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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und.Landwirtschaftliche Beilage."

.Ts. 205

DieGberhrsstsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage. Der Bez u a s preis beträgt viertel­jährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

Marburg

Donnerstag. 2. September 1909.

Die Jnsertionsgebühr beträgt für die 7aespaltene Zeile oder deren Raum "15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UniversttätSbuchdruckeret Inhaber Dr. C. Hitz er oth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

44. Jayrg.

Von den Reichsfinanzen.

Wie bekannt, ist nicht bloß im preußischen Etat eine klare llebersicht der Finanzverhält- niffe der Eisenbahnverwaltung geschaffen, es liegt auch im Plane, die allgemeinen Staats- finanzen und die Eisenbahnfinanzen besser als bishc" von einander abzugrenzen. Es würde verdisstvskl fein, wenn im Reiche bezüglich der Post w*e-i>er Reichseisenbahnen in ähnlicher Weise^ZWmegangen und namentlich alle von diesen bewen größten Reichsbetriebsverwaltun­gen verursachten Ausgaben auch gegen ihre Ein­nahmen aufgerechnet würden. Bisher erschienen die beiden Berwaltungen in den Etats stets mit verhältnismäßig hohen Ueberschüssen. Im Etat für 1909 stehen bei der Post einer rechnungs­mäßigen Einnahme von 672,6 Millionen Mark 568,1 Millionen Mark an fortdauernden und 16,9 Millionen Mark an einmaligen Ausgaben, zusammen 585 Millionen Mark gegenüber, wo­nach sich ein Ueberschuß von 87,6 Millionen Marl ergeben würde. Für die Reichseisen- bahirrn ist bei einer Einnahme von 123,3 Mill. Mark und einer fortdauernden und einmaligen Ausgabe von zusammen 101,7 Millionen Mar* der Ueberschuß auf 21,6 Millionen Mark zu be­rechnen. In Wirklichkeit dürften die Ueber- schüfe der beiden Verwaltungen kaum eintreten. Von der Reichsbeamtenbesoldungserhöhung im Betrage von über 100 Millionen Mark entfällt der größere Teil auf die Post. Er wird schon allein fast deren ganzen rechnerischen Ueberschuß aufzehren. Jedoch auch abgesehen von dieser, in den späteren Etats sowieso zu berücksichtigenden Tatsache würde es doch für eine gesunde Gestal­tung des Reichfinnanzwesens, die jetzt mit allen Mitteln angestrebt werden soll, außerordentlich nützlich sein, wenn auch die Ausgaben, die die auf die Post entfallenden Anleihen nötig ma­chen, gegen ihre Einnahmen aufgerechnet' wür­ben. Ein kleiner Versuch dieser Art, bei dem es sich allerdings bloß um die Tilgungsausgaben handelt, ist im Etat für 1909 bezüglich der neuen Fernsprecheinrichtungen gemacht. Er müßte er­weitert und vertieft werden. Genau so liegt die Süf'c bei der Reichseisenbahnverwaltung, bei der noch zu berücksichtigen ist, daß ihr aus den strc 'egischen Bahnen, deren Erstellungsmittel in den Heeresetat eingestellt find, Einnahmen erwachsen. Es ist ja schließlich für den Abschluß der Gesamtheit der Reichsfinanzen gleich, ob Einnahmen und Ausgaben hier oder da verrech­net werden, nicht gleich ist das aber, wenn nur: einen genauen Ueberblick darüber gewin­nen will, wie die finanziellen Verhältnisse der einzelnen Teile der Reichsverwaltung für sich und zu einander sich gestalten. Auch der Kauf­mann muß den größten Wert darauf legen, daß er aus seiner Buchführung genau erkennen kann, welche seiner Eeschäftsteile Gewinn oder Verlust abwerfen und auf welche Höhe sich beide steten. Rur dann ist er in der Lage, wenn es not tut, Abhilfe gerade an der Stelle, an der sie wirkt, zu schaffen. Die Reichsfinanzen werden tatsächlich erst gestundet, wenn auch dieser kauf­männische Standpunkt int Etatswesen Berück­sichtigung findet. Es ist anzunehmen, daß an den zuständigen Stellen Erwägungen darüber schweben, wie dieser schon häufig ausgesproche- Tt Forderung Rechnung getragen werden kann.

11 *> »- (Nachdruck verboten.)

Stolz um Stolz.

