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mit -em Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain -

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Berlage."

K862-. .5. -.

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DieGderhrlstschr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

Marburg

Sonntag, 19. September 1909.

Die Insertionsgebilnr beträgt für di« 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. Druck und Verlag: Foh. Aug. tkoch, UnioersttätSbuchdruckerei Jndaber Dr. T. Hitzerotb, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

44. Jahrg.

Erstes Blatt.

Bestellungen

aus daS vierte Quartal 1909 auf dieOberhesstsche Zeitung" nebst schien Beilagen werden von unserer Expedi- . Gyr Markt 21), unseren Ausgabestellen in Kirchhain, Reustadl und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Landbriefträgern «ntgegengenommen.

und der Bund der Landwirte.

Dr. Böhme

Man schreibt uns:

Vor einiger Zeit ist unser Reichstagsabge­ordneter, Herr Dr. Böhme, aus dem Bund der Landwirte ausgetreten und zu dem neuen Bau­ernbunde übergegangen. In einem der letzten Dienstagsnummer dieser Zeitung beigefügten Flugblatt sucht Herr Dr. Böhme diesen Schritt vor seinen Wählern zu rechtfertigen. Herr Dr. Böhme macht der Leitung des Bundes der Landwirte u. a. vor allem den Vorwurf, daß sie den Großgrundbesitz besser behandle als den Kleingrundbesitz und für die Interessen des kleinen Mannes kein Herz habe. Die verehr- liche Redaktion dieser Zeitung hat zu dem Flug­blatt bereits die dankenswerte Erklärung abge­geben, daß sie in wesentlichen Punkten die Auf- sasiung des Hern Abgeordneten nicht teilen könne. Der Bund der Landwirte wird natürlich die Antwort nicht schuldig bleiben. Ich möchte tm folgenden nur auf zwei von Herrn. Dr. Böhme ber;"':r+- Fragen eingehen, indem ich annehme, daß dieselben für weitere Kreise Jn- tereffe bieten.

Es handelt sich einmal um die Frage der vermehrten Schaffung von Restgütern im An­siedlungsgebiet der Ostmark, für welche die Lei­tung des Bundes der Landwirte bekanntlich eintritt. Herr Dr. Böhme führt diese Haltung zurück auf die in den führenden Kreisen des Bundes der Landwirte angeblich herrschenden volksfeindlichen Anschauungen und Bestrebun­gen egoistischer und gesellschaftlicher Natur. In Wirklichkeit wird die vermehrte Schaffung von Restgütern von der Bundesleitung aus rein fachlichen Gründen nur deshalb angestrebt, weil die bisherige Ansiedlungspolitik nach ihrer ehr­lichen Ueberzsngung einseitig auf Kosten des deutschen Großgrundbesitzes ging, währen­der polnische Großgrundbesitz nicht oder nicht genügend zu fasten war. Nur aus dieser liehet» zeugung heraus hat sich die Bundesleitung auch an den damaligen Reichskanzler, Fürsten Bü­low, gewandt, und dieser hat in der Audienz am 26. Februar 1909 ihren Standpunkt durch­aus anerkannt und voll gewürdigt. So hat Fürst Bülow derselbe Staatsmann, von wel­chem Herr Dr. Böhme in seinem Flugblatt mit Recht sagt, ihm sei es zu verdanken, daß wir einen ausreichenden Schutz der Landwirtschaft in feder Weise erhalten hätten, und er habe es verstanden, den widerstrebenden Interessen gegenüber eine gesunde Agrarpolitik -^zu treiben damals der Deputation des Bun­des der Landwirte nach derNorddeutschen Allgemeinen Zeitung" folgende Antwort erteilt: Die Staatsregierung ist sich der Bedeu­tung eines leistungsfähigen deutschen Groß­grundbesitzes in den Ostmarken voll bewußt. Er ist notwendig für die wirtschaftliche Ent­wickelung und für die Hebung der Technik des landwirtschaftlichen Gewerbes. .Wir be­dürfen seiner für die Aemterbesetzung in ter kommunalen Selbstverwaltung in Kreis und Provinz. Er soll uns in der Ostmark Führer stellen . . . Die Königliche Staatsregierung bat den zunehmenden Verlust an deutschem Großgrundbesitz in den Ansiedlungsprovinzen tief beklagt . . . Eine Fortführung der An­siedelungspolitik lediglich auf Kosten des deut­schen Großgrundbesitzes war unmöglich, feine zu weitgehende Verminderung mußte verhütet werden. Die Königliche Staatsregierung ist in der Wertschätzung eines gesunden deutschen Großgrundbesitzes und seiner Bedeutung für die Entwickelung unserer Ostmark mit Ihnen ganz einer Meinung. Ich habe den Grostgrundbefitz vor einem Jahre im Herrrn- hause geradezu als unentbehrlich bezeichnet^.. Ich erkenne auch an, daß die Frage der Er­haltung von Großbetrieben int Wege der Rest­güterbildung für eine Reihe von Bezirken, tn denen viel deutscher, größerer Besitz aufgetetlt worden ist, in letzter Zeit erhöhte Bedeutung gewonnen hat."

