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Charlottenbmg

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(Nachdruck verboten.)

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bracht. Das Eesamtweniger bei diesen beide« Verwaltungen beläuft sich demnach noch auf rund 17 Millionen «Al, sodaß das Eesamtergeb-: nis aus den Einnahmequellen des Reichs, über deren Erträge der Ausweis für das erste Vier« teljahr vorliegt, immer noch um 14 bis 15 Milli­onen «Al hinter dem Etat zurückbleibt. Es ist aber zu bedenken, daß die bessren Einnahme­monate bei der Post- und Eisenbahnverwaltung die Herbst- und Wintermonate sind, so datz da­nach schon eine Besierung der Erträge dieser Einnahmezweige für die nächste Zukunft zu er­warten ist. Im allgemeinen kann wohl auf Grund des Ergebnisses der hauptsächlichsten Reichseinnahmen im ersten Vierteljahr 1909 an­genommen werden, datz nunmehr die Zeiten, in denen die Wirklichkeit hinter den Erwartungen zurückblieben, bald überwunden sein werden.

weit diese nach ihrer finanziellen Lage dazu fähig sind, tunlichst bald gezahlt werden.

Preußische Millionäre.

Die Zeitschrift für Sozialwissenschast gibt in ihrem letzten Heft eine Zusammenstellung über Millionäre. Danach gibt es aus 1000 Steuer­zahler nach der Veranlagung der Ergänzungs-

PoNtische Umschau.

Zur Lehrerbesoldung.

Berlin, 21. Aug. DieNordd. Allgem. Ztg/ schreibt: Nachdem bereits Ende Juni der Mi­nister der geistlichen usw. Angelegenheiten im Einverständnis mit dem Finanzminister geneh­migte, daß in Fällen, in denen es keinem Zweifel unterliegt, daß Lehrern und Lehrerinnen, die sich den Bestimmungen deS neuen Lehrerbesoldungs­gesetzes unterwerfen, sogleich die erhöhten AlterS- zulagen für daS Rechnrrngsjahr 1908, vorbehalt­lich der demnächstigen endgültigen Regelung des Diensteinkommens, aus der Alterszulagekasse ge­zahlt und die erforderlichen Mittel aus der Staatskasse vorgeschossen werden, sind nunmehr die Regierungen ermächtigt worden, in gedachten Fällen auch die erhöhten Altersztilagen sür das Rechnungsjahr 1909, soweit sie fällig sind, als­bald zur Auszahlung zu bringen. Die Lehrer und Lehrerinnen werden also demnächst einen we­sentlichen Teil der ihnen durch das Lehrerbesol­dungsgesetz bewilligten Gehaltsaufbesserung er­halten. Die Regierungen sind ferner angewiesen worden, dahin zu wirken, datz Lehrern und Leh­rerinnen, die sich bereits für die neue Vesoldungs- ordnung erklärt haben, die ihnen zustehenden er­höhten Bezüge an Grundgehalt, Amtszulage und Mietentschädigung von den Schulverbänden, so-

, 28.4

24,8

! 29,0

. 21,9

, 20,2

18.1

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, 10,5

, 9,6

9,6

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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Berlage

Stal; um Stolz.

Roman aus dem Leben von O. Elster.

t Fortsetzung.)

Das war Christoph Wackernagel Pootzrät- und Historienmaler, wie seine Visitenkarte be­sagte der aber außer einigen wunderlichen Heiligenbildern für weltentlegene Dorskirchen noch kein Historienbild und außer einigen Por­träts von Gastwirten denen er damit auf seinen Eommerwanderungen die Zeche bezahlte noch kein Porträt gemalt hatte. In seiner Jugend hatte er es zwar versucht, aber sehr bald eingesehen, daß er damit nicht weit kommen werde. So beschränkte er sich darauf, Zeich­nungen für Witz- und andere Illustrierte Blätter anzufertigen und ab und zu irgend ein berühmtes Heiligenbild irgend eines Museums zu kopieren, das er dann an einen kunstlieben- den Engländer oder Amerikaner verkaufte.

Aber um seine Visitenkarte nicht Lügen zu strafen, stand auf einer Staffelei ein halbfer­tiges großes Bild:Daniel in der Löwengrube". Dort stand es schon seit zehn Jahren es wurde aber nie fertig.