Roman aus dem Leben von O. Elster.

(Fortsetzung.)

Das Atelier war in der Tat sehenswert.

Brunhilde, hingeriffen von der Schönheit dieses Raumes und dem künstlerischen Wert aller dieser Gegenstände, vergaß ganz und gar ihre Zurückhaltung und ließ sich mit lebhaftem Jntereffe all diese Kostbarkeiten zeigen, an deren jede sich für Walter eine Erinnerung knüpfte.

Diese antike Statuette hatte er in Rom ge­kauft, jenes herrliche Geschmeide in Konstanti­nopel und jenen Teppich in Teheran erstanden. Diese elfenbeinausgelegte Flinte hatte er einem B-^uinenhäuptling abgekauft und jenes Paar silberverzierte Pistolen in Algier von einem Trödler erworben.

Brunhilde war es, als wandle sie in einem Märchenland; sie stand aufatmend still und sagte:

Es ist herrlich hier! Ich hatte nicht ge­ahnt, in ein solches Feenreich zu kommen!"

Er lächelte jedoch keineswegs stolz oder geschmeichelt, sondern mit einem Anflug von Traurigkeit.

Ich danke Dir für Dein Lob," entgegnete er. »Aber wenn mein bescheidenes Atelier Deinen Worten nach ein Feenreich ist, das Schönste, das Veste fehlt doch darin die Fee selbst."

Brunhilde errötete leicht.

Dir dürfte es wahrlich nicht schwer fallen,"

Der Besuch Kaiser Franz Josefs auf denk Bodensee.

Friedrichshafen, 31. Aug. Die heu­tige Bodenseefahrt des Kaisers Franz Josef von Oesterreich fand bei böigem Wetter und bedeck­tem Himmel statt. Der Kaiser wurde überall von den Uferstädten aus enthusiastisch begrüßt. Um 1 Uhr traten der König von Württemberg in der österreichischen Husarenuniform mit dem Bande des Stefansordens, Herzog Albrecht von Württemberg in österreichischer Jnfanterieuni- form, sowie der Fürst zu Wied in württember- arscher Dragoneruniform aus dem Schloßportal. Der König unterhielt sich auf das lebhafteste mit dem Grafen Zeppelin. Die Begrüßung zwi­schen dem Kaiser und dem König war überaus herzlich. Besonders lange unterhielt sich der Kaiser mit dem Grafen Zeppelin, der sein leb­haftes Bedauern über das Nichterscheinen des Luftschiffes am heutigen Tage äußerte. Dann schritten die Monarchen die Front der Ehren- kcmpagnie unter den Klängen der österreichi­schen Kaiserhymne ab, worauf ein Vorbeimarsch erfolgte. Am Eingang zum Schloßgarten er­warteten die Königin und die Fürstin zu Sßieb den erlauchten Gast. Der Kaiser verweilte eine Stunde in herzlichem Verkehr im Schloß, wor­auf er sich wieder zum Schloßhafen zurück begab. Nachdem beide Monarchen sich von den Um­gebungen verabschiedet hatten, geleitete der König seinen East zum Dampfer, wobei beide nochmals ihrer herzlichen und großen Freude über die Zusammenkunft Ausdruck gaben. Die Kapelle des Infanterie-Regiments 122 hatte, bevor sie an den Hafen hinauszog, dem Grafen Zeppelin vor dem Deutschen Hause ein Ständ­chen gebracht. Als der Graf auf den Balkon trat wurde er mit nicht endenwollenden Hoch­rufen begrüßt.

Rorschach, 31. Aug. Punkt 10 Uhr fuhr der DampferKaiserin Elisabeth" mit dem Kaiser an Bord in den Hafen. Der Kaiser stand auf dem Hinterdeck und wurde von den Schwei­zer Behörden empfangen. Im Namen des Bundesrates begrüßte Vizepräsident Comtesse in französischer Sprache den Kaiser und hob hervor, daß während der 61jährigenRegierungs- zeit des Kaisers die Beziehungen Oesterreichs zur Schweiz nie die geringste Trübung erfahren haben. Der Kaiser verlas hierauf die in fran­zösischer Sprache verfaßte Antwort. Hierauf überreichten sechs weißgekleidete Mädchen mit Schärpen in den österreichischen und Schweizer Farben Alpenrosen und Edelweißbukette. Der Kaiser ließ jedem der Kinder ein goldenes Arm­band mit der Kaiserkrone oder eine Brosche überreichen. Nach 20 Minuten Aufenthalt ver­ließ das Schiff den Hafen.