Der Vorwurf, welchen Herr Dr. Bohm« der Leitung des Bundes der Landwirte in oteser Wichtigen Frage macht, müßte sich also auch

gegen den Fürsten Bülow richten. Fürst Bülow hat sich aber in dieser Frage auf den Standpunkt des wahren Staatsmanns gestellt.

Herr Dr. Böhme macht es ferner dem Bunde der Landwirte zum Vorwurf, daß er gegen dte Erbanfallsteuer gestimmt habe, obwohl diese nur höchstens fünf Prozent der landwirtschaft­lichen Besitzer überhaupt getroffen hätte, in den rein bäuerlichen Gegenden Deutschlands noch weniger. Ich möchte demgegenüber hier nur auf das statistische Ergebnis Hinweisen, zu wel­chem s. Z. ein aus amtlicher Quelle stammender Artikel bei der Untersuchung der Frage, wie- viele Landwirte in den einzelnen preußischen Provinzen von der Erbanfallsteuer betroffen werden würden, gelangt ist. Danach würden betroffen sein: In Hannover 17 065 Landwirte, Sachsen 15 049, Rheinland 14 457, Schleswig- Holstein 12146, Westfalen 10 832, Schlesien 8329, Brandenburg 6258, Ostpreußen 4925, Hes­sen-Nassau 4607, Westpreußen 4009, Pommern 3722, Posen 2113 und in Hohenzollern 597 Landwirte.

Es entfallen also 70 Prozent aller landwirt­schaftlichen Betriebe, welche der Erbanfallsteuer unterliegen würden, auf die 5 Provinzen west­lich der Elbe und Schleswig-Holstein und noch nicht 30 Prozent auf die 6 Provinzen östlich der Elbe. Es erhellt aus den oben angeführten Zahlen auch ohne weiteres, daß gerade der kleine und mittlere Besitz von der Erbanfall­steuer in erheblichem Umfange getroffen wer­den würde. Es mag nur erwähnt werden, daß in den drei Provinzen Schleswig-Holstein, Rheinland und Westfalen die Zahl der Groß­grundbesitzer geradezu verschwindend ist und die in der obigen Statistik an der Spitze marschie­rende Provinz Hannover doch mit Recht die Bauernprovinz" genannt wird. Die erbschafis- steuerpflichtigen Landwirte find noch in der überwiegenden Mehrzahl hauptsächlich Seldst- wirtschafter, in deren Betrieben Gattin, Söhne und Töchter tatkräftig mit Hand anlegen und an dem Erwerb des Vermögens, an der Erhal­tung des Besitzes, welcher ihnen als gemein­samer Besitz gilt, oft wesentlich Mitarbeiten. Schon aus diesen kurzen Hinweisen folgt, daß Rücksichten auf den Großgrundbesitz den Bun- der Landwirte zu seiner ablehnenden Haltung gegenüber einer Heranziehung der Ehegatten und Kinder zur Erbschaftssteuer nicht veranlaßt haben.

Auch bei dieser Frage kann also keine Rede davon sein, daß der Bund der Landwirte dem Großgrundbesitz zuliebe die Jnteresien des Bauernstandes geschädigt habe.

Zum Schluß möchte ich noch Hinweisen auf die Mahnung des nationalliberalen Reichstazs- abgeordneten für Eraudenz, Herrn Sieg, welcher auf demDeutschen Bauerntage" in Eraudenz erklärte: Er sei ein treuer Anhänger des Bun­des der Landwirte gewesen und sei es auch noch, wenn er auch manches an ihm zu tadeln habe. Notwendig sei aber für alle Landwirte die Einigkeit. Wenn der neue Bauernbund mit dem Bunde der Landwirt« nicht zusammen- gehen wolle, so solle er doch parallel mit ihm gehen; denn sonst würde, wenn die beiden sich streiten, der Dritte sich freuen.