Siehst Du, Vrunhilde," sagte der kleine Maler ernsthaft zu einem hoch unb schlank ge­wachsenen. in Trauer gekleideten jungen Mäd­chen, mit dem er vor der Staffelei stand,siehst Du, ich hätte längst versucht, das Bild, fertig zu malen, aber die verdammten Biester, die Löwen, verwandeln sich unter meinem Pinsel stets zu ßen richtigenFliegenden Blätter"-Löwen. Ra, da laß ich es lieber sein."

Du müßtest mal einige Studien im Zoolo­gischen Garten machen, lieber Onkel," entgeg-

Deutsches Reich.

Vom Kaiser. Cronberg, 21. Aug. Beide Majestäten fuhren nachmittags 5 Uhr mit kleinem Gefolge nach Königstein und nahmen bei der Freifrau Willy v. Rothschild den Tee ein.

Vom Kaiserhofe. Homburg v. d. H., 22. Aug. Der Kaiser und die Kaiserin, Prinz Oskar, das Prinzenpaar Friedttch Karl von Hessen, so­wie die Kronprinzessin von Griechenland und Ge­folge trafen kurz vor 10 Uhr in acht Automobilen hier ein. Um 10 Uhr fand ein Gottesdienst in der Erlöserkirche statt. Um 11 Uhr 45 Min. erfolgte nach Verabschiedung von dem Prinzenpaar Ftted«. rich Karl von Hessen und den übrigen Herrschaften die Abreise der Allerhöckssen Herrschaften über Friedberg nach Wilhelmshöhe. Wilhelmshöhe, 22. Aug. Der Kaiser und die Kaiserin, Prinz Oskar, sowie die Kronprinzessin von Griechenland sind heute nachmittag um 31/2 Uhr. von Homburg kommend, auf der Station Wilhelmshöhe einge- Iroffen, wo sie von der Prinzessin Viktoria Luise empfangen wurden. Sie begaben sich nach Schloß Wilhelmshöhe.

Der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg begab sich zum Landaufenthalt nach Hohenfinow. Zur Dienstleistttng beim Reichskanzler wöhrertd dieser Zeit ist der Gesandte v. Flotow bestimmt, außerdem werden in Hohenfinow mehrere Bu­reaubeamte zur Verfügrmg des Reichskanzlers sein.

Graf Zeppelin. Berlin, 21. Aug. Graf Zeppelin beabsichtigt am 28. August gegen £ Uhr nachmittags einzutreffen.

A»ls dem Militärwochenblatt. Berlin, 21. Aug. DasMilitärwochenblatt" meldet: Prinz Bernhard zur Lippe, Durchlaucht Rittmeister a. D., zuletzt Eskadronchef des Husarenregiments Nr. 14, wurde mit seinem Patent und die Uniform bei genannten Regiments bei den Offizieren ä. 16 suite der Armee wieder angestellt.

Der türfische Generalissimus bei den deut­schen Kaiscrmanövern. Konstanttnopel, 21. Aug. Mahmud Schenket Pascha wird einer Einladung des deutschen Kaisers zur Teilnahme an den

Marburg

Dienstag, 24. August 1909.

Wonfurt o. M. . Wiesbaden.... Düsseldorf .. . k Berlin......

Nachen ...... Elberfeld Köln .......

Barmen ..... Essen a. d. Ruhr. Dortmund. . . . Maadeburg . . .

B eslau . , . . » Hannover . . . . Halle a. d. S. . .

DieGbrrhrsstschr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch die Pott bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen nd der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

und ein etwas trotziger Ausdruck machte sich auf ihrem schönen Gesichte geltend.

Ja aber, mein liebes Kindchen, was hät­test Du denn anfangen wollen?"

Bei Dir bleiben, Onkel."

O Jemine! Und das Brot des Elends weiter essen? Ich teile ja gern alles mit Dir, das weißt Du. Es wäre j» auch wohl für »ns beide genug dagewesen, und mir hätte es ja nur lieb fein können, mein liebes Töchterchen immer um mich zu haben, aber ich bin ein alter, armseliger Junggeselle, ein Grobian, ein Lüder- jahn, der nur allzu gern fein Glas Grog trinkt. Ich komme oft tagelang nicht nach Hause und des Nachts bleibe ich auch oft fort was hättest Du da wohl bei mir altem Bärenhäuter an- fongen wollen?"

Brunhilde lächelte.

Mache Dich nur so schlimm und so schlecht wie möglich. Onkel Christoph," entgegnete sie, ick weiß doch, daß Du das beste Herz von der Welt hast. Und die Stube, die Du mir einge- räumt hast, würde mir vollkommen genügen."