Schloß Mainau, 31. Aug. Heute Mit­tag kurz vor 12 Uhr traf der DampferKaiserin Elisabeth" mit dem Kaiser von Oesterreich an Bord, von Rorschach kommend, an der Mainau ein. Der Kaiser wurde vom badischen Eroßher- zogspaar und dem Prinzenpaar Max von Ba­den begrüßt. Im Schlosse begrüßte der Kaiser die Großherzogin Luise von Baden. Der Besuch trug rein familiären Charakter und dauerte nur eine Stunde. Während dieser Zeit wurde ein Imbiß eingenommen. Kurz nach 3 Uhr er­folgte die Abreise des Kaisers.

versetzte sie scherzend,die Fee für Dein Reich zu finden."

Sie ist gefunden," erwiderte er rasch. Aber ich fürchte, meine Kraft reicht nicht hin, sie festzuhalten."

Brunhilde beugte sich gerade über eine sil­berne Halskette von köstlicher Filigranarbeit. Ihr Herz klopfte heftig und sie fühlte das Blut heiß in ihre Wangen emporsteigen; sie wußte recht gut, was er mit feinen Worten meinte, und ein Gefühl tiefer Seligkeit erfüllte sie. Aber sie drängte dieses Gefühl mit Gewalt zurück und antwortete nicht auf feine vielbedeutenden Worte.

Eine Weile herrschte Schweigen, das nur durch den tiefen, sonoren Pendelschlag einer alten, wundervollen Standuhr unterbrochen wurde. Unwillkürlich zählte Brunhilde die Schläge der Uhr und ihr war, als seien es die lauten Pulsschläge ihres Herzens.

Als Walter in Schweigen verharrte, wie wenn er auf eine Antwort von ihr warte, rich­tete sie sich langsam auf und sprach mit leiser Stimme:

Wollen wir nicht zu Mary zurückkehren? Ich denke, ich habe hier alles gesehen."

Da schaute er sie mit tiefernsten Augen an, als wollte er in ihrer Seele lesen.

Nicht alles, Brunhilde," entgegnete er dann.Meinen herrlichsten, meinen wertvoll­sten Schatz habe ich Dir noch nicht gezeigt; aber ich weiß nicht, ob er Dein Interesse erregen wird unb ich fürchte mich fast, ihn Dir zu zeigen." . a-

Sie schlug die Augen nieder. . \ ~ ;

Bregenz, 31. Aug. Kaiser Franz Jose: ist von Friedrichshafen kommend mit dem um 5 Uhr 35 Minuten hier eingetroffenen Hof­fe nderzug nach Wien zurückgekehrt.

z III*.

Zahn«, 31. Aug. Das Wetter war heute Nachmittag den Ausbesierungsarbetten desZ. 3* außerordentich ungünstig. Das Luftschiff war fottwährend den heftigsten Regenböen ausgesetzt. Der Wind wuchs teilweise zum Sturm an. Die Windstärke betrug durchschnittlich 15 Sekunde­meter. Die Wittenberger Mannschaften hatten beim Halten, namentlich der hinteren Gondel, außer­ordentlich schweren Stand, sie wurden oftmals sekundenlang hoch in die Lüste gehoben. Der gestrige Tag hatte ihnen jedoch für die heutigen Schwierigkeiten eine gute Vorbildung gegeben und so gelang es ihnen, ein Ausschlagen der Gon­del aus dem Erdboden vollständig zu verhindern. Die Leiterwagenverankerung der vorderen Gondel hat sich bewähtt. Die Aluminiumspitze, an der der Anker hängt, ist durch Ausstößen beschädigt und deshalb durch eine Versteifung aus Birken­stämmen noch verstärtt worden. Die inneren Aus­besserungen am Gerüst sind vollendet. Es brau­chen außer kleineren Arbeiten an der äußeren Hülle nur noch die vorderen Vorgelege und Pro­peller angebracht zu werden, eine Arbeit, die bei günstigem Wetter in kürzester Frist geschehen kann. Das Luftschiff wird auf der Rückfahtt also hinten mit Zwei-Flügel-Propeller und Stahlbandanttieb, vorn mit dem Drei-Flügel-Propeller desZ. 2* und Zahnradantrieb ausgerüstet fein. Die Wetter­aussichten für die Nacht und den morgigen Vor­mittag sind günstig, da nach dem amtlichen Wetter­bericht Windverstärkung bevorsteht. Morgen Nachmittag soll der Wind abflauen. Man hofft deshalb dann oder am Abend die Abreise antreten zu können. Damit die Arbeiten auch in der Nacht keine Unterbrechung zu erfahren brauchen, werden Scheiniverfer aus Wittenberg herbeigeschafst wer­den. Gegen Abend erfreute die Kapelle des 20. Infanterieregiments Monteuren und Bewach­ungsmannschaften mit einem Konzett auf dem Landungsplätze.