0. V.

Das Ende der Kaisermanöver.

Mergentheim, 17. Sept. Nach vier Tagen fast ununterbrochener Anstrengung und fast ohne Nachtruhe standen heute alle Streit­kräfte der beiden Parteien einander gegenüber. Blau stand auf dem rechten Tauberufer, Front gegen Westen, das bayerische 1. Korps, di« erste unb zweite Division als rechter nördlicher Flü­gel bei Tauberbischofsheim, anschließend das 13. Korps, die 26. und 27. Division; auf dem an­deren Ufer stand das Kavalleriekorps Mischen Mergentheim und Boxberg. Rot stand ge­schloffen mit der Front gegen Osten dem Feinde gegenüber, aus dem linken nördlichen Flügel bei Külsheim das 3. Korps, die 5. und 6. Division, im Zentrum das 20. Korps, die 4. und 39. Di­vision, auf dem rechten Flügel das 14. Korps, die 28. und 29. Division und die Kaoallerie- divifion A in der Gegend von Boxberg. Die blaue Arme« erwartet westlich der Tauber das Eintreffen ihrer angenommenen Verstärkungen. Die rote Armee griff bei Tagesanbruch ihren Gegner in der Front und in der linken Flanke an. Dichter Rebel zog sich bis in die Täler hin­ein. Der rechte Flügel von Rot ging über di« Tauber und versuchte, den linken Flügel von Blau aufzurollen. Di« 27. Division von Blau machte den Gegenvorstoß, wobei sich ein sehr hef- ttges Gefecht entspann. Aus der roten Gert« wurden bedeutende Truppenmengen außer Ge-

Mergentheim, 17. Eeot. Der Kaiser und Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand verließen um 5 Uhr 45 Mtn. Mergentheim und stiegen bei Kützbrunn Lei der 27. blauen Divi­sion zu Pferde. Li« traf« auch die übrige«

Z IIP.

Adelsheim, 17. Sept. DerBauländer Bote" berichtet über den Unfall desZ. 3" noch folgende Einzelheiten:Z. 3" überflog etwa um 6 Uhr die Gegend bei Dönishof bei dem Dorfe Merchingen und ging ganz nieder zur Erde, anscheinend um zu landen. Graf Zeppelin erkundigte sich bei dem Baron v. Ber- lichingen, der zur Zeit auf dem Gute Dörnishof weilt, wo er sich befinde. Nach erhallenem Be­scheide und nach Ausgabe von Ballast in Form gefüllter Sandsäcke ging das Luftschiff wieder in die Höhe. Eine Gondel streift« dabei das Dach des zumEute Dörnishof gehörigen Bienen­hauses und riß es herunter. Dann trieb das Luftschiff südwärts dem Walde zu und geriet in das Geäst einer Eiche, wobei es stark beschädigt wurde. Im Walde wurde ein acht Meter lan­ges Aluminiumrohr, ein Stahltriebband und ferner ein abgebrochener Propellerflügel aufge­funden. Das Luftschiff flog nach dem Unfall in nördlicher Richtung davon.

Adelsheim, 17. Sept. DerBauländer Bote" meldet: ,L. 3" fuhr um %7 Uhr nord­wärts zwischen Rosenberg und Osterburken durch auf Buchenau zu, schwenkte dann links ab tn der Richtung auf Eberbach, umfuhr um 9 Uhr den Katzenbuckel und nahm den Kurs nach Osten. Von 10 bis %11 Uhr wurde das Luftschiff in ErLnseld bei Tauberbischofsheim tm ManSvergeländ« gesichtet.

Frankfurt a. M.. 17. Sept. Das Luft­schiff »Z. 8" wurde um 5 Uhr 10 Minuten über

Fürstlichkeiten ein. Um 11 Uhr 30 Minuten wurde das Manöver abgebrochen. Der Kaiser hielt Krittk ab. Der Kaiser verlieh zahlreiche Ordensauszeichnungen; unter anderen erhielten der Chef des Eeneralftäbes der Armee, von Moltke, den Schwarzen Adlerorden und Ge­neraloberst von Bock und Polach das Kreuz und den Stern des Komturhausordens von Hohen­zollern.

