiges Souper bestellen, bestehend aus Wiener Schnitzel oder Münchener Selchfleisch was ist Dir lieber?"

Mir ist alles eins, lieber Onkel."

So bestelle ich beides und auch ein Maß Münchener Lmvenbräu fein, sage ich Dir, fein, fein . . .

Aber, Onkel, das ist doch nicht nötig.

Schweig, das verstehst Du nicht! Ich muß das besser wissen! Und dann, ich will doch auch Deine Heimkehr feiern! Also adieu, in einer halben Stunde bin ich wieder da und hoffe, Dich dann geschmückt zum festlichen Mahle zu finden. Addio?"

Damit warf er ihr eine Kußhand zu und eilte davon.

Vrunhilde war so nervös erregt, daß fie die Tränen nicht zurückhalten konnte, die ihr in die Augen stiegen, als fie das Stübchen wiederfah, welches ihr nach dem Tode bes Vaters eine Zu­fluchtsstätte gewesen war. Es stand und lag i« der Tat noch alles auf demselben Platze, wie Brunhilde es verlassen. Da stand noch der kleine Tisch unmittelbar vor dem lukenförmige» Dachfenster und auf dem Tisch lag noch die Zeich­nung eines Blumenstraußes, die fie damals an­gefangen. sogar die Blumen, welche ihr als Vor­lage gedient, standen noch allerdings verttock- net und verstaubt in einem Wasserkruge, bet die SMe eines Blumenvase hat ersetzen müssen.,

(Fortsetzung folgt) ,«**** - - " j