Berlin, 31. Aug. Anläßlich der Einladung des Grafen Zeppelin an den Bundesrat und den Reichstag zur Besichtigung des LuftschiffesZ. 3* am 4. September wurde angeordnet, daß die die schnellste Verbindung von Nordostdeutschland nach Lindau darstellenden Nachtschnellzüge ab Berlin 9 Uhr 45 Min. abends, ab Lindau 9 Uhr 30 Min abends bis einschließlich 6. September Verkehren.

Berlin, 31. Aug. Veranlaßt durch die Havarie des LuftschiffesZ. 3* ist vom Grafen Zeppelin die für den 3. September in Aussicht ge­nommene Besichtigung des Luftschiffes durch Mit­glieder des Bundesrats und der obersten Reichs- bebörden auf den 4. September verlegt worden und findet nunmehr zusammen mtt den Mitglie­dern des Reichstages statt. Für den Bundesrat wird ein eigenes Dampfboot abends zum Esten in Lindau fein.

Was könntest Du mit noch Schöneres zei­gen?" erwiderte sie mit leicht bebender Stimme, ihn mit Absicht mißverstehend.Ich sah in meinem Leben noch nichts Herrlicheres.....

Du willst mich nicht verstehen," entgegnete er wehmütig,und ich muß mich bescheiden. Vielleicht aber lernst Du mich verstehen, wenn Du mich erst längere Zeit kennst. Ich kann es Dir ja nicht verdenken, daß Du mich so beur­teilst, wie es alle Welt tut nämlich als einen Menschen, der sorglos und vergnügungssüchtig in dem Meer des Lebens fortfegelt, ohne auf die Kostbarkeiten zu achten, welche die uner­gründliche Tiefe dieses Meeres birgt."

Ich glaube, Du tust mir da unrecht Wal­ter," versetzte Brunhilde zurückhaltend.Ich für mein Teil kann wenigstens nicht annehmen, daß jemand, der ein so ausgesprochenes künstlerisches Empfinden besitzt wie Du, auf der Oberfläche des Lebens bleibt."

Ich danke Dir für Deine lieben Worte, Brunhilde. Sie enthalten etwas Wahres und etwas Falsches. Diese künstlerische Empfinden, wie Du es nennst, ist ein Erbteil unseres Blu­tes, das ja auch in Deinem Vater und auch in Dir selbst lebendig ist. Deinem Vater hat es nicht viel Glück gebracht und mir ebenfalls nicht. Dein Vater strebte nach dem Höchsten und unter­lag in dem Kampf; ich fühle, wie schwach mein künstlerisches Können ist und vertändle meine Zeit und meine Kraft mit Nichtigkeiten, zu denen der Reichtum meines Vaters mir die Mittel bietet. Dieser besaß wenigstens das Glück des Schaffens; ich aber ich besitze nichts, als meta Geld. Das erhebt «ich zwar über die

Friedrichshafen, 31. Aug. Gegenüber von alarmierenden Gerüchten ist festzustellen: Aus; dem Terrain der Luftschifsbaugesellschast am Riedlepark, wo zur Zeitz die eisen,r Dopv^halle für Luftschiffe hergestellt wird, brach heute auf dem Dache infolge Umkippens eines TecrkesselS ein kleiner Brand aus, der fofort gelöscht wurde, ohne nennenswetten Schaden anzurichten.

Bülzig, 31. Aug. Dem Oberingenieur Dürr ging im Laufe des gestrigen TageS vom Kaiser folgendes Telegramm zu:Der Kronprinz meldete mir die Havatte des Lufischisses; ich bitte um Auskunft. Verfügen Sie über alles zur Re­paratur Erforderliches in Berlin." Das gesamte Ersatzmaterial ist feit heute früh zur Stelle. In­folge des starken böigen Windes ist das Vor- wättsgehen der Reparattlrarbeiten langsamer.