Mergentheim, 17. Sept. Der Ballon Groß 2" arbeitete heute den ganzen Vormittag Über dem Manöverfelde.Z. 3" traf nach der Kritik ein.

Mergentheim, 17. Sept. Der Kaiser stieg heute morgen bei Kützbrunn zu Pferde und ritt zum Standpunkt der Manöverleitung auf der Höhe 353 östlich von Lauda auf dem rechten Tauberufer und verfolgte von hier aus den im dichten Nebel erfolgenden Angriff von Rot, insbesondere die Erstürmung der Höhen südlich von Gerlachsheim durch die Brigade des Generalmafors v. Deimling. Sodann ritt der Kaiser in das Gelände zwischen Hofstetten unb Meiselhausen unb begleitete hier den Angriff bes 14. badischen Armeekorps gegen die Würt­temberger. Nachdem das 14. Korps die be­waldeten Höhen nördlich von Kützbrunn mit Sturm genommen hatte, ließ der Kaiserdas ganze Halt" blasen. Er ritt auf die Höhe 353 zurück und verabschiedete sich hier von den fremdherrlichen Offizieren. Er hielt eine Be­sprechung bes gesamten Kaisermanövers ab. Prinz Lubwig von Bayern verlas hier bie Orber des Prinzregenten, derzufolge die Büste des Generalfeldmarschalls Grafen von Moltke in der Walhalla ausgestellt werden soll. Der Kaiser kehtte um 2 Uhr 15 Min. nach Mergent­heim zurück.Groß 2" undZ. 3" gaben ihm bei der Heimfahrt gleichsam das Geleit. Um 4 Uhr 15 Min. reiste der Erzherzog Thronfolger vom Bauhof Karlsbald-Mergentheim ab, der Kaiser mit dem gesamten militärischen Gefolge und Prinz Oskar gaben ihm das Geleit zum Bahnsteige. Der Kaiser verabschiedete sich hier auf das herzlichste vom Thronfolger. Die Ab­reise des Kaisers erfolgt heute abend 9 Uhr 45 Minuten nach München. Die Ankunft in Mün­chen erfolgt morgen früh 8 Uhr 45 Minuten. Das Gefolge für München besteht aus dem Oberhofmarschall Grafen zu Eulenburg, dem Generaladjutanten Generaloberst von Plesien, dem Flügeladjutanten Oberstleunant v. Friede­burg,Frhrn. v. Senden, Leibarzt Dr. Niedner. dem Chef des Zivilkabinetts v. Valentini, dem Chef des Militärkabinetts General der Infan­terie Frhrn. v. Lyncker. Die Truppen legten im Manöver durchschnittlich 50 Kilometer, ein­zelne über 60 Kilometer zurück. Viele Truppen­teile hatten 50 Prozent Reservisten. Das *reb willige Automobilkorps beteiligte sich an den Manövern mit etwa 400 Wagen, 150 fahrbare Feldküchen waren in Betrieb. Der Plan für den Heimtransport der Truppen mit der Eisen­bahn, der genau ausgearbeitet war. wurde, um die Führer nicht in ihren Entschlüssen zu beein- flusien, umgestoßen. Morgen und Montag wer­den in 165 Zügen 107 000 Mann, 7800 Pferd« und 1300 Fahrzeuge und 632 000 Kilogramm Gepäck zurücktransport. Am Dienstag und Mitt­woch folgen weitere Truppen. Die Funkentele­graphie am LuftschiffGroß 2 funktionierte gut.

dem Flugfeld« derJla" gesichtet und ist um 5 Uhr 20 Minuten auf dem Fluggelände glatt gelandet.

Frankfurt a. M., 17. Sept, lieber de« Unfall, bei dem Zeppelinschen Ballon auf feinet Fahrt zu den Kaisermanövern zugestoßen ist. wird folgendes offiziell gemeldet: Bei dem $et« suche, bie Orientierung wieder zu gewinnen, ging heute früh kurz nach 7 Uhr das Luftschiff in der Nähe von Merchingen zu tief herunter unb näherte sich bis auf zwei Meter bent Erd­boden. Beim Wiederaufstieg streifte der Hin­tere Teil des Luftschiffes bei absteigendem Ter­rain eine Eiche. Infolge des starken Antriebes brach der Stahlbandantrieb des rechten Hinteren Propellers. Außerdem wurde das Gestänge mehrfach verletzt, einige Löcher in die Hülle bes Hinteren Ballonteiles gerissen, sowie einige un­bedeutende Beschädigungen an dem Hinteren Laufgange verursacht. Die Reparaturen werden ungefähr zwei Tage beanspruchen. Um aber dem Personal Ruhe zu gönnen, wird ein Wieder­aufstieg nicht vor Mittwoch erfolgen. Ob bann sofort die Fahrt ins Rheinland unternommen werden wird, steht noch nicht fest..

