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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
«nd den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschaftliche Benage.'
Die „Gb-rh-sstsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der
44. Jahrg
nn 4 Sonn- und Aeiertaae. — Der Bez u g sprei 8 beträgt viertel-
JVs. 201 jährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), b«
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unser» Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.
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und in das aus der Tiefe Bühnenhaus, wo auch die Wallung untergebracht sind, über dem großen Balkon
der Aue aufstrebende Räume für die Ver- Die Vorderseite zeigt zwei Bildwerke des
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 67.
Die JnsertionSgebühr beträgt für bie 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Unioersitätsbuchdrückerei Inhaber Dr. C. H itzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Pen der Sicherheitsgaffe auf. Die Feuergase ziehen dann durch die 50 Quadratmeter große» Oeffnungen der Sicherheitsgaffe ins Freie. Selbst wenn der eiserne Vorhang versagt, so führt die Sicherheitsgaffe sofort viel frische Lust in die Bühnenräume und das Zuschauerhaus und tut so ihre Dienste.
Durch die Anbringung eines festen Bühnenrahmens ist ferner die Akustik in dem neuen Theater ganz vorzüglich gestaltet worden, lieber« Haupt überzeugte die Vorbesichtigung, zu der Graf Bhlandt-Rheydt heute eine Reihe von Gästen und eingeladene Vertreter der Presse begrüßte, Wohl jeden, daß die Casseler Bühne mit allen Errungenschaften der Neuzeit ausgestattet und eine der schönsten unseres Vaterlandes ist.
der Charakter einer König!. Bühne genommen wurde. Er war es auch, der im Jahre 1894 große bauliche Veränderungen herbeiführte, die neben manchen Verbesserungen im Zuschauerraum vor allem dem Schaden einer geringen Feuersicherheit abhelfen sollten. Als er dann einsah, daß trotz aller Veränderungen aus dem alten Gebäude kein den modernen Anforderungen gerecht werdendes Theater zu machen war, trat er in Gemeinschaft mit dem ihm besteundeten Architekten Karst der Neubaufrage näher. Durch de« Verkauf des alten Gebäudes mit Terrain hoffte man im wesentlichen die Mittel zu gewinnen, um das neue Theatergebäude an seinem jetzigen Platze — als Abschluß des Friedrichsplatzes an Stelle des Auetores — aufführen zu können. Der damalige Oberpräsident Graf Zedlitz-Trützschler wurde gleichfalls für den Plan gewonnen. Bei den Wiesbadener Maifestspielen 1902 wurde dann dem Kaiser von Herrn v. Gilsa der Plan mit einer Skizze des Architeften Karst vorgelegt, und dieser sand nicht nur die Billigung, sondern auch sogleich das lebhafteste Interesse des Kaisers. Nach mancherlei Schwierigkeiten stellte es sich dann heraus, daß mit 2 600 000 M, wie der Voranschlag lautete, der Bau nicht herzustellen war; es waren noch weitere 700 000 JK, nötig. 2 Millionen brachte der Verkauf des alten Theaters. In richttger Würdigung ihrer Interessen bewilligten endlich die Stadwerordneten von Cassel, da die Krone nur zu jährlichen Unierhaltungszuschüssen verpflichtet war, die gesamte noch fehlende Summe von 1300 000 M. So konnte im Juni 1907 mit dem Bau begonnen werden, der nun nach einer Bauzeit von 2*4 Jahren — zwei Monate früher als angesetzt, ein seltener Fall! — fettig dasteht. Mit der Bauleitung und künstlerischen Gestaltung im einzelnen war Architett Karst beauftragt. Für den bühnentechnischen Teil wurde dem bauleitenden Architeften Karst der Maschinendirettor des Wiesbadener Hoftheaters, Hofrat Schick, als Mitarbeiter beigegeben. Außerdem wurde auf Befehl des Kaisers eine Bau- kommission eingesetzt. Ihr Vorsitzender war der Minister des königlichen Hauses. Zur Unterstützung der Baukommission wurde ferner eine aus Cafleler Bürgern bestehende Subkommission gebildet. Nachdem Frhr. v. Gilsa im Jahre 1906 aus Gesundheitsrücksichten dann die Intendanz der Bühne niedergelegt hatte, übernahm Graf v. Bylandt-Rheydt die Leitung der Kgl. Schauspiele m;d unter seiner Aegide wurde dann das neue Haus für die Casseler Bühne gebaut. Möge das Theater im neuen Hause die guten Traditionen erhalten und möge ihm auch hier mancher künstlerische Erfolg beschieden sein.
Als das altberühmte und fast jedem 'Hessen verttaute Auetor dem neuen Theater weichen sollte, war man nicht nur in Cassel damit nicht einverstanden. Man konnte sich nun einmal keinen besseren Abschluß des Friedrichsplatzes denken, zumal man nicht wußte, wo man mit dem historischen Denkmal -es Auetores hin sollte. Niemand wird behaupten, daß das letztere bei
dem Justizpalast gerade glücklich untergebracht ist. Und doch wäre es falsch, deshalb heute nicht an- zuerkennen, daß der Prachtbau des neuen Theaters hier an der richtigen Stelle steht. Bei der Größe des Friedrichsplatzes wird man keine Fassade erwarten, die bis zur Königstraße wirft; das würde auch gerade den Vorzug des neuen Bauwerkes aufgehoben haben, der darin besteht, daß der Architett in weiser Selbstbeschränkung es verstanden hat, den Bau möglichst den Verhältnissen der anderen Bauten des Platzes anzupassen. Die herrliche Aussicht von dem Platze auf unsere hessischen Berge ist durch das Theater aber nicht beeinttächtigt worden, ja, sie ist eher freier geworden als beim Auetor, da die Aussicht von den Terrassen des Theaters weit besser genossen werden kann. Diese Terrassen, die den Höhenunterschied zwischen Friedrichsplatz und Auepark geschickt ausnutzen, sind ein besonders glücklicher Gedanke und gewähren dem Ganzen, von der Aue aus gesehen, einen imposanten Eindruck. Das Gebäude zerfällt in zwei selbständige Teile: in das Zuschauerhaus mit Vor- und Wandelhallen
Casseler Bildhauers Nida-Rümelin: eine symbolische Frauengestalt „Singen und Sagen" und ein Mann, der „Dichten und Denken" versinnbildlicht. Zwischen beiden ist der preußische Adler mit der Krone angebracht.
Zu den gestrigen Ausfühmngen über das Innere des Baues sei noch hervorgehoben die imposante Vorhalle und der wundervolle Zuschauerraum. Die ganz in Gold und Weiß gehaltene Kaiserhofloge befindet sich in der Mitte des Balkons und ist durch einen besonderen Gang mit dem blauen Teesalon und den anderen für den Hof reservierten Zimmern und Logen verbunden. Der Zusauerraum hat 1450 Sitzplätze — Stehplätze soll es nicht mehr geben —. Er hat Parkett, drei Ränge und die dazu gehörigen Logen. Selbst von den äußersten Plätzen sind die Vorgänge auf der Bühne genau zu verfolgen. Der Orchesterraum ist nach Bayreuther Muster verdeckt. Die innere Ausstattung des Raumes in crSme, gold und grün ist äußerst geschmackvoll, besonders gut wirtt auch der ornamentale Schmuck der Ränge, lieber die Bühne sind als Motto in Goldbuchstaben die Worte „Prodesse et delectare* angebracht. Die einheitliche künstlerische Ausgestaltung des Ganzen verdient jedenfalls die vollste Anerkennung. Besonders hervorzuheben sind noch die Sicherheitseinrichtungen gegen Feuersgosahr, die eine Panik bei einigermaßen Vernunft einfach unmöglich machen. Neben den festen Terrassen, wohin sich die Besucher schnell in Sicherheit bringen können, ist hier die Sicherheitsgasse zu nennen, die den Bühnenraum vom Zuschauerraum abschließt. Diese Einrichtung ist hier zum ersten Male getroffen worden. Bei Ausbruch eines Feuers schließt der Feuerwehrposten den eisernen Vorhang und dreht gleichzeitig mit e i n e m Hebelgriff sämtliche Klap-
Dle Eröffnung des neuen Königlichen Theaters zu Cassel, .
ii. ■
Cassel, 26. Aug. 1909.
In diesem Jahre hat die Haupt- und Residenzstadt unserer Provinz zwei neue Bauwerke von ähnlicher Stilart erhalten, die ihr, der an monumentalen Gebäuden reichen Stadt, zu neuer Zierde gereichen: das Rathaus und das neue Theatergebäude. Im Beisein des Kaisers, der Kaiserin und anderer Fürstlichkeiten ist dieses heute mtt einer Festvorstellung eröffnet und feinem Zweck übergeben worden.
Der Schöpfer der Casseler Kunstbühne, des alten Theaters in der Königstraße, war Friedrich II., Ser an die Tradition seines Hauses — besonders des Landgrafen Moritz (1592—1627), der die „englischen Komödianten"-Stücke aufführen ließ — anknüpfend, der Theaterkunst hier im Jahre 1766 eine Stätte schuf. Das Theater hat dann, bis am 14. Juni ds. Js. in pietäwoller Weise mit Spohrs Oper „Jessonda" die letzte Vorstellung im alten Hause gegeben wurde, manchen Tag bedeutender Kunstleistung gesehen und ist unter tüchtiger Leitung stets eine Pflegestatt edler Kunst geblieben. Besonders sei hier des Komponisten L. Spohr gedacht, unter dessen Lei titng sich die Oper zu bedeutender Höhe entwickette.
Das Theatergebäude erftthr zunächst durch den Kurfürsten Wilhelm II. (1821—27) eine tiefgrei- feende Erweiterung und auch später haben die Besitzer stets den Anforderungen der Zeit entsprechend in dieser Hinsicht große Opfer gebracht. Im Jahre 1866 ging das Theater in den Besitz des Königs von Preußen über und führt seitdem den Titel „Königliche Schauspiele". Zn dieser Zeit war Generalintendant der frühere kurfürstl. Kammerherr von Heeringen, der Vater des jetzigen preußischen Kriegsministers. Ihm folgte 1867 Albert v. Carlshausen und als dieser 1874 starb, Frhr. von und zu Gilsa. Dem letzteren, der besonders in der Förderung der klassischen Oper und des Schauspiels die Aufgabe des Kgl. Theaters erblickte, verdantt die Casseler Bühne viel. Er verhinderte, daß im Jahre 1902 dem Theater
(Nachdruck verboten.)
Stolz rrm Stolz.
Deutsches Reich.
— Vom Kaiserpaar. Wilhelmshöhe, 26. Ang. Zum Besuche des Kaiserpaares sind der Fürst und die Fürstin zu Waldeck und Pyrmont eingetroffen. Heute nachmittag treffen der Großherzog von Sachsen und das Fürstenpaar zu Solms- Hohensolms-Lich ein.
— Zur Kaiserparade bei Karlsruhe. Der Kaiser wird am Samstag, den 11. September, ntif Sonderzug um 9 Uhr morgens in Forchheim ein« treffen und sich sofort nach dem Forchheimer Exerzierplatz begeben, wo die Kaiserparade stattfindet. Die Kaiserin trifft schon Freitag, abends um 7 Uhr, in Karlsruhe ein. Der Kaiser verbringt den Sonntag, 12. Sept., als Gast bei der Grobherzoglichen Familie im Residenzschloß und reift Mon-
Marburg
Sonnabend, 28. August 1909.
Roman aus dem Leben von O. Elster.
(Fortsetzung.)
Die Flügeltüren des großen Salons öffneten sich und eine Flut von blendendem Licht strömte Btunhilden entgegen, sie im ersten Augenblick verwirrend, so daß fie die Personen und die Gegenstände nur wie durch einen Schleier sah.
Sie fühlte ihre Hände von zwei weichen, warmen Händen ergriffen und die glatte Stimme des Kommerzienrates sagte:
„Willkommen, meine liebe Nichte, in unserer Mitte! Hoffentlich hast Du Dich mit Deiner Tante verständigt und wir können Dich als Mit" glied unseres Hauses und unserer Familie begrüßen. “
Das Gesicht Frau Hildebrandts nahm einen abweisenden Ausdruck an.
. „Wir haben noch nicht über diesen Puntt gesprochen," warf sie ein.
Aber rasch ergriff jetzt Mary das Wort:
„Das versteht sich doch von selbst!" tief fie lebhaft. „Natürlich bleibt Brunhilde bei uns! Ich freue mich sehr, in ihr eine vertraute Freundin und Schwester gefunden zu haben."
Dabei umschlang sie Brunhilde mit beiden .Armen und lehnte ihr dunkles Köpfchen gegen oas blonde Haupt der neuen Freundin.
„Ich weiß nicht," entgegnete Brunhilde ein wenig verwirrt, „ob ich Ihre freundliche Einladung annehmen soll."
,,E» ist kein« Einladung auf kürzere Zeit,
Politische Umschau.
Staatsminister Freister von Rheinbaben.
Am bevorstehenden 2. September vollenden sich 10 Jahre seit der Berufung des Freiherrn vo» Rheinbaben in das Staatsministerium. Im 2. September 1899 erfolgte feine Ernennung zm» Staatsminister und Minister des Innern. I« Frühjahr 1901 wurde er nach dem Rücktritte Miquels Finanzminister. Bei einem preußischen Minister ist ein solcher Gedenktag immerhin selten. Es ist nicht vielen preußischen Ministern vergönnt gewesen, ein Jahrzehnt im Amte und im Staats- Ministerium zu bleiben.
Das Land und bie Wehrkraft.
Die „Deutsche Zeitung" bringt heute eine» sehr beachtenswerten Aufsatz, in dem wieder einmal bargelegt wird, wie bedeutsam und wertvoll das platte Land für unsere Wehrkraft ist. Setzt man das „Soll" der Wehrtüchtigen mit 100 an, so liefert Lübeck statt 100 wehr- tüchtiger Rekruten, die es stellen sollte, 71, Bremen 65, Hamburg 42, ja Berlin nur 39; dagegen Westfalen 101, Brandenburg 103, Schle» |rrt 107, Posen 123, Westpreußen 129, Pommern 133, Sachsen 134, Ostpreußen 140. Die sämtlichen 41 Großstädte des Deutschen Reiches zu- sammengenommen, die beinahe ein Fünftel der Gesamtbevölkerung des Reiches ausmache», st-llen noch nicht einmal den siebzehnten Teil der Wehrkraft.
liebe Brunhilde," fiel der Bankier ein, kühn gemacht durch die Unterstützung feiner Tochter. „Es ist vielmehr die herzliche Bitte, unser Haus als Dein zukünftiges Heim zu betrachten."
„Sie sind außerordentlich gütig, lieber Onkel," erwiderte Brutchilde, gerührt durch die Herzlichkeit seiner Worte. „Aber ich weiß nicht, ob Ihre Frau Gemahlin . ."
„Ich will mich den Worten meines Mannes anschließen," sprach Frau Hildebrandt zurückhaltend, „sofern es die Einladung angeht. Wohnen Sie eine Zeitlang bei uns, mein Kind. Wir werden dann gegenseitig sehen, ob wir uns gefallen — alles andere bleibt der Zukunft überlassen."
„Unter dieser Bedingung nehme ich Ihre gütige Einladung an, gnädige Frau."
„Aber was ist das nur für dummes Zeug!" rief Mary lachend. „Gnädige Frau — Herr Onkel — und Sie? Meine Mutter ist Deine Tante, mein Vater Dein Onkel, ich bin Deine Kusine und Walter ist Dein Vetter. Und unter Verwandten gilt das trauliche Du. Richt wahr, Walter?"
„Ich bin allerdings auch dieser Ansicht," sagte Walter Hildebrandt, der jetzt auf Brunhilde zutrat und ihr die Hand reichte.
„Ich bin Vetter Walter, Kusine Brunhilde."
Sie sahen sich an — und Brunhilde errötete leicht. Ein junger, schlanker Mann mit einem geistreichen, etwas blassen Gesicht stand vor ihr, dessen große, blaugraue Augen fie freundlich und fast bittend anblickten. Leicht gelocktes, dunkles Haar umgab seine weiße, hohe Stirn, ein dunkler Schnurrbart bedeckte feinen Mund,
Bestellungen
• für ben Monat September auf die
'gfc b er hessische Zeitung" nebst ihren Beilagen »erber. noch von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirchhain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Lanbbrieftragern ent» gegengenommen.
regungen waren ihm bisher fern geblieben. Er war ein liebenswürdiger Mensch, der Geschäft, Leben und Kunst in dilettantischer Weise betrieb.
Freilich, wenn man tiefer in sein Wesen eindrang, konnte man eine gewisse Melancholie wahrnehmen, die sich unter der lächelnden Satire des Eesellschaftsmsnschen verbarg. Dieser melancholische Unterstrom seines Wesens schien daraus zu entspringen, daß ihn sein Leben, seine Beschäftigung, seine ganze Tätigkeit nicht befriedigten. Es war alles nur halb — das Geschäft flößte ihn. kein allzu großes Interesse ein, in der Kunst und der Literatur blieb er ein Dilettant und Stümper. Um das Leben durch fei en Reichtum in grobsinnliche Weise zu genießen, dazu dachte er zu vornehm, und um die Freuden der Welt und des Lebens zu verachten, dazu war er ei.;e zu feinftnig angelegte Natur. >
So ging ein Zwiespalt durch sein ganzes' Wesen, der ihn nicht zu dem vollen Genuß seiner Igend, seiner Talente, seines Reichtums und seiner Stellung kommen ließ. Seine Erziehung, seine wissenschaftliche Bildung waren nicht tief genug, um ihn über die Gegensätze des Lebens hinwegzuführen.
Oer Diener öffnete die Tür zu dem Speise- zft :er und meldete, daß das Souper fetoiert fei. Der Kommerzienrat reichte feiner Gattin den Arm, Walter führte Brunhilde, und Mary hing sich lachend an den Arm ‘ es braven Christoph Wackernagel, mit dem sie schon innige Freundschaft geschlossen zu haben schien.
So begot man sich in das Speisezimmer.
.(Fortsetzung folgt.)
auf bet etwas großen, scharfgeschnittenen Nase saß ein goldener Kneifer.
Es lag ein Hauch von Vornehmheit über der schlanken Gestalt, die durch ben eleganten Smoking und die weiße Weste noch mehr hetvorge- hoben wurde. Ohne gerade hübsch zu fein, hatte dieses geistreiche Gesicht doch etwas ungemein Anziehendes. Die Haltung Walters zeigte jene weltmännische Sicherheit und Leichtigkeit, bie nur bet Verkehr in der großen Welt verleiht.
In bet Tat hatte Walter Hildebranbt bereits weite Reisen gemacht und ein großes Stück Well gesehen. Et hatte sich längere Zeit in London, Rewyork und Paris aufgehalten, Reifen nach Italien und dem Orient gemacht, und bet Verkehr mit den ersten Handelshäusern bet Welt hatte seinem Benehmen eine große Sicherheit und Geschmeidigkeit verliehen. Auch in Berlin verkehrte er in bet vornehmsten Gesellschaft, aber seine Steigungen zogen in andererseits zu jenen Kreisen hin, in denen Kunst und Ltteratur gepflegt wurde. Et wat bekannt mit allen literarischen und künstlerischen Großen, besuchte die Festlichkeiten der Presse und der Künstlet. Et verschmähte es aber auch nicht, in die niedrigeren Sphären der Kunst einzudringen, und gar oft sah man ihn in Künstlerkeipen und Ateliers in ziemlich formlos n, kameradschaftlichem Verkehr mit Künstlern, Schriftstellern und Musikern, die man nicht gerade zu den besseren Kreisen rechnen durfte.
Walter Hildebrandt genoß seine Jugesid und einen Reichtum in fröhlicher Sorglosigkeit. Kirrste Ausgaoen, groß: Leidenschaften, tiefe Et-