DieNorddeutsche Allgem. Zeitung" schreibt über die Fahtt desZeppelin 3" nach der ReichS- hauptstadt und über den Unfall:

»Graf Zeppelin hat gestern mit seinem Lust» schiftZeppelin 3" in Berlin seinen Einzug ge­halten: es war ein Triumphzug. Von goldige« Mittagssonncnschein verklätt, zog der silbrig glän­zende Luftballon über die Reichs Hauptstadt dahin. Wer es nicht wußte, ahnte nicht, daß das gewal­tige Luftschiff in den beiden letzten Tagen schwere Kämpfe gegen die Elemente zu bestehen hatte, daß seine maschinelle Ausstattung infolge der Tücke des Materials nicht vollständig war. War man sich dessen aber bewußt, so müßte die Bewunde­rung darüber, mit welcher Sicherheit und Leichtig­keit Graf Zeppelin sein gewaltiges Luftschiff ttotz- dem zu lenken vermochte, den höchsten Punft er- reichen....

Graf Zeppelin hat schon in der vergangenen Nacht um 9% Uhr Berlin verlassen. Gegen 11% Uhr ist ihm das Luftschiff gefolgt. Leider war der Führer dessclebn infolge eines Defektes veranlaßt, bei Zahna zu landen. Aber auch dieser neue Un­fall zeigt, daß das Luftballonsbstem des Grafen Zeppelin sich vollständig bewährt hat, daß nur da- bisher zur Verfügung stehende Material noch nicht in der erforderlichen Gitte hergestellt werden kann. Gerade die Att der Vorkommnisse beweist, daß es sich bei diesen Unfällen nur um Fragen der Technik" nicht um das Prinzip der großartigen Zcppelin- schen Erfindung handelt."

Politische Umschau.

Ein neuer Handelsvertrag.

.Es ist anzunehmen, daß schon in einer nahen Zeit der auf der Meistbegünstigung beruhende deutsch-venozolanische Handelsvertrag in der Gesetzsammlung veröffentlicht werden und dem­entsprechend auch bald in Kraft treten wird. Regierungen und Parlamente beider Länder haben den Vertrag genehmigt. Es steht also dem Austausch der Ratifikationsurkunden nichts entgegen. Wahrscheinlich wird dieser Austausch am 1. September erfolgen, d. h. zu dem Zeit­punkte, der als der letzte im Vertrage selbst in Aussicht genommen ist. Dann würde der Vertrag 10 Tage danach, also am 10. September zur Geltung gelangen. Einzelne deutsche Industrie-

Sorgen des Lebens, aber nicht über den ewigen Zwiespalt in meinem Innern den Zwiespalt zwischen Wollen und Können."

Man sagt mir, Du habest schon recht hübsche Bilder geschaffen."

Recht hübsche Bilder?" entgegnete er mit leicht spöttischem Lächeln.Das ist der rechte Ausdruck für mein dilettantisches Schaffen. Sieh Dir das Bild auf meiner Staffelei an oder sieh es Dir lieber nicht an, denn ich schäme mich meiner Arbeit."

Brunhilde trat rasch vor die Staffelei und betrachtete lange das darauf stehende halbfer­tige Bild.

Es stellte eine junge Frau am Meeresstande dar, die mit sehnsüchtigen Blicken einem davon­segelnden Schiffe nachschaute, das in den gol­digen Gluten der untergehenden Sonne zu ver­schwinden scheint.

Wie willst Du das Bild nennen? fragte Brunhilde.

Ich weiß es nicht. Es ist aus einer Stimm­ung heraus gemalt, wie sie einen ergreift, wenn man einem entschwundenen Glück nachstnnt."

So nenne es dochEntschwundenes Glück"."

Eine treffende Bezeichnung! Siehst Du, Brunhilde, kaum trittst Du in meinen Schaf- eNskreis, so wirkst Du schon befruchtend und ordernd auf mich ein. Jetzt erwacht wieder in mir die Lust, dieses Bild zu vollenden. Mir fehlt das Ziel, Brunhilde! Mir fehlt das Glück, das mich anspornen, das mich mit immer er­neuter Kraft erfüllen würde. Ich hoffte, Da könntest mir dieses Glück, diese Kraft gebe«, Brunhilde ...(Forts, folgt.)