Ausland.

** Bom italienischen Militärluftschiff. Brac- ciano, 17. Sept. Das Militärlustschiff blieb bet dem gestrigen Aufstieg fünf Stunden in der Lust und legte, nach den verschiedensten Richtungen fah­rend, eine Strecke von 239 Kilometern zurück, d. L mehr als die Entfernung zwischen Rom und Neapel. Die Mittlere Geschwindigkeit betrug 48 Kilometer in der Stunde, und die größte Höhe 860 Meter. Das Luftschiff, das feit zwei Monaten gefüllt ist, hat in dieser Zeit 16 Ausstiege unter­nommen. ;

* Ein Zwischenfall bei der ftanzösi scheu Ma­rine. Toulon, 17. Sept. Als der Schleppdampfer. »Jean d'Agrere", der den Postdienst zwischen Iles d'Hheres und Toulon versieht, auf der Rück-! fahrt nach Toulon begriffen war, schlugen we­nige Meter von ihm entfernt mehrere Geschosse inS Wasser, die von den PanzerschiffenPatrie* unb Republique*, die gerade Schießübungen auf den KüstenpanzerFulminant* abhielten, abgeschosien worden waren. An Bord des Schleppdampfers, der sich schnell entfernen konnte, entstand eine große Panik. Der Dampfer Haie sich außerhalb der Gefahrzone befunden.Jean dAgrere*, der vor kurzer Zett schon einmal von Geschaffen ge-

Deutsches Reich.

Bom Reichskanzler. München, 17. Sept. Der Reichskanzler v. Bechmann-Hollweg traf heute Abend 9 Uhr 10 Min. mit dem Gesandten von Flotow und seinem Adjutanten Hauptmann von Schwartzkoppen auf dem hiesigen Bahnhofe ein. Er wurde empfangen von dem Ministerpräsiden­ten Frhrn. von Podewlls, dem bayerischen Ge­sandten in Berlin, Grafen Lerchenfeld, und dem Oberzeremonienmeister Grafen Monts und dem Staatssekretär des Auswärtigen Freiherrn vo» Schön, der heute Nachmittag hier eingetroffen war, sowie von dem preußischen Gesandten von Schlö- zer, sowie den Herren der preußischen Gesandt­schaft. Vom Bahnhofe begab sich der Reichskanz­ler zum HotelBayerischer Hof*, wo er Wohnurts nimmt.

Staatssekretär Dernburg. Berlin, 17. Sept, DieRordd. Allgem. Ztg.* schreibt: Rach der Mel­dung eines hiesigen Blattes soll der Staatssekre­tär des Reichskolonialamtes Dernburg zweimal in Hohen-Finow beim Reichskanzler gewesen sein und zwar soll es sich das einemal um einen Brief an eine Eisenbahnfirma, das andere Mal um Differenzen mit dem Reichsschatzamt wegen her Verstaatlichung der Otavibahn gehandelt haben. Diese Angaben sind völlig unbegründet. Staats­sekretär Dernburg ist nur einmal in Hohen-Finow gewesen, um dem Reichskanzler auf dessen Wunsch ebenso wie die anderen Staatssekretäre, eine» Vortrag über den Stand der Angelegenheiten sei­nes Reffotts zu halten.

Orville Wright. Berlin, 17. Sept. In Ge­genwatt der Kaiserin, des Prinzen Adalbett und August Wilhelm und der Prinzessin Vikiotta Luis« schlug Orville Wright in einem Fluge von 55 Mi­nuten Dauer den Welttekord für den Hochflug, der bisher 155 Meter betrug, durch einen Höhenflug von 180 Meter. Vorher sand ein 55 Minuten, lang dauernder Flug statt, wobei Korvettenkapitän Engelhardt als Paffagier mitflog.

Graf Zeppelin. Wiesbaden, 17. Sept. Gras Zeppelin ist heute Abend kurz nach 7 Uhr im Automobll hier wieder eingetroffen.