Das nennst Du eine Stube? Herrgott, das ist ja bloß eine Rumpelkammer. Und wenn es jetzt menschlich darin ausfieht, so ist das ganz allein Dein Verdienst."

Ich hatte hier in Deinem Atelier arbeiten können," fuhr Brunhilde fort.Vielleicht hätte ich Käufer für meineBilder gefunden. . ."

Ach was wer kauft denn heute noch Blumenstücke? Da mußt Du wenigstens einen schmackhaften CHHterkäse oder ein rohes, eng­lisches Beefsteak malen."

Das hätte ich ja auch versuchen können," versetzte Brunhilde lachend.

Rein, nein, das ist nichts!" eiferte der Alte. »Ich will niA daß Du ta die Künstlermisere

Der Ausgang der Arbeitsstreitigkeiten hat nur in sehr wenigen Fällen den Wünschen und Hoffnungen der beteiligten Arbeiterkreise ent­sprochen. Insgesamt ist die beteiligte Arbeiter­schaft nur in 8,5 Prozent aller Kämpfe ganz erfolgreich gewesen. Da in den beiden Vorjah­ren 42,5 Prozent und 32,3 Prozent der Strei­tigkeiten für die Arbeiter günstig ausgefallen waren, hat die Arbeiterschaft im Jahre 1906 eine sehr empfindliche Niederlage erlitten, die dadurch noch entscheidender wird, datz die Er­folge, die seitens der Arbeiter in den die Un­ternehmer nicht unmittelbar angehenden Orga- nisattonsstreitigkeiten erzielt wurden, in Abzug gebracht werden müssen. Die Unternehmer konnten in 25,2 Prozent aller Fälle einen vollen Erfolg verzeichnen, was auch im Ver­gleich zu den vorhergehenden Jahren ein min­der günstiger Abschluß ist. 65,6 Prozent der Streitigkeiten wurden im Wege des Kompro­misses beigelegt. und zwar ist in den weitaus meisten Fällen die Verständigung auf Grund schiedsrichterlichen Urteils oder durch Verhand­lungen zwischen Verttauensmännern der Ar­beitgeber und der Arbeiter herbeigeführt wor­den. Unerledigt blieben nur 0,7 Prozent der Arbeitsstörungen des Jahres 1908.

Es ergibt sich also für Grotzbritannien so ziemlich das gleiche Resultat wie für das Deutsche Reich, datz nämlich im Jahre 1908 die an Ausständen und- Aussperrungen beteiligten Arbeiter, augenscheinlich infolge der Ungunst der wirtschaftlichen Verhältnisse, aber wohl auch infolge des weiteren Erstarkens der Ar­beitgeber-Organisationen sehr viel geringere Erfolge erzielt haben als in früheren Jahren.

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Dis JnfertionSgebüdr beträgt für die 7gespaltene Zette oder deren Raum "15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. AA

Druck und Berlag: Joh. Aug. Koch, UniversttätSbuchdruckerei 411 x)uy*'ö*

Inhaber Dr. C. Hiherotb, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Bon unseren Neichseinnahmen.

Für das erste Viertel des laufenden Finanz­jahres liegt der Ausweis über die hauptsäch­lichsten Einnahmen des Reiches vor. Demnach haben Zölle. Steuern und Gebühren rund 303,5 Millionen abgeworfen. Da nach bcm Etats­ansatze ein Vierteljahr im Durchschnitt . eine Einnahme von 300,8 Millionen «Al erbringen soll, so würde demnach ein Ueberschutz von 2 bis 3 Millionen M int ersten Viertel des laufenden Jahres bei den Zöllen, Steuern und Gebühren erzielt fein. Das ist ein erfreuliches Ergebnis. Hauptsächlich haben dazu die Branntweinver­brauchsabgabe und die Zuckersteuer beigetragen. Jene hat über 7, diese nahezu 6 Millionen «4t über den Etatsanschlag eingebracht. Die Bör­sensteuer hat 2,5 Millionen «Al mehr abgeworfen. Aber auch einige von den sogenannten neuen, d. h. den im Jahre 1906 bewilligten Steuern, haben bessere Erträge aufzuweisen, so die Zi­garettensteuer einen Ueberschutz von 0,3 Milli­onen «Al, desgleichen die Kraftfahrzeugsteuer, die Tantitzmesteuer von 1,2 und die Erbschaftssteuer von 0,6 Millionen «Al. Bei der Tantitzmesteuer wird sich ja das Endergebnis voraussichtlich nicht so günsttg gestalten, weil das erste Viertel für sie der günstigste Zeittaum zu sein pflegt, erfreulich ist aber vor allem, datz die Erbschafts­steuer nunmehr den Etatsansatz nicht bloß er­reicht, sondern sogar überschritten hat. Unter den Etatsansätzen geblieben sind die Zölle mit nahezu 6 Millionen, die Maischbottichsteuer mit über 4 Millionen «Al, die Brausteuer mit nahe­zu 3 Millionen «Al, die Fahrkartensteuer mit 1 Million JL Der Rest der Fehlbeträge entfällt auf die übrigen Steuern.

Leider haben die beiden größten Betriebs­verwaltungen des Reichs nicht gleich günstige Ergebnisse aufzuweisen gehabt. Bei der Post­verwaltung ist die wirkliche Einnahme in Höhe von 151,4 Millionen «M hinter dem vierteljähr­lichen Etatsansatzdurchschnitt von 168,1 Milli­onen «Al um 16,7 Millionen '«Al zurückgeblieben und die Reichseisenbahnverwaltung, die nach dem Etat 30,8 Millionen aufbringen sollte, hat nur 30,4, also 0,4 Millionen «Al weniger einge-

Streik Statistik.

Die allgemeine Ungunst der wirtschaftlichen ßZerhältnisse im vorigen Jahre spiegelte sich guch in der englischen Streikstatistik sür 1908 wieder. Der Zahl nach stehen allerdings die Arbeiterausstände des Jahres 1908 im Ver­gleich zu den beiden Vorjahren erheblich zurück. Aber dafür ist die Zahl der beteiligten Arbeiter um so größer und die Zahl der ausgefallenen Arbeitstage eine geradezu enorm hohe. Drs _ !Fahr 1905 hatte 358 größere Arbeitsstreitigkei- len zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, Oie beiden folgenden Jahre 486 bezw. 601 sol­cher Streitfälle gebracht: im Jahre 1968 ging liefe Zahl auf 399 zurück. Im Jahre 1906 waren rund 218 000 Arbeiter oder etwa 400 fm einzelnen Falle, int Jahre 1907 rund 147 500 oder durchschnittlich 230 an den Strei» jtigfeiten beteiligt. Für das Jahr 1908 beträgt die Durchschnittszahl über 700. Der verlorene Arbeitsverdienst beziffert sich der Zeit nach im Jahre 1904 auf 1,3 Millionen, in 1905 auf 2,3 Millionen, in 1906 auf 2,6 Millionen Arbeits­tage und ging im Jahre 1907, trotz der großen Zahl der Streiks und Aussperrungen wieder auf 1,9 Millionen Arbeitstage zurück. Dagegen ist infolge von Differenzen zwischen Unterneh­mern und Arbeitern im Jahre 1908 das eng­lische Wirtschaftsleben um den Erwerb von 10,6 Millionen Arbeitstagen geschädigt worden. Legt man für die Berechnung der daraus sich ergebenden Verluste für Arbeiter einen Tages­verdienst von 3 «W, für Unternehmer einen solchen von 5 \Al zugrunde, was gewiß äußerst mäßige Sätze sind so ergibt sich ein Ausfall an Verdienst und Arbeitslohn in Höhe von nahezu 90 Millionen «Al. In Wirklichkeit dürfte aber der entstandene Schaden das Dop­pelte und Dreifache dieser Summe ausmachen. Vorwiegend sind davon die Unternehmer und Arbeiter im Maschinenbau-, Schiffsbau- und Vaumwollgewerbe betroffen worden. Von den rund 295 000 Arbeitern, die im Jahre 1908 in­folge von Arbeitslosigkeiten vorübergehend obet dauernd beschäftigungslos waren, kommen 16 600 oder 56 Prozent au fdie genannten drei Gewerbe, und dieselben drei Gewerbe sind an den verlorenen 10,6 Millionen Arbeitstagen mit rund 8*4 Millionen Tagen oder 76 Prozent beteiligt. Man mutz um mehr als ein Jahr­zehnt zurückgehen, um auf ähnliche umfang- und verlustreiche Arbeitsstörungen zu stoßen. Rur in dem Jahre 1893 und 1894 war, infolge der gewaltigen Ausstände int englischen und schotti­schen Kohlenbergbau, die Zahl der dadurch be­schäftigungslos gewordenen Arbeiter größer als im Jahre 1908. Hinsichtlich der verlorenen Ar­beitstage wird das Jahr 1908 nur vom Jahre 1898 übertroffen, das den großen Kohlenstreik in den Bezirken von Wales gebracht hatte.

Ursachen der Störungen find in 79 Prozent der beteiligten Arbeiterkreise Lohnftagen und in 14 Prozent Streitigkeiten Über die A-betts- zeit gewesen. Dagegen ist auch int Jahre 1908 die Zahl der Arbeitsstörungen, die durch die Weigerung der Arbeiter, mit nichtorganisierten Arbeitern zusammen zu arbeiten, herbeigeführt waren, wiederum zurückgegangen.

hineinplumpst! Dein Vater wollte es auch nicht. Und deshalb mutzten wir uns an den Kommer­zienrat wenden."

Ich bin sehr gespannt, was dabei heraus­kommt, Onkel Christoph," entgegnete Brunhilde vollkommen ruhig und gefaßt.

In diesem Augenblick ertönte die Klingel.

Christoph Wackernagel wollte schon sei« Herein!" brüllen; aber er verschluckte es noch rechtzeitig und meinte leise zu Brunhilde:

Das wird der Kommerzienrat sein da ist es doch wohl besser, ich mache selbst auf."

Und ich will einstweilen in mein Zimmer gehen, Onkel. Wenn Ihr mich braucht, kannst Du mich rufen."

Aber ist es nicht besser, Du bleibst?"

Nein, sprich Du lieber erst allein mit dem Kommerzienrat. Du weißt ja, was ich will."

Die Klingel ertönte zum zweiten Male. Brunhilde verschwand durch eine SeitentLre, die eine alte Porttere aus geblümtem Kattun ver­hüllte, und Christoph Wackernagel ging, um die Korridortür zu öffnen.

Ein Herr in einem kostbaren Nerz-Pelz stand draußen.

Bin ich recht bei Herrn Wäckernagel?" fragte er, noch etwas außer Atem vom Trep­pensteigen.

Das ist mein Name. Wollen Cie eintre­ten, bitte. Ich habe wohl die Ehre, Herr« . Kommerzienrat Hildebrandt zu begrüßen?"

Allerdings mein Name ist HildebraM. Sie wohnen ein bißchen hoch, Herr Wacker­nagel," setzte er lächelnd hinzu.

Wie alle Künstler, Herr Kommerzienrat.! In Kellerräume« kann ma« nicht zeichnen und malen." .,

»Sehr wahr." (Forts, folgt.)

nete das junge Mädchen mit sanftem Lächeln. Dann würden Dir die Löwen sicherlich ge­lingen."

Es lohnt sich wirklich nicht der Mühe, Kind­chen," versetzte Christoph Wackernagel.Solches Zeug kauft ja kein Mensch mehr. Die Zeit der Historienmalerei ist vorüber. Dein Vater wußte ja auch ein Lied davon zu fingen der arme Kerl."

Ach ja," seufzte Brunhilde.

Und Dein Vater, mein armer, alter Arnold, ist daran zugrunde gegangen. Er konnte sich nicht entschließen, für die Fliegenden Blätter oder die Illustrierten Zeitungen zu arbeiten. Und er mochte auch keine alten Weiber am Waschfaß oder dergleichen Naturalistika malen; er schwebte stets in höheren Regionen und starb schließlich an gebrochenem Herzen und erlosche­nem Mut. . ."

Ach, Onkel Christoph," schluchzte Brunhilde, die Augen mit der Hand bedeckend.

Ich will Dir das Herz nicht schwer machen, Kind, verzeih mir altem Grobian. Dein Vater hat ja auch Tüchttges gelefftet seinVer­lorenes Paradies" feinGestürzter Sola­nas" alle Achtung! Aber jetzt matt man das anders! Jetzt malt man das so, daß man erst dazusckreiben muß, was das Ding eigentttch vorstellen soll. Doch genug der Fachsimpelei! Neben wir lieber von Dir, mein Kind. Der Vetter Deines Vaters, der Kommerzienrat Hil­debrandt hat mir für heute feinen Besuch rnge- kündigt. Wir werden also bald wissen, woran wir mit ihm find."

Wenn es nicht der Wunsch meines Vaters gewesen wäre, hätte ich es nicht geduldet, daß Da an ihn gejchrieben/ entgegnete Brunhilde,

steuer für 1908/10 Millionäre in:

Charlottenburg . . 82,9 Ka^el .

Kreield . . .; i . Altona. ...... Duisburg Böckum ......

Stettin ....£. Gelsenkirchen . . . Erkürt...... .

Dosen . ......

Kiel........

Scköneberg.... Danzig......

Rixdorf......

Königsberg